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Dragas Schwertern über de

Belgrader Mordnacht.

Das furchtbare Drama im fonaf zu Belgrad bat in der legten Zeit mehrfach don Freunden und Feinden des er mordeten Königspaares eine nähers Beleuchtung erfahren, und wertvolle Fingerzeige find behurch dem Geschichtsschrei ber gegeben worden, der anparteiii Nicht und Schatten in diefer großen Tragödie menschlicher Leidenschaften verteilen will. Auch bewe wieber liegt eine Kundgebung vor uns, die einzelne intime Züge an dem traurigen Bilde fügt, wenn fie auch mehr einen allgemein menschlich als geschichtlich interessanten Wert besitzt. Zwei Schwestern der ermordeten Königm Draga, die sich z. St. in München aufhalten, haben einen bunyent Berichterstatter über thre Erlebnisse während der wordnacht und nachher in längerer Unterhaltung be­richten.

Wann zu überreichen, der gegenwärtig eine längere Frei heitsstrafe zu verbüßen habe.

Der Budapester Warenhausbrand hat eine Disziplinar. untersuchung gegen den Kommandanten der Feuerwehr, Szerbomsfi, im Gefolge gehabt. Uebereinstimmend wird in der Presse der Feuerwehr die Hauptschuld an der Kata strophe beigemessen. Die Behörden hatten den Kopf ver loren. Es fehlten Sprungtücher, das eine vorhanden: wurde von Laien gehandhabt. Die Sprizen bersagten Fachleute aus Wien und München stimmen diesem Urteil zu. Der Feuerwehrkommandant gibt dem Publikum die Schuld. Er sagte einem Interviewer: Die Feuerwehr wat in der Aktion behindert, mußte sich mit Spithacken und Fa schinenmessern den Weg bahnen. Während des Brande wurde. wie nachträglich befannt wird, eine aus 5 Personen bestehende Diehesbande gefangen genommen, die die Ver mirrung benußte. um sich ab und Gut der Opfer anzu eignen.

Wir waren völlig ungewarnt, so erzählte die eine,- bis au 11 Uhr der Schreckensnacht wußten wir von nichts. Als de die Schüsse durch die stillen Stagen dröhnten, eilten unser Brüder dem Königspaar zu Hülfe, aber auf der Straßt noch wurden fie abgefaßt und ih en ertiärt, der König habe ihre Schwester entfernen lassen und befehle, daß die Brüder ihre Säbel abzugeben hätten. Würde man sie nicht so belogen haben, so wären sie gewiß mit der Waffe in der Hand gestorben. Beide Augen hat man dem einen aus dem Gesicht geschossen. Die Bucschooter belogen alle Welt; den Offizieren des Regiments der Köngin sagten sie, Alerandes habe eine Frau fortgejagt, jeten des Regiments des Königs, Drays babe Aleraber comode. Und der König war so gun! Sett lagen se, er se vachfinnig und träge gewesen das ist nicht wahr, er bat bis in die späte Nacht für das Boy seines Volkes gearbeitet und sich oft nicht einmal die Zeit genommen, um ene lagleit zu sich zu nehmen. Ins gegenüber er gütig wie ein Bruder. Er wollte nicht glauben. eat at Bell bic Armee verraten fönnte. Und wenn aus und ete Raign ermordet hat, marum mußten unsere Brübe sterben Man sagt diesen alles möglich nad), and body waren steifrige, brave Soldaten. Der eine batte eine hmong don dem Schicksal, das ihm bevorstand, era and Ste werden mir den Säbel einmal von der Set ones and werden mich umbringen!" Sofort noch ber Ratastrophe hat man uns mit Militärwachen ungern, die ans argwohndsch beobach­teten, dann forderte uwun uns aut, augenbindlich Serbien zu berlassen. Ich erflavie, dies tonne nicht so nall und Fall geschehen. Nicht einmal zum Grab der Brüder und der Schwester ließ man uns, feine Blume, feinen Schmuck dul­bet man auf den Gröbern Sie gerne würden wir noch ein­mal an der Ruhestätte der teueren Toten beten, sonst wollen wir von Serbien nichts mehr, wenn wir unser Eigentum zurückerhalten haben.

Ein häßliches Licht auf die neue serbische Regierung wirft die bewegliche Klage der Schwestern, mit der das Interview schließt, sie wurden nicht einmal im Exil in Ruhe gelassen und seien in Zürich auf Schritt und Tritt bon Spionen verfolgt worden. Wenn dies Tatsache sein sollte, so ist zu wünschen, daß der deutsche Aar und der baye­rische Löwe die Vielgeprüften, folange sie in unserem Lande weilen, vor derartigen Belästigungen zu schüßen wissen.

Aus dem Gerichtsfaal.

Großschiffahrt nach; Basel. Seit 60 Jahren ist in Basel wieder das erste Dumpfitiff eingetroffen. Es handelte sich um eine Probefahrt, ob es meglid) sei, die Großschiffahrt über Straßburg hinaus bis nash Basel durchzuführen Der Versuch darf als wohlgelungen bezeichnet werden, denn der angekündigte Dampfer ist zur bestimmten Zeit eingetroffen

§ Eine neue Auflage des Leipziger Bankprozesses? Der oormalige Direktor der Leipziger Bank. Dr. Gentsch, der im oorigen Jahre wegen betrügerischen Bankerotts und Bilanz­verschleierung unter Annahme mildernder Umstände zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hat durch seinen Verteidiger, Justizrat Broda, die Wiederaufnahme des Ver­fahrens beantragen lassen.

Dampferzufammenstoß. In der Wesermündung wurde der Fischdampfer Polyp" von einem anderen Dampfer angerannt und derart beschädigt, daß er in Fahrwasser bei Hoberiveg sank. Die Mannschaft wurde von dem Fisch. dampfer Sophie" gerettet und in Geestemünde gelandet.

§ Zum Humbert- Prozeß. Eine Note der Agence Havas" besagt, daß niemals ein geheimes Aktenbündel, betreffend die Humbertsache, vorhanden gewesen ist. Alle Schriftstücke sind mitgeteilt worden; die Anwälte und Staatsanwälte konnten acht Monate hindurch davon Kenntnis nehmen.

Attentat auf einen russischen Eisenbahnzug. Auf der russischen Südwestbahn entgleiste unweit der Station Jastrow ein Personenzug infolge böswilliger Entfernung bon Schienenschrauben. Der Maschinist und ein Kondukteur wurden getötet und acht Jahrgäste leicht verlegt. Wie wei ter gemeldet wird, sind infolge häufiger Raubüberfälle auf der transkaukasischen Bahn alle Bahnwächter mit Revolvern ausgerüstet. Ein Extrazug Tiflis- Bafu überbringt Waffen und Instruktionen.

§ Der Ausgleich. Eine heitere Szene spielte sich auf einem Wiener Amtsgericht ab. Während einer Bause in den Ver­handlungen tritt rasch eine fugelrunde, resolute Frau zum Richtertisch und fragt: Was is denn mit mir, Euer Gna­den?" Richter: Wer sind Sie?"- bin die Has­Lauer Kathi, Kräutlerin Am Hof." Ah ja! Sie waren von der Frau Rosalie Gschwendt beklagt? Wegen einer Chrfeige am Markt?"" Dös stimmt, Euer Gnaden!"

Die Frau Gschwendt war ja schon hier und hat ange­geben, sie hat sich mit Ihnen ausgeglichen." So, so? Ausgeglichen? Na ja... sie hat mir heut' um a Dreie in der Fruah am Markt a Ani geben... dös is der Aus­gleich!" Das Verfahren wurde eingestellt!"- Was g'schieht jetzt mit mir, Euer Gnaden?"" Nichts! Sie können nach Hause gehen, aber Sie dürfen jetzt nicht viel­leicht gegen die Frau Gschwendt klagen!" A beilei( die Hand aufs Herz legend)... mir san jaanz ausglichen!

Nab und fern.

Bunte Chronit. In Spittel bei Straßburg wurden die Italiener Vulpati, Pitroban und Cilio megen Aufreizung zum Streit verhaftet. 600 Arbeiter der Baufirma Schott u. Haas waren ihnen gefolgt. Die Gendarmerie wurde verstärkt.

-In Mühlhausen wurde der junge Arzt Dr. Schwarz perhaftet, unter dem dringenden Verdacht, seinen Kollegen Dr. Schloß im Duell erschossen zu haben. Der Grund soll Der Streit zwischen Aerzten und Krankenkassen sein.

-In Kijew wurde eine Anzahl Mädchen im Alter von icht und zwölf Jahren geschändet, nachdem sie durch Ver. abreichung von Konfeft in den Hinterhalt gelockt waren Einer der Schuldigen, ein vierzigjähriger Fleischer, wurde verhaftet.

-Am Vesuv hat sich die im Jahre 1895 in 1100 Meter Höhe entstandene Gruptasöffnung neu geöffnet. Eine große Lavamasse strömte hervor, doch besteht z. 3. feine un. mittelbare Gefahr.

Vermischtes.

- Unter dem Verdacht des Raubmordes an dem Ham. burger Losehändler wurde in Sankt Pauli ein Lumpen händler verhaftet, der anfangs August Levy Gerümpel ab. gekauft hatte und auf Donnerstag, den Tag des Mordes, wiederbestellt war.

- Defraudationen im Betrage von 350 000 kronen wur den beim Krakauer Handwerkerverein ermittelt. In der Angelegenheit wurde Kaufmann Barko, ein Schwager des Direktors Müllers, verhaftet.

Kunft und Wiffenfchaft.

OL. Zur Wagner- Denkmalsfeier in Berlin. Prinz Lüd­wig Ferdinand von Bayern hat dem Vertreter eines Berliner

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10. September Der G

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Blattes gegenüber die feste Absicht ausgesprochen, an der direktion und Wagnerfeier in Berlin nicht teilzunehmen. Er habe, ohne Eser zu Ba ſich um Interna zu kümmern, infolge seiner Singabe für Wagner die ihm angebotene Ehrenstellung eines Protektors angenommen, in der Voraussetzung, daß die Wagnersche Fa­milie die Berliner Wagnerdenkmalsfeier sanktioniert habe. Das sei ja leider nicht der Fall, das sei ebensowenig der Fall, wie die angekündigte Mitwirkung des Münchener Hofopern­

IDie Macht der Illusion. Zu Lohr im Spessart wurde dieser Tage die Genoveva", das bekannte Ritter­schauspiel, aufgeführt. Beim 6. Bild Golo stürzt auf Drago" wurde ein Zuschauer von der Macht der Darstellung so ergriffen, daß er in Entrüstung ausrief: Hab' m eene druff".( Haue ihm eine darauf!). Große Heiterfeit des Publikums folgte dem in unverfälschter Lohrer Mundart vorgebrachten Zornesruf.

Der Kaiser und der Katholikentag. In der letzten Versammlung des 50. Katholikentages zu Köln verlas der Präsident Dr. v. Orterer folgendes Telegramm aus Schloß Wilhelmshöhe: Seine Majestät der Kaiser und König haben den Huldigungsgruß der diesjährigen Jubiläums- General­versammlung der Katholiken Deutschlands mit Freuden entgegengenommen und lassen das Präsidium ersuchen, der Generalversammlung für den Ausdruck treuer Ergebenheit Allerhöchst Ihren wärmsten Dank auszusprechen. Auf Aller­höchsten Befehl: Geheimer Kabinettsrat von Lucanus. Nach der Verlesung erscholl stürmischer Beifall. Dr. von Orterer bemerkte: Unsere Huldigung hat ein freundliches Echo gefunden, mögen wir darin eme gute Vorbedeutung für die Zukunft erblicken. Der Redner brachte sodann ein freudig aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus.

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orchesters bei dieser Feier; hierzu hätte doch vor allen Dingen auch ferner& Räumen wäre auch erforderlich, wenn er, der Prinz, offiziell der Ber- phische und liner Feier hätte beiwohnen wollen. Im übrigen habe er ge­hört, daß auch der Kaiser vermutlich nicht bei der Feier an­wesend sein und sich durch ein Mitglied des Kaiserhauses werde vertreten lassen.

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HM. Das Alter deutscher Professoren. Das Durchschnittsreinigung alter der Professoren an den verschiedenen Univerſitäten Deutschland, Desterreichs und der Schweiz ist von Dr. F. Eulenburg berechnet worden. Die Statistik erstreckt sich auf fast 1500 Hochschullehrer, die während des Winters 1901/02 im Lehramt waren. Es hat sich für diese Zeit ein allgemeines mittleres Alter von 53,4 Jahren ergeben, während die ent­

* IDer Schweinestall als Landesgrenze. Den badisch. hessischen Ort Kürnbach tauscht Baden demnächst gegen die Ortschaft Michelbach ein. Daß dieser Entschluß so rasch ge­faßt worden ist, soll, wie man erzählt, ein Bruder Strau­binger" verursacht haben, der, weil er feine Papiere hatte, vor einem badischen Polizisten in ein Haus Kürnbachs flüchtete, und zwar in einen Schweinestall hinein. Der Polizist eilte nach, aber der Fechtbruder befand sich bereits auf hessischem Gebiet, denn mitten durch den Stall der Borstentiere ging die Grenze. Der Badener rief nun den hessischen Sicherheitswächter herbei, und dieser drang durch die Hintertür in das hessische Biertel", während der Bade­ner von Baden aus angriff. Der Handwerksbursche aber prügelte die Vertreter Badens und Hessens. von denen jeder ihn haben wollte, mörderisch durch. Als man ihn nundes­halb vor Gericht stellen wollte, wußte kein Mensch, auf wel­chem Gebiet die Siebe gefallen waren und wohin der Fall zu verweisen sei. Daher die Aufhebung des Mitbefize

Ein Zwischenfall bei einer Ausfahrt der Kaiseriu er eignete sich in Stassel. Als die Kaiserin von dem Besuck einiger Wohltätigkeitsanstalten nach Schloß Wilhelmshöhe zurückkehrte, durchbrach plötzlich eine gut gekleidete, tief ber schleierte Dame die Postenfette, drängte sich an den kaiser lichen Wagen heran und marf einen Brief in denselben. So fort eilten Schußleute herbei, welche die Persönlichkeit der Unbekannten feststellten. Bei ihrer Bernehmung gab die Dame an, fie le direft von Berlin nach Auffel gefommen um der Landesmutter bersönlich eine Bittichrift für ihren

sprechende Zahl vor 10 Jahren 51,5 betrug. zwischen den

berschiedenen Fakultäten finden sich nur geringe Unterschiede. Für 200 Professoren der Theologie war das Durchschnitts alter 54,2, für 226 Professoren der Rechte genau dasselbe, für 259 Professoren der Medizin 54,8. Die ältesten Pro­fessoren sind in Berlin, München und Leipzig zu finden, die jüngsten in Bonn, Heidelberg, Wien und Straßburg. Jünger als 30 Jahre waren nur zwei Professoren, beide von der juristischen Fakultät. Etwa 4 v. H. der Professoren lehrten noch im Alter von mehr als 70 Jahren, was in Desterreich wie in den russischen Ostseeprovinzen gesetzlich untersagt ist. Dr. Eulenburg tritt dafür ein, daß in Deutschland eine Altersgrenze von 65 Jahren für einen freiwilligen Rücktritt und eine solche von 70 Jahren für den unbedingten ein­geführt werde.

[ Die bedrohten Pelikane.] Um die Pelikane or der Ausrottung zu schüßen, hat die amerikanische Regierung jetzt die im India- River vor der Küste von Florida gelegene Belifan- Insel gekauft. die als hauptsächlichster Brutherd dieser Vogelart gilt. Bisher hatten Raubjäger dort freie Hand, nun aber steht die Insel unter Aufsicht eines Wild. mächters, der niemandem ohne schriftliche Erlaubnis vom Ackerbausekretär zu landen gestattet. Die Zahl der Vögel ist bereits sehr zusammengeschrumpft. Es nisten auf der Insel zur Zeit schäßungsweise 2800 Pelikane.

R.D. Der Kampf gegen die Schwindsucht. Ein reicher römischer Großgrundbesizer, Pietro Cartoni, hat der italie­nischen Regierung eine Million Francs zur Verfügung ge stellt, um vor den Toren Roms ein großes Sanatorium für Lungenkranke zu errichten. Cartoni ist zu dieser groß mütigen philantropischen Schenkung durch das herbe Geschief zweier geliebter Kinder bewogen worden, die ihm durch die Schwindsucht entrissen wurden. Er stellt ferner in Aussicht, daß er alles, was er besitzt, der Bekämpfung der furchtbaren Krankheit opfern werde.

Indianisches Plebiszit gegen die Ehescheidung.] Bei einem Kongreß der Sioux- Indianer" in Süddakota wurde u. a. folgende Resolution gefaßt: Es schmerzt uns, zu hören, daß viele der Weißen in Dakota in ihren Gefeßen das heilige Band der Ehe mißachten, daß fich Mann und Frau trennen und so die Grundlage der Familie niederreißen. Wir fürch)- ten sehr für unser Volk, daß einige sich dieser sündhaften Gesetze bedienen und wieder zurüdfallen fönnten ins alte Sündenleben. Wir verabscheuen diese Geseze und betrach. ten es als einen Ehrenpunkt, sie unserem Volfe und allen Christen verhaßt zu machen. Das hätten sich die alten Siour, die, mit dem Tomahamt in der Hond, in den Ur­wäldern nach dem Skalp der Weißen Ausschau hielten, nicht träumen lassen, daß ihre Enfel einst den Blaßgesichtern Borträge über die Heiligkeit der Ehe halten würden.

O Große Ueberschwemmungen in England. Wie aus Lon. don gemeldet wird, sind infolge heftiger Regengüsse erhebliche Ueberschwemmungen eingetreten. Die Lage ist in verschie denen Grafschaften äußerst kritisch. In Lincolnshire steht die Ernte völlig unter Wasser. Die Landwirte in Shrop­shire erklären, daß sie seit undenklichen Zeiten kein so schlechtes Jahr gehabt hätten.

Der Landwirt:

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TC. Sollen wir den Maulwurf ausrotten. Aus Pari wurde kürzlich gemeldet, daß in diesem Winter das weiche Fell des Maulwurfs Mode werden und von den eleganten Damen als glänzendes Pelzwerk in Mänteln, Stolas" und Muffs getragen werden wird. Jetzt werden in deutschen Landwirtskreisen Stimmen laut, die diese neueſte Mode. laune mit Freuden begrüßen und hoffen, daß dadurch zur Vernichtung des Maulwurfs verholfen würde, dessen Nußen als Engerlingzerstörer in feinem Verhältnis zu dem un gebeuren Schaden stände, den er durch sein Wühlen und Graben in Feid und Garten anrichte. Damit wäre denn also dem kleinen schuwarzen Wühler das Todesurteil ge­sprochen. Denn wenn der Landwirt ihn proffribiert, so wer­den sich scharenweise Maulwurfsfänger auf den Feldern ein. finden, die, da das Zell zweifelsohne gut bezahlt werden wird, erbarmungslos und ohne Rast hinter ihm herjagen. Aber ist denn wirklich überall der Maulwurf unbedingt schäd­lich? Hören wir, was die Brüder Karl und Adolf Müller in ihrem bekannten Buche Wohnungen, Leben und Eigen­tümlichkeiten in der höheren Tierwelt" über diesen Punkt zu sagen wissen: Wenn wir uns die Maulwurffänger ver­gegenwärtigen, die von den Gemeinden angestellt und an gewiesen waren, Maulwürfe in Feldern und Wiesen zu fangen, so danken wir von Herzen der fortschreitenden Wissen­schaft, welche das Vorurteil beseitigt und sich nicht mit dem oberflächlichen Blick und durch Mitteilungen der Menge zu­frieden gibt. Die Behandlung, die der Maulwurf in frü­heren Zeiten erfahren hat, zeigt so recht, daß die Menschen bei ihren Schlüssen aus Wirkungen auf Ursachen es sich be­quem machen und. was das schlimmste ist, sich von einmal vorgefaßten Meinungen seltst durch die treffendste Beweis­führung nur schwer abwenden lassen. Gab es doch viele Landstädtchen, wo man nod; vor ein paar Jahren das Fell eines Maulwurfs mit einem Groschen bezahlte. Und wer tat dies? Der Stadtrat! Mit Bedauern denken wir jezt an den Maulwurfsfang zurück, und so eifrig wir einst auf seine Bertilgung fannen so lebhaft möchten wir nun die Unschuld der hingerichteten Maulwürfe dartun... So schr man Ursache hat, den Maulwurf in Wiesen, Feldern und Wäldern zu hegen, so wenig darf er in Kunst- und Gemüsegärten geduldet werden, wo er mit seinen emigen Wühlereien naturgemäß großen Schaden anrichtet." Es hieße demnach das Kind mit dem Bade ausschütten, menn man den Maulwurf überall verfolgen wollte. Im freien Felde schone nan ihn, im Garten rotte man ihn unnach­sichtig aus.

Bunte Chronik. Gegen die neugegründete Spielbank in Altenberg wird jetzt energisch vorgegangen. Sowohl von deutscher wie von belgischer Seite sind Schritte getan wor den, um der Spielbant die Existenz auf dem Gebiete von Neutral- Moresnet unmöglich zu machen.

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rh, Fleisch aus- Sibirien. In Berlin werden demnächst große Fleischzufuhren aus Sibirien erwartet. Es hat sich für den Fleischimport aus diesen durch die große fibirische Eisen bahn neu aufgeschlossenen Gegenden ein Konsortium gebil. det, das durch geeignete Leute den Einkauf und das Schlachten an Ort und Stelle besorgen läßt. Es kommt für dieses Ge­schäft gepökeltes Rindfleisch in Stücken von 4 Kilogramm in Betracht, das in ganzen Wagenladungen von 10.000 Kilogramm nach Berlin befördert wird. Die Ausgaben für Transport und sonstige Spesen stellen sich auf 3500 Mart pro Waggon von 10 000 Kilogramm Mit der Einfuhr soll vorläufig bis zum Frühjahr fortgefahren werden.

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