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Berkehren im Festungsgarten die angeklagten Offiziere mit­einander und mit den Offizieren der wachhabenden Regi­menter. Die Erlaubnis, mit allen angeklagten Offizieren ohne Zeugen zu sprechen, ist leicht zu erhalten. Sie er= tlären völlig übereinstimmend, daß sie ge­täuscht und irregeführt worden seien. Man habe Unterschriften im Namen zahlreicher Belgrader Generäle und König Peters gefordert, der angeblich von den Ver= schwörern befreit sein wolle. Man wollte deshalb dem König Peter zu Hilfe kommen.

Der Prozeß selbst spielt sich im Kriegsgerichtszimmer_ab, einem kleinen, 12 Quadratmeter großen Ecfzimmer im Erd­geschosse des Generalstabs- Kommando- Gebäudes, das sich zitadellenartig Semlin gegenüber erhebt. Im ganzen sind 25 Offiziere angeklagt. Es sind durchwegs prächtige Ge­stalten, viele noch jugendlich. Sie nehmen auf vier unge­hobelten Bänken Platz. Die meisten Offiziere haben die brenowitsch- Medaillen ostentativ angelegt. In der ersten Bank nimmt der Hauptangeklagte, General­stäbler Hauptmann Milan Nowakowitsch, Plaz. Er ist wohl die interessanteste Gestalt, hat eine stolze Haltung, große Römernase, buschigen, braun- roten Schnurrbart, ein bleiches Gesicht, geistvolle, mephistophelische Züge. Auf dem braunen Waffenrock trägt er das Takovo- Kreuz und die Ehrenlegion. Unter dem Arm hat er das Mili­tär strafgesetzbuch. Neben ihm sitt Stabsarzt Michael Velickowitsch, der Gestalt und Haltung nach dem König Milan täuschend ähnlich.

Staatsanwalt Major Gojka Paulowitsch verliest nach erfolgtem Namensaufruf die Anklage. Das Kriegs­gericht besteht nur aus drei Richtern. Der Hauptangeklagte Novakowitsch bekennt sich schuldig der Ver­leitung aller Angeklagten, welche die Nischer Sturmpetition an den König unterschrieben oder agitiert haben. Er erweist sich als glänzender, gesezeskundiger Redner. Auf zahlreiche Fragen verweigert er die Antwort unter Zitierung verschiedener Paragraphen. Besonders ab­lehnend verhält er sich den Fragen gegenüber, ob er die Revo­lution gegen König Peter und die Einsetzung des unehelichen Sohnes König Milans und der Arte­misia Christic geplant habe. Er spricht die Ansicht aus, daß die Offiziere, die den König ermordet und den Treueid gebrochen haben, unwürdig sind, das Portepee zu tragen. Er wollte diesen Unwürdigen den Waffenrod vom Leibe reißen.

Hauptmann Dobrivoj Lazarewitsch, der Provinz­garnisonen aussuchte, um Unterschriften zu sammeln, be­zeichnet sich als das Opfer einer Mystifikation. Man habe ihm Unterschriften vieler Generale und Stabsoffiziere gezeigt.

Kriegsrichter Oberst Raschitsch: Wer zeigte Ihnen die Bogen, auf welchen die Namen standen?

Lazarewitsch: Darauf verweigere ich die

Antwort!

Nachmittags erfolgte die Konfrontation zwischen Nova­kowitsch und Lazarewitsch. Beide blieben bei ihren Aus­sagen.

Die Abendstunden brachten die erste Enthüllung über die Gegenrevolution. Hauptmann Dobrivoj Lazare witsch legte ein anscheinend ziemlich umfassendes Geständnis ab. Er behauptete, General Michael Magdalenitsch habe ihn verleitet. Er habe dem General Novakowitsch zu­geführt, der mit Feuereifer auf diesen Plan einging. Ein Konventikel wurde abgehalten, und Lazarewitsch stellte in der Belgrader Druckerei seines Onkels eigenhändig den ge­heimen Aufruf an das Offizierskorps her.

Nach diesem Geständnisse wendet sich der Vorsitzende Oberst Kasi dolc an Hauptmann Novakowitsch mit der Frage: Sind die Angaben des Hauptmanns Lazarewitsch richtig? Novakowitsch bejaht die Frage und gibt zu, an den Konventiteln bei Magdalenitsch teil­genommen zu haben. Damit kommt in die Nischer Offiziersverschwörung endlich mehr Licht.

Der weitere Verlauf des Verhörs ergibt manch inter­essantes Detail. Sämtliche angeklagten Offiziere erklären den Königsmord an sich für eine patriotische Tat, welche der ganzen Sachlage nach das Heer bollbringen mußte. Alle verurteilen aber auch die Prätensionen der an der Verschwörung beteiligten Offiziere nach der Staatsumwälzung. Die Teil­nehmer an der Verschwörung behandelten uns wie Kameraden zweiter Klasse. Die Affäre des Hofmarschalls Oberst Lesch- janin bewies, daß sich die Verschwörer zwischen die Armee und den obersten Kriegsherrn stellten."

Das Urteil des Prozesses dürfte erst nächste Woche gefällt werden, da Novakowitsch in der heutigen Verhandlung er­klärt hat, er müsse noch seine Aussagen in weitestem Maße ergänzen und in ausgedehnter Weise erklären. Neues ist kaum noch zu erwarten. Allgemein erzählt man sich, daß den größten Teil der Beweise gegen die Angeklagten der Chef der russischen Geheimpolizei in Sofia, Heinrich Weißmann, beschafft habe. Die hiesige Bresse gibt ihrem Interesse an der Affäre dadurch Ausdruck, daß sie sich völlig ausschweigt.

Nah und fern.

500jähriges Jubiläum der Lübecker Kaufmannschaft. Die Lübecker Handelskammer und die Kaufmannschaft be­gingen in festlicher Weise das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens. Am Vormittag wurde im Hause der Kaufmann­schaft eine Festsibung abgehalten, in der Beglückwünschungen vom Senat, den Staats- und Reichsbehörden, den Staats­sekretär Kraetke und vielen auswärtigen Handelskammern entgegengenommen wurden. Am Nachmittag fand ein Fest­mahl im Ratsweinkeller statt. Stadt und Hafen waren fest­lich geschmückt.

* Die Naturforscher als Gäste der Stadt Marburg. Die Teilnehmer an der 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Kassel folgten einer Einladung der Stadt Mar­burg. Sie besichtigten die Universitätsinstitute, insbesondere die Laboratorien des Professors Behring.

* Gattenmord. In Berlin wurde die Schankwirtin Justine Grabowska in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Der Tat dringend verdächtig ist der Ehemann, der 31jährige ehe­malige Schlächter und spätere Schankwirt Leopold Gra­bowski, der sich verborgen hält. Grabowski, der arbeitsscheu und dem Trunk ergeben war, lebte mit seiner Frau wegen Geldangelegenheiten in ständigem Unfrieden.

Bunte Chronik. Der Verband fortschrittlicher Frauen­vereine, dem die bekanntesten der deutschen Frauenrecht­lerinnen, wie Anita Augspurg, Minna Cauer, Frl. Dr. Stöcker, Lidia Heymann und Maria Lischnewska angehören, hält 3. Zt. in Hamburg seine zweite ordentliche Generalver­sammlung ab.

- In Berlin passierte der seltene Fall, daß ein Redner in einer Versammlung von der Tribüne weg verhaftet wurde. Dies Geschick ereilte einen Schriftsteller Senna Hoy, der die Aeußerung fallen ließ: Dem Justizminister ist eine Rechts­beugung zuzutrauen".

-Ein verhängnisvolles Schiffsunglück wird aus Lissabon gemeldet. An der dortigen Küste kenterte ein auf den Sar­dinenfang ausfahrendes Fischerboot. Von den 32 Mann der Besatzung sind zehn Mann tot, andere schwer verletzt. Zugleich kommt aus Leith die Nachricht von einem Zu­sammenstoß zwischen dem holländischen Dampfer Sophie Annet" und einem Fischerfahrzeug, wobei die Sophie" sank. Die Mannschaft wurde aerettet.

Lokales.

Groß Felda 29 September 1903.

** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 40000 mf. auf Nr. 14 446( nach Darmstadt). 3000 Mt. auf Nr. 1046, 57 920, 69 644, 79 552, 86 163, 90 863.

* Zar Nikolaus, der bekanntlich von Darmstadt aus einen Besuch in Wien macht, nimmt nach seiner Rückkehr auf Schloß Wolfsgarten Wohnung. Prinzessin Elisabeth bat dieser Tage ihren Vater, den Großherzog, inständig, immer bei ihm sein zu dürfen. Der Großherzog war über diese Bitte seines Töchterchens tief gerührt und würde ihr auch gerne willfahren, wenn dem nicht Vertrags­bestimmungen entgegenständen.

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** Das Kirchenbuch für die evangelische Kirche des Großherzogtums Hessen" wird in seinem ersten Teil in aller Kürze im Druck fertig gestellt sein. In der Vorausseßung, daß die noch ausstehende förm­liche Schlußgenehmigung der Landessynode erfolgen wird, will man jezt Maßregeln treffen, die erforderlich sind, damit wie es doch wünschenswert ist das Kirchenbuch schon mit Beginn des neuen Kirchenjahres von den Geistlichen in Gebrauch genommen werden kann.

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* Gießener Braunsteinbergwerte vorm. Fernie. Die Drahtseilbahn, welche die Erze zur Eisen­bahn befördert ist gegenwärtig so stark in Anspruch genommen, wie nie zuvor. Sie schafft täglich ca. 75 Doppelwaggon und ist damit an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ange­langt. Zur Lieferung für 1904 sind fast verkauft 123 000 Tonnen Erz, während vordem die Zahl von 100 000 Tonnen nie überschritten wurden. Die Herstellung elektrischer Kraft­anlagen und Schienenbahn zur oberhessischen Eisenbahn soll nunmehr schleunigst ausgeführt werden.

Im Circus Lorch war gestern in beiden Vor­stellungen das Bewundern der gebotenen Leistungen auf's höchste getrieben. Es sind feine alten Sachen, sondern ein durchweg neues Programm rollt sich innerhalb der Arena ab; in erster Linie sind es die 7 Geschwister Lorch, welche in ihrer Parterre Gymnastik einzig dastehen. Das Fräulein Braselly und die beiden Herren Morré und Wilhelmi zeigten wiederum auf einem im Winkel von 45° gestellten Stafeten­zaun seltene Künste mittels Zweirad. Mr. Althoff, die Fräulein Amalie und Olga ernteten ebenfalls nicht minderen Beifall und der August" forderte das Auditorium mit Leichtigkeit zum Lachen heraus. Mit Wizen und im Essen ist er nicht faul. Wer einigermaßen tann, sollte die Vor­stellungen nicht versäumen, es wird dem Besucher immer Neues geboten.

* Am vergangenen Samstag abend hielt der Sänger­Chor des Turnvereins Gießen setne diesjährige Generalversammlung im Vereinslotal Restaurant Wiegandt ab. Nach Eröffnung der Versammlung durch den 1. Vor­sigenden, stattete der Kassier Bericht über das vergangene Rechnungsjahr und konnten de Mitglieder mit dem Stand der Kasse sehr zufrieden sein. Nach Erledigung verschiedener Bunfte ging man zur Vorstandswahl über, es wurden als I. Vorsigender 2. Friederich, II. Vorsißender K. Raufmann, Schrift ührer F. Meißner, Kassier K. Hollmann, Bibliothekar Gröninger und Beisiger B. Amend und W. Benner gewählt. Hoffen wir, daß der junge Verein so fortarbeiten möge wie er es feither getan.

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Bu harter, aber gerechter Strafe wurde von der Straffammer in Darmstadt eine Gesellschaft von Raufbolden verurteilt, die in der Nacht zum 1. Pfingstfeiertage d. J. in Offenbach ohne Veranlassung Streitigkeiten mit Leuten angefangen hatten, die garnichts mit ihnen zu tun haben wollten, und dabei 6 Personen durch Messerstiche verlegt hatten. Mehrere der Gestochenen lagen längere Zeit darnieder. Es wurden verurteilt: der 21jährige Fabritarbeiter Petr Kreis zu 10 Jahren( höchste zulässige Strafe), die Arbeiter Karl Wolf zu 5 Jahren 4 Monaten, Wilh. Göß zu 1 Jahr 3 Monaten, Adam Kreis und Wilh. Weber zu je 1 Jahr 6 Wochen und die Fabrik­arbeiterin Marie Schwab, eine Megäre, die wacker mitge­rauft hatte, zu 31/2 Monaten Gefängnis.

Launsbach, 27. Sept. Die Garten- und Felddiebe treiben es in unserer Gemarkung mal wieder zu arg. Was nur irgend des Mitnehmens wert ist, wird genommen. Kein Landmann und Gartenbesiger ist seiner Gemüse mehr sicher.

Der Zwetschenhandel geht flott von statten, der Preis schwankt zwischen 4-4,50 Mt.

** Krofdorf. Die über die Gehöfte der Landwirte Konrad Reeh, Karl Ferdinand Abel und Karl Feuser zu Krofdorf infolge Roilausseuche" verhängte Gehöftsperre ist wieder aufgehoben worden.- An verendeten Schweinen des Karl Bender und Christian Debus zu Krofdorf ist die

Rotlauffeuche" amtlich festgestellt worden. Ueber die Ge­Höfte der Genannten ist die Gehöftsperre verhängt worden.

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* Leihgestern, 28. Sept. Unser Ort stand gestern wieder

Herwiefen worden

Sommer vergleiche

einmal unter dem Zeichen der vier F. Der alte wie auch ferforten durchg der neue Turnverein hielten ihr Abturnen. Der Umzug eröffentlicht werd

durch das Dorf lockte zahlreiche Schaulustige nach den Turn­

plägen, wo nach den Uebungen der Tanz und die Gesellig. Roggen: 1. Locho

feit die Teilnehmer lange beisammen hielt. Hierbei mag erwähnt sein, daß die Turnsache in der letzten Zeit viele neue Anhänger und Gönner gefunden hat; die Mitglieder­zahl des alten Turnvereins hat sich verdoppelt, auch bezgl. seiner Leistungen hat er Fortschritte gemacht.

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* Leihgestern, 27. Sept. Vergangene Nacht ist hier an mehreren Stellen eingebrochen worden. Die nächtlichen Arbeiter" fönnen nur lofalkundige Personen sein, da an zwei Stellen die Art des Einbruchs und der angefügte Schaden mehr auf einen Racheaft schließen läßt. Die Anzeige ist erfolgt und der Täter wird sich nicht lange der Freiheit mehr erfreuen.

Der befferter Zeelan

Land 6. Heffifcher

Don Mette, 2. 3. Squarehead vo

5. Lohmerweizen, pitten wird durd in großer Dienst führen können. XMarburg Jahre, daß der Aus diesem Anla anstaltet, die heu Dr. Heff, eröffn Ausstellern befchic findet hier eine

Aus dem Biebertal, 27. Sept. Die Stationsge bäude der Biebertalbahn zu Heuchelheim und Rodheim wer­den z. Zt. in der Weise baulich verändert, daß die bisherigen verwandelt werden. Es wird dadurch zwar einem längst Warteräume in Wohnungen für ständige Stationsvorsteher empfundenen Bedürfnisse abgeholfen, aber dem Publikum

meldefchluß ift Probefahrt der n Wagen hatten B rfolgt am 1. Of

wird durchaus nicht Rechnung getragen, denn die nunmehr Fahrt ging gut b

geschaffenen Warteräume sind für die verfehrsreichen Stationen Heuchelheim und Rodheim viel zu dürftig bemessen und für die Folge wohl nicht haltbar. Ein stattlicheres Auss hen würden die beiden Stationsgebäude dadurch erhalten haben, wenn statt dies m Umbau dieselben mit einem Aufbau ( zweiten Stockwerk) versehen worden wären. Wie aus dem neuen Winterfahrplan ersichtlich, so nehmen die Züge von Bieber kommend in gewohnter Weise Anschluß auf Station Abendstern an die Hauptbahn nach Wez'ar.

Wezlar, 27. Sept. Mit der abgelaufenen Woche dürfte wohl die reiche Zwetschenernte, womit die meisten Gemeinden unseres Kreises so reichlich gesegnet waren, zum Abschluß gekommen sein. Bei der starken Nachfrage durch auswärtige Händler wurden die Preise auf eine hier zu Lande nicht gewohnte Höhe getrieben, sodaß unsere Land­leute mit dem erzielten Erlös wohl zufrieden sein können. Wie uns bekannt ist, so haben viele Gemeinden mehr als tausend Zentner Zwetschen versandt und gar mancher Be­wohner hat 2 bis 3 hundert Mark aus seinen Zwetschen gelöst.

+ Saasen, 27. Sept. Heute wurde unser neues Schulhans in Anwesenheit des Regierungsrats Dr. Wagner, des Kreisbaurats Diehm, des Schul­und Ortsvorstands eingeweiht. Dasselbe enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung. Am alten Schul­haus auf dem Veitsberg hielt Lehrer Herber die Abschiedsrede. Dieses Gebäude hat über 250 Jahre der Jugendbildung gedient und in ihm wirkte von 1730-1785 der aus der Glaubrecht'schen Erzählung Der Kalendermann vom Veitsberg" bekannte Lehrer Konrad Jakob Justus. Bis 1711 diente es drei Ge­meinden, dann schied Harbach und 1856 Lindenstruth aus.

) Lauter, 28. Sept. Ein Apfelbäumchen, daß im Frühjahr dieses Jahres versetzt wurde, steht gegen­wärtig in schönster Blüte.

Ettingshausen, 28. Sept. Eine große Schlägerei zwischen zwei Zigeunerbanden von ca. 100 Köpfen veranlaßte in Ettingshausen die Alarmierung der Feuerwehr, die mit Knüppeln, Stangen 2c. bewaffnet, nicht ohne Widerstand die Banden verjagte. Die Zigeuner haben zahlreiche Diebstähle verübt und be­sonders die Obstbäume heimgesucht.

Laubach, 27. Sept. In dem Hause der Firma Gebrüder Herzog, das augenblicklich nicht bewohnt wird, wurde vor wenigen Tagen ein Einbruchs Diebstahl verübt.

+ Schotten. 27. Sept. Herr Karl Doneter hat der Stadt Schotten für Krankenpflege 2000 Mt. und seiner Geburtsstadt Kazenelnbogen für ein zu errichtendes Kranken­haus 10 000 mi. testamentarisch zugedacht.

** Langsdorf. Der ansteckende Scheidekatarch des Rindviches zu Largsdorf ist erloschen.

< Hungen, 26. Sept. Hier wurde dieser Tage ein geriebener Junge, der Sohn des früheren Pächters des Hungener Hofes, G. Hill, verhaftet. Unter aller­hand Vorspiegelungen wußte er sich hier Eingang zu­verschaffen; er gab sich als Pfarramtskandidat, Kauf: mann usw. aus und soll auch die Absicht geäußert haben, als Missionar" nach Ostafrika zu gehen. Vor­läufig wanderte er jedoch in Haft, da er von der Staatsanwaltschaft Mainz steckbrieflich verfolgt wird; unter anderem soll er einen Fahrraddiebstahl ausgeführt haben.

+ Hungen, 27. Sept. Seit einiger Zeit macht sich in unserer Stadt der Wohnungsmangel recht fühlbar. So hatten binnen furzem verschiedene Privatleute die Absicht, hier ihren Aufenthalt zu nehmen, mußten aber ihren Plan wieder fallen lassen, da es ganz unmöglich war, passende Wohnungen zu bekommen. Auch anläßlich der bevorstehen­den Eröffnung der Bahn Hungen- Mücke sollten verschiedene Beamte hier ihren Wohnsiz nehmen; doch mußten dieselben zum Teil an anderen geeigneten Orten stationiert werden. In Anbetracht der vorhandenen, jetzt noch billigen Bauplätze ist es deshalb recht unverständlich, weshalb das hier ver­fügbare Kapital sich so zurückhaltend verhält; ein Resito ist tatsächlich vollständig ausgeschlossen. Für die betreffenden Unternehmer und die in Betracht kommenden Privatleute wäre hier nicht nur eine gediegene, sichere Kapitalanlage geboten, sie würden auch zur Hebung ihrer Vaterstadt bei­tragen, was allgemeine Anerkennung finden würde.

A Alsfeld, 25. Sept. Nachdem der Kreistag des Kreises Alsfeld voriges Frühjahr in dankenswerter Weise die Mittel zur Beschaffung eines ca. 8 Morgen großen Versuchsfeldes für die hiesige landw. Winterschule bewilligt hatte, ist das betr. Grundstück erworben und seinem Zwecke

§ Kirchhain, genoffenschaft Rir das am 1. Ofto Bur Gröffnungsf Regierungspräfib anstaltete der h Rennen, bei wel durchs Biel ging ungünft gen Wet Terrainverhältn ff + Kirchhair hiesigen Lahnhofe

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