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Lokales.
Gießen, den 28. Juli 1903. * Telegramm der„ G. N. N." Bei der heute erfolgten Ziehung der 4. Klasse der 2. Hess.- Thür.( Mitteldeutschen) Staatslotterie wurden gezogen: die Prämie von 50 000 Mart auf 55 532 nach Gonsenheim, die Gewinne von 40 000 mt. auf 16 638 nach Offenbach, 20 000 Mt. auf 51 413 nach Darmstadt, 10000 Mt. auf 77 435 nach Offenbach, 5000 Mt. auf 10 676 nach Mainz, 2 Gewinne á 3000 auf 10 966 nach Alzey und 94 218 nach Greiz. * Die zweite diesjährige Schlußprüfung der Randidaten der evangelischen Theologie hat in den Amtsräumen des Großherzoglichen Oberkonsistoriums in Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran 6 Examinanden, wovon 2 aus Starkenburg, 3 aus Oberhessen und 1 aus Rheinhessen sind.
Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Von den gestifteten Ehrenpreisen sind hauptsächlich zu nennen: Von der Großh hessischen Staatsregierung 1200 Mark, vom Landes pferdezuchtverein des Großh. Hessen 500 Mart, von der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Raffel 325 Mr. Die Stadt Gießen ſtellte bekanntlich 300 mt. zur Verfügung, ebenso die vereinigten Brauereien Oberheffens. Auch viele Körperschaften, Vereine und Private haben Preise gest ftet.
** Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten Versammlung am Donnerstag, 30. Ju't, nachm. 4 Uhr. 1. Genehmigung von Rechnungen, 2. Baugesuch des L. Huhn für die Wetsteingasse. 3. Deegl. des Beter Pfeiffer für die Neustadt 24. 4. Desgl. des H. Winn für die Liebigstraße, hier: Dispens. 5. Desgl. des Fr. Egly für den Brandplatz 10. 6. Desgl. von A.& M. Körner für die Westanlage. 7. Desgl. des Ph. Reitz für die Bahnhofstr., hier: Dispens. 8. Desgl. des M. Abermann für die Blockstraße, hier: Dispens. 9. Desgl. des Ev. Arbeitervereins für den Weglarerweg, hier: Dispens. 10. Ber ennung der von der Marburgerstraße abzweigenden Querstraße. 11. Beleuchtung des Plazes neben der Johannesfirche. 12. Den Straßenkostenbeitrag des Kaufmännischen Vereins für den Blaz neben seinem Vereinshaus. 13. Ausbau der Straße Mittelweg; hier: Straßenkostenbeitrag von J. 2. Spieß. 14. Gesuch des Ziegenzuchtvereins dahter um lleberlassung des städtischen Biehmarktplatzes zu einer am 8. Auguft cr. stattfindenden Ziegenschau. 15. Geneh migung von Handabgaben aus den städtischen Waldungen für 1902/03. 16. Das städtische Elektrizitätswerk; hier: Gesuch des A. Geiße um Zurückerstattung von Kosten der Buleituna zu seinem Haus Seltersweg. 17. Gesuch der Friedr. Schäfer Ehefrau um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Neustadt 1. 18. Desgl. der Heinrich Belloff III. Witwe im Hause Weserstraße 8. 19. Desgl. des Louis Belloff zum Brandweinverkauf über die Straße im Hause Neuenbäue 10. 20. Desgl. des H. Carle zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Neuenweg 28.
Ein großes Extra- Konzert zum Besten des Invalidendant giebt heute abend unsere Militär- Kapelle im Neuen Saalbau. Bei ungünstigem Wetter findet das Konzert im Saale statt.
× Dem Artikelschreiber„ Aufgegebene Be gräbnisstätte" in gestriger Nummer dieses Blatt 3, sei zur Beruhigung mitgeteilt, daß der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen in Gemeinschaft mit dem Landjudenschaftsvorsteher der Provinz Oberhessen seit Jahren wegen Wiederinbesißnahme des fraglichen Friedhofs Verhandlungen pflegt. Auch das Gr. Kreisamt Gießer, als vorgesetzte Behörde, war mit der Angelegenheit befaßt und hat sich dieser Tage zur Sache geäußert. Die Bemühungen zum Wiedererwerb fragl. Begräbnisstätte dauern fort.
* Gestern wurde ein Pferd geschmückt durch sämtliche Straßen geführt und dann in den Schlachthof, wo es heute von dem Roßschlachter geschlachtet wird.
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** Radrennen. Der große Preis von Gießen. Die Einwohnerschaft Gießen und der Umgebung hatten für sportliche Veranstaltungen stets ein reges Interesse ge, habt. Dies zeigte auch der letzte Sonntag, an dem u. a. Große Preis von Gießen" auf dem Sportplay a. d. Hardt ausgefahren wurde. Etwa 3000 Personen waren erschienen und alle Stände unserer Bevölkerung- Offiziere, Beamten, Studenten, Bürgerwaren vertreten. Ueberall fonnte man die mannigfachen und reizenden Toiletten unserer Damen bewundern. Auch eine Fürstlichkeit verfolgte voller Spannung den Verlauf der einzelnen Rennen. Was die
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Rennen selbst anbelangt, so ist zu bemerken, daß unter den Amateuren sich Worms aus Köln als ein äußerst sicherer scharfen Ronkurrenten fand. Im Mannschaftsfahren konnte Fahrer zeigte, der allerdings in Reuß aus Nürnberg einen leider die Mannschaft des Gießener Radklubs„ Germania“ Klube„ Mars" nicht auffommen. Das meiste Interesse gegen die wohltrainierten Fahrer des Frankfurter Radrennwandte sich, wie ja vorauszusehen war, dem Rennen um den " Großen Preis von Gießen" zu. Obwohl einer der Fahrer infolge eines Sturzes nicht starten fonnte und ein anderer infolge eines Motordefeftes teine genügend schnelle Führungsmaschine besaß, um die seinem Können ancemessene höchste Schnelligkeit zu entwickeln, so gestaltete sich dieses Rennen, besonders im 2. Laufe, zu einem der schärfsten und aufaus Frankfurt hervor, der bekanntlich im vorigen Monat regendsten. Als Sieger ging in allen 3 Läufen Herr Gräf diesem heißumstrittenen Rennen einen Preis zu sichern wußte. zu Mainz gegen den Weltmeister Robl fuhr und sich in Es schien zwar manchmal, als sollte ihm die zähe Ausdauer und die eisernen Must In feines Gegners Möder, der ihn trotz der weniger schnellen Führung seines Motors zweimal unter brausendem Jubel der Zuschauer, wenn auch nur auf furze Strecke, zu überschreiten vermochte, gefährlich werden. Indessen gewann schließlich doch die bessere Führung und die maschinenmäßige Gleichmäßigkeit Gräfs, besonders in dem 3. Lauf über 25 Alm. einen sicheren Sieg. Die Zeiten, die gefahren wurden, waren infolge des aufreibenden Kampfes dieser beiden erstklassigen Berufsfahrer sehr günstig und müssen wir den eifrigen Bemühungen der Rennbahndirektion unsere ville Anerkennung aussprechen, daß sie die uncemein hohen Kosten nicht gescheut hat, um uns in diefem, an sportlichen Veranstaltungen sonst so stillen Jahre, auf einmal eine solche ersten Ranges zu bieten.
** Frühzeitiger Herbst in Sicht? Aus dem Leben unserer gefiederten Lieblinge wird vielfach auf die eintretenden Witterungsverhältnisse aeschlossen. Merkwürdigerweise wird nun beobachtet, daß sich bereits die Kiebige in größerer Bahl zusammenscharen, indem öfter 40 bis 50 hei einander getroffen werden, gleichsam als wollten sie sich durch Flugübung zur weiten Reise nach den fernen Winters quartieren vorbereiten. Sogenannte Wetterkundige erblicken in dieser Erscheinung ein frühzeitiges Nahen des Herbstes, da sich die Kiebige sonst meist erst später in größerer Zahl zusammenfinden.
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** Die Zeit der mitternächtlichen Dämm e- rung ist wieder einmal vorüber. Sie begann am 26. Mai und reichte bis Mitte Juli. Die Sonne beginnt nun mertlich rückwärts zu gehen. Dämmerung ist nur durch balbe Erbellung hervorgebracht durch das aus der Atmosphäre refl ttierte Sonnenlicht. Die Dauer der Dämmerung zwischen dem ersten Lichtschein und dem Sonnenaufgang Fänat ab von der Lage des Tagbogens der Sonne zu dem Horizont und ist am fürzesten, wenn dieser Tagbogen den Horizont senkrecht schneidet.
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Vom Obst markt. Der Wochenbericht der Zentralstelle für Obstverwertung Frankfurt a. M. vom 20. bis 25. Juli besagt: Das Geschäft war in dieser Woche nicht recht zufriedenstellend. Die Durschnittspreise betrugen: Kirschen 14-25 Mt, Erdbeeren 40 Mt., Johannisbeeren 11-13 Mt., Stachelbeeren 10-12 Mt., Heidelbeeren 8 bis 10 Mt., Himbeeren 20-25 Mt. Aprikosen 40-45 Mark per 50 Kilogramm. Einer Statistik über die Obsternteaussichten pro 1903 entnehmen wir für das Großherzogtum Hessen folgende Angaben: Beerenfrüchte gut; Aepfel mittel; Birnen mittel- gerina; Pflaumen und Zwetschen mittel; Mirabellen mittel; Reineclauden mittel; Nüsse mittel- gering.
+ Launsbach. Einen Ausflug nach Frankfurt veran= ſtaltet am nächsten Sonntag der Gesangverein„ Frohsinn". * Leihgestern. Hier feierte gestern der Besitzer des früheren Ritterguts Neuhof, Herr Müller, sein 25- jähriges Jubiläum als Besizer des Gutes. Sämtliche Vereine, der Orts, Kirchen- und Schulvorstand nahmen am Feste teil. Herr Müller wurde zum Ehrenbürger ernannt.
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Burkhardsfelden. 26. Juli. Zu der am Sonntag abend 10 Uhr zw schen Burkhardsfelden und Appenrod stattgefundenen Affäre wird uns geschrieben, daß die 4 jungen Burschen, welche in friedlicher Stimmung nach Appenrod gingen, die Ueberfallenen sind. Einer derselben, welcher feststellen wollte, wer der Lenker des ersten Fuhrwerks sei,
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um Anzeige wegen Nichtbeleuchtung beider Wagen zu ermöglichen, wurde von diesem mit Peitschenhiebe begrüßt und dann noch von 7 oder 8 Männern mit Peitschen, Stöcken und Fäusten tüchtig bearbeitet. Nur der tapferen Gegenwehr ist es zuzuschreiben, daß die jungen Burschen keine erheblichen suchung ergeben, da Gegenanzeige bereits erfolgt ist. Verlegungen davontrugen. Das Nähere wird die Unter
XFlensungen. Bürgermeister Heinrich Bräuning III. und Konrod Horst wurden als Feldgeschworene unserer Gemarkung eidlich verpflichtet.
= Hungen. Das Großh. Ministerium des Innern bat dem Ortsvorstand die Erlaubnis erteilt, mit dem am 14. Sept. stattfindenden Prämiierungsmarkte( Fasels bau) eine Verloosung von Vieh und landwirtsch. Geräten zu vertum zu gestatten. binden und zugleich den Vertrieb der Lose im Großherzog
** Fulda, 28. Juli. Italiener, welche bei der hiesigen Kanalisation beschäftigt sind, gingen vorgestern abend in die Wirtschaften, aßen und tranken, ohne zu bezahlen. Dadurch entstanden Schlägereien, die in schlimmster Art endigten. Türen, Fenster und Gaslaternen wurden zertrümmert. In verschiedenen Straßen war Schlägerei und Radau. Man traute sich nach 9 Uhr nicht mehr auf die Straße. Gestern Mittag wurde über die Stadt Fulda der Belagerungszustand verhängt.
*** Mainz, 28. Juli. Es wird uns mitgeteilt: Einen jähen Abschluß fand die Jubiläumsregatta des Mainzer Rudervereins am Sonntag. Als das Boot des Mannheimer Rudervereins" Amecitia" zum Start des Junior- AchterRennens" fuhr, wurde es von einem heftigen Windstoß quer vor den Ponton 5 getrieben und kam mit der Spize gegen den Bonton 6 zu liegen; die Gewalt des Stromes brach das Boot in zwei Stücke und die Mannschaft verschwand in den Wellen. Sieben Ruderer fonnten sich retten, während der Achte, Aug. Freier von Mannheim, ertrarf. Freter fuhr erst 5 Tage in dem Boot und war als Ersatzmann für einen erkrankten Ruderer eingesprungen. Er war Jahre alt. Die Regatta wurde sofort abgebrochen.
einziger Sohn eines Mannheimer Postbeamten und erst 18
Marktbericht.
Gleben, 28 Juli Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter ber Bfd. 1.00-1.20 m, Hübnereter 6-7 fg.. Enteneter St. 6-7 Bfa.. Käse per St. 5-8 Pfa.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfa.. Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfa. Tauben per Paar 1. 0.80-1.00, Sübner per Stüd Mt. 1.20-2 00 Hahnen, ver Stud Mr. C.65-1.50, Enten der Stite 1.60-2.00. Gänse p. Bid, 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 68-78 Bfa., Rindfleisch
ber Bfb. 60-66 Bfa. Schweinefleish per Bfb. 66-76 Bia. Schweinefleisch gefalzen ver Pfund 0.80 fa., Ralbfleisch der Bfd. 68-74 Bfa., Hammelfleisch ver Pfd. 56-74 Bfq.. Kartoffeln ver 100 Kilo 9.00-12.00 mr.. Zwiebeln ver Rt. Mr. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-40 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfa.
Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 446 Ochsen, 69 Bullen, 716 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 182 Kälber, 134 Schafe und Hämmel, 1139 Schweine. Aus Desterreich 191 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 69-72, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 60-63, d) gering genährte jeden Altecs Met. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 61-62, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 57-59, c) gering genährte Mt.-, ühe und Färsen( Stiere und Kinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) böhsten Schlachtwertes Mt 63-65, b) bollfleischige, ausgemäſtete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren Mt. 60-62, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färfen( Stiere und Rinder) Mf. 51-52, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.- Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 80-81 Bfg.( Lebendgewicht) 48-49 fa., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtge= wicht) 69-71 Pfg,( Lebendgewicht) 40-43 Bfg., c) geringe Saugfälber 55-60 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser)
Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Maftbämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 66-68 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren
und Schafe( Märzschafe)
Pfg. Schweine: a) vollfleischige der
( Schlachtgewicht) 59-60 Pfg.,( Lebendgewicht) 47 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 58 Pfg.,( Lebendgewicht) 46 Pfg. c) gering ent= wickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 50-54 Bfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft war in Horrvieh mittelmä ig, Ueberstand bedeutend, in Kleinvieh Markt geräumt.
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