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und sagte, nirgendwo erfolge ore praparierung und Stonjervierung der Insekten mit so viel Sorgfalt und Geschicklichkeit wie im Madrider Museum.
[ Die Rangliste und schwarze Liste" der Wiener Schneider.] Die Wiener Schneidermeister sind jetzt nach einer Rangliste" geordnet. Die Wiener besiben nun ganz offiziell Schneidermeister ersten, zweiten und dritten Ranges. In die erste Rangklasse gehören alle Hofschneider, in die zweite die großen Schneider ohne Hoftitel und in die dritte die mittleren Schneidermeister aller Bezirke Wiens". Die tausend anderen Kleinmeister stehen allerhalb der Rangliste. Die Einteilung der drei Gilden erfolgte mit Rücksicht auf den neuen Lohntarif der Stückmeister, welche den nicht unberechtigten Wunsch hegten, daß ihnen ein Hofschneider einen höheren Macherlohn für einen Frack zahle, wie der erſtbeste gewöhnliche Schneider, der ja auch höhere Preise für seine„ Atelierarbeiten" verlangt und erhält. In der Versammlung fam auch die schwarze Liste" zur Sprache, welche die Genossenschaft zum Schuße ihrer Mitglieder gegenüber notorischen Schuldenmachern herausgibt. Die Aufstellung dieser Liste geschieht nicht ohne Humor. Sie enthält außer Namen, Charakter, Wohnort und Familienverhältnissen das genaue Körpermaß der Schuldenmacher. Eine Rubrik enthält die Schadenssumme, eine andere verschiedene spaßige Bemerkungen, wie beispielsweise wörtlich: Schuldner trägt feit 1889 wieder blonde Haare;- ist ein großer Redner, aber zahlt nichts; Schuldner hat mehr wie einen schwarzen Fleck im Gesichte; kommt zwar sehr freundlich entgegen, doch zahlt er nichts; verspricht viel und zahlt nichts usw. Die Liste soll sehr viele Namen enthalten.
[ Die japanischen Troßknechte,] die bei früheren Heereszügen in ungezählten Mengen mitgingen, sind diesmal bei dem Heere nur in beschränkter Zahl vorhanden. Bezeichnend ist auch, daß man diese Leute mit Schwertern ausrüstet, woran früher nicht gedacht wurde. Dieser Bruch mit einer alten Gewohnheit ist sehr bemerkenswert, denn der Japaner ist es gewöhnt, sich von Dienern, Kosukai, wie sie heißen, beSienen zu lassen. Betritt man ein öffentliches Gebäude, eine militärische Anstalt, ja sogar eine Kaserne, so sieht man eine Menge dieser Kosukai im Alter von 10-60 Jahren geschäftig umherwandeln oder, was noch häufiger ist, tatenlos im Dienstzimmer herumlungern. Denn die Zahl der Leute entspricht nicht dem Maße ihrer Arbeit. In Deutschland würde einer genügen, wo in Japan fünf sind. Alle die täglichen Geschäfte, welche bei uns von Soldaten besorgt wer den, fallen ihnen zur Last. Sie bringen, in den militärischen Schulen z. B., die Befehle herum, sie rufen die Offiziere, Lehrer oder Schüler zum Direktor, sie besorgen die Post, sie meisen die Fremden zurecht, kurz, zu allem werden sie gebraucht. Den Stalldienern, Betto genannt, liegt die Reinigung des Stalles und der Pferde, das Vorführen derselben wie das Satteln, das Füttern, mit anderen Worten der Kleindienst ob, zu dem man bei uns Gemeine brauchen würde. Der Kavallerieoffizier hat keinen Burschen nach unseren Begriffen für sein Pferd, er hat einen Betto. Ebenso natürlich jeder andere berittene Offizier. Diese Pferdefnechte gehören übrigens zur Hefe des Volkes. Sie bilden eine große Gilde, die fremde Elemente nicht zuläßt und den privaten Pferdebefizern oft terroristisch entgegentritt.
Kunft und Wissenschaft.
NO. Wereschtschagins letztes Bild. Der berühmte russische Künstler Wereschtschagin, der beim Untergang der " Petropawlowsk" vor Port Arthur einen jähen Tod fand, wurde stets für sehr reich gehalten. In der Tat aber hat er nichts weiter hinterlassen als ein Landhaus bei Petersburg und eine kleine Villa im Kaukasus. Seine langen Reisen und seine Ausstellungen kosteten ihm viel Geld, und überdies war er sehr freigebig. In seinem künstlerischen Nachlaß befindet sich neben einer Reihe von Studien ein einziges großes Gemälde Der Begräbnisplatz der Könige", das Wereschtschagin selbst auf 24 000 Mark geschätzt hatte.
Lokales.
30. April 1904.
** Der Großherzog empfing am 30. April den Oberförster Kirchner von Wahlen( Oberhessen). A( Todesfall.) Ein sehr beliebter und angesehener Bürger der Stadt Gießen, Herr Professor Dr. Höhlbaum, der schied heut Nacht 2 Uhr nach 1/4 jährigem Lungenleiden. ** Mit der Revision der Mietwohnungen, Schlafräume und Schlafstellen wird demnächst begonnen. Wir machen die Vermieter derartiger Räume darauf aufmerksam, daß, soweil es noch nich geschehen ist, die alsbaldige Anmeldung bei dem Polizeiamte zu geschehen hat, wo auch die notwendigen Formulare zu erhalten find. Wird durch den Wohnungsinspektor die Unterlaffung der vorgeschriebenen Anzeige festgestellt, so ist Bestrafung zu befürchten. Im übrigen verweisen wir auf die Bekanntmachung des Polizeiamts im amtlichen Teil.
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Der gestrige Sonntag führte uns einen lieben, von allen froh begrüßten Gast bei uns ein, den holden Mai!- Kein Monat des Jahres wird wohl so viel befungen, wie gerade er.„ Der Mai ist gekommen" heißt es jubelnd in dem altbekannten Volksliede und fröhlich fingen die Kinder„ Alles neu macht der Mai!" Wer hätte nicht schon mit Heine zitiert:" Im wunderschönen Monat Mai" und wer tennt es nicht, das schwermütige Lied„ AllerSeelen" mit dem Refrain: Wie einst im Mai!"." Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder", sagt resigniert der Dichter, darum sollen wir Menschen den Wonnemonat und seine Freuden in Gottes weiter herrlicher Natur genießen, solange unsere Herzen noch schlagen. Daß Jung wie Alt in Stadt und Land dies zu beherzigen wissen, an der neu erstandenen Natur, troß unserer immer mehr schnell lebigen Beit noch Gefallen und Freude findet, zeigte eben der gestrige Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes. In großen Scharen zog man hinaus, überall hin, wo schattige grüne Wiesen und Wälder winkten und durch Täler und an den Bergeswänden hallte es wieder:„ Der Mai ist gekommen". Auf einzelne Ausflugspunkte und Orte wollen wir nicht zurückfommen, es begegneten sich wie schon gesagt überall im der näheren und weiteren Umgegend Spaziergänger bei froher Laune und friedlicher Stimmung. Der Himmel ließ zwar ab und zu einen fleinen furzen Regenschauer her
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niederfallen, was der Sonntagsstimmung aber feinen Abbruch tat. Erst am Abend, nachdem wohl so die allermeisten Ausflüger in ihrer Häuslichkeit wieder waren, öffnete es seine Schleusen und Tonner und Bliz hallten und leuchteten zwischendurch, gleichsam, um der Menschheit fund zu tun, wie wundervoll, aber auch wie unerforschlich das Werden und Vergehen der Natur ist.
** Gießener Volksbad. Im April wurden 9026 Bäder verabreicht gegen 7869 im März 1904 und 7140 im April 1903 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 354 Bäder gegen 271 im März 1904 und 286 im April 1903.
Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 4118 Männer, darunter 1159 zu 10 Pfg. 852 Frauen 165 10
Wannenbäder: 1. I. 247 Männer, 78 Frauen, 2. I. 679 490
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Dampf und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 164 Männer, 36 Frauen.
Brausebäder 2103 Männer, 259 Frauen.
Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt, das Bad von 7 Personen besichtigt.
▲ Grünberg, 2. Mai. Ein besonderer Kunstgenuß war der gestern Abend in der Turnhalle veranstaltete Unterhaltungsabend des hiesigen Kirchengesangvereins aus Anlaß des 25jährigen Bestehens. Auf die einzelnen Nummern des fünstlerisch zusammengestellten Programms einzugehen erübrigt sich, wenn wir betonen, daß nur eine Stimme im Saale herrschte:" Heut ist gut gesungen worden!" und das mit Recht. Die Leitung lag wieder in den bewährten Händen des Herrn Lehrer Roth. Derselbe und sein Sängerchor hatten es an Fleiß und Mühe nicht fehlen lassen zum guten Gelingen der einzelnen Lieder. Auch der musikalische Teil v.rdient volle Anerkennung. Besonders verdient hervorgehoben zu werden Herr Apotheker Schäfer, welcher einige Tenor- Solis ruhig und taftvoll sang, sowie das Liederspiel„ Das Lorle", welches musterhaft zur Aufführung gelangte. Der darauffolgende Beifall wollte fast kein Ende nehmen. Mitternacht war schon längst vorbei, ehe das überaus reichhaltige Programm abgewickelt war und die sehr zahlreichen Teilnehmer vollauf befriedigt ihren Heimweg antreten konnten.
Grünberg, 2. Mai. Am vorigen Samstag erzählte man sich in unserer Stadt von zwei pößlichen Todesfällen im hiesigen Schulhause. Glücklicherweise bestätigt sich dieses Gerücht nicht. Es wird uns mitgeteilt, daß ein 13jähriger Schultnabe einen totähnlichen Krampfanfall erlitt und sofort in die elterliche Wohnung gebracht werden mußte. Aerztliche Hilfe war alsbald zur Stelle.
A Grünberg, 2. Mai. Die gestern vom hiesigen Musikverein arrangierte Walparthie nach dem Stadtwald( Bobenhäuser Kopf) ist in allen seinen Teilen als eine gutgelungene zu bezeichnen. Kurz vor 3 Uhr nachmittags zog Alt und Jung, Männlein und Weiblein, bei schönstem Wetter unter flingendem Spiel hinaus in den schönen grünen Wald. Hier entspann sich bald ein lebendiges Treiben, nur fröhliche Gesichter fonnte man erblicken. Für Erfrischungen aller Art war seitens des Herrn Chr. Röhm hinreichend gesorgt. Die Konzertvorträge unter bewährter Leitung des Herrn Schneidermeister Hamel fanden großen Beifall. Leider war der Grünberger Männergesangverein zu schwach vertreten, sodaß die von den wenigen anwesenden Sängern zum Vortrag gebrachten Lieder nicht genügend zur Geltung famen. Gegen 7 Uhr wurde unter Vorantritt des Musikchorps der Heimweg angetreten, auf dem Marktplatz Halt gemacht und im Gasthof zum wilden Mann" Einkehr ge
halten.
Eine Wiederholung derartiger allgemeiner Ausflüge wird in Grünberg stets Sympathie erwecken.
A Grünberg, 2. Mai. Nachdem wir schon mehrere Verschönerungen unserer Stadt in letzter Zeit näher besprochen,
fühlen wir uns auch veranlaßt, an dieser Stelle eines Mannes zu gebenken, welcher besonders das Wohl unserer Gemeinde bisher im Auge gehabt hat. Es ist dies Herr A. H. Jöckel, als Borsitzender des hiesigen Verkehrsvereins. Er war es, der auf dem Friedhof die neuen Baumanpflanzungen anlegte und auch in letzter Zeit wieder in der Nähe des Stadtwaldes, am sogen. Affenwäldchen, einige Steinbänke angebracht hat. Auch in der Stadt selbst ist von Herrn R. H. Jödel viel geschaffen worden, was aber nur erhalten bleiben kann, wenn die Bewohner von Grünberg darauf achten, daß die geschaffenen Wege entsprechend b achtet und geschont werden.
A Köddingen. Beim Ausgraben der Fundamente zu einem Scheuerbau fanden Maurer in der Hofreite des hiesigen Gastwirts Heinrich Rühl XVI. einen Milchtopf voll Silbermünzen im Gewicht von drei Pfund. Da aber die Münzen nur Prägungszahlen von 1832 bis 1840 aufweisen, so farn der Schatz nicht in Kriegszeiten vergraben worden sein. r. Marburg, 1. Mai. In der Sigung des Kreistags machte das Mitglied Regierungsbaumeister Sardemann Mitteilungen über den Stand des Bahnbaues Marburg- Ebsdorfer Grund. Man hofft, die Arbeiten so weit zu fördern, daß der Betrieb am 1. Oktober eröffnet werden kann. Die Mainacht, d. h. der Eintritt des Monats Mai in der Sonnabendnacht um 12 Uhr, wurde hier wieder in außerordentlicher Weise gefeiert. An den Bergen um die Stadt brannten zahlreiche Freudenfeuer, Schloß und Siegesturm auf Spiegelslust waren prächtig illuminiert und bengalisch erleuchtet, Schüsse krachten fern und nah. Raketen stiegen am Nachthimmel empor und von allen Bergen schallt der Gesang des Mailiedes ins Tal. Auf dem Markt war eine große Menge Volks versammelt, um unter Führung des Studenten- Korps Nassonia" mit Begleitung der Jägermusik ebenfalls das Mailied zu fingen. Der Jubel über den Eintritt des Monats Mai und des Treiben in den Straßen dauerte die ganze Nacht. Schwanheim, 1. Mai. Die hiesige Gemeindevertretung vergab endgiltig den Bau der neuen Mainbrücke
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zwischen hier und dem Westend Griesheims für 333000 Mt. an die Brückenbauanstalt Gustave bura.
Aus dem Gerichtssaal.
Straffammer.
Gießen, den 29. April 1904.
Der 15 jährige Gerberlehrling Friedrich Mühl von Friedberg und dessen Bruder Wilhelm stahle dem Gerbereibefizer Stern zu Friedberg über 40 Hasen-, Lammund Ziegenfelle, die zum größten Teil wieder auf Umwegen an Stern verkauft wurden. Friedrich Mühl wurde zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, während der wegen Diebstahl bereits zweimal vorbestrafte Bruder Wilhelm mit 4 Monaten belegt wurde. Zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten wurde der s. 8t. aus dem Arresthaus zu Gießen entrichene Alfred Meier von Bettenhausen verurteilt. Er hat zu Bad Nauheim, wo er bei einem Arzt in Diensten stand, einen Geldbetrag von etwa 30 Mt. unterschlagen und später die Quittuag gefälscht. Der Maurer Heinrich Jäger und berg gerieten mit Burschen von Dannenrod in Streit, der Schneider Heinrich Dietrich Fleischhauer von Schweingwobei verschiedene der letzteren Verlegungen davontrugen. Der hinzutretende Polizeidiener wurde beleidigt und mißhandelt, auch gab ihm einer der Angeklagten einen falschen Namen an. Die Verhandlung führte zu dem Ergebnis, daß Jäger wegen Körperverlegung und Widerstands zu 3 Monaten und 2 Tagen Gefängnis verurteilt wurde, während Fleischhauer mangels Beweise freigesprochen werden mußte.- Der " potheker B. Gerber von Groß- Felda hat gegen ein Urteil des Schöffengerichts Ulrichstein, monach er wegen Beleidigung durch eine anonyme Poftfarte zu einer Geldstrafe von 40 Mart verurteilt worden war, Berufung eingelegt. Die durch Vernehmung von mehreren Beugen und drei Sachver ständigen in die Länge gezogene Verhandlung endigte mit Sohl von Echzell hat in einer Wirtschaft zu Bingenheim Verwerfung der Berufung. Der Müllerbursche Heinrich dem Händler Ludwig Meyer von Schotten einen Geldbeutel mit etwa 40 Mt. Inhalt aus der Tasche gestohlen. Troz hartnäckigen Leugnens wurde er mit einer Gefängnisstrafe von Nieder- Dorfelden wurde unter der Anschuldigung, von 6 Monaten belegt. Der Weißbinder Wilhelm Ohl Schöffengericht Bilbel gestellt. In der Verhandlung stellt ein Huhn getötet zu haben, wegen Sachbeschädigung vor das sich heraus, daß er auch das Huhn mitgenommen hat, weshalb das Schöffengericht, da der Angeklagte rücfällig ist, seine Unzuständigkeit aussprach und die Sache an die Straffammer verwies, welche den Angeklagten zu einer GefängnisStrafe von 3 Monaten verurteilt.
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Gießen, den 30. April 1904.
Michelnau, der schon mit den höchsten zulässigen Der gerichtsbekannte Siebmacher Paul Baumbach von Strafen wegen Ruhestörung belegt worden ist, hat wieder in betrunkenem Zustande zu Nidda groben Unfug verübt, weshalb er vom Schöffengericht Nidda mit einer 14 tägigen Haftstrafe bedacht wurde. Gegen dieses Erkenntnis hat der Angeklagte Berufung eingelegt und bittet heute das Gericht um Freisprechung, da er von der ganzen Sache nichts wisse, er sei sinnlos betrunken gewesen. Nach wiederholter Be weisaufnahme fand das untergerichtliche Erkenntnis seine Bestätigung. Gießen nahm seine gegen ein Urteil des Schöffengerichts Der Schreinergeselle Berthold Walter zu übertretung in eine Geldstrafe von 3 Mt. verurteilt worden Gießen gerichtete Berufung, wonach er wegen einer Polizeiwar, vor der Hauptverhandlung zurück. Der Landwirt auf dem Gallusmarkt zu Grünberg Schweine ohne den tierChristian Simon von Hattenrod war angeklagt worden, ärztlichen Gesundheitsschein angefahren zu haben. Das Schöffengericht Grünberg nahm ihn dieserhalb in eine Geldstrafe von 3 Mt. Auf Berufung des Angeklagten erfolgte heute Freisprechung, da nicht ausgeschlossen ist, daß der Name des Angeklagten mißbraucht worden ist.- Den Schluß bildete die Privatklagesache des Obersten a. D. Spohr in Gießen gegen den Redakteur Dr. Trabert in Eisen, Beleidigung betreffend. Der Angeklagte wurde durch das Schöffengericht Gießen wegen eines Zeitungsartikels, in welchem Oberst a. D. Epohr eine Beleidigung erblickte, zu 60 Mt. Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Erfenntnis
wurde von beiden Beteiligten Berufung eingelegt. Die heutige Verhandlung führte zur Erhöhung der Strafe auf
300 Mt.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Dienstag, den 3. Mai 1904. Windig, zeitweise wolkig, stellenweise noch geringer Regen, fühler. Näheres durch die Gießener Wetterfarte.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14.
Es können eingestellt werden:
1 landw. Knecht, 2 jüngere Schmiede, 1 Schlosser, 1 jüngerer Wagner, 2 Holzbildhauer, 2 Möbelschreiner, 4 Bauschreiner, 1 Schneider, mehrere Arbeiter, 2 Maler, Lauffrauen, 2 Mädchen von 14 bis 16 Jahren.
Lehrlinge: 2 Installateure, 2 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Tapezterer, 2 Schreiner, 1 Lackierer, 1 Drechsler, 3 Bäcker, 2 Metzger, 2 Friseure, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 2 Staufleute, 2 Sellner.
Es suchen Arbeit:
1 Steinhauer, 1 Spengler, 1 Packer und Lagerarbeiter, 1 Bureaudiener, 2 Lauffrauen, 2 Bureaugehilfen, 1 Buchhalter.
Lehrlinge: 1 Schreiner, 2 Kaufleute. Verantwortlich für den politischen, vermischten und unter
haltenden Teil Albin Klein; für den lokalen Teil Karl Klose.


