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Neue Unruhen in Haiti.

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Die Niggerrepublif Haiti ist wieder einmal der Schau platz innerer Wirren. Ueber Haiti ist das Standrecht ver hängt worden, um eine drohende Revolution abzuweh ren. Mehrere Minister legten ihre Aemter nieder. paar Unzufriedene sammeln Streitkräfte gegen die Regie­cung. Das deutsche Kriegsschiff Jalke", das im Hafen von Kingston liegt, erhielt Befehl, nach Port- au- Prince abzu gehen.

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Kurze politische Nachrichten.

Endlich hört jezt der Unfug auf, daß im Dome zu Gnesen alljährlich am 15. Juli eine polnische Gedenkfeier für den Sieg der Polen über die Deutsch- Ordens. sitter bei Tannenberg stattfindet. Jetzt ist das Absingen bes Te deum laudamus" für diesen Polensieg unterſagi vorden.

Wie unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, beabsichtigt bie Regierung angesichts der jüngsten Hochwasserkatastrophen in Schlesien zunächst ein Notstandsgesetz zur Unterstützung der Geschädigten zu erlassen und außerdem das vor dre Jahren zustande gekommene Gesetz zur Verhütung von Hoch wassergefahren in der Provinz Schlesien zu erweitern.

* Der langjährige Referent über Reichsangelegenheiter im bayerischen Ministerium des Aeußeren, Staatsrat Dr Karl v. Mayer, tritt am 1. August in den Ruhestand Der Prinzregent hat ihm das Großkreuz des Verdienstorden: der Bayerischen Krone verliehen.

Der isländische Althing hat die Vorlage auf Ab änderung der Verfassung angenommen, nach welcher fortar ein besonderer inländischer und in Reykjavik wohnhafter Mi­nister die Regierung Islands übernimmt.

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Hof und Gesellschaft.

Königs erschüttert. Offiziere und Beamte sahen sich) vom Hofe gezwungen, Verlobungen rückgängig zu machen, wenn ihre Braut einer mißliebigen Familie angehörte. König Alexander gab einmal den Befehl, alle Töchter eines ge wesenen Ministers durch Gendarmen in ein öffentliches Haus schleppen zu lassen.

Die schmähliche Komödie, mit der die Dirne auf dem Königsthron dem Lande die Hoffnung auf einen Thron erben vorspiegelte, berührt der Verfasser nur kurz und kommt dann schließlich auf die wahnsinnige Idee des Königs paares" zu sprechen, die dem Faß den Boden ausschlug: Ni­kodem Lunjewiza zum Thronerben auszurufen. Die Vor­lage war schon fertig, die Eunuchen- Stupschtina gewählt, die selbst solches Gesez angenommen hätte. Und dieser Tropfen brachte den Kelch zum Ueberfließen. Das wollte kein anständiger Mensch in Serbien. Ein furchtbarer Sturm der Entrüstung tobte durch Volk und Armee und in sei­nen Wirbeln begrub er das Königspaar und seine Mit­chuldigen....

Ein Besuch des Kaisers in Posen steht dem Ver nehmen nach bald nach seiner Rückkehr von der Nordlands. reise bevor. Der Kaiser will sich selbst den Platz aussuchen auf dem nach seinem Wunsch das königliche Residenzschlof Jebaut werden soll. Bei Lawica wird bei diesem Anlaß eini Parade der Posener Garnison stattfinden.

Die geschiedene Großherzogin von Hesser st mit ihrer Tochter zum Besuch ihrer Schwester, der Kron rinzessin von Rumänien, nach Bukarest gereist.

Aus dem Gerichtsfail.

§ Die Angeklagten im Pommernbankprozeß aus der Haft entlassen! Eine sensationelle Wendung hat der Pommern bankprozeß gestern nach 50 Verhandlungstagen genommen Der Gerichtshof hat den Beschluß gefaßt, erneut in die Be weisaufnahme einzutreten und die Angeklagten Schulz uni Romeid aus der Untersuchungshaft entlassen.

völlig ausgeraubt, nachdem die Insassen, fünf Personen, er­schlagen worden waren. Die Gendarmen, die den flüchtigen Zigeunern nachsekten, wurden von der Bande mit Revolver­schüssen empfangen. Bei dem Kampf, der nun folgte, wurden jiinf Zigeuner getötet und fünfzehn schwer verwundet. Den Gendarmen gelang es nach hartem Kampfe, die ganze Bande zu überwältigen. Tie Toten und Verwundeten wurden auf die Wagen der Zigeuner geladen, alle anderen wurden ge­fesselt, und der ganze Zug wurde dem nächsten Gerichte ein­geliefert.

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Die Macht der Liebe illustriert ein Inserat, das die ge­schiedene frühere Gräfin Russel in Londoner Zeitungen er läßt. Sie fündigt darin an, daß sie mit ihrem, ihr fälschlich unter dem Namen Prinz Stuart- Modena angetrauten zweiten Mann, dem Lafaien Brown, weiter leben werde. Ihr Gemahl werde den angenommenen Namen weiter führen. Brown wurde am 30. Juni in Winchester wegen Fälschung des The registers nur zu 48 Stunden Arrest verurteilt, weil der Richter annahm, daß sich in England jedermann so nennen könne, wie er wolle, und Brown niemand geschädigt habe.

Die Begründung dieses überraschenden Entschlusses des Gerichtshofs gipfelt darin, daß die Richter sich nicht in stande fühlen, nach dem vorliegenden Material eine Ver urteilung auszusprechen, aber auch nicht in der Lage, die Angeklagten freizusprechen. Eine Untreue der Angeklagter würde sicherlich vorliegen, wenn diese die Hypotheken wissent lich über den Terrainwert hinaus begeben hätten. Der Ver dacht gegen die Angeklagten in dieser Hinsicht sei nicht dringend genug, um den Haftbefehl zu rechtfertigen. Bei den sich widersprechenden Tarmethoden, die in der Verhand. lung vorgeführt seien, könne sich das Gericht über die Frag der Beleihung nicht schlüssig machen. Deshalb will das Ge­richt Sachverständige ernennen, die nach Instruktion die Ab. schätzung der beanstandeten Grundstücke vornehmen sollen. Dann wird ein neuer Verhandlungstermin anberaumt werden.

Die Sünden Alexanders und Dragas. Das dritte und letzte Kapitel des häßlichen Sittenbildes, das uns der in Grimm und Verachtung getauchte Pinsel des früheren serbischen Ministerpräsidenten von dem Treiben am Hof zu Belgrad entwirft, zeigt, wie der moralische Sumpf, in den der junge König geraten ist, ihn immer weiter in seine schlammige Tiefe zieht, bis kein Entrinnen mehr ist und die schmutzigen Wasser über seinem Haupte zusammenschlagen. Der böse Geist, der ihn wie ein Irrlicht auf diesem Weg der Schande und Schmach immer tiefer hineinlockt ins Ver­derben, ist Draga, seine bisherige Geliebte und nun, durch des Verblendeten törichten Machtspruch, gegen des Volkes Willen seine Gemahlin und Königin der Serben. Sie und ihre lasterhaften Ränke stehen deshalb naturgemäß im Vordergrunde dieses Abschlusses der furchtbaren Anklage­schrift.

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III. Die Dirne auf dem Königsthron.

Bom 10. Der Abend führungen gewibn ftatt und gewäh

Beleuchtung einer dianopolis( B. Weise am Red. S vereins führte ein Beschluß der Au Nürnberg mit hi durch hunderte vo namentlich die g einen prächtigen was schon bara anderen Flüssigt tonfumiert wurd daß die Verpfleg Der Fefimo gemeinen Wettur Kreife Mittelrhei Geräte, Red, Ba und eine felbfigen Ausführung mit übungen sind d fehr fhwierig, f möglich ist, mit Geturnt wurde recht wacker, nan ragende Leistung Besonderes das ebenfalls aud Amerifa S

A Der chinesische Bentezug eines italienischen Offiziers. Der Staatsantvalt zu Bari übermittelte dem Leutnant Mo­dugno, der, wie vor längerer Zeit gemeldet, wegen Ermordung seiner Frau in Untersuchungshaft sigt, einen neuen Haft­befehl wegen anderer Verbrechen, die er in China während des Feldzuges vom Jahre 1902 begangen haben soll, Ver­brechen, die in Raub, Plünderung, Mädchenschändung u. s. w. bestehen. Der Haftbefehl ist im Einverständnis mit allen militärischen Behörden erlassen worden, nachdem die Sol­daten, die früher unter Modugno dienten, sehr belastende und augenscheinlich beglaubigte Aussagen gegen den Offizier ge­macht hatten. Aus diesen Aussagen ergab sich zunächst, daß der Leutnant zur Nachtzeit die Häuser reicher Chinesen er­brach und plünderte. Die Soldaten erzählten unter anderem folgendes: In einer Nacht begab man sich in das Haus zweier Brüder, die für sehr reich galten; einer von ihnen war Apo­theker, der andere Getreidehändler. Als Modugno von den beiden kein Geld erhalten konnte, ließ er sie in den Garten führen, wo eine Grube gegraben wurde, in welche man den Apotheker bis zum Halse hineinsteckte; dann wurde die Grube niit Sand und mit Steinen gefüllt. Aber der Apotheker schrie fortwährend: Mio, mio!" d. h. ich habe nichts." Nun liek Modugno noch ene Grube graben; als der Apotheker sah, dat man in diese Grube seinen Bruder hineinsteckte, gab er an, wc er sein Geld versteckt hatte. Man fand dort in der Tat zwei Gesäße mit Goldmünzen. Achtzehn Kisten mit Beute brachte der Leutnant nach Europa mit; kleinere Gegenstände hatte er in China verkauft, bevor er nach Europa zurückkehrte.

Die Angeflagten waren durch die Wendung ihres Ge schicks im ersten Augenblick völlig verwirrt, so verwirrt, daß sie in der großen Freude ihre weinenden Ehefrauen ver wechselten und jeder die Frau des anderen abfüßte. Wie mitgeteilt wird, gedenken sie, einmal auf freiem Fuß, das Ur teil der Banken und der staatlichen Kommission über die Tage der Grundstücke erschüttern zu können.

§ Das Todesurteil gegen den Matrosen Köhler bestätigt. Das Reichsmilitärgericht zu Berlin verhandelte gestern nach mittag in der Revisionsinstanz gegen den Matrosen Köhler von der Loreley" und bestätigte das Todesurteil wegen Er mordung des Unteroffiziers Biedrivky im Hafen von Athen, sowie die Zuchthausstrafe von 6 Jahren 3 Monaten wegen Raubes der Schiffskasse. Einzig die Verurteilung wegen Hahnenflucht wurde aufgehoben und wird dieser Teil der Anklage nochmals das Oberkriegsgericht in Wilhelmshaven beschäftigen.

Draga wußte, daß bei kluger Erhizung und Lenkung der Leidenschaften des in ihren Nezzen zappelnden jungen Men­schen, dem sie nur allein vorfabelte, er sei ein Mann, sie das äußerste zur Befriedigung ihres grenzenlosen Ehrgeizes von ihm verlangen konnte. Sie führte ihn taumelnd vor Genuß zu Genuß, um sich ihm dann plötzlich zu versagen Sie weinte um ihre Frauenehre, ließ ihn nachts auf der Straße unten im Schnee oder im Kot warten und brach. wenn nichts anderes half, in Tränen aus. Was, hieß es dann, war sie, die ihn so unsäglich liebte? Eine Entehrte: und er, der König, konnte, wenn er sie wirklich liebte, dulden, daß man sie seine Maitresse nenne...? Sie, von der sich ein französischer Eisenbahningenieur, den sie durch eine er heuchelte Mutterschaft zur Heirat zwingen wollte, mit 500 Gulden loskaufte, und von der ein belgrader Bürger dem König, um ihn von der beabsichtigten Heirat abzuschrecken sogar den Preis nannte, um den sie sich ihm hingegeben Blind rannte der Verführte in sein Verderben, allen war nenden Stimmen sein Ohr verschließend. Während König Milan im Auslande weilte und die Verlobung seines Sohnes mit einer deutschen Prinzessin betrieb, proflamierte dieser, Dragas Drängen nachgebend, seine Verlobung mit der stadt­bekannten Dirne.

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Kleine Gerichts- Chronik. Wegen Wechselfälschungen in 70 Fällen über 50 000 Mart und Unterschlagung wurde in Dresden ein ehemaliger Seminaroberlehrer Waldleben zu 41 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust ver­urteilt.

Nab und fern.

Korsische Blutrache. Daß das alttestamentarische Ge setz Auge um Auge, Zahn um Zahn" in Korsika, dem klas sischen Lande der Blutrache, noch immer treulich befolgt wird. beweist die nachstehende Meldung aus Ajaccio. Zwei Brüder Leca erschossen an verschiedenen Orten fast gleichzeitig je einen der Brüder Poli, und zwar auf offener Straße. Zu sammen mit dem einen Poli mußte außerdem sein Freund, der Bürgermeister von Calcatoggio, mit dem Poli zusammen im Wagen fuhr, sein Leben unter der Kugel Toussaint Lecas lassen. Und der Grund? Vor Jahren hatte der Bruder der beiden Poli einen Bruder der Leca im Streit erschossen und hatte sich in die Wälder geflüchtet. Da die Rächer ihn nicht erlangen konnten, mußten seine Brüder büßen.

A Nene Ueberschwemmungen in Schlesien sind durc furchtbare Regengüsse herbeigeführt worden, die die kaum besänftigten Fluten der Oder gefahrdrohend geschwell1 haben. Besonders hart wurde wieder der Bezirk von Neisse durch das verheerende Element getroffen. In vielen Ort schaften sind die Felder von neuem weithin überflutet. Di Eisenbahnverbindungen sind mehrfach unterbrochen. Der Ort Langenbrück( Kreis Neustadt) ist der Schauplatz einer schrecklichen Katastrophe gewesen: Von 28 Häusern sind 16 weggeschwemmt worden. Weitere Aufrufe, an der Spizze einer des Vaterländischen Frauenvereins, flehen um Hilfe für die vom Hochwasser so schwer Geschädigten.

Die Minister, unter ihnen der Verfasser, reichten ihre Ent­lassungsgesuche ein. König Milan aber schrieb an seinen Sohn: Nicht ein Musikfeldwebel, geschweige denn der fleinste Offizier der Armee, die ich zu befehligen die Ehre hatte, dürfte so heiraten, wie Eure Majestät heiraten wollen. Ich lege meinen Offiziersdegen Eurer Majestät zu Füßen." Milans Beispiel folgten die Spigen des Heeres und der Ver­waltung. Nur durch den Umstand, daß der Zar sich zum Trauzeugen bereit erklärt, gelingt es Alexander, das soge­nannte Hochzeitsministerium" aus unfähigen, minderwer tigen Leuten zusammenzutrommeln. Und Milan? Oberst Mischa Kumrijic mußte vor der zweiten Kavallerie- Brigade den Befehl verlesen: König Milan sei ,, wie ein toller Hund niederzuschießen, wenn er versuchen sollte, zurückzukehren. Eine Bitte des Heeres, sich an seine Spitze zu stellen, um gegen den Sohn zu revoltieren, lehnte Milan ab.

aus Italien, Ro aus Rußland S Tag über Turn spiele, sodaß de lebt war.

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Zu dem Dampferzusammenstoß bei Stettin wird weiter gemeldet, daß von den Passagieren des Dampfers ,, Terra" hisher drei Personen vermißt werden, die wahrscheinlich bei der Katastrophe ertrunken sind. Es ist der Regierungs­revisor Rohr, ein 17 jähriger Malerlehrling und ein fünf­jähriges Kind, sämtlich aus Stettin. Die Kajüten der " Terra", die, wie erinnerlich, von ihrem Kapitän auf den Strand gesetzt wurde, sind durch Taucher nach Leichen unter­sucht worden, doch wurden keine gefunden. Während bei diesem Schiffsunfall durch die Besonnenheit des Kapitäns eine Katastrophe vermieden werden konnte, hat auf der Wolga ein ähnliches Rettungsmanöver, ungeschickt ausgeführt, das Unglück nur vergrößert und den Tod von 60 Menschen ver­ursacht. Das Vorderteil des Dampfers Peter I.", mit 300, Fahrgästen an Bord, war in Brand geraten und der Kapitän ließ das Schiff infolgedessen am Ufer auflaufen, und zwar so unglücklich, daß das Hinterteil des Dampfers, auf dem sich alle Fahrgäste befanden, im tiefen Fahrivasser stand, während das brennende Vorderteil am Ufer festgelaufen war. Der Wind trieb die Flammen nach hinten, und die unglück­lichen Passagiere sprangen in dichten Massen ins tiefe Wasser, wo ein furchtbares Ringen auf Leben und Tod begann, bei dem 60 Menschen ihr Grab in den Fluten fanden.

A Auf der Fahrt zum Lepraheim. Auf den ostpreußischen Bahnhöfen erregte ein in einem Zug nach Memel eingestellter Krankenwagen das aus Mitleid und Grausen gemischte Inter esse des Publifums. An seinen Fenstern zeigten sich die furchtbar zerfressenen Gesichter dreier Leprakranker, die von Ludwigshafen aus nach dem deutschen Heim für Aussäßige bei Memel befördert wurden. Die Absperrungsmaßregeln bei den Transporten Leprafranker sind äußerst streng. Da Betreten des Krankenwagens ist dem Zugpersonal untersagt, der begleitende Arzt vermittelt alles für die Kranken. Aus den Hauptstationen wird den Kranken durch einen an der Außenwand des Wagens angebrachten, mit einem Deckel ver schenen Trichter frisches Wasser zugeführt.

Und nun beginnt erst recht Dragas zersetzendes Werk. Im Staatsanzeiger erschien ein schamloser Artikel gegen die Königin Natalie, und ihrem Kämmerer, dem Obersten Si­monowitsch, der für sie ein paar verteidigende Worte zu ſtam­meln wagt, wurde vom König vor Zeugen ins Gesicht ge­brüllt: sch weiß ja, sie ist deine....!" Man kann sich vor stellen, wie der König, der so gegen seine Eltern verfuhr, mit anderen umsprang. Seine nächsten Verwandten, seine Mi­nister und Gesandten, seine besten Offiziere wurden vor Depu tationen, in gefauften Hofjournalen, in offenen und chiff­rierten Telegrammen des Königs als Verräter und gemeine Diebe gebrandmarkt und die Ehre ihrer Frauen und Töchter in Zeitungen und auf Straßenplafaten in den Rot gezerrt. Einzelne dieser Frauen und Töchter wurden auf die Polizei geschleppt, um sich gegen geheime Denunziationen zu ber­teidigen. Der jeste Glaube der Kinder an die Ehrenhaftig­feit ihrer Eltern wurde. durch öffentliche Aussprüche des

Ein russischer Großgrundbesitzer von Bauern erschossen Wie aus Petersburg gemeldet wird, wurde während einer Fahrt durch seine ausgedehnten Begüterungen im Gouver nement Rjäsan der früher Adelsmarschall Fürst Gagarin vor Bauern erschossen. Die russische Regierung mutmaßt, daß die Täter von nihilistischen Agitatoren zu dem Verbrecher aufgewiegelt sind.

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Eine gefährliche Zahnoperation vollzog der Stadttier arzt Kratochmil in Sternberg( Mähren) an einem Löwen der dort gastierenden Menagerie Kludsky. Der Patient lit an einer Zahnfistel, und wenn auch alle möglichen Vorsichts. maßregeln getroffen waren, so war die Operation zwar nicht für den Kranken, doch für den Arzt immerhin lebensgefähr lich. Bei dem eigentlichen Zahnreißen benahm sich der Löwe der bisher furchtbar aufgeregt gewesen war, übrigens rech gesittet. Nachdem es gelungen war, ihn zu fesseln und ir die richtige Lage zu bringen. Hinterher brüllte der Patien einem tud entfernt werden. Hinterher brüllte der Patien zwar laut, das soll aber auch seinen menschlichen Leidens jefährten beim Zahnarzt häufig genug passieren.

Ein Attentat auf die griechische Kronprinzessin verübte im Sommertheater zu Phaleron ein betrunkener Athener seleinbürger. Er drang in die tronprinzliche Loge und trat, mit wüsten Schimpfworten die Faust zum Schlage erhebend, auf die Prinzessin zu. Schnell erhob sich Kronprinz Kon­stantin, packte den Unbekannten, warf ihn der Prinz ist als sehr träftig bekannt-- zunächst gegen die Wand der Loge und stieß ihn dann zur Tür hinaus. Alles dies spielte sich so schnell ab, daß es den Polizeibeamten, die zur königlichen Loge eilten, nicht mehr möglich war, cinzugreifen. Sie konnten lediglich den vom Kronprinzen die Treppe Hinabgeworfenen auffangen. Das kronprinzliche Paar wohnte weiter der Vor­stellung bei, während der Attentäter abgeführt wurde. Er gab am nächsten Morgen an, in sinnloser Trunkenheit ge= handelt zu haben und von dem ganzen Vorfall nichts zu wissen. Auf Fürbitte der Prinzessin wurde er auf freien Fuß gejezt.

A Gin blutiger Kampf mit Zigennern fand bei Arad statt. Dort wurden von einer aus 47 Leuten bestehenden Zigeuner­bande schwere Untaten verübt. Zwei Bauernbäufer wurden

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in der Marburg erhielt einen Ru

tät Gießen, zum Ordinarius nannt.

Pestepidemic in Australien. Aus Sidney wird gemel det, daß unter den Eingeborenen in der Nähe von Pam Neu- Kaledonien, eine Epidemie aufgetreten ist, die für Pest gehalten wird. Bisher wurden 25 Todesfälle gezählt, dock, ist noch kein Weißer betroffen.

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Eine dreifache Mörderin wurde in Paris verhaftet. Das erst 20jährige Mädchen steht in dem dringenden Verdacht, innerhalb der letzten beiden Jahre drei Liebhaber durch Gift aus dem Wege geräumt zu haben.

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Bunte Chronik. Die aus sechs Köpfen bestehende Familie des Kaufmanns Gothot aus Mühlheim a. Ruhr ist zu einer mehrwöchentlichen Behandlung auf der Berliner Tollwit station eingetroffen. Sie sind sämtlich von dem eigener tollwutkranken Hunde gebissen worden.

In Airolo wurde durch Schuttmassen das Elektrizitäts werk und der südliche Ausgang des Gotthardtunnels ver schüttet. Erst nach mühseliger Arbeit gelang es, diesen wie der frei zu machen.

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-In Memmelshofen bei Weißenburg erschoß der Jagd. Jüter Franz Wagner seinen Schwiegersohn nach einem Wirts hausstreit. Die Ortschaft Villa Banali in Südtirol ist ganz nieder. gebrannt. Ein Kind kam in den Flammen um.

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