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Die Berwundungen eriviesen sich so schwer, daß beide nach dem Krankenhause geschafft werden mußten.

Dem

)-( Die Parade vor dem Hundertjährigen. Veteranen Georg Becht vom 87. Infanterieregiment, der im vorigen Jahre 100 Jahre vollendet hat, ist eine ganz besondere Ehre zu teil geworden. Unter den Gratulan­ten, die den Hundertjährigen in seinem jeßigen Wohnort Belfenheim aufsuchten, befand sich damals auch der Oberst des Regiments, in dem der Jubilar in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Unteroffi­zier gebient hat. Der Oberst versprach dem Jubilat, ge­legentlich das Regiment in Parade an ihm vorbeizu­führen. Diese Gelegenheit ergab sich dieser Tage bei einer Felddienstübung, die das Regiment in die Nähe des Drtes brachte. Stramm paradierte das ganze Re­giment vor dem am Fenster stehenden Alten vorüber. Alle Offiziere begrüßten den ehemaligen Regiments­angehörigen durch Händedruck und der Oberst hielt eine Ansprache.

Eine bestialische Mutter. Ein unglaublich rɔher Kinbesmord wird aus Linz gemeldet. Die Frau des Zimmermanns Mayrhofer in Dippersdorf hatte ihren neu­geborenen Knaben durch einen Stich ins Herz getötet, ihm Hände, Füße und Kopf abgeschnitten und damit die Schweine gefüttert. Die übrigen Körperteile wurden von der Gerichtskommission im Misthaufen gefunden. Die Frau leugnete ihrem Manne die Schwangerschaft, da es sich um einen Fehltritt mit einem anderen Manne vor ihrer Verehelichung handelte.

Bunte Chrouit. Bei einem Brande in einem Kölner Vorort gerieten vier Kinder, die in einer Wohnung ein­geschlossen waren, in Lebensgefahr. Als es den Haus­bewohnern gelang, die Tür der brennenden Wohnung zu sprengen, war ein Kind bereits tot, die drei anderen wurden schwer verleßt ins Hospital gebracht.

Auf der Zeche ,, Prinzregent" bei Essen( Ruhr) wur­den durch schlagende Wetter zwei Bergleute tödlich ver legt. Ein Bremser stürzte in den Schacht und blieb auf der Stelle tot.

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In dem vor fünf Jahren erbauten Krematorium zu Jena fand die dreihundertste Feuerbestattung statt.

Bei Würzburg erschoß der Rechtsanwalt Risch auf der Jagd aus Unvorsichtigkeit einen sechzehnjährigen Kauf­mannslehrling.

Auf dem Kaliwerte Beienrode, gegen dessen Direktor bekanntlich fürzlich ein Dynamitattentat verübt wurde, wurden abermals sechs Dynamitpatronen und eine Zünd­schnur aufgefunden und zwar diesmal auf einer Fenster­bank bei dem Betriebsführer Schulß. Die Zündschnur war anscheinend durch schmelzendes Fenstereis aufgelöst und dadurch unbrauchbar geworden.

Die Zahl der ausständigen Schneidergehilfen und Stückmeister in Wien hat sich um etwa 1000 vermehrt; nunmehr sind etwa 90 Prozent aller Schneidergehilfen ausständig. Es tam zu mehreren Zwischenfällen, wobei insgesamt 7 Verhaftungen vorgenommen wurden.

In Kiew entstand in der Kirche des Gouverne mentsgefängnisses während des Gottesdienstes ein Streit unter den internierten schweren Verbrechern. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem drei Arrestanten verwun det wurden. Das Personal der Gefängniswache stellte die Ruhe wieder her.

Ter erste Fall, daß ein Europäer von der Peft befallen wurde, wird aus Durban gemeldet. Neun Gin­geborene und drei Jnder befinden sich in ärztlicher De­handlung.

Lokales.

Gedenktafel für den 23. Januar.

1761. Der Dichter Matthisson*. 1803. Der Kom­ponist Lorging*.- 1806. Der englische Staatsmann Bitt t. 1814. Blücher erstürmt Ligny. 1843. Der Dichter Friedrich de la Motte- Fouqué in Berlin f. 1883. Der Zeichner und Maler Gustave Doré in Paris f. 1891. Prinz Balduin von Flandern, belgischer Thron­folger f. 1901. Thronbesteigung Eduards VII. vɔn England.

ernannt.

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** Ernennung. Zum Oberbaurat mit dem Range eines Ober- Regierungsrates wurde vom Kaiser der Geh. Baurat Clausnizer bei der Eisenbahn- Direktion zu Frankfurt ** Der Turuvercin hielt gestern Abend in seiner Halle eine sagungsgemäß einberufene Generalversamm­lung ab. Der erste Sprecher, Meggermeister Pirr gab in seinen Begrüßungsworten bekannt, daß da einige in der Oftober- Generalversammlung gewählte Borstandsmitglieder fich zur Annahme des Amtes nicht verstehen fonnten,- eine Des weitere Vorstandswahl vorgenommen werden muß. Weiteren bemerkte er, daß privatim versucht worden ist, den Turnverein Wieseck wieder zum Gau zu bringen, aber leider ohne Erfolg. Der Verein hat in den lezten Jahren immer mit seinem zweiten Turnwart viel gewechselt; im Vorstand ist deshalb der Beschluß erhoben worden, diesem- gleich dem 1. Turnwart eine Remuneration für seine Thätigkeit zu geben. Turner Baubel tam, anschließend an den Bericht des 1. Sprechers, auf die Entsendung einer Bereins- Musterriege zum großen deutschen Turnfest nach Nürnberg; fritisierte hierbei, wie es den Gießnern in Hamburg ergangen ist und wünscht cher, daß der Gau eine Musterriege ſtellt. Der 1. Turnwart, Wigandt, wie auch Turner Karl Müller treten dem entgegen, schon der moralische Zwang, daß Sießen eine so große Zahl

farben, auch fernerhin for

inem Loaft auf Raifer und Begeifferung aufgenommen Fahnenfrage Bon ein Fahne geerbt, welche bereits

Betche Stanca Maria's zusammenbricht.- Die Plastik der handelnden Personen ist eine außerordentliche, bazu tommt eine phantastische Großartigkeit der Scene felbft: das Todesschweigen der längst allen Leidenschaften ent rückten Ueberrefte einstiger Uebermenschen zu den Qualen, in denen lebende, ihnen durch tragisches Geschick ber wandte Menschen leiden, wodurch ein Gegensatz tief poetisischer Art ohne gleichen zum Grundton der Situation geschaffen wird. Das wird auch die hiesige Direktor Lindemann hat durch den Hoftheater- Maler Quaglio in Berlin wunderschöne neue Dekorationen

fich aufgelöften Turnverein

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Aufführung am nächsten Mittwoch ergeben. Herr bärfte. Da nun nächstes

diese Dekorationen allein schon die Bewunderung der Künstlern gebotene Darstellung des Werkes selbst! G3 feltenes Theater- Ereignis bevor!

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anfertigen laffen, die in treuer Wiedergabe die Trümmer fammlung, der Fahner Quelle in der griechischen Landschaft darstellen und die ihr. Jubiläumsfest auch des alten Mykene, des Löwenthores und der Perseuse Fahne anschoffn. S er auch zur hiesigen Aufführung mitbringt. Ueberall, r Antrag, ob bem M wo er mit der toten Stadt" bisher gastierte, haben hier, welcher auf dem Sch Zuschauer erweckt, geschweige denn die, von namhaften Gabe von dem Verein ge fteht uns also in des Wortes vollster Bedeutung ein aus der Bereinskaffe zu ** Das Gießener Boltsbad hat im Jahre 1902 ant übernommen. Ein im Ganzen 96,594 Bäder, davon 72,679 an Männer a China mit hinausg und 20,915 an Frauen abgegeben. Im Jahre bocher t nun auch ein eifriges Turner habe, müßte die Entsendung mit sich bringen; bezifferten sich die gesamten abgegebenen Bäder auf die Opferwilliglett far 97,692. Es entfallen 1902 auf Schwimmbäder 55,657 rechnen. Während der Schwimmbad: 26,959 Männer, 5367 Frauen, 9376 ben ein altes Mitglied bäder à 10 Pfg., sogenannte Volksbäder: 3445 Männer naben und 3159 Mädchen. Dazu kommen Schwimmwurde. Mit dem Wun und 2351 Frauen. Wannenbäder wurden in 1902 ab- trennte man sich in spä gegeben im Ganzen 17,501, gegen 18,038 im Jahre vorher. Es entfallen davon auf 1. Klasse: Männer mordung feiner Frau 7359, Frauen 5195 Bäder. Zu ermäßigten Preisen Domian Klobbach ſt wurden Wannenbäder abgegeben an 384 Männer und eine Frau Margarete

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kleinere Städte, wie z. B. Bu zbach, scheuen die Kosten und Mühen nicht. Der 2. Punkt der Tagesordnung be­traf Entlastung des Rechners, die auf Vorschlag der Rechnungsprüfungsfommission einstimmig Annahme fand. Nachdem folgte die Ergänzungswahl für den Vorstand. Hierbei ist viel rüber und nüber gesprochen worden und das Ende der Versammlung wurde nur dadurch mehr hinaus geschoben. Bum 2. Turnwirt wurde gewählt Karl Müller, welcher dasselbe ohne Ansprüche auf eine Remuneration übernahm. Bei der Wahl für zwei Turn­älteste vereinigten sich die meisten Stimmen auf die Turner Jung und Schubecker. Unter Punkt Verschiedenes" reate Turner Eidmann die Wiedereinführung der Unfall­faffe an. Der 1. Sprecher erklärte im Namen des Vor­standes, daß sobald die Bauschulden getilgt find, welches voraussichtlich im Laufe des Jahres, ja noch bis zur nächsten Generalversammlung im Oftober geschehen kann, der Verein auch an diese Frage wieder herantritt. Die Debatte drehte sich dann um die Streitfrage betr. Turnverein Bieseck, wobei den Delegierten für den nächsten Sonntag hier in Steins Saalbau stattfindenden Gautag eine gewiffe Direktive ange­deutet wurde. Zum Schluß tam man auf die Reisekasse für die Teilnehmer am deutschen Turnfest zu sprechen. Eine regere Beteiligung wurde allseitig empfohlen.

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** Gastspiel des Lindemann'schen Ensembles Die tote Stadt".

,, D! Eros, nie besiegter im Kampf! Zur Beute wird dir, auf den du stürmst. Aus dem Hinterhalte stürzest du Auf den zarten Wangen der Jungfrau lauernd. Und feiner der Götter ist dir entronnen Und von den bergänglichen Menschen keiner. Und wahnsinnsfrank ist, wer dir verfallen. Du berkehrst auch gerechter Männer Sinn Zu ungerechtem, fränkendem Thun.

Denn siegesgewiß triumphiert Uphrodite."" Mit diesen Versen aus der ,, Antigone" des Sophokles beginnt die D'Annunzio'sche Tragödie Die tote Stadt". Von besonders tiefer Wirkung ist in dem Drama das Geständnis Leonardos, daß er angesichts der aus­gegrabenen lleberreste der Stönigsgräber Mykenes, auf den Aschenresten von tausend versunkenen Geschlechtern dem Freunde Alessandro über die Leidenschaft zur Schwester ablegt. Noch gewaltiger aber wirkt auf den Zuschauer die tragische Lösung des Konfliktes, der be­freiende Moment, als die blinde Anna mit schmerz­durchzittertem Aufschret Ich sehe, ich sehe!" an der

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( gegen 58,866 in 1901.) Es benutten 1902 bas

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( gegen 1936 des Vorjahres), unter denen 275 bon Frauen genommen wurden. Brausebäder wurden im Ganzeu 20,276 verkauft, gegen 18,852 in 1901. ( Hasenmarder. Wenn das rege Treiben, Rennen wurde hier der Bezirksk und Jagen des Tages durch die hereinbrechende Nacht unter- äufig wieder auf fre brochen wird, dann beginnen unter den schützenden Fittichen auert fort. der Dunkelheit allerlei Räuber ihr Handwert. Nach furz n + Darmstadt, 18 Bausen hat neuerdings ein zweibeiniger Marder am uns einem Roman, ab Leihgesterner Weg seine Kunst wieder versucht. Er stahl in wifigen Straffammer der Nacht von Dienstag auf Mittwoch aus dem Garten Tags Ludwig Mann d häuschen des Karl Zimmer drei Brachtexemplare Stallhafen. un flüfterte ihm sein Bor Jahresfrist waren Herrn Zimmer bereits 5 Hasen ent. Dhr. Da der äußer wendet worden, vermutlich von demselben Nimrod. Muchhaft war, so ging der in der Ebelstraße hat der Hasenjäger vor circa 10 Tagen mit Erfolg gejagt und aus verschlossenem Raum 7 Stüd geraubt. Vermutlich hat derselbe Raubritter auch die zwei Hasen erbeutet, welche vor 10 Tagen aus einem Häuschen hinter der Bleiche geraubt wurden. Wie von zuverlässiger Seite verlautet, ist die Polizei dem rühmlichen Nimrod auf der Spur und der sühnende Arm der alle Schuld auf Erden an Anabe geworden. rächenden Gerechtigkeit wird ihm bald das edle Waid- mals schwanger wert legen.

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Aus Hessen und nachbargebieten. Groß- Felda.( Unlieb verspätet) Am 10. d Mts. hielt der hiesige Krieger- Berein seine General Bersamm lung ab. Nachdem die im letzten Jahr vorgekommenen Unterstüßungen vorgelesen, sowie der Jahresbericht erledigt war, schritt man zur Vorstands- Wahl, welche durch Attlas Gnischuldigung mation vor sich ging. Der Präsident Otto Völzing, wie auch alle anderen Borstandsmitglieder, wurden wiedergewählt. gemacht. Als zweiter Präsident wurde für den verstorbenen Herrn Weifenbach, Herr Konrad Eichenauer gewählt. Der Bräsi­bent hielt hierauf einen turzen Vortrag über den Zwick des Vereins und der wahren Soldatenliebe, welche in den Kr.eger­vereinen weiter gepflegt werden müsse, er hoffe, daß auch in unserem Verein die Kameradschaft, wie solche bisher be

Venezuela und die deutschen Interessen. die amerikaniſchen Waren voran und auch die Kaffeeaus auf der einen und La Guaira Caracas auf der anderen

Von Prof. Dr. W. Sievers( Gießen).

( Fortsetzung.)

Weit älter ist der deutsche Einfluß im Westen von Venezuela, im Wirtschaftsgebiet der Lagune von Maracaibo. Diese ist die Trägerin des Handels für die gesamte Cordillere von Mérida und die benach­barten Gebirge und fruchtbaren Thäler von Santander. Die wichtigsten Handelsstädte mit beträchtlichen deutschen Interessen, wenn auch nicht einer großen Bahl von Deut­schen, sind San José de Cúcuta auf folombianischem Gebiet, aber dicht an der venezolanischen Grenze, San Cristóbal im Táchira und Belera in Trujilto, in geringerem Maße auch

fuhr richtet sich vornehmlich nach New- York, der Gesamt­handel liegt aber so sehr in deutschen Händen, daß man sagen kann, der Handel San Cristóbals sei mit Ausnahme eines verschwindenden Bruchteiles deutsch.

Aller Handel der Cordillere und des Staates Bulia muß aber, bevor er zur Küfte gelangen fann, die Stadt Maracaibo passieren, die wichtigste Handelsstadt des Westens und die Zollstätte für diesen. Sie hat sich all­mählich zu einer Art Handelsemporium entwickelt, frankt aber unter der Barre an der Mündung der Lagune in den Golf von Maracaibo und fonnte daher auch nicht von den deutschen Kriegssch ffen erreicht werden. Unter den Aus­fuhrprodukten stand in der ersten Hälfte 1901 Kaffee mit Merida und Tovar in der Mitte der Cordillere. Alle 13 diese Landschaften und Städte bauen vorwiegend Kaffee, auch Rafao und haben eine recht beträchtliche Ausfuhr auch von Häuten. Aus San Cristóbal allein wurden 1900 120 000 Doppelzentner Kaffee im Werte von 5,6 Mill. Mark aus geführt und von Valera dürfte die Staffeeausfuhr ähnlich start sein. Während aber von Valera bereits eine Eisenbahn nach La Ceiba von der Lagune von Maracaibo führt, ist San Cristóbal noch nicht von einer solchen erreicht, sondern es muß seine Waren auf Maultieren nach Uracas schicken, Endpunkt der kleinen Bahn von Encontrados am Rio Bulia; Cúcuta dagegen ist seit zwei Jahrzehnten durch Eisenbahn mit dem Puerto Villamizar am Rio Zulia ver­fnüpft. Die Einfuhr, 1900: etwa 18000 Doppelzentner im Werte von 3,2 Mil. Mart, besteht in den wichtigsten In­dustrieartikeln Baumwoll- und Wollwaren, Seidenwaren, Kammgarnen, Bier, Drogen, Konserven, Früchten aus Deutschland, Kattune, Textilwaren verschiedener Art, Schmalz, Mehl und Petroleum von den Vereinigten Staaten, Shir­tings, Oxfords, Taschentüchern, Kattunen aus England, Barfümerien, Seiden- und Galanteriewaren aus Frankreich. Dem Werte nach stehen die deutschen, dem Gewichte nach

Mill. Agr. weit voran, dann folgten 1,4 Mill. Agr. Bauholz, 1,27 Mill. gr. Dividivi, die einen Farbstoff enthaltenden Schoten der Caesalpinia coriaria, 234 000 gr. Mangroverinde, 214000 gr. Rinds häute, 104 000 gr. Statao, 81 500 gr. Biegenfelle, 15 280 gr. Ropaivabalsam, 3684 gr. Ochsenhörner, 3137 Kgr. Schafwolle, 3059 Kgr. Chinarind, 2323 Kgr. Ochsenklauen und 1266 Kgr. Schaf felle. Leider fehlt eine Wertangabe für diese Waren, da­gegen belief sich die Einfuhr in demselben Zeitraum auf 6 353 000 gr. im Werte von 4144000 Mark. An der Einfuhr nahmen teil die Vereinigten Staaten mit 1,5, Deutschland mit 1,2, England mit 0,88 Mill. Mart, die übrigen Länder mit geringeren Beträgen. Deutschland steht also zwar hier und auch bei der Ausfuhr erst an zweiter Stelle, allein die großen Handelshäuser in Maracaibo sind zum größten Teil deutsch und der Handel ist daher ebenfalls großenteils in deutschen Händen; alle diese Firmen haben in den oben genannten Städten der Cordillere ihre Filialen, wie van Dyffel Thies& Co., Breuer Möller& Co. und andere.

Das vierte Gebiet mit großen deutschen Interessen um­faßt die Centralstaaten zwischen Puerto Cabello- Valencia

Seite. Hier sitzen die Deutschen am zahlreichsten, und hier liegt das Centrum der großen Ausfuhr von Raffee und Kalao, welche für das Land von maßgebender Bedeutung ist. In den Thälern zwischen Valencia und Caracas, besonders zwischen Guacara und Los Teques sind die gewaltigen Kaffeepflanzungen, an den Mündungen der heißen Quer­thäler an der Meerestüste und noch weiter landeinwärts die Kataopflanzungen anzutreffen; dazu kommt als drittes wich­tiges Produkt Häute. So verschiffte Puerto Cabello 1901 7,6 Mill. Agr. Kaffee, 373 000 gr. Rafao und 443 000 Agr. Häute, dazu in geringen Mengen Ziegen- und Rehfelle, Kopra, Farb- und andere Hölzer sowie 66 300 Stück Bich, La Guaira 1901 11 Mill. Agr. Kaffee und Rafao. Man rechnet auf Caracas allein etwa 500 Reichsdeutsche von den 1200 in Benezuela wahrscheinlich noch vorhandenen. Biel bedeutender aber als diese nicht besonders großen Zahlen ist die Bedeutung der Deutschen für den Handel dieser Staaten. Aus La Guaira gingen 1901 von 175 000 überhaupt aus­geführten allein 80 000 Kgr. nach Deutschland, gegen je 22 000 nach Frankreich und den Vereinigten Staaten, 36 000 nach Holland. In der Rataoausfuhr von La Guaira stand Deutsch­land an zweiter Stelle, hinter Frankreich und dies hat sich auch 1901 fortgefeßt, während in leßterem Jahre das Deutsche Reich in der Raff eausfuhr( 121 000 Sad) mit 37 000 Sad von den Vereinigten Staaten mit 45 000 Sad überflügelt worden ist. Dagegen vergrößerte sich die Contantenausfuhr aus La Guaira von 20 000 Mt. im Jahre 1900 auf 85 600

Bei diesen Zahlen ist jedoch zu berücksichtigen, daß auch die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten und nach Frankreich, wie auch in den andern Häfen zum größten Teil in deutschen Händen liegt, und daß auch ein sehr großer Teil der Einfuhr von ihnen besorgt wird. Die Gesamtein­fuhr nach La Guaira betrug 1901 53 Mil. Agr. gegen 40 im Jahre 1900.

( Fortseßung folgt.)

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