Hof und Gefellschaft.
Das Kaiserpa ar wird morgen, 11. d. Mts., von Donaueschingen kommend, einen etwa dreitägigen Aufent halt in Straßburg i. Elsaß nehmen und mit Gefolge am Himmelfahrtstage dem Gottesdienste in der dortigen ebangelischen Garnisonkirche beiwohnen. Im Anschluß hieran gedenkt. der Kaiser eine Kirchenparade abzuhalten. In Donaueschingen wohnten am Sonntag der Kaiser und die Kaiserin um 11 Úhr dem Gottesdienste in der evangelischen Kirche bei. Nach 12 Uhr nahmen die Herrschaften von der Schloßterrasse die Huldigung der alten Fürstenberger Lande entgegen. Drei Mädchen überreichten der Kaiserin Blumen. Mehr als 8000 Personen in alten Landestrachten, 32 Militärvereine sowie Schulen und Vereine der Stadt beteiligten sich an der Huldigung. Bürgermeister Fischer hielt eine begeistert aufgenommene Ansprache. Der Fürst zu Fürstenberg dankte und brachte ein Hoch auf den Großherzog von Baden aus. Hierauf folgte ein Festzug durch die Stadt.
Deutfcher Reichstag.
( 87. Sigung.)
ermordet und die Leiche in dem Koffer verborgen habe. Wie Untersuchung wird eifrig fortgesetzt. In späteren Jahren heiratete die Buti den berühmten Mailänder Ziseleur Johann Grandi, der inzwischen gestorben ist.
A Kampf mit Einbrechern. Auf der Meierei des Schlosses Terleenen bei Büdingen stahlen Diebe nachts Truthähne und Fasane. Der Besitzer G. Coenen wurde wach, eilte mit der Flinte in den Hof und gab Feuer. Die Einbrecher flohen, aber gaben die Schüsse zurück. Herr Coenen schoß von neuent, und traf zwei der Diebe tödlich am Kopf. Ein dritter entfam.
A Ein Ehedrama beschäftigt die Behörden der böhmischen Stadt Leitmerit. In der Nähe der Stadt wurde die Leiche des Buchhalters Franz Navratil aus der Elbe gezogen. Die Leiche wies an der Stirn mehrere tiefe, klaffende Wunden auf. Navratil, der seit vier Jahren verheiratet war, hatte mit seiner Frau und einem Freunde am Ostermontag einen Ausflug gemacht und wurde seit dieser Zeit nicht mehr gesehen. Frau Navratil erzählte den Nachbarn, ihr Mann sei verreist. Bei der von den Gerichtsärzten vorgenommenen Obduktion der Leiche ergaben sich weitere Verdachtsmomente, welche auf eine Vergiftung hinweisen, weshalb der Mageninhalt chemisch untersucht werden wird. Frau Navratil, welche zu ihren Verwandten nach Königgräß reisen wollte, wurde verhaftet. Auch der„ Freund" Navratils befindet sich bereits in Untersuchungshaft, da der dringende Verdacht be. steht, daß zwischen Frau Navratil und dem Freunde" ihres Mannes ein Liebesverhältnis bestand und die beiden den Mann durch Gift beseitigten und die Leiche in die Elbe warfen, um den Schein eines Selbstmordes zu erwecken.
Der Einsturz eines Steinkohlenbergwerks hat in Saint Francois, einer Vorstadt des französischen Ortes Saint Etienne, den Zusammenbruch eines vierstöckigen Hauses und den Tod zahlreicher Menschen zur Folge gehabt. Bis jetzt wuden zwölf Tote geborgen. Weitere Hauseinstürze werden befürc.et.
CB Berlin, 9. Mai. Die dritte Beratung der„ lex Stengel" wurde durch eine furze Nede des Reichsschase fretärs eingeleitet, der die Zustimmung der Regierung zu den Beschlüssen der zweiten Lesung bekannt gab, aber hinzufügte, daß die Reform damit nicht ihren Abschluß gefunden habe. Es folgte eine unerhebliche Debatte, dann wurde das Gesetz in seinen einzelnen Teilen und im ganzen unverändert angenommen. Darnach ging es an das Hauptstück der Tagesordnung, die dritte Beratung des Etats, die mit einer fünsviertelstündigen, groß angelegten Rede des sozialdemokratischen Abgeordneten Bebel ihren Ansang nahm. Er kritisierte zunächst die auswärtige Po Iitik; in neueren Vorkommnissen, auch in den jüngsten Reden des Kaisers sieht er den Beweis für die fortschreitende Isolierung Deutschlands. Mit Bezug auf Südwestafrika rügte der Redner die Entsendung des Generalleutnants von Trotha, der Land und Leute nicht kenne. Zum Schluß bekämpfte der Redner den im preußischen Abgeordnetenhause eingebrachten Gesetzentwurf zur Erschwerung des Kontraktbruchs auf dem Lande. Bebels scharfe zum Ausdruck gebrachte Antipathie gegen Rußland veranlaßte den Reichsfanzler Grafen Bülow, erneut zu erklären, daß Deutschland im ostasiatischen Kriege strikte Neutralität beobachte. Der Kaiser habe gelegentlich des Untergangs der „ Petropawlowsk" von Syrakus aus nicht telegra phiert, Rußlands Trauer sei auch Deutschlands Trauer, sondern er habe nur dem Zaren gegenüber seine warme Teilnahme bei einem Unglücksfall zum Ausdruck gebracht, bei dem hunderte braver Matrosen den Tod gefunden hätten. Daß Deutschland isoliert sei, bestritt der Kanzler aufs neue; wäre es aber der Fall, dann müszten wir erst recht unser Schwert scharf halten. Zur Kritik der militärischen Operationen in Südwestafrika fand der Kanzler den Augenblick nicht geeignet, so lange die Beteiligten nicht gehört werden könnten. Kolonialdirektor St iibe I bestritt Bebel gegenüber, daß bei der Kriegführung gegen die Herero von deutscher Seite Ausschreitungen begangen würden. Die weitere Diskussion brachte nichts von erheblicher Bedeutung. Es wurden zum größten Teile Erörterungen aus der zweiten Lesung fortgesponnen.
$
Ic
δι
e
d
A
Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.
( 71. Sizung.)
RK Berlin, 9. Mai. Nur sehr fragwürdiges Interesse bot die heutige lange Debatte über die Vorlage betr. die Errichtung eines Ober. landesgerichts in Düsseldorf. Die Debatte endete damit, daß die Vorlage an eine 14gliedrige Kommission verwiesen wurde. Dann wurde noch eine Reihe umwesentlicher Gesetze- Stadt. freiserweiterungsvorlagen und dergleichen- erledigt, und bas Haus vertagt sich auf Dienstag.
b.
ni
Ei
ba
S
sti
br
bei
De
8
rh
ftc
dei
för
we
da
ihr
fri
wer
hef
Un
Gr
Ab
lich
off
Nab und Fern.
Wankende Verge. Im Cadoretal in Südtirol ereignete sich ein furchtbarer Bergsturz. Sieten Hütten wurden weggerissen und drei Menschen getötet. Die Ortschaft Colasso mußte geräumt werden. Weitere Bergstürze stehen bevor.
Hus dem Gerichtssaal.
Schreiben, worin er den Bruder von der Schwester wohl unterschied, ablehnte. Die Sassulitsch gehören dem altrussischen Kleinadel an.
[ Russische Kriegskarrikaturen] werden zurzeit in riesigen Mengen verbreitet. Ein Bild stellt z. B. einen riesigen Russen dar, der einen kleinen Japaner mit der Knute bearbeitet, während Amerika und China erschreckt zusehen. Unter dem Bilde steht„ Das Kriegslied der Donschen Kosaken", von denen einige Verse in wörtlicher Uebersetzung hier wiedergegeben seien: Es wird schwer für Euch sein, mit uns zu kämpfen; Kein Tag wird vergehen, an dem nicht ein Schiff versinkt. Ihr denkt, hr werdet Euren Spaß mit unseren Häfen haben; Ihr selbst werdet ohne Häfen sein.- Ihr schlichet verstohlen nach Port Arthur hin. Aber im Nu werdet Ihr tüchtig geschlagen..." Ein zweites Bild stellt, einen riesigen Russen dar, der in bester Laune eine Horde japanischer Zwerge heßt. Darunter stehen die Worte: Wo-" hin wollt Ihr, hr Gelbhäute? Welcher Häfen wollt Ihr Euch bemächtigen? Ihr denkt, Ihr werdet unsere Stellungen durch Strategie einnehmen, aber paßt auf, wenn Ihr einen Schlag von einem Muschik bekommt. Der Heide soll vom Yankee unterrichtet worden sein. Das sind alte Geschichten, mein Lieber. Du wirst Mütterchen Rußland nicht erschrecken. Die Russen sind keine Feiglinge. Sorge für dich selbst!" Der Tert klingt wie eine bittere Satire.
§ Der Rächer seiner Ehre. Das Pariser Schwurgericht verjandelte gegen den Advokaten Charles Ebelot in Toulouse, jer der Körperverlegung mit nachgefolgtem Tode angeklagt var, weil er am 16. November 1903 den Bijoutier Lautier mus Toulouse im Duell erstochen hatte. Sein Degen traf den Benannten mitten ins Herz. Der Gefallene hatte ein Verjältnis mit Ebelots Frau. Der Angeklagte wurde freigesprochen.
Der Simplontunnel geht seiner Vollendung entgegen. Seit etwa einer Woche können die auf einer Tunnelseite abge euerten Sprengschüsse von den Arbeitern auf der anderer Seite vernommen werden, so daß der Durchbruch des Tun nels bald bevorsteht.
§ Probeweise Ehescheidung. Die Gattin des Olmützer iltesten Advokaten Dr. Franz Svozil brachte nach 35jähriger The gegen ihren Gatten die Ehescheidungsklage ein und verangte eine monatliche Apanage von 300 K. Bei der Verjandlung kam es zwischen den Parteien zu einem ganz unjewöhnlichen Ausgleich: Es wurde nämlich ein Provisorium on einem Jahre vereinbart. Frau Svozil wird ein Jahr on ihrem Gatten abgesondert leben. Der Gatte verpflichtete ich zur Zahlung von 300. monatlich für die Sustentation er Klägerin und 200 K. Kurkosten für eine Badereise. Nach Iblauf dieses Jahres steht Frau Svozil das Recht zu, entpeder zu ihrem Gatten zurückzukehren oder auf der Durchührung des Ehescheidungsprozesses zu bestehen.
零
* De
Der Mehr
heimrats lische Pfa
tierten Diese Stel
+ wärter an
riel Fend 218 Bilbingen
* Der Briefe ift feftgefeßt. und Döl Meidigung b Midel. + B
meifter, f
geforb
Dienften; fig penfion A C
gent Ba Gefangs in der Feft zur Beit einzelnen und Butro
Bürgerfo
guten Ma
** 2
und Mor
zu Gieße
Preiss
Chrenpre Lower, 3
6. Moses 9. Otto Wilh. Ne
wurde be
rielle Bei
Stätten g
der Gesun
Verein ar
Die gestrengen Herren stehen vor der Tür. Der 12., 13. und 14. Mai, die Tage der sogenannten Eisheiligen Ban. fratius, Servatius und Bonifatius, sind von jeher als Kälteund Frostbringer gefürchtet, die die zarten Pflänzchen in Garten und Feld mit ihrem eisigen Hauch ersterben lassen. Diesmal fällt der Regierungsantritt der drei Gestrengen mit Himmelfahrt zusammen. Hoffentlich hat deshalb Pankratius ein Einsehen und räumt der lieben Sonne das Feld, damit die Pfingstvorfreude, die diesen Tag von jeher verschönt, zu ihrem Recht kommen kann. Sind doch überhaupt die drei grimmigen Eisheiligen besser als ihr Ruf. Sie unterscheiden sich im großen und ganzen garnicht so sehr von den sonstigen Tagen der ersten Hälfte des„ Wonnemonats" Mai, der dieses Epitheton aus Dichtermund nur sehr unvollkommen verdient. Richle, von Regengüssen begleitete Witterung gehört zu den dauernden Erscheinungen im Anfang des Mai, so daß die drei Eisheiligen also mur feine Ausnahme von der allgemeinen Regel machen, sich aber gar nicht durch besondere Bosheit auszeichnen. Sie verdanken ihren schlechten Ruf auch wohl mehr dem Umstande, daß sie die äußerste Grenze bilden, bis zu der der Winter sich in unseren Gegenden noch verteidigen kann. Sind die Tage der Herrschaft der drei gestrengen Herren vorüber, so ist auch seine Macht endgültig gebrochen und die Maienwonne fann in lindem Hauch sich in aller Herzen ergießen. Hoffen wir, daß die gefürch teten Tage uns fein zu beftiges Rückzugsgefecht des flüchter: den Winters bringen, damit es nicht heißen muß:
§ Wegen fortgesetzter Mißhandlung, Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung von Soldaten hatten sich nicht weniger als sieben aktive bezw. inaftive Unteroffiziere vom Artillerieregiment Nr. 61 in Darmstadt vor dem dortigen Kriegsgericht zu verantworten. Die einzelnen Straftaten liegen zum Teil schon mehrere Jahre zurück. Zu der Verhandlung, die im Interesse der militärischen Disziplin unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, waren etwa 70 3eugen geladen, auf Grund deren Aussagen der Vertreter der Anflagebebörde gegen sämtliche Angeklagte teilweise recht empfindliche Freiheitsstrafen beantragte. Das Urteil des Kriegsgerichts lautete: Gegen den Unteroffizier Merczuweit sieben Monate Gefängnis und Degradation, gegen den früheren Unteroffizier Mattner fünf Monate Gefängnis und Degradation, den Unteroffizier Frey vier Monate Gefängnis, den früheren Vizewachtmeister Schaf sechs Wochen gelinden Arrest, Oberfahnenschmied Klaus sechs Wochen gelinden Arrest, den früheren Sergeanten Laubach sechs Wochen gelinden Arrest, und den Sergeanten Kapp sechs Wochen Mittelarrest. Die Angeklagten Merczuweit, Mattner und Frey wurden mit Rücksicht auf die Höhe der gegen sie erkannten Strafen sofort in Haft genommen. Auch bei der Urteilsbegründuna war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen.
Eine jugendliche Diebesbande wurde in Berlin dingfest gemacht. Ein Mitglied, Edmund Langhans, zählt 15 Jahre. drei, Wilhelm Nieschewski, Georg Liz und Otto Müller, 14 Jahre, das fünfte. Theodor Bartsch, 13 und der Räuber. hauptmann Hans Schneider elf Jahre. Die Jungen ver säumten schon ein halbes Jahr lang fast immer die Schule. Die Bande suchte mit Vorliebe Kellerläden auf, in denen nur eine Frau bediente. Sobald der Laden leer war, ging einer der kleinsten Diebe hinein, schlich sich wie eine Katze um den Tisch herum und ergriff die Kasse, um mit ihr zu verschwin den. Je nach der Bente, die sie machten, lebten die jungen Spitzbuben in Saus und Braus. Am liebsten machten sie Droschkenfahrten und Ausflüge, oder besuchten Animierfneipen, um dort alles zu verprassen. So waren sie trotz ihrer Jugend schon mit der verrufensten Gesellschaft bekannt.
Eine verhängnisvolle Verwechselung ließ sich die Bam. berger Hebamme Herzer zu schulden komunen. Sie gab einer 25jährigen Frau, zu deren Entbindung sie herbeigezogen war, an Stelle des verlangten Rotweins versehentlich ein Glas Lysol zu trinken. Die Frau starb darauf nach einer Stunde unter gräßlichen Schmerzen.
Ein graufiger Fund. Im Asyl für Erwerbsunfähige in Florenz befand sich seit längerer Zeit die jetzt 70jährige Julie Buti, welche den Pflegerinnen durch ihre häufigen Näusche viel zu schaffen gab. Jetzt erkrankte sie an Delirium tremens und wurde von dem Spital der Unheilbaren übernommen, wohin auch die Effeften der Buti transportiert werden sollte. Dabei sah eine Pflegerin dieselben durch und entdeckte in einem schwarzen Koffer eine ganz verdorrte weib liche Leiche. Aerzte, welche den grausigen Fund untersuchten, erklärten, daß diese Leiche wohl seit Jahnzehnten in dent Roffer gelegen sein mochte. Sofort begab sich eine Gerichtsfommission ins Spital, um die Buti einem Verhör zu unterziehen. Allein das alte Weib ist ganz verblödet und gibt feine vernünftige Antwort. Vor fünfzig Jahren war die Buti die erste Sängerin am großherzoglichen Hoftheater in Florenz und eine gefeierte Schönheit. Eine junge Mailände. rin machte der Buti gefährliche Konkurrenz; plötzlich verschwand die Mailänderin und niemand wußte, was aus ihr geworden sei. Man alaubt nun, daß die Buti ihre Rivalin
Vermischtes.
Leg' in den Ofen große Stücke Sohlen, Die letzten Stücke Brennholz bring' herbei, Und laß gleich neue von dem Händler holen, Wie einst im Mai!
Hilf mir den Sessel an den Ofen rücken, Und wenn man's sieht, so ist es einerlei, Und laß uns wieder in den Regen blickerWie einst im Mai!
[ Gine glückliche Familie.] In einer Menageric, die sich kürzlich in einer Stadt im Norden Englands aufhielt, befand sich unter den verschiedenen Käfigen mit den ausgestellten Tieren auch einer mit der merkwürdigen Aufschrift: ,, Die glückliche Familie". Diese Familie setzte sich aus einem Löwen, einem Tiger, einem Wolf und einem Lamm zusammen. Auf die Frage, wie lange es die Tiere denn wirk. Tich als glückliche Familie" bereits ausgehalten hätten, antwortete der Besizer: Ungefähr 10 Monate, nur das Lamm mußte von Zeit zu Zeit erneuert werden."
Kunft und Wissenschaft.
RG. Professor Franz v. Lenbach †. Der berühmte Münchener Porträtmaler Franz v. Lenbach ist in München verstorben. Lenbach galt in der Kunst des Porträts als der deutsche Rembrandt, dessen Technik er eifrig studiert hatte. Lenbachs Beisetzung findet diesen Sonntag statt. Von allen Seiten sind der Witwe des Verstorbenen warme Zeichen der Teilnahme zugegangen. Unter den ersten, die ihr kondolierten, befanden sich Kaiser Wilhelm und Prinzregent Luitpold von Bayern. Lenbach ist 68 Jahre alt geworden.
[ Der Mann im Schrank.] Die junge Königin Wilhelmina von Holland besuchte jüngst die Volksküchen von Amsterdam. Die Ehrendame führte die Königin durch sämtliche Räume und zuletzt auch in die Küche. Die Königin kostete die Speisen, fand sie vorzüglich, und über das Gesicht der alten Köchin huschte ein Freudenschimmer. Und wo bewahren Sie Ihre Vorräte auf?" fragte schließlich die Königin. Sier, Majestät," versetzte die Ehrendame und öffnete die Tür eines breiten Küchenschrankes. In demselben Augenblic löste sich von den Lippen der drei Frauen ein lauter Schrei. In dem Schrank stand ein Mann! Natürlich beschuldigte man sofort die Köchin, daß sie trotz ihres vorgerückten Alters noch Liebeleien unterhielte; doch sie erklärte empört, den Betreffenden noch niemals gesehen zu haben. Indessen war der Schuldige nähergetreten, und nun stellte es sich heraus, daß man es mit dem Berichterstatter eines großen Amsterdamer Blattes zu tun hatte, der in den Schrank geschlichen war, um einen ganz genauen Bericht über den Besuch der Königin in der Volksküche liefern zu können. Die Königin hatte über den findigen Kopf herzlich gelacht und beim Verlassen der Volksküche dem gewissenhaften Zeitungsreporter herzlich die Hand gedrückt mit den Abschiedsworten: Bitte, mir von Ihrem Zeitungsbericht auch ein Eremplar zu schicken!"
[ Der Bruder der Nihilistin.] Ein russischer Korrespondent lenkt die Aufmerksamkeit auf die bemerkenswerte Tat sache, daß General Sassulitsch, der Befehlshaber der russischen Truppen am Jalu, der Bruder von niemand anderem als Vera Sassulitsch ist, der berühmten russischen Nihilistin, die im Jahre 1878 den Attentatsversuch auf General Trepot, den Polizeichef von Moskau, machte. General Sassulitsch, damals ein junger Subalternoffizier, kam bei Zar Alexan der II. um die Erlaubnis ein, seinen Familiennamen änderr zu dürfen, eine Bitte, die ihm der Bar in einem huldvollen
ON. Maurus Jokai t. Der berühmteste Dichter der Ungarn, Maurus Jokai, ist nach kurzem, aber schwerem Krankenlager in Budapest verstorben. Jokai hat ein Alter von 79 Jahren erreicht, er ist am 19. Februar 1825 in Komorn geboren. Schon im Jahre 1842 erschien sein erster Roman ,, Werktage", dem bald eine ganze Reihe weiterer folgte, unter denen in Deutschland besonders Der Goldmensch"," Ein ungarischer Nabob" und Schwarze Diamanten" sich großer Beliebtheit erfreuen. Jokais gesammelte Werke füllen etwa 300 Bände, deren Inhalt allerdings zum großen Teil oberflächliche Schnellarbeit bildet. Auch als Politiker ist Jokai hervorgetreten. 1848 wurde er mit dem Dichter Petöfi zusammen der Führer der revolutionären Jugend. Nach dem unglücklichen Ausgang des ungarischen Freiheitskrieges irrte er als Geächteter im Lande umher. Nach Wiederherstellung der ungarischen Verfassung gehörte er stets dem Abgeordnetenhause an, bis er 1893 zum lebenslänglichen Mitglied des Magnatenhauses ernannt wurde. Das Begräbnis Maurus Jokais wird auf Staatskosten veranstaltet. Alle Budapester Blätter sind gestern mit Trauerrand erschienen und geben dem Schmerz über das Hinscheiden des poeta laureatus Ausdruck. Sie feiern ihn als den typischen Vertreter des ungarischen Genius in der Weltliteratur.
des Land
Grundstei
Krebsfran
25 0009
口
Frankfu
Ibie Aus
Sammlu
Stellung b
prachtige
Schmetter
K. S
Didendau
auf der S
BG. Jenny Groß †. Infolge von Herzlähmung, die nach einer durch ein veraltetes Frauenleiden notwendig gewordenen Operation eintrat, verstarb in Berlin die bekannte Schauspielerin Jenny Groß. Sie war eine geborene Ungarin und hatte ihre künstlerische Laufbahn in Wien begonnen, wo sie in ersten Naiven- und Liebhaberrollen große Triumphe feierte. Von dort siedelte sie an das Berliner fgl. Schauspielhaus über und wirkte dann seit 1888 am Lessingtheater und in letter Zeit am Residenztheater. Ihre Glanzrolle war Madome Sans- Gêne, in der sie weit über vierhundert Mal in Berlin und in anderen deutschen Städten auftrat. Noch auf ihrem Krankenlager in der Klinik hat Jenny Groß ihre Schwester gebeten, falls sie sterben sollte, ihre Leiche nach Wien überführen zu lassen und sie dort in einer Gruft beisetzen zu lassen, die, außer für die Künstlerin selbst, nur noch für die Schwester Raum haben sollte. Dieser Wunsch wird selbstverständlich erfüllt werden.
2 Uhr ab welcher 7 wurde dur Denkmünze
Höhe von
Jubilare fi Baftian,
Telegramm Die Arbei
wirtet un
A
fonft fabr mit einer
beftand da defelt gem abgefahren
aljo teiner fortfepen m
A G
Larten Son
lein Busfid
at den Ver
nerflettern
Often, fol
potatopf 2c)
szum Aus
logem Auge
ge
bird die
Caftellen. D
aboten, auf
Bir fönnen
nd hoffen,&
Shannentopf& A Gri
en Spazierga
Ccs ift dies e
Nie


