Einzelbild herunterladen

+ Falsche Oberammergauer veranstalten zur Zeit in norddeutschen Städten Passionsspiele. Als Leiter der Truppe wird Hr. Leopold Peterka aus Oberammergau bezeichnet. Wie die Gemeindeverwaltung von Ober­ammergau erklärt, hat Peterka weder als Einzeldarstel­ler noch bei den Volksszenen jemals in Oberammer­gau mitgewirkt, und auch kein anderer Oberammer gauer Passionsspieler ist jemals zu Gastspielen auf Reisen gegangen. Die Gemeindeverwaltung von Ober­ammergau hat bereits in Hamburg und Bremen Schritte in der Angelegenheit getan. Danach wären die Darstel­ler also keine Oberammergauer, sondern bloße Ober­gauner.

$ Das Züricher Sechselänten, das altberühmte Fest, mit dem die Züricher den Abschied des Winters zu sei­ern pflegen, ist pflichtgemäß begangen worden. Doch lag zum Abschied diesmal eigentlich gar kein Grund vor, denn während des Festes tanzten die Schneeflocken lustig in der Luft. Man hatte einen ,, kostümierten Kinderumzug" arrangiert. In allen möglichen Kostümen trippelten die Kinder durch die Hauptstraßen der Stadt, und die Würste und Brötchen, die sie nachher als Belohnung erhielten, waren wohlverdient. Nachmittags fand mit Musikbe­gleitung der Umzug der Zünfte statt. Die Schmiede brachten eine Verspottung des Anna Rothe- Prozesses. Ein von Berliner Schußleuten begleiteter Wagen stellte einen schwarz ausgeschlagenen Gerichtssaal dar. Vor­sitzender, Richter, Etaatsanwalt und Rechtsanwälte wa ren zur Stelle. Auf der Anklagebank saß das Blumen­medium und im Hintergrunde stand der bekannte Hauptzeuge" Präsident Sulzer aus Zürich, über des­sen Haupt eine Bapierrose schwebte. Die Gruppe er­regte große Heiterkeit. Punkt 6 Uhr fand der Haupt­aft, die Verbrennung des Bögg", einer großen Puppe, die den Winter darstellt, statt. Sie war diesmal sehr sorgfältig vorbereitet worden, denn es herrscht der Glaube, daß es einen schlechten Sommer gibt, wenn der Bögg" nicht brennt. Es ging diesmal auch vor­trefflich. Wir haben also Grund, auf ein günstiges Wet­ter zu hoffen.

Ein falscher Prinz von Modena sezt augenblicklich die Londoner Aristokratie in nicht geringe Aufregung. Man erinnert sich, daß vor zwei Jahren der englische Graf Russel von der Kammer der Lords unter der Anklage der Bigamie zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Die Sache erregte damals großes Aussehen. Graf Russel hielt sich für berechtigt, in den Vereinigten Staaten eine zweite Ehe zu schließen, weil seine Gattin Nr. 1, eine ge­wesene Schauspielerin, troß seines ausdrücklichen Verbots auf fleinen Londoner Bühnen auftrat. Seine Frau be­antragte dann selbst die Scheidung, und dadurch wurde seine zweite Ehe giltig. Die geschiedene Frau heiratete, ,, um sich zu rächen", einen Prinzen Athrobald Stuart von Modena. Sie hatte aber vergessen, im Gothaer Ka­lender nachzusehen, ob ein solcher Prinz wirklich auf Er­den wandelte, und so muß sie jeßt erleben, daß ihr Gatte Nr. 2 als ein Abenteurer namens William Brown ent­larvt wird; er ist der Sohn eines Kutschers aus Maiden­head bei London. Der falsche Prinz befindet sich gegen­wärtig in Portsmouth in Haft.

(!) Judenverfolgung in Rußland. In der russischen Stadt Kischinem fanden schwere Arbeiterausschreitungen gegen Juden statt, wobei 25 Menschen getötet, gegen 70 schwer und gegen 200 leicht verwundet wurden. Der Mi­nister des Innern erklärte für Stadt und Kreis Kiſchinew den Zustand des verstärkten Schutzes.

22 Der Antialkoholismus in Abessinien. Zur selben Zeit, als in Bremen der Antialkoholkongreß tagte, hat, wie aus Massaua gemeldet wird, der abessinische König Menelik eine bedeutsame alkoholfeindliche Kundgebung er­lassen. Er hat zwei seiner Generale, welche sich aus Lon­don Branntwein hatten kommen lassen, schwer bestraft und einen Erlaß an die Kommandos seines Heeres ge­richtet, in dem er die strengsten Maßnahmen zur Unter­drückung jeden Genusses geistiger Getränke unter Offi­zieren und Mannschaften anordnet.

)-( Die neuste Verwendung der Röntgenstrahlen geschieht jetzt in dem japanischen Münzwerkstätten in Tofis. Seit lange wird dort in der raffiniertesten Weise von den Arbeitern Gold und Eilber gestohlen. Der Dieb verschluckte das Edelmetall, das er mitnehmen wollte, und wenn er nach Hause zurückgekehrt war, nahm er ein Brechmittel, und gelangte so wieder in den Besitz seiner Beute. Die Inspektoren waren dieser Kriegslist gegenüber absolut machtlos. Jetzt aber hat die japanische Regierung aus Philadelphia einen sehr fräftigen Apparat zur Untersuchung mit Röntgenstrahlen erhalten. Wenn die Versuche, die fortgehenden Arbeiter zu durchleuchten, wie man erwarten kann, glücken, wer­den die Golddiebe ihres arɔßartigen Tricks beraubt sein. )[ Ein Diner in einer Eierschale.] Die Newyorker Millionärsdamen haben sich ein eigenartiges Fest ge­leistet. Der große Ballsaal eines Etablissements war in eine Landschaft verwandelt worden. In bunter Fülle tummelten sich darin allerlei lebende Haustiere herum, sogar die grunzenden Schweine waren nicht vergessen. In ber Mitte des Saales erhob sich bis zur Decke eine gewaltige künstliche Eierschale, unter der die selbstver­tändlich eirunde Festtafel hergerichtet war. Eine an­bere feine Eierschale, voller weißer und gelber Blu­men, symbolisierte Eiweiß und Eigelb. Die Teller, auf denen serviert wurde, waren alle eirund.

(" Zum Koniker Knochenfund wird jezt mitgeteilt, daß die bei den Winterschen Leichenteilen gefundenen Stie­fel auch von dem Schuhmachermeister Schuhmann, der für den jungen Winter arbeitete, als diesem nicht ge­hörig bezeichnet worden sind. Winters Eltern hatten das Gleiche konstatiert. Die Stiefel sind billige Marktwar: und sind nach sachverständiger Ansicht von ihrem Träger bis aufs äußerste abgenutzt gewesen. Ob man durch sie auf die Spur der Täter kommen wird, ist mehr als zweifelhaft.

(-) Opfer des Bergsports. Zwei Wiener Touristen, die beiden Brüder Teufelsbauer, wurden unterhalb des Gip­fels der Hochschwab erfroren aufgefunden. Sie hatten in Begleitung von vier anderen Herren am Ostersonntag die Besteigung des schwierigen Berges unternommen. Drei aus der Gesellschaft gaben wegen Schneetreibens ihren Vorsatz auf. Die Brüder Teufelsbauer und ein gewisser Fleischer verharrten aber dabei. Fleischer wird ebenfalls vermißt und dürfte von demselben Schidsal wie seine Freunde ereilt worden sein.

Bunte Chronit. Zweihundert schwimmenden Eisber­zen ist der Hamburger Schnelldampfer Deutschland" auf der Fahrt nach Newyork begegnet. Die Eismassen Des Nordpols haben sich nämlich nach den Erklärungen oon Gelehrten mehr als sonst nach Süden verschoben.

Ein verheerendes Feuer brach in der Kaserne des Trainbataillons in Spandau aus. Das etwa 150 Meter lange Stallgebäude ist bis auf die massiven Umfassungs­mauern niedergebrannt. Glüdlicherweise fonnten sämt­liche Pferde gerettet werden. Tie Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt.

- In einer Konditorei zu Groß- Lichterfelde, die viel von den älteren Jahrgängen der dortigen Kadettenanstalt besucht wird, schoß aus Unvorsichtigkeit der Kadettenunter­offizier M. seinen Kameraden v. H. mit einem Taschen­revolver in die Brust. Der beflagenswerte Unfall gab zu Gerüchten über eine neue Affäre à la Hüssener unbe­gründeten Anlaß.

In dem Dorfe Gonsawa bei Gnesen erschlug der Ar­beiter Siuda in einem Zwiste seine Ehefrau mit einem Stocke. Der Täter wurde verhaftet.

- In Berlin wurde der bekannte Professor der Medizin Dr. Martin Mendelssohn durch Beschluß seiner Fakultät bis auf weiteres vom Lehramte suspendiert. Ihm werden schwere sittliche Verfehlungen vorgeworfen.

In Schlesien wurden abermals sieben im Schnee­sturme erfrorene Personen aufgefunden. Die Zahl der Ver­unglückten beträgt damit 22.

-Auf dem Gute Kunsdorf bei Nimptsch wurde die 25jährige Ehefrau des Gutsschiveizers Bartsch nachts in ihrem Schlafzimmer überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Der Einbrecher goß dann Petroleum auj ihr Bett und zündete es an. Die Frau erlitt furchtbare Brandwunden, denen sie erlag. Der Mörder ist noch nicht ermittelt.

- Die amerikanische Central Railway Co. hat, wie aus Newyork berichtet wird, über eine Million Dollars für die Entschädigungsansprüche der bei dem Eisenbahnunfall Verunglückten zu zahlen gehabt, der sich im Januar vori gen Jahres im Tunnel bei der Grand Central Station ereignet hat.

Vermischtes.

[ Eine Revision des Kalenders] schlägt ein Spaßvogel vor. Alle Leute stimmten darin überein, daß der Som­mer jegt weit in den Winter hineinreicht, der dafür ein Etüd vom Sommer an sich reißt. Von Jahr zu Jahr tritt diese Erscheinung schärfer hervor. In diesem Jahre konnte man es leicht konstatieren, da der Win­ter besonders mild war, und da man in dem Augen­blicke, wo die ersten Higen beginnen sollten, von Schlitt­schuhlaufen spricht und anstatt des klassischen ,, Blüten­schnees" wirklichen Schnee sieht. Es ist nicht einzusehen, warum nicht bald die Hundstage im Januar sein und die Flüsse im August zufrieren sollten. Wenn als die Menschen fortfahren, sich nach der alten Tradition zu Neiden, im Mai die Winterkleider abzulegen und sie im Oktober wieder anzuziehen, so wird im Sommer die Sterblichkeit entseßlich groß sein. Was uns fehlt, ist ein großer internationaler Kongreß, der die Revision des Kalenders besorgen müßte. Es schreitet heutzutage eben alles fort, auch die Jahreszeiten, und daher müs­sen ihre Daten geändert werden. Keine üble Idee!

[ Man muß sich zu helfen wissen.] Ein in Eimsbüttel wohnender, vielbeschäftigter Barbier hatte, wie Ham­burger Blätter zu erzählen wissen, vor kurzem das Pech, daß ihn an einem Tage gleichzeitig seine beiden Gehilfen im Stich ließen. Was war zu tun? Die Stube füllte sich mit Kunden, und der Meister stand allein da. Schnell entschlossen, rief er seine noch junge Frau herbei und drückte ihr mit einer kategorischen Bewe­gung Handtuch und Seifennapf in die Hand. Und siehe: In fachkundiger Weise seiste die junge Frau die Kun­den ein, der Meister fuhr mit dem Patentmesser hin­terher und das Geschäft ging wie ein geölter Bliz. Der Kundenkreis des Betreffenden hat sich seitdem so erweitert, daß er demnächst sein Geschäftslokal ver­größern wird.

[ Der Zeugeneid] wird von dem bekannten Berliner Rechtsanwalt Sello anläßlich einer Besprechung des Pro­zesses gegen das Blumenmedium Anna Rothe in der Zukunft einer recht abfälligen Kritik unterzogen. Durch die Verhandlung sei aufs neue erhärtet worden, wie geringen Wert manchmal die vermeintlichen Sinnes­wahrnehmungen von Augen- und Ohrenzeugen und ihre beschworenen gerichtlichen Aussagen besißen. Dußende von Zeugen hätten beschworen, Dinge gesehen und gehört zu haben, die unmöglich jemals geschehen kön­nen. Daraus müßte auch der hartnäckigste Verteidiger des Zeugeneides gelernt haben, daß es nicht auf die formale Bekräftigung durch den Eid, sondern auf die psychologische Würdigung der Aussage ankommt.

[ Was man seinen Kindern nicht schenken soll.] Ein teures Geburtstagsgeschenk machte ein in dem Ham­burger Stadtteil St. Georg wohnender Arzt seinem 7jährigen Söhnchen. Der Herr Sohn wünschte sich schön seit langer Zeit einen Gummistempel mit seinem Na­men. Der Vater erfüllte den Wunsch; auf dem Geburts­tagstisch lag der Etempel und ein Farbenkissen. Alle möglichen Papiere bestempelte der Junge mit seinem Namen, dann verstempelte er die Türen und die Fen­sterpfosten, sodaß das Dienstmädchen nachdem das Ge­burtstagskind eine Tracht Prügel bekommen hatte mit Seife und Wasser stundenlang zu tun hatte, um die Farbenflexerei zu entfernen. Den größten Schrecken em­pfand aber der Vater, als er nach Hause kam. Die wertvollen, an der Wand hängenden Delgemälde zeigten an verschiedenen Etellen den in schöner blauer Del­farbe hergestellten Namenszug des Sohnes. Dieser er­hielt die zweite, verbesserte Auflage der Tracht Prügel und außerdem wurde ihm der Stempel wieder entzogen. )[ Der eingesperrte" Herr Richter.] Am Augsburger Landgericht soll sich, wie man von dort berichtet, ein heiteres Stückchen zugetragen haben. Wie auch derswo ist es dort üblich, daß ein abwesender Justiz­beamter durch Aufhängen einer Tafel an der Tür: ,, Auf Kommission"," Auf Reisen" oder Im Gefängnis" den Grund seiner Abwesenheit kenntlich macht. So hing denn auch an der Türe des Untersuchungsrichters Landge­

an=

Giesse * Das Gro gegeben am 22. 2 I. Gefeß, die Slagtoieh­I Fleif

rats X. unter dessen Namenschild eine Tafel Im fängnis". Zufällig kam nun an dem Tage ein eine spätere Zeit vorgeladenes Bäuerlein. Dasselbe den Namen, dann die Aushängetafel, und zog dann le brummend wieder ab. Zum Termin erschien es ni und deshalb sollte es nun zur Rechenschaft gezg werden. Wie erstaunte man aber, als man hörte, Mann sei dagewesen und ohne die Zeit der Vorladu abzuwarten, wieder gegangen. Die Aufklärung gab die Worte: ,, Jo, i hän g'lese, dasch de Herr Landgrich rat uig'sperrt ist, und do hän i mer denkt, sie laj ihn do so glei' net wieder ausse!"

[ Ein arabisches Festessen] wurde in Le Kreider

III. Diens fauer, welche Sgotten ift b

Im Wa

Herr Kreisrat

Ehren des Präsidenten Loubet veranstaltet. Herrn Loandidat aufgestellt bet schien aber das Essen nicht zu schmecken. Als bisherige Abg. Bi

Braten angekündigt wurde, brachte man nach arc scher Eitte ganze Tiere( Schafe, Gazellen usw.) auf de Tisch und jeder nahm sich ein Stück mit den Finger

farten Rampf geb

( Militä

Der Abgeordnete Etienne, der einen algerischen Web Gießen), Ober

freis vertritt, machte die Eitte mit. Das junge Kan fleisch, das man als ganz besonderen Leckerbissen a tischte, hatte keinen großen Erfolg; es war weichlich faserig. Und dazu mußte man noch Milch von Stute und Kamelen trinken, da die Araber bekanntlich keine ge stigen Getränke genießen dürfen.

Bupleuten beförd Het von Witti Cherentnant befö Die Feier ages Justus

hat sich ein Pariser zugelegt. Er soll nach dem Beriale, dem Hessis eines Boulevardblattes schon mehr als hundert wirtschaftlichen V sigen, die alle mit Nummern und mit Aufschrifte und dem Verein versehen sind. Unter den Zigarren findet man u. a., einliche Feier began die ursprünglich dem General Mercier gehörte, der wurden. Vorm

*[ Eine Sammlung von Zigarren berühmter Männe on der Stadt

Hädtischen Saal ei dem Geheim eh. Hofrat

sich während des Dreyfus- Prozesses in Rennes gefau hatte. Eine Zigarre stammt aus der Kiste des en lischen Finanztönigs Leopold von Rothschild; zwei st dem Vorrat des Henkers Billington entnommen; gehörte einem jungen Manne aus vornehmer Famil heil- Darmstadt der, nachdem er in Australien mehrere Personen e mordet hatte, sein Leben in einem Irrenhause schloß. Die Nummer 8 bis 14 sind Hamburger Biga ren, die König Eduard den deutschen Offizieren schent welche der feierlichen Beifetzung der Königin Victori beiwohnten.

[ Alte Brautpaare.] Beim Standesamt in Rottha münster( Bayern) wurde dieser Tage ein Brautpaa aufgeboten, vor dem Er 85 und Sie 65 Jahre zählt Er war schon viermal und Sie schon zweimal ver heiratet. Von einem anderen Ehepaare, das noch in de Flitterwochen lebt, hat Er 76 Lenze gesehen und schon dreimal den Bund fürs Leben geschlossen, während Sie nur 70 Jahre alt ist. Nach der Trauung auf dem Standesamte hatten sie sich noch drei Monate bedacht ehe sie ihren Bund auch durch kirchliche Bande unau löslich machten.

)[ Das königliche Rind.] In einer Klasse der höheren Töchterschule des österreichischen Städtchens W. wurde als Aufsaythema die Beschreibung einer fleinen Reise gegeben. Eine Schülerin schilderte einen Ausflug in ein Städtchen, in dessen Nähe sich ein königliches Schloß befindet, und nachdem sie sich eingehend über die präch tige Einrichtung des Schlosses ergangen, schloß sie mit den Worten: ,, Und dann begaben wir uns auf die grü nen Wiesen, um das königliche Rind zu besichtigen."

[ Eine stumme Predigt.] Ein rührendes Schauspiel bot sich kürzlich den Besuchern der Kirche des heiligen Rochus in Paris. Nach einer der gewöhnlichen Predig ten bestieg der Abbé Goislot die Kanzel und predigt: zu einem Teil der Zuhörerschaft, der aus Taubstum men bestand. Eine halbe Stunde lang sprach der Geist liche zu diesen Enterbten der N- tur mit einer Bered samkeit, die sich durch Zeichen und mannigfache Ge sten mitteilte. Es war ergreifend, alle diese Gesich ter von Männern und Frauen zu sehen, auf denc das Verständnis der beredten Mimik des Predigers auj leuchtete. Eie ,, hörten" die stumme Predigt mit einem hingebenden Eifer. Und als sie die Kirche verließen. standen die Taubstummen auf den Stufen und unter hielten sich eifrig gestikulierend über die eben gehörte Predigt.

( 2)[ Disziplinlosigkeit im französischen Heere.] In einem Tagesbefehl an das ihm unterstellte 4. Kolonial regiment rügt der französische Oberst Marchand, daß er auf einer Reise fortwährend Urlauber seines Re­giments total betrunken und verwahrlost angetroffen hätte, die sich schwere Ausschreitungen hätten zu schul den kommen lassen. Er wäre beinahe selbst von einigen dieser Säufer aus dem Abteile seines Waggons heraus­geworfen worden. Fast gleichzeitig ließen sich 50 Mann der korsischen Garnison, die auf Osterurlaub nach Mar seille gekommen waren, eine schwere Gehorsamsverwei gerung zu schulden kommen. Sie weigerten sich, sich auf dem ihnen zur Rückreise zur Verfügung gestellten Transportschiff einzuschiffen, da es zu stürmisches Wet ter sei. Nette Soldaten!

=[ Eine fruchtbare Familic.] Von einem Ende des 18. Jahrhunderts in Nordamerifa eingewanderten eng lischen Farmer namens Jonathan Fairbanis wird be hauptet, daß er der Stammvater von 4000 Familien sei, die jezt über die ganzen Vereinigten Staaten ver streut leben. Die Hauptvertreter dieser Familien hiel ten im August vergangenen Jahres in Dedham, Massa chusetts, eine große Zusammenkunft ab, im Verlaufe deren beschlossen wurde, in der genannten Stadt ein Fa milien- Museum anzulegen. Den Vorstehern desselben soll auch die Aufgabe zufallen, alte auf Jonathan Fair banis und seine Nachkommen Bezug habende Doku mente und sonstige Andenken zu sammeln und eine Familien- Chronik anzulegen, die dann genau weiterge führt werden soll.

** Warnung vor durchlochten Banknoten. An einer Staatskasse in Düsseldorf wurden wohl aus Mutwillen einem Beamten durchlochte Banknoten präsentiert, doch zurückgewiesen. Auf eine Beschwerde erging der Bescheid, daß durchlochte Banknoten als entwertet angesehen, auc von den Filialen der Reichsbant nicht eingelöst wür den. Ein Ersatz für solche Banknoten fönne nur durch das Reichsbankdirektorium in Berlin, welches in jedem Einzelfalle erst zur Prüfung des Falles schreite, veran laßt werden. Dem Besizer durchlochter Banknoten ent stehen daher stets unnüße Schreibereien, zu denen, wenn er außerhalb Berlins wohnt, noch Portokosten treten. Vor Annahme durchlochter Banknoten ist eine War nuna daher am Blab.

mittags findet he eine gefellig on Damen ist ** Gießen crfeben ist dazu Erbauung foll volgen. Eine Dlula der Unive ** Dem den Besitzern mnd Schrödel

öwen, welche ierten in dan Wrchitekturftüde hemaligen Ma Museums find. [ Stad zten Haus Ensembles D bchichte, zur muf die ganze and Requisiten Inisches Bereich

langt, so lief Heber Spieler Herr Ganzert hauses, der d Bublifums h 10on Frl. Stö Marquis Ima er japanischer hortrefflich. A

Stud war fe Doperette Orpl

*

[ Besi Café Ebel uflich erwor

84

noch anzufüge ed erbaut nehmer Aber Chriftopferfen

Bab Nauhei Kung gab.

[ Vi

markt, welch beginnen foll blirfen, erst Mensch und im firömende gefahren war funden. Ein

crst, welcher

850 Ma Rart vertau toon ca. 1300

handel sehr

en Breisen Lift der Vert

mit farbigen

Der in Zerfammlun Etadt Gieße

1 April 190

flage des Safferwerts

eit liegen

ton heute a

Zimmer

Gießen