-Oefterreich- Ungarn.
** Einen großen Standal im kroatischen Landtag veranstalteten die Anhänger der Koalition. Ihr Wortführer erklärte, sie seien bereit, gegen Wien die Waffen zu ergreifen, um jenem„ Monstrum, das österreichisch- ungarische Monarchie genannt wird", je eher desto besser ein Ende zu bereiten. In großen Worten sind die magyarischen Hampelmänner samt ihrem kroatischen und sonstigen Anhang stets groß gewesen.
Norwegen.
** Die im Abkommen mit Schweden vorgesehene Schleifung der Grenzfeftungen hat begonnen. Proviant, Munition und Waffen sind bereits fortgeschafft, die Drahthindernisse werden beseitigt. Die Panzertürme und Geschüße werden fortgeschafft, sobald über ihre fernere Verwendung Beschluß gefaßt ist.
Türkei.
** Da die Flottendemonstration bisher noch kein Nachgeben der Porte herbeigeführt hat, erhielt das internationale Geschwader Befehl, auch die Insel Imbros am nächsten Montag zu besetzen. Diese Insel beherrscht die DardanellenEinfahrt.
Afrika.
** Ein besonderer Bote des Sultans von Marokko teilte den fremden Gesandtschaften in Tanger mit, seine Vertreter zur Marokko- Konferenz fönnten vor Ende Dezember nicht in Algeciras sein. Im französischen Ministerrate erklärte daraufhin Ministerpräsident Rouvier, die Konferenz sei wegen der Verhinderung der marokkanischen Abgesandten bis Anfang Januar 1906 verschoben worden.
Der Landwirt.
gh. Landwirtschaftliche Aufgaben im Dezember. Im Obstgarten ist das Auspußen und Auslichten der Kronen, das Entfernen der Aststumpfe, Abkrazen von Moos und Flechten, das Umgraben der Baumscheibe, wobei gemahlener oder frisch gelöschter Kalf mit untergraben werden sollte, notwendig. Spalierpfirsiche und Aprikosen sind mit Schutzdecken zu versehen, junge Obstbäume mit Vorrichtungen gegen Hasenfraß und Frost zu umhüllen. Wo man an Obstbäumen größere Wunden antrifft, schneide man diese nicht glatt, sondern überstreiche sie zunächst mit Eisenvitriollösung( auf 1 Liter Wasser 3 Gramm Eisenvitriol) und bringe darüber einen Umschlag aus Lehm- und Kuhdüngerbrei, der mit einem festen Lappen umhüllt wird. Im Gemüsegarten sind Wintergemüse, die draußen verblieben, bei scharfem Frost durch Fichtenzweige zu schüßen. In den Ueberwinterungstellern sorge man für frische Lust, kontrolliere die Knollengewächse, schneide faulende Stellen sofort aus und bestreue die Schnittchen mit Holziohlenstaub.
Lokales
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** Ernannt wurde am 22. November der Schulaspirant Gustav Kröll aus Rodheim zum Lehrer an der Taubstummenanstalt zu Friedberg, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer.
** Am 30. November wurden zu Forstassessoren ernannt die Forstakzessisten Gustav Baader aus Alzy und Otto Krag aus Lich.
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** Turuerisches. Morgen Sonntag, 3. Dezember, findet in der Turnhalle des Turnvereins Gießen eine Bezirksvorturnerstunde des 2. Bezirks des Gaues Hessen statt.
F Theaterverein Gießen. Die 4. Vorstellung wird Mittwoch, den 13. Dezember stattfinden. In ihr spielt Frl. Riza Bajor vom Großh. Hof und Nationaltheater in Mannheim, die im vorigen Winter Grilparzers Medea mit großem Ecfolge darstellte, die Hero in Des Meeres und der Liebe Wellen" von Grillparzer.
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tt. Stadttheater Gießen. Auf die morgige nachin ttags 1/24 Uhr beginnende kindervorstellung, die Sophie Hennigs Rottäppchen" bringt, sei auch an dieser Stelle noch ausdrücklich hingewiesen. Im dritten Bild ist eine burleske" Gemüsepolta" eingelegt, die die Kleinen besonders interessieren dürfte. Abends 8 Uhr geht zum legten Male Gustav Raeders Bosse Robert und Bertram" in Szene uuter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments.
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* 8. Landwirtschaftlicher Vortragskurs. In der Zeit vom 3-6. Januar 1906 beabsichtigt der Landwirtschaftsrat nach zweijähriger Unterbrechung wiederum einen landwirtschaftlichen Vortragsfurs zu, laut Darstädter Bet ng", in Darmstadt zu veranstalten. Der Vortrags urs hat den Zweck, praktischen Landwirten und anderen Interenssen Gelegenheit zu bieten, sich über die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete der Landwirtschaft und einschlägiger Fächer von sachverständiger Eeite Kenntnis zu verschaffen und bei den an die Vorträge sich anschließenden Disfuffionen eine gegenseitige Eussprache über eigene Erfahrungen und Klärung gegenseitiger Ansichten oder streitiger Fragen in Gegenwart und unter Mitwirkung von Sachver ständ gen zu ermöglichen. Die Vorträge finden jeweils bormittags von 912 Uhr bis 1214 Uhr, mit entsprechenden Am scher pausen statt. Die Diskussion schließt sich nachmittags 22 Uhr an. Dauerfarten gültig für alle Tage des Kurses, werden zum Preise von 5 Mt. an die Teilnehmer verabfolgt. Anmeldungen und Bestellungen von Teilnehmerfarten werden bereits jetzt vom Hssischen Landwirtschatfsrat, Darmstadt, Bismarckir. 78, entgegengenommen.
?? Grünberg, 1. Dezember. Die geplante beffere Beleuchtung unserer Stadt wird von den Bewohnern allseitig freudig begrüßt und auf das energischste gefördert. 500 Flammen sind bereits von Privaten zum Anschluß an das BenoidGaswerk angemeldet worden. Zählt man hierzu noch die 65 städtischen Straßenlaternen, sowie die Anschlüsse des Ra huses, der Schuler, des Bahnhof& und der vielen Privathäuser, deren Anmeldung in Aussicht gestellt ist, hinzu, so kann mit Bestimmtheit auf 800 Flammen gerechnet werden, eine Anzahl, die vollauf genügt zur Errichtung eines rentablen aswerks
** Großen- Linden. Ein seltener Zufall darf es sein, daß die gestern stattgefundene Volkszählung in unserem Orte die Zahl 1905 ergab, also Einwohnerzahl und Jahreszahl sich hier decken.
„ Steter Tropfen höhlt den Stein!"
Eine tägliche fortgesezte Schwächung des Herzens und Nervensystems bedeutet der tägliche Genuß von Bohnenkaffee. Man bedenke doch, daß der Kaffee einen ausgesprochenen Giftstoff, das Koffein, enthält, das auch in kleinen Dosen auf die Dauer lähmend und zerstörend auf den Organismus wirkt. Ein Fachgelehrter, wie Dr. Stuhlmann, sagt furz und treffend vom Koffein:-
1. Das Koffein ist ein Gift und nicht ein Nahrungsstoff.
2. Das Koffein führt, an geeigneten Orten appliziert, in verhältnismäßig fleinen Dosen und in kurzer Zeit den Tod der verschiedensten Tiere herbei. 3. Tas Koffein wirkt nicht tödlich dadurch, daß es das Blut zersetzt, sondern sicher und gewiß dadurch, daß es im Kontakte mit dem Nervensystem Lähmung herbeiführt."
Die täglich wiederkehrende Tasse Kaffee ist also ein täglich wiederkehrender Angriff auf unsere besten und wichtigsten Körperkräfte, der mit der Zeit ein schweres Zerstörungswerk zu vollbringen bermag.
Was wir täglich trinken, muß absolut unschädlich und zuträglich sein, damit wir gesund und leistungsfähig bleiben.
Deshalb haben auch die hartnädigsten Gegner sich allmählich ganz und gar zu Kathreiners Malzkaffee bekehrt, weil dessen, von den ersten Autoritäten der Wissenschaft anerkannter Gesund heitswert eben eine unwiderlegbare, wirkliche Tatsache ist. Zu dieser wichtigen, unschäßbaren, hygienischen Eigenschaft des echten„ ,, Kathreiner" kommt noch sein anregender, würziger Kaffeegeschmack, der ihm durch ein eigenartiges, patentiertes Verfahren mitgeteilt wird und wodurch sich Kathreiners Malzkaffee vor sämtlichen ähnlichen Fabrikaten und Nachahmungen auszeichnet und überall dauernden Eingang findet. Der echte Kathreiner Malzkaffee wird nur in geschlossenen Paketen verkauft, die das Bild und den Namenszug des Pfarrer Kneipp als Schutzmarke tragen. Wer den ,, Kathreiner" noch nicht kennt, der mache gleich einen Versuch mit ihm!
Meisterkurse
? Bußbach, 1. Dezember. Auf dem oberhessischen Bolketrachtenfest, das am 17. Juni f. J. hier abgehalten wird, wird unsere Tarnhalle den Charakter eines Bauernhauses tragen.
night gulagte. Sie nahme der Rolonie Maulbach einen in einer im Felbe f Lenfch, der vielfach 2 Monate Buchthau während der noch 5 Tagen Gefängn Maure meifter Job errichtet, bei deffen nicht vo fhaftsma drohte. Wegen V in eine Beloffrafe
§ Homburg, 1. Dezember. In einem Gehöfte dahier ist unter den Schweinen die Schweinepest( Schweinefeuche) ausgebrochen. Die G höftsperre ist angeordnet.
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* Weglar, 1. Dezbr. Das Schöffengericht Weglar verhandelte dem Weßl. Anz." zufolge u. a. über folgende Fälle: Der Wertmeister H. 8. von Rassel ist angeklagt, in der Wirtschaft Brüd in Wismar ein einem anderen Gaste gehöriges Fahrrad, welches dieser in den Hof gestellt hatte, durch Zerschneiden des Mantels und Luftschlauches beschädigt zu haben. Da die Sache noch nicht genügend ge flärt scheint, wird die Angelegenheit zw de weiterer Zeugen ladung vertagt. In einer Wirtschaft in Lannsbach waren am 28. Mai u. a. 2 Mädchen mit 2 Burschen. Auf dem Nachhausewege der vier wurde das eine Mädchen von dem Lackierer W. W. von dort belästigt und in das Gesicht geschlagen. Einer der bei den Mädchen befindlichen Burschen erhielt von dem W. mehrere Schläge auf den Kopf. Auch der andere Bursche wurde von dem Angeklagten mit Schlägen bedacht. Der mitangeklagte Freund des W. W., der Schuh. macher D. Sch., versezte einem der Burschen ein paar Ohr feigen. W. verfolgte das Mädchen bis vor seine Wohnung und dieses rief deshalb den Vater, der Nachtwähter ist, zur Hülfe. Lyterem soll nun W. bei der Ausübung seines Dienstes Widerstand geleistet und ihn auf die Erde geworfen haben. Urteil:. 50 mt, Sch. 10 Mt. Geldstrafe.
für Handwerksmeister und Gesellen über 20 Jahre sollen bei ausreichender Beteiligung im Januar und Februar 1905 ab= gehalten werden für chuhmacher, Schneider, Sattler, Tapeziere, Wagner, Schreiner u. Glaser, Lackierer und Weißbinder, Buchbinder v. Bortefeuillers, ferner Unterrichtskunse in gewerbl. Buchführung. Nähere Angaben enthält die Beilage zu Gewerbeblatt Nr. 48 blatt Nr. 48 vom 1. Dezember 1905.
Anmeldungen bezt. Anfragen sind an die unterzeichnete Behörde baldigst zu richten.
Darmstadt, 2. Dez. 1905. Großherzogliche Zentralstelle für die Gewerbe. Noack.
Makulatur
hat abzugeben Expedition d. Blattes.
K Frankfurt, a. M.( Heu- und Strohmarkt.) Man notierte: Heu 3.50-3.80 Mt., Stroh 240-2.70 Rt. Alles per 50 Kilo.
* Mainz, 1. Dezember. Mit der Einführung der preußischen Lotterielose im räbsten Jahre steht für Mainz die Ernennung von 5-6 Botteriefoefteuren in Aussicht. Der erste Pferde- und Fohlenmarkt, mit dem eine Prämiierung und Verlosung verbunden wird, soll am 23. März 1906 aagehalten werden.
1 Wohnung ( 1 Zimmer, Küche und Keller) sof. 3 berm.
Wolfstraße 21.
Vorzüglichste
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Aus dem Gerichtsfaal.
Straffammer.
Gießen, 1. Dezember 1905.
pellerei erhielt b Shwaben ob eine nadhbem er fürzlich Maurer Heinrich mit einem Mädchen Da ihr Vater ihm e die Einwilligung zu Nachts das Mädcher
Gottlob Kurz von Igstadt hat durch einen Reisenden zu Altenhain Karbol- und Borsäure abseßen lassen, weshalb ihm wegen u bertretung der Verordnung den Ver kauf der dem freien Verkehr entzogenen Waren betreffend, ein Strafbefehl über 8 Mt. zuging. Ec erhob Widerspruch und wurde vom Schöffengericht Ulrichstein freigesprochen, sollte aber die Kosten seines Rechtsanwalts tragen, weshalb er Berufung einlegte. Da es sich um eine fomplizierte Rechtsfrage handelt, wurden der Staatskasse auch diese Kosten auf erlegt. Karl Lensch und Johann Got schlich befanden sich auf der Kolonie Neu- Ulrich stein, wo ihnen die Arbeit
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1. Tscherkessen 3. Le Damnation de kowski. 5. Ouvertu ( E- moll) Servais. C Lysistrata. Walzer. student, Krausse. ins Metropol. Victor 11. Zipfelchen vom Walzerlied aus Auf i Humorist. Potpourri.
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