Einzelbild herunterladen

drückende Lasten, wie die erwähnten, sollen unter allen Um­ständen vermieden werden.

A Die Etats debatte im bayerischen Abgeordneten­hause begann mit einer großen Rede des Centrumsführers Schädler, der seiner Befriedigung über den Rücktritt des Kabinetts Crailsheim Ausdruck gab und die Wünsche seiner Partei für die Haltung des neuen Ministeriums von Pode­wils dablegte. Er verlangte, das Kabinet solle vor allem dahin wirken, daß Bayern mehr Einfluß auf die Reichs­angelegenheiten gewinne: dem Reich solle werden, was des Reiches, dem Kaiser, was des Kaisers sei, aber auch der bayerischen Krone, was ihrer und Bayerns sei. Bayern dürfe nicht von Berlin aus zum Sturmbock gegen die katho­lische Kirche gemacht werden. Den Katholiken müsse Parität zu teil werden. Auch eine neue lex Heinze, wie der Fall Dippold gezeigt habe, und eine Bekämpfung des Unglaubens und seiner Verbreitung durch Hochschulprofessoren tue not. Nach einer Rede des liberalen Abg. Wagner verlas Ministerpräsident v. Podewils eine Erklärung, in der er u. a. ,,, nur um eine Legendenbildung zu vermeiden", betonte, daß der Sturz des Ministeriums Crailsheim auf Differenzen im Ministerium zurückzuführen sei, die mit Parteipolitik nichts zu schaffen habe. Eine A enderung in den Re­gierungsgrundsäzen sei dadurch nicht erfolgt.

In Sachsen plant man schon lange eine Wahlrechts­reform. Jezt ist zur Beratung der betreffenden Novelle eine Zwischen- Deputation eingesetzt worden. Nach dem Entwurfe soll, wie jetzt bekannt wird, die 2. sächsische Kammer aus 96 Abgeordneten bestehen. Darin sollen 48, also die Hälfte, nach einem dem Leipziger Stadtverordneten- Wahlrecht_nach­gebildeten gemilderten Dreiklassenwahlsystem, das die Grenze zwischen der 3. und 2. Wählerklasse weniger scharf zieht, als bisher, gewählt werden. Die übrigen Abgeordneten wer­den nach Berufsklaſſen gewählt, und zwar 12 von den Ge­werbekammern und 12 von den Handelskammern. Die übrigen 24 Mandate sind der Landwirtschaft vorbehalten. Es werden 16 Wahlkreise gebildet, in denen jede der drei Klassen in direkter und geheimer Wahl ihren Abgeordneten wählt. Während die Konservativen hierzu erklären, sie wollten ohne Voreingenommenheit das Wahlrecht verbessern, bezeichnen Nationalliberale, Freisinnige und Sozialdemo­fraten den Refermentwurf als ein monströses Flickwerk, das man entrüstet ablehnen müsse. Danach scheint es mit der Reform denn doch nicht so schnell zu gehen, wie man ur­sprünglich annahm.

Auf dem Parteitage der Deutsch- Sozialen wurde be­schlossen, den Namen der Partei in Deutsche Reformpartei" umzuändern, weil vielfach, besonders in ländlichen Kreisen, die Auffassung bestanden habe, daß deutsch- sozial etwas mit sozialistisch gemeinsam habe.

Nab und fern.

Frau Loubet nach Rom eingeladen. Ein Pariser Blatt weiß von einer großen Ehrung zu berichten, die der Frau des französischen Präsidenten zuteil werden soll: Königin Elena von Italien soll sie nach Nom ins Quirinal eingeladen haben. Wenn die Nachricht sich bewahrheiten sollte, so ließe sie auf eine große Intimität schließen. Daß Frau Loubet die erste Präsidentenfrau war, die ihrem Gemahl beim Empfang fremder Souveräne offiziell zur Seite stand, war schon bezeichnend genug. Daß sie ihn aber jetzt bei seinem Besuch in Nom ebenfalls begleiten soll, gibt diesem ein ganz besonderes freundschaftliches Gepräge.

Eine furchtbare Katastrophe ereignete sich beim Bau einer Brücke der Wabashbahn in der Nähe der amerika­nischen Stadt Pittsburg. Ein eiserner Bogen stürzte zu­sammen und in den Monongasalefluß hinab. Eine ganze Schar von Arbeitern soll dabei verunglückt sein. Bisher wurden zehn Leichen gefunden. 1200 Eisenbahnarbeiter stellten vorläufig die Arbeit ein. Fast zu gleicher Zeit stießen bei Trenton( Pennsylvanien) zwei Züge zusammen, mobei 20 Personen, meistens italienische Arbeiter, getötet und bierzig verlegt wurden.

Eine kühne Flucht. Der berüchtigte Wilddieb Paul Trempler aus Neuendorf bei Potsdam, der erst eben der Polizei in die Hände gefallen war, ist ihr unter abenteuer­lichen Umständen wieder entschlüpft. Er entsprang kurz bor Neubabelsberg aus einem Eisenbahnzuge seinem Trans­porteur, trotzdem dieser ihn regelrecht gefesselt hatte. Er stieß den Transporteur, einen älteren Mann beiseite, öffnete blitzschnell die Kupeetür und sprang aus dem langsam fahren­den Zug, um im Walde bei Neubabelsberg zu verschwinden. Wie erinnerlich, war Trempler vor einigen Wochen aus dem Gefängnis in Tegel, wo er wegen unberechtigten Jagens fünf Monate zu verbüßen hatte, entflohen und hatte sich seitdem in den Wäldern der Umgegend in Höhlen verborgen gehalten, um aufs neue Wilddiebstähle auszuführen, bis es vor etwa vierzehn Tagen drei Gendarmen, die sich als Randleute verkleidet hatten, gelang, ihn in einem Restau­rant zu Neuendorf nach heftiger Gegenwehr dingfest zu machen. Wer weiß, wann man jetzt des kühnen Wilderers, der alle Schliche und Stege kennt, wieder habhaft werden wird.

Wunderbare Rettung aus Seenot. Wie aus Montreal gemeldet wird, traf dort die aus 47 Köpfen bestehende Be­sagung des seit etwa einem Monat verschollenen englischen Dampfers Eldorado" ein, die man schon verloren gegeben hatte. Der Dampfer war bei Fort George in der Hudsons­bai gestrandet und untergegangen. Die Mannschaft rettete sich an Land und marschierte 25 Tage lang durch wüste Gegenden, bis sie an die Bahn kamen und von einem Zuge aufgenommen wurden. Hier sei angeschlossen, was die Bejagung des Cunarddampfers Etruria", der eben in Liverpool einlief, von der Gewalt der Wogen zu berichten weiß. Eine Welle riß einen Teil der Kommandobrücke fort und zerbrach die eisernen Halter, an denen ein Rettungsbool befestigt war. Die an Bord geschleuderte Wassermenge schlug dann mit großer Kraft auf das Deck auf und erreichte mehrere Salonpassagiere, die in der Nähe der Brücke saßen. Ein Kanadier namens Hall wurde so schwer verletzt, daß er fünf Tage darauf starb; seine Frau erlitt einen Schenkel­und Knöchelbruch. Der Stiefsohn Halls, ein Professor Thompson und zwei Leute, die auf dem Ausguck waren, trugen gleichfalls Verlegungen davon.

Bunte Chronik. Die Londoner Polizei entdeckte ein Post­paket, in dem sich für 500 000 Francs ungarische Rente und österreichische Südbahnobligationen befanden, die am 1. d. Mts. zwischen London und Wien aus einem Expreß­zuge gestohlen waren.

Lokales.

Gießen, 21. Oktober 1908. ** Die hessische evangelische Landessynode wurde gestern vormittag in Darmstadt durch den Präsidenten Stamm- Gießen eröffnet. Die neueingetretenen Mitglieder Divisionspfarrer Fistenscher, Professor Kastenbusch, Pfarrer Loos Groß- Umstadt, Pfarrer Schwind- Butzbach, Graf Ernst zu Solms- Laubach und Rentner Weimann- Wöllstein wurden bereidigt und die Berichte über die Wahlprüfung genehmigt. Die Borlage des Oberkonsistoriums, betr. Aenderung der Kirchengemeindeverhältnisse, darunter die Errichtung einer fünften evangelischen Pfarrstelle, wurde genehmigt.

- Die erste deutsche und französische Post sind in Tientsin auf dem Landwege durch Sibirien angekommen.

*** Das Programm zur Feier des 25jährigen Stiftungsfestes des Alice Vereins für Frauen- Bildung und Erwerb in Gießen am nächsten Sonntag, den 25. Dtt., ist folgendes: ,, Laudate pueri" für 3stimm. Frauenchor ( F. Mendelssohn- Bartoldy), Begrüßung durch die Präsidentin des Vereins, Festbericht des Schriftführers, Ansprache des Herrn Oberbürgermeisters, Dem Gott Jehova schalle Dank­gesang" a. d. Dratorium Josua"( G. F. Händel). An die Feier schließt sich die Eröffnung der Ausstellung weibl. Handarbeiten im Schulhause auf Dswaldsberg an. Der akademische Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten wirkt im Programm mit.

"

) Stadttheater Gießen. Der blinde Passagier. Die gestrige dritte Aufführung des Blinden Passagier" hatte ein sehr zahlreiches Publikum nur die Galerie war leer angezoger, das der vorzüglichen Darstellung sehr annimiert folgte. Noch manch' einer, der es bisher versäumt hatte, eine der Aufführungen zu besuchen, wird nun wohl den Wunsch haben, den kleinen netten Kerl von Passagter auch fennen zu lernen. Aber das Stück ist ja durch alle drei Abonnements durchgegangen, und eine Wiederholung werden sich die Abonnenten nicht gern gefallen lassen. Vielleicht tönnte aber die Direktion die Vorstellung nochmals außer Abonnement wiederholen ein Vor­

-

schlag, der vielleicht diskussionswert wäre. Wie wäre es mit einer Vorstellung an einem Sonntag, wo Jedermann Beit hat?

*

Das gestern mitgeteilte Ständchen wurde vom Gesangverein Heiterkeit" in Gießen Herrn Kuhl gebracht, wie unsere Leser wohl bereits richtig gestellt haben merden.

** In der Grünberger Luftkurort- Angelegen­heit soll, wie wir hören, eine Ueberraschung bevorstehen; wir werden nicht verfehlen, bei Gelegenheit Näheres mit­zuteilen. Das am Samstag gewählte Komitee, welchem außer den von uns mitgeteilten Herren noch die Herren Forstmeister Schneider, Bezirksaufseher Mahringer und Apotheker Schäfer angehören, wird voraussichtlich in nächster Woche eine Sigung abhalten.

** Gestern abend wurde im Rathaus zu Grünberg vom Stadtvorstand der Voranschlag für 1904 be­raten. Anschließend fand bei Phil. Zimmermann ein, wie die Frankfurter sagen, Versöhnungsessen" statt, dessen Kosten, wenn auch nicht ganz, aus einer alten Stiftung be­stritten werden. Die Stiftung ist ein Vermächt der Familie Kreuder, welche bestimmt, daß alljährlich, wenn der Voranschlag der Stadt beraten ist, die Stadtväter die Zinsen des Vermächtnisses zu einem gemeinsamen Essen ver­wenden.

** Unter reger Anteilnahme feierten am Sonntag Herr H. Linter und Frau in Grünberg ihre silberne Hochzeit. Der Schüßenverein hatte es sich nicht nehmen lassen, durch eine Aufmerksamkeit sein eifriges Mitglied zu ehren; von der Freiw. Feuerwehr wurde dem Jubilar für 25jährige Mitgliedschaft ein Diplom überreicht.

Von hessischen Behörden werden u. a. steckbrief­lich verfolgt: Heinrich Klein aus Ilbenstadt wegen Betrugs von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Taglöhner Bernhard Trapp aus Worms wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Laubach; Musketier Jakob Haßli aus Tieffenbach wegen Fahnenflucht vom Gericht der Großh. Heff.( 25.) Division; Heinrich Walther aus Münzenberg wegen Sittlichkeitsverbrechen von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen und Spengler Friedrich Noll aus Alsfeld wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Alsfeld.

Kassel, Köln, Elberfeld, Erfurt und Mainz die Büge zur Arbeiterbeförderung freigegeben. Auf den Strecken Frank. furt- Homburg- Cronberg gelten die durch Aushang bezeichneten Züge zur Fahrt mit Arbeiterkarten. Die wesentlichste Neu­erung besteht darin, daß alle Züge 4. Klasse namentlich auch für Sonn- und Feiertage freigegeben sind.

< Die am Sonntag abgehaltene Sigung des Lan= desausschusses der nationalliberalen Partet im Großherzogtum Hessen in Darmstadt war start besucht; es waren auch verschiedene Landtags- und Reichs­tagsabgeordnete, von letteren die Herren Becker, Haas, v. Heyl und Graf Oriola dazu erschienen. Der Vorsitzende, Herr Justizrat Schmeel, tonstatierte in seiner Begrüßungsansprache mit Genugtuung, wie seit der letzten Tagung durch die in zwischen vollzogenen Reichstagswahlen und zuletzt durch die Darmstädter Landtagswahl eine wesentliche Aenderung der politischen Lage zu Gunsten der Partei eingetreten sei und man der Zukunft mit Vertrauen entgegensehen könnte, wenn tüchtig weiter gearbeitet werde.

= Am 22. November findet in Frankfurt a. M. ein Parteitag der Hessischen Nationalliberalen statt.

(:) Fleischpreise. In einer gestern im Schlacht und Biehhof zu Frankfurt abgehaltenen Meßgerversammlung wurde über die Normierung der Fleischpreise beraten. Ochsen­fleisch wird zum bisherigen Preise weiter verkauft, Kalbfleisch von 80 auf 85 Pfennig hinaufgefeßt. Die Erhöhung erfolgte mit Rücksicht auf die hohen Marktpreise.

gebrochen werde einen födtlichen () Wächt Steingutfabrit X Groß

Segen

Eintaufsg gebildet. Dief Sareiner und Bbaß diefer weite der Gem n. Groß­Louis Bölz Sabre die Ku Liitete, wurde Darmstadt ger Muelle, daß kurse für uns ft. Indem Muszeichnung tatieren, daß Lund feinen Rol dhne Eigennut bird, Samit

* Landschaftliche Verschönerungen. Längs des Schiffenbergerweges, zwischen Licher- und Bergstraße, sollte an der Böschung, entlang der Friedhofsmauer, eine Mauer errichtet werden. Die Mittel dazu waren von der städtischen Verwaltung bereits vorgesehen. Nach einem Vorschlag des Tiefbauamtes wird dieser Abschluß jezt mit pitoresken Basaltblöcken, wie man solche in der Gegend von Beuern findet, hergestellt. Um aber dieser Anlage auf der doch ziemlich langen Strecke Abwechslung zu geben, hat das Tiefbauamt ähnlich wie auf dem neuen Friedhof Basalt. steine zu einer vollständigen Grotte arrangieren lassen, in welcher nicht nur Wasser herniederrieseln, sondern in deren Mitte etwa 3/4 Meter hoch wie ein natürlicher Sprudel aus dem Gestein emporschießt. Die Grottenanlage, welche gestern zufällig als wir vorüber gingen, zur Probe mit Wasser berieselt wurde, verdiente auch an andern Stellen, z. B. in der Anlage, wiederholt zu werden.

Die Zentrale für Spiritusverwertung setzte den Verkaufspreis von Sprit für Dezemberlieferung auf 51 Mt., für Januar- September- Lieferung auf 52,40 Mt. fest.

** Benugung von Arbeiterfahrkarten. Von heute an wird den Inhabern von Arbeiterfahrkarten im ge= samten Eisenbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M. die Be­nugung sämtlicher Personen- und gemischten Züge, welche die vierte Wagenklasse führen, gestattet. Im gleichen Umpfang werden auch im gegenseitigen Wechselverkehr mit den Bezirken

** Die leßten Rosen blühen jetzt im Garten, in leuchtender Pracht stehen sie da, und Fuchsien, Geranien, Astern und Georginen leisten der einsamen Blumen- Königin und beredten Zeugin entschwundener Sommerherrlichkeit so gut es geht Gesellschaft. Wird es ja um sie her immer einsamer, geht der Herbstwind ja immer rauher über sie hinweg, bis man über kurz oder lang gleichwie von den welten Blättern rings auf Wegen und Stegen auch von ihnen sagen wird es war einmal!" Das ist der Gang alles Jrdischen ein Werden und Vergehen überall, und wir müssen in das Unabänderliche in stiller Resignation uns fügen. Die wenigen schönen Tage aber, die uns noch beschieden sind und an denen die Sonne noch freundlich durch die Kronen der Bäume in Wald und Garten leuchtet, die letzten Blumen noch unser Herz erfreuen, die wollen wir uns wahrnehmen und

" Gehn an fanften Scheidetagen Des Jahrs zu guterlegt hinaus, Und dankerfüllt nach Hause tragen

Den legten schwer gefundnen Strauß".

X Viehmartt Gießen. Der Vorrat auf dem geftrigen Viehmarkt betrug etwas mehr wie 1000 Stüd Milchfühe und Fettvieh sowie ca. 250 Kälber. Der sich nur auf Milchtiere erstreckende Vormarkt war überaus gut und wurden schon am Montag für verkaufte schwarzbunte Kühe sehr hohe Preise bezahlt. Der Markt selber wurde nur von der Kundschaft aus dem Main- und Rheingau be­herrscht, besonders Käufer aus Frankfurt und Wiesbaden, welche größeren Bedarf zu decken hatten, machten sich gegen­seitig die Waare teuer. Bei den großen Futtervorräten ist die Milchproduktion überaus lohnend und so tam es, daß gestern auf dem Markt für gute und mittlere Qualität Kühe so hohe Preise angelegt wurden wie seit langer Zeit nicht bezahlt wurden. Die Fettviehpreise behielten ihre alte Höhe und deckte der Vorrat in dieser Ware den Bedarf lange nicht. Ein Posten junger Stiere zur Mast fand recht gute Käufer und zwar ging derselbe auf oberhessische Güter die mit Brennereibetriebe versehen sind. Der Kälbermarkt war mehr wie ausgezeichnet. Die Verkäufer erhielten jeden Preis den sie forderten. Der Bedarf speziell von Frankfurt, Wiesbaden und auch Bad- Nauheim wurde kaum halb gedeckt und hätte der Vorrat doppelt so groß zu normalen Breisen Absatz gefunden. Wie der Markt aber lag, mußte, wer Ware haben wollte, noch höhere Preise für Kälber ausgeben, als die schon sehr hohen Preise des letzten Marktes waren. Meltere Schlachtlühe, welche immer schwerer wird unter zubringen und von denen ein Pöstchen am Markt war, blieben unverkauft. Es wurden per Stück verkauft: Kühe frischmelkend und tranend, schwere Ware, Mt. 500-550. I. Sorte Mr. 450-500, II Sorte Mt. 380-420, III. Sorte Mt. 275-350. Gehandelt wurde pro Ctr. Schlacht­gewicht: Fette Rinder I. Oual. Mr. 070-0.73, II. Qual. Mf. 0.65-0.67, pro Ctr. Lebend. Gewicht junge Maststiere Mt. 0.35. Die Kälberpreise beliefen sich pro Ctr. Schlacht­gewicht I. Qual. 75-80 Pfa., II. Qual. 68-72 fg, III. Qual. 57-63 Pfg. Der Vorrat wurde bis auf Schlacht­fühe gänzlich und schnell geräumt.

Vom Lande. Die diesjährige Apfelernte hat so recht gezeigt, welche Apfelsorten auch bei einer spärlichen Ernte noch ein Scherflein einbringen. Bekanntlich ist es ein großer Fehler der Obstzüchter, daß sie oft alle möglichen Arten anpflanzen, welche ihnen gerade von Händlern ange= boten werden. Um aber gerade den Apfelbaum für den Verkauf rentabel zu machen, empfi hlt es sich, nur einige Sorten in größerem Maße anzupflanzen. So hat sich in diesem Jahre wieder überall die Schafsnase in erster Linie bewährt. Mag dieser hessische Nationalapfel in reichen Obst­jahren auch nicht so hoch bezahlt werden als die edlen Obst­gattungen so ist und bleibt er für alle Zeiten ein guter Wirtschaftsapfel, der namentlich bei Mißernten auch hohe Preiſe erzielt.

|| Krofdorf, 18. Ott. Nach einjährigem Bestehen be ging am verflossenen Sonntag unser Schüßen- Verein sein diesjähriges Abschießen, welches in sehr animierter Stimmung verlief. Buchdrucker Leib erzielte mit 10 Schüssen als bester Schüße 108 Ringe. Am Sonntag den 1. November werden Ball und gemütlichem Abend begehen. die Schüßenbrüder mit ihren Damen das Stiftungsfest mit

§ Wetzlar, 20. Dft. Ueber die am 14., 15. und 16. November hier stattfindende Geflügel- 2c. Ausstellung hat Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich zu Solms- Braunfels das Protektorat übernommen.

+ Friedberg( Oberhessen), 20. Oft. Im nahen Jlben­stadt mußte gestern in der Gastwirtschaft von Joseph Klein, als taum der 1. Tanz begonnen hatte, die Kirchweih ab­

und Befar

Uhre

eröffnet ha

Reparatu

Ofens

wieder eingetrof

B

Seltersweg

Ohne

A Pare

Kumm

fchöne unber

find abnehm fallen der

einfache Heb

Ausge Beschlägen.

Groß- Fe

West