Ausgabe 
24.3.1904 Zweites Blatt
 
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Nab und Fern.

Stürme in Norwegen. Die furchtbaren Stürme an der norwegischen Küste dauern weiter an. Bei Dernaes ist ein Boot untergegangen. Die aus fünf Mann bestehende Be­jagung ertrank. Ein Haus, worin sich drei Personen be­fanden, wurde ins Meer geschleudert, die Insassen ertranken. Durch Schneesturm wurde ein Haus, in welchem sich mehrere Kinder befanden, zertrümmert. Ein Kind wurde getötet, die anderen kamen mit dem Leben davon.

Schreckenstat eines Wahnsinnigen. Eine furchtbare Szene spielte sich im Pariser Kolonialministerium ab. Dort erschien plötzlich auf der Rechnungskanzlei der Sanitäts­beamte der Kolonialtruppe Pellerin und begann auf die an­wesenden Beamten zu schießen. Nachdem er einen von ihnen lebensgefährlich verletzt hatte, tötete er sich selbst durch einen Schuß in den Kopf. Wie sich kurz nachher herausstellte, hatte der Mörder vorher im Vorort Argenteuil seine eigene Schwester erschossen. Wian nimmt an, daß Pellerin die Tat im Verfolgungswahnsinn beging.

Ein seltsamer Diebstahl ist auf der Havel bei Pichels­dorf ausgeführt worden. Als ein Schleppdampfer, der dort im Winterquartier gelegen, dieser Tage seine erste Fahrt an­treten sollte, bewegte er sich, obwohl die Maschine in Ordnung war, nicht von der Stelle. Eine nähere Untersuchung ergab dann, daß die Schiffsschraube fehlte. Sie war durch Spitz­buben kunstgerecht von der eisernen Kolbenstange entfernt worden. Die Schraube, aus Messing hergestellt, hatte ein Gewicht von mehr als zwei Zentnern gehabt.

Der Unfall des Herzogs von Aosta, der sich in Turin bei einem Sturz vom Pferde das Bein brach, wird wahr­scheinlich böse Folgen für ihn haben. Die Aerzte befürchten, daß der Herzog für immer hinten wird.

* Schwerer Bauunfall. Bei dem Abbruche des Flora­gebäudes in Charlottenburg wurden durch Deckeneinsturz zehn Mann verschütet und zum Teil schwer verletzt.

A Dreißig Menschen durch einen Erdrutsch verschüttet. In Cuevas bei Malaga( Spanien) entstand infolge an­haltenden Regens ein Erdrutsch. Dreißig Menschen wurden dabei verschüttet. Man glaubt, daß alle tot sind. Es wur den bereits mehrere Leichen geborgen.

Hessischer Landtag.

Erfte Kammer der Stände.

Darmstadt, 24. März 1903. Die Regierungsvorlagen, den Gesetzentwurf, die Bildung eines Ausgleichungsfonds betr., sowie Staats­vertrag zwischen Baden und Hessen über die Auflösung des bezüglich der Gemeinde Kürnbach bestehenden Kondominatsverhältnisses be­treffend, wurde angenommen.

Zu verschiedenen Vorstellungen trat die Erste Kammer den Beschlüssen der Zweiten Kammer bei.

Bei der Regierungsvorlage, Umbau des Großh. Hoftheaters Darmstadt betreffend, trat das Haus den Beschlüssen der Zweiten Kammer bei.

Die Rekommunikationen wurden erledigt und ver­tagte sich hierauf das Haus auf unbestimmte Zeit. Zweite Kammer der Stände.

Erster Präsident Haas eröffnet die Sißung. Die Regierungsvorlage, betreffend Aufhebung des Art. 9 des Gesetzes über das Volksschulwesen wird ge­mäß dem Ausschußantrag, den Abg. Dr. Heidenreich begründet, angenommen.

Die Wahl von zwei weiteren Mitgliedern zum vierten Ausschuß zur Berichterstattung über den Antrag der Abgg. Ulrich u. Gen., Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen betreffend, fällt auf die Abgg. Penn­rich und Damm.

Es folgen Rücäußerungen der Ersten Kammer. Bezüglich des Ersuchens an die Großh. Regierung, im Bundesrat für die Gewährung von Diäten an Reichstagsabgeordnete einzutreten, wird Beharrung auf dem früheren Beschluß beschlossen.

Bei der Position Gensdarmerie wird dem Beschluß der Ersten Kammer beigetreten, daß die Stellen der Kommandanten vorbehaltlos und nicht, wie ursprünglich von der Zweiten Kammer geschehen ist, nur auf den Inhaber bewilligt werden.

Bezüglich des Baues der 3 Gensdarmeriewohnungen in Ktailbach, Apt enheim und Wenings wird Beharrung auf dem früheren ablehnenden Beschluß gemäß dem Aus­schußantrag beschlossen.

Bezüglich der Herabsetzung einer Grundbuchgebühr von 2 Mif. auf 20 Pf. wird Beharrung auf dem früheren Ersuchen an die Regierung beschlossen.

Die Forderung für das Steuerkommissariatsgebäude zu Wörrstadt wird nunmehr genehmigt, bezüglich des Gebäudes für den Steueraufseher in Langen und die Dammwärterwohnungen zu Wimpfen und Ginsheim wird auf dem früheren ablehnenden Beschluß beharrt. Die Vorstellung der Kreisstraßenwärter des Kreises Alsfeld, ihre Dienstverhältnisse betreffend, wird für er ledigt erklärt, dem Antrag des Abg. Haas, betreffend Errichtung einer Haltestelle für Hähnlein und Langwaden in Form eines bezügl. Ersuchens an die Großh. Re­gierung stattgegeben.

Eine Anzahl zur vorläufigen Beratung stehender Gegenstände wird an die zuständigen Ausschüsse ver­wiesen.

Hierauf tritt Vertagung auf unbestimmte Zeit ein. Sihung der Stadtverordneten.

n Gießen, 24. März 1904. Die Sigung wurde kurz nach 4 Uhr vom Oberbürger­meister Mecum eröffnet. Es fehlten entschuldigt die Stadtv. Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Keller, Krumm, Pirc, Schiele und Schmall. Das Baugesuch des Karl Hahn für die Goethestraße wird genehmigt. Dem Verkauf von städt. Gelände an der Licherstraße an den Handschuhfabrikanten Hengst ( derselbe will eine Werkstatt bauen und dafür braucht er, weil sein Grundstück zu flein ist, das dahinterliegende städt.

Gelände) und solchem an der Grünbergerstraße wird eben falls ohne Debatte zugestimmt. In letzterem Falle handelt

ist damit aber auch den Dienstmännern eine gewisse Arbeits­zeit vorgeschrieben, was bis ißt nicht der Fall war.

Etuirs Barten erftattete

Derfelbe zeigt in intere

es sich um die Baustellen 6 und 7, die zusammen 540 qm Das Gesuch des Lesehalle- Vereins, ihm statt dem fern auf den verschie groß sind. Käufer ist für Baustelle 6 Maurermeister Keßler bisherigen jährlichen Zuschuß von 400 Mt. dieses Mal fonders auch für Re 800 Mt. zu gewähren, wurde nach eingehender Debatte, de diejenigen, die Gie wurde hier wie auch in der Licherstraße mit 8 t. bezahlt. trotzdem die Stadtv. Jann, Schaffstaedt und Gaffky miterlebt, in hohem

und für Baustelle 7 Dachdeckermeister Ruckstuhl; der qm

An der Wetzsteingasse hat sich der Verkauf von städt. Gelände resp. Austausch mit dem Architekt Huhn nötig ge­macht, die Versammlung hat auch hiergegen nichts einzu­wenden; der Käufer zahlte pro qm 50 Mt. Auch der Verkauf von Gelände an der Schottstraße an den Zimmer­meister Helfenbein zum Preise von 8 Mt. pro qm wird ge­nehmigt. Hiernach wurde ein Streifen aus dem Stadt­wald an die Eisenbahnverwaltung abgetreten. An der betr. Stelle hat der Bahndamm( Strecke nach Fulda) nicht den vorgeschriebenen Schußstreifen und sind zur vorschrifts­mäßigen Ergänzung desselben 1962 qm erforderlich. Die Abschäßung der Fläche ergab einen Wert von 261,40 Mt. Die Ausbauung des Mittelweges zwischen Crednerstraße u. Weßlarerweg erfordert 2400 Mt. Dieselben wurden be­willigt, der Betrag ist in das nächstjährige Budget mit einzustellen. Der Neubau der Universitätsbibliothek ist soweit fertig, daß dieselbe am 1. Auguft bezogen werden soll und hat die Universitätsbaubehörde die Stadt ersucht, die anliegende Reppler- und die Bismarckstraße auszubauen. Die Baudeputation schlägt vor, vorerst nur die Bismarck­straße herzustellen, jezt aber schon in beide Straßen die Kanäle mit einzulegen und die Arbeiten der Firma Jäger & Rumpf zu übertragen. Die Stadtverordneten sind mit dem Vorschlag einverstanden. Der Klingelbach soll als Kanal durch die Kepplerstraße gelegt werden, an statt wie früher projektiert durch die Goethestraße. Die hierzu schon im Jahre 1899 bewilligte Summe reicht und auf Vorschlag der Baudeputation werden die Arbeiten mit 3 Mt. pro kbm der Firma Dickerhof& Wildmann in Biebrich über­tragen. Das neue Projekt hat den Vorteil, daß auf dem großen Kanal gleich der Schmutzwasserkanal zu liegen kommt

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sehr dafür eintraten, abgelehnt. Das Gesuch war damit be. gründet, daß die Spar- und Leihtasse ihren Zuschuß in diesem Jahre um die Hälfte reduziert hätte und der im Drud neu herausgegebene Katalog eine größere Summe er. fordere. Hierzu bemerkte der Oberbürgermeister, daß die Spar- und Leihkasse demnächst die einzelnen Zuschüsse an die verschiedenen Anstalten 2c. auf die frühere Höhe wiede stellen und sogar die jetzt gestrichenen Summen noch nach bewilligen wird.( Sehr erfreulich zu hören. D. R.)- Die vorläufige Bewilligung eines Kredits für das Rechnungsjahr wurde gut geheißen. Unsere Realschule, welche bald zu Oberrealschule erhoben wird. hat in ihrem Gebäud nicht genügend Platz mehr; eine Klasse wird darum in dem jüdischen Religionsgemeindehause untergebracht. Der Vor­stand ist hierfür in recht dankenswerter Weise entgegengekommen. In gleicher Kalamität befand sich auch die Höhere Töchter: schule, dort muß die 7. Klasse, welche 56 Schülerinnen zählt, geteilt werden; verfügbare Räume sind aber im Schulhaus nicht mehr vorhanden. Es ist in der Aliceschule ein Raum gefunden worden, wo eine Klasse untergebracht werden kann. Der Anschaffung der erforderlichen Schulbänke wird zuge stimmt, ebenso wurde die Anstellung eines seminaristisch ge bildeten Schulverwalters beschlossen. Diese beiden letzten Punkte, welche nicht auf der Tagesordnung standen, bildeten den Schluß der öffentlichen Sizung.

Lokales.

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Dilide geflern Abend im Na einer nicht ganz fo be perten follen. Spielleiters Leopold Biter fa einen etwas Bildern aus der burde dabei nicht zelnen Gruppen für den erhabenen prochene Wort ftört, fällt den Eindruc Dorftellung zurüd i Bollendetes bot. L len Zügen: Entfag itterlicher Glaube feinen Jüngern, die Die mit einem Glorien and jebe Bewegung ge fi fagt: Mein Rei origen Darfteller tra Seilandes zurüd, fügte Bis Sams e Aufführung ftat Ban nicht etwas ande Aussicht, die mim Blendung zu sehen, ** Fine ehrwü han hatte gefſtern it rifchen in einem mb haufelte quietj

25. März 1904. ** Privattelegramm. Bei der heutigen

Bolggude Gewinne gezogen: 50 000 Wt. auf Fer. 48 291, 30 000 Wtf. auf Fr. 6826, 20 000 wit. auf Nr. 4842 3000 Mt. auf Jr. 5608, 6878, 8772, 19226, 70 670 55 834, 58 364, 71397, 56 357, 81 698, 92 406, 94 929. ** Der Direktor der Gießener Frauenklinik, Prof. Dr. Pfannenstiel hat einen Ruf nach Erlangen erhalten. ** Die Interpellation über die Haltung der Re­gierung in der Frage des Jesuitengesetes ist vom Abg. No af zurückgezogen worden.

** Eine Verbesserung in der Zugverbindung weist auch der Sommerfahrplan der Nebenbahn Londorf Lollar auf. Der im Herbst neu eingelegte Zug, welcher 6.50 Uhr vorm. in Londorf abgeht, soll auch im Sommer bestehen bleiben. Der erste Frühzug fährt vom 1. Mai an 15 Minuten später in Londorf ab und kommt 5,43 Uhr vorm. in Gießen an. Der j ßt Abends nur Werktags verkehrende Zug soll dann auch Sonntags gehen.

** Die Freiw. Gailsche Feuerwehr hält am Samstag im Restaurant ihrers Kameraden Häuser, Schiffen­berger Thal, eine Hauptversammlung ab, in der unter an­derem die Verleihung von Dienstabzeichen vorgenommen wird.( Siehe Inserat).

tung zugunsten hilfsbedürftiger Familien unserer in der deut schen Kriegsflotte dienenden hessischen Landsleute und der Besagung des Linienschiffes Hessen" verwendet werden soll. Der Landesherr nahm mit großer Befriedigung Kenntnis von der sympathischen Aufnahme, die der Aufruf in den weitesten Kreisen gefunden hat, und gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß, wie aus den bis jetzt schon zurückgesandten Listen zu entnehmen ist, in zahlreichen Ge meinden, wie in Undenheim, Langgöns, Bleichenbach und Wald- Uelversheim, die außerordentlich starke Beteiligung der Bewohner befundet, daß der patriotische und humanitäre Zweck der Sammlung überall richtig erfannt wird.

und dabei mit ausgeführt wird. Der offene Stadtring­graben in der Ostanlage vom Walltor bis zur Landgrafen­straße ist für die dort ohnehin schon sehr schmalen Anlagen immer recht störend gewesen. Auf Beschluß der Stadtver­ordneten wird dieser Teil nun in die Mitte der Straße ver­legt und überwölbt. Dadurch kommt der offene Wasserlauf weg und der berechtigte Wunsch auf Verbreiterung der Anlage auf Die jener Strecke kann nun auch endlich erfüllt werden. veranschlagten Kosten hierfür betragen 4000 Mt.; die Ar­beiten wurden der Firma Jäger& Rumpf übertragen. Bei Punkt 12 betr. Uebertragung von weiteren Sielbau­arbeiten an die Firma Jäger& Rumpf wird vom Stadtv. Kirch das sehr schlechte Pflasterverhältnis in denjenigen Straßen, in welchen Kanalarbeiten vorgenommen worden sind, einer scharfen citik unterzogen. Das ganze Ansehen der Stadt leidet darunter( Stimmt!) und es tönnen die Zu­stände nicht so bleiben. Oberbürgermeister Mecum erklärte, daß an einzelnen Stellen bereits 4 Mal Pflasterreparaturen vorgenommen worden sind, darunter auch schon oft auf An­weisung der Bürgermeisterei von anderen Pflasterern. Auf seinen Vorschlag hin wurde die Debatte hierüber abgebrochen, unn sie in der nichtöffentlichen Sigung fortzusehen. Die Feuervisitation, welche bisher von dem Maurer­D.FI- V. Der Großherzog empfing am Samstag die meister Keßler in Annerod vorgenommen wurde, wird nun Vorstandsmitglieder des hessischen Landesverbandes des dent­mehr vom städt. Hochbauamt mitverwaltet. Das neue schen Flottenvereins, Herr Dr. W. Merck und Herrn Marine­Mietwohnungsgesetzt, deſſen aufsichtsführende Lokal- Behörde stabszahlmeister a. D. Schad, behufs Entgegennahme eines das Polizeiamt und die Bürgermeisterei sind, schreibt die Berichtes über den Fortgang der Sammlung für die Hes­Besetzung der Stelle eines Bohnungsinspektors vor. Gießen hatte bisher noch keinen solchen Beamten. Der vor- len- Glock e, deren Ueberschuß bekanntlich zu einer Stif geschlagene Bautechniker Grode vom Hochbauamt wird darauf zum Wohnungsinspektor bestimmt. Der Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule wurde an Hand zweier aufliegenden Pläne, der eine vom Archi­tekten Meyer der andere vom Oberbürgermeister Mecum ausgearbeitet, beraten. Beide Pläne unterscheiten sich in der Hauptsache dadurch, daß Architekt Meyer einen Gesangssaal, Turnhalle und Festsaal vorgesehen hat, während Oberbürger­meister Mecum den Gesangssaal und die Turnhalle technisch so aneinander gebaut sehen will( Gesangssaal etwas erhöht), daß bei Festlichkeiten beide Räume zusammen als Festsaal verwandt werden können. Der ganze Bau würde dadurch 40,000 Mark weniger fosten als das Meyer'sche Projekt, letzteres ist veranschlagt mit 466 000 Mt. Der Plan des Oberbürgermeisters hat aber noch einen weiteren Vorzug; es wird der Spielhof durch den vom Meyer­schen Projekt abweichenden Grundriß ſtatt 1800 Quadrat: meter dann 2300 Quadratmtr. Flächeninhalt haben. Die Versammlung genehmigte, auf Vorschlag der Bau­deputation und des Schulkuratoriums die Pläne des Oberbürgermeisters. Mit dem Bau soll nun möglichst bald begonnen werden. Ueber die Kosten entspann sich noch eine kleine Debatte, im Verlauf dessen Beigeordn. Georgi die größte Sparsamkeit empfiehlt, ohne daß dabei aber der Solidität des Baues Abtrag geschieht. Zur besseren Befolgung des neuen Fleisch beschau­gesetzes hat die Schlachthofkommiſſion die Anſchaff: ung eines Kochapparates und Schmalzapparates mit den nötigen Hilfsgeräten beantragt, damit z. B. die Vernichtung beanstatteten Fleisches vorschriftsmäßig ge= schieht. Es sind für diese einmaligen Anschaffungen 4000 Mark erforderlich; dieselben werden bewilligt. Der Dienstmännertarif ist so wie er bis jetzt bestand nicht mehr zeitgemäß. Die Finanz- Kommission hat einen neuen ausgearbeitet, der zur Genehmigung borlag. Es erfolgte Annahme mit einer vom Beige­der neue Tarif nur für die Arbeitszeit der Dienst­ordneten Heyligenstädt beantragten Ergänzung, wonach männer im Sommer von morgens 6 bis abends 8 Uhr und im Winter von morgens 7 bis abends für ausgeführte Arbeiten ein Zuschlag von 20 Prozent, 7 Uhr in Anwendung komme, für die übrige Zeit soll mindestens aber 10 Pfennig mehr gezahlt werden. Es sei dies ein Aft der Gerechtigkeit; auf der anderen Seite

gegeben.

** Stadttheater Gießen. Sonntag, den 27. die­ses Monats finden die beiden letzten Vorstellungen dieser Spielzeit statt. Da laut gesetzlicher Verordnung an diesem Tage nur ernste Stücke gegeben werden dürfen, findet Nach mittags zu den Preisen der Voltsvorstellung( 40 und 20 f eine Aufführung von Anzengrubers Pfarrer von Kirchfeld" statt. Den Abend wird Ladermanns Glück im Winkel" Verschönerungs- Verein Gießen. Die Generalversammlung, welche am Mittwoch Abend im Café Ebel stattfand, war trotz der 421 Mitglieder die der Verein zählt, nur vom Vorstand und drei Mitgliedern besucht. Dem von Herrn Direktor Spamer gegebenen Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die Tätigkeit des Vereins lediglich in der Erhaltung und Verbesserung der bestehenden Anlagen und Wege bestand. 5 Ruhebänke wurden aufgestellt. Die Wege auf dem Hangelstein sind gründlich ausgebeffert und wird an deren weiteren Ausbesserung noch gearbeitet. An der Gabelung des Schiffenbergerweges und der alten Steinbacherstraße wird ein Promenadenweg nach der Licher straße angelegt. Die Restschuld von 300 Mt. für den Hohewartturm ist an die Stadt abgetragen und 100 Mt. wurden dem Dünsbergverein überwiesen. Der Verein ver fügte im letzten Jahre über 1860,65 Mt. von dem noch ein Restbetrag von 997,70 Mt. für das laufende Jahr ver wie die Aufstellung einer Ruhebant auf der Höhe des Trieb, blieb. Einigen in der Versammlung gegebenen Anregungen, an der Waldecke und Gabelung der Straße nach Ködgen und Annerod, soll entsprochen werden.

Mission feierte bekanntlich am 10. und 11. November ** Der Oberhessische Verein für innere v. J. sein 25 jähriges Jubiläum. Nun ist der Festbericht, den Pfarrer Dr. Schlosser bei der Abendversammlung in.

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