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Versammlungen ein, um die zu ergreifenden endgültigen Maßregeln zu beraten. Ueber das Ergebnis dieser Be­ratungen ist noch nichts bekannt. Hoffentlich zeigt sich's, daß beide Varteien eingesehen haben, daß ein magerer Vergleich besser ist als ein fetter Prozeß!

Ein interessanter Prozeß wird demnächst die preußi­schen Gerichte beschäftigen. Die altmärkische Stadt Lüchow hat Klage gegen den preußischen Handelsminister erhoben, weil er die Schließung des städtischen Technikums in Lüchow verfügt hat. Die Verfügung ist ergangen, weil die Stadt Lüchow nicht in der Lage ist, die verlangte hohe Garantie­summe aufzubringen. Die Klage bezweckt die Anerkennung der Anstalt seitens des Ministers und fordert für das Ein­schreiten desselben und die dadurch bedingte dauernde Schädi­gung einen Schadenersag von 15 000 Mark. Zur Führung des Prozesses als Rechtsbeistand der Stadt Lüchow hat sich ein bekannter Abgeordneter bereit erklärt.

Italien.

Papst Pius X. scheint mit der Tradition der Ab­schließung des Vatikans vom Quirinal allmählich brechen zu wollen. Schon seit einiger Zeit fiel es in der ewigen Stadt auf, daß der Nachfolger Leos viele offizielle Persönlichkeiten Italiens, Senatoren, Deputierte, Hofdamen u. s. w. ohne weiteres empfing. Jetzt hat er sogar, was unter Leo XIII. völlig undenkbar gewesen wäre, in besonderer Audienz einen Seim italienischen Hofe beglaubigten Diplomaten, den argen­inischen Gesandten Moreno, empfangen. Der Vorfall ist völlig neu und wird in Nom viel besprochen.

Türkei.

Nicht weniger als 16 000 Albanesen sind bei Dia. fowa im Aufruhr! Sie griffen, wie jest bekannt wird, den dortigen Regierungsfonak an, zündeten viele Häuser an und plünderten die Häuser der Christen. Schemsi Pascha wurde, als er sie angriff, wie schon gemeldet, zurückgeschlagen. Der Führer der Albanesen ist ein gewisser Hassan Aga. Aus Monastir, Uesküb, Ipek und Mitrowiza gehen bedeutende Mengen türkischer Truppen nach Djakowa ab. Ein großer Kampf wird erwartet.

Alien.

Eine mysteriöse Geschichte wird aus Tehe ran, der Residenz des Königs der Könige", berichtet. Muzaffer- Eddin, der Schah von Persien, den man auch bei uns von seinem vorjährigen Besuche am Berliner Hofe her fennt, wäre, so wird versichert, beinahe einer Vergiftung er­legen. Angeblich aber handelt es sich nicht um einen An­schlag auf das Leben des Schahs, sondern um einen un­glücklichen Zufall. Schon von jeher ist Muzaffer- Eddin kränklich; heute fehlt ihm dies, morgen jenes. Woran er aber seit seiner Thronbesteigung leidet, das ist eine immer­währende Furcht vor Attentaten und heimlichen Nach­stellungen. Diese Furcht geht soweit, daß der Schah keinen Perser mit irgend einer wichtigen Verrichtung im Hofhalt betraut. Sein Arzt ist ein Engländer, sein Apotheker ein Franzose, sein Koch ein Deutscher. Troß dieser Vorsicht wäre der Schah beinahe an Gift gestorben. Sein Leibarzt hatte ihm gegen seine Nervosität und Aengstlichkeit ein Beruhi­gungspulver verordnet. Kaum hatte Wuzaffer- Eddin es ge­nommen, so stellten sich bei ihm schwere Vergiftungserschei­nungen ein. Der Arzt, der inne ward, daß der Schah gegen ihn Verdacht schöpfte, suchte ihn zu beruhigen, indem er selbst eine große Menge dieses Mittels einnahm. Wenige Augen­blicke später traten bei ihm selbst heftige Vergiftungs­erscheinungen auf. Die sofort angestellte Untersuchung er­gab, daß der Apotheker des Schahs sich bei der Bereitung des Beruhigungsmittels vergriffen und versehentlich" Gift hineingemischt hatte. Nur der Umstand, daß er Franzose war, rettete den Apotheker vor einer plötzlichen Abkürzung seines Lebens. Gegenmittel, die dem Schah sofort gereicht wurden, beseitigten die Gefahr; der Arzt dagegen schwebte längere Zeit zwischen Leben und Tod. In Teheran glaubt natürlich niemand an das Versehen" des Apothekers.

Aus den Parlamenten.

* Eine ähnliche Kunst debatte, wie neulich im Reichs­tage, soll nun auch der preußischen Volksvertretung beschert werden. Bei der Reichstagsdebatte wurde mehrfach darauf hingewiesen, daß für Einwendungen gegen gewisse künstle= rische Bestrebungen in Preußen lediglich der preußische Land­tag das geeignete Forum bilden könne. Mit Rücksicht darauf beabsichtigen die Nationalliberalen im Abgeordnetenhause, beim Etat des preußischen Kultusministeriums die Behand­lung der sezessionistischen Richtung durch die amtlichen preu­Bischen Stellen zum Gegenstand einer gründlichen Beschwerde zu machen.

Heer und flotte.

Mehrere wichtige Personalveränderungen in hohen preu­sischen Kommandostellen sind vorgenommen worden. Der Generaladjutant und Kommandeur der 1. Gardedivision, Generalleutnant v. Moltke, wurde unter Versetzung in den Generalstab der Armee zum General- Quartiermeister er­nannt. Der Chef der Landesaufnahme Generalleutnant v. Steinmetz ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt und der Oberquartiermeister General­major v. Scheffer mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs der Landesaufnahme beauftragt worden.

Deuticher Reichstag.

( 36. Sigung.)

CB. Berlin, 18. Februar.

Der Reichstag setzte heute die Beratung des Po ste tats und der dazu beantragten Resolutionen auf Vorlegung von Statistiken über die Dienstzeit bei den mittleren und Unterbeamten und über Krankheits- und Todes­ursachen bei Beamten, sowie auf Ausdehnung der Sonntagsruhe auf kirchliche Feiertage, insoweit solche von der Mehrheit eines Ortes gefeiert werden, fort.

Abg. Droescher( kons.) befürwortet weitere etats­mäßige Anstellungen der Assisterten, Regelung des Er­holungsurlaubs, frühzeitigere Bekanntgabe der Verseßungen, strengere Kontrolle der Dienſtſtunden- Uebertretungen, Ent­schädigungen für Nachtdienst, Vesserung der Lage verschiede­ner Kategorien der Post- Oberbecmten und endlich eine Re­vision der Submissionsbedingungen bei der Post im Interesse des Handwerks.

Abg. Eickhoff( freif. Bp.) verlangte zahlreiche Ver­kehrs- und Personal- Reformen. Ferner wandte er sich gegen die widerruflichen Bulagen für Bostbeamte in den Ditmarken,

sowie gegen die Beschränkung des Koalitionsrechts der Unter­beamten.

Der Staatssekretär Kraetke stellte in Abrede, daß für die höheren Beamten ein Notstand bestehe. Er möchte ihnen gern ein besseres Avancement geben, aber der Miß­stand stamme noch von früher her, aus der Zeit des großen Andranges zu der höheren Postkarriere in den 80er Jahren. Die Verwaltung sei aber im Interesse der Beamten bemüht, sie beabsichtige, im nächsten Jahre den letzten Teil der Kassierer und Inspektoren in höhere Stellen zu bringen.

Beschwerden häuften sich auf Beschwerden. Der polnische Abg. Fürst Radziwil spricht sich gegen die Oſtmarken­zulage aus. Ebenso Abg. Schrader im Namen der freis. Vereinigung. Abg. Böckler( wirtsch. Vereinig.) vertrat die Forderungen der Unterbeamten und trat auch für die Ge­währung der Ostmarkenzulage ein, deren Unwiderruflich­feit er forderte. Aehnlich sprachen noch die Abgg. Stock­mann, Jaunez, Huck und v. Treuenfels. Dann vertagte sich das Haus.

Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

( 22. Sigung.) RK. Berlin, 18. Februar. Mit der Weiterberatung des Etats des Handelsministe­riums verband das Abgeordnetenhaus heute die Debatte über einen freikonservativen Antrag wegen anderweitiger Regelung der Ruhezeiten für Gehilfen und Lehrlinge in Gast- und Schankwirtschaften. Der Antrag verlangt bei der Regelung dieser Ruhezeiten größere Berücksichtigung der Bedürfnisse der verschiedenen Arten der Gast- und Schank­wirtschaften und die Ermächtigung für die Ortspolizeibehör­den, in geeigneten Fällen Ausnahmen von den geltenden Bestimmungen zu bewilligen. In der Debatte, die sich völlig um diesen Antrag drehte, erklärte der Handelsminister Möller, einmal gehöre der Antrag nicht in sein Ressort, dann aber sei es gegen alle Gewohnheit, wenn eine Bundes­ratsverordnung aus dem Jahre 1902 schon jetzt abgeändert würde. Er, der Minister, verkenne die großen Schwierig­feiten für die kleinen und mittleren Gastbetriebe nicht. Aber alle gewerbetreibenden Stände hätten sich mehr oder minder Einschränkungen gefallen lassen müssen. Er könne deshalb dem Antragsteller, ohne für die preußische Regierung Stel­lung nehmen zu wollen, nicht in Aussicht stellen, seinen Wünschen nachzukommen. Der Antrag wurde schließlich der Handelskommission überwiesen. Die weitere Debatte brachte

nichts Welterschütterndes.

Nab und Fern.

Die Lage in Crimmitschau läßt noch immer viel zu wünschen übrig. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt noch immer gegen 1100. Namentlich der Betrieb der Webereien hat wegen des ungünstigen Geschäftsganges noch nicht voll wieder aufgenommen werden können. Viele stellenlose Ar­beiter haben daher der alten Heimat den Rücken gekehrt. Unter den Zurückgebliebenen macht sich jetzt eine starke Er­regung gegen die Streitführer bemerklich, zumal da der Tertilarbeiterverband jetzt solchen Familienvätern, deren Frauen Arbeit gefunden haben, nur noch 8 Mt. Unterstützung wöchentlich zahlt.

Durch eine Sydditexplosion wurden in einer Fabrik bei Gravesend in der englischen Landschaft Kent drei Personen getötet und mehrere verwundet.

Franz v. Lenbach, der berühmte Künstler, hat sich in der Münchener Universitätsklinik einer gefährlichen Operation unterziehen müssen. Diese glückte so vorzüglich, daß man gegründete Aussicht auf eine recht baldige Herstellung des Patienten zu haben glaubt.

Maskierte Ruhestörer. Wie aus Palermo gemeldet wird, kam es in der sizilianischen Ortschaft Piazza Armerina bei einem Maskenumzug zu so ernsten Ruheſtörungen, daß die Truppen einschreiten mußten. In dem sich entspinnenden Handgemenge wurden vierzehn Personen verwundet.

Wen trifft die Schuld? Aus Merseburg kommt die Kunde von einem furchtbaren Nobeitsaft eines 12jährigen Jungen. Er schlug einen zehnjährigen Spielkameraden, mit dem er in Streit geraten war, mit einem dicken Knüppel der­art über den Kopf, daß der Getroffene zusammenbrach und nach drei Stunden zu Hause verstarb. Die Schuld an dem beklagenswerten Vorfall trägt unstreitig die Mutter des jugendlichen Täters, die ihn anfeuerte, es dem Gegner or­dentlich zu geben. Jetzt wird die Neue zu spät kommen.

Einen wertvollen Silberfund machte ein Gutspächter in der Nähe von Pollnow. Er entdeckte in einem auf dem Boden stehenden, alten Schranke ein Geheimfach und in diesem eine größere Anzahl Silbermünzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Diese sollen nach dem Urteil von Kennern einen bedeutenden Sammlerwert haben.

Ein verhängnisvoller Irrtum. Auf scheußliche Art büßte ein Passagier eines Personenzuges, der von Hagen i. W. abgegangen war, sein Leben ein. Kurz vor der Station Breckerfeld mußte der Zug, da die Einfahrt versperrt war, halten. In dem Glauben, der Zug befinde sich schon im Bahnhofe, verließ ein Fahrgast 3. Klasse das Kupee. In demselben Augenblick stürzte der junge Mann mit einem gellenden Aufschrei die dort befindliche steile Böschung hinab in die hochgeschwollenen reißenden Fluten des Flusses Volme und kam nicht wieder zum Vorschein. Die Persönlichkeit des Unglücklichen konnte noch nicht festgestellt werden, auch blieben die Nachforschungen nach seiner Leiche bisher erfolglos.

Eisenbahnunfall. Infolge Vammrutjes entgleiten auf der Station Taubenfeld( Mittelfranken) 6 Wagen des Frankfurt- Münchener Schnellzuges. Mehrere Eisenbahn­beamte und einige Reisende wurden leicht verlekt.

Eine Kruppstiftung. Wie durch Anschlag in den Kruppschen Werken bekannt gegeben wird, stellte Frau Ge­heimrat Krupp am gestrigen Geburtstag ihres verstorbenen Mannes( 17. Februar) 500 000 Mark zum weiteren Ausbau der Invaliden- Kolonie Altenhof zur Verfügung und stiftete gleichzeitig für jeden Kruppschen Arbeiter mit 25jähriger Dienstzeit es sind zur Zeit in Essen und den anderen Kruppsechn Werken rund 2000 Personen ein Geschenk von 100 Mark und ein Erinnerungszeichen.

Selbstgerichtet. Im Münsterer Untersuchungsgefängnis erhängte sich, nachdem ihm ein Fluchtversuch mißgückt war, der Arbeiter Holthues vermittelst seiner Hosenträger. Er war des Lustmordes an der taubstummen Näherin Anna Fiege zu Roral beschuldigt, und trotz seines verzweifelten Leugnens hatte sich das Belastungsmaterial gegen ihn derart berdichtet, daß er als überführt gelten konnte.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 18. Februar 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Sigung um 9 Uhr 20 Min.

Die Spezialberatung des Staatsvoranschlags für 1904 wird fortgesezt bei Kapitel 23, Ministerium des Innern. Abg. Molthan bespricht die Ausführung des Weinbaugeseßes, ins­besondere die Sachverständigenguta ten. Abg. Korell tritt für bschaffung der Gebühren der Kreistierärzte ein, während Abg. Pennrich die Wahl der Ausschantzeit der sog. Strauß wirtschaften diesen freigestellt haben will. Ministerialrat Braun legt in längeren Ausführungen die Stellungnahme der Regierung zu den in der Debatte berührten Fragen dar. Abg. Orb fpricht im Sinne seiner gestrigen Ausführungen. Ministerialrat Beft erläutert die Bestimmungen, betreffend Zwangserziehung und die der Grundsteuer im neuen Gemeinde­steuerges, während Ministerialrat Weber die jeßige Form der Honorierung der Kreistierärzte als die zweckmäßigfte bezeichnet.

An der weiteren Debatte beteiligen sich die Abgg. Dr. Frenay, Pennrich, v. Brentano, Schönberger, Ulrich, Häusel, Weidner und Müller, sowie die Ministerialräte Weber, Braun und Freiherr v. Biegeleben. Das Kapitel wird einstimmig bewilligt, ebenso die folgenden Kapitel: 24, allgemeiner Fonds für Vertretungs- und Aushilfskosten; 25, Regierungsblatt, Reichsgesetzblatt und Deutsches Fahndungsblatt; 26, Porto, Telegraphen- und Feinsprechgebühren: 27, Hausverwaltung; 28, Zentralbauwesen und 29, nichtstaatliche Bausachen. Hierauf tritt Vertagung auf Freitag 9 Uhr ein.

Lokales.

19. Februar 1904. * Bei der Submission für die eiserne Treppe im neuen Universitätsbibliothek gebäude hatten Offerten abge­geben: die Schlossermeister Martin Dörr mit 713,40 mt., Wigandt mit 696 Mf., Kreiling mit 609 Mt., Stohr mit 551 Mt. und Hohmeier mit 507,50 Mt.

** Verhaftet. Wie uns mitgeteilt wird, soll die Mutter des Kindes, welches vor einigen Tagen am Rodtberg bet Gießen todt aufgefunden wurde, erm ttelt und in Haft genommen sein. ** Bezirks Eisenbahnrat. Am 24. Februar, nachmittags, tritt der Bezirks- Eisenbahnrat zu einer Sigung im Konferenzsaale des Frankfurter Hauptbahnhofs zusammen. Die Bürgergesellschaft zu Gießen hält morgen Samstag Abend im Café Leib eine farnevalistische Abendunterhaltung ab und beschließt damit wohl auch die diesjährigen Vereinsfestlichkeiten dieser Art. Recht fleißig und mit Geschick sind die Vorbereitungen zu dem Feste getroffen worden, u. a. tommt das komische Singspiel Der Liederfer" zur Aufführung, so daß zu wünschen ist, daß die Bürgerschaft recht zahlreich zu dem Feste erscheine.

× Lüzellinden. Der seit 6 Wochen hier geleitete Haushaltungskursus wurde am Mittwoch geschlossen. 26 Frauen und Mädchen hatten an demselben teilgenommen.

][ Leihgestern, 17. Febr. Die gestern Abend vom Turnverein veranstaltete Kappenfigung war sehr gut besucht und nahm einen würdigen Verlauf. Was geboten wurde, flap pte vorzüglich, sodaß die Teilnehmer mit dem Gedanken sich trennten, einen vergnügten Abend verlebt zu haben.

(:) Hungen, 18. Febr. Unser alter Gesangverein, der bereits im vorigen Jahre am Gesangswettstreit in Nauheim teilgenommen hat, wird voraussichtlich auch in diesem Jahre unter Leitung seines bewährten Dirigenten an verschiedenen Gesangswettstreiten sich beteiligen. Hoffentlich wird der Verein, der zum größten Teil aus ftrebsamen Mitgliedern besteht, in diesem Jahre für seine große Mühe belohnt.

** Trais- Horloff, 18. Febr. Die seither im Besiz des Hess. Rheinischen Bergbauvereins Berlin gewesene Grube Friedrich ist an die Firma Stein& Co. in Kassel käuflich übergegangen. Steinheim, 18. Febr. Seit einiger Zeit macht sich hier großer Wohnungsmangel bemerkbar, besonders die fleinen Wohnungen sind sehr rar.

Ober- Widdersheim, 18. Febr. Der dem Stein­bruchbesizer Nickel von Gießen gehörige Basalt Steinbruch liefert seit letzter Zeit ungeheure Mengen Basaltsteine, welche, nachdem sie durch die bei dem Bruch befindliche Klopfmaschine die richtige Form erhalten haben, waggonweise nach allen Richtungen versandt werden.

A Lauterbach, 17. Febr. Gestern abend furz nach 7 Uhr brach in der an der Hainigstraße gelegenen Konr. Stöpleischen Hofreite Feuer aus. Die Scheune und Stal­lung wurde eingeäschert, das Wohnhaus blieb unversehrt.

Das eine

+ Bürgeln, 17. Febr. Heute schlachtete der Ritter­gutspächter Sander 3 Schweine und eine Kuh. Schwein wog 7 8tr. und 13 Pfd. Die ganze Schlachterei ergab 17 8tr. Fleisch.

Kirchhain, 18. Febr. Heute wurde hier eine Sigung des Kreistages abgehalten, in welcher der wichtigste Gegenstand der Tagesordnung eine an den Minister der öffentlichen Arbeiten zu richtende Petition betreffend Er­bauung einer Nebenbahn durch das Wohratal bildete. Bekanntlich handelt es sich hierbei darum, von Kirchhain eine Bahn zu bauen nach Gemünden a. d. Wohra mit Anschluß an die zur Ausführung kommende Linte Zimmersroda- Frankenberg. Die Petition schließt sich den betreffenden Eingaben an, die vor furzem vom Frankenberger Kreistag und von einer hier abgehaltenen Interessenten­Versammlung an den Minister schon gemacht wurden.

Griesheim b. Darmstadt, 18. Febr. Infolge der behördutcherseits getroffenen Vorsichtsmaßregeln sind weitere Typhuser frankungen nicht vorgekommen. Das erkrankte 16­jährige Mädchen ist wieder völlig hergestellt.

+ Wiesbaden, 18. Febr. Jm evangelischen Rettungs­haus daher versuchte diese Nacht ein 16jähriger Bögling, etnen Brand anzulegen. Das Feuer wurde aber noch recht­zeitig gelöscht.

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