gegen die Firma einen Prozeß und glaubte, daß der Profurist an seinem Unglück die Schuld trage.
† Geglückte Fälschung. Eine gefälschte telegraphische Postanweisung in Höhe von 900 Mark ist durch einen Post: beamten in Berlin zur Auszahlung gelangt. Der Betrug glückte dadurch, daß der auszahlende Beamte nicht auf der Vorlegung von Ausweispapieren bestand, sondern sich mit der Angabe des Hotelwirts begnügte. Die Anweisung fam bon einem angeblichen Schlächtergesellen Kramer und war auch an einen Kramer gerichtet.
† Fenersbrünste. In dem Magazingebäude der Werft Nordsecwerke zu Emden entstand ein großes Feuer, das in kurzer Zeit das Magazin einäscherte. In Finsterwalde zerstörte eine große Feuersbrunst Täschners große Del- und Mahlmühle, sowie einige Nachbarhäuser.
+ Bootsunglück im Kieler Hafen. Im Kieler Hafen wurde in der Nähe der Landungsstelle ein Boot, in dem sich eine Frau und zwei junge Mädchen befanden, von einem Dampfer überfahren. Ein Mädchen ist ertrunken; die Frau und das zweite Mädchen fonnten gerettet werden.
† Aussichten für die Weinernte. Nachdem die Weinberge an der Mosel geschlossen sind, also eine Uebersicht über den Stand der Reben möglich ist, ergibt sich, daß die Herbstaussichten in solchen Lagen, die hauptsächlich für den Versand in Betracht kommen, als gute bezeichnet werden können.
† Der Burengeneral im Zirkus. In weiten Kreisen ist es unliebsam aufgefallen, daß der Burengeneral Cronje in Newyork in einer öffentlichen Aufführung seine Gefangennahme für Geld zum besten gibt. Jetzt hat Cronje auch noch die Gesellschaft, in deren Diensten er die Darstellung mimte, auf Zahlung von 10 000 Mark rückständigen Honorars verflagt. In einer Kundgebung an das Publikum beklagt er sich bitter, er habe auch an Sonntagen arbeiten" müssen, und sei nicht angemessen behandelt worden, er sagt:„ Ich habe mich während meiner Tätigkeit bei der„ Kriegsschau" über tausendmal an der Spitze meiner Truppen ergeben. Wir ergaben uns dreimal täglich, morgens, nachmittags und abends, und gegen meine Ueberzeugung habe ich mich sogar, in finanziellem Interesse der Gesellschaft, an Sonntagen ,, ergeben".
† Unglücksfall bei der Ernte. In Wesenberg stürzte ein Arbeiter beim Transport von ausgedroschenem Stroh so unglücklich vom Wagen, daß der Kopf fast gespalten und das Gehirn bloßgelegt wurde.
† Felsen- Einsturz. Bei Havre ist ein großer Teil der Falaise, des Kreidefelsens an der Küste, eingestürzt. Der Scheinwerfer und die Batterie, die sich auf dem Felsen be fanden, sind mit in die Tiefe gestürzt. Der ebenfalls auf dem Felsen befindliche Staatssemaphor mußte geräumt merden. Unter den Felstrümmern wurde die Leiche eines deiudes aufgefunden.
† Per Molo in Triest gesunken. Infolge einer Nuts jung des schlammigen Bodens sant um zirka zwei Meter die Spize des neuen Molo Della Sanita" und zwar in seiner ganzen Breite von 76 Metern und einer Länge von 60 Metern. Abgerutscht sind zirka 300 große Kunstblöcke der Umfassungsmauern, durch deren Wiederherstellung eine mehrmonatliche Verzögerung beim Bau eintreten wird.
Von der Cholera. Der choleraverdächtige Fall in Berlin hat sich als harmlos herausgestellt. Le von ärztlicher Seite verlautet, ist bei dem in der Friedens caße verstorbenen Holzschneiderei- Besizer Zyrus nach dem bduktionsbefunde und der bakteriologischen Untersuchung Choleraverdacht ausgeschlossen. An einigen Orten des infizierten Gebietes liegen wieder einige neue Fälle vor, so in Kulm elf Erfrankungen und fünf Todesfälle. Auch in Lübeck hat der Senat den Verfehr russischer Auswanderer untersagt, und auf der Schelde werden die von der Weichsel aus Königsberg kommenden Schifte in Quarantäne gelegt.
† Mit ihrem Chauffear durchgebrannt ist die Tochter eines Millionärs in Berun. Die Flucht, natürlich per Automobil, erfolgte nad) Hamburg, von dort per Dampfer nach London, wo sich das Pärchen mahrscheinlich trauen lassen wird.
Die
† Erdbeben in Süd- Italien. Sehr ernste Nachrichten kommen aus dem südlichen Italien, wo ein starkes Erdbeben mit weiter Ausdehmmg viel linheil angerichtet hat. Die Städte Pizzo, Monteleone und Mortirano liegen nahezu in Trümmern. Zahlreiche Menschen sind zu Schaden gekommen. In Stefanaconi stürzten sämtliche Häuser ein, an hundert Personen liegen unter den Trümmern. Dörfer Piscopio und Triparni sind ebenfalls zerstört. Trupben sind zur Hilfeleistung in Monteleone eingetroffen. Auch in Martirano( Distrikt Nicasto) sind alle Gebäude einSechs schließlich der Gendarmeriekaserne eingestürzt. Schwerverwundete wurden unter den Trümmern hervorgezogen, mehrere Personen sind verschüttet. In Catanzaro dauerte das Erdbeben 18 Minuten; Mauern sind eingestürzt, im Hospital wurden zwei Kranke verlegt. Die erschreckte Bevölkerung verließ die Häuser. In Monteleone di Calabria wurden 27 Insassen des Gefängnisses verletzt. In Messina flüchtete die Bevölkerung aus den Häusern, ebenso aus Reggio di Calabria. Aus Castellamare, Neapel und Florenz werden leichte Erdstöße gemeldet.
† Zwanzigtaniend Menschen umgekommen. In China wütete ein furchtbare: Taifun, der schwere Opfer, auch an Menschenleben, forderte. Zwanzigiausend Menschen büßten ihr Leben ein. Die Verluste an Eigentum werden auf fed zehn Millioner. Taels geschätzt.
Verfunkene Herrlichkeit.
1
- Der Nachlaß der Obrenowitsch. Eine Auktion über den achtaf, der früheren serbischen Königsfamilie:- das ist das Neueste, was den Wienern dargeboten wird. Die Königin Natalie, die letzte von der Familie, hat jetzt die Ordnung des Nachlasses in die Hand genommen oder vielmehr der Reste, die noch von dem Besitz der Dynastie übrig geblieben ist, die in der Mordnacht vom 10. Juni 1903 einen so schreckensvollen Ausgang nahni. Vieles ist da vernichtet und sodann mit dem alten Belgrader Sonaf verbrannt. Was an Privateigentum Milans und Aleranders gerettet wurde, hat Natalie in drei Gruppen geteilt. Alles, was den unglücklichen Sohne der schwergeprüften Frau gehörte, i dem Kloster Kruschedol, der Bearäbnisstätte Milane, über. iesen. Alles, was für die Ge
schichte Serbiens historische Bedeutung besitzt, wie Milans weltberühmte Waffensammlung, ist dem serbischen Nationalmuseum übergeben. Das meiste aber ist dem Dorotheum zu Wien zu dem Zwecke überlassen, um aus dem Erlöse wohltätige Stiftungen ins Leben zu rufen.
Nicht weniger als 1166 Auktionsnummern umfaßt dieser Rest dereinstiger serbischer Königsherrlichkeit. In ganzen Waggonladungen sind die Sachen von Belgrad nach Wien geschafft und dort in zwölf der größten Säle des Dorotheums bon Künstlerhand aufgestellt worden. Zunächst ist die Ausstellung gegen Eintrittsgeld geöffnet, dann folgt vom 10. Oktober ab die Auktion sämtlicher Gegenstände.
Es ist unmöglich, eine eingehende Beschreibung aller dieser tausend Sachen zu geben. Immerhin lohnt sich ein furzer Blick auf den Inhalt der Ausstellungssäle.
Durch das Schlafzimmer der Hofdame der Königin gelangt man in das arabische Zimmer und in das Schlafzimmer der Königin Natalie mit prächtigem Bette, Links ist das Fremden-, Speise- und Toilettezimmer des Königs Milan aufgestellt, rechts die Einrichtung der Adjutantur, fleinere Salongarnituren der Hofdamen, endlich das Empire- Schlafzimmer Milans. Einen prächtigen Anblick gewährt der Silbersalon, so genannt, weil hier alle Möbelrahmen versilbert sind, der Lilasalon, die alte Rokokogarnitur des Fürsten Michael. Dann kommt man zu dem Silberschatze und dem Tafelgerät; der königliche Nachlaß umfaßt nicht weniger als vierundzwanzig verschiedenartige Tafelservices. Ferner sind da die Gemälde, antike Skulpturen und echte Empiremöbel.
Von den im Jahre 1868 ermordeten Fürsten Michael sind in dem Nachlasse Empire- und Rokokogarnituren und andere mertvolle Sachen. An Alexander erinnern der Silberschrant mit den prächtigen Barockbestecken, Tassen und Schüsseln, ein großer, in Filigran gearbeiteter Bilderrahmen, eine große, herrliche Meißener Vase, endlich ein Geschenk des Sultans, der wertvolle, aus der faiserlichen Privatfabrik stammende Seidenteppich. Das gesamte Mobiliar und die teilweise wirklich prunkvolle innere Ausstattung der Wohnund Repräsentationsräume mit ihrem reichen Schmuck an alten orientalischen Teppichen von seltener Schönheit, an Wandbehängen, Gobelins, Bildern, kostbarem Porzellan, Majolifen, alten Fayencen, darunter vielen Geschenken ge krönter Häupter, rühren von König Milan her.
Das alles gelangt nun unter den Hammer.- Sic transit gloria mundi. Die Einrichtung eines Königsschlosses im Auktionssaal!
Kunft und Wiffenfchaft.
CR Nene Nordpol- Expedition. In Dawson City im Yutongebiet in Nordamerika wurde der Plan zu einer neuen Expedition zur Entdeckung des Nordpols gefaßt. Sie soll im Juni 1906 ihre Reise antreten auf Kosten der in Dawson domizilierenden Internationalen Gesellschaft für Polarforschungen". Der Plan für die Expedition wurde von dem aus Paris nach Dawson gelangten Dr. Varicle entworfen. Er erklärt, sämtliche früheren Polarforscher hätten ihre Erpeditionen in einer Weise geführt, die von Reisenden, die im arktischen Gebiete Erfahrungen besigen, niemals gebilligt worden wäre. Daß die Leute von Yukon für eine NordpolExpedition ein sehr geeignetes Material sind, läßt sich nicht bestreiten. Sie reisen oft wochenlang und schlafen bei arttischer Kälte, nur mit einem Pelzanzug bedeckt, unter freiem Himmel. Sie rühmen sich, mit Schlitten und Hunden mehr leisten zu können, als frühere Forscher. So hat beispielsweise Nansen ihrer Ansicht nach einen großen Fehler gemacht, indem er zu leichte Hunde für seine Schlittenreisen berwendete. Die Nansenschen Hunde wogen etwa 50 Pfund, während die Leute von Yukon zu ihren Schlittenfahrten teine Hunde verwenden, die weniger wiegen als 100 Pfund.
=
Vermischtes.
- Mittel gegen den See- Nebel. Um die durch den Nebel verursachten Schiffszusammenstöße auf dem Meere zu verhüten, hat der Ingenieur Hülsmeyer in Düsseldorf einen Apparat erfunden. Mit diesem, Telemobiloskop genannten Apparate können eiserne Schiffe auf weiteste Entfernungen miteinander signalisieren. Von dem beobachtenden Schiffe wird ein Bündel elektrischer Wellen in schräger Linie auf das Meer geworfen, wobei der Apparat sich automatisch nach allen Richtungen hin dreht und den Horizont nach Schiffen absucht. Da nun die elektrischen Wellen die Eigenschaft haben, von metallischen Gegenständen reflektiert zu werden, so wirken die Wellen des Senders immer dann auf den gleich nebenan angebrachten Empfänger ein, wenn sie von einem in größerer oder geringerer Entfernung kreuzenden Schiffe zurückgeworfen werden. Auf diese Weise kann nicht nur die Richtung des sich nähernden Schiffes festgestellt, sondern auch aus dem Neigungswinkel des Wellenbündels zur Horizontalebene die Entfernung des Schiffes berechnet werden.
Kaiserparade.
Das Wort„ Kaiserparade" ist wie ein elektrischer Funke, es hat helle Begeisterung unter die ganze Be bölkerung Hessens und Hessen- Nassau gebracht; aus allen Windrichtungen von weit her famen sie herbeigeftrömt, Manöverbummler, Mann und Frau, bepackt mit Taschen und Rucksäcken; dann in geschlossenen Kolonnen die Kriegerbereine, die wieder einmal dem obersten Kriegsherrn und seinem Hause die alte Soldatentreue befunden wollten.
| Straßen und Feldwegen für Manchen das Vorwärts. tommen zu langsam ging, wurde querfeldein, über schlüpfrige Kartoffel- und Rübenfelder die Richtung genommen. Auf dem
Es war ein herrlicher Anblick, in so früher Morgendämmerung und trotz des niederfallenden feinen Regens von der Anhöhe aus die einzelnen Regimenter, die Infanterie in weißen Paradehosen, die Kavallerie mit ihrer vielseitigen bunten Uniform und dazwischen das Artilleriegeraffel, heranrücken zu sehen. Dann wieder ebenfalls endlose Reihen von Civilisten, Radfahrern, die ihr Stahlroß selbst drücken mußten. Zuschauer hoch zu Pferd und das unermeidliche Töff- Töff brachten in die langen Marschkolonnen mitunter recht unstebsame Störungen. Rechts ranngehen" erschallte das Offizierstommando, das Publikum dagegen rief: 3um Kudud, mer zohle doch ach Steuern!" Aber es half alles nichts. Unter solchen und noch vielen anderen Abwechslungen bergaß man ganz den Regen. Nachdem auf den
Paradefeld herrschte schon lange das bunteste Treiben. Vor uns die Tribüne, von deren hohen Fahnenstangen deutschen, hessischen, badischen und bayrischen Landesfarben herabgrüßten. Zu beiden Seiten, halb schräg dahinter, ein selten zahlreich großer Wagenpark. Außer. halb des Drahtzaunes, an welchem alle 10 Meter Poften standen, hatten sich ebenfalls viele Zuschauer angesammelt, welche unverdrossen, den Schirm aufgespannt, des Schauspiels harrten, das da in wenigen Minuten 40 000 Mann Soldaten
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ihm sein Schwag werden mit flürmi
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Regimenter einer Linie, was Einen ganz ungewo gewehr Abteilung mus fich erft an bi auffallend, wie raja Gefichtstreis entfch Train vorbei.
Die Parade prinzeffin an ber
Bagen eine Estab bas Parabefelb, hin Einen besonders lie Geffen mit ihren R fleibung, im Wagen. Der Kaifer bie bann unter Hurr langfamem Brit Befolge, von dem fich der Paradepla waren fchwarz beb Ausgezeichnetes es auch am Morge gegeben hatte, fo
des 18. Armeekorps in Scene gesetzt werden sollte. Die sämtlichen Truppen in ihrer Paradeaufstellung zu überschauen, fonnte man nur von der Tribüne mit einem guten Feldstecher und dann auch nur, wenn der Himmel sich etwas erhellt hatte.
Ueber den weiteren Verlauf der Parade, wie auch der übrigen Stunden lassen wir einen unserer Mitarbeiter, der das Vergnügen hatte, unter den Vordersten mit zu sein, berichten:
Der Extra- 3ug der Kriegerbereine Oberhessens war voll besetzt. In Bonames an gekommen, stellten sich die Bezirke zum Abmarsch auf. Die ganze Straße glich einer Völkerwanderung, Kopf an Kopf gedrängt, marschierten die Besucher dem Ziele zu. Die Kriegervereine stellten sich gleich bei der Ankunft auf dem Paradefeld in der vorgeschriebenen For mation auf, rechts Hessen- Nassau, links die Kriegerfameradschaft Hassia. Es war eine stattliche Zahl alter Krieger angetreten. Gegenüber, in ziemlicher Entfernung, standen die Truppen. Almählich füllte sich der Platz vor und auf der Tribüne. Punkt 9 Uhr zeigte donnerndes Hurrah an, daß der Kaiser angekommen war.- Nachdem die neuen Fahnen übergeben waren, kam der Kaiser von rechts zu den Kriegerbereinen, ein brausendes Hurrah erscholl, die Hüte flogen von den Köpfen, Stöcke und Schirme an die Seite und langsam wurden die Fahnen gesenkt und wieder gehoben. Erellenz Hof überreichte den Frontrapport. Mit den Worten: ,, Guten Morgen, Kameraden, es freut mich, daß Ihr so zahlreich hier erschienen seid!" begrüßte der Kaiser die alten Arteger. Als Antwort erschallte ein fräftiges Guten Morgen, Majestät!" In ruhigem Tempo ritt der Kaiser die Front ab und begab sich dann zu den Regimentern.
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Kurz nach 10 Uhr hörte man wiederum lautes Hurrah, der Kaiser war vor der Tribüne angekommen, umgeben von all den vielen deutschen und ausländischen Fürstlichkeiten und geladenen höheren Offizieren. Nun waren die alten Krieger trotz allen Kommandierens und Scheltens nicht mehr zu halten; die Leute wollten auch von der Parade etwas sehen, was ihnen in Rücksicht auf die Ausgaben auch nicht verdacht werden kann. Der Kaiser trug die Uniform seines Gießener Regiments, auf dem Helm den Federbusch in hessischen Farben; über der Brust das Band des Schwarzen Adler- Ordens und um den Hals die Kette des Hohenzollernschen Hausordens. Die Kaiserin hatte im sechsspännigen Wagen, an ihrer Seite die Kronprinzessin, die Truppen Front mit abgefahren. Anwesend war ferner der Kronprinz, eine schlanke Erscheinung, nach allen Seiten sehr freundlich sich zeigend, die Prinzen Heinrich, Eitel Friedrich, Adalbert und Albrecht von Preußen, Prinz Leopold von Bayern, der Kronprinz von Griechenland, Prinz Arthur von England, Prinz Harald von Dänemark u. s. w. Unter allen aber war bemerkbar die schöne, elegante Erscheinung unseres Großherzogs. Als er auf dem Paradefeld angekommen war, mußte er an seinen Hessen vorbei, welche ihn mit freudigem Hurra begrüßten.
Nun begann der Vorbeimarsch in Regimentstolonnen. In strammer, vorzüglicher Haltung marschieren die Regimenter an ihrem oberstern Kriegsherrn vorbei; die Prinzessin von Hessen setzte sich an die Spize ihres Regiments, dessen Uniform sie trägt. Elegant, in schlankem Bolte reitet sie an die Seite des Kaisers, welcher ihr mit Händedruck seinen Dant abstattet. Die 115er fommen an die Reihe; der Großherzog setzte sich an die Spige derselben und führt sie am Kaiser vorüber. Dann tamen unsere 116er. Der Kaiser gibt seinen Marschallstab an seinen Flügeladjutanten ab, seßt sich an die Spitze des Regiments, zieht den Degen und laut hallt sein Kommando über den Platz. Er führt es am Großherzog vorüber, reitet an die Seite desselben und: ,, Gut!" schallt es als Anerkennung für seine vorzügliche, stramme Haltung dem Regiment entgegen.
Als Anerkennung und zum Ausdrud seiner Zufriedenheit verlich der Adlerhöchste Chef dem Regiment seine Büste. Das Publikum auf der Tribüne brach in lebhaften Beifall aus, als das Regiment vorbeimarschierte, und alle waren der Meinung, daß das Regiment das beste gewesen sei. So marschierte Regiment auf Regiment vorbei. Ja der Ferne tauchen im frischen Morgenwinde luftig wehende Fähnlein auf: weiß- blaue, rot- gelbe, schwarz- weiße. Wirklich, ein herrlicher Anblick! Der Großherzog feßt sich an die Spiße seiner Garde- Dragoner und führt sie ebenfalls an dem obersten Kriegsherrn vorbei. Lustig schmettern die Trompeten, der Kaiser setzt sich an die Spize seines Bayer. Ulanen- Regiments, hinter ihm Prinz Leopold von Bayern und der Kronprinz, der die Ulanen- Uniform trug. Vorläufig war er noch in Rittmeister Uniform, aber da er an der Stelle eines etatsmäßigen Stabsoffiziers ritt, muß man annehmen, daß das Manöver ihm Beförderung bringt oder schon gebracht hat. Die Kavallerie ft vorbei und hinten fommt die Artillerie, und wieder setzt sich der Großherzog an die Spiße seines Regiments, des 25., hinter
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** Vich 1393 Stüd Ri und 29 Fohle 20. September
6. September
* Sie we Amtsgerichtstafel Amtsgerichts ange
Schwant, geb. 4. Schwant, geb. 5.
werden, fich Diens Amtsgericht einzu erfolgen wird. D 112 Jahre und
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