Ausgabe 
28.1.1903 Erstes Blatt
 
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t, ist folgende: 1. Der in Gießen

ng eines Seiten- und Weltverbesserer haben nun wieder einmal das Küssen 6 deffelben seitens aufs Korn genommen und wissen nicht genug von den Ge Straße In Löbers fahren zu erzählen, die dieser uralte Brauch mit sich

Rann man das Küssen verbieten? Die Hygienifer

Terabführung aus igung der Graben

bringen soll. Anlaß hierzu gab der bekannte Gesezes. vorschlag, den Dr. Ware der Gesezgebung von Virginien eingereicht hat. Nach demselben soll das Küssen verboten

fer- und Schüßen und unter Strafe gestellt werden, wenn die Parteien nicht ung des Straßen einen ärztlichen Gesundheitsschein besitzen. Als Grund nen um Erlaubniß für dieses wahrhaft drakonische Gesez wird angeführt, daß - und Untermühl- ber Kuß eines der hervorragendsten Mittel zur Insektion eines Leils des mit ansteckenden Krankheiten darstelle. Als Strafen sind -8. Bacht für den Geldstrafen bis zu fünf Dollars per Kuß ausgesezt. Ueber Boranschlag des Lebes braucht wohl weiter kein Wort verloren zu werden.

Stadtermeit.rungs

ng von Mobiliar Berlängerung der

bie Unmöglichkeit der Durchführbarkeit eines solchen Ge­Wird hinter jedem Liebespaar ein Polizeimann stehen, wird man sich der Gefahr aussehen, verhaftet zu werden, wenn man am Bahnhofe seine Verwandten beim Abschiede

der Ederstraße und füßt? Es ist zu lächerlich, überhaupt darüber zu sprechen. höheren Mädchen hingegen wollen wir in Kürze auf die eventuellen Ge­Helder, Bahnhof- fahren des Küssens hinweisen, alle übertriebenen Ansichten

aft Gießen. Am

Winterbergnügen

aber auf das richtige Maß zurückführen. Daß durch einen Kuß injektiöse Krankheiten übertragen werden können, ist zweifellos richtig. Man unterlasse es daher, Kranke zu

inte Vereinigung füssen. Bei den akuten Krankheiten versteht sich das von Brogramm, zwei nicht als frant aufgefaßt werden. Tuberkulöse dürfen nicht echen den Abend gefüßt werden. Die Uebertragung eines Schnupfens und achen.

selbst, nicht aber bei den chronischen, deren Träger eben

jedenfalls kein wesentliches Malheur. Das Küssen zwischen Männern, bei den Wilden bekanntlich sehr gebräuchlich

Der beim Theater bein on her und Gehen, beim Rauchen der Friedens am hiesigen Stabt pfeife etc., ist bei uns ja ziemlich abgekommen. Hingegen nenden Freitag den ist das Küssen junger Mädchen untereinander sehr ge bes hteroris wohl bräuchlich. Hier täte demnach eine kleine Einschränkung wärtigen Direktor not. Stinder werden sehr gern von jedermann gefüßt. Ein hübsches Stind gilt förmlich als Gemeingut. Jeder Freund bes Hauses, jeder Bekannte gibt dem Kinde einen Kuß.

Benefit Borstellung

Aufführung ge Dies us strenge verhütet werden, aber nicht durch ein en und dürfte in defets over tine Auſſchrift: Nicht füſſen!", wie es auch föſtück mit Gesang schott porgeschlagen wurde, sondern durch die Energie ber " einen geſchidten Sitern und ein strenges Verbot an die Kinderfrauen und Im hat die Rolle Anrmen, die Kinder zu füssen oder füssen zu lassen. Im Herr Ramseye allgemeinen muß man sagen, daß durch einen Kuß wohl ems Toni über Krautheiten übertragen werden können, daß die Gefahren ter Aufführung di pes Küssens aber vielfach übertrieben werden, wie dies amseyer schon mit ben jetzt geschehen ist.

wünschen Herrn

Nab und fern.

nationalen Tournés ihm eigene Humor beeinträchtigt wird. Ein Unfall Mommsens. Dem Altmeister deutsche insichtlich des Ab Geschichtsforschung, Professor Mommsen, passierte ein un die hessische Hand fall, der leicht sehr gefährlich hätte werden können. Der chlusses, daß aud greise Gelehrte war mit einem Licht in der Hand auf eine ertrag abgeschloffe Leiter gestiegen, um ein Buch aus einem Bücherschran auf welche alle In herunter zu holen. Dabei fing das lange weiße Haar Mommsens Feuer. Er hatte es, als seine Angehörigen erden. Das Gese herbeieilten, bereits mit dem Rocke gelöscht, doch nicht ohne vertrags vor, mad baß ein Teil des Haares verbrannt und das Gesicht ver ugleich Lehrmeister ezt war. Mommsen bemerkte zu der erschrockenen Familie des Bürgerliche muc: mit seiner Schönheit sei es nun vorbei. ( Bestellung eine::: Im Tode vereint. Als in Hamburg ein 80 jährige: e unangenehme Em Mann namens Koch von der Holstentor- Leichenhalle aus e Vertrag schließen beerdigt werden sollte, warteten die Leidtragenden ver­daß der Vater au geblich auf das Erscheinen der fast gleichaltrigen Witwe, zu Darmstadt zu die darauf bestanden hatte, ihrem verstorbenen Manne ein Sohn bei ihn das letzte Geleit zu geben. Als die Greisin in einer Droschte rasch herbeigeholt werden sollte, fand der Kutscher

t in 2 Exemplaren sie beim Betreten der Wohnung in ihrem Sonntagsstaat n an die Innung tot in der Stube liegen. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben Handwerkskammer ein Ende gemacht.

zwar kommt be Bon Wölfen zerrissen. Der Hauptmann des vierter er gefeßlichen Ber Honved- Regiments in Großwardein Geza Schwarz wird ubigte Urkunde all jeit einigen Tagen vermißt. Hauptmann Schwarz hatte hierauf besonder einen Ritt in die Umgebung der Stadt unternommen Frage glücklich unt und nach zwei Stunden kam sein Pferd, aus vielen In nur zu oft wird unden blutend, mit zerfeztem Baume und Sattelzeug gelernt hat, nicht ihre Reiter in den Kasernenhof gesprengt. Man be fürchtet, daß Hauptmann Schwarz von Wölfen ange weis der ordnungs faffen wurde und ihnen zum Opfer gefallen sei. Alle 1, wenn nicht durd Nachforschungen sind bis jetzt erfolglos geblieben. ugt wird. In dem ( Der Versuch einer Ueberquerung der Sahara mittel ferstandes vor allem eines unbemannten Ballons, den französische Luftschiffe: ber Lehrlinge zu eb unternommen hatten, ist, wie gemeldet wird, mißlungen vichtige Einrichtung der Ballon Leo Der ist nach ſechsundzwanzigſtündige Die Lehrmeister" bai Fahrt auf der Grenze der algerischen Provinzen Alge verträgen beigeleg und Conſtantine, halbwegs zwischen Bisirea und Laghuat Bligh, and moraliſt Aufstiegs, von pri tebe genes, be the bes he hingewieſen um Bort teas, von Einget rener niebergeholt worden.& tom ung dieſelben ni in südwestlicher Richtung nach der Wüste zu trieb, und n, sondern auch der auf deſſen Beständigkeit man rechnete, hat also nicht lange

und

enten anzuregen Der Erlernung einer

von Süden her. Der Gabes

angehalten.

= Brandkatastrophe in einem Londoner Irrenhause.

führen. Auch In dem im Norden Londons belegenen Frrenhause Col­er bewiesen, daß fney Hatch brach in einem provisorischen Anbau, in dem hohen Aufgabe da eine große Anzahl Frauen untergebracht ist, Feuer aus,

enen vermag.

überall bekannt sein

tamtes bei Briefen brieffaften geworfe abgegeben find, in nachträglich eine An an das Poftamt

t. Nur muß die

er

weiliger Bhinderung

das bei dem starken Winde, der herrschte, schnell um sich griff. Eine Anzahl Personen nach Angabe der Zeitung ,, Star" 19 sind verbrannt. Mehreren Frren ge­lang es, bei der furchtbaren Panik, die in allen Räu­men des Hauses herrschte, zu entkommen.

Wie weitere Telegramme melden, soll die Zahl der Opfer weit über 50 betragen.

* Zur Bologneser Murriaffaire. Einer der Haupt­Belastungszeugen in dem Sensationsprozeß Bonmartini.

von seinem Schwager, dem Advokaten Dr. Tullio Murri,

icht gerade fofort) Murri, der Universitätsprofessor Dr. Dante Cervesats, ist t erscheinen. Selbft in Bologna gestorben. Professor Cervesats war mit dem Jeanftanden sein. A det und wurde im Verlauf der gegen den Mörder und spätere Rüdlieferung ermordeten Grafen Francesco Boumartini eng befreun rstehendes teine An seine Schwester, die Gräfin Bonmartini, geführten Un­

inger ja bereits ge

man auch, wenn ma

gabe befugt fein und

vom Briefboten per

tersuchung wiederholt vom Untersuchungsrichter ver­nommen. Er soll über die Beziehungen, die zwischen dem Grafen und seinen Verwandten herrschten, wichtige Aussagen gemacht haben, und man sah mit großer Span­nung seinem Zeugnis vor Gericht entgegen. Mit diesem

man ohne den Boten Todesfall hängt die Blättermeldung von einem bevor­ge ift, die Briefe entstehenden günstigen Umschwung für die Angeklagten zu

Sammen.

::: Ein schlecht belohntes Samariterwerf. Ein merk würdiger Prozeß schwebt gegenwärtig zwischen einem Berliner Kaufmann B. und einem Ingenieur F.. F. ist erst seit einigen Jahren verheiratet und auf seine Gattin außerordentlich eifersüchtig. Vor einiger Zeit ging Frau F. nachmittags aus, um einige Besorgungen zu ma­chen. Gegen Abend, als sie aus einem Geschäft tretend, den Heimweg antrat, wurde sie von einem Uebelsein befallen, in dessen Verlauf sie ohnmächtig ward. Der zufällig vorübergehende Kaufmann B. führte die Dame in einen Hausflur, wo sie sich bald wieder erholte. Als­dann begleitete er Frau F. in einer Droschke nach Hause. Ihr Gatte, der vom Fenster aus seine Frau in Gesell schaft eines fremden Herrn anlangen sah, stürmte hin­aus und versetzte den verblüfften Samariter ohne wei teres eine Anzahl Ohrfeigen. Es entspann sich nun eine Schlägerei, die erst von Passanten geschlichtet wurde. Obgleich der hißige F. sich am anderen Tage ent schuldigte, hat B. doch Strafantrag gestellt.

Arbeitslosen- Bataillone in London. Die Kälte und der herrschende Arbeitsmangel haben im Londoner Stra Benleben eine neue Erscheinung gezeitigt. Täglich pas­sieren ganze Bataillone Arbeitsloser die Hauptstraßen von einem Ende Londons zum andern, während deta­chierte Posten vorn und an der Seite mit Sammel­büchsen von den Passanten Gaben erbitten. Die Poli­zei kann diese Sammlungen und Aufzüge nicht verhin dern und sorgt nur durch berittene Abteilungen auf al len Seiten, daß es zu keinen Gewalttätigkeiten komme. Die Leiche im Koffer. Im Bahnhofe zu Charkow wurde vor einigen Tagen ein großer, mit einem gräflichen Wappen gezierter Koffer aufgegeben. Bald danach be merkte das im Gepäcksraume beschäftigte Dienstpersonal, daß aus dem Koffer Blut heraussicherte. Man öffnete den Koffer im Beisein von Polizeiorganen und fand darin die noch nicht ganz erstarrte Leiche einer jungen Dame von auffallender Schönheit. Die junge Dame war durch einen Dolchstich in das Herz ermordet worden und aus der offenen Wunde quoll langsam das Blut. Die Aerzte kon­statierten, daß die gräßliche Tat mur einige Stunden vor der Aufgabe des Koffers auf dem Bahnhofe verübt worden ein mußte. Nähere Details fehlen noch.

[ ,, Der Prophet"] heißt eine neue Zeitung, die seit einigen Tagen in London erscheint. Sie erklärt sich selbst für ein Blatt, das en ,, nationalen, politischen und in­ternationalen Prop., zeiungen des Herrn William Heald" gewidmet ist, Prophezeiungen, die ,, mit Hilfe der neuen Wissenschaft Chromoskopie ausgearbeitet sind." Für Fe­bruar sagt Herr William Heald voraus, daß ,, Ruß­land in den Tardanellen und der Wutanfall eines aus­ländischen Monarchen die orientalische Frage von neuem aufrollen werden!" Man wirt ja seher! Auf den ,, Wut­anfall" werden London schon jetzt Wetten abgeschlos sen. Den 22. den 23. Februar erklärt Herr Heald als besonders tige Tage für die Gründung von Aktiengesellschaft. Man sehe sia, also vor! Am 27. und 28. Februar jolf man an der Börse spekulieren, denn an diesen Tagen muß jederm nn gewinnen.

Bunte Chronik. In der Franckestraße zu Kiel stürzte ein Neubau ein. Bier Bauarbeiter wurden verschüt­tet, zwei sind bereits von der Samariterabteilung der städtischen Feuerwehr als Leichen hervorgezogen. Die Hoffnung, die beiden andern zu retten, ist aufgegeben worden.

Der Bantier Hermann Wulff, Begründer der in Konturs geratenen Tortmunder Handelsbank, ist in Berlin verhaftet worden.

- Der Sergeant Hickel, der bekanntlich im Verdacht stand, in Gemeinschaft mit seinem Schwager, dem Un­teroffizier Merten, den Rittmeister v. Krosigk erschossen zu haben, ist von der Hamburger Zollbehörde als Zoll­aufseher angestellt worden.

- Die beiden Schooner John" und ,, Smaragd" sind mit je fünf Mann Besaßung während eines Sturmes in der Nordsee untergegangen.- Der Bremer Dampfer ,, Vesta" ist bei der Insel Hwen gestrandet.

- Die Altonaer Polizei verhaftete einen in Hamburg wohnhaften Barbier als dringend verdächtig, die in leg­ter Zeit sich häufenden Messerattentate nach Art Jack des Aufschlitzers an Frauen und Mädchen verübt zu haben.

-Wegen unglücklicher Liebe erschossen sich in Mag­deburg der Sohn eines dortigen höheren Bahnbeamten und ein junges Mädchen.

-Wegen großer Kautionsschwindeleten wurden in Al­tenessen bei Essen die Inhaber einer Bergschule, Ge Irüder Hunger verhaftet. In einem der Verhafteten glaubt man einen von der Zwickauer Staatsanwaltschaft gesuchten schweren Einbrecher erwischt zu haben.

Etwa 2000 Arbeitslose hielten in Prag eine Ver­sammlung ab und zogen nach Schluß derselben unter den Rufen: ,, Gebet uns Arbeit und Brot!" durch die Straßen. Die Sicherheitswache nahm mehrere Verhaf­tungen vor.

Der Stromboli- Vulkan wirft wieder Steine und Asche aus. Die Bewohner der Insel flüchten.

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In Molwino, Gouvernement Kostroma, brannte das Polizeiarrestlofal nieder. Zwei Arrestanten, die wegen Trunkenheit eingeliefert worden waren, fanden den Tod in den Flammen.

Jufolge ungenügender Ernte herrscht in den schwe­dischen Norddistrikten große Hungersnot. 75 Broz. der Einwohner haben keine Lebensmittel mehr, da auch schon alle Haustiere aufgezehrt sind. Die Kindersterb­lichkeit ist enorm; die Schulen sind geschlossen.

[ Ein eigenartiger Zeitungsboylott.] Die römische Tribuna" ist von den Zeitungsverkäufern in Rom boh­tottiert worden. Die Zeitungshändler und die Herren Jungen, die die Zeitungen auf der Straße ausschreien ( feste Zeitungsabonnements sind in Italien bekanntlich eine seltene Erscheinung), verlangten von dem Verlag des Blattes, daß ihnen die ,, Tribuna" für drei Centesimi pro Exemplar zum Weiterkauf überlassen werden; außer dem wollten sie das Recht haben, alle nicht verkauften Nummern zurückzugeben, und schließlich lehnten jie es sogar ab, in ihrer Gesamtheit für die Zahlungsfähigkeit des einzelnen Verkäufers Bürgschaft zu übernehmen. Als der Verlag der Tribuna" sich weigerte, sich solche Be­dingungen aufzwingen zu lassen, beschlossen die Zeitungs händler, den Berkauf des Blattes auf den Straßen Roms einzustellen.

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Aus Hessen und Nachbargebieten.

* Klein Linden. Kaisers Geburtstagsfeier. Wie all­jährlich, feierte vergangenen Samstag abend der hiesige Kriegerverein den Geburtstag unseres erhabenen Reichsfürsten unter lebhafter Beteiligung seiner Mitglieder im Saale zur deutschen Eiche. Theatralische Aufführungen, sowie Vor­führen lebender Bilder brachten angenehme Abwechslung in den stimmungsvollen Verlauf des Festabends.

A. Niederbreidenbach. Der hiesige Kriegerverein hielt Sonntag abend in der Wirtschaft Hafermehl seine diesjährige Generalversammlung, verbunden mit der Geburtstagsfeier Kaiser Wilhelm II. Nach Erledigung des Jahresberichts schritt man zu den nötigen Wahlen, welche die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Gesamtvorstandes ergaben, nur die Wahl eines Schriftführers war erforderlich, auch wurde ein Preis- Scheibenschießen auf den 14. Juni d. J. anberaumt. Sodann brachte Herr Präsident Weiß ein Hoch auf Raiser und Großherzog aus, welches begeistert aufgenommen wurde. Gesang und guter Gerstensaft hielt die Mitglieder in guter Harmonie noch einige fröhliche Stunden zusammen.

** Klein- Rohrheim. Auf nach Venezuela" lautete die Parole, als vorige Woche in unserem sonst so ruhigen Dertchen die Schelle der gestrengen Obrigkeit ertönte. Der Herr Beigeordnete ließ den Kriegszustand unferes großen deutschen Reiches verkünden. An dem Sprizenhaus wurde die kaiserliche Ordre angeklebt und mit betrübten Mienen lasen unsere biederen Bürger den Armeebefehl. Die hier in Dienst stehenden Leute waren schon marsch und kampfbereit und manche Thräne floß. Noch zur rechten Zeit wurde das Verhängnisvolle zur allgemeinen Heiterfeit wieder gut gemacht, denn die übereilte Bekanntmachung sollte nur im Ernstfalle ge­schehen und nicht schon jetzt, wie der Herr Beigeordnete glaubte.

e. Ebsdörfer Grund. Man ist an zuständiger Stelle eifrig bemüht, dahin zu wirken, daß mit dem Bau der Bahnlinie Marburg- Süd- Dreihausen noch im Früh linge dieses Jahres begonnen werden kann. Die ge samte Bevölkerung des südlichen Teiles unseres Grundes ficht mit größter Spannung dem Tage entgegen, an dem der erste Spatenstich hierzu gethan wird. Es wäre denn aber auch eine baldige Weiterführung dieser Strecke über Roßberg nach Londorf wünschens­wert. Es fönnten alsdann nicht nur die hier gelegenen ergicbigen Steinbrüche, sondern auch die benachbarten Farbsteinlager vorteilhaft ausgebeutet werden. haben sich bereits mehrere hierfür Interessierte ver­ständigt und eine Versammlung auf den 8. Februar zu Nordeck anberaumt, in der eine Besprechung über die Fortsetzung der Bahnlinie Marburg- Dreihausen nach Roßberg und Londorf stattfinden soll.

Friedberg. Im Reichstagswahlkreise Friedberg­Büdingen fandidiert für die bevorstehende Wahl wieder der bisherige Abgeordnete Oriola. Die Sozialdemokraten haben den Stadtverordneten Busold dahier aufgestellt, für den sie bereits heftig agitieren.

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* Frankfurt a. M., 27. Jan. Der fürzlich hier ge­gründete Verein ehemaliger Chinfämpfer zählt bereits über 60 aftive Mitglieder Der Verein umfaßt den Stadt- und Landkreis Frankfurt a. M. sowie eine Anzahl umliegender Städte, wie Offenbach a. M., Hanau, Tarmstadt u. a.

** Frankfurt a. M., 26. Jan. An dem im Juni h'er in Gegenwart des Kaisers stattfindenden Gesangswettstreit deutscher Männergesangvereine werden, wie bereits gemeldet, 34 Vereine mit insgesamt 6200 ängern teilnehmen. An dem in Kassel abgehaltenen Gesangswettstreit haben 18 Vereine mit 2680 Sängern teilgenommen. 9 auf dem hie­sigen Sängerfeste erscheinende Vereine zählen je über 200 aftive Mitglieder.

** Frankfurt a. M., 27. Jan. Heute morgen erschos sich hier aus bisher unbekannten Gründen der 37jährige Agent Georg David Reinle.

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Frankfurt a. M., 27. Jan. Auf den Antrag einer Zwe drittelmehrheit der hiesigen Geschäftsinhaber in der Schuhwarenbranche ordnete der Regierungspräsident an, daß bon jegt ab alle offenen Verkaufsstellen der Schuhwaren­branche dahier um 8 1hr abends zu schließen sind. Aus­nahmen gelten nach§ 139 e der Gewerbeordnung.

** Darmstadt, 26. Jan. Das Evang. Sonntagsblatt" macht in seiner legten Nummer in einem Artikel, der offen­bar von einem Mainzer Geistlichen herrührt, die Mitteilung, daß die Rabbiner im Großherzogtum Hessen denselben Talar wie die protestantischen Geistlichen tragen und fordert die Regierung dringend auf, dagegen einzuschreiten.

** Bensheim Dir bisherige Vertreter des Reichstags­wahlkreises Bensheim- Erbach, Geheimrat Haas in Darmstadt, beabsichtigt nicht wieder zu fandidieren.

** Vom Westerwald, 27. Jan. Die Krupp'schen Jagden fommen jegt infolge Kündigung durch die Krupp'sche Ver­waltung zur Neuverpachtung. Dabei müssen die Gemeinden durchgängig mit viel geringeren Bachtpre sen vorlieb nehmen, als sie ihnen Krupp zahlte.

Neueste Nachrichten.

**( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 3. Kl. 8. Großherzogl. Hessischen Landes­lotterie wurden nachstehende Haupt- Gewinne gezogen: Brämie 50 000 t. auf Mr. 99508, welche zulegt auch mit 300 Mt. gezogen wurde.( Köstniz u. Dessau) 40 000 f auf Nr. 44 640( Ortenberg.) 20 000 Mt. auf Nr. 56 439( Mainz), 10 000 Mt. auf Nr. 34 966( Offenbach), 5000 Mt. auf Nr. 80 365( Mainz), 3000 Mt. auf Nr. 39 560, 69 566, 31 187, 2000 f. auf Mr. 32 720, 60277, 62 252, 66 423, 90013, 79 978, 80 211, 97 449,

1000 Mt. auf Nr. 26 540, 2113, 39 712, 1712, 51 246, 88 908.

Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruderet, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.