Ausgabe 
23.4.1904 Erstes Blatt
 
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erfahren haben, und ob eine Wendung zum Besseren festzu­fiellen ist oder nicht. Es folgt eine Erörterung über die Auf­gaben von Reich, Staat und anderen öffentlich- rechtlichen Körperschaften in der Wohnungsfrage. Die gründliche Um­wandlung in der Beschaffung der für die Bautätigkeit nötigen Gelder, insbesondere der zweiten und späteren Hypotheken, wird das Thema des zweiten Verhandlungstages bilden. Zum Schluß wird in einer großen öffentlichen Versammlung das Thema: Wohnungsfrage und Volkswohl" erörtert.

Oefterreich- Ungarn.

Zwar wird sowohl von Regierungsvertretern wie vom Streitkomitee die Möglichkeit einer Verständigung im angarischen Eisenbahnerstreik betont, aber weder Regierung nech Streifende machen Anstalten dazu. Einstweilen bleibt Graf Tisza fest. Er erklärte im Budapester Abgeordneten­baus: Falls die Eisenbahnbeamten im Laufe des Freitags nicht zu ihrer Pflicht zurückkehren, so würden neue Kräfte an ihre Stelle treten und für den Eisenbahndienst angeworben werden. Dadurch werden die Ausständigen selbstverständlich ihre Stellen verlieren. Auch sonst ist Tisza um Hilfsmittel nicht verlegen. Er will die Reserven der Eisenbahnregimenter mobilisieren; diese Reservisten sind meistens Eisenbahn­angestellte, und wenn sie als solche streikten, so dürfen sie es nicht als eingezogene Soldaten, die der militärischen Disziplin unterstehen. Frankreich.

Ein neuer Verräter" ist gefaßt worden: In Nancy wurde ein Hafenhändler Dine, ein Franzose, dessen Brief­wechsel mit deutschen Lieferanten der Polizei verdächtig er­schien, verhaftet. In den beschlagnahmten Papieren will die Polizei Beweise gefunden haben, daß Dine die orts bon Nancy ausspionierte und den Plan der Forts an Deutich­land verkaufen wollte.(??)

Hof und Gesellschaft.

*** Der Kaiser hat wegen stürmischen Wetters seine Fahrt nach Bari auf der Höhe von Gallipoli unterbrechen müssen und setzt sie erst heute fort. Aus Gallipoli wird dazu vom 22. d. Mts. gemeldet: Die Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe verließen gestern morgen Catania. Die Fahrt durch den Golf von Taranto ging bei schönem Wetter, einer frischen Nordostbrise und recht bewegter See vor sich. Abends wurde die Fahrt gegen den Wind unbequem, so daß die Schiffe vor Gallipoli auf offener See anferten. Heute morgen ging die Hohenzollern" im Hafen von Gallipoli vor Anker. Das Wetter ist auch heute noch böig und bewölkt. Es wird beabsichtigt, morgen nach Bari zu gehen. Der Kaiser empfing den hiesigen deutschen Konsul.

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** Zu Ehren der Kaiserin fand in Glücksburg eine allgemeine Illumination statt. Die Kaiserin machte in Be­gleitung des Herzogpaares im offenen Zweispänner eine Rundfahrt durch die Straßen und wurde überall enthusia stisch begrüßt.

Deutfcher Reichstag.

( 73. Sizung.)

Berlin, 22. April. Heute arbeitete der Reichstag mit einer zur bisherigen Gepflogenheit in erfreulichem Gegensaz stehenden Schnellig­keit. Reste aus dem Etat der Posterwaltung und des Reichsamts des Innern und die ganzen Etats für das Reichs­militärgericht, für den Rechnungshof, ja sogar der für Oft­afrika wurden ohne jede Diskussion in zweiter Lesung er­ledigt, Kamerun und Togo beinahe diskussionslos. Je wei­ter die Situng fortschritt, desto größer wurde die Unruhe unten im Sigungssaal, desto mehr wuchs die Spannung auf den Tribünen. Denn man suchte die Erklärung für die ungewohnte Enthaltsamkeit der Reichsboten lediglich darin, daß sie von dem Eifer beseelt seien, möglichst schnell zu der großen Debatte über Südwest afrika zu kommen. Aber das war ein Irrtum. Denn als die Beratung des Etats für dieses Schußgebiet begann, erklärte der sozialdemokratische Abg. Bebel alsbald, daß er mit seinen Freunden für heute darauf verzichte, noch einmal auf die Vorgänge dort unten einzugehen; er erhoffe die Beantwortung seiner bei der ersten Lesung gestellten Fragen bis zur dritten. Natürlich folgten die anderen Parteien, die ja die Kritik der Zustände bis zur Niederwerfung des Hereroaufstandes überhaupt nicht für angebracht halten, gern dem Beispiel der äußersten Linken. So kam der Reichstag um den erwarteten großen Tag". Die Verhandlungen hielten sich durchaus in den üblichen Bahnen der Spezialberatung und nur die Erörterung der Frage rief größeres Interesse wach, an wen und in welcher Form die zwei Millionen Mark verteilt werden sollen, die zur Unterſtüßung der durch den Hereroaufstand Geschädig­ten vorgesehen sind.

Nab und Fern.

O Schnellfahrtenversuche mit Lokomotiven. Ein hoher Beamter der preußischen Eisenbahnverwaltung hat sich nach Paris begeben, um dort bei der Compagnie des Chemin du fer du Nord an Fahrten teilzunehmen auf Lokomotiven, welche diese Gesellschaft schon seit einiger Zeit besitzt und die 140 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Lieferant dieser Rokomotiven ist die E. M. G.- Grafenstaden. Die Lokomotive dieser Gesellschaft, die man auf der Strecke Berlin- Zossen zu Schnellfahrten benutzte, war eine solche älteren Typus.

Zur Ermordung des deutschen Zeitungskorresponden­ten Genthe in Marokko wird jetzt aus Tanger berichtet, daß in Mehedia, an der Mündung des Sebuflusses in das Meer, die Leiche eines Europäers gefunden worden ist, die man für die Leiche Dr. Genthes hält. Sie wird nach Larache gebracht werden, wohin Genthes Diener zur Feststellung der Per­sönlichkeit gebracht werden soll.

Familiendrama. Wie aus Kiel gemeldet wird, machke ein dort aus Bofen eingetroffener Eisenbahnbeamter auf seine bei ihren Eltern weilende Frau, die sich weigerte, mit ihm nach Bosen zurückzukehren, sowie auf seine Schwieger­eltern einen Mordversuch. Sämtliche drei Personen wurden durch Revolverschüsse verletzt, doch sind die Wunden nicht ge­fährlich. Der Täter brachte sich hierauf lebensgefährliche Messerstiche bei und mußte in die Universitätsklinik gebracht werden.

Menterei im Zuchthause. Eine Meuterei entstand unter den Zuchthäuslern der Filialanstalt Niederhausen bei Kreuz­nach. Mehrere der Internierten hatten gewaltsam die Wand durchbrochen, um auf diese Weise die Flucht zu ergreifen. Ihre Absicht wurde aber durch rechtzeitige Alarmierung der Aufseher vereitelt; diese mußten schließlich von ihren Kara­binern Gebrauch machen. Hierbei wurden vier der Meu­terer durch Schüsse verwundet. während ein fünfter entfam.

8 Gras Puater verhaftet. Im Hotel Bristol zu Berlin wurde der bekannte Agitator Graf Pückler verhaftet. Der telegraphische Befehl dazu wurde auf Antrag der Staats­anwaltschaft seitens der Strafkammer des königlichen Landgerichts in Glogau erlassen. Vor diesem Ge­richt sollte sich Graf Püdler wegen öffentlicher Beleidigung des Stationsvorstehers in Kl.- Tschirne verant­worten. In dieser Sache stand bereits vor acht Tagen Termin an, der jedoch vertagt werden mußte, weil der Angeklagte nicht erschienen war. Da Graf Pückler auch in der erneuten angesetzten Verhandlung trotz ordnungsmäßig erfolgter Ladung ausblieb, wurde seine Verhaftung und Vorführung angeordnet.

Die Pommernbankdirektoren Schultz und Nomeid wer­den auf Beschluß der Berliner Straffaminer gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Für Schulz sollen 100 000 Mart, für Romeid 30 000 Mark gestellt werden.

Ein unglückliches Stiergefecht fand in Madrid statt. Vier Toreadors wurden von dem Kampfstier furchtbar zu­gerichtet. Einer von ihnen, der Matador Algabeno, erhielt einen tödlichen Hornstich in den Hals.

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Lokales.

23. April 1904.

** Der Großherzog hat dem Pfarrer Heinrich Barth zu Kettenheim die evangelische Pfarrstelle zu Großen Buset, und dem Pfarrer Dr. Wilhelm Volp zu Schwarz die evangelische Pfarrstelle zu Nieder- Erlen­bach übertragen.

** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10, ausgegeben am 22. April, enthält u. a. eine Be­fanntmachung, Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Alsfeld nach Schotten betreffend. Es heißt darin: Im Einvernehmen mit Großh. Ministerium des Innern ist dem Vorsitzenden des Eisenbahn- Komitees Herrn Karl Grünewald II. zu Alsfeld auf die Dauer eines Jahres die Erlaubnis erteilt, Vermessungen und Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Alsfeld über Liederbach, Strebendorf, Windhausen und Ulrichstein nach Schotten vornehmen zu lassen. Großh. Ministerium der Finanzen. Ferner erhält die Nummer die Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Gießen.

+ Der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1904( 1. April 1904 bis 31. März 1905) liegt vor uns und wir ersehen daraus, daß die Be­triebsrechnung in Einnahme und Ausgabe 1803389,30 Mt. ( 1903: 1724040,17 Mt.) vorsieht, hierzu die Vermögens­rechnung mit 1635882,31 Mt., ergiebt eine für Einnahme und Ausgabe vorgesehene Gesamtsumme von 3439271,61 Mt. ( 1903: 3197 604,47 Mt.) Nach den Erläuterungen zu dem Voranschlag ist für das Elektrizitätswerk vorläufig ein Ueberschuß nicht zu erwarten, dagegen eine Erhöhung des Ueberschusses des Gaswertes von 58700 Mt. auf 74000 Mt. und des Elektrizitätswertes von 14970 Mt. auf 18030 Mt. vorgesehen. Die Ausgaben für die Volks- und Fortbildungs­schule erhöhen sich von 151867 Mt. auf 153688 Mt., für die Straßenunterhaltung von 45579 Mt. auf 55645 Mt., während für die Straßenreinigung nur 58700 Mt. gegen 63370 Mt. im Vorjahre angesetzt sind. Für die Armen­pflege sind 46 350 t.( 1903: 47450 Mt.), als Beitrag zur Kreistasse 120000 Mt. vorgesehen. Die Polizei erfordert 69 860 mt.( 67366) Mt., die allgemeine Verwaltung 124255 Mt.( 120889) Mt., der Titel Ruhegehälter, Witwen­und Waisengelder 13558 Mt.( 6347) Mt. Für Schulden­tilgung werden 188345 Mt.( 179245) Mt., für Kapital­zinjen 371233 Mt.( 381763) Mt. beansprucht. Die Ge­meinde steuer soll in der vorjährigen Höhe von 114 Prozent der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Realsteuern erhoben werden und Einkommen unter 500 Mt. steuerfrei bleiben. Es sind darnach 811389 Mt. gegen 798544 Mt. im Vorjahre vor­gesehen. Eine Steuererhöhung ist also nicht zu erwarten, was von der Bürgerschaft mit Freuden begrüßt werden wird. Für Erbauung gemeinheitlicher Gebäude sind 316 650 mt.( 111478) Mt. angefeßt, darunter 150000 mt. als 3. Teilbetrag für die höhere Mädchenschule und 150000 Mark für den Erweiterungsbau der Realschule. Für die Durchführung der Kanalisation werden neu vorgesehen 300000 Mt.( 255000) Mt.

Rittershaus- Konzert. Wr wollen nicht verfehlen, nochmals auf den Montag Abend 8 Uhr im Leib'schen Saale stattfindenden Wagner- Balladen- und Lieder- Abend des Kgl. Hofopernsängers Alfred Rittershaus auf­merksam zu machen. Dem Künstler geht von Berlin, Frankfurt, Köln, Görlig 2c., also aus Städten, wo man bei strenger Fachtritit außergewöhnlich hohe Auforde­rungen stellt, ein glänzender Ruf voraus. Man rühmt die gewaltige Tenorstimme von herrlichem Klange, das berückend schöne Piano, die hohe Meisterschaft im bel canto, die geistig beseelte Auffassung, den vollendeten Vortrag. Rein Musitfreund sollte sich diesen seltenen Kunstgenuß entgehen lassen. Ueber ein Konzert des Künstlers, welches unlängst in Görlig, der ersten Musikstadt Schlesiens, stattfand, schreibt die dortige Niederschlesische Zeitung":" Die pastose Kraft der Stimmmittel trat zuerst im Achen­bach'schen Liede Borbei" hervor. Noch glänzender und monumentaler gaben sich diese in dem Trintlied aus Ca­valleria rusticana". Einen vollen und berechtigten Triumpf erzielte Herr Rittershaus mit der er grei fenden Wiedergabe der Scene aus Bajazzo". Der stürmische Beifall bewog ihn zu einer brillant gesungenen Zugabe aus Rigoletto". In der von leiden­schaftlicher Dramatik durchzitterten Ballade Die beiden Grenadiere" von Schumann konnte Herr Rittershaus seine eminente Kunst glänzend verwerten, und er tat dies

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in durchaus individueller, charakteristischer Weise. legten Trumpf spielte er mit der Erzählung vom Gral" aus Lohengrin" aus er hatte die rechte Karte gewählt. Noch einmal erhob sich in ihrer erhabenen Schönheit seine edle Stimme. Seine bewunderungswürdig flare Deflamation und sein packender Vortrag verhalfen dieser wundervollen Szene zu zündender Wirkung."

*** Klein- Linden.( Besizwechsel.) Gestern ber­faufte Herr Kaufmann Sommer seine in der Lüzellindner­straße gelegene Wirtschaft zur Linde" nebst Spezereigeschäft an einen Herrn von Duisburg a. Rh. für den sehr an­sprechenden Preis von 25 000 Mt. Der bisherige Bächter, erst seit zwei Jahren in Tätigkeit, erhält selbstverständlich für jedes Jahr bis Ablauf der Vertragszeit eine entsprechende Abfindungssumme. Die Gäste sehen den stets zur vollen Zufriedenheit tätigen Wirt Helfenbein sehr ungern scheiden, obgleich derselbe noch bis zum Oktober sein Geschäft weiter führen wird. A Londorf. 23. April. Im hief gen Gewerbeverein hält worgen Sonntag Herr Baumeister und Hauptlehrer Traber Gießen einen Vortrag über Meisterkurse und Meistertitel". Es ist dies für unsere selbständigen Hand­werter zur Zeit ein sehr wichtiges Thema.

A Grünberg, 23. April. Gestern Abend gegen 9 Uhr entgleiste aur hiesigem Bahnhofe bei einer Weiche die Maschine des Londorfer Zuges. Unglücksfälle sind glück­licherweise nicht zu verzeichnen. Es wurden sofort die nötigen Maßregeln getroffen, sodaß eine Betriebsstörung nicht ein­treten fonnte.

Grünberg, 23. April. Nachdem der hierorts ge= wählte Stadtdiener, Bahnarbeiter Karl Semler von hier, vom Großh. Kreisamt eidlich verpflichtet worden ist, tritt derselbe bereits am 1. Mai seinen Dienst an.

A Grünberg, 23. April. Mit dem Anbau bei unserem Schulhause ist bereits am Mittwoch begonnen worden, sodaß derselbe bis zum Herbst fertiggestellt sein dürfte.

= Dornholzhausen, 20. April. Unserer Gemeinde wie auch dem Nachbarorte Hochelheim wurde am 1. Osterfeier­tage eine besondere Freude zuteil, da ihr früherer Seelsorger, Herr Prof. Schöler, vor seinem Wegzug aus Friedberg auch seine beiden früheren Gemeinden nochmals besuchte, an Dftern hier predigte und nach seinem Scheidegruß aufgrund von Röm. 8, 28-39 den Erschienenen das hl. Abendmahl reichte. Wie groß die Liebe und Anhänglichkeit des treuen Seelsorgers zu den beiden Gemeinden war, geht auch daraus hervor, daß er während seines Aufenthaltes in Friedberg beide Gemeinden alljährlich mit seinem Besuch beehrte und ihnen vor einigen Jahren zwei prachtvolle Kanzelbibeln schenkte. Beide Gemeinden sagen ihm hierdurch für diese große Anhänglichkeit und Liebe ihren wärmsten Dank und rufen ihm ein herzliches Lebewoht" zu mit dem Wunsch, daß ihm nach den letzten Tagen des Kampfes und der Auf­regung noch viele Jahre segensreicher Arbeit folgen möchten.

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Odenhausen. Zu den am 19. und 20. Juni hier stattfindenden Sängerfeste des Ohm- Lumda Tal- Sänger­bundes sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Gutes Wetter vorausgesetzt, wird sich dasselbe seinen Vorgängern an anderen Bundesorten in würdiger Weise anschließen.

Lanbach, 22. April. Wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem zehnjährigen Kinde, wurde heute der Taglöhner H. L. von hier verhaftet und durch die Gens­darmerie nach Laubach gebracht,

Nierstein, 22. April. Hier wurde die Leiche des seit einigen Wochen verschwundenen Ludwig Rab aus Gerns­heim gelandet- In Nackenheim brannte das Wohnhaus des Leonh. Rißheim nieder.

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Mainz, 22. April. Das Gesuch der Sozialdemo­fraten um Ueberlassung der Stadthalle zur Maifeier wurde entgegen der Gepflogenheit früherer Jahre abgelehnt, da man mit Rücksicht auf die Anwesenheit des Kaisers gelegent­lich der Brückeneinweihung Demonstrationen befürchtet.

Bad Nauheim. Die Einführung des Oftrois auf Bier und Wein hat bereits die Genehmigung des Ministeriums erhalten und tritt somit demnächst in Kraft.

= Darmstadt. 22. April. Jm Griesheimer Walde in der Nähe des Forsthauses Harras wurde gestern nach­mittag die Leiche eines zirka 24 Jahre alten Mannes gefunden. Die Leiche weist einen Schuß in der Brust und einen in die Schläfe auf. In den Taschen des Selbstmörders fand sich eine goldene Uhr mit Kette und zirka 40 M. bares Geld.

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Worms, 22. April. So, da habt ihr se, ich fann se nicht mehr ernähre". Mit diesen Worten brachte heute Morgen eine hiesige Schuhmachersfrau ihre 5 Kinder auf die Armenverwaltung und entfernte sich schleunigst.

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Köstritz( Thüringen). Die im hiesigen Orte be­stehente Fürstliche Brauerei, welche mit zu den ältesten Deutsch­lands gehört und deren Produkte schon im 16. Jahr­hundert weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt waren, hat im Laufe der Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen. Das Köftrißer Schwarzbier" be­hauptet unter allen den modernen Bierarten die erste Stelle als ein Getrönt, das so recht dazu bestimmt ist, ernährend und stärkend auf den menschlichen Organismus einzuwirken. Im Gegensatz zu den alkoholhaltigen Getränken wirkt das Köftrißer Schwarzbier durchaus nicht aufregend, sondern nur belebend auf die Verdauung und den gesamten Stoffumfat ein. Der Bezug ist, da sich in allen größeren Städten Verkaufsstellen befinden. verhältnismäßig leicht, und ist der Preis nicht höher als für andere ausländische Biere. Wer sich und seinen Angehörigen eine rechte Freude bereiten und für deren Gesundheit etwas tun will, versäume nicht, einen Versuch mit diesem heilsamen Getränk zu unternehmen und als ständigen Haustrunt einzuführen. Wegen des Be­zuges verweisen wir die geehrten Leser auf den Inseratenteil unserer Zeitung.

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