Serbisch- bulgarische Phantasieen.
Trotz der Koburger Dementis bleibt die Belgrader Presse dabei, daß sich eine Bewegung zur Absetzung des Fürsten Ferdinand in Bulgarien anspinne. Die Anhänger Zankows und Radoslawows sollen ein Revolutions- Projramm entworfen haben, das nicht nur die Entthronung de Fürsten und den Ausschluß seiner Nachkommen von der Thronfolge fordert, sondern auch dahin abzielt, Bulgarien mit Serbien unter dem Scepter der Karageorgiewitsch zu vereinigen; beide Staaten sollen dann gemeinsam an die Lösung der macedonischen Frage gehen, d. h. sich Macedonien angliedern. Ein gar nicht übler Plan für die beiden Bölfergernegroße! Wir glauben schon, daß man in Belgrad damit einverstanden sein mag, und auch in Bulgarien wird es Leute geben, die von einem solchen vereinigten Königreich träumen. Nur schade, daß die Mächte, insbesondere Rußland und Desterreich, für einen solchen Umschwung auf dem Balkan nicht zu haben sind!
Arbeiterunruhen in Südrußland.
Nur die wenigsten Fälle von Arbeiterunruhen kommen in Rußland zur allgemeinen Kenntnis. Es muß schon recht bös hergegangen sein, wenn das Vertuschungssystem der Tschinownits nicht ausreicht. Das gilt zweifellos auch von den Eisenbahn- Arbeiterfrawallen in Batum, die vor etwa acht Wochen ausbrachen und trotz des Eingreifens der Rosaten noch immer nicht beendet sind. Jezt wird nämlich wieder gemeldet: Auf der Station Michailowo, an der Strecke von Tiflis nach Batum, stellten die Arbeiter die Arbeit ein und führten Unordnungen herbei, indem sie einen Güterzug aufhielten. Der Aufforderung der Eisenbahnobrigkeit, der Polizei und der Chefs des Militärkommandos, auseinanderzugehen, folgte die Menge nicht. Als sie darauf einen aus Borshom kommenden Zug aufzuhalten versuchte, rückte ein 40 Mann starkes Kommando nach mehrmaliger Warnung gegen die Menge vor, welche es mit Stein hagel und einigen Revolverschüssen empfing. Da erscholl das Kommando: Feuer!" Zehn Arbeiter blieben tot, 18 wurden verwundet. Darauf trat Ruhe ein, und der Zugverkehr wurde wiederhergestellt. Selbstverständlich ist das eine schönfärberische Darstellung. In Wirklichkeit werden wohl mehr Arbeiter als diese 28 haben dran glauben müssen. Der Kosak ist von Humanität nicht angekränkelt. Auch aus Odessa kommen Nachrichten von einem großen Streif verschiedener Arbeiterkategorien. Etwa 600 Fabritarbeiter feiern, sie fordern große Lohnerhöhungen und Herabsetzung der Arbeitszeit Daneben haben die Straßenbahnangestellten ebenfalls die Arbeit eingestellt, der gesamte Straßenbahnverkehr stockt. Die Wagenführer und Kondukteure legten sich vor den Waggondepots auf die Schienen, um so das Auslaufen der Wagen unmög lich zu machen. Sonst bewahren die Streifenden große Ruhe. Was wird das Ende vom Liede sein? Selbst wenn die Unternehmer sich mit den Arbeitern in Güte verständigen, wird über die Arbeiter ein großes Strafgericht der Knute hereinbrechen...
Kurze politische Nachrichten.
kommande des 13. Armeekorps hat fürzlich verfügt, daß jeder Offizier, Truppennen a., gegen den durch die Presse eine Beschuldigung erhoben wird, sofort zur Einleitung der Untersuchung Bericht zu erjtatten hat.
* Der 3 ar hat seinen Flügeladjutanten Fürsten Obolenski in das Weichselgebiet kommandiert, um unter der Bevölkerung des Ueberschwemmungsgebietes 200 000 Rubel aus der Privatschatulle des Zaren zu verteilen.
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ems der Jicid) sdeutschen kommerzienrat Tillmanns und Ge mahlin auf ihrem Landsitz in Pargola ein großes Jest, den der deutsche Botschafter Graf v. Alvensleben mit den Herrer der Botschaft und des deutschen Konsulats, der Komman dant und das Offizierkorps der„ Stein", Kapitän 3. Se Frhr. v. Schimmelmann mit Gemahlin sowie zahlreich Herren und Damen der deutschen Kolonie beiwohnten. Einer Einladung des Kaisers folgend besuchten die Difiziere uni Kadetten Peterhof, wo ihnen im großen Palais ein Früh stück geboten wurde. Abends fand an Bord der„ Stein' ein Diner statt.
Jetzt erst kommt aus Persien die Kunde von einem Volksaufruhr, der Ende Juni in Nezd gegen die Sekte der Babi ausbrach. Die Häuser der Babisten wurden sämtlich geplündert und viele Settierer gemordet. Der Gouver neur wurde gezwungen, eine Anzahl Babisten hinrichten zu lassen.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser ist gestern von Mo aus in Drontheim ingetroffen und von der Festung mit Salut begrüßt worden. Der Hafen ist mit Flaggen reich geschmückt.
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Brinz Heinrich von Preußen ist an Bord seines Flaggschiffes von der Norwegenreise wieder in Kiel einjetroffen.
Hus dem Gerichtssaal
Schon wieder ein ungetreuer Bankier. Eine Auf sehen erregende Verhaftung wird aus Dresden gemeldet. Der geheime Kommerzienrat Viftor Hahn von der bekannten Firma Eduard Rocksch Nachfolger mußte wegen Untreue ins Untersuchungsgefängnis wandern. Schon seit längerer Zeit waren über den Verhafteten Gerüchte im Umlauf, nad denen er als Vorsitzender des Aufsichtsrats verschiedener Aktiengesellschaften Manipulationen vorgenommen habe, die gegen Treu und Glauben verstoßen. Grund zur Verhaftung Hahns soll der Umstand gewesen sein, daß er vor längerer Zeit Effekten, die von seiner Kundschaft bei ihm deponiert waren, bei anderen Banken weiter verpfändete. Zwischen Hahn einerseits und englischen und österreichischen Banken andererseits schwebten Verhandlungen zum Zweck der Uni vandlung des Bankhauses Eduard Rocksch Nachf. in eine Aktiengesellschaft. Die Verhandlungen sollten dieser Tage zum Abschluß gelangen.
§ In einem sensationellen Prozeß ist jetzt die Voruntersuchung beendet worden. Der Gerichtssekretär Baganz in Berlin ist des wiederholten Verbrechens im Amte bes uldigt, dadurch begangen, daß er von den ihm zur Verfügung stehen. den Aften den Angeklagten Kenntnis verschafft hatte. Er soll durch diese rechtswidrigen Handlungen in einem Jahre 90 000 Mart verdient haben. Seine Frau wurde vor einigen Wochen ebenfalls in Haft genommen. Außer dem Ehepaare befindet sich noch der frühere Häuseradministrator H. in Haft, der zuerst den Gerichtssekretär Baganz angestiftet haben soll, seine Beamteneigenschaft in der geschilderten Weise zu mißbrauchen. Ein vierter Beteiligter, der Kaufmann Courth, hat sich, wie derzeit mitgeteilt wurde, im Untersuchungsgefängnisse erhängt. Auch der frühere Rechtsanwalt, jetzige Rittergutsbesizer Justizrat. ist an der Sache beteiligt; er wurde ebenfalls in Haft genommen, aber gegen die hohe Kaution von 150 000 Mark wieder auf freien Fuß gesetzt. Weitere Angeklagte sind ein Direktor P. und ein Juwelier A., so daß insgesamt sechs Personen auf der Anflagebank werden Platz nehmen müssen. Man erwartet aber, daß der Prozeß noch weitere Enthüllungen und eventuelle Verhaftungen bringen wird.
Nab und Fern.
Einen gefährlichen Wanderkollegen hatte sich der Rentier Bölker aus Köln ausgesucht, der vom Turnsest in Nürn berg aus einen Ausflug nach München gemacht und dort nit dem Buchhalter Baureis bekannt geworden war. Bau teis schloß sich dem Rentier auf einer Tour nach Schliersee und Umgegend an und überfiel beim Abstiege von der Bindelalm den Ahnungslosen mit einem schweren Knüttel. Völker, trop vorgerückter Jahre ein kräftiger Mann, setzte sich zur Wehr und konnte troß schinerer Verlegungen sein Leben retten, doch nicht sein wohlgefülltes Portemonnaie, bas dem Gauner zur Beute fiel. Bilfer liegt schwer kranl im Tegernseer Hospital. Der Räuber wurde 48 Stunden nach begangener Tat in München verhaftet.
Thrungen unseres Schulschiffes Stein" in Peters burg. Der Kommandant des deutschen Schulschiffes„ Stein" Fregattentapitän v. Dambrowski wurde gestern vom Groß fürsten Alerei Alexandrowitsch in Abschiedsaudienz empfan gen, da die„ Stein" Petersburg verließ. Mit ihm zu gleich machten der Kapitän zur See Freiherr v. Schimmel mann behufs Abmeldung von seinem bisherigen Posten als Marineattachee und der neue Marineattachee Korvetten Kapitän Hinge dem Großfürsten ihre Aufwartung. Dieser überreichte Freiherrn v. Schimmelmann sein Bildnis mis Namensunterschrift. Zu Ehren des Offizierskorps des deut schen Schulschiffes Stein" gaben der Präsident des Ver
Ein furchtbares Drama spielte sich in einer sension der Berliner Lüẞowstraße ab. Zwei Schwestern, die kurz vorher dort Wohnung genommen hatten, machten unter wahrhaft theatralischen Umständen ihrem Leben durch einen Sturz aus dem Fenster ein Ende. Nachdem sie die Türen fest verriegelt, erschienen sie abwechselnd auf dem äußersten Rande des Fensters, um sich hinabzustürzen, beließen es jedoch fast eine Stunde lang bei diesem Experimente, so daß die zahlreiche Menschenmenge, die sich vor dem Hauſe angesammelt hatte, schließlich nicht mehr an einen Selbstmordversuch glaubte. Als dann aber die Versuche der Polizisten, in die Wohnung einzudringen, stets an der Drohung der Damen, sich bei Annäherung der Polizisten in die Tiefe stürzen zu wollen, scheiterten, wurde die Feuerwehr herbeigerufen; doch gerade als diese herannahte, erfolgte das Schauerliche. Kurz nacheinander ließen sich die beiden Damen vor den Augen der gesamten Menge aus dem Fenster leiten, und im nächsten Augenblick lagen die zerschmetterten korper auf dem plasier. Die eine vei Schwestern wur sofort tot, die andere starb nach kurzer Zeit. Der Grund zu der furchtbaren Tat waren Nahrungssorgen.
+ Typhusepidemie in einem württembergischen Regiment. Beim zweiten Bataillon des 119. Infanterie- Regiments in Stuttgart sind 14 Typhuserkrankungen festgestellt worden, die sämtlich einen milden Verlauf genommen haben. Seit bem 17. d. Mts. ist kein neuer Fall vorgekommen.
den englischen Kanal in den Atlantischen Ozean, und am 20. Juli erreichte die„ Arnau" Lissabon.
[ Den Uebermodernen ins Stammbuch] stiftet ein Münchener Schriftsteller folgenden klassischen Vers:
Explosionskatastrophe. In der amerikanischen Patronenfabrik Tewksbury erfolgte durch Selbstentzündung von Dynamit eine furchtbare Explosion, bei der 25 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden. Der Donner der Explosion war 10 Meilen weit bis Boston zu hören. Die Stätte des Unglücks gleicht einem Schlachtfelde.
Bunte Chronik. Während einer Segelregatta bei Naroeröd( Norwegen) wurden dreißig Jachten durch einen Dr. fan zerstört. Menschenleben waren nicht zu beklagen.
- Die Zahl der bei dem Brande des Dampfers Peter 1." auf der Wolga umgekommenen Personen beträgt, wie jetzt festgestellt wird, 54.
In den Petroleumwerken von Batu entstand ein neuer Brand, wodurch 22 Bohrtürme eingeäschert wurden.
Vermischtes.
Enkere Aesthetik
Die hab i eh' dick. Entere Erotik Die hab' i so dick. Enfere Kritik
Wie hab' i die dick! Und enfer' Dramatik? - Die hab' i aa dick!
+[ Der Telegraph beim Tode des Papstes.] Die folgen. den Zahlen geben eine Idee von der fieberhaften Erwartung jeder Krankheitsphase des Papstes und von der ungeheuren Verbreitung von der Todesnachricht in der ganzen Welt. Am Todestage des Papstes nahm das Telegraphenbureau in Rom 24 380 Lire ein. Von etwa 250 000 abgesandten Worten wurden 45 000 nach Frankreich befördert. In den Tagen der Krankheit des Papstes wurden 8 bis 15 000 Lire täglich eingenommen. Es ist bemerkenswert, daß das römische Telegraphenbureau bei feinem Anlaß die tägliche Einnahme von 13 000 Lire überschritten hatte. Beim Tode Humberts wurden wenig mehr als 11 000 Lire eingenommen, da das Ereignis unerwartet eintrat. Am Tage der Ve stattung Humberts 1. Tiefen 13 000 Lire ein.
[ Würde bringt Bürde.] Eine eigenartige Verpflich tung ist, wie aus Rosenberg in Westpreußen gemeldet wird, der Kaiserin durch die neuliche Annahme der Königswürde der dortigen Schützengilde entstanden. Die Gilde besitzt näm lich einen Ehrenschap, bestehend aus einem Ehrenkreuz mit Inschrift und einem goldenen Löffel. Nach dem Statut muß der jeweilige Schüßenkönig diesen Schaz aufbewahren. Die Kaiserin hat sich ebenfalls dazu bereit erflärt, und so wird sich, demnächst eine Deputation der Gilde nach Cadinen begeben, un der Kaiserin den Schatz der Gilde anzuvertrauen.
[ Ein schwarzer" deutscher Buchdrucker.] In der Zungenheilstätte Oberfaufungen bei Kassel starb ein schwarzer Buchdrucker, Daniel Disom aus Kamerun. Disom, der einige zwanzig Jahre alt war, erlernte erst die Buchbinderei, später die Buchdruckerei, war in Hamburg, Berlin u. 1. w. tätig und beabsichtigte später in seiner Heimat eine Druckerei zu gründen.
6. Gigung
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4. Die Han $ 616 des Bürge gefegbuches einen $ 63 Abs. 2 be ftimmt, daß einem Schulbetes Unglüd ihm etwa zufließe fallversicherung dürfen. Die Ra zwischen den beid Beseitigung des fozialpolitischen 5. Jn ber b Bufammenftellung abgehaltenen 50 Domenialwa Mengen und den Wohnorte der R wird darauf hin Namen der Käuf und die Unterla Rammer Schloß entsprechenden 6. Die Har gabe an den p Arbeiten beantra Bezirks- Eisenbahn der Binnenwirts im Bezirke der A ift, fo erklärte f Antrage einverftar 7. Eingänge a) Von der wiesen, daß im S forderungen an und daß es sich den Hausbedarf iegt zu beziehen bember damit zu Ausnußung des
[ Bilder ohne Worte.] Die neueste Errungenschaft der illustrierten Postkarten- Industrie sind Einladungen durch Bilder ohne Worte. Villen- und Schloßbesizer in der näheren oder weiteren Umgegend von Paris lassen in dieser Beit, wo man Freunde zu Sommer- oder Jagdfreuden zu sich ins Grüne bittet, alle ihre Fremdenzimmer photo. graphieren und senden dem Gaste, den sie gewinnen wollen, ein Bild des Zimmers, das ihm bestimmt mit zwei Daten, welche besagen, wann und wie lange es zu seiner Verfügung steht. Und wenn der Empfänger die Einladung annimmt, so antwortet er mittels einer gleichfalls lakonischen Postkarte, die wenig mehr als sein Bild enthält. Das heißt dock flar und deutlich: Da bin ich!
[ Eine Dampferfahrt auf Umwegen.] Eine lange Fahri hat der Dampfer„ Arnau" aus Königsberg i. Pr. machen müssen, um jetzt endlich nach Lissabon, wohin er verkauft ist, zu gelangen. Da die Maschine des Dampfers nicht für Salzwasser eingerichtet war und erst in Hamburg umgebaut verden sollte, so mußte der Umweg durch die Binnengewässer Norddeutschlands gewählt werden. Am 16. Juni abends fuhr der„ Arnau" von Königsberg ab den Pregel hinab über das Haff durch den alten Haffkanal in die Weichsel bis Bromberg. Nun ging es durch die Kanäle, welche die östlichen Flußgebiete mit den westlichen verbinden. Durch 12 Schleusen wird die Wasserscheide zwischen Weichsel und Oder überwunden. Am 19. war er nach Passieren der Schleusen der Nege in Filehne, am 20. in Frankfurt; am 21. fuhr der Dampfer früh in die Spree, mittags landete er in Berlin an der Jannowvißbrücke, dann ging es bis Spandau und abends in die Havel hinein. Am nächsten Tage folgte die Fahrt über den Planer See, Rathenow wurde passiert, dann Havelberg, und mittags war die Elbe erreicht, am nächsten Tage war man in Harburg. Von dort ging nach dem Umvau am 12. Juli die Reise weiter über die Nordsee, durch
Weitere Opfer der Lynchjustiz in Amerika. Die Lynch epidemie in Amerika sucht weiter ihre Opfer und zwar unite Schuldigen und Unschuldigen. Der in Darien( Georgia als Schänder einer jungen Dame kürzlich gelynchte Nege war, wie sich jetzt herausstellt, unschuldig. Der wirklid Schuldige, Olaus, ist erst jetzt aufgegriffen und wird wahr scheinlich auch gelyncht werden. Der Detektive Peel in Foster ( Pennsylvanien) wurde beinahe gciyncht, weil er ermittelte daß angesehene Einwohner die Lackawannabahn bestahlen In Shrewport( Louisiana) knüpfte ein Pöbelhaufen die Ne gerin Jenny Steer auf und durchlöcherte ihre Leiche mi Kugeln. Die Negerin war beschuldigt, eine junge Dame vergiftet zu haben. Sie leugnete es, hat aber vermutlich außerdem noch eine Frau Matthews vergiftet, wofür neu. lich ein Neger gelyncht worden ist.
Ruchlose Grabschändungen wurden in Würzburg entdeckt. Seit Jahren sind auf dem dortigen Kirchhof von Dieben Zinksärge aus den Gräbern gestohlen und an Alteisenhändler verkauft worden. Ein Leichemvärter ist vom Dienst suspendiert, eine Händlerin und mehrere andere Personen verhaftet worden.
Die Rubezeit für kaufmännisches Personal muß nact einer Berliner Gerichtsentscheidung auf jeden Fall inne gehalten werden. Das Personal darf auf die durch die Reichsgewerbeordnung ihm gewährleistete Ruhezeit auch nicht freiwillig verzichten. Ein Berliner Mehlhändler wurde infolge dieses vom Gericht aufgestellten Grundsages, zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er auf Grund einer Ver einbarung mit seinem Personal durch dieses die Reinigung der Geschäftsräume in der Nacht vom Sonnabend zum Sonn tag vornehmen ließ. Dadurch würde die gefeßlich gewähr. leistete Ruhezeit von mindestens 10 Stunden nach beendeter täglicher Arbeitszeit illusorisch. Zu einem derartigen VorJehen berechtigen nach Meinung des Gerichtshofes den Prinzipal auch entsprechende Abmachungen mit dem Peronal nicht.
** Für die Rekognoszierung von unbekannten Toten ist seit iniger Zeit auf ministerielle Anordnung von zahlreichen Bolizei- Vorständen eine bemerkenswerte Maßnahme geroffen worden. Falls die Persönlichkeit eines durch Selbst. nord oder Unglück Geendeten nicht festgestellt werden kann, vird die Leiche photographiert und die Kopie in den Polizeijebäuden zur Ansicht ausgehängt. Die Refognoszierung ines unbefannten Toten wird mit einer Geldspende belohnt.
Der zweite Trauergottesdienst in der Sixtinischen Ka pelle wurde gestern von dem Kollegium der Stardinäle in Kom für den verstorbenen Papst abgehalten. Kardinal Kopp las die Trauermesse, die Kardinäle Goossens, Svampa, Gruscha und Perraud erteilten die Absolution. Außer 50 Kardinälen nahmen wieder der Adel und das diplomatische Horps an der Feier teil. In München und Breslau fanden wiederum große Trauerfeierlichkeiten für den Papst statt.
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Ein gewaltiges Schadenfener hat gestern in der eng sischen Hafenstadt Grimsby gewütet. Ein ausgedehntes dem Transitverkehr dienendes Gebäude des dortigen Dock: wurde durch Feuer zerstört. Da sich wertvolle Güter au Lager befanden, wird der Schaden auf mehr als 400 000 Mark geschätzt.
[ Der Hut Therese Humberts.] Die„ große" Therese die geniale Schwindlerin, denkt nach Indiskretionen aus der Conciergerie des Untersuchungsgefängnisses, wo sie vor und nach Besuchen beim Richte. Bonnet ihre Coiffure ir Ordnung bringt, weniger an den bevorstehenden Prozeß der macht ihr feine Sorge, als an den Hut, den sie dabei tragen will. Ich werde meinen Hut"; äußerte ie zu den Umstehenden zu Ehren meiner bevorstehenden Freisprechung mit einer weißen Feder garnieren..." Und als jemand zu lächeln wagte, fügte sie melancholisch hinzu: „ Ich müßte allerdings cher eine schwarze Feder nehmen zur Erinnerung an meine Leiden und an alles, was mis die Justiz angetan hat." Therese Humbert hält auch in Gefängnis etwas auf sich, und vor allem sieht sie auf sauber Wäsche. Ueber den Boulevard du Palais kann man jetz jäufig eine ungefähr dreißigjährige, sehr bescheiden gekleidet Frau mit blassem, traurigem Gesicht gehen sehen. Auf der Arm trägt sie zwei in schwarzes Tuch gehüllte, gewiß schwere Pakete, denn sie geht sehr langsam. Es ist heiß. Des Schweiß perlt ihr auf der Stirn, die durch kein Puder förnchen erfrischt wird. Kein Mensch wähnt in ihr die ehe malige Millionärin, die reiche Verlobte... die arme Mari Daurignac, welche in die Conciergerie eilt, um der Schweste Madame Humbert und dem Schwager frische Wäsche zu bringen.
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wird befchloffen der Mühlgasse ( Hotel Schütz) monadh er an d
Wintergarten un Fremdenzimmer
und Baltone ang bedarf, der aud fürwortet wird.
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