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Firma natürlicherweise nicht gefallen lassen; sie ermäßigte den Preis der süßen Frucht flugs auf 8 Pf. Sofort ver­schwand gegenüber die Tafel mit dem Angebot zu 9 Pf., um einige Minuten darauf wieder zu erscheinen; die 9 Pf. waren in einen Minimalfaz von 5 Pf. umgearbeitet. Dieser Unter­bictungsrekord wurde nicht mehr geschlagen, wohl aber ström­ten jetzt Kinder, Frauen und Männer in dichten Kolonnen zu den billigen Kirschen. Der Vorrat der schmackhaften Saisonfrucht schien aber rasch vergriffen zu sein. Gegen Mittag war das 5 Pf.- Schild verschwunden, und gegenüber kosteten die Kirschen wieder, wie am Morgen, 12 Pf. das Vfund.

[ Was ein Diener verdienen kann zeigt die Hinter­lassenschaft eines 65 jährigen Mannes in Newcastle, der sich) im Laufe einer langen Dienstzeit als Lakai und Kammer diener in englischen herrschaftlichen Häusern nicht weniger als 615 000 Marf erspart hat. In besseren englischen Fa­milien zu dienen, scheint überhaupt kein schlechtes Geschäft zu sein. Wie eine Londoner Zeitung zu dem obigen Hall mitteilt, ist es durchaus nicht ungewöhnlich, daß Köche, Gärt­ner, Kindermädchen und Haushälterinnen Beträge 20 000 bis 100 000 Mark hinterlassen.

Lokales.

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Gießen, 27. Juli 1903 ** Der Großherzog empfing am 25. Juli u. a. hen Kreisarzt Dr. Königer von Schotten und den Oberlehrer Bernius, Reftor der höheren Bürgerschule zu Grünberg.

Mit Ermächtigung des Großherzogs hat das Groß herzogliche Ministerium des Innern den Geseßentwurf, die Lostrennung Gustavsburgs von Giensheim betreffend, nebst Begründung den Ständen des Großherzogtums, und zwar zunächst der Zweitent Kammer, zur verfassungsmäßigen Be­ratung und Beschlußfassung übersandt.

Berliehen wurde dem ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät Dt. Karl Friedrich Heimburger aus Anlaß seiner Entlassung aus dem Staatsdienst die Krone jum Ritterkreuz I. Klasse Philipps des Großmütigen.

** Nach den Bestimmungen der Prüfungsvorschriften für Fleischbeschauer fönnen seitherige Laien- Fleischbeschauer, die vor dem 1. April 1903 angeftellt waren, auch auf Grund des Reichs Fleischbeschaugesetzes weiter amtieren, Wenn sie vor dem 1. April 1903 mindestens 1 Jahr im Dienste waren, sich tadellos aufgeführt haben und vor dem 1. April 1904 eine vor dem Kreisveterinärarzt abzulegende Uebergangsprüfung bestanden haben. Vergessen wird dabei von Interessenten meist, daß sie sich vor dem 1. Oktober 1903 bei der Bürgermeisterei, bezw. dem Kreisamt ut Weiterfunktion zu melden haben. Geschieht die Meldung bis zu genanntem Zeitpunkt nicht, so wird angenommen, daß der Betreffende auf sein Amt verzichtet.

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eine Ergänzung durch geeignete Personen aus der Bürgerschaft heraus vorzunehmen.

** Schülerunfug. Am vorvergangenen Sonntag haben sich mehrere Schüler des Realgymnasiums und der Realschule grobe Ausschreitungen gegenüber einem Lehrer ihrer Anstalt zuschulden kommen lassen. Diese Aus­schreitungen werden sich nun schwer rächen, denn neben geringen Strafen wird bei zwei der Exzedenten auf Rele­gation erkannt werden. Die darüber in andere aus­wärtige Blätter lanzierte Notizen treffen in ihrem Wortlaut nicht zu. Verhaftung. Am leßten Samstag wurde ein hiesiger Fabrikant wegen Betrug und Urkundenfälschung verhaftet, wurde aber nach Hinterlegung einer Raution von 5000 Mart bald darauf wieder auf freien Fuß gefeßt. ** Städtebundtheater. Dem oberhessischen Städtebundtheater soll sich außer Marburg, Gießen und Bad- Nauheim auch Friedberg angeschlossen haben. Nach in letter Minute eingeholter Information trifft diese ins B. T" lanzierte Nachricht nicht zu.

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** Das Düngberg- Wetturnen findet, wie in der letzten Nummer der Turnzeitung für den Gau Hessen" offiziell bekannt gegeben ist, am 30. August statt. Es be. ginnt vormittags 11 Uhr und wird vom 1. Gauturnwart will geleitet. Geturnt wird: Freiweit, Freiweithoch, Stein­stoßen und Stemmen einarmig.

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Neuner" Klub". Eine größere Feier, die viele Ueberraschungen bot, fand gestern abend in der Re­stauration Wiegand statt, es handelte sich um die Einweihung der Fahne( Standarte), welche Frauen und Jungfrauen dem dort tagenden Neuner- Klub überreichten. Die Feier fand im engsten Kreise der Vereinsmitglieder statt, wurde aber derart humorvoll eingeleitet und zum Schluß gebracht, daß jedem Teilnehmer die Feier unvergeßlich bleiben wird. Wir wünschen dem Klub auch ferneres Blühen und Ge­deihen, da seine Tendenzen nur dem Humor und der Ein tracht zustreben.

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Der 20. Deutsche Tischlertag des Innungs­Verbandes Bund Deutscher Tischlerinnungen" findet am 2., 3. und 4. August in Frankfurt a. M., Etablissement Zoologischer Garten", statt.

* Von der Großh. Staatsanwaltschaft Gießen werden steckbrieflich verfolgt: Maurer G. Thomas aus Ober- Dhmen wegen Betrugs; Siebmacher Joseph Gorgan aus Ludwigshöhe wegen Diebstahls und Betrugs; Mer Wonschitowski aus Maleszechewo wegen Diebstahls; Agent Georg Ewald aus Ober- Greißlau wegen Betrugs und senmacher Anton Müller aus Fürth i. O. wegen Diebstahls.

** Militärbienstnachrichten. Biermann, Obertt. im Inf- Reg: Kaiser Wilhelm Nr. 116, Gießen, mit der Aussicht auf iftedung im Zivildienst, der Abschied mit der gesetzlichen Bension aus dem aktiven Heere bewilligt; zugleich ist derselbe bei den Offizieren der Landw. Inf. 1. Aufgebots eingestellt; Beytsch, Major a. D. Bezirksoff. beim Landw..Bez. Friedberg, mit der Aussicht auf Anftellung im Zivildienst und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf.- Leib- Regts. Großherzogin Nr. 117 der Abschied mit Bension bewilligt; Tarnogrodi, Major z. D., zuleßt Bezirksoffizier beim Landw.- Bezirt Stockach, die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Reg. Kaiser Wilhelm M. 116 erteilt; Dr. Schrade, Stabs- und Bats.- Arzt des 3. Bats. Inf.- Neg. Kaiser Wilhelm Nr. 116, bei dem 1. Westpr. Fußart. Reg. Nr. 11 zum Reg.- Arzt unter Be­förderung zum Oberstabsarzt ernannt; Dr. Friedrichs bei der Unteroffizier- Vorschule in Neubreisach, bei dem 3. Bat. Inf. Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116, vorläufig ohne Patent, zum Bats: Arzt unter Beförderung zum Stabsarzt ernannt; Assistenzarzt der Meserve Dr. Weiß( Gießen), zum Oberarzt, Dr. Wez( Gießen), Unterarzt der Reserve zum Assistenzarzt befördert.

Geistliche Musitaufführung. Die von bem ebang. Rirchengefangverein gestern abend in der Stadt­firche veranstaltete Getfil. Mustlaufführung nahm unter der ficheren Leitung des Herrn Univ. Musikdirektors Trautmann einen äußerst würdigen Verlauf. Alle Darbietungen zeugten pon vielem Fleiß und eingehendem Studium. Schon die Srgelphantasie über das altniederländische Volkslied ir treten zum beten" von G. Beckmann war eine Musterleistung, denn Herr Organist Görlach überwand die Schwierigkeiten, bie das Wert sowohl in seiner breiten, wuchtigen Melodit, als auch in seinen jähen Übergängen von Forte zu Piano bietet, mit spielender Leichtigkeit. Frau Profeffor Mathilde Schmidt aus Halle, sang Lieder von Bach und Mendelsohn mit sehr schönem Erfolge. Die Sängerin verfügt über ein Organ, das für die doppelte Größe unserer Stadtkirche volt tommen ausreichen würde. Auch der Chor verdient unter der borzüglichen Leitung des Herrn Trautmann alle An­erkennung, Bestimmt und prätis erfolgten die Einfäße und willig folgte die Schaar den Intentionen ihres Dirigenten. Die Stadtkirche war von Andächtigen nahezu gefüllt, wenn ber Sonntag, vielleicht doch noch Einige, die auch noch Blaz gefunden hätten, fern gehalten, so soll sich der Evangelische Kirchengefangverein dadurch nicht irre leiten lassen: Tag und Stunde waren durchaus richtig gewählt, um jedem der Interesse daran hat, Gelegenheit zu geben, eine gute Kirchen­mufit anzuhören. Hoffentlich bescheert man uns bald wieder einen so genußreichen Abend.

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*** Radrennen a. d. Hardt. Das am gestrigen Sonntag bei günstiger Witterung auf dem Sportplay a. d. Hardt stattgefundene Radrennen nahm einen guten Verlauf. Der Besuch war gut. Das Rennen selbst hat folg nde Re­fultate gezeitigt: Erstfahren 2000 Mtr. 5 Runden, offen für Hertenfahrer, welche bei einem öff ntlichen Rennen noch feinen ersten Preis errungen haben. Sieger: Rörig­Köln in 3,12% Min., Grünhagen- Frankfurt in 3,1% Min., Belowsky Frankfurt in 3,1% Min. Eröffnungs­5 Runden, offen für alle Herren­fahren 2000 Mtr. fahrer mit zwei Vorläufen. Sieger: Worms- Köln in 3,22 Minuten, zweiter Reuß- Nürnberg in 3,22% Min., dritter Rörig- Köln 3,22% Min. Vorgabefahren 2400 6 Runden, offen für alle Herrenfahrer. Sieger: Borms Köln in 3,5% Min. ohne Vorgabe, Reuß- Nürnberg in 3,6 Min. mit 15 mtr. Vorgabe, Gierer- Mainz in 3,61% Minuten mit 60 Mtr. Vorgabe. Mannschafts­rennen 6000 Mtr.= 15 Runden. Es starteten: Ger­mania", Rad- Klub Gießen mit 5 Mann, Mars", Renn­Klub Frankfurt mit 4 Mann. Sieger:" Mars" mit 5 gegen 6 Punkte.- Großer Preis von Gießen, Dauerrennen für Berufsfahrer mit Motorführung, in drei Läufen zusammen 100 Runden= 40 Kilom ter. Sieger: Gräf- Frankfurt, zweiter Möder- Berlin, dritter Werner­Bei einen Magdeburg; Gesamtzeitdauer 36,20 Minuten. dieser Rennen stürzte Möder- Berlin über den Ablasser seines eigenen Motors ohne jedoch Schaden zu nehmen, er konnte writerfahren.

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** Die beiden für die Vorbereitungen unserer Theaterbaufrage fürzlich gewählten Kommissionen, au- und Finanz- Kommission, werden morgen Diens­Abend im Bürgermeisteretgebäude gemeinsam tagen. for Stzung ist über die Pläne zu beraten und

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Die Bahn von Buzbach nach Lich, eine der wichtigsten und den meisten Berkehr in Aussicht stellenden Nebenbahn Oberhessens, soll am 1. Oktober d. J. eröffnet

werden.

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** Alter israelitischer Friedhof. Ein interessanter alter Friedhof befindet sich in Großen- Linden. Keine 200 Schritte von der Hauptstraße entfernt, sind mehrere Gärten mit Obstbäumen beflanzt, unter denen Hunderte verstorbener Israeliten gebettet sind. Grund und Boden befindet sich im Besiz mehrerer Privatleute, welche ihr Besitztum jeder einzeln umfriedigt haben, und inmitten dieser Gärten stehen hier und dort teits in Gruppen, teils vereinzelt verwitterte Grabsteine mit hebräischen Lettern, darunter vereinzelte deren Schrift in Hochreliefmanier aus­gehauen ist. Es handelt sich um einen aufgegebenen jüdischen nur die Gemeinde Gießen sondern die Israeliten aus allen Friedhof auf welchem noch vor etwa 50-60 Jahre nicht umliegenden Dörfern bis tief in die Rabenau und Wetterau hinein ihre Toten bestatteten. Wie es kommt, daß das Ge­lände Privatbesitz geworden, obwohl die Altvordern noch bestehender hochangeſehener Familien dort ihre leßte Ruhe ſtätte gefunden, ist nicht zu ermitteln. Die jetzigen Besitzer der Gärten können den Nachweis des Erwerbes des sehr Bürgermeister Leun­ausgedehnten Geländes erbringen.

Großen Linden hat das Verdienst, dafür gesorgt zu haben, daß von dieser Stätte der Toten aller Unfug fern gehalten wird und daß die alten Steine welche noch vorhanden sind nicht entfernt werden. Bemerkt muß noch werden, daß einige Frankfurter Familien, welche aus hiesiger Gegend stammen, das Stück Erde in denen ihre Väter und Groß­väter bestattet wurden, aus privatem Besitz zurückerworben haben und für die Erhaltung der Gräber pietätvoll sorgen, um so mehr aber stimmen die Gräber, um die sich niemand

fümmert, den dort Verweilenden wehmütig und nachdenklich.

= Garbenteich. Der Bau einer Kreisstraße von hier nach Lich ist nunmehr beschlossen; es ist damit einem längst gehegten Wunsch Rechnung getragen.

** Wezlar. Lehrer Eduard Schwarz zu Nauborn ist nach abgelegter zweiter Prüfung zum Lehrer an der evang. Schule daselbst endgültig ernannt worden.- Zum Lehrer an der neu errichteten 5. Lehrerstelle zu Weglar- Niedergirmes wurde Lehrer Heinrich Köster aus Bechtheim im Kreise Untertaunus, ein geborener Griedelbacher, ernannt.

Ettinghausen. Dieser Tage fam ein dreijähriges Kind mit der Hand unter das Messer einer Häckselmaschine und schnitt sich zwei Finger ab.

Geilshausen. Luise von Toskana bei unsern Sech­jährigen. In der Voltsschule zu Geilshausen in Oberhessen, einem Dorfe von 500 Einwohnern, wurde die Geschichte von der Hochzeit Cana behandelt. Die diesjährigen ABC­Schüßen sind auch zugegen. Ein pausbackiges Mädchen folgt mit großem Interesse dem Unterricht. Als die Er­zählung noch einmal wiederholt wird, stellt der Lehrer u. a. die Frage: Wo war die Hochzeit? worauf das kleine Mädchen den Finger hebt und prompt mit klarer Stimme antwortet: In Tostana.

Marburg, 26. Juli. Zum Rektor der hiesigen Universität wurde gestern der Professor der Theologie, Mirbt, gewählt. In der Kaserne des hiesigen Jäger­bataillons gerieten vorgestern zwei Jäger in Streit, wobei der eine dem andern einen derartigen Fußtritt gegen den Unterleib gab, daß der Getretene bald darauf starb.

Groß- Umstadt, 26. Juli. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Fuhrknecht Bärmann zu Reibach, der mit seinem Gespann in vollem Galopp durch das Dorf Dudenhofen gefahren war und dabei den Landwirt Ph. Keil überfahren hatte, zu 3 Monate Gefängnis. Keil war längere Zeit arbeitsunfähig gewesen.

Kassel, 27. Juli. Die Aussperrung der gesamten Bau­arbeiter, die die hiesigen Bauunternehmer für den Fall, daß die streifenden Schreiner die Arbeit nicht wieder aufnehmen würden, vorgesehen hatte, ist zur Tatsache geworden. Die meisten Bauten werden von heute ab still liegen. Die Gesamtzahl der ausgesperrten Arbeiter beträgt etwa 3000.

Schöffengericht.

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Der

Gießen, 24. Juli 1903. Der Schneider Jakob M. aus Ober- Mellrich ist der Bettelei beschuldigt. Er ist geständig und erhält, weil vorbestraft, 3 Wochen Haft, die er fofort antritt.- Der Taglöhner' Ludwig W. von Allendorfa. Lda. ist eben­falls der Bettelei beschuldigt. Die Beweisaufnahme ergiebt, daß der schon vielfach vorbestrafte Angeklagte die Bettelei in sehr zudringlicher Weise betrieben hat. Das Uteil lautet auf 6 Wochen Haft, auch wird der Angeklagte nach ver­büßter Strafe der Landespolizeibehörde überwiesen. Schuhmacher Friedrich V. von Schlt hat sich wegen Diebstahls zu verantworten. Er soll einem Handwerfs­burfchen in der hiesigen Her erge eine Schachtel mit Werk­zeug entwendet haben. Der Angeklagte leugnet, wird aber durch die Beweisaufnahme überführt und erhält 1 Woche Gefängnis. Auf der Anklagebant nimmt sodann der Schneider B. von We Blar Plaz, dem Unterschlagung zur Last gelegt wird. Mangels Beweises erfolgt Freisprechung. -Fuhrmann Heinrich B. von Gießen soll sich des Haus­friedensbruchs schuldig gemacht haben, da jedoch ein ge­nügender Beweis nicht erbracht ist, wird er freigesprochen.

Hierauf wird vorgeführt die Dienstmagd Marie D. von Alsfeld, welche z. Bt. in Frankfurt a. M. eine Gefängnis­strafe wegen Diebstahls verbüßt. Die Angeklagte soll einen Betrugsversuch begangen haben, indem sie unter Angabe falschen Namens in ein hiesiges Geschäft ging und angeblich im Auftrage einer Frau Uhren und Ketten zur Auswahl holen wollte. Seither hat die Angeklagte geleugnet. Jezt ist sie geständig. Das Urteil lautet auf 3 Wochen Ge­Eine Sache gegen Konrad R. von Gießen, fängnis. Den Schluß wegen verbotenen Baggerns, wird vertagt. bildeten 5 Privatklagen wegen Beleidigung.

Litterarisches.

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Der Stein der Weisen" veröffentlicht in seinem

jüngst erschienenen 7. Hefte( des 16. Jahrganges) eine Reihe

von lesenswerten mit reichlichem Bildermaterial ausge­statteten Abhandlungen. Mit vielem Interesse wird man die zahlreichen furz gefaßten Mitteilungen über allerlei Fort­Der Stein der Weisen", dessen verdienstliche Leistungen im schritte auf dem Gebiete der exakten Naturwissenschaften lesen. In- und Auslande rühinenswerte Anerkennung gefunden haben, erscheint in halbmonatlichen Heften mit 30-40 Ab­bildungen und kostet das Heft nur 50 Pfennig. Auch gibt jedes bessere Buchhandlung auf Wunsch Probehefte ab.

Herborn( Dill), 23. Juli. Auf dem heute abge­haltenen 8. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 405 Stück Rindvieh und 614 Schweine.

Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 70 bis 72 Mf., II. Qual. 68 bis 70 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 60 bis 65 Mt., II Qual. 54 bis 58 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht.

Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 24 bis 40 Mt. Läufer 50 bis 70 Mt. und Einlegschweine 100 bis 120 Mt. das Paar.

Der nächste Markt findet am 24. August statt. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Lokale, ben Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen.

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