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verneur hat bereits Haussuchungen bei den Führern des Semstwo- Kongresses vornehmen und alles auf den Städte und Landschaftskongreß bezügliche Material beschlagnahmen Tassen. Der vorige Gouverneur Koslow ist nach fünfmona tiger Tätigkeit entlassen worden, weil er sich dent Semstwo. Kongreß gegenüber zu nachgiebig gezeigt hätte. Schwere Ausschreitungen gegen die Juden kamen in Rysch fa neffa im südlichen Rußland vor. Das ganze Städtchen wurde demeliert, und die Bewohner wurden von Reser­visten, die mit jüdischen Händlern in Streit geraten wa ren, ausgeplündert.

Türkei.

** Die Nachforschungen wegen der Urheberschaft des Attentats gegen den Sultan sollen zu bulgarischen Verdacht­spuren geführt haben. Auf gut türkisch hat man vorläufig alle Beamten der bulgarischen Schiffahrts- Gesellschaft in Den Aufruf der Konsuln der Konstantinopel verhaftet. europäischen Schußmächte zur Niederlegung der Waffen haben die kretensischen Aufständischen abgelehnt.

Alien.

** In China ist der japanische Einfluß in merklichem Steigen. Im Jahre 1900 hatte die chinesische Regierung den American China da Moloquent Companey" den Bau der Bahn von Santau nach Canton fonzessioniert. Jetzt hat der Vizekönig die Konzession zurückgezogen, um den Bau angeblich in eigener Regie auszuführen. Tatsächlich sind japanische Ingenieure die Bauherren. Japaner haben das Geld dazu hergegeben. Gleichzeitig hat eine Versammlung einflußreicher Chinesen in Shanghai die chinesische Regierung um Zurücknahme der der englischen Firma Jardine zum Bau der Bahn von Sutschau, Haugtschau nach Niugpo erteilter Konzession und um deren Zuweisung an dieselbe chinesisch japanische Gesellschaft ersucht, die den Bahnbau Santau Canton ausführt.

Hof und Gefellschaft.

Der Kaiser ist, auf der Jacht Hohenzollern" von Danzig kommend, nach einer kurzen Station vor Rönne auf Bornholm, in Kopenhagen zum Besuch des Königs Christian eingetroffen. Wie nunmehr festgestellt, wird der Kaiser am 7. September in Homburg v. d. H. eintreffen, wo am 8. September die Kaiserparade, am 9. September die Enthüllung des Kaiser Wilhelm- Denkmals und am Tage darauf Jestgottesdienst im Kurpark auf der großen Wiese Stattfindet. Das faiserliche Gnadengeschenk an bedürftige und würdige Ehepaare bei deren goldener Hochzeit ist auf 50 Mark erhöht.

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Der deutsche Kronprinz rückt morgen mit sei­ner Kompagnie nach dem Truppenübungsplatz Döberitz aus, wo er bis zum 15. August weilen wird.

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Prinz Eitel Friedrich ist zu einem Kursus der Schießschule in Spandau kommandiert. Generalmajor Der Kommandant von Berlin, Hoyer von Rotenheim, ist an den Folgen einer Darmoperation gestorben. Er war früher Oberst des Garde­Füsilier- Regiments.

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Deer und flotte.

Das Automobil im Heeresdienste. Mit dem größten Teil seiner Mitglieder wird sich das deutsche freiwillige Automo biltorps am Kaisermanöver und an den Festungsübungen im Osten beteiligen. Die Automobile werden von ihren Be sizern selbst in der vom Kaiser dem Korps verliehenen Feld­uniform gefahren und werden durch die Manöverabteilung des Großen Generalstabes zu etwa gleichen Teilen den gegen einander fechtenden Truppen zugewiesen.

Soziales Leben.

Der Befähigungsnachweis. Gegen den allgemeinen Befähigungsnachweis wendet man sich aus der Mitte eines der größten und ältesten Innungsverbände, des etwa 50 000 Mitglieder umfassenden Zentralverbandes der Bäckerinnun­gen Germania". In der Generalversammlung des Ver­bardes soll ein Antrag in diesem Sinne zur Beratung fon.men.

Nah und Fern.

Unglücksfall im Zirkus. Im Stadtpark zu Hannover Stürzte der Schleifenfahrer Eclair ab und fiel in das Publi­fum. Ein Frau erlitt einen Schädelbruch, drei andere Per­sonen weniger schwere Verlegungen.

Verhafteter Mörder. Der in der Besserungsanstalt Hagenau untergebrachte Lehrling Courty, der von dort ent­sprungen war und in Froschweiler einen Gastwirt ermordete und dessen Frau durch Schüsse verwundete, ist jetzt in For­bach verhaftet.

Wolkenbruch und Ueberschwemmung. Ueber Bischhausen im Kreise Eschwege entlud sich ein fürchterlicher Wolkenbruch, durch den nicht nur die Ernte vollständig vernichtet, sondern auch der Ort einer Ueberschwemmungsgefahr ausgesetzt wurde. Durch die Wassermassen schwoll die Werra derartig an, daß sie aus den Ufern trat und aus Holz und Trümmer­teilen einen Damm anschwemmte, der den Fluß aufftaute. Es mußte Militär requiriert werden, um den Damm durch Sprengung zu beseitigen.

Ein Dieb, der sein Portemonnaie verliert. In dem schlesischen Dorfe Schertenberg entdeckte eine Frau, daß je­mand von ihrem Felde die Gurken gestohlen hatte. Zu ihrer Ueberraschung entdeckte sie aber auch, daß dem Dieb bei seiner unerlaubten Gurkenernte das Portemonnaie aus der Tasche gefallen war, das mit 14 Mark Inhalt auf dem Felde lag. Das ist hart, denn der Mann darf den Verlust nicht bekannt machen.

In den Bergen verunglückt. In den Tiroler Bergen ist der Geheimrat Scheurer aus Aachen auf einem ganz unge­fährlichen Wege samt seiner Frau schwer zu Schaden gekom­men. Sie waren vom Karersee- Hotel zur Köllner Hütte un­terwegs. Die Frau Scheurer verlegte sich durch einen un­glücklichen Sturz die Kniescheibe und mußte auf einer Bahre getragen werden. Dem an ihrer Seite gehenden Geheimrat Scheurer wurde an einer ganz sicheren Stelle durch einen großen Stein, der sich plötzlich ablöste, der Schenkel zerschmet­tert, so daß ihm von einem aus Innsbruck herbeigerufenen Chirurgen das Bein amputiert werden mußte.

Unvollendete Schwimmfahrt durch den Aermel- Kanal. Bum zweiten Male hat der Dauerschwimmer Borgeß ver­

sucht, von England nach Frankreich zu schwimmen, aber auch diesmal hat er troẞ anfänglich guter Erfolge den Versuch aufgeben müssen. Der Schwimmer erreichte nach Wunsch die Flut, die ihn an die französische Küste führen sollte und sah seinen Sie vor Augen. Da warf ihn eine midrige Strö­mung weit zurück, und als er alle Kräfte anspannte, um diese zu überwinden, verstauchte er sich ein Vein und mußte die Fahrt aufgeben und das Begleitboot besteigen, nachdem er von morgens 8 Uhr bis abends gegen 10 Uhr im Wasser gewesen war.

+ Explosion von Kohlensäure. Auf dem Bahnhofe zu Ol­mün ervlodierte ein Behälter mit Kohlensäure, der dort in einem Waggon rangiert wurde. Der Waggon wurde zer­trümmert. Ein Bahnbeamter verlor dabei das Leben.

Eine Rabenmutter. In Prag marterte eine achtund­zwanzigjährige Arbeiterin ihr vierjähriges Söhnchen zu Tode. Als die unnatürliche Mutter verhaftet werden sollte. sprang sie durch das Fenster und blieb mit zerschmetterten Gliedern liegen.

Eine Stadt durch Feuer zerstört. In Kirchdrauf oder, wie die Stadt ungarisch heißt, Szepes- Várolja brach eine Feuersbrunst aus, die fast die ganze Stadt; etiva 300 Häu­ser samt den Nebengebäuden einäscherte. Sechs Personen sind verbrannt, zahlreiche verwundet. In der Nachbarge­meinde Kolbach sind infolge Blitzschlages 36 Häuser nieder­gebrannt.

Bibliotheken für Offiziere. Ein Erlaß des Staats. jekretärs des Reichsmarineamts ordnet an, daß die im Aus­lande befindlichen Schiffe zur wissenschaftlichen Fortbildung der Offiziere mit dem nächsten Ablösungstransport besondere Offizierbibliothefen erhalten. Große Kreuzer erhalten eine große, kleine Kreuzer und Kanonenboote eine kleine Biblio­thek. Befinden sich nur kleine Kreuzer und Kanonenboote auf einer Station, so erhält das Schiff des ältesten Offi­ziers eine große Bibliothek.

Vom Frauenmörder Hoch. Der amerikanische Blaubart Johann Hoch sollte die Ermordung seiner Frauen im Ge­fängnis von Chicago mit dem Tode büßen. Im letzten Mo­ment, als schon alles für die Hinrichtung bereit, wurde die Prozedur auf vier Wochen verschoben, weil eine Verehrerin Hochs, eine Miß Wilson, das Geld für die Revision seines Prozesses vorgestreckt hatte.

Hungersnot in Indien in Sicht. Auch in diesem Jahre läßt in Britisch- Indien der Regen und Fruchtbarkeit brin­gende Monsum auf sich warten. Wenn er nicht bald sich ein­stellt, steht wieder der Ausbruch einer Hungersnot zu be­fürchten. Im Radschputenlande, wo die Kräfte der Ein­wohner durch mehrere aufeinander folgende schlechte Jahre erschöpft sind, herrscht schon großes Elend.

Der tadellofe Ehemann.

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- Welche Eigenschaften muß ein Heiratskandidat haben? ,, Hoch klingt das Lied vom braven Mann"- aber wo ihn finden, wie ihn erkennen? Vor kurzem gingen durch die Presse die Aeußerungen des verstorbenen französischen Schriftstellers Mac' Nell, der in scharfsinniger Weise eine Untersuchung über die Qualitäten der Frauen angestellt hatte, die zur Hoffnung auf ein glückliches und gesegnetes Eheleben berechtigen. Genes Mannes Rede ist bekanntlich teenes Mannes Rede, man muß sie füglich hören beede. Wie­bielmehr muß man da die Frau hören, wenn es sich darun handelt, den folgenschmeren Schritt zur Auswahl des herr­lichsten von allen" zu tun. Da veröffentlicht nun eine Dame als Bendant zu den Rellschen Ratschlägen in der Köln. Volkszta." ihre Ansichten darüber, wie der Mann sein muß, der die Aussicht auf qute Führung als Ehegemahl bietet.

Die Dame schreibt also: Heirate einen Mann, der dich als Mensch betrachtet und weder als Lurus- noch als prak­tisches Möbel. Einen Mann, der dir deine freie Meinung läßt und dir eine gleiche Berechtigung wie feiner eigenen zu­mißt. Heirate einen Mann, der für seine Mutter eine liebe­volle Verehrung trägt und den eine herzliche Zuneigung und ehrliche Freundschaft mit seiner Schwester verbindet. Heirate einen Mann, der Kinder liebt und dem die Kinder vertrau­lich zulaufen. Denn dies ist ein Zeichen von Gemüt und Herzensgüte. Ebenso muß er Tiere qut behandeln und dark sie nicht schinden. Paß auf, daß er dir feine großen kostbaren Geschenke macht, sondern sich auf die Art und Weise, wie er es tut, daß man in iedem noch so unbedeutenden Geschenk eine fleine Idee, ein liebevolles Bemühen erkennt.

Heirate einen Mann, der dich teilnehmen läßt an seinen Beruf, an den Gesprächen und Unterhaltungen seiner Be­sucher. Es ist meistens der Fall, daß sich Männer unterein­ander so ganz anders geben, als im Verkehr mit Frauen. Sie sind unter sich gewöhnlich wahrer, offener und freier. Ver­suche dich so zu benehmen, daß dein Mann auch dir gegen­über diese Stellung einnimmt. Wenn du einen Mann hei­raten willst, so beobachte, ob er jedem fest und gerade in die Augen sieht und seinen Blick nie vor einem anderen nieder­schlägt. Auch muß er einen starken Händedruck haben. Be­merfe, wie er sich in seiner Familie benimmt. Ob er gern zu Hause ist und ein gemütliches, harmonisches Heim liebt. In Geschäftssachen muß er Ordnung haben.

Heirate einen Mann, den seine Untergebenen lieben und berehren ohne zu vertraulich zu werden, an dem seine Kameraden einen treuen Freund haben, auf den man bauen kann, und den seine Vergesetzten achten. Heirate einen Mann, der einen weiten Horizont hat und frisch und jung im Empfinden ist. Wenn er Trinkgelder gibt, so sieh, daß er nicht knauferig ist. Doch ist dies der Fall, so heirate ihn nicht, er wird sich in der Ehe als geizig erweisen. Sein Aeußeres, seine Kleidung, Haar- und Barttracht soll einfach. aber schick sein. Er wird dann dasselbe an seiner Frau wünschen. Zu Haus soll er sich nicht zu sehr gehen lassen. Ein wenig davon gehört zur Gemütlichkeit, aber im zu großen Maßstab artet es leicht in Rücksichtslosigkeit aus.

Heirate einen Mann, der viel persönlichen Mut hat. Den Haushalt soll er dir überlassen. Ein Topfgucker ist eine höchst unangenehme Zugabe in der Ehe! Sich zu, daß er größer ist als du. Auf Klatsch darf er nichts geben, nod; veniger sich selber daran beteiligen.

In seiner Wohnung muß eine gewisse Ordnung herrschen, die jedoch nicht übertrieben sein darf. Heirate einen Mann, der ein denkender Mensch ist und der dich nicht als Versuchs­farnickel und Erziehungsobjekt ansieht, sondern als einen persönlichen, selbständigen Charakter.

Nun weiß man es die armen Junggesellen, die den aufgestellten Anforderungen nicht entsprechen, mögen sich zeitig genug ändern.

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Cokales.

1. August 1904.

** Am Samstag wurde zu Wolfs garten dem Großherzoglichen Paare eine Serenabe von drei Gesang­Vereinen von Langen dargebracht.

** Der Großherzog hat den Geometer 1. Klasse Karl Lichtenfels aus Bußbach zum Kreisgeometer den Geometer Grebenhain, des Kreisvermessungsamts 1. Klasse Julius Diehl aus V Benrod zum Kreisgeometer des Kreisvermessungsamts Nidda ernannt.

** Der Finanzminister Gnanth hat einen vier­wöchigen Urlaub angetreten.

** Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Helpershain mit dem gefeßlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. Mit der Stelle ft Organistendienst verbunden; ihrem Inhaber fann eine Ditszulage bewilligt werden.

RM. Abgelehute Oberrealschule. Die Vorstellung der Gr. Bürgermeisterei Bußbach, betr. den Ausbau der Realschule zu Bußbach in eine Oberrealschule wurde mit Rücksicht auf die zu Gießen und Friedberg bestehenden gleichen Anstalten abgelehnt.

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Ein Plan von der Kaiserparade bei Homburg v. d. H. liegt auf unserer Expedition zu jedermanns Einsicht auf.

*** Besitzwechsel. Das Anwesen des Brauerei­b.sizers Ihring zu Gießen ging durch Kauf in zwei Teilen zum Preise von 75 000 it. an die Herren karl Textor und H. Winn zu Gießen über. Ersterer über­nimmt den zurückliegenden Teil mit den Wirtschaftsgebäuden für 50 000 mt. und zerer das mit der Front der Straße zugekehrte Gebäude für 25 000 Mt.

*** Den Mitgliedern der Hessischen Krieger­Vereine, welche am 8. September an der Kaiserparade bei Homberg v. d. H. sich beteiligen, wird It. einer Ver­fügung des Eisenbahnministers vom 20. Juli freie Rück. fahrt gewährt, wenn sie sich auf dem Bahnhof als solche ausweisen fönnen.

* Die Stellung des Gießener Stadttheaters hat in der letzten Stadtverordnetenversammlung, nach den 3 itungsberichten zu schließen, lange Debatten hervorgerufen. Hier und da in der Bürgerschaft und in interessierten Kreisen hat man den Beschluß( Front nach der Südanlage resp. Bürgermeistereigebäude) nicht für glücklich bezeichnet und als Hauptgrund angegeben, daß die Hauptfassade nicht genügend zum Ausdruck fäme, da die Entfernung vom Bürgermeisterei­gebäude nicht groß genug sei. Auch soll in der Stadt­verordnetenversammlung geäußert worden sein, daß sämtliche Architekten zu einer Stellung der Hauptfront nach der Johanneskirche geraten hätten. Die Abstimmung 8 zu 15 hat keine zu große Differenz, wenn man in Betracht zieht, Um daß mehrere Stadtverordnete nicht anwesend waren. nun aber in beiden Parteien die Ueberzeugung aufkommen zu lassen, daß eine absolute Mehrheit, auch in der Bürgerschaft und nicht zuleßt in der Theaterbaufommission über die Stellung des Theaters beschlossen hat, wird vom Schreiber dieser Beilen angeregt, die Kommission ebenfalls darüber abstimmen zu lassen, deren Beschluß mit Anführung der Gründe öffentlich bekannt zu geben und dann auch noch die nicht zugegen gewesenen Stadtverordneten zu befragen. Kommt dann ein anderes Bild heraus, welches zeigt, daß der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung die Mehrheit event. nicht erlangt hätte, dann wäre es im Interesse der Stadt wert, den Bunft nochmals auf eine besondere Tages­ordnung zu sehen.

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*** Schadenfeuer. Gestern Abend bald nach 6 Uhr fam in einem Lagerschuppen des Eisofferschen Anwesens in der Marktstraße in Gießen ein Schadenfeuer zum Ausbruch, das an den dort untergebrachten Schuh- und Spielwaren, Stroh­hüten und Müzen reichliche Nahrung fand. In furzer Zeit hatten die Flammen sich über das ganze Gebäude verbreitet, das total ausbrannte. Die Feuerwehren, die sofort auf den Brandplatz eilten, nahmen mit mehreren Rohren die Bekämpfung des Feuers auf. Ihre Haupt tätigkeit mußten die Mannschaften auf den Schuß der an­liegenden Gebäude richten, die Mauer, an Mauer an das brennende Lagerhaus stießen. Schnell flogen deshalb Hafen an seine Mauern, um diese niederzulegen und so den Flammen den Weg zu verlegen. Nach kurzer, an gestrengter Arbeit war die Gefahr beseitigt und die Sprißen fonnten wieder abrücken. Außer dem gänzlich zerstörten Elsofferschen Lager Schuppen hat auch noch das Huhnshe Haus geringen Brandschaden genommen. Die Entstehungsursache ist noch nicht aufgeklärt. Den Löscharbeiten tam die herrschende Windstille außerordentlich zu statten, denn hätte Wind geweht, so hätten die Folgen leicht unübersehbare werden fönnnen.

** Reues Schulgebäude. Langsam, aber stetig ziehen sich die Mauern des Neubaues des Schulgebäudes der Höheren Töchterschule in Gießen in die Höhe. Der Bau wurde bereits im letzten Herbst in Angriff genommen, jedoch gestatteten die umfangreichen Fundamentierungsarbeiten, die die Summe von 25 000 Mt. verschlungen, nur ein langsames Fortschreiten. Sobald das Gebäude, das jetzt bis zum Erdgeschoß gediehen ist, seiner Bestimmung über­geben sein wird, sollen die jeßigen Räume der Höheren Töchterschule zu Voitsschulz.oecken Verwendung finden.

P. Notiert wurden Montag früh in der Ludwigstraße in Gießen 5 Studenten wegen arger Ruheftörung.

P. Wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem 11jährigen Mädchen wurde ein hiesiger Knecht in Haft genommen.

P. Ein auswärtiges Dienstmädchen wurde Montag Morgen in der Licherstraße in Gießen von Krämpfen befallen und auf Anordnung eines Arztes in die Klinik verbracht.

P. Kampfhähne. Letzten Samstag Ab nd famen einem Radfahrer drei anscheinend Streit suchende junge Leute

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