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fleinsten Organisationen( Kompagnien und Schwadronen) und ihrer soldatischen Erziehung bleibt vorbehalten, da­mit die Frage der Instrukteure feine Meinungsverschieden­heit hervorrufe. Die von Taillandier empfohlene Mischung von Armee und Polizeikorps ist aufgegeben. Man fordert im Gegenteil eine möglichst genaue Trennung und die Poli­zeikorps nach Bezirken zu gliedern. Hierüber werden viel­leicht in der Konferenz selbst noch neue Vorschläge gemacht werden. Für die Konferenz darf man einen schnellen und ruhigen Verlauf voraussagen, da in allen grundsätzlichen Fragen zwischen Deutschland und Frankreich freundliches Einvernehmen erzielt ist und Frankreich zugestanden hat Herr Rouvier betont das in seinem Programm ausdrück­lich- daß die wirtschaftlichen und militärischen Angelegen­heiten durch keine Sonderabmachung Marokkos der Einfluß­nahme der Konferenz vorweg entzogen werden dürfe.

Hof und Gefellschaft.

** Der Kaiser traf von Kopenhagen, wo der Ab­schied unter dem Salut der Geschüße stattfand, in Saßniz ein. Dort verließ der Kaiser die Hohenzollern" und ging auf die Jacht Iduna" über, auf der er nach Swinemünde fuhr. Dort finden in Gegenwart des Kaisers Küstenschieß­übungen statt, bei denen fünf ausrangierte Torpedoboote, die mit Kork gefüllt werden, als Zielscheibe dienen.

Der Schah von Persien hat sich von Pacis nach Ostende begeben.

*** In Südafrika ist der Generaloberarzt Dr. Theo= dor Sedlmayr auf einem Ritt von Sandfontein nach Romansdrift in der Gegend, wo der Häuptling Cornelius die Gegend unsicher macht, gefallen.

Soziales Leben.

Streif in Solingen. Die Solinger Former und Gießereiarbeiter stellten überall da die Arbeit ein, wo die Fabrikanten sich weigerten, die Herstellung von Velberter Fabrikarbeit zu unterlassen.

Der Lohnstreit im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. Der Streif nimmt unerfreuliche Formen an. An einer Stelle ist es sogar schon zu lärmenden Konflikten gekom­men. In Dellwig waren arbeitswillige Maurer von außer­halb angekommen. Etwa 200 Ausständige drangen in den Bahnhofswartesaal, um die Zuziehenden zur Abreise zu be­stimmen. Dabei fam es zu sehr geräuschpollen Auftritten. Die Polizei mußte mit blanker Waffe einschreiten, einige Personen wurden verwundet, einige, die für die Anführer galten, verhaftet. Die Aussichten auf gütliche Einigung der im Lohnstreit stehenden Parteien sind nicht die besten. Am Montag hatten die Vertreter der Bauarbeiter die For­derung gestellt, daß vom 1. September d. J. ab die Löhne der Maurer, Zimmerer und Baubilfsarbeiter um 2 Vfg., vom 1. Januar 1906 an bis 1. Mai 1907 um einen wei­teren Pfennig pro Stunde erhöht werden sollten. Die Dele­gierten der rheinisch- westfälischen Bauunternehmer( Arbeit­geberbund) hatte die Gewährung einer Lohnerhöhung schon in diesem Jahre abgelehnt. Darauf ist der Streif ausge­brochen, und die Sechser- Kommission der Bauarbeiter ist von ciner Delegiertenversammlung beauftragt worden, auf einer sofortigen Regelung der Lohnfrage zu bestehen und nicht früher wegen Wiederaufnahme der Arbeit zu verhandeln. In den Kreisen Dortmund, Hörde, Bochum, Gelsenkirchen, Effen, Ruhrort und Recklinghausen solle bei zehnstündiger Arbeitszeit für Maurer und Zimmerer 55 Pfg., für Bau­hilfsarbeiter 45 Pfg. Stundenlohn verlangt werden. Es wäre dringend zu wünschen, daß der Arbeitgeberbund das Mögliche versuchte, einen Ausweg zu finden. Die Vor­standsmitglieder des Arbeitgeberbundes, die sich nach Ber­Iin begeben haben, um der Regierung ihre Anschauuncen über den Bauarbeiterstreik vorzutragen, werden sicherlich in dieser Richtung so eindringlich beraten werden, als es ohne Pateiergreifung angängig ist.

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Parias der Kunft.

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tehen könnten. Ein alter Herr hat einen langen, schlam­oigen Schlafrock angetan, eine Kordel schnürt ihm den etwas starken Leib zusammen, eine feuerrote Troddelmütze markiert den Türken. Seine Nase ist ebenso rot. Zwei junge, etwas fleine Berlinerinnen sind als buntgekleidete Stalienerinnen gekommen. Ein zehnjähriger Knabe, mit langen, goldgelben Locken, die über der Stirne furzge­schnitten sind, empfiehlt sich von selbst mit seinem Barett und Samtanzug als schmucker Page.

Ein Besuch auf der Modellbörse zu Berlin. Der Patriarch. Ein edler Pole. Dienstmänner und Kümmeltürfen. Frauen des Volkes. Nachwuchs. Berufs- und Gelegenheitsmodell. Jugendliche Schönen. Gestürzte Größe.- Musterung und Engagement. An jedem Montagmorgen versammeln sich in der Vor­halle der Berliner Königlichen Akademie der Künste eine Anzahl von Gestalten, denen man ansieht, daß sie nicht auf den Höhen des Lebens wandeln. Mitten unter die merk­würdigsten Typen eines Dickensschen Romans, die hier zu einem Rendezvous zusammengeströmt sind und alle ihre Absonderlichkeiten mit zur Stelle gebracht haben, glaubt man sich versett!

Sie waren nicht alle auf einmal gekommen und herein­marschiert. Erst einzeln und halbscheu hatten sie die Halle betreten und sich in den Winkeln herumgedrückt, nachher waren sie scharenweise und lärmender erschienen, und zuletzt blieb kaum ein Pläßchen mehr hinter irgend einer mächti­gen Säule frei.

An Frauen aus dem Volke, wie man sie oft zu dreien vor dem Kellerkaufmann oder dem Grünkramladen stehen sieht, ist kein Mangel. Sie rotten sich auch hier zu Gruppen zusammen, die Tasche am Arm, und tauschen Neuigkeiten aus. Sie erzählen, was dieser oder jener Maler bezahlt, und mit welchen Komplimenten sie Anton von Werner oder Be­gas beim jüngsten Akt beglückt hat. Hin und wieder wat­schelt auch eine kugelrunde Martha Schwerdtlein in die Halle und bringt ihr dreizehnjähriges Töchterlein, die Kleine steh: borläufig noch Halbakt, zum Gesicht, zu Armen und Händen. Eben trabt eine ganze Familie herein: Bruder, Schwester und Brüderchen. Der Aelteste ist sechzehn, das Mädchen zwölf, das Kind fünf Jahre alt. Sie stellen sich neben einander in Reih und Glied und warten auf Zu­spruch.

Da stand an der Schwingetür ein Alter und schaute durch die Scheiben auf die nebelnde Straße hinaus, eine hohe, schlottrig gekleidete Gestalt. Aber welch ein Stopf ragt aus dem ärnilichen Kaftan heraus. Unter winzigen Acug­lein wölbt sich die mächtige Adlernase; vom Scheitel wallen silberne, sammetweiche, glänzende Locken wohl eine Elle lang über die Schultern hernieder und fließen nach vorn mit dem ebenso silbernen, wellenartig herabrieselnden Barte zusam­men. Es ist das Haupt eines alttestamentlichen Propheten auf dem Körper eines Bettlers. Der Alte ist schwerhörig und antwortet auf wiederholte Fragen in gebrochenstem Deutsch. Er ist aus Russisch- Polen. Vielleicht mit verwil­dertem, weichselzöpfigem Strupphaar nach Berlin gekom­men, ist er von irgend einem Maler entdeckt worden und hat gelernt, seine wertvolle Mähne zu striegeln und zu pflegen.

Da sind noch mehrere, die es sich haben angelegen sein lassen, Bart und Haare auf das beste herauszuglätten. Da ist ein Pole mit einem Christuskopf, rötlichblond; kein Fri­seur hat eine prächtigere Perücke auf dem Haubenstock. An­dere wieder kehren mit Absicht ein zerzaustes, ungefämmtes Aussehen heraus und bewahren es sich sorgfältig, denn es bringt ihnen Kundschaft, Beschäftigung und Brot. Ein alter Dienstmann hat sich kunstbeslissen zum struppigen Boots­mann herausstaffiert und, um diesen Charakter zu vervoll­ständigen, einen teergetränkten Southwestern" auf den Stopf gestülpt. Viele der Modelle erscheinen schon in An­deutung oder Ausführung des Charakters, in dem sie Aft

Die berufsmäßigen Modelle, die den Dienst längst ge­wöhnt sind, füllen die ganze Mitte der Halle aus. Im Um­kreis und in den dunkelsten Ecken drücken sich alle die herum, welche die Not erst fürzlich hierhergetrieben hat: Arbeiter, stellenlose Schauspieler und Kellner, auch Halbstrelche, die eben erst das Asyl entlassen zu haben scheint. Auf den Stu­fen unter den Säulen warten die jungen Damen, schlanke, zierliche, üppige Gestalten, wohlgekleidet. Manche von ihnen prangt schon längst auf Meisterwerken fonterfeit, die eine oder die andere entzückt bereits als Venus, Nire oder Himmelsengel die Kunstwelt.

Ein erschütterndes Bild menschlichen Schicksals bietet ein noch jüngerer Mann, der regelmäßig hier zur Börse kommt, wie er einstmals mit einer anderen Börse in Verbindung gestanden. Er war seines Berufes Kaufmann, mußte aber infolge von Augenleiden seine Stellung aufgeben. Jetzt ist er feit langem erblindet und erwirbt sein Brot mit Modell­stehen.

Die Aufsicht über diesen Markt" führt der Portier der Akademie, ein großer, stattlicher Mann mit grauem Voll­bart, selber ein prächtiger Typus für einen Maler. Am Fenster der Loge sigend, hält er über seine Scharen Wacht. Viele der Kommenden ziehen devot den Hut vor ihm, der wie ein General da oben thront und kaum einen Gruß durch Kopfnicken erwidert. Da die Halle sich mehr und mehr ge­füllt, erhebt er sich von seinem Ausguck, schreitet majestätisch in den Reihen der Wartenden umher und hält die Passage in der Mitte für die Herren Professoren und Maler frei, die von Zeit zu Zeit durchs Portal kommen und eilfertig barch die Menge gleiten.

Die Musterung hat Legonnen, die Engagemen's roll. ziehen sich. Aber wie winzig ist die Schar derer, die a..ge­nommen werden und so Beschäftigung finde.1! Von hundert nur einige, kaum zwanzig; viele, die Verdienst erhofft, an been traurig von dannen mit hungrigen Blicken.

Nab und fern.

CiferLahn- Zusammenstoß. In der Nähe von Chemnitz fuhr in der Nat die Lokomotive eines Bauzuges in einen Güterzug hinein. Die Maschine und mehrere Wagen des letteren enigleisten. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Explosion auf See. In der Nordsee ging die Hambut­ger Bart ,, Luisa" infolge einer Explosion unter, die durch ein auf dem Schiffe entstandenes Feuer verursacht war. Die Mannschaft ist gerettet.

Von der russischen Grenze. Auf deutschem Gebiet ist ein Mädchen von einem russischen Grenzsoldaten erschossen. Zwei Mädchen aus dem Gute Doczkow sammelten auf dem Felde diesseits des neutralen Weges Aehren. Ein russischer Grenzsoldat suchte die Mädchen durch Versprechungen über die Grenze zu locken. Als die Mädchen den Lockungen nicht folgten, legte der Soldat an und schoß das eine Mädchen, die achtzehnjährige Tochter eines Knechtes, tot.

Vom Blitz ins Wasser geschleudert. Ganz eigenartige Folgen hatte ein Blitzschlag in der Umgegend von Pilsen. In Albrechtsried wurde ein Landmann, während er Gras mähte, vom Blige getroffen und in den Mühlteich geschleu­dert, wo er ertranf.

Typhus- Epidemien. Immer neue Typhusher de machen sich bemerkbar. So sind neuerdings in Herford- Soolbach über dreißig Personen erkrankt. Vier Brunnen wurden dort behördlich geschlossen. Auch die Ursache der Epidemie in Posen ist jetzt festgestellt. In die dortige Wasserleitung war Wasser aus der Warthe gepumpt, das dann von den Ein­wohnern als Trinkwasser benutzt ist.

mädchen aus einer hochgehenden Schaufel, in der sie aufrecht stand. Als die Unglückliche am Boden lag, wurde sie von der zurückseusenden Gondel getroffen und ihr der Kopf zer­schmettert. Der Tod trat auf der Stelle ein. Zum Glüc war das Mädchen von den Umistehenden daran gehindert worden, das Kind ihrer Herrschaft mit in die Schaukel zu nehmen.

Brand auf einem Donau- Dampfer. Der Passagier­Dampfer der Donau- Dampfschiffahrts- Gesellschaft Tegett hoff" geriet furz vor der Landung in Gran in Brand. Unter den fünfhundert Passagieren drohte eine Panik auszubre chen, doch gelang es dem Kapitän, das brennende Schiff zu landen, so daß die Passagiere ausgeschifft werden konnten Die Matrosen und die Feuerwehr von Gran löschten das Feuer, worauf die Passagiere auf dem Tegetthoff" die Fahrt nach Budapest fortseßen konnten.

Bei der Rettung eines Selbstmörders verunglückt. Bei Billden bemerkte ein Bahnwärter kurz vor Eintreffen des Personenzuges einen Mann auf der Strecke, der sich entschie­den weigerte, seinen gefährlichen Platz zu verlassen. Der Bahnwärter versuchte Gewalt, und es gelang ihm auch, den Mann von den Schienen zu entfernen. In diesem Augen­blick brauste der Zug heran und erfaßte den pflichtgetreuen Bahnwärter, der buchstäblich in Stücke zerrissen wurde. Der Getötete hinterläßt Frau und sieben unversorgte Kinder. Der Selbstmordkandidat ergriff schleunigst die Flucht.

Ein weiblicher Einjähriger. In Ettlingen bei Karls. ruhe machte die Tochter des dortigen Oberamtsrichters an der Realschule das Eramen für den einjährig- freiwilligen Dienst mit. Sie erhielt als einziger der Prüflinge die beste Note Sehr gut". Natürlich hat die junge Dame nich: nötig, von dem redlich erworbenen Zeugnis insofern Ge brauch zu machen, als sie nun auch ein Jahr lang Soldat werden müßte.

Gefaßte Straßenräuber. Die Kieler Straßenräuber bande, die ihre Raubzüge in der Kieler Woche mit dem Ueberfall und der Beraubung des Oberleutnants zur See Arnoldi begann und dann die Nachbargebiete von Kiel heim suchte, ist jetzt in allen ihren Mitgliedern festgenommen.

Das wiedergefundene Vild. Das aus dem Maurits haus im Haag gestohlene Bild von Frans Hals ist jetzt in Antwerpen wiedergefunden. Ein dortiger Kunstmäcen hatte das Gemälde gekauft. Als er durch die Zeitungen vom Diebstahl erfuhr, erstattete er Anzeige, und das kostbare Bild wird wieder an seinen Platz im Haag gelangen

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dg Wichkhafer als Grünfutter. Man wählt am besten eine Hafersorte, welche sich im Wachstum ähnlich wie die Wicke verhält, den Vorzug verdient Späthafer. Fachmännische Untersuchungen ergaben im grünen Wickhafer durchschnitt­lich 16,5 Proz. Trockensubstanz, 2,5 Proz. stickstoffhaltige Stoffe, 0,6 Proz. Rohfett, 6,2 Proz. stickstofffreie Extraft­stoffe, 15,5 Proz. Rohfaser, 1,7 Proz. Asche. Das mittlere Nährstoffverhältnis ist 1: 5,2; also fommen auf 1 Teil stick­stoffhaltige verdauliche Stoffe 5,2 Teile verdauliche stickstoff­freie Bestandteile. Das Nährstoffverhältnis bei blühenden Grünwicken ist 1: 3, bei Futterhafer 1: 7,2; also erweitert sich das Nährstoffverhältnis des Gemenges, je mehr Hafer es enthält. Gerne frißt das Vich vor der Blüte gemähten Wickhafer, welcher ein schmackhaftes, an Nährstoffen reiches Grünfutter darstellt. Indessen reiche man Wickhafer Milch­fühen nicht als Hauptfutter; als solches ist es zu wässerig und oft zu reich an Stickstoff. Reichliche Verfütterung von Grünwicken hat ja auch zur Folge, daß Milch, bezw. Butter bitteren Geschmack annehmen; dagegen wirkt Wickhafer als Beifutter auf die Milchgewinnung günstig ein.

Ein Familiendrama. In der Nähe von Lüttringhausen erschoß ein sechzigjähriger Berginvalide seinen Sohn stati seiner Frau, der der Schuß galt. Der Mörder flüchtete in den Wald, wo er nach heftiger Gegenwehr und nachdem er durch einen Schrotschuß kampsunfähig gemacht war, feſtge nommen wurde.

Todessturz aus der Schaukel. In einem Vergnügungs park in Charlottenburg stürzte ein fünfzehnjähriges Dienst

Ver.nifchtes.

= Eine Rabenmutter. In Berlin wurde die Ehefrau eines Gasarbeiters verhaftet, weil sie das eigene Kind zu Tode geprügelt hatte. Die zwanzigjährige Frau hatte schon früher ihr Söhnchen derartig mißhandelt, daß der Mann, der mit Liebe an dem Kinde hing, es zu seinen Eltern nach Mecklenburg brachte. Als die Frau ihr Unrecht einsah, holte er den Kleinen wieder ins Elternhaus zurück. Dort begannen aber die Mißhandlungen seitens der Mutter von neuem. Die entartete Frau band sogar dem Kinde den Mund zu, damit die Nachbarn das Schreien nicht hören sollten. Plötzlich starb das Kind, und der Arzt, von dem die Rabenmutter den Totenschein einforderte, brachte die Sache zur Anzeige.

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Tausend Mark für verbrannte Haare. Eine Miß in England hatte sich ein Paar moderne Kämme gekauft, die angeblich aus Knochen waren. Sie waren aber aus dem höchst feuergefährlichem Celluloid, und als die Miß einst dem Herdfeuer zu nahe kam, standen die Kämme sofort in Brand und mit ihnen das herrliche Blondhaar ihrer Trä­gerin. Daraufhin verklagte die Miß die Firma, von der sie die Unglückskämme gekauft hatte. Da sie ausdrücklich nöcherne Stämme verlangt, statt dessen aber Celluloid­fämme erhalten hatte, so sprach ihr das Gericht für das ver­lorene Haar einen Schadenersatz von 1000 Mark zu.

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= Die Weber" als Vandalen. Im deutschen Volks­theater in Prag, wo sonst nur Operetten und Schwänke auf­geführt werden, unternahm es der Direktor jüngsthin, Hauptmanns Weber" zur Darstellung zu bringen. jeine Truppe nicht ausreichte, half er sich mit kunstbegabten Dilettanten, die er zur Vervollständigung heranzog. Diese aber machten ihre Sache allzu ernsthaft. Denn bei der Er­tüemung von Dreißigers Wohnung schlugen sie alles kurz und klein, und die Intervention des Direktors vermochte nicht, von der Bühnenausstattung etwas zu retten. Stühle, Fenster, Kulissen, Sofas, Tische was nur auf der Bühne war, fiel dem Enthusiasmus der freiwilligen Kunstjünger, die sich ganz in die Rolle der erbitterten Weber hineingelebt hatten, zum Opfer.

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Reiche Bettler. In Newyork wurden kürzlich sechs Männer verhaftet, die man in dem italienischen Viertel der Stadt beim Betteln ertappt hatte. Es war das ein sehr einträgliches Geschäft. Denn man fand bei dem einen Bettler 2000 Mark in Banknoten und mehrere hundert Mark bares Geld. Ein anderer hatte ein Bankguthaben oon 6000 Mark bei sich, das allen sechs gemeinsam gehörte. Denn diese hatten einen förmlichen Bettler- Truſt abge­schlossen.

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Bettvorlagen aus Pferdehäuten. Als König Alfons oon Spanien bei seiner Anwesenheit in Paris einem Bom­benattentat sich ausgesetzt sah, fielen zwei Pferde der Rürassier- Eskorte dem Anschlage zum Opfer. Die Kadaver der Tiere hat ein Gerber in Segré angekauft, um die Haut zu Bettvorlagen zu verarbeiten, die er dem spanischen Monarchen zum Andenken an seine glückliche Errettung aus der Gefahr verehren will.

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- Die Heilsarmee in Australien. General Booth, der Leiter der Heilsarmee ist soeben aus Australien zurückge­fehrt, wo er 20 000 Morgen Land angekauft hat. Es liegt im südwestlichen Distrikt von Westaustralien, sechzig Kilo­meter von der Küste, mit der es durch eine Eisenbahn ver bunden ist. Der Kauf ist nach australischer Weise ein bedin­gungsweiser, das heißt, der Käufer ist gehalten, das Land innerhalb zehn Jahren urbar zu machen. Das ist gerade die Absicht des Generals Booth, der die angekauften Land­Strecken für Kolonien der Heilsarmee benußen will, wie sie sich in Amerika bewährt haben. Die Kolonie in Australien wird besonders für das weibliche Geschlecht Anziehungs­fraft besitzen, da in Westaustralien auf 150 männliche Per­jonen nicht mehr als 100 meibliche Personen kommen und infolgedessen die Heiratsaussichten für die Mädchen außer­ordentlich günstig sind.

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