Ausgabe 
4.3.1905 Erstes Blatt
 
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Preufsifcher Landtag.

Haus der Abgeordneten.

( 153. Sigung) RK Berlin, 3. März. Wie in der gestrigen Abendjißung, so zeigte auch heute das Haus nur sehr geringen Anteil an der Beratung der Kunst und Wissenschaft". Den bei weitem größten Teil der Debatte nahmen Anfragen und Wünsche einzelner Abgeordneter ein, die hier im Hause außer den Fragenden nur noch den antwortenden Regierungskommissar inter­essierten. Von allgemeiner Bedeutung war nur die Auskunft des Kultusministers Dr. Studt über die geplanten Ge­setzentwürfe, die zur Erhaltung after Baudenkmäler rechtliche Handhabe bieten sollen, und die Mitteilung von dem über alles Erwarten günstigen Fortschritt der Posener Akademie. Die Bitte des freisinnigen Abg. Münster­berg, auch Damen zum Studium an der Berliner Kunstakade­mie zuzulassen, wurde von der Regierung mit der Begrün­dig abgeschlagen, daß der Verein Berliner Künstler" den Denen genügende Gelegenheit zum Studium biete. Immer bleierner legte sich die Langeweile auf die Gemüter und die Augen der Anwesenden selbst Herrn v. Kröcher sah man den steifen Präsidentenstuhl verlassen und auf seinem Frak­tionsplay ein offenkundiges Schläfchen vollziehen. Aber es gir doch immerhin weiter mit der Bewilligung der Kapitel un Titel; nicht nur Kunst und Wissenschaft", sondern auch das technische Unterrichtswesen wurden sang- und klanglos erledigt. Und beim letzten Teil des Kultusetats, dem Medi­ginalwesen, gab es natürlich erst recht keine großen Steine des Anstoßes oder des Aergernisses. So war denn um 4% Uhr dic Cat endlich zu Ende gebracht, und auf die Tagesord­nu für morgen konnte die dritte Lesung des Seuchen­ges und der Bauetat gesetzt werden.

Nah und Fern.

+ Eine Wendung in der Montignoso- Affäre soll unmittel­bar bevorstehen. Wie aus Dresden berichtet wird, erklärte sich König Friedrich Auguſt bereit, einen von der Gräfin zu ernennenden Anwalt in Privataudienz zu empfangen. Die Audienz soll nächste Woche nach Rückkehr des Königs nach Dresden stattfinden. Der plößliche Umschwung im Ver­halten des Königs soll auf Einwirkung des Toskaner Hofes zurückzuführen sein. Der Großherzog habe an den König ein Schreiben gerichtet, mit der fategorischen Erklärung, er wolle nicht länger zusehen, wie die Gräfin unwürdig behan­delt würde. Die neuen Vergleichsversuche erfolgen ohne Zu­ziehung des Ministeriums. Wie es heißt, wird die Gräfin im April nach Rohrschach zurückkehren.

Lehrer Nickel aus Trakehnen, dessen Prozeß mit dem Landstallmeister v. Derzen s. 3. so großes Aufsehen er­regte, hat in Berlin beim Hilfsverein deutscher Lehrer Be­schäftigung gefunden. Es gilt nicht für ausgeschlossen, daß er sich demnächst wieder um ein Schulamt bewirbt.

Wahnsinnstat einer Mutter. Eine furchtbare Familien­tragödie spielte sich in Roßbach a. d. Sieg ab. Die irrsinnige Frau eines Rottenarbeiters warf ihre drei Kinder in den Fluß und sprang dann selbst hinterher. Alle vier ertranfen.

O Das Pokerspiel in Oldenburg soll nach wie vor eifrig betrieben werden. Wie es heißt, hat in Odelgönne ein Land­mann dieser Tage 2000 Mart im Spiel verloren. Auch aus anderen Orten hört man fast täglich von großen Spiel­verlusten.

Ein Opfer der Pariser Apachen wurde die 70jährige Rentnerin Bardou, ein altes Fräulein, das trok großen Reichtums ohne Dienstmädchen allein in ihrer Wohnung an der füdlichen Stadtgrenze hauste. Das dort umherlungernde lichtscheue Gesindel muß auf sie aufmerksam geworden sein. Sie wurde erdrosselt aufgefunden. Doch haben die Mörder nur geringe Beute gemacht, da sie die Hauptverstecke des Geldes nicht fanden.

Impfung und Lotteriegewinn. Um die Abneigung der Madrider Bevölkerung gegen das Impfen zu überwin­den, hat der dortige Bürgermeister den Einfall gehabt, an die Leute, die den Impfvorschriften nachkommen, Lose zu berteilen, mittelst deren sie in der Staatslotterie Gewinne erzielen können. Der Zulauf ist kein geringer. Es wirft aber auf die spanischen Zustände ein grelles Licht, daß die Behörden zu solchen Mitteln greifen müssen, um die Hygiene zu fördern.

Ein Hochzeitsgeschenk der preußischen Städte unter 5000 Einwohnern für den Kronprinzen ist in die Wege leitet. In Naumburg fand eine Versammlung statt, in der 420 fleinere Städte durch Delegierte vertreten waren. Nach Den dort gefaßten Beschlüssen soll das Geschenk in 80 Dessert­tellern, 3 Jardinieren und 8 Aufsägen aus Porzellan be­stehen, die mit Bildern alter Denkmäler aus den Städten versehen sind. Die ganze Gabe wird einen Wert von 17 000 Mark besitzen.

Die Obstruktion der italienischen Eisenbahner ist im Erlöschen. Die feindliche Haltung des Publikums hat ihnen den Mut benommen, in der frivolen Störung des Verkehrs weiter zu verharren. In Rom ist infolge energischer Maß­nahmen schon wieder volle Ordnung hergestellt.

Wunderkuren mit Lyfol. Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Das Lysol, das als starkes Desinfektionsmittel rasch in Aufnahme gekommen ist, hat durch Vorkommnisse von Ver­giftungen etwas von seinem guten Ruf verloren, obgleich dadurch selbstverständlich seine ursprüngliche Brauchbarkeit in der bezeichneten Richtung durchaus nicht in Frage gestellt worden ist. Vielleicht wird aber das Lysol als eigentliche Arznei noch ein neues Gebiet erobern. Vor einiger Zeit hatte bereits Dr. Vopelius darauf aufmerksam gemacht, daß das Lysol, auch in großen Mengen innerlich genommen, nicht nur keinen Schaden bringt, sondern sehr günstige Erfolge bei Lungenschwindsucht, Magenkrebs und anderen Leiden her­beiführt. Leider kamen diese Wunderkuren durch unvor= sichtige Reklame in Mißkredit, und auch die Aerzte sahen sich infolgedessen wenig veranlaßt, der Sache näherzutreten. Jetzt hat Dr. Frizz Burger aus Koburg in einer Fachzeitschrift über Untersuchungen berichtet, die den Nachweis erbracht haben, daß das Lysol wunderbare Wirkungen zur Steigerung der Eßluft ausübt.

Zunächst mußte natürlich geprüft werden, ob das Lysol wirklich in gewissen Mengen unschädlich für Magen, Darm und Nieren ist. Sodann hielt es Dr. Burger für angezeigt, seine ersten Versuche an Fällen hochgradiger Bleichsucht an­

zustellen. Er hatte die Bemerkung gemacht, daß diese Krank­heit namentlich bei Kindern bis zu zwölf Jahren durch die gewöhnliche Verordnung von Salzbädern, von Lebertran, Jodeisen usw. nicht genügend bekämpft werden kann, weil vor allem die gestörte Verdauung wieder in Ordnung ge= bracht werden muß, die ganz sicher besonders schädlich auf die Beschaffenheit des Bluts einwirkt. Da sich nun die meisten Fälle dieser Art bei Kindern armer Leute finden, die auf eine bestimmte, mehr oder weniger grobe Ernährung angewiesen sind, so ist es nicht leicht, dem Krankheitszustand in dieser Beziehung beizukommen. Burger wollte nun eben versuchen, ob durch Lysol die mangelhafte oder schädliche Darmtätigkeit in Ordnung gebracht werden könnte, und ging behutsam an das Erperiment heran.

Es erwies sich bald, daß die Wirkung des Lysol nicht nur unschädlich, sondern auch auffallend günstig war. Als un­erwarteter und sehr günstiger Vorzug stellte sich heraus, daß dies Mittel eine verblüffende Steigerung des Appetits her­beiführte, so daß die Eltern bleichsüchtiger Kinder dem Arzt zuweilen mit etwas gemischten Gefühlen die Mitteilung machten, die Kinder fräßen ihnen jetzt fast die Ohren ab. Infolge der doppelten Einwirkung des Lysols fand eine rasche und bedeutende Hebung der Körperkräfte statt. Die Kinder mochten die Lysolpillen anfangs wegen des schlechten Ge­schmacks nicht nehmen, gewöhnten sich aber rasch daran. Die Abneigung schlug häufig völlig um, so daß die Kinder sogar Heimlich an die Billenschachtel gingen. Aehnliches wurde später bei Erwachsenen festgestellt, bei denen das Medikament den kurzen und bezeichnenden Namen Freßpillen" erwarb, die gelegentlich sogar ohne Anordnung des Arztes unter diesem Namen in der Apotheke verlangt wurden. Es wer­den selbstverständlich weitere und gründliche Prüfungen der von Dr. Burger gemachten Angaben vorgenommen werden müssen, die aber wohl nicht lange auf sich warten lassen wer­den, weil die genannten Vorzüge des Lysols von großem Wert sein würden.

Hus dem Gerichtsfaal.

Im Prozeß wegen der Plößenseer Enthüllungen wird erst am 4. März wieder materiell in die Verhandlung einge­treten werden. Die gestrige Sigung beschränkte sich nur auf kurze Zeit, da die Mitglieder des Gerichtshofes das um­fangreiche der Anklage zu Grunde liegende Material noch nicht haben bewältigen können.

§ Wegen umfangreicher Wechselfälschungen, 27 Fälle im Gesamtbetrage von 129 100 Mark, hatte sich der Vier­brauereibesizer Huber vor der Konstanzer Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 8 Monate Gefängnis.

§ Ein ,, seelisch erregter" Angeklagter präsentierte sich die­ser Tage der Strafkammer zu Altona in der Person eines Kaufmanns, der sich wegen Betrugs zu verantworten hatte. Als er den Gerichtssaal betrat, konnte er sich kaum auf den Beinen halten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er etwa betrunken sei, erwiderte der Angeklagte, daß er nur seelisch erregt" wäre. Der sofort herbeigerufene Gerichtsarzt stellte jedoch Trunkenheit fest. Der Gerichtshof nahm den An­geklagten, der inzwischen auf der Anklagebank friedlich ein­geschlummert war, in eine Ungebührstrafe von 40 Mark und vertagte hierauf die Verhandlung

Vermischtes.

[ Ueber ein Mißgeschick der deutschen Mission nach Abessynien] weiß eine schweizerische Zeitung zu berichten. Das Automobil, das einen hervorragenden Play unter den Geschenken für König Menelik einnahm, hat auf dem Bahn­hof in Dire- Daouah vorläufig stehen bleiben müssen, denn in Abessynien gibt es keine Straßen, auf denen ein solches Gefährt sich bewegen kann. Versuche, es mit 25 Zebuochsen weiter zu schleppen, schlugen ebenso fehl, wie solche, es mit eigener Kraft nach Adis- Abiba zu bringen.

=[ Die kleinste Schule in Deutschland.] Der Lehrer Schwarz zu Heiste( bei Uetersen) ist zum Lehrer auf der Hallig Nordstrandischmoor im Kreise Husum ernannt wor­den. Die Schule ist wohl die kleinste Deutschlands. Sie zählt gegenwärtig nur zwei Kinder. Ostern kommt noch ein drittes hinzu. Ueber allzuviel Arbeit wird sich der Lehrer faum zu beklagen haben.

[ Der abgefundene Bürgermeister.] Der Ort Rütten­scheid soll in Essen eingemeindet werden. Der durch die Eingemeindung frei werdende Bürgermeister von Rütten­scheid, Hild, verzichtete auf seine Anstellung als besoldeter Beigeordneter der Stadt Essen und erklärte sich mit einer Abfindungssumme von 100 000 Mt. einverstanden. A ißer­dem wurde ihm freie Verfügung hezüglich seiner anderwei­tigen Tätigkeit zugestanden. Mehr kann er nicht gut ver­langen.

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[ Das neue lenkbare Luftschiff des Grafen Zeppelin,] das jetzt seiner Fertigstellung entgegengeht und schon im nächsten Sommer bei Manzell am Bodensee seinen ersten Aufflug unternehmen wird, weist gegenüber dem von 1900 wesentliche Aenderungen auf, besonders hinsichtlich des Lenk­barkeitsprinzips. Die Form des aus einer Aluminium­legierung hergestellten Ballons unterscheiden sich von der ersten nur wenig, dagegen ist die Länge diesmal nicht wie­der auf 124 Meter, sondern etwas kürzer bemessen. Als wichtigste Neuerung aber werden die zur Verwendung ge­langenden Motoren bezeichnet, die, ohne das Luftschiff schwerer zu belasten als die früheren, eine Energie von 80 ( statt 24) Pferdekräften entwickeln können.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, den 3. März. Präsident Haas eröffnet die Sigung um 9 Uhr 30 Minuten. Zu Artikel 38 des Staatsvoranschlags, Gymnasien usw., wird eine Regierungsvorlage nach mündlichem Bericht des Abg. Molthan angenommen, die die Einnahmen um 14 000 Mt. und die Ausgaben um 3400 Mt. erhöht. Hierauf findet das Finanzgesetz für das Etatsjahr 1905 einstimmig und ohne Debatte Annahme und der Abschluß des Budgets wird auf 72 683 752,48 Mk. festgesetzt. Hierauf wird die Beratung über den Gesezentwurf, die Forstverwaltung betreffend, bei Artikel 2 fortgesetzt. Die einzelnen Artikel finden zumeist ohne Debatte nach den Ausschußanträgen An­nahme. Abgelehnt wird u. a. bei Artikel 11 ein Antrag des Abg. Schönberger, daß den Gemeinden ein Mit­wirkungsrecht bei der Pensionierung ihrer Forstwarte

eingeräumt werden solle, sowie bei Artikel 20 ein An. trag des Abg. Haas, daß die Entscheidung über die Forstbetriebspläne der Gemeindewaldungen, wenn die Gemeinden gegen dieselben Einspruch erheben würden, nicht den oberen Forstbehörden, sondern den Kreis- und von den jährlichen Waldwirtschaftsplänen handelt, be­antragt Abg. Haas ein dem von ihm bei Artikel 20

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waltungsgeseẞreform werden die Abg. v. Brentano, Erf, Dr. Frenay, Dr. Gutfleisch, Haas, Köhler, Leun, Müller, Seelinger, Ulrich und Windecker gewählt. Hierauf tritt Vertagung auf Mittwoch, 8. März ein.

Sihung der Stadtverordneten Gießens.

( Schluß.)

Gießen, 2. März 1905.

Punkt 8: Abänderung des Fluchtlinienplanes für das Gelände zwischen Mittelweg und Veterinärklinik, wird debattelos genehmigt. Danach darf die Seite nach der Bahn nicht bebaut werden. Von den E. H. Müllerschen Eheleuten in der Steinstraße hat die Stadt 156 qm für je 10 Mr. gekauft, wozu die Stadtverordneten nichts einzu­wenden hatten. Bom Megger Buß sind 18 qm, welche an der Wagengasse liegen, an die Stadt abgetreten worden. - Die drei Firmen Nathan Rosenthal, Gebr. Rosenbaum und Goldenberg& Markus wollen auf dem Gelände an der Margaretenhütte Getreidelagerhäuser errichten.

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Bachtvertrag ist auf 30 Jahre abgeschlossen, der Bachipreis gangsprüfung, der beträgt pro qm 2 Mt. pro Jahr, im übrigen ist der Ver­trag gleich dem mit der Firma Bär& Wetterhahn, welche dort bereits seit einigen Jahren ein solches Lagerhaus hat. Für die Pumpenanlage an der Kläranlage wird nun­mehr nur ein Schlammtanal errichtet, um den Schlamm nur von einer Stelle herauszupumpen; man geht hierbei von der Ueberzeugung, daß die tonsistente Masse sich eher ver­dünnt und dann besser durch die Pumpen weiter befördert werden tann. Der erforderliche Dampfkessel für die Maschinenanlage der Pumpstation foll 12000 mt. kosten und auch an die Firma Popp& Reuter freihändig der­geben werden, um bezgl. der Garantiezeit nur mit mit einer Firma zu tun zu haben. Die Lieferung von Zement, Bementrohre 2c. für die Sielbauten soll ebenfalls freihändig an die alte Firma Mirke Zollhaus vergeben werden, da alle Bementvorräte vom Syndikat aufgekauft und die Bementpreise demzufolge viel höher sind. Auch die noch nötigen Schachtabdeckungen und Senkkasten wurde zum alten Preis der Firma Hofmann- Frankfurt zu liefern wieder aufgegeben. Im alten Sprizenschuppen neben der Feidel'schen Wirtschaft find zwei Transportwagen aufgefunden worden, wovon einer für 1200 Mt. von der Firma Gaiger- Karlsruhe zu einem Kranwagen für das Schlachthaus umgeändert werden soll.

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Die nächsten Punkte: Vorlage der Rechnung und des Verwaltungsberichtes für 1903, Vorlage der Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1903 und Vorlage der Rechnung des Elektrizitätswerks wurden ebenfalls genehmigt. Das Jugendfest 1904 hat 1103 Mt. Defizit gebracht( 1903: 1467 Mt.), was auf die Stadtkasse übernommen wird. Die Voranschläge des Gaswerks für 1905, des Wasserwerks, des Elektrizitätswerks, des Polizeiamtes und des Stadter­weiterungsfonds wurden mit fleinen Abänderungen ge nehmigt. Bei Punkt 24 Beschaffung von Räumen für die Bürgermeisterei wurde die Erbauung eines besonderen Rathauses, in welchem dann sämtliche städtischen Behörden untergebracht werden können, ins Auge gefaßt. Db der Neubau auf dem alten Platz an der Gartenstraße oder am Landgraf Philippplag an Stelle der alten Univer­fitätsreitbahn errichtet werden soll oder ob noch andere geeignetere Pläge in Frage kommen, darüber wird später ertschieden. Als Leseholztag wurde der 15. April frei­gegeben. Die Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb wurde erteilt dem Wilhelm Schmid für Löwengasse 2, dem Beter Waterkamp für Steinstraße 76, dem A. Zipp für Frank­furterstraße 36, dem A. Simeth für Walltorstraße 24 und dem Gustav Adolf Müller für Bahnhofstraße 34, Hohen­zollern.

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Lokales.

3. März 1905

Die nächste Nummer der Seifenblasen wird der Zeitung nächsten Mittwoch beigelegt. K. Der Großherzog und die Großherzogin kehren erst Mitte dieses Monats aus Rußland zurück.

F Das Theater- und Saalban- Komitee beschloß in seiner gestrigen Stgung, die Geldsammlungen in energischer Weise weiter zu betreiben, zugleich aber auch der Stadt Mitteilung von dem Stand der Angelegen heit zu machen. Zum Zwecke einer Besprechung mit Vertretern der städtischen Behörde wurden die Herren Bücking, Fromme und Rinn gewählt. Eine Veröffent­lichung der Namen der Spender wird in kürze erfolgen in alphabetischer Reihenfolge und selbstverständ­lich ohne Angabe der gezeichneten Beträge. Bis dahin aber hofft man noch auf eine erhebliche Zunahme der Zahl der Spender, die sich heute schon auf 373 beläuft. Von ihnen inachten 321 eine Zeichnung für das ganze Projekt( Theater- und Saalbau), 17 zeichneten weiterhin für Theater oder Saalban, 16 für den Saalbau, während sich 346, sei es ausschließlich oder erst beim Scheitern des ganzen Projekts, für das Theater er­klärten. Die für das Theater zur Verfügung gestellte Summe übersteigt die für Theater- und Saalbau ge= zeichnete um 9000 Mt.

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