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Dem Ge

der Küste von Kent landen. Der Kaiser werde wahrschein­lich nicht auf Sandringham, wie zuerst geplant, sondern auf Windsor der Gast König Eduards sein. Einer der Gründe für diese Aenderung sei die zarte Gesundheit der Prinzessin von Wales. Kaiser Wilhelm, der wahr­scheinlich London nicht besuchen werde, habe den Prinzen von Wales zu den kaiserlichen Hofjagden in der Leßlinger Heide eingeladen.

* Im Befinden des Abgeordneten Rickert ist eine Verschlimmerung eingetreten.

* Der schweizerische Bundesrat Hauser ist infolge des Schlaganfalles, den er erlitten hat, gestorben.

* Neuerdings heißt es wieder, das serbische Kö­nigspaar werde von dem Zaren nicht empfangen.

* In dem wiederaufgenommenen Strafprozeß wegen der Ermordung Stambulow's leugnete der ange­flagte Macedonier Michael Stravrew, genannt Halju, die Teilnahme am Morde und behauptete, zur Zeit des Mordes nicht in Sofia gewesen zu sein. Alle Zeugen geben die Aeußerungen wieder, welche Stambulow auf dem Sterbe­bette machte. Stambulow nannte Halju, aber auch andere Namen, darunter denjenigen einer hochstehenden Persön lichkeit in Bulgarien.

* Der auf Befehl des Sultans von Marrokko aus dem Hauptheiligtum der Stadt herausgeholte Mörder des englischen Missionars Cooper gab vor dem Sultan als Grund seiner Tat Haß gegen die in Fez lebenden Christen an, die er, wenn er könnte, alle umbringen würde. Nach diesem Geständnis wurde der Mörder durch die Straßen gepeitscht und wie bereits gemeldet, erschossen. Die Stadt soll ruhig sein. Der Sultan sorgte für die Bewachung ber von Europäern bewohnten Häusern.

Vermischtes.

[ des Königs Patenkind.] Eine hübsche Anekdote wird nachträglich von den diesjährigen württembergischen Manövern gemeldet. Der König war in Aßmannshardt, Bezirk Biberach. In diesem Ort ist eine Familie mit jieben Knaben gesegnet und der König vertrat beim Jüng­sten, wie dies üblich, Patenstelle. Die Mutter stand mit dem Buben in der Nähe der königlichen Equipage und sagte scherzend zu demselben: ,, Do gang na und gib deim Götte ( Baten) d' Hand." Sofort lief der kleine Knabe auf die ajestät zu, streckte ihm die Hand entgegen und ries aus: Grüß Gott, Götte!" Der König, sehr erfreut über die unerschrockenheit seines Patenkindes, drückte ihm lieb­reich die Hand und beschenkte es mit einigen Talern.

mont habe verlangt, daß ihm zur Ausführung der zur Fahrt nötigen Vorarbeiten eine Frist von einem Jahre bewilligt werde.

Eine Untersuchung des Mont Belee. Der franzö­sische Kolonienminister erhielt von der Insel Martinique eine Kabeldepesche, in welcher mitgeteilt wird, daß die Mission Lacroix die ganz verwüstete Gegend besucht habe. Die Mission entdeckte keine Spur einer neuen Krater­öffnung. Sie folgte dem Kamme des Kraters, welcher eine neue, unregelmäßige, 150 Meter tiefe Höhlung bildet. Im Krater baute sich ein felsenartiger Regel auf, welcher den Gipfel des Mont- Pelée überragt und zahlreiche Fur­chen aufweist. Aus diesen Sprüngen steigen schwefelhal­tige Dämpfe auf. Der nördliche und der östliche Küsten­strich sind unversehrt, aber vorsichtshalber geräumt. Es wurden zwei Beobachtungsposten eingerichtet.

[ Die Gattin des Korsettfeindes.] In Lyon hatte vor kurzem ein Gelehrter dieser Stadt eine Frauenversamm­lung einberufen, um, angeregt durch die in Deutschland herrschende Bewegung gegen das Korsett, den Damen in einem Vortrage, der durch bildliche Vorführungen unter­stüßt war, die Schädlichkeit des Korsetttragens zu Gemüt zu führen. Der Saal war gedrängt voll und die Zu­hörerinnen lauschten mit Spannung dem Gelehrten, der mit flammenden Worten gegen den Unfug des Korsett­tragens loswetterte und die nateiligen Folgen in den grellsten Farben schilderte. Er hatte eben seine Straf­predigt mit den Worten geendigt: An Ihre abwesenden Väter und Gatten möchte ich die dringende Mahnung rich­ten, ihren Einfluß, wenn nötig, ihre Autorität geltend zu machen und Ihnen die Schädlichkeit dieser Mode so klar und eindringlich vor Augen zu führen, bis Sie selbst über­zeugt werden und sich ein für allemal von diesem Folter­instrument trennen" als aus dem Hintergrunde des Saales, wo plößlich eine Bewegung entstanden war, aus ein paar Frauenfehlen Hilferufe ertönten. Eine der Zu­hörerinnen war ohnmächtig geworden; wie die hilfe­leistenden Nachbarinnen sogleich erkannten, war die Ohn­mächtige zu stark geschnürt. Es war die Gattin des Vortragenden.

Eine Schultragödie. In der Schule der deutschen Mennoniten- Kolonie Altona in Kanada fand eine furcht­bare Bluttat statt. Der Schullehrer Henry J. Toews hat dort die Schulvorsteher John Hiebert, Peter Kehler und Abraham Rempt niedergeschossen und auf den Tod verwundet, dann drei Schulkindern, und zwar zwei Töch­tern des genannten Schulvorstehers Kehler und der elf­jährigen Tochter des erwähnten Schulvorstehers Rempt auf gleiche Weise tötliche Wunden beigebracht. Nach sei­ner unseligen Tat machte er seinem eigenen Leben durch einen Schuß in den Kopf ein Ende. Wie es scheint, gab ein Zank, den Toews mit dem Schulvorstand hatte, die Veranlassung zu der Bluttat.

Einweihungsfeier. Auf dem Nürnberger Markt plaze wurde am Mittwoch der Neptunbrunnen feierlich enthüllt. Die Festrede hielt Bürgermeister Schuh. Der zu der Feierlichkeit in Nürnberg eingetroffene Staatsmi nister Feilitsch überreichte dem Stifter des Brunnens, Kommerzienrat Ludwig Gerngroß, den Verdienstorden der bahrischen Krone.

Bunte Chronik. Der Hamburg- Amerika- Linie ging aus Curaçao ein Telegramm zu, wonach der Kapitän, der erste Maschinist und zwei Matrosen des deutschen Dampfers ,, Valesia" bei einem Bootsmanöver ertranken. Ob es sich um An- oder Vonbordfahren, oder ein anderes Bootsmanöver handelt, ist aus dem Telegramm nicht er­sichtlich.

* Attentat auf einen russischen Personenzug. Bei der Station Dünaburg entgleiste der Schnellzug von Wirballen nach Petersburg. Die Lokomotive stürzte um, der Gepäckwagen wurde völlig zertrümmert, die beiden folgenden Wagen zweiter Klasse ebenfalls umgestürzt und schwer beschädigt; es entgleisten noch ein Wagen 2. Klasse, ein Wagen 1. Klasse und ein Schlafwagen, der aber nur leicht beschädigt wurde. Vom Zugpersonal wurde der Pack­meister getötet, drei Beamte schwer und drei leicht ver­letzt. Von den Passagieren wurde einer schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks war böswillige Entfernung der Schienenschrauben und der Bolzen, die die Schienen mit den erst kürzlich neu gelegten Schwellen verbanden.

Das große Loos ist, wie wir bereits mitteilten, in der Vormittagsziehung am Dienstag gezogen worden. Jezt wird gemeldet, daß der Gewinn in die Kollekte des Bank­hauses Lehmann in Halle gefallen ist. Das Loos wird von vier vermögenden Leuten gespielt.

- Wegen Veruntreuungen in Höhe von einer halben Million Mark ist gegen die Brüder Berthold und Julius Besas, die im Kaufhaus N. Israel zu Berlin angestellt waren, ein Strafverfahren eingeleitet worden. Die 54, bezw. 62 Jahre alten Brüder Besas sind seit länger als 30 Jahren in dem genannten Hause beschäftigt gewesen, in welchem sie in den letzten 15 Jahren Unterschlagungen und Fälschungen in großem Umfange begingen.

Ein Studentenstreik ist in Wien an der technischen Hochschule ausgebrochen. Die Studenten protestieren schon lange gegen die engen und ungesunden Hörsäle. Nun haben sie beschlossen, solange zu streiken, d. H. die Vor­lesungen nicht zu besuchen, bis ihre Forderung geräu­miger und gesunder Auditorien erfüllt ist. Der Rektor Professor Krafft hielt an die Studierenden eine Ansprache, in welcher er betonte, das Professorenkollegium halte die Forderungen der Studentenschaft für begründet und werde sich bemühen, Abhilfe der Uebelstände zu erzielen. Er er­mahnte nur die Studentenschaft, den ordnungsmäßigen Weg nicht zu verlassen.

In Kiel erfolgte am Mittwoch an Bord des im Kieler Hafen liegenden russischen Kreuzers ,, Dschigit" beim Ab­feuern des Saluts für die Kaiserin eine Explosion. Ein Matrose wurde getötet, sechs andere sind schwer verletzt worden.

Ein Kind mit einem Maultorb erregte auf dem Bahnhof in Lyon allgemeines Aufsehen. Ein schlicht ge­tleideter, bäuerlich aussehender Mann mit wirrem Blicke zerrte an einer Leine ein kleines Mädchen, das jämmer­lich weinte und einen großen Hundemaulforb trug, hin­ter sich her. Einem Schußmanne, der sich erkundigte, was das denn eigentlich zu bedeuten habe, rief er zu: ..Rührt meine Tochter nicht an, sie ist toll!" Es stellte sich heraus, daß das Mädchen von einem Hunde ge­bissen und im Institut Pasteur geheilt worden war, und daß die Angst den Vater verrückt gemacht hatte. Er wurde in Gewahrsam genommen und das Kind der Mutter heimgeschickt.

Im Ballon über den Kanal. Wie ein Pariser Sport­blatt meldet, haben zwei Engländer dem Luftschiffer San­tos- Dumont 200 000 Francs angeboten, wenn er in seinem Luftschiff von London nach Paris fahren wollte. Du­

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** Der Großherzog empfing gestern am 22. Oktober den Obersten Frhen. Rüdt von Collenberg, Kommandeur des 1. Großh. Infanterie( Leibgarde-) Regiments Nr. 115, den Obersten v. Werder, Stom mandeur des 1. Großh. Drag.- Reg.( Garde- Drag. Reg.) Nr. 23, den Rittmeister Frhrn. Schend zu Schweins­berg, Eskadronchef in demselben Regiment, den Ober­leutnant Milchling von Schönstadt, Adjutant der 14. Inf.- Brigade, den Leutnant Frhrn. v. Gall( Mar) vom 1. Großh. Inf.( Leibgarde-) Regiment Nr. 115, den Oberlandstallmeister Willich gen. von Pöllnig, den Ministerialrat Dr. Weber, Vorfißenden der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege im Ministerium des Innern, den Prof. Kleinen vom Ludwig Georgs- Gym­nasium, die Rechnungsräte i. P. Gambs und Scriba; zum Vortrag den Staatsminister Rothe, den Geheimen Kabinetsrat Römheld.

** Der Großherzog hat den von dem Grafen zu Erbach- Erbach auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Erbach präsentierten Pfarrverwalter Karl Sell daselbst für diese Stelle bestätigt und den Oberlehrer an der mit dem Realgymnasium in Mainz verbundenen Handelsschule Friedrich Leitner auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1903 aus dem Staats­dienst entlassen. Dem Untererheber staatlicher Ges fälle und früheren Rentamtsuntererheber Karl Brand zu Nürnbach ist aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schrift ,, Für treue Dienste" verliehen worden.

[ Gefährliche Augenuntersuchungen.] Eine Reihe interessanter aber gefährlicher Versuche an den Augen wilder Tiere machte jüngst der Doktor Lindsey Johnson vom Emithsonian- Institute in Washington. In der Mitte des menschlichen Auges sieht man, wie jedermann weiß, einen gelben Punkt. Man glaubte lange Zeit, daß dieser Punkt sich nur am Menschenauge finde. Dr. Johnson hat aber den gelben Fleck auch bei einem Affen gefunden, und nun untersuchte er die Augen aller Thiere, die sich frei­willig oder gezwungen seine Beobachtungen gefallen ließen. Wenn die Untersuchungen vorgenommen werden sollten, mußte im Käfig der Tiere vollständige Dunkel­heit herrschen; hinter dem Kopf der Tiere stand nur eine Meine Lampe. Die Augen der Bestien wurden gewöhnlich mindestens zwei Stunden mit Hilfe des Augenspiegels untersucht; manchmal aber dauerte die Untersuchung auch acht bis zehn Stunden. Löwen, Tiger, Bären, Wölfe, Elephanten, ja sogar Fische und Schlangen mußten sich der Operation unterwerfen. Die Ergebnisse der Unter­juchung sollen demnächst veröffentlicht werden.

Lokales.

Gedenktafel für den 24. Oktober.

1601. Der berühmte Astronom Tycho Brahe zu Prag. 1648. Abschluß des Westfälischen Friedens, Ende des Dreißigjährigen Krieges. 1829. Morib, Erbprinz von Sachsen- Altenburg,

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**( Privattelegramm.) Prinz Heinrch von Preußen wird Freitag Vormittag 716 Uhr der Einladung des Kaisers folgend nach Berlin reisen.

** Von hessischen Behörden werden u a. steckbrief­lich verfolgt: Prostituierte Heinrich Eicher auer, Ehefrau Elise, geb. Lenz, aus Gießen wegen Diebstahls und Korb­macher Heinrich Herdt und dessen Ehefrau aus Ober- Widders­heim wegen Hausfriedensbruchs, beide vom Staatsanwalt Gießen; taubstummer Feilenhauer Karl Fingerhut aus Böhler­heide wegen Diebstahls vom Amtsanwalt zu Friedberg; Zimmermann Heinrich Sommerlad aus Ober- Rosbach wegen Diebstahls vom Staatsanwalt Gießen und Viehschweizer Rudolf Vogel aus Rothwasser wegen Diebstahls.

** Der o. Professor der Physik an der Hochschule in Gießen Dr. P. Drude wurde als Nachfolger Bolt­manns nach Leipzig berufen.

Gelegentlich der Feldbereinigung auf dem rechten Bahnufer findet ein Geländeaustausch zwischen hier und Heuchelheim statt. Seither schnitten beide Gemarkungen sehr in einander ein, die Gießener ging bis an die letzten Häuser Heuchelheims, ja die Halte­stelle bei Heuchelheim soll sogar auf Gießener Gebiet stehen. Der Umtausch wird besonders für Heuchelheim insofern von Vorteil sein, als es dann nach Gießen zu an der Straße das beste Baugelände erhält.

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Die Kanalisations- Arbeiten im Stadtbachbett, die mit allen Schwierigkeiten verknüpft, gehen trotzdem rüstig vorwärts. Die Mauer am Pistor'schen Eisen­lager ist in Beton bis 1 Meter unter der Straße hoch­geführt, zur Sicherheit des Kanals und der alten Mauern der Gebäude hat die Bauverwaltung vor= sichtigerweise noch Beton- Bögen auf die Strecke ein­gespannt, um allen llebelständen des alten Mauerwerks vorzubeugen. Jetzt wird emfig an dem Kanalmauer­werk durch das Stadtbachbett gearbeitet. Die Erd­arbeiten sind bereits bis zur Kirchstraße in Angriff ge­nommen und der übelriechende Schlamm aus der Stadtbach wird stets abgefahren. Der Untergrund für den zu legenden Kanal sieht jetzt sehr gut aus, man sollte nicht glauben, daß in solchem morastigen Sumpf­graben solche Unterlage erzielt werden könnte. Allem Anschein nach soll wohl die Mauer des Pistor'schen Eisenlagers auch in kurzer Zeit hoch geführt werden. Geht man in westlicher Richtung weiter, so kommt man in die Moltkestraße, dort ist schon ein großer Teil von den Rohrfanälen bis über die Landmannstraße hinaus fertig gestellt und liegen auf dieser Strecke schon sämtliche Deckel auf den Schächten. Was die Ent­wässerung der Provinzial- Siechen- Anstalt anbetrifft, so sind die Arbeiten schon bereits seit 14 Tagen fertig ge­stellt, somit könnte jetzt die Anstalt mit dem Betrieb eröffnet werden. Es ist demnach die Entwässerungs­anlage frühzeitig genug fertig gestellt worden. Wir wünschen zu den noch nicht fertigen Arbeiten noch gutes Wetter, damit dieselben so weiter vorwärts schreiten. ** Aus Mainz wird der ,, Darmstädter 3tg." vom 20. d. geschrieben: Zu recht eigenartigen und nichts weniger als erfreulichen Betrachtungen fonnte der Ein Gast, Herr beutige Theaterabend anregen Richard Kirch vom Frankfurter Schauspielhause, gab den Hamlet" bei nur schwach besetztem Hause. Dret Tage vorher bei der bekannten Mimikerin Charlotte Wiehe die Ränge dicht besetzt. Heute eine bedeutende, hervorragende Kunstleistung ganz im Wesen und Stiel des klassischen Dramas, damals ein süßliches, aufdring­liches Virtuosentum, durch eine pomphafte Reklame effektvoll inszeniert. Die Thatsache spricht Bände. Sie beleuchtet in bedauerlicher Weise, nach welcher Richtung der Geschmack des heutigen Publikums gravitiert.

** Unsere Straßenluft. Interessante und praktisch wertvolle bakteriologische Untersuchungen der Luft auf den Straßen werden gegenwärtig von dem Newyorker Straßenreinigungsamt und mehreren Professoren der Cornelluniversität vorgenommen. Man will den Unter­schied der Luft bezüglich ihres Inhalts von Krankheits­keimen in den verschiedenen Wohngegenden je nach dem Reinlichkeitszustand derselben feststellen. Zu diesem Zwecke wurden an einem Nachmittag auf eine halbe Stunde in verschiedenen Straßen Gelatinplatten, in der Höhe des Rinnsteines sowohl, wie zwei Meter darüber der Luft ausgesetzt, wobei man bemüht war, die Bedingungen in allen Fällen so gleich wie möglich zu gestalten. Mit dem, was auf diese Weise an Organismen aus der Luft gesammelt wurde, sind Kulturen vorgenommen worden. Zunächst hat sich feststellen lassen, daß die Luft dicht über der Straßenoberfläche bedeutend mehr Mikroorganismen enthält, als die, welche sich zwei Meter hoch darüber befindet. Das ist nicht überraschend, doch es erklärt sich daraus vielleicht die größere Empfänglichkeit der Kin­der für die durch Bazillen übertragbaren Krankheiten. Jedenfalls sind Straßen, zumal schmutzige, sehr unge­eignete Spielplätze für Kinder. Ebensowenig auffällig viel Lastwagen- und Fußgängerverkehr die bei weitem wird der Umstand sein, daß die Luft von Straßen mit größte Menge von Organismen ablagerte. Schwere Wa­gen verteilen nicht nur Schmuß, sondern lösen ihn auch los und zerreiben ihn. In sauber gehaltenen Wohn­straßen mit Asphaltpflaster fand sich die Luft natürlich am reinsten. Die niedrigste zahl von Mikroben, die auf einer Platte gesammelt wurde, betrug fünf. Das war in einer vornehmen Straße mit wenig Verkehr. In den schlecht gereinigten Verkehrsvierteln fand man bis 7000 und 8000 Mikroben auf einer Platte, und in den Miets­kasernenstraßen, in deren Nähe sich Märkte befinden, 9000 bis 10 000. Aus den bisherigen Ergebnissen ist zum we­nigsten so viel geschlossen worden, daß Reinigen und häufiges Waschen und Besprengen der Straßen das am nächsten liegende Mittel zur Reinigung der Straßen­

luft ist.

** Der Genuß von Aepfeln hat sich mit Recht immer weiter verbreitet, mehr aus instinktivem Gefühl, als aus Kenntnis der Wirkung. Viele haben sich an den Genuß eines Apfels vor dem Schlafengehen so ge­wöhnt, daß sie ihn nicht mehr missen wollen, weil sie seine angenehme und gesundheitliche Wirkung spüren. Ein Arzt sagt darüber: Der Apfelgenuß, besonders un­mittelbar vor dem Schlafengehen, ist ein bewährtes Mittel zur Förderung der Gesundheit. Der Apfel liefert nicht nur eine vorzügliche Nahrung, er ist zugleich eines der hervorragendsten diätetischen Mittel. Der Apfel enthält mehr Phosphorsäure in leicht verdaulicher Ver­bindung, als irgend ein anderes pflanzliches Erzeugnis der Erde. Sein Genuß, besonders unmittelbar bor

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