Ueber die Verhandlung liegt folgender Bericht vor: Die Kammer der Abgeordneten verhandelte über einen Antrag Müller- München( Soz.), das Kriegsministerium zu ersuchen, dahin zu wirken, daß Offiziere und Unteroffiziere, deren Mitschuld, sei es durch aktive Beteiligung, sei es durch Mangel an pflichtgemäßer Beaufsichtigung, an systematischen Soldatenmishandlungen nachgewiesen ist, unnachsichtlich aus dem Heere entfernt werden. Nachdem Müller- München( S03.) seinen Antrag begründet hatte, erklärten Lerno( Zentr.), Wagner( Lib.) und Dirr( Freie Vereinigung) die Zustimmung ihrer Fraktionen zu dem Antrage. Hierauf nahm der Kriegsminister das Wort und führte aus, er werde nach wie vor den leider nicht in geringer Zahl vorkommenden Soldatenmißhandlungen und dem Mißbrauch der Dienstgewalt mit aller Kraft entgegentreten. Er müsse gegen den Antrag aber ein formelles Bedenken erheben. Die Entfernung aus dem Heere könne nach dem Militärstrafgeset nur auf Grund gerichtlichen Urteilspruches erfolgen. Wenn die Tendenz des Antrages aber nur die sei, daß Soldatenmißhandlungen mit der Entfernung aus dem aktiven Heere geahndet werden sollen, so könne er sich gegen den Antrag nicht ablehnend verhalten. Der Antrag wurde darauf einstimmig angenommen.
Nab und fern.
Eine neue Version zum Tode Elisabeths von Hessen bringt jetzt ein Warschauer Blatt. Es leugnet das Vorliegen eines Attentats, hält aber die Vergiftung aufrecht. Diese sei durch die ärztliche Sektion der Leiche unzweifelhaft konstatiert worden. Nur sei die Vergiftung nicht vorsätzlich geschehen, wie von anderer Seite behauptet werde, sondern durch den Genuß von Austern, welche die Prinzessin zwei Tage vor ihrem Tode zu sich nahm und die verdorben waren und das bekannte„ Austerngift" enthielten. Weiter teilt das Blatt mit, daß auf Befehl des Zaren für die Leiche der Prinzessin ein schwerer Sarg aus reinem Silber in Warschau angefertigt worden ist. Der Sarg, zu welchem 2 Bud( zirka 80 Kilogramm) Silber verwendet wurden, mußte binnen achtzehn Stunden fertiggestellt werden. Er ist ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst, im Renaissancestil und mit geflügelten Engeln an den vier Ecken geschmückt. Die ruſſiſche Zarin, die gleichzeitig mit der kleinen Prinzessin erkrankte, hat sich inzwischen einer Operation des Trommelfelles unterziehen müssen, um eitrigen Ansammlungen Abfluß zu gewähren. Ihr Zustand ist nicht ungefährlich, wenn auch momentan nicht direkt besorgniserregend.
Neues Unwetter am Rhein. Aus verschiedenen Orten des Rheinlandes treffen Mitteilungen über neuerliche jchwere Gewitter mit starken Niederschlägen ein. Der Rhein ist im raschen Steigen begriffen. In Dortmund herrschte starkes Schneetreiben.
Unwetterverwüstungen in Böhmen. Durch starke Unwetter, von welchen in den letzten Tagen die nördlichen und nordwestlichen Gegenden Böhmens heimgesucht wurden, find ganze Waldbeſtände verwüstet. Zäune und Mauern find niedergerissen und Dächer von Schuppen und Stallungen fortgetragen worden. Der Sturm war von Regengüssen begleitet, durch welche an den Feldern bedeutender Schaden angerichtet wurde. Durch Hochwasser droht Böhmisch Leipa Ueberschwemmungsgefahr. Die Umgebung der Stadt steht bereits teilweise unter Wasser; es sind Vorsichtsmaßregeln getroffen worden.
** Trichinenschau. Einer ministeriellen Anordnung zufolge sollen die bestehenden Polizeiverordnungen über die Trichinenschau dahin erweitert werden, daß alle Schweine und Wildschweine, deren Fleisch im eigenen Haushalt des Besizers verwendet wird, auf Trichinen untersucht werden müssen, und zwar auch dann, wenn sich am Wohnorte des Besiters fein Trichinenschauer befindet.
Fähnrich Hüffener verabschiedet. Durch kaiserliche Kabinettsorder ist dem Fähnrich z. See Hüssener mit gleichzeitigem völligem Ausscheiden aus dem militärischen Dienstberhältnis der Abschied erteilt worden. Damit hat die traurige Effener Affäre, der der Einjährige Hartmann zum Opfer fiel, ihren folgerichtigen endgültigen Abschluß gefunden.
Das Racheattentat des Bahnwärters. In Strehlen ( Schlesien) wurde ein kürzlich wegen Unachtsamkeit aus dem Dienst entlassener Hilfsbahnwärter unter dem dringenden Berdacht verhaftet, aus Rache einen verbrecherischen Anschlag auf einen Eisenbahnzug ins Werf gesezt zu haben. Er hatte ein zwei Meter langes Eisenstück auf die Schienen gelegt, doch wurde dies noch rechtzeitig entdeckt.
† Ein furchtbares Familiendrama spielte sich auf der Station Stralau- Rummelsburg ab. Der Schneidermeister Markowicz warf sich in Verzweiflung über den Tod seiner Frau mit seinen beiden Kindern, einem kleinen Knaben und einem Mädchen, unter die Räder eines einfahrenden Zuges. Vater und Sohn waren auf der Stelle tot, während dem Mädchen das rechte Bein abgefahren wurde. In der Tasche des unglücklichen Mannes fand man das Telegramm, das ihm das Ableben seiner Frau im Krankenhause anzeigte. Das Töchterchen des Selbstmörders ist inzwischen im Krankenhause seinen schweren Verlegungen erlegen.
Lokales.
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sich bei ihnen nur um die Wahrung ihrer Erwerbsverhältnisse handelt. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß er dem Kollegen Gießen, 27. November 1903. Haubach von der Anklage Kenntnis gegeben und daß dieser ** Nächsten Mittwoch, den 2. Dezember vormittags eine strenge und peinliche Untersuchung des Tatbestandes ver 9 Uhr findet im Sizungsfaale des Regierungsgebäudes da- langt hat mit dem Hinzufügen, daß deren Resultat in öffent hier eine öffentliche Sigung des Provinzial- licher Stadtverordneten- Versammlung bekannt gegeben werben Ausschusses statt. Es wird u. a. verhandelt möge. Die Untersuchung hat ergeben, daß Herr Haubach über: 1. Klage des Drtsarmenverbandes Marburg gegen während er Stadtverordneter iſt, 54 Defen verkauft hat die Gemeindekrankenkasse zu Ober- Breitenbach wegen dies ergibt auf das Jahr durchschnittlich ganze 7 Stüd Erstattung von Kur- und Pflegekosten für den Dienstknecht Der Oberbürgermeister hat die ihm als Belastungszeugen Johannes Lastmann aus Liederbach. 2. Klage des Drts- von den Eisenhandlungen genannten Personen, nämlich den armenverbandes der Stadt Frankfurt a. M. gegen den Orts. Meggermeister Kreuder, der 2 Defen, den Kaufmann J. armenverband Kirto rf wegen Kostenauffaz für die Dienstmagd Siesel, der 1 Dfen, die Carle'schen Eheleute, welche 2 Defen Johanna Höchster aus Kirtorf. 3. Beschädigung von Solms- und die Weißbinder Schäfer& Größer, welche für 2 Häuser Laubach'schen Grundstücken durch den Betrieb der Grube in der Roonstraße, die sie 1901/2 erbaut haben 6 Defen Friedrich bei Traishorloff, Antrag auf Enteignung von H. bezogen über die Umstände und Beweggründe, welde nach dem Berggefeß. sie zu diesen Geschäften veranlaßt, vernommen. Die in de Versammlung zur Verlesung gebrachten Vernehmungsprotokolle dieser Zeugen entkräften die gegen Haubach durch seine Kone kurrenten erhobenen Anschuldigungen vollständig und erbringen nicht den Beweis dafür, der den Verdacht begründen könnte, als ob der Stadtv. Haubach seine Ehrenämter zum privaten Vorteil für sich oder Andere benutt hätte. Der Oberbürger meister teilt dann der Versammlung weiter mit, daß die betreffenden Firmen, noch während die Untersuchung schwebte ihre Eingabe als gegenstandslos zurückgezogen haben mit der Erklärung, daß sie zugeben, von falschen Voraussetzungen gewesen, daß es den Mitgliedern der Baudeputation verboten dabei ausgegangen zu sein. Man sei fälschlich der Ansicht sei, mit Interessenten der Baubranche oder überhaupt G schäfte zu machen. Der Beauftragte der Eisenhändler Herr Servus hat Namens serner Kollegen die Erklärung abgegeben, daß man einsehe, dem Stadtverordneten Haubach Un recht gethan zu haben.
Schiffsfatastrophen. Bei Amrum strandete eine norwegische Bark. Die Boote dieser Barf wurden auf Amrum angetrieben. Drei Leichen wurden bisher von den Wellen ans Land gespült. Vom Schicksal der übrigen Besagung ist bisher nichts bekannt. Wie aus Brunsbüttelhafen gemeldet wird, ist der holländische Dampfer„ Anglia", Kapitän Klimp, der von Hamburg nach Rotterdam abgegangen war, an seinem Bestimmungsort nicht eingetroffen, sondern wahrscheinlich unterwegs in der Nordsee untergegangen. Bei Borkum sind Leichen und Teile einer Schiffsladung angetrieben worden, die, wie man befürchtet, von der„ Anglia" stammen.
▷ Am 1. Dezember d. I. wird in Hörde( Westfalen) eine von der Reichsbanthauptstelle in Dortmund abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinricht ung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
** Der landw. Provinzial- Verein beschloß in seiner gestrigen General- Versammlung, die im Neuen Saalbau in Gießen stattfand und sich u. a. mit der Errichtung von Lagerhausgenossenschaften beschäftigte, die Errichtung von fünf Lagerhäusern in Oberhessen und zwar in Grünberg, Friedberg, Alsfeld, Lauterbach und Büdingen. Das größte oder Hauptgebäude soll in Friedberg errichtet werden( bekanntlich befindet sich in Friedberg die landw. Einkaufs- und Verkaufs- Genossenschaft). Diese 5 Lagerhäuser sollen den Anfang bilden von einem ganzen Netz dieser Lagerhäuser das die Provinz Oberhefsen umspannt. Die Anregung zu diesem Plan gab schon vor Jahren ein Herr von Grünberg, der mit weitem Blick den Wert dieser Lagerhäuser für die Landwirtschaft erkannt, heute ist dieser Gedanke ausgereift; möge er der Land. wirtschaft zum Segen werden.
Schwer bestrafter Uebermut. In Kaschau wurde der Leutnant Alfred Spanily vom 34. österreichischen InfanterieRegiment zum Gemeinen degradiert und zu sechsjährigem Nachdienen verurteilt, weil er in einem öffentlichen Lokal einen Streit provoziert hatte, bei dem ihm der Säbel abge-. nommen wurde.
Bunte Chronik. Im Untersuchungsgefängnis erhängte fich der langjährige Rendant des Berleburger Vorschußvereins, Niedesel, der der Unterschlagung von 100 000 Mark angeflagt war.
Die Kaserne des 14. Jäger- Bataillons in Kolmar wurde durch Feuer zum großen Teil zerstört. Man vermutet BrandPriftimg.
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Aus allen Ortschaften der Provinz Syrakus werden heftige Erberschütterungen gemeldet.
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= Herr Carl Klingspor, der Seniorchef der Firma C. Klingspor- Gießen, ist gestern Abend 1/2 6 Uhr plöglich an einem Lungenschlag im 64. Lebensjahre gestorben; ein arbeitsreiches und gesegnetes Leben hat mit thm aufgehört zu sein. Hunderte von Familien werden dem Verstorbenen, der allezeit ein unbeuasames Rechtsgefühl befundete, ein ehrendes Andenken bewahren. Carl Klingspor, als Sohn eines Kaufmanns in Siegen geboren, hat das heute so umfangreiche Geschäft, das Anfang der 70 er Jahre gegründet wurde, aus dem Kleinen heraus emporgebracht; er erkannte schon frühzeitig, daß die Tabaffultur in Baden auch deren Verarbeitung in den Anbaugebieten ihm großen Vorteil bringen wird. Später hat C. Alingspor die weltbekannte Rudhard'sche Schriftgießerei in Offen bach noch fäuflich erworben, ebenfalls ein Geschäft, mas schon allein eine ganze Manneskraft erfordert. Der Vers storbene hat den Krieg 1866 ale preußischer Soldat mitgemacht, war hier in Gießen lange Jahre Mitglied der Handelstammer und bis zu seinem Tode Handelsrichter. Die Ehe, welche er führte, ist eine sehr glückliche; seine Gattin, 5 Söhne und 1 Tochter trouern um den so unerwartet aus ihrem Kreise gerissenen Vater. R. i. p.
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+ Fünf Einbrüche sind in vergangener Nacht in Gießen berübt worden, und zwar bei den Geschäftsleuten Moritz Levi, Wilhelm Homberger, Möbelhändler Nennstiel, Barbier Tichy und Weinhandlung Inderthal. Den Dieben sind keine nennenswerte Gegenstände in die Hände gefallen.
König, 26. Nov. Der Fürst von Waldeck, der am 23. d. M. zum Besuch der erbprinzlichen Erbach'schen Herrschaften eingetroffen war, ist heute mit dem Erbprinzen zu ErbachSchöneberg zur Teilnahme an den Jagden des Königs von Württenberg nach Tübingen abgereift.
Sihung der Stadtverordneten.
Der Oberbürgermeister Mecum
laden.
Montag, den Am firmanden faal farrer Euler. Es wird wied dem zuständigen daß wenigftens no des vorgeschriebene Die vier Gen in ihrer Pflege ft naditsfreude bereit herliche Bitte, ihr Die Pfarrer, die Gemeindefchwefter natime solcher G una Empfang v
tennt an, daß es überaus ehrenhaft set, daß diese ohne die schwebende Untersuchung abzuwarten, dies unumwunden auge geben haben, er könne nicht umhin bei dieser Gelegenheit feiner festen Ueberzeugung Ausdruck zu geben, welche dahin gehe, daß es in der Stadt Gießen feinen Stadtverordneten gebe, der fäuflich sei. Es sei nach seiner Ueberzeugung auch volkommen ausgeschlossen, daß irgend ein Mitglied der städtischen Verwaltung als solches Jemand etwas gefällig sei, weil es ein Mal ein Geschäft mit demselben abgeschlossen hat. Die Vorschlags- Kommission, welcher die ganze An gelegenheit vorgelegen hat, ist der Meinung, daß es eines Beschlusses der Versammlung nicht bedarf und hat daher feinen Antrag zu stellen. ( Fortsetzung folgt.)
W. Gießen, 27. November 1903. Oberbürgermeister Mecum eröffnete gestern Nachmittag gegen 45 Uhr die Versammlung. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird der Stadtv. Hanau auf seine Bitte auf 3 Monate von der Teilnahme an der städtischen Verwaltung entbunden, da derselbe auf ärztlichen Rat eine längere Rur in Wiesbaden gebrauchen muß. Aus Anlaß des Ablebens der Prinzessin Elisabeth hat der Oberbürgermeister Namens der Bürgerschaft und deren Vertreter dem Großherzog das tiefste Beileid ausgesprochen. Der Großerzog hat für das ihm bethädigte Mitgefühl seinen Dank ausge= sprochen. Durch die werdende Kanalisation ist den an der Stadtbach liegenden Gerbern das Wasser entzogen. Der dieserhalb geführte Prozeß ist nach Mitteilung des Oberbürgermeisters in 1. Instanz vom Landgericht zu Gunsten der Stadt entschieden worden. Ferner verliest der Oberbürgermeister eine Eingabe von den Firmen Brüder Schmidt, J. Happel, Bistor Nachf., Aug. Kröll Söhne und K. Hensel an die Bürgermeisterei gerichtet, worin diese sich beschweren, daß Stadtv. Ha u bach in seiner Eigenschaft als Mitglied der Baudeputation ihnen in dem Artikel Oefen Konkurrenz mache. Es wird behauptet, daß H. für die Defen verkaufe, welche um Dispensgesuche einfommen und er um Befürwortung derselben eintritt; wenigstens sollen in einzelnen Fällen die Käufer der Haubach'schen Oefen der Ansicht gemesen sein, sie müßten von diesem faufen, weil dieser ihnen dann bei Baugesuchen teine Schwierigkeiten machen würde. Die Eingabe wünscht, daß Haubach als Mitglied von der Baudeputation ausgeschlossen werden möge und weiter wird darin die Zusage gemacht die Beweise für die Anklage anzugeben falls dies gewünscht werde. Die Eisenhändler betonen in ihrer Eingabe, daß es ihnen ganz und gar fern liege den Stadtverordneten Haubach zu beleidigen, daß es
Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht.
Gießen 24. November 1903. Der Telegraphenarbeiter K. H. von Klein- Linden ist wegen tätlicher Beleidigung angeklagt. Troß der bestimmten Aussage der Beleidigten, fommt das Gericht zur Freisprech ung, indem es annimmt, daß der Angeklagte lediglich durch ein Versehen oder Verblendung die betr. Person berührt vorgelegen haben. Dem Johann K. Sp. von Gießen legt und nicht böse Absicht bei dem gut beleumundeten Angeklagten jedoch von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und die Anflage Körperverlegung zur Last, das Gericht fann sich spricht ihn deshalb frei. Auf der Anklagebant erscheint soAnklage soll der bereits vorbestrafte E. den Arresthausverdann der Rentner Karl E. von Großen- Buset. Nach der walter in Gießen sowie die Scheld Cheleute in Großen Buseck schwer beleidigt haben. Da Ausdrücke zur Sprache tommen, die die Sittlichkeit gefährden, so wird die Deffenlichkeit ausgeschlossen. Nach Wiederherstellung der Deffentlichkeit, wird befannt gegeben, daß das Urteil am 4. Dezb. haft wird vorgeführt der Knecht Georg F. von Waldgirmes. vormitt. 10 Uhr verkündet werde. Aus der UntersuchungsEr, der bereits vielfach vorbestraft ist, hat sich wegen Körperverlegung, Bedrohung, Widerstands, Beleidigung und Ruheftörung zuverantworten. Die Verhandlung ergibt, daß der Angeklagte sich an dem Tage, an welchem er die lezte Strafe verbüßt hatte, in einer Wirtschaft dahier fürchterlich roh gezeigt und der oben erwähnten Straftaten schuldig ge macht hat. Das Urteil lautet auf eine Woche Haft, verbüßt durch die Untersuchungshaft sowie weiter auf 5 Monate Gefängnis. Auch wird das Messer des F. eingezogen. Weiter wird aus Untersuchungshaft geholt der Schuhmacher Heinrich Emil M. von Offenbach. Er soll einem Feldwebel Ring und Geld entwendet haben. Während der Verhand lung wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen, da auch hier Sachen zur Sprache famen, die die Sittlichkeit gefährten. Mangels genügenden Beweises erfolgt Freispruch und der Angeklagte wird entlassen.
Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.
Am 1. Advent, Sonntag den 29. November Kollette für die Kirchenkasse. Gottesdienst.
Rathmittags um
In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Semeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.
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Bormittags um Nachmittag Hottesdienst
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Schlosser Pfarrer Schwabe wohnt Nue- Bäue 27. Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten am 2. Advent im Abendgottesdienst für die Markusgemeinde und am 3. Advent im Abendgottesdienst für die Matthäusgemeinde. zu beiden Abendmahlen wird besonders die konfirmirte Jugend eingeladen.
Nächsten Donnerstag, den 3. Dezbr. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal, Kirchstr. 9. Bibelstunde; Apostelgesch. 5, 17 und folgende Verse. Pfarrer Schwabe.
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