-
einen gewissen Spielraum für die Bewegung der Arme gewähren. Für den Offizierspaletot dieselbe Anordnung zu treffen, lag aber nach der Meinung mancher Sachverständiger nicht der mindeste Anlaß vor, da die Machart des bisherigen Baletots sich durchaus bewährt hat. Ebenso wird behauptet, daß sich kein zwingender Grund für die Anordnung erkennen lasse, daß Offiziere, Sanitätsoffiziere und obere Militärbeamte fortan die für sie vorgeschriebenen Achselstücke auch auf dem Paletot zu tragen haben und daß der Generalspaletot durch rote Vorstöße an allen nur erdenklichen Stellen besonders kenntlich gemacht werden soll. Den General ertannte man so sagen die Gegner der Neuerung- auch im Mantel bisher schon genügend am roten Unterfutter dieses Kleidungsstückes. Die übrigen Offizierskategorien hatten allerdings bisher kein äußeres Merkmal am Paletot, wie es z. B. die österreichischen Offiziere in den Abzeichen am Mantelfragen haben. War dieser Mangel wirklich so schwerwiegend, daß er unbedingt behoben werden mußte, dann hätte sich das Beispiel Oesterreichs empfohlen, wo die Abzeichen am Kragenmantel nur ganz geringfügige Kosten verursachen. Statt dessen ist die Nachahmung der in Rußland geltenden Vorschrift beliebt worden, wo die Offiziere auf dem Mantel auch dieselben Achselstücke wie auf dem Rocke tragen. Die notwendige Konsequenz dieser Neuerung ist die Abänderung der Achselstücke für Stabsoffiziere und Generale; diese Achselstücke würden, wenn in ihrer bisherigen Dicke auch noch auf dem Mantel angebracht, unförmig wirken und haben daher einem neuen Modell von flacherer Beschaffenheit Platz machen müssen. Die Achselstücke auf dem Paletot werden, so wird befürchtet, sehr durch schlechtes Wetter leiden und die Offiziere durch häufige Neuanschaffungen, die sich für Subalternoffiziere auf 5, für Stabsoffiziere auf 10 Mr. stellen, empfindlich belastet werden.
Lokales.
31. Dezember 1903.
** Des Jahres letzte Stunde wird von den Türmen durch der Glocken Feierton verkündet. Im fröhlichen Kreise klingen die Gläser aneinander, Küsse und Segenswünsche werden ausgetauscht für das neue, das kommende Jahr. Che man aber dem alten, scheidenden endgiltig Valet sagt, ist es ernste Pflicht, rückschauend dessen zu gedenken, was es uns gebracht hat, und, wie ein sorgsamer Kausherr, eine Bilanz zu ziehen aus dem, was wir in ihm gearbeitet, geleistet und vor uns gebracht. Eine Bilanz auch dessen, was wir unterlassen haben, sei es aus Bequemlichkeit sei es aus Achtlosigkeit oder aus Trotz und Haß. Wie manches Leid hätten wir stillen, wie manche Träne trocknen fönnen, ja, wie manche Zähre wäre gar nicht geweit worden, wenn dies törichte Herz in seinen ungestümen Schlägen nicht plöblichen, leidenschaftlichen Impulsen gefolgt wäre. Besser machen, beffer werden! klingt die Mahnung, die uns der Glockenschall herüberträgt. Wohl dem, der ihr ein offenes Ohr leiht, glücklich aber der, der sich sagen kann, daß er ihr bereits treu gefolgt ist. Dann wird seine Jahresbilanz, was ihm auch im Wechsel der Tage an Sorge und herbem Weh beschieden gewesen, nicht mit einem Defizit af hlieBen. Frohen Blickes wird er auf die neue Seite des Lebenshauptbuches, die jetzt vor ihm aufblättert, die erste Ziffer setzen, und das große weiße, unbeschriebene Blatt wird ihm fein banges, zweifelndes Zagen erwecken. Was wird das neue Jahr uns bringen? Leid, Freud', Gesundheit, Krankheit, Vermögenszuwachs oder-Einbuße? Mit freudiger Zubersicht können wir diesen Rätseln, die in der Zukunft undurchdringlichen Schleier gehüllt sind, entgegengehen, wenn wir uns bewußt sind, unsere Pflichten nach besten Sträften erfüllt und unseren Nächsten Gutes getan zu haben. Dann wird auch das neue Jahr in seinem Laufe für uns gesegnet sein. Was es auch in den Falten seines Gewandes für uns verborgen halten mag, es sei willkommen. Aus frohbewegtem Herzen rufen wir ihm zu:
*
,, Drofit Neujahr!"
Der Großherzog hat aus Anlaß Seines Geburtstages u. a. verliehen: das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Oberleitungsaufseher Karl Dort in Gießen. Das Ehrentreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Geheimen Hofrat Dr. Moriz Pasch zu Gießen. Die goldene Berbienst- Medaille für Wissenschaft dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität, Geheimen Medizinalrat Dr. Georg Gaffty zu Gießen. Das Ritterkreuz 1. Klasse des Berdienstordens Philipps des Großmütigen: dem ordentlichen Profeffor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Dr. Dietrich Behrens, dem Rektor der Landesuniversität, ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Reinhard Brauns zu Gießen, dem Oberlehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Professor Dr. August Buchhold, dem Pfarrer Karl Weber in Lich. Die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Mitglied der Prüfungskommission für Bahnärzte an der Landesuniversität Zahnarzt Georg Wilh.
Danksagung.
Allen Bekannten, Freunden und Verwandten lagen wir für ihre innige Anteilnahme anlässlich des Hinscheidens und der Beerdigung unseres lieben, guten Gatten, Vaters, Grossvaters, Schwiegervaters und Schwagers des
Herrn August Birkelbach
unseren herzlichen Dank. Besonders sei Herrn Pfarrer Franz von Queckborn gedankt für die schöne, trostreiche und erhebende Rede am Grabe.
Lauter, den 30. Dezember 1903.
Die trauernden Hinterbliebenen,
Koch zu Gießen. Das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst| Was unsere Neujahrs- Bratulanten t
ordens Philipps des Großmütigen: dem Lehrer an dem Realgymnasium zu Gießen Christian Aibach, dem Kreisschulinspektor Albert Kleinschmidt zu Gießen, dem LandwirtschaftsIhrer und Sekretär des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen, Defonomierat Ernst Ludwig Leithiger zu Alsfeld. Das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem städt. Straßenmeister H. Bommersheim zu Gießen, dem Schullehrer Friedr. Schneider zu Heuchelheim und dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Johannes Schmiermund Il zu OberSeibertenrod. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrist Für langjährige treue Dienste": dem Gemeindeeinnehmer Aug. Jensch zu Nidda, dem Bauschäßer Friedrich Neumann zu Schotten, dem städtischen Ratsdiener Johannes Ochs zu Gießen. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Arbeit": dem Straßenarbeiter Andreas Deucker zu Flensungen, dem Kreisstraßenwart Wilh. Jünger zu Annerod, dem Arbeiter Kaspar Klein zu Klein- Linden, dem Oberknecht Jak. Kröck IX. zu Heuchelhein, dem Waldarbeiter Konrad Salzmann zu Laubach, dem Kreisstraßenwart Konrad Spieß III zu Langgöns, dem Straßenarbeiter Karl Kaspar Stör zu Kirtorf, dem Kreisstraßenwart Johs. Werner zu Bernsfeld, dem Schmied Johann Zick zu Londorf. Den Charakter als„ Geheimer Schulrat" dem Direktor des Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen, Dr. Emil Rausch. Das Ritterkreuz 1. Klasse des Berdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Landgerichtsdirektor Wilhelm Bücking in Gießen, dem Handelsrichter bei der Kammer für Handelssachen in Gießen, Kommerzienrat Sigmund Heichelheim in Steßen, dem Oberförster der Oberförsterei Grünberg, Forfimeister Hermann Schober. Das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Laubach Johs. Keil, dem Bezirkskassier der Bezirkskaffe Grünberg, Rendant Johs. Müller, dem Eisenbahnsekretär und Rechnungsrat Karl Ludw. Schmidt zu Gießen. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für treue Dienste": dem Steueraufseher Johann Joseph Brückner in Gießen, dem Förster Kaspar Schick zu Treis a. d. Lumda, dem Bahnwärter Posten 47 bei Leusel der Strecke Gießen- Fulda Heinrich Walther, dem Zugführer Konrad Michel zu Gießen, dem Wiesenwärter Kaspar Menz II zu Lindenstruth, der Kulturarbeiterin Elisabethe Kraus zu Romrod, dem Streckenarbeiter Georg Müller zu Großen- Linden, dem Hilfswärter Johannes Wächtershäuser zu Kirchgöns, dem Wagenpuzer Philipp Kling zu Wieseck, dem Streckenarbeiter Philipp Walther V. zu Gießen, dem Strefenarbeiter Ludwig Klingelhöfer zu Gießen, dem Schreiner Georg Größer zu Gießen, dem Schlosser Georg Ferber zu Gießen, dera Schmied Georg Zeidter zu Gießen den Schlossern Georg Heller zn Gießen, Johannes Schmidt zu Gießen, Friedrich Zeidter zu Gießen, dem Vorarbeiter Georg Vette zu Gießen, dem Hilfsbahnwärter Matthäus Maudler zu Buzzbach, dem Hilfsbahnwärter Anton Brückel zu Langgöns, dem Streckenarbeiter Wilhelm Michel zu Gießen. bem Hilfsbahnwärter Wilhelm Langsdorf zu Langgons, dem Strekenarbeiter Philipp Betmer zu Gießen, dem Schlosser Hartmann Babel zu Gießen, dem Schlosser Gottfried Pfeffer zu Gießen. Den Charakter als„ Rechnungsrat" dem Eisenbahnsekretär Georg Alexander Wilker zu Gieß n. Den Charakter als„ Redant": der Bezirkskassierer der Bezirkskasse Schotten Georg Kreuzer.
*
Die Großherzogs- Geburtstags spende beträgt etwa 50 000 Mt. Sie wird am 1. Januar mittags 12 Uhr im Residenzschloß durch je 2 Vertreter aus ben 18 Kreisen in Hessen dem Großherzog überreicht.
** Militärische Feier von Großherzogs Geburtstag. Auf Befehl des Großherzogs findet die militärische Feier seines Geburtstages nachträglich am 1. Januar statt. Offiziere und Mannschaften erscheinen an diesem Tage auf der Straße im Helm.
** 50jähriges Jubiläum. Das goldene Jubiläum turmes. Dieselben wurden im Jahre 1853 umgegossen und begehen im neuen Jahre die Glocken des Gießener Stadt zwei läuteten das erste Mal genau vor 50 Jahren Neujahr 1854. Der Stadtturm ist bekanntlich ein Wahrzeichen der Stadt, er ist übrig geblieben als das Feuer die und Baureste erst 1808 weggeräumt wurden um Plaz zu ehemalige Ban fratiuskirche zerstörte, deren Trümmer schaffen für unsere heutige Stadtkirche.
** Die 20- fg.- Stücke aus Nickel verlieren vom 1. Januar ab als gefeßliche Zahlungsmittel ihren Wert.
** Die vierteljährliche Kündigung der Bohnungen für das 1. Duartal 1904 nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist bis einschließlich 5. Januar zulässig.
** Der Hessische Bauernbund hält am 10. Januar 1904 in Friedberg( Oberhessen) seine Generalversammlung ab.
Privatunterricht.
Ich beabsichtige, mein 11jähr. Töchterchen von Neujahr an im Hause durch Privatunterricht fortbilden zu lassen und ersuche Lehrerinnen oder Lehrer, welche bereit sind, den ganzen oder einen Teil des Unterrichts zu übernehmen, mir das mitzuteilen.
Prof. Dr. M. Biermer. Gießen, Lonystraße 17. Auskunft
in Rechts-, Steuer- und Unfallsachen, Fertigung von Inventaren, Testam., Vertr. u. Eing. a. Art, Erbschaftsregul., Ginziehung b. Ausständen pp.
Ed. Rotté, Gießen Kaplansgasse 2.
Möbliertes Zimmer und eine fleine FamilienWohnung zu vermieten Neuenweg. 31.
Parterre- Wohnung, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mi allem Zubehör, Gartenanteil, so= wie Trockenboden, zu vermieten. Näh. Gießen, Neuenweg 28.
Bauplat
preiswert zu verkaufen. Nä). in der Exped. d. Bl.
An- und Verkauf von gebrausten Möbeln, Betten, leidern, Wäsche, Defen und Herden, Gold- und hilbersachen, Antiquitäten,
Metallen, Eisen, Lumpen und nochen, sowie Webernahme ganzer Einrichtungen.
LouisRothenberger Wtw.
und( denken).
Der Neffe.
( Nachdruck verboten
Herzliebstes Tantchen, lebe du Noch manches Jahr in Fried' und Ruh'! Das wünsch' ich heiß und inniglich ( Buhu! ich glaub', jeßt füßt sie mich!)
Der Referendar
-
Herr Rat, wenn ich am heut'gen Tage Ergebenst mich zu nahen wage, Um ehrfurchtsvoll zu gratuliren ( Bann läßt der Ker! mich avancieren?!)
Der studirende Filtus. Mein Wort will ich bir heute geben, Von jezt der Weisheit ganz zu leben. Sei dies mein Glückwnafch, lieber Vater ( Ei Donnerwetter, so ein Kater!) Der stille Verehrer Verehrtes Fräulein, dieses Jahr Hach' alle Ihre Wünsche wahr; Mög' täglich sich Ihr Glück erhöhen!— ( Heut' ist der Balg zum Fressen schön!) Der Kommis.
Herr Prinzipal, zum neuen Jahr Bring' ich der wünsche wärmsten dar. Für ihre Firma lab' ich' s Leben ( Wann wird der Proz mir Zulag' geben?!
Der Leutnant.
Mein gnäd'ges Fräulein, äh, auf Ehre Wenn ich der Gott des Glückes wäre, Dann ließe ich Sie nie in Stich- ( Hähäh, sie ist ganz weg in mich!)
Der vorsichtige Freiersmann Mit diesen duft'gen Blumengrüßen Leg' meine Wünsche ich zu Füßen. Sie reden laut an meiner Statt ( Wüßt' ich nur erst, wieviel sie hat!)
Der Essentehrer.
Der Schwarze bringt zum neuen Jahr Brühsiedendheißen Glückwunsch dar. Ein ewig ros'ges sei Ihr Loos!— ( Na, so ein Lump!,-' nen Nickel bloß!) Der Musketier.
D Riecke, ein'zger Herzensschaz, Gieb mir' nen saft'gen Neujahrs- Schmaz! Mög alles dir nach Wunsch geraten! ( Ich glaub', ich wittre Gänsebraten!)
Das Hänschen. Herr' Oheim, den wir all verehren, Das Beste möge dir bescheeren Des güt'gen Himmels hohe Gnade ( Na, holt er denn noch nicht Schoklade?!) Der Brummbär. Na, Alte, erster Januar! Nun sind wir wieder älter' n Jahr! Bei dir da schummert's auch schon grau ( Du bist' ne Perle von' ner Frau!)
Edwin Borman
Neueste Nachrichten. ( Privattelegramm.) Folgende Trauernachricht seltenster Art wurde heute Mittag 12 Uhr über Berlin gemeldet:
Chicago, 31. Dez. Geftern Abend i hier eines der größten Theater während Vorstellung vollständig niedergebrannut. Em 1000 Personen sind ums Leben gekomme Bis heute Vormittag 11 Uhr wurden 700 Lekh aus dem Trümmerhanfen herausaeholt.
Wetterbericht.
( Wetterdienst zu Gießen: Beppler.) Für Donnerstag und Freitag: heiter, windig fortdauernd strenge Kälte.
Die Ziehung 3. Klasse der 3. Hessisch- Thi ( Mitteldeutschen) Staatslotterie beginnt bere am 5. nächsten Monats. Es wird hiermit and sofortige Los- Erneuerung Klasse erinnert.
zu die
Wein- Offerte.
Hervorragend schöne
Mosel- und Rhein- Weine
Liefert
Wein- Restaurant Seibel
Ludwigsplatz 13.
Deutsche und französische Botweine Rognak, Araf, Rum u. Punsch- Essenzen
sowie
sämtliche Kolonial- Waren und Delikatessen
zu billigen Preisen.
em


