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Das Zarenpaar ist nach der Wüste Sharow zui Beiserung des hl. Seraphim abgereist. Vorher empfing dei Zar den Kommandanten des deutschen Schulschiffes Stein", Fregattenfapitän v. Dombrowski, mit dem er das Feldlager bei Krasnoje- Sielo besuchte. Nach der Besichtigung fand Tafel und Theatervorstellung statt. Das römische Blatt ,, Pa tria" will erfahren haben, daß der Kaiser und die Kaiserin von Rußland Ende Oktober nach Rom kommen, im Quirinal Wohnung nehmen und den neuen Papst besuchen würden; dieser Besuch würde aber von der russischen Gesandtschaft beim Päpstlichen Stuhle aus gemacht werden. Nach seinen Besuch in Rom würde der Zar sich nach Jerusalem begeber und auf der Rückreise dem Sultan einen Besuch abstatten.

*** König Viktor Emanuel von Italien ist nac Rom zurückgekehrt und nahm an der Feier anläßlich des drei jährigen Todestages König Humberts im Pantheon teil.

Deutschlands Zechrechnung.

RK, Man braucht fein abgefagter Feind eines guten Trunks zu sein, um die Stellung, die der Alkohol im deut­schen Volkshaushalt einnimmt, mit Besorgnis zu betrach­ten. Unser Volf gibt jährlich etwa drei Milliarden Mark für alkoholische Getränke aus, fast so viel wie für seine Ernährung: die Kosten des gesamten Lebensunter­haltes der 60 Millionen Deutschen belaufen sich auf vier Milliarden, also nur auf eine Milliarde mehr, als der Ilkoholgenuß alljährlich den Deutschen kostet. Im einzelnen besagt eine soeben veröffentlichte Statistik folgendes:

An Bier und Trinkbranntwein werden im deutschen Reiche etwa 55 Millionen Hektoliter, und zwar etwa 52% Millionen Hektoliter Bier und ungefähr 23 Millionen Sektoliter Schnaps hergestellt. Hierzu werden jährlich einge maischt 12% Millionen Toppelcentner Gerste beinahe zwei Drittel der gesamten Ernte- etwa Millionen Doppel. centner Noggen, das heißt/. des Gesamtertrages und 21 Millionen Doppelcentner Kartoffeln, also 13 der Kartoffel. ernte. Auf die mit Bodenfrüchten bestellte Fläche dagegen bedeutet das so viel, wie der fünfzehnte Teil der gesamten deutschen Anbaufläche. Würden die Erträge dieser Ackerfläche lediglich der Volfsernährung zu gute kommen, dann könnte Teutschland die Einfuhr fremden Roggens und fremder Gerſte borläufig ganz gut entbehren.

promittieren, so daß die unglücklichen Briefschreiber fern boy Paris, versteckt in irgend einem Winkel, in banger Sorge ihrer Briefe gedenken. Werden sie verlesen oder werden sie nicht verlesen? Ach, hätte ich sie doch nie geschrieben!..." Die Briefe jenes Politikers von allerglänzendster Zukunft", der mit seiner Sympathie lange zwischen Marie Daurignac und Eva Humbert schwankte, bis er sich für Eva entschied, werden noch zu den unschuldigen Korrespondenzen gehören.

Zur Deckung des für die Alkoholerzeugung erforderlichen Rohmaterials sind nämlich etwa 13 Millionen Hektare Bodenfläche erforderlich und zwar etwa 1 082 000 Heftar für Gerste, beinahe 480 000 Hektar für Kartoffeln und der Rest von ungefähr 121 000 Hektar für Weinbau. Dieser große landwirtschaftliche und industrielle Betrieb verlangt die Arbeit von beinahe 1 400 000 Menschen. Also ungefähr 3 Prozent der deutschen Bevölkerung sind mittelbar oder un­mittelbar an der Herstellung alkoholischer Getränke beteiligt: Fast ein Drittel kommit auf die Bebauung des mit Gerste für Biererzeugung bestellten Bodens, dann kommen über 340 000 bei der Weinerzeugung beschäftigte Arbeiter, es folgen 231 000 Kartoffel- und Roggenlandbearbeiter, beinahe ebenso viel im Schankgewerbe beschäftigte Personen, 141 000 mäl zer und Brauer, 33 000 Brenner und 8000 Bergarbeiter sind erforderlich, um den Kohlenbedarf der Brennereien zu decken. Nicht auf die Bevölkerung im allgemeinen, sondern auf die erwerbstätige im besonderen bezogen, ergibt sich, daß mehr als 7 Prozent am Alkoholgewerbe beteiligt sind.

Nab und fern.

Brieftaubendienst beim Kaisermanöver. Von den preußischen und sächsischen Kavallerie- Regimentern, die am diesjährigen Kaisermanöver teilnehmen werden, sind ins­gesamt 25 Unteroffiziere und Gemeine nach Hannover kom­mandiert worden, um im dortigen Militär- Reit- Institut im Brieftaubendienst unterrichtet zu werden. Kavallerie­Patrouillen, welche nach strategisch wichtigen Plätzen zur Aufklärung entsandt werden, werden nämlich je zwei oder drei Brieftauben mit auf den Ritt bekommen, um sie nach Erkundung einer wichtigen Tatsache, mit der bezüglichen Meldung versehen, aufzulassen.

Auf den Kopf der Gesamtbevölkerung kommen jährlich 14 Liter Trinkbranntwein, Liter Wein und 111 Liter Bier, das macht, auf die erwachsene männliche Person be­zogen, ungefähr 300 Liter Bier und 40 Liter Branntwein. Die erstgenannte Ziffer dürfte indessen eine erhebliche Herab­minderung erfahren, weil doch wohl ein gut Prozentteil aus den weiblichen Teil der Bevölkerung gebracht werden müssen. Im Reichshaushalt- um auch diese Seite zu berühren figurieren Alkoholkonsumenten und Produzenten mit einem Jahresbeitrag von rund 160 Millionen Mark an Zöllen und Verbrauchsabgaben.

Schlechtes Tabakjahr in der Odergegend. Die ,, be­rühmten" Tabafpflanzungen bei Schwedt a. D. sind durch die Fluten des Hochwassers der Oder nahezu vollständig ver­nichtet worden. Auf hunderten von niedrig belegenen Ar ist der auf die Pflanzung angewendete Fleiß umsonst ge­wesen. Was das Hochwasser nicht fortspülte, das haben Stau und Drängewasser zerstört. Auch vom Oderbruch, der Zehdener Gegend, Alt- Cüstrinchen und den anderen Tabafortschaften kommen gleiche Meldungen.

Man darf ja nun freilich nicht vergessen, daß der größte Teil dieser für alkoholische Getränke verausgabten Summe wieder in die Taschen des deutschen Volkes zurückfließt und so dem Nationalvermögen erhalten bleibt. Andererseits sind wir noch nicht die größten Süpers". Unsere englischen Bettern sind noch trinkbarere Leute" wie wir. Obwohl das britische Volf nur etwa 36 Millionen Seelen zählt, hat es im Jahre 1902 für Vier, Spirituosen, Weine u. s. w. nicht weniger als 3 580 Millionen Mt. ausgegeben, etwa 100 Mr. auf den Kopf. England gibt mehr für den Trunk aus, als jegliche andere Nation der Welt. Diese Summe übersteigt bei weitem den Betrag, den das Land für alle Regierungs­zwecke, für sämtliche religiösen, erzieherischen, philantro­pischen Unternehmungen jährlich ausgibt.

Vom Hutmacher zum Arzt. Unter den Herren, die dieser Tage in München das ärztliche Staatsexamen absol­vierten, befindet sich auch ein junger Mann, der bisher ein kleines Hutgeschäft verwaltete. Er mußte, durch verschie dene Schicksalsschläge gezwungen, den Beruf eines Hut­machers ergreifen, um sein Leben zu fristen, setzte aber un­verdrossen seine Studien fort.

Wenn wir es danach auch nicht ganz so arg treiben, wie die Engländer, die überdies diese Milliarden an das Aus­land zahlen müssen, so gibt doch unser übermäßiger Alko­holverbrauch ganz abgesehen von den Folgen für die Volksgesundheit und die Kriminalität- schon in volkswirt schaftlicher Hinsicht zu mannigfachen Bedenken Anlaß.

Aus dem Gerichtsfaal.

Revolte gegen einen norwegischen Polizeimeister. In Larvik fanden gewaltsame Ausschreitungen gegen den Poli­zeimeister Salicath wegen angeblich rücksichtsloser Behand­lung von Arrestanten statt. Die Menge schlug Fenster und Türen der Wohnung des Polizeimeisters und des Po­lizeibureaus ein und verlezte mehrere Polizeibeamte. Sechs Arrestanten wurden gewaltsam befreit.

Brandkatastrophe im Petroleumbezirk von Saku. In Belachany bei Baku stehen die Petroleumquellen in Flammen. 50 Bohrtürme und Naphthareservoirs sind verbrannt. Das Feuer wütet noch in verschiedenen Bezirken. Die Bohrtürme der Firma Nobel, der Kaspigesellschaft und anderer Firmen brennen. Wegen Wassermangels und Mangels an Löschvor­richtungen ist die Bekämpfung des Feuers unmöglich. Als ilrsache des Feuers nimmt man Brandstiftung an.

§ Die beleidigte Tänzerin. Wegen einer sonderbaren Be­leidigung wurde der 17jährige Schlosser Ernst Blechschmidt aus Aue von der Straffammer zu Zwickau in der Berufungs­instanz zu zwanzig Mark Geldstrafe verurteilt. Der An­geflagte hatte ein junges Mädchen während des Tanzes plötzlich im Saale stehen lassen, wodurch die Tänzerin dem allgemeinen Gelächter preisgegeben war. B. wurde übrigens wegen Verleitung zum Meineid sofort verhaftet.

In Tschifu hat ein schwerer Regensturm große Ber­Störung an Eigentum angerichtet, auch sollen in der Ein. geborenenstadt Menschen ums Leben gekommen sein,

Kunft und Wissenschaft.

Bebra- Frankfurt ben Bug 509 Anschluß b

540 nachmittag Sicherftellu Beg'ar in Aben Siderftellu Gießen in bend 2. Von der ein Entwurf von und den Be

DF. Roseggers 60. Geburtstag. Am 31. Juli feiert der berühinte, vom Schneidergesellen zum Dichter avancierte Peter Rosegger seinen 60. Geburtstag oder vielmehr, er will ihn nicht feiern, sondern in aller Stille und Zurück­gczogenheit verleben. Doch rechnet er dabei nicht mit der liebevollen Verehrung, die ihm, dem größten Dichter seiner Heimat, von allen Seiten dargebracht wird und sich in tau­senden von Widmungen kundgibt, unter denen Ernst mit tollem Scherz wechselt. Versteigt sich doch ein hinter dem Rücken Roseggers redigierter Heimgarten, 60. Jahrgang", genau im Format ſeiner bekannten Monatsschrift heraus­gegeben, dazu, Roseggers bekanntestes Gedicht im steirischen Dialekt als ein Plagiat aus dem Griechischen hinzustellen. Mit meisterhafter Geschicklichkeit und, was noch mehr sagen will, poetischer Empfindung, iſt für die folgenden, in Nord­deutschland oft arg verballhornisierten Verse, die wir zu Ehren des Meisters in authentischer Lesart wiedergeben, ein griechisches Original" nachgedichtet worden.

Ich bin jüngst verwich'n

Hin zan Pforra g'schlichen:

" Därf ih' s Dirndl liab'n?"

" Unt steh Dih nit, ba meina Seel,

Wonst as Dirndl liabst, so kimst in d' Höll!"

Bin ih vull Valonga

Zu da Muada gonga:

,, Därf ih' s Dirndl liab'n?"

" mei liaba Schoß, ed is noh z'frua,

Noch funfzehn Jahrln erst, mei liaba Bua!"

Woar in groß'n Nöt'n

Hon ih' n Votan bet'n;

" Därf ih' s Dirndl liab'n?"

Duners Schlangl!" schreit er in sein Zurn, , Willst mein Steck'n fost', toust es tuan!" Wos is onzufonga?

Bin zan Herrgott gonga:

,, Därf ih' s Dirndl liab'n?"

Ei jo freili", sogt er und hot g'locht,

Bigarren, 8 Snupftab weiterer Entwur in der Biga fandt worden. der Verordnung Schnupftabaffab Heimarbeit für Beftimmungen b durchführbar und industrie direkt a 3. Die D Sandlungsgehilfe Berfammlung in tagsarbeit i morgens 11 Uhr also das Offenba nur während die befchloß in einem meisterei Gießen Bestimmungen auszusprechen, und Beglar ein Der vorlieg Verkehr der Lan mindern und de fügen.

" Weg'n an Büaberl hon ih' s Dirndl g'mocht! Rosegger, der den Musen, die an seiner Dorfwiege ge­standen haben, in ernsten klassischen Studien auf die Höhen des griechischen Parnasses gefolgt ist, wird den Humor der eigenartigen Scherzgabe seiner Verehrer voll auskosten.

6. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll Auszug.

Gießen, 28. Juli 1903. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Thring, Kaz, Moll, Nowad, Rinn, Röhr, Schirmer, Schmall, Burbusch, sowie der Syndifus Dr. Knipper.

** Die Sprachverderbnis im deutschen Handelsstande zu bekämpfen, ist der Zweck einer neuen Preisaufgabe, die von der neulichen Hauptversammlung des Allgemeinen deutschen Sprachvereins gestellt worden ist. Für die drei besten Lösungen dieser Aufgabe sind Preise in der Höhe von 600, 400 und 200 Mart ausgesetzt. In der Begründung der Preisaufgabe wird ausgeführt, daß die Sprache des deut­schen Handelsstandes in vieler Beziehung nicht der achtung­gebietenden Stellung entspricht, die er sich durch seine Tüch­tigkeit erworben hat. Während in den meisten anderen Berufsarten ein scharfer Kampf für die Reinheit der Mutter­sprache entbrannt ist, wuchern in der Kaufmannssprache die überlieferten Fremdausdrücke üppig weiter. Ebenso wie gegen die Reinheit, wird außerdem auch gegen die Richtig­keit und Schönheit der Sprache häufig gefehlt. Man klagt mit Recht über weitschweifige, breitspurige Wendungen, über unrichtige Satbildungen, falsche Anwendung der Worte, über gespreizte, unnatürliche Schreibweise. Uebertriebene Höflichkeit und übel angebrachtes Streben nach Kürze und Abwchselung des Ausdrucks führen oft zu Verkehrtheiten und Seltsamkeiten, welche die kaufmännische Sprache ver­unzieren. Diese Mißstände sollen an Beispielen erörtert werden, es soll nachgewiesen werden, welche Einflüsse schädi­gend auf die Handelssprache eingewirkt haben, und wie eine Heilung dieser Schäden zu erzielen ist. Als ab­schreckendes Beispiel, wie der heutige gebildete" deutsche Kaufmann seine Muttersprache verhunzt, diene folgendes Elaborat aus einem Rundschreiben, das der Hamburger Kaufmannschaft vom dortigen Zweigverein des deutschen Sprachvereins zugegangen ist. Es lautet: Kaufmanns­deutsch! In deutschen Handelsbriefen begegnen wir einer Ausdrucksweise, wie der folgenden: ,, Per Abendpost remittieren wir Ihnen unter eingeschriebenem Couvert Conossement in triplo, Assecuranz- Certificat und officielles Inspections­Attest über per Steamer... verladene..., welche Docu­mente Sie nur gegen promptes Accept der Ihnen atta­chierten, dagegen valedierenden Tratte La...., de M...., an die Trassaten:... ausliefern wollen." Nehmen wir an, die Engländer brächten in ihrer Wiedergabe des vor­stehenden Sates an den entsprechenden Stellen so viele deutsche Wörter hinein, wie wir oben Fremdwörter im ,, Deutschen" haben. Dann würde sich der Sak wörtlich so ausnehmen: Mit der evening- post we senden you under registered Umschlag, Ladeschein, dreifach ausgestellt, Ver­sicherung( s) schein and amtliches Befund( s) zeugniß of. shipped im Dampfer. which Papiere you will please only deliver to the Bezogenen against sofortige Annahme of the angeheftet Wechsel, there against ge­zogen, von Marks....., Aussteller Messrs.

§ Ein Schußmann wegen Kuppelei verurteilt. In Berlin wurde der Schuhmann Wehrstadt wegen Kuppelci zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte sich in einem Hause in der Friedrichstraße eine größere Wohnung gemietet, von der er mehrere immer an Lamen" abließ, die einem unzüchtigen Gewerbe nachgingen. Er hatte sich von diesen einen täglich zu entrichtenden Pensionspreis von sechs Mark zahlen lassen. Die Verurteilung zieht selbstver­ständlich für W. den Verlust seiner Stellung nach sich. Außer der Kuppelei ist W. der Verleitung zum Meineide beschuldigt.

§ Der Prozeß Humbert, der am 8. August in Paris beginnt, wirst schon jetzt seine Schatten voraus. Gerüchte über unge­heuerliche Enthüllungen, die im Verlaufe dieses Prozesses gemacht werden sollen, zirtulieren in der Pariser Presse; die zur Berlesung beantragten unzähligen Briefe find so heißt

es

aceianet, ihre Autoren aufs allerschiverfte au tom.

1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzu­teilen:

Den Kommis, der ein solches Deutsch schreibt, müßte, so denkt der unbefangene Leser, jeder Prinzipal zum Teufel jagen. In Wirklichkeit ist aber die Unsitte eines solchen mit Fremdwörtern überladenen Briefſtils den Herren Prinzi palen selbst so ans Herz gewachsen, daß sie eine vernünftige, flare und gemeinverständliche Ausdrucksweise direkt für un kaufmännisch erklären. Deshalb wird der Allgemeine deutsche Sprachberein auch trotz aller Bemühungen wenig Erfolg haben. Tauben Ohren ist schlecht predigen.

Buate Chronik. Die Kaiserin hat dem Vaterländischen Frauen- Verein der Provinz Posen als Beihilfe für die Ueber­chwemmten 1000 Marf zugehen lassen.

a) Der Sprechbereich von Gießen und Alsfeld nach den Rheinlanden und Westfalen genügt z. 8t. nicht den Bedürfnissen des Geschäftsverkehres. Die Kammer hat daher seine Ausdehnung auf einige weitere Industriepläge bean­tragt und mit Rücksicht auf die starke Belastung der Fern­sprechlinien Gießen Frankfurt a. M. und Frankfurt a. M.­Köln die Herstellung einer direkten Linie Gießen- Köln in Anregung gebracht, da sich dann eine wesentliche Erweiterung des hiesigen Sprechbereiches ermöglichen läßt. Gleichzeitig hat die Kammer u. a. die Ausdehnung des Alsfelder Sprech­bereichs auf einige turhessische Orte, sowie die Einbeziehung der Orte Bermutshain und Lichenrot in Vorschlag gebracht.

- Aus St. Goar wird gemeldet, daß ein Teil der Burg Rheinfels nach der Bebernheimerstraße zu zusammengestürzt ist. Menschen sind nicht verlegt, doch ist die Strecke für den Berkehr gesperrt.

In Hamburg starben drei Lumpensammler, die aus einer auf dem städtischen Abladeplatz gefundenen, anscheinend Wein enthaltenden Flasche getrunken hatten, an Vergiftung.

b) Auf eine Beschwerde, wegen Beschädigung von Guß­waaren beim Aus- und Umladen auf der Station Gießen wurde der Kammer mitgeteilt, daß diese Beschädigung in der Regel beim Rangieren der Wagen entständen und daher nicht immer zu vermeiden seien; bei eigenem Verschulden leiste die Eisenbahnverwaltung aber regelmäßig Ersatz

c) Der Mangel einer Vertretung im Bezirks- Eisenbahn­rat zu Köln hat sich in der letzten Zeit bei verschiedenen tarifarischen Maßnahmen, die die Interessen des Kammer­bezirks berühren, unangenehm fühlbar gemacht. In Anbe­tracht der vielfachen geschäftlichen Beziehungen zu den Rhein­landen hat die Kammer die Entsendung eines Vertreters in den Bezirks- Eisenbahnrat zu Köln beantragt.

d) In der Sigung des Bezirks- Eisenbahnrats zu Frankfurt a. M. vom 28. Mai d. I. wurde beschlossen, einen Antrag auf Einlegung eines zweiten Schnellzugpaares Köln- Gießen zu befürworten. Die Kammer hat im Einver­nehmen mit der Handelskammer zu Siegen beantragt, den ersten Bug von Köln vormittags gegen 10 Uhr in Gießen eintreffen zu lassen, zum Anschluß an den Schnellzug nach Hamburg, und den Gegenzug im Anschluß an den von Halle, Raffel eintreffenden Schnellzug gegen 6 Uhr abends von Gießen abfahren zu lassen, sodaß er in Betzdorf die Fahrgäste des Schnellzuges Hagen- Betzdorf aufnehmen kann. e) Einem vielfach geäußerten Wunsche entsprechend, hat die Handelskammer die Ausgabe direkter Fahrkarten Gießen­Kissingen und umgekehrt in Vorschlag gebracht. f) für den Winterfahrplan 1903/04 hat die Handels­fammer folgende Wenderungen beantragt:

Anschluß des Zuges 794( Gießen ab 2.17 nachmittags) an den Schnellzug 171 Frankfurt a. M.- München. Anschluß des Zuges 531 Gießen- Fulda( Gießen ab 9.13 abends) an den D- Zug 74 Hamburg- Frankfurt a. M. an einen Zug von Frankfurt a. M.

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Beibehaltung der Frühzugverbindung Alsfeld- Lauter­bach- Grebenhain( Grebenhain an 1.13 morgens). Sicherstellung des Anschlusses zwischen Bug 1341 Burg­Gemünden Kirchhain( ab Burg- Gemünden 6.55 morgens) an den Schnellzug 79 nach Rassel und Kirchhain. Anschluß des Zuges 504 Gießen- Gelnhausen( Gießen ab 5.50 morgens) an den Bug 213 Frankfurt a. M.- Elm. Herstellung eines Anschlusses zwischen den Bügen 204

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