Ausgabe 
24.12.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Bonnementprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- fs, In Baus gebracht 60 fg., burch die Bont bezogen diertel fährlich Mr. 1.50.

Webetlagen: Oberhefftfche Familienzettung( täglich) hheffifche Beitschrift für Landwirtschaft, h Watenbak, foible ble Gießener Geffenblasen( whentlich). Das Blatt richeint en alles Bertingen nadmitans.

Donnerstag, den 24. Dezember 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Insertionsyret Or Die einfaltige Bettgeile für Ceßen wre sany Oberheffen, ble Kretse Weller und Warburg 16 Bfe. fodf 16 fa: Reklamen die Betitseile 30 refb. 40 g.

Boftzeitungslie No. 3900.

Rubation and Expedition: ießen Nenenweg 88. Servisredu s. 368.

Neuelle Nachrichten

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( Gießener Bageblatt)

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Anabbängige Bagonettung

for Oberheffen und die Streise Marburg und Beglar; Latalanzeiger für Gießen und Umgebung Gibt es amtlichen Bekanntmachungen Großh. Dürgermeißerei ßen und anderer Behörden vou Dube

Belanntmachung.

Die am 6. August I. J. angeordnete Sperre der Sittergaffe wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Dezember 1903.

Großh. Polizeiamt Gießen.

J. V.: Roth.

Bekanntmachung.

Die am 16. Oktober I. J. angeordnete Sperre der Lives gaffe wird hiermit aufgehoben. @ teßen, den 23. Dezember 1903.

Großherzogliches Polizeiamt Sießen. J. V.: Roth.

Befeuntmachung.

Die am 24. Oftober I. Js. angeordnete Sperre des Burggraben" wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Dezember 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth.

Belanutmanng.

Die am 7. November 1. J. angeordnete Sperre be 2 ammstraße, zwischen Walltorstraße und Nord­amillage, wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 23. Dezember 1903.

Großh. Polizeiamt Gießen.

J. V. Roth.

Bekanntmachung.

Die am 13. November If. Js. angeordnete Sperre dex. Zenfelsluftgärtchen wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Dezember 1903.

Großh Polizeiamt Gießen. J. V.: Noth.

Kriegsanleihen Russlands und Japans. Bas irir voraussagten, ist eingetroffen: die Anleihe- b tersuche Rußlands und Japans haben begonnen. Ruß­Iclmd hat sich an den deutschen Geldmarkt gewandt, es will beti un cine Anleihe von 500 Millionen unterbringen. Die Namhricht wird zwar dementiert, stimmt aber, wie unser liner CB Mitarbeiter aus sicherer Quelle erfährt, doch. Elbenjo treffen auch die gleichfalls bestrittenen Meldungen 31. da sapan sich um die Unterbringung einer Anleihe in ewyork bemühe. Die japanische Regierung sucht ihr De­menti dieser Nachricht dadurch glaubhaft zu machen, daß sie Widerspruch zu notorischen Tatsachen erklärt, im japa­nig den Staatsschate befänden; ich 50 Millionen, außerdem einige Millionen in London. Als ob diese Millionen nicht größtenteils zur Deckung der laufenden Staatsbedürfnisse berdet werden müßten! Inzwischen werden die Verhandlungen zwischen Japan und Rußland fergeführt. Ueber den Inhalt der Antwort Japans an Nand wird jet bekannt, Japan beklagt sich in der Nore dober, daß uplands Propositionen feine genügenden Koſionen füi Japan enthalten. Daran wird dann das Eichen um Formulierung neuer Gegenvorschläge geknüpft. Geilen sich: Rußland die Verhandlungen hin; der rus­sie Botschafter in Tokio, Baron Rosen, ist plötzlich von eismem diplomatisen Unwohlicin befallen worden, das natürlich eine prompie Geschäftsführung erschwert. Ruß­Icand sagt sich hier, wie immer: Zeit gewonnen, alles ge­

monem.

Abwiegelungs- Versuche.

Die beiden Gegner selbst bemühen sich, die Lage also n feineswegs unrettbar verfahren hinzustellen. Nament­lisapan läßt sich das angelegen sein. So sandte der Siser von Japan ein: Anzahl Petitionen, die für den Krieg eiraten, zurüd, nachdem er sie genau durchgesehen hatte. Er beantwortete alle mit der Bemerkung, daß er keine be= sti mimte Antwort geben könne, da die betreffenden Fragen negenstand diplomatischer Unterhandlungen seien. 11nd der japanische Generalkonsul in London erklärte: Viele older mindestens manche der Gerüchte über das Bevorstehen eine rieges zwischen Japan und Rußland seien das Werk biom petulanten.

Kriegssehnsucht in England.

In England ist man trotz dieser Versicherungen der japa­nden Behörden in London doch nach wie vor überzeugt, de zum Kriege kommen muß. Der. Satz Was man manich, das glaubt man gern", gilt eben vor allem für Eng­Colinder.. Man ist in englischen politischen Kreisen überzeugt, dan anscheidende Augenblick könne nur noch wenige Tage enfeunt sein, da keine von beiden Parteien tatsächlich zurück­eiden lönne. Bemerkens vert ist, daß die englischen Blätter in allen Kommentaren zur Situation zwar offenfundia Sym­

pathien für Japan äußern, aber sonst größte Mäßigung gegenüber Rusland an den Tag legen.

Frankreichs Einmischung.

Auch Frankreich läßt jetzt etwas von sich hören. Der französische Gesandte in Peking hat dem Thungli- Damen erklärt: Wenn China sich mit Japan verbünde, würden die französischen Truppen in Kuangoi einrücken. Diese Drohung soil indes nur bewirkt haben, daß die Neigung der chinesischen Bevölkerung und der Behörden zu einem solchen Bündnis wächst.

Schließlich sei noch mitgeteilt, daß die japanische Regierung in Shanghai zehn Dampfer von insgesamt 30 000 Tonnen Tragfähigkeit und in Kobe sieben Dampfer für den Truppen­transport und drei Dampfer für den Provianttransport ge­dhartert habe. Auch die Reederei von Butterfield and Swire, die mit 25 Schiffen an der chinesischen Küste Schiffahrt treibt, hat, wie gemeldet wird, ihre gesamte Flotte der japanischen Regierung zur Verwendung für Kriegszwecke überlassen.

Unfere Wohltätigkeit.

Sozialpolitische Weihnachts- Betrachtung.

CB. Die zahlreichen Veranstaltungen, die am Vorabend der Weihnachtszeit für wohltätige Zwecke, zur Linderung der offenen und versteckten Armut stattfinden, sind ohne Zweifel eine der schönsten Erscheinungen unseres öffentlichen ebens und als Ausfluß des humanitären Geistes unserer Beit schließlich auch ein Produkt der gesteigerten Volks bildung. Denn nur der wahrhaft gebildete Mensch, bei dent das rein verstandesmäßige Denfen nicht die Empfindungen des Gentütes lahm legt, vermag sich in das Seelenleben eines anderen derart zu versenken, daß er dessen Notlage wie einen eigenen Schmerz empfindet. Dies ist eine in­bedingt notwendige Voraussetzung für die Afte der privaten Wohltätigkeit. Alle Versuche, die Linderung der mensch­lichen Not und des Elendes durch eine Organisation des Staates aus der Welt zu schaffen, sind bis jest vollständig gescheitert.

Selbst die soziale Gesetzgebung des deutschen Reiches hat rientals den Zweck verfolgt, die Arbeiterbevölkerung gewisser­maßen mit staatlich organisierten Wohltätigkeitsaften zu beglücken. Selbst die soziale Gesetzgebung hat niemals den Ziveck der Wohltätigkeit verfolgt. Sie ist lediglich ein Aft der Staatsraison, die sich den veränderten Formen des sozialen Lebens angepast hat. Che die Maschine und die tapitalistische Betriebsweise eine große Anzahl von früher selbständigen Existenzen in wirtschaftliche Abhängigkeit brachten, war die Bevölkerung mehr als seither gegen die Not des Alters und der Arbeitsunfähigkeit gesichert. War der einmal begründete Wirtschaftsbetrieb auch noch so klein, so hatte sein Inhaber doch das Verfügungsrecht darüber und dadurch die Möglichkeit, durch Ausnutzung seiner Sträfte sich und den Seinen Brot zu schaffen. Heute werden durch all­gemeine Geschäftskonjunkturen wirtschaftliche Eristenzen ge­gründet oder vernichtet, und es ist ein Erfordernis der Staats­flugheit, nach Möglichkeit die wirtschaftlichen Verheerungen unserem Volkstum fernzuhalten. Damit wird aber die Not­wendigkeit privater Hilfe für die Armen nicht überflüssig ge­inacht.

So verdienstlich man die Privatwohltätigkeit auch finden mag, so kleidet sie sich doch vielfach in Formen, die nicht immer dem Wesen und dem Zwecke der Veranstaltungen entsprechen. Namentlich in den Großstädten dienen die manchmal überaus vrunfvollen Festlichkeiten dazu, ehrgeizigen Naturen Gelegen­heit zur Schaustellung ihrer Fähig- und Fertigkeiten zu bieten, und die Kosten für die Veranstaltung des Festes verschlingen oft Unsummen. Gerade die prunkvolle Form der Wohltätig­feit verhärtet mitunter das Gemüt in einer unerfreulichen Weise. Vielfach glaubt eine Familie genug getan zu haben, wenn sie in der Weihnachtszeit bei den Bazaren und sonstigen Veranstaltungen ihr Scherflein beigesteuert hat, und es wird Sabei wenig bedacht, daß in die Ausgaben für Wohltätig­feitszwecke zumeist auch der Aufwand für die Befriedigung der persönlichen Eitelkeit eingerechnet wird. Unsere Ve­trachtungen sollen keineswegs den Wert der Wohltätigkeits­veranstaltungen unterschäßen, sie sollen aber auch ein Mahn­wort sein an diejenigen, die im Ueberfluß leben, es nicht dabei bewenden zu lassen. Das Weihnachtsfest ist nun einmal der Tag der Liebe und der behaglichen Lebensfreude. Die Jimflen Nachtseiten des menschlichen Elends treten um so chroffer hervor, je mehr sich das Wohlbehagen der besitzen­den Klassen zu erkennen gibt. Es möge daher ein jeder, der an den Feiertagen im Ueberflusse genießt, ein Scherflein auch den Armen in seinem Bekanntenkreise zukommen lassen, da­mit das Fest der Liebe die Weihe edler Menschlichkeit erhalte.

Die Politik.

A In Hannoverschen Welfenkreisen macht jetzt ein angeb­liches Scherzwort des Kaisers die Runde, das dieser bei seinem jüngsten Besuche in der Provinz gesprochen haben soll. Der

preußische Minister des Innern v. Hammerstein, bekanntlich ein geborener Hannoveraner und Sprosse eines althannover schen Geschlechts, hatte kürzlich dort eine Rede gegen die wel fische Partei gehalten. Bei der jüngsten Anwesenheit des Kaisers in Hannover fam in intimem Kreise auch die Rede auf diese Aeußerungen des Ministers. Darauf soll der Kaiser lächelnd bemerkt haben: er werde dem Minister, wenn dieser das nächstemal wieder nach Hannover fäme, einen silber­nen Maulkorb mitgeben. In Berliner Hoffreisen hält man die Mitteilung, wie unser CB.- Mitarbeiter erfährt, für wenig glaubwürdig.

Der bekannte Posenar Weihbischof Dr. Likorski ist vom Bapst wegen seinre Verdienste um Kirche und Wissenschaft zum päpstlichen Thronassistente. und römischen Grafen ernannt worden.

Eine dankenswerte Schenkung hat die Witwe des Geh. Kommerzienrats v. Hansemann, einem Wunsche des Verstorbenen gemäß, gemacht. Sie hat dem Deutschen Oft­marken- Verein" eine Spende von 100 000 Mark überwiesen. Ferner hat sie dem Deutschen Frauenberein für die Of marken" 50 000 Mark gespendet mit der Bestimmung, daß diefe, falls der Deutsche Frauenverein für die Ostmarken" sich einmal auflösen sollte, an den Deutschen Ostmarken­Berein" übergehen.

Nach einer Mitteilung der Crimmitschauer Streik leitung an die Arbeiter soll die Streikunterstützung vom 1. Januar an erhöht werden. Der in Crimmitschau weilende sozialdemokratische Abg. Legien hat erklärt, daß die Gewerk schaften den Streifenden eventuell mit einer Unterstützung bon 1 Million Mark beispringen wollen. Die Fabrikanten haben beschlossen, den Arbeitswilligen anläßlich des Weih­nachtsfestes die übliche Prämie von 2 Mart auf 5 Mark zu erhöhen. Die Zahl der Arbeitswilligen wächst stets, allerdings nur sehr langsam.

Italien.

Die Mitteilungen italienischer Blätter über die Auf­findung eines verborgenen 40 Millionenschayes Lcos XIII. stellen sich als Märchen heraus. Das ergibt sich schon aus der Schilderung der Auffindung der Summe, wie sie sich z. B. in der Tribuna" findet. Das Blatt erzählt seinen Lesern folgendes Histörchen: Als der Elektriker fürzlich in der ehemaligen Privatbebliothek Leos XIII. die Leitung anlegt und zu diesem Zweck ein Bücherbrett verschiebt. findet er ein schweres Säckchen" aus grauer Leinwand, ober­flächlich zugebunden. Als er es aufhob, rollten Goldstücke heraus. Der eiligst herbeigerufene Kardinalstaatssekretär ließ das Säckchen zum Hausmeister schaffen, zugleich mit einem anderen Sacke, der in der Nähe stand. Man denke sid das Staunen der Herren: Die schon verloren gegebenen Millionen waren wiedergefunden, der eine Sack enthielt näm lich deren 9, der andere 25, alles in blanfen Goldstücken." So erzählt allen Ernstes die Tribuna". Sie hätte sich wohl selbst die Unmöglichkeit des Vorfalls ausrechnen können. Neun Millionen Lire in Goldstücken wiegen annäherne 2500 Kilogramm, also 50 Zentner. Und nun gar erst 25 Millionen! Die wiegen an 140 Zentner! Was müssen das für oberflächlich zugebundene Säckchen" gewesen sein, in denen diese gewichtigen Goldvorräte aufbewahrt waren! Und welch ein Herkules muß der Elektriker gewesen sein, der den 50 Zentnersad mit den neun Millionen so mir nichts dir nichts aufhob! Da bedurfte es faum mehr der ausdrücklichen Erklärung des Papstes, daß es sich um eine alberne Erfindung handelt!

frankreich.

Die Pariser sollen brotlo 3" gemacht werden: Die Bäckergesellen von Paris haben am Mittwoch eine Ver­jammlung abgehalten, in der der allgemeine Bäckerstreik erklärt wurde.

Balkan- Staaten.

Die plötzliche Erklärung Rußlands, es habe die Entfernung der Königsmörder aus der serbischen Armee überhaupt nicht verlangt, hat den Verschwörern den Rücken gestärkt und sie veranlaßt, ihren Rücktrittsgedanken Vale: zu geben. Sie wollen jetzt wieder in der Armee verbleiben. Indessen dürften sie die Rechnung doch ohne den Wirt ge macht haben, nämlich ohne das übrige Europa. Wie aus Quter Quelle berlautet, haben Deſterreich, Deutschland, die Türkei England in den letzten Tagen der serbischen Regierung mitgeteilt, ihre Gesandten würden nicht früher nach Belgrad zurückkehren, ehe nicht der Rücktritt der Königs­mörder Tatsache geworden sei. Den Herren wird also wohl nichts weiter übrig bleiben, als ihren Abschied zu nehmen.

Amerika.

Newyorker Sensationsblätter berichteten dieser Tage. Kanada habe auf eigene oder für Englands Rechnung von Dänemark dessen grönländische Besitzungen gefanft. Die Nachricht ist von Anfang bis zu Ende erfunden, ein derartiges Raufgebot ist dem dänischen Ministerium niemals gemach worden.

benügt werden. Und daß Sie sich nicht noch einmal mit dem aufmerksam machen, zu welchen Allotria die Bejuche bei ihr werde einmal felbst zu ihrer Mutter gehen und sie darauf es mir geboten, ein wachfames Auge auf fie zu haben. Ich angehen. Was hier die Jungfer Rose betrifft, so scheint fie nicht unnötig mit diefen Angelegenheiten, die fie nichts

der Liebe gepflegt, was gibt es föstlicheres wohl wie noch nie, so lange ich denken fann. um unsere Sicherheit, ich könnte mir nichts schöneres denten auf deinem lieben Antlitz nicht die stete Unruhe und Angst fehen, als es nötig ist. Ich beteuere dir, ich fühle mich so ,, Deine Sorge um mich, meine Julia, läßt dich schwärzer - und läse ich Ben der Hand

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Romm,

haben.uldig, die sich für uns in Angst und Gefahr gestürzt Julia, komm; Robin aber wandte Julia sich mit tränendem Blick

wir sind es diesen guten men­

Wagen wir es."

gu friede.

herſchloſſen vo finden wir noch Zuflucht, wenn diese uns

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herbeiführte,

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zu opfern. und sie beschloß, ihm ihre bisher streng bewahrte