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Binblick auf die Verschiebenheit bei Anrechnung der Dienft­wohnung und bei Berechnung des Dienstalters die Verhält­niffe in Anhalt und Hessen fast aleich sein. Di meisten ondern Staaten bleiben binter Hessen mehr oder weniger zurück. Unter diesen Umständen hält die Regierung eine Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer zur Beit nicht für möglich und auch nicht für dringlich. Bei dieser Sachlage erübrigt daher nur, den Bassus im Absotz 1 des Artikels 1 des Gehaltsgefeßes vom 2. Januar 1901

biese Gebaltastala... in Kraft" zu streichen.

Wiesendüngungsversuche auf Vogels­berger Böden. Noch vor 20 Jahren war die Düngung der Wiesen eine Seltenheit. Die Anwendung des Kom­poftes und der Jauche und hier und da des Stalldüngers auf Wiesen hat sich zwar bewährt und war seit altersher eingeführt, da aber die zur Verfügung stehenden Dünger­mengen in feinem Verhältnis zu den Wiesenflächen standen, fo erhielten nur wenige der legteren einen vollen Ersatz für dote entzogenen Pflanzennährstoffe. Erst seitdem die künft­lichen Düngemittel fich mehr und mehr eingeführt haben, vollzieht sich auch hier eine Blenderung, menn es auch immer moch Landwirte gibt, die an die Wirkung und Rentabilität der Kunstdüngemittel nicht glauben wollen. Um solchen Bweiflern durch zahlenmäßige Belege den Beweis zu er­boringen, daß die Anwendung der fünstlichen Düngemittel muf Wiesen zu den rentabelsten Geldaufwendungen gehört, find von dem Landwirtschaftslehrer an der landw. Winter­ule Alsfeld, Herrn Reichelt, im Jahre 1902 Düngungs­werfuche auf Wiesen in Bell, Altenburg und Dogelrode aus­geführt worden. Das Ergebnis ist folgendes: 1. Biesendüngungsversuche in Zell. Barzelle und Düngung Ertrag pro Morgen

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2. Wiesendüngung in Altenburg.

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3. Wiesendüngungsversuch in Dogelrode.

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2. 3 8tr. Thomasmehl 3. 38tr. Thom. u. 38. Rainit 19,40 14,32 Boben: Sandiger Lehm.

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Die Ertragssteigerung bei einer Volldüngung von 4 tr Thomasmehl und 4 8tr. Kainit in Rell beträgt also 12.67 8tr. Heu und Grummet oder 60 Proz. gegen un­webingt. in Altenburg bei einer Düngung von nur 3 3tr. Thomasmehl und 3 8tr. Rainit 12,05 3tr. oder 62 Proz., in Dogelrode bei der gleichen Düngung 11,17 8tr. oder mund 50 Proz Nimmt man an, daß die Wirkung sich auf 3 Jahre gleichmäßig erstreckt, so würde im Durchschnitte iber 3 Versuche mit 10 8tr. Rainit und 10 3tr. Thomas, mehl eine Ertragssteigerung von 109 Str. Heu und Grummet erzielt oder bei den beutigen Preisen der fragt. Künstlichen Düngemittel der Ztr. Heu oder Grummet mit 33 Pfg. ge­wonnen worden sein. Selbst, wenn man annehmen wollte, daß die Wirkung nicht auf allen Wiesen und in jedem Jahre eine gleichgroße ist, so wird doch durch diese Versuche bewiesen, daß die Wiesendüngung zu den lukrativsten Meliorationen im Landwirtschaftbetriebe gehören und zweifel­los dazu dienen werden, die Viehzucht in quantitativer und qualitativer Beziehung zu fördern.

Von den Ansichtskarten". Eine für die Ansichtskarten- Industrie nicht unwesentliche Neuerung ist in England und Frankreich eingeführt worden. Sie besteht darin, daß die bisher nur der Adresse eingeräumte Vorderseite durch einen senkrechten Strich in zwei Hälften geteilt wird, mit deren rechter sich die Postverwaltung für die Adresse begnügt, während die linke vom Absender zu Mitteilungen an den Adressaten benutzt werden fann. Da die Rückseite dadurch auf ihrer ganzen Fläche für die Illustration fret wird, so ist durch diese Neuerung der künstlerischen Ent­wicklung der Ansichtskarte ein weiterer Spielraum gegeben.

§ Klein- Linden. Am Sonntag Nachmittag 4 Uhr fand hier, wie alljährlich, die Bescherung der etwa 70 Kinder der Kleinkinderschule statt. Vorauf ging eine litur­gische Andacht unter Mitwirkung der Kleinen, die Geschichte der Geburt Christi auffagend. Um diese Bescherung, ohne die Schultasse in Anspruch zu nehmen, vor sich gehen lassen zu können, wurde in den letzten Wochen eine Sammlung veranstaltet, die das schöne Ergebnis von etwa 115 Mt. hatte. Der Ueberschuß dieser Summe sowie auch die Opfer spenden werden das vorhandene kapital von 1600 Mt. um einiges verstärken. Hoffentlich läßt die Opferwilligkeit nicht nach, sodaß nach einigen Jahren mit dem Bau eines Kleinkinderschulhauses begonnen werden kann.

Oberbiel, 21. Dez. Durch herabbrechende Massen wurde am Freitag auf der Grube Schlagkaz" der Berg­mann Peter Weimer von Niederbiel zur Erde geworfen, wobei er auf die Schienen des Geleises schlug, während der Unterförper völlig eingeschlossen wurde. Nachdem dem Be­dauernswerten noch auf der Grube die erste ärztliche Hilfe zuteil wurde, mußte er infolge seiner schweren Verlegungen in die Klinit zu Gießen überführt werden. Doch verschied er in der folgenden Nacht.

× Grebenhain, 21. Dez. Die vom hiesigen Gemeinde­rat fürzlich besprochene Straßenbeleuchtung ist i Bt eingerichtet. Die Anlagekosten dürften sich auf etwa 1500 Mt. beziffern.

Griedel, 21. Dez. Seit heute früh steht das in der weitesten Umgegend bekannte Hofgut des Herrn Bender in Flammen. Zwei große Scheuern und einige Stallungen fielen troß der angestrengtesten Bemühungen der Feuer­wehren bem Feuer zum Opfer, wobei auch zwei Ziegen oer­brannten. Weiterer Schaden an Vieh ist dagegen nicht zu beklagen. Die ernste Gefahr für die Häuser der nächsten Umgebung wurde glücklicher Weise durch das Eingreifen der Wehren beseitigt. Ueber die Ursache des Brandes war noch nicht zu ermitteln. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

[] Nieder Ohmen, 21. Dez. Gestern Abend fielen eine An­zahl junger halbwüchsiger Butschen über einen alten Mann her und Mißhandelten ihn derart, daß er das Bett hüten muß. Da Anzeige erstattet ist, st ht zu hoffen, daß diesen Rüpeln ein gehöriger Denkzettel zuteil wird.

§ Aus dem Vogelsberg, 20. Dez. Der Arbeiter Johs. Dechler von Crain feld litt an einer Zahnfistel und ließ sich zwei franke Zähne ziehen. Ungeachtet der Vorstellungen des Arztes griff er als passionierter Raucher gleich wieder zur Pfeife. Es stellte sich Blutvergiftung ein, welcher der unglückliche Mann, ein tüchtiger, fleißiger Arbeiter, schon nach wenigen Tagen in der Klinik zu Gießen, wohin er seines schlimmen Zustandes wegen verbracht worden war, erlag. D. hinterläßt eine Frau in gesegneten Umständen und zwei kleine Kinder.

(:) Nieder- Moos, 20. Dez. Der Sohn des Bürger­meisters wollte mit einem Tshing die franke Hauskatze totschießen. Er schoß auf sie im Hausgang, der Schuß ging aber fehl, die Kugel prallt ab und traf unter der Küchentür durch den Fuß der Mutter und blieb im Gelent ſizen. Die Frau mußte sich zur Behandlung in die Klinik nach Gießen begeben.

Wetterbericht.

( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.)

Verlauf der Witterung vom Samstag bis Montag.

Das öftliche HOCH hat sich unter Verstärkung west­wärts bis Frankreich ausgebreitet. Da die Luftdruckunter­schiede ganz gering sind, herrscht sehr schwache ötliche Luft­strömung, unter deren Einfluß das trübe, trockene Wetter fräftiges TIEF im Westen erschienen, welches die östliche mit leichtem Froste andauert. Doch ist heute, Montag, ein Luftströmung verstärken dürfte. Daher für

Dienstag und Mittwoch aufbeiterndes, fälteres Frostwetter zu erwarten.

Marktberichte.

Gießen, 22. Dezbr. Auf dem heutigen Wochenmarti tofeten Butter per Bfb. 1.10-1.15 Mr., pülnereter 2 Stüd 16-20 Pfg., Enteneler St. 8 Bfg., Käse per St. 6-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Lin en per Liter 32 Bfy., Tauben per Paar 02. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40. Hahnen, ver Stüd Mr. C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Bfd. 58-70 Pfg., Ochsenfleisch per fb 68-78 3fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Bio 66-76 3o. Schweine­fletsch gesalzen per Bfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch ver Bfd. 70-76 Pfg., Sammelfleisch ver Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.50 6.00 mr., Rwiebeln per 31 m 4.50-5.00 Aevřel per Gentner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Bia. Dauer der Marktzeit bon 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt herziehen seilgeboten werden. nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im llm

Es notierten nach Qualität: Frankfurt a. M., 21. Dezember. Frucht marf t. An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mr. 16.25-16.30, furhessischer Mt. 16.20-16.30, norddeuts 6. Mr. 16.40 b 16.50, Kansas Mt. 17.75-18.10, Roggen, hiesiger Mt. 13.25 bis 13.50, russischer Mt. 14.30-14.60. Amerifaner f. 14.40 big 14.75, Gerste, hiesige Mt. 15.30 bis 15.70, Pfälzer, Mt. 15.80 bis 16.20, fränkische Mt. 15.80, Riedgerste Mt. 15.75 bis 16 10, un­garische Wf. 17.50-18.50. Safer, hiesiger Mr. 12.25-13.25, fur­hessischer Mr. 12.25-13 25, Württemberger Mt. bis bayerischer Mt. 12.25-13.25, russischer f. 12.90-14.75, Mais Mixed Mt. 11.95-12.20, a Plata Mt. 11.40-11.60, weißer Mais Mt. 12 10-12.30, ruffischer Mt. 13 25-13.50. Alles pro 100 Kilo ab hier.

Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 489 Ochsen 50 Bullen, 812 Kühe und ien( Stiere und Rinder), 518 Kälber 289 Schafe und Hämmel, 1584 Schweine. Aus Oesterreich 000 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus­gemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mf. 71-73, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 66 bis 68, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 61-64, d) gering genährte jeden Altecs Mit. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 65-67, b) mäßig genährte jüngere und

gut genährte ältere Mr. 62-64, c) gering genährte Mf.-. Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) bollfleischige, ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 62-64, b) voll­fleischige ausgemäftete Stühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren)

Mt. 58-60, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwidelte jüngere Kühe und Färsn( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, d.

mäßig genährte Stübe und Färsen( Stiere und Rinder) Der, 157,

e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Pfg.( Lebendgewicht) 48-49 fg., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtge wich) 73-77 Pfg.,( Lebendgewicht) 43-47 Pfg., c) geringe Saug­fälber 60-63 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mastbämmel 66-68 und Schafe( Märzschafe) 48-50 Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 54 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Bfg. c) gering ent wickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 44-46 Pfg., funft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der

Big, b) ältere Maſthämmel 52–56 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel

= Im Oberwald liegt der Schnee nach wie vor fest. In den höchsten Gebirgslagen ist er fast zwei Fuß tief. Nur Einzelne unternehmen Samstags, an welchem Tag das Klubhaus auf dem Hoherodskopf geöffnet ist, die Besteigung Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Her von Taufftein und Hoherodskopf. Das Wetter ist gelind, der Winter hat sich bis jetzt nur von der guten Seite gezeigt.

Markt geräumt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaat":& r. Oppermann;

X Offenbach a. M., 19. Dez. In einem Hause der Frankfurterstraße ist ein junger Kutscher durch Ausströmen Frankfurterstraße ist ein junger Rutscher durch Ausströmen ¤¤¤¤¤¤¤¤ von Gas erstickt.

+ Darmstadt, 21. Dez. Dieser Tage explodierte in der hiesigen Zündholzfabrik von D. Bessunger eine zu Proben angefertigte Dosis der neuen Zündmasse, sogen. giftfreie Reinigungsmasse.

Kassel, 21. Dez Mit seinem Dienstgewehr erschoß sich ein im zweiten Jahre dienender Musketier vom 83. Infanterieregiment. Er war aus dem Holstein'schen ge= bürtig.

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