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Bei der in Halle abgehaltenen Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Frauenvereins betonte Geheim­rat Prof. Dr. Schmidt- Ringler, daß die Freigabe des Uni­versitätsstudiums für Frauen mit voller Immatrikulation in Preußen bevorstehe. Für die Uebergangszeit werde man sich allerdings einzelne Einschränkungen gefallen lassen müssen.

Die ungarischen Verdächtigungen gegen Deutschland werden jetzt in ihrer ganzen Haltlosigkeit bloßgestellt. Der Erfinder der unwahren Gerüchte, der Abgeordnete Polony, betonte anläßlich einer im Pester Lloyd" anscheinend von maßgebender Stelle in Berlin inspirierten dementierenden Erklärung, daß er bezweckt habe, ein solches offizielles De­menti zu veranlassen. Er freute sich, daß dies gelungen sei und daß die deutsche Regierung in unzweideutiger Weise Stellung genommen habe. Es würde nunmehr wünschens­wert sein, daß man auch bezüglich der auf dem Gebiete der Handelsverträge aufgetauchten Fragen eine ähnliche Be­ruhigung erhielte. Ein sonderbarer Herr, dieser Abgeord= nete Polonyi, dem eigentlich zu viel Ehre angetan wird mit der offiziösen Richtigstellung seiner Erfindungen.

* Der Aufstand in Deutsch- Ostafrika hat sich bis in die unmittelbare Nähe von Dar- es- Salam ausgedehnt. Ser­geant Holzhausen traf, von Kissangire kommend, in Wikindo ein, nachdem er unterwegs verschiedentlich heftig ange­griffen worden war und dabei fast seine ganze Munition verschossen hatte. Er schlug die Aufständischen glänzend zurück. Der Sergeant wurde selbst leicht verwundet. Ein Askari fiel, drei wurden verwundet. Siebzig Rebellen blieben auf dem Plate tot. Von Dar- es- Salam marschierte eine Kompagnie von 150 Askaris nach Wikindo ab. Das Aufflackern des Aufstandes in der Umgebung von Dar- es­Salam hat allgemein überrascht.

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Im bayerischen Landtag wurde eine Interpellation wegen der herrschenden Fleischteuerung eingebracht. Der Antrag­steller Abg. Segiz wies darauf hin, daß die Fleischnot in ganz Deutschland dieselbe sei und daß alle amtlichen Schlacht­hofberichte beweisen, daß die Zufuhr ohne Deffnung der Grenzen nicht zur Ernährung des Volkes ausreiche. Minister Graf Jeilitsch sagte, die Hauptursache der Fleischteuerung sei die Kartoffelmißernte und der geringe Futterertrag des Jahres 1904. Da diese Mißernte in ganz Mitteleuropa Herrsche und die Viehpreise in Desterreich- Ungarn denen in Deutschland gleich seien, so würde auch die Erweiterung der Einfuhr feine Verbilligung bringen. Der Minister pro­testiert gegen die Aeußerung des Abgeordneten Segiß, daß die deutschen Minister sich den Arbeitern entfremdet hätten. Das, was die deutschen Regierungen in den letzten Jahrzehn ten für die Arbeiter getan hätten, sei der deutlichste Beweis für das Gegenteil. Die Besprechung der Interpellation findet heute statt. Die Stadtverordnetenversammlung in Trier beschloß eine Eingabe an den Reichskanzler um Maßnahmen gegen die Fleischnot und Aufhebung der Grenz­sverre gegen Frankreich und Belgien. Zur Linderung der Fleischnot wurde durch die Stadtverwaltung von Saar­brücken eine bedeutende Sendung Seefische zu äußerst bil­ligen Preisen verkauft. Der Verkauf soll wiederholt werden, da die Nachfrage kaum zu decken war.

Oefterreich- Ungarn

** Im österreichischen Abgeordnetenhause gab es einmal wieder eine der bekannten Skandalszenen, die gleichzeitig empörend und erheiternd wirken. Der tschechische Abgeord­nete Graf von Sternberg schleuderte dem bekannten Deutsch­radikalen Abgeordneten Wolf ein gefülltes Wasserglas an den Kopf, als dieser ihn bei einer Besprechung der Brünner Erzesse durch Zwischenrufe unterbrach. Bei dem entstehen­den Lärm mußte der Präsident die Sigung schließen. Gestern bat Sternberg das Haus wegen seiner Brutalität um Ent­schuldigung.

England.

** Die Bewegung in Indien anläßlich der Teilung der Provinz Bengalen wächst. Ein Auflauf hat stattgefunden, wobei ein europäischer Inspektor von dem Pöbel gemiß­handelt wurde. Siebzehn Personen wurden verhaftet.

Balkan- Staaten.

** Die bulgarischen Unruhestifter sind beständig bei der Arbeit. Im Dorfe Oraschi in Mazedonien überfiel der fer­bische Woiwode Gligor mit seinen Leuten eine bulgarische, 35 Mann zählende Bande, von denen 20 getötet und 3 ge­fangen genommen wurden. Unter den Gefallenen sollen zwei bulgarische Offiziere gewesen sein.

Afrika.

** Wie in Marokko amtlich bekannt gegeben wird, ist der Vertrag über den deutschen Vorschuß von zehn Millionen Mark an den Sultan von Maghzen unterzeichnet worden. Im Lande herrscht überall Ruhe.

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Hof und Gesellschaft.

Der deutsche Kronprinz traf mit seiner Geniah­lin, der Kronprinzessin Cäcilie, in München zusammen, von wo beide nach Tegernsee und Bad Kreuth zum Besuch des Herzogs Karl Theodor reisen. Auf der Reise nach München hatte die Kronprinzessin in Baden- Baden Station gemacht und dort den Reichskanzler Fürsten Bülow, dessen Gemahlin und dessen Schwiegermutter, Donna Laura Minghetti, zum Tee bei sich gesehen.

Der Reichskanzler Fürst Bülow empfing in Baden­Baden in Gegenwart des bei ihm weilenden Prinzen May von Baden eine Abordnung des Straßburger Männerge­sangvereins, die ihm das Diplom als Ehrenmitglied des Vereins überreichte. In seiner Erwiderung betonte der Reichskanzler die hohe Bedeutung des deutschen Liedes als eines oft bewährten Bindegliedes in der Geschichte der natio­nalen Einheitsbewegung des deutschen Volkes.

Heer und flotte.

Soziales Leben.

= Die Arbeitszeit für kaufmännische Angestellte. Der Verband deutscher Handlungsgehilfen mit dem Siz in Leip­zig beschloß, eine Petition an den Bundesrat zu richten, in der folgende Forderungen aufgestellt werden: eine täg­liche Arbeitszeit in Kontoren und geschlossenen Betrieben von neunstündiger, bei englischer Arbeitszeit von achtstündi­ger und für jüngere Gehilfen siebenstündiger Dauer, ferner eine zweistündige Mittagspause, Festlegung der Urlaubszeit und Einführung von Handelsinspektoren.

Kein Umbau des Nordostsee- Kanals? Wie neuerdings in der Presse behauptet wird, soll das neue Flottengesez nur eine solche Vergrößerung des Deplacements der Linien­schiffe enthalten, daß von einem Umbau der Schleusen am Nordostsee- Kanal Abstand genommen werden kann. Ad­miral von Tirpitz soll dem Kaiser über diese Fragen in Rominten Vortrag gehalten haben. Anscheinend handelt es sich nur um Vermutungen, denen einstweilen keine posi­tive Kenntnis zugrunde liegt.

Lohnstreitigkeiten in Hannover. In der Hannover­schen Maschinenfabrik in Linden wurden gegen 800 Arbeiter entlassen, weil diese sich weigerten, Arbeit auszuführen, die fie als Streifarbeit ansahen. Anlaß zu dieser Weigerung gab das Eintreten für zehn Fräser, die in voriger Woche die Arbeit wegen Lohnforderungen einstellten.

Krisis im sächsisch- thüringischen Textilgewerbe. Der Verband der Sächsisch- Thüringischen Webereien hat von der Ablehnung des neuen Lohntarifes durch die Arbeiterschaft jetzt offiziell Kenntnis erhalten und weitere Verhandlungen als zwecklos zurückgewiesen. Der Arbeiterschaft wurde er­öffnet, daß alle Zugeständnisse als zurückgezogen zu gelten haben, die der neue Tarif enthielt, daß aber dieser Tarif nebst den allgemeinen Arbeitsbedingungen in Kraft treten soll, sobald sich die Arbeiterschaft zur Annahme des Tarifes bereit erklärt.

Nab und Fern.

10 600 Mark beim Hutkauf gestohlen. In einem großen Berliner Geschäftshause wollte eine Dame einen Hut kaufen. Sie hatte in einem Handtäschchen die Summe von 10 600 Mark in Papiergeld bei sich, um es auf die Bank zu bringen. Als sie das Täschchen beim Aufprobieren des Hutes einen Augenblick aus der Hand legte, war es verschwunden. Des Diebstahls verdächtig ist eine Frau, die mit einem Knaben schon längere Zeit sich in der Hutabteilung des Geschäftes aufgehalten hatte.

Kampf mit Wilddieben. Im Jagdrevier bei Dolberg überraschte der Förster Dirks eine Anzahl Wilddiebe und forderte sie auf, die Gewehre niederzulegen. Die Wilderer antworteten mit Schüssen. Der Förster warf sich nieder und schoß ebenfalls. Er traf einen Maurerpolier, der sofort tot zu Boden sank. Der Getötete hinterläßt Frau und vier Kinder.

Attentat aus Rache. In Nieder- Schönhausen gab ein fünfzigjähriger Bürstenmacher auf seine Nichte beim Mittag­essen einen Revolverschuß ab, der das Mädchen indessen nur leicht verlegte. Dann schoß er sich selber eine Kugel in den Kopf und brachte sich eine schwere Verwundung bei. Die unselige Tat ist aus dem Grunde begangen, weil der Atten­täter argwöhnte, daß die Nichte ihn aus der Familie ver­treiben wollte.

Vom Zuge überfahren. Auf einem Eisenbahn- Ueber­gange bei Bahnhof Miste wurde ein Fuhrwerk von einem Schnellzuge überfahren. Die beiden Pferde wurden ge­tötet, Personen wurden zum Glück nicht verletzt. Die Schuld trifft den Wärter, der die Barrieren bei Heran­nahen des Schnellzuges nicht geschlossen hatte.

In der Stroh- Miete verbrannt. Auf dem Felde bei Weidensdorf brannte eine große Stroh- Miete nieder. Während des Brandes machte sich ein Geruch nach verbrann­tem Fleisch geltend. Die Untersuchung ergab, daß zwei Menschen in den Flammen umgekommen sind. Die Asche wurde gesammelt und der Behörde übergeben.

Früher Winter. Im französischen Departement sér herrscht starke Kälte und Schnee. Vei Grenoble sind di Hügel schneebedeckt.

Eisenbahn- Zusammenstoß in Rußland. In der Näh von Kurik stieß ein Personenzug mit einem Güterzuge zu sammen. Fünfzehn Passagiere, darunter einige Frauen wurden schwer verwundet. Viele Personen erlitten leich tere Verlegungen.

Jugendliche Selbstmörder. In einem kleinen Hotel ir Wien erschienen eines Abends zwei junge Leute, er fast nod ein Knabe, sie ein junges Mädchen. Am andern Morger hörte man aus dem Zimmer der beiden Schüsse fallen. Das Mädchen lag tot am Boden, der junge Mensch schoß sich ir dem Augenblick, als das Hotelpersonal in das Zimmer drang eine Kugel durch das Herz. Es ergab sich, daß es sich um ein sehr jugendliches Liebespaar handelt, das miteinander in den Tod ging, weil keine Möglichkeit, bald die Ehe zu schließen, vorhanden war. Es handelt sich um einen sech zehnjährigen Reitknecht und die zweiundzwanzigjährige Tochter eines Fleischselchers.

Bootsunglücksfälle. Auf der Unterelbe sind wieder mehrere Todesfälle beim Bootsfahren zu verzeichnen. In folge Kentern des Bootes ertranken zwei Ziegelarbeiter und an einer anderen Stelle die beiden Töchter eines Land mannes.

Tages- Chronik. Im Moseltal ging ein Bergrutsch nie der, der eine größere Strecke der Moseltal- Bahn verschüttete und die Züge zur Rückkehr zwang.

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- Die große Dampfziegelei von Meißner in Thorn wurde durch Feuer zerstört.

- In Ebersdorf in Schlesien erfranften nach einem Hoch zeitsmahle ein Teil der Gäste unter Vergiftungs- Erschei nungen, darunter das junge Ehepaar.

In Trier wurde die dreizehnjährige Tochter einer an gesehenen Familie verschleppt.

Kunft und iffenfchaft.

Sihung der Stadtverordneten Gießens.

?? Gießen, 5. Oftober 1905. Oberbürgermeister Mecum eröffnete pünktlich 4 Uhr die Sigung und teilte zunächst mit, daß eine Einladung für die am 14 Oktober stattfindende Einweihung des neuen

Für Ligung der Gasleitung

Museums im alten Schloß, und ferner ein Dankschreiben Feften deren Beleuchtung angef

Liebigshöhe, deffen neuer B Birtschaft übernehmen will, Ser Textor hat fich rerpflic für 100 Mt. Gas zu verbrauch So eingerichtet, daß bei event Schluß der T.D. tam bie F Seefisch bezug zur Spra war befchloffen worden, der Hiefigen Fischhändlern verhand gefunden, aber zu feinem Re DB. Mccum an eine Ge telegraphiert, deren Vertreter und wird die Vertaufs werden. Die Versammlung Damit war die öffentliche G

eingegangen ist von Geometer Euler, dem anläßlich seines 101. Geburtstages seitens der Stadt gratuliert worden war. Man schritt hierauf zu Punkt 1: Neubau des Stadt­Die Abbruchsarbeiten der alten Gebäude in

Schülers Garten, die dem Theaterneubau weichen müssen, ifchen. Die Verhandlung

wurden der Firma Abermann& Kling übertragen. Das gewonnene Material gehört genannter Firma. Die Ent fernung der Bäume und Sträucher, sowie der Abhub des Mutterbodens wurden ebenfalls der Firma Abermann& Kling übertragen und zwar für 1390 Mt. Ferner wurde ein Kredit von 5000 Mt. bewilligt für die demnächst erforderlichen Arbeiten resp. Ausgaben.

will.

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= Zur Landtagswa Wahlbezirks Gießen- Lan im Café Ebel eine Berfammlu * Der Berband deutscher Siz in Leipzig beschloß eine G welder eine neunfiündig Sontoren gefordert wird, englischer Geschäftszeit eine ad eine fiebenfündige, fowie zwei legung des Urlaubs, ebenso& * Zum Raubmord Unterfugungsrichter in Wiesb Reuerdings haben fich gerid geben, daß der Ermordete mit gboren am 12. Januar 1888 Frankfurt a. M. in Stell leunige Recherchen, in Inftituten, ob Ecb lebt, bez hat Im Falle der Ermitte nahricht. Möglich lebt der Erichlagenen; daher Prüfung Festhaltung erforderlich.

Die nächsten vier Punkte 2 bis 5 betrafen Baugesuche. W. Seip 3. will an seinem in der Roonstraße gelegenen Neubau einen Eckturm mit Holzfassade errichten. Wird ge nehmigt. Das nächste Gesuch von Georg Bichler für Walltorstraße 6 wird abgelehnt, da Hofraum nicht genügend vorhanden ist. Dasselbe geschah mit dem Bau­gesuch von Karl Beil, welcher zwischen seinem an der Marburgerstraße erbauten Vorder- und Hinterhaus noch einen fleinen einstöckigen Bau für Komptoirzwecke errichten Vertagt resp. es fonnte nicht beraten werden das Baugesuch der Witwe Nothenberger, weil von dem vor einiger Zeit hier gewesenen Dezernenten des Ministeriums ein Fehler in der neuen Baufluchtlinie entdeckt wurde und demzufolge von Frau Rothenberger, neue Pläne eingereicht werden müssen. Bildhauer J. A bach war eingekommen, man möge einen schmalen Fußweg über die Fahrbahn der Marburgerstraße in der Nähe seines Hauses pflastern, damit bei schlechtem Wetter die Straße besser überschritten werden fann. Die Versammlung beschloß demgemäß und bewilligte 150 Mt. für die Arbeiten.- Die Wiederherstellung der Holzfassade am Bäckermeister Frey'schen Hause war für 800 Mt. veranschlagt, die Kosten belaufen sich aber auf 915,01 Mt. Von den über den Voranschlag hinausgehenden 115,01 Mt. hat ein Drittel der Hausbesizer Frey und die Stadt bereits bezahlt, das letzte Drittel war einem früheren Abkommen gemäß dem Staat zugeschrieben. Das Kreisamt hat aber den Antrag gestellt, daß die Stadt das letzte Drittel auch noch übernehmen soll, da der Staat schon 250 Mt. zu den Wiederherstellungsarbeiten bewilligt hat. ( Das Haus steht unter Denkmalschutz. D. Red.) Die Gastwirt Versammlung erhob teinen Widerspruch. Harnickel hat im verflossenen Sommer das breite Trottoir an der Schulstraße nicht zu Schantzwecke benutt und war darum um Eclaß des Pachtgeldes( 20 Mt. pro Jahr) eingekommen, zugleich hat er das Bachtverhältnis ge­fündigt. Die Versammlung sah aber feinen Gnund, dem Gesuche ftattzugeben. Hierbei äußerte Stadtv. Kirch, daß mit der Beit überhaupt diese Trottoir- Wirtschaften ganz schwinden möchten, es seien ihm z. B. aus der Plockstraße Klagen wegen Ruheftörung zu Ohren gekommen.- Die alte Baufluchtlinie in der Sonnenstraße wird etwas ver­ändert, da an Stelle der Häuser 18, 20 und 22 Neubauten tommen. Vor langer Zeit war beschlossen worden, ein Unteroffizier Wohnhaus an der Licherstraße zu erbauen. Die Pläne waren fertig, aber weil andere Bestimmungen vom Ministerium verfügt wurden den Unteroffizieren sollen größere Wohnräume gewährt werden nochmals andere Pläne angefertigt werden. Jezt wolle man nun gleich 2 solcher Gebäude errichten, die auf 30 Jahre an den Fiskus verpachtet und deren Bausumme( 2X100000 t.) mit 6%% verzinst werden. Die Versammlung stimmt zu. Die von der Schulleitung der Gewerbeschule beantragten größeren Reparaturarbeiten am Gewerbeschulhaus wurden bis zum nächsten Frühjahr zurückgestellt. Es hat sich mit der Beit eine Menge alter Asphalt angesammelt. Konrad Rübsamen will 2 Mt. pro 100 Kilo dafür zahlen. Das Angebot wird akzeptiert. Am Geräteschuppen des Tiefbauamtes wird für die Straßen- und Ranalarbeiter ein Brausebad errichtet. Unter den eingeforderten Rostenan­schlägen war die Offerte des Gas- und Wasserwertes mit 350 Mt. die billigste. Erhält den Zuschlag. S.adtwald mußten infolge Ins ttenfraß über 27 fm Holz gefällt werden. Louis Rot von Steinbach hat dafür einen Preis geboten, der fast höher ist als für gutes Holz. Der freihändige Verkauf wird genehmigt. Der nächste, 15. Bunft:

BR Mittel gegen die Tuberkulose. Auf dem Tuberkulose­Kongreß in Paris machte Professor Behring die Mitteilung, daß er ein Heilmittel gegen die Tuberkulose gefunden habe. Ausdrücklich betonte Professor Behring, daß es sich nicht um ein Serum, noch um einen Impf- Sport, auch nicht um ein Präventivmittel, sondern um ein Heilmittel handele. Bis zum nächsten August wolle er, so fügte er hinzu, seine Entdeckung geheim halten, da er seiner Ansicht nach das Recht habe, eine Zeitlang die Vorteile seiner Entdeckung für sich zu behalten, deren Einkünfte ihm Geld zu andern Ar­

beiten verschaffen sollten. Spätestens im nächsten August werde er seine neue Methode zur Heilung der Tuberkulose veröffentlichen. Schon heute dürfe er der leitenden Welt die beste Hoffnung geben, da er glaube, das Mittel gegen die Tuberkulose entdeckt zu haben.

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Apothekenschluß an Sonntagen brachte eine längere Debatte. Die Finanztommission beantragte, daß von den drei hiesigen Apotheken versuchsweise nur eine an Sonntagen von nachmittags 4 Uhr bis Montag früh 7 Uhr geschlossen ist. Die Apothekenbesizer wollen aber zwei Apotheten schließen, also nur eine offen halten. In der Finanzkommission wollte man mehr den kleineren weniger bemittelten Familien, die zu Hause teine Meditamente haben, Rechnung tragen und daß man bei plöslich sich einstellenden schweren Erkrankungen zur Beschaffung von Meditamenten nicht so weit zur Apotheke zu gehen brauche; es solle also eine von den beid.n inmitten der Stadt gelegenen Apotheken immer offen haben. Die Mehrheit der Bersammlung be schloß aber gemäß dem Antrag der Apothekenbefizer, da selbst wenn nur die Apotheke an der Frankfurterstraße offen hat, die Entfernung von der Marburgerstraße, Nord­anlage 2c. teine allzuweite ist. Die Bahl der Fort­bildungsschüler wird in diesem Jahr eine noch größere werden als im vergangenen Winter. Sollten 15 Klassen nötig werden, also eine mehr als 1904/05, dann soll auch gleichzeitig eine Neueinteilung im Lehrplan mit vorgenommen werden. Der erforderliche Kredit wurde genehmigt. Für die Erweiterung der Anstalt für Epileptische in Nieder- Ramstadt wurde ein einmaliger Beitrag von 100 mt. bewilligt, das ist derselbe B.trag wie ihn Offenbach und Worms gezeichnet haben.-

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