Lokales.
Februar.
4. Februar 1905
Er ist ein gar eigener Gesell, der Februar, ron vielen ersehnt und von vielen erwünscht, jedenfalls aber hat er das Renommee, daß man von ihm spricht und das ist heutzutage, wo Kronen- Werte sinken und Popularität im Kurse steigt, eine Hauptsache. Es ist aber auch schon äußerlich dafür gesorgt, daß er so leicht nicht über sehen wird, denn er zählt nur 28 Tage. Einst hatte er 30, aber man hat ihm zwei abgenommen und das ist gut so. Man bedenke einmal, wo es wohl hätte hinaus sollen, wenn er zwei Tage länger sein Schreckensregiment im Lande führen könnte. Aber noch einer anderen Institution fälit er zum Opfer, nämlich unserer Zeitteilung und nur alle vier Jahre, in der verflossenen Periode waren es sogar acht, darf er sich einen Tag, den sog. Schaltjahrstag, zulegen.
Man hat sich um diesen Tag viel die Köpfe heiß geredet und das Arrangement, das man getroffen, ist noch immer tein zufriedenstellendes, aber man tommt da vorläufig mit aus. Bekanntlich vollzieht unsere Erde ihre Revolution in 365 Tagen 6 Stunden, weniger einiger winziger Beit. bruchteilchen. Es wird also alle vier Jahre fast ein Tag gewonnen, der eingereiht werden muß. Unterbliebe das so würde man nach rund sieben und einem Viertejahrhundert das Wunder erleben, daß der Wintersanfang in den Juni fiele. Da dieser Schaltjahrstag aber immer noch feine glatte Rechnung ergibt, so läßt man ihn bei dem letzten Jahr des Jahrhunderts, dessen vordere Stellen wie bei 1900 nicht durch 4 aufgehen, fort und kommt damit der Tatsache, wenn auch noch immer nicht ganz, so doch fast nahe. Und wenn einst nach vielen Jahrhunderten die Differenz so groß sein wird, daß sie einen vollen Tag ausmacht, wird man auch diesem den gebührenden Platz anweisen. Die Geschicke der Menschheit werden dieser Zeitkorrektur wegen nicht einmal stillstehen, es macht ihr nichts aus, ob das Jahr 24 Stunden mehr oder weniger zählt. Gibt es doch Hunderte von Menschen, die alljährlich einen Tag mehr oder weniger oder wenn es Umstände und Verhältnisse wollen, auch mehrere Tage mehr oder weniger leben. Ich habe dabei die Weltumsegler im Auge, denn bekanntlich gewinnt der, der nach Osten um unsere mütterliche Erde ausfährt, einen Tag, während der nach der entgegengesetzten Richtung, nach Westen Ausfahrende ihn verliert. Zum größten Erstaunen jedes Nichteingeweihten sind nun aber diese Reisenden mit Ausnahme von Jules Vernes berühmten Lord niemals bei Anfunft auf dem Ausgangspunkt in der Zeitrechnung verwirrt. Einst fragte ich in Hamburg einen Kapitän, der den Erdball nach Osten und Westen vecschiedentlich unschifft hatte, wie dieses zugehe und er machte
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Rabelverlegungsarbeiten wird die Kaplansgasse vom 6. 1. Mts. ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 3. Februar 1905. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen.
Herberg.
Betanntmachung.
mir mit der Miene der größten Selbstverständlichkeit von der Welt den Aufschluß, daß man die Zeit auf der Datumsgrenze einfach forrigiere! Datumsgrenze? Ach so, verstehe, noch kein Salzwasser geschluckt, und dabei sah er mich ganz mitleidig von oben bis unten an die Datumsgrenze liegt einige Grad östlich Australiens und sobald diese Mittagslinie passiert wird, reißt man westwärts steuernd, einfach zwei Bettel an dem Tage vom Kalender, während im entgegengefeßten Fall der Kalender zwei Tage lang dieselbe Biffer zeigt. Damit basta! Profit! Wir stießen mit unseren GrogGläsern an, im Janein verwünschte ich aber diese satanische Erfindung, denn es muß ein gradezu erhebendes Gefühl sein, wenn einem ein Tag, den man schon als nutzlos vergeudet beflagt, noch einmal geschenkt wird. So aber findet dieser Mummenschanz in unserer Zeitrechnung schon vorzeitig seine Demastierung. Das sind auch solche Gedanken, die der tolle Masten Monat Februar zeugt. G. H.
t Feldgärten. Im praktischen Ratgeber wird die Frage erörtert, wie auf freiem Felde Gärten eingerichtet werden fönnen. Gar mancher Stadtbewohner hätte gern einen fleinen Garten, findet aber feine Gelegenheit, einen folchen zu pachten. Da ist es nun viel wert, wenn freies Felbland zum Garten umgewandelt werden kann. Das Wichtigste ist Windschuß. Mit Hilfe einfacher Schußvorrichtungen hat Lehrer Philipp, der im praktischen Ratgeber seine Erfahrungen mitteilt, im Feldgarten schöne Erfolge erzielt. Die betreffende Nummer des praktischen Ratgebers ist kostenfrei zu beziehen durch das Geschäftsamt des praft schen Ratgebers in Frankfurt a. D.
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Wegen Ausführung eines Hausentwässerungsan: Holz- Versteigerung Dessert- u. Stärkungs
schlusses wird die Plockttraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 2. Februar 1905.
Großh. Polizeiamt Gießen.
Herberg.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 28. Januar bis 4. Februar 1905 wurden in htefiger Stadt
gefunden: 1 silbernes Armband, 1 Peitsche und 1 Pferdeteppich;
Gießener Stadtwald. Montag, 6. Februar 1905, vormittags 912 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Förstersbrunnen, Steinrutsche und Lache versteigert: 56 Rm. Buchen- Scheitholz, Hainbuchen RundScheitholz Hainbuche Scheitholz
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Gießen, den 4. Februar 1905.
Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg.
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Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde zu ieken.
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Am Mittwoch, den 22. März 1905, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerstraße Pferdemartt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen denselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Huhn dahier wenden.
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in den hierfür vorgesehenen Hallen verbunden und werden herbor ragende Leistungen durch Diplom ausgezeichnet. Außerdem ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials vorgesehen, für welche 1670 Mark zur Verfügung stehen. Prämiierungs und Ausstellungsplan ist von Herrn Weinhändler Auguft Schwan zu Gießen zu beziehen. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämierung um 12½ Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplay und zurück. Von 10 Uhr ab Konzert und Restauration auf dem Marktplay. Am 23. März nachmittags 2 Uhr, findet in der TurnHalle der Stadtknabenschule eine Verlosung
statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltunas- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Lose á 1 Mt. ist dem Herrn Buchacker dahter übertragen.
Gießen, 14. Januar 1905.
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Die Städtische Pferdemarkt- Kommission.
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Nr. 30.
Samstag, den 4. Februar
mili
1905.


