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den dagegen als unrichtig bezeichnet. Noch ist wohl auch die Lage in Serbien nicht gefestigt genug, als daß Peter 1. Beit hätte, wie Ferdinand von Bulgarien, Spazierfahrten zu unternehmen.

Von der gegenseitigen Unterstützung des internationalen Proletariats gibt die Aufforderung ein Beispiel, welche die Maschinenbauer in Clyde an ihre Kameraden richten, eine Subskription für die deutschen Metall­arbeiterverbände zu veranstalten, die bekanntlich in Berlin mit den Metallwarenfabrikanten in einen Streit um die Herabsetzung der Arbeitszeit geraten sind. Man motiviert diese Aufforderung damit, daß man die Unterstützung der Deutschen vor sieben Jahren vergelten müsse, die seinerzeit den Zufluß von Arbeitern vom Festlande verhinderten und außerdem 14 500 Pfund sammelten. Exempla docent!

Ein schwedisches Blatt diskutiert allen Ernstes den Gedanken eines Zusammenschlusses der skandinavischen Länder nach Art des Deutschen Reichs. Die erste Bedingung wäre, daß Norwegen seinen eigenen König er­hält. Als solcher käme der mit der dänischen Prinzessin Ingeborg verheiratete schwedische Prinz Karl in Betracht. Heer, Flotte und auswärtige Vertretung der drei Länder müsse gemeinschaftlich sein. Der älteste König solle in der gemeinschaftlichen Regierung den Vorsitz führen... Ein bißchen phantastisch, aber sonst ganz nett.

Mittelpunkt der Anklage, die sich gegen 10 bekannte Agenten und Geldverleiher richtet, steht die Ausbeutung des jugend­lichen Grafen Franz Larisch- Mönnich. Dieser geriet, wäh­rend er in Leipzig Medizin studierte, trok hoher eigener Mittel in Schulden und wandte sich in der Not an den Angeklagten Rosenstiel, der ihn in schmählichster Weise be­wucherte. Rosenstiel riet dem Grafen, sich durch eine reiche Heirat zu retten. Er suchte ihn mit einer der drei Kom­tessen v. Faber auf Schloß Stein bei Nürnberg in Be­ziehungen zu bringen, deren jede ein Vermögen von 20 Mil­lionen Mark besitzen sollte. Als Provision wurde ein Be­trag von 600 000 Mark vereinbart. Graf Larisch mußte fünf Wechsel acceptieren, drei à 100 000 und zwei à 150 000 Mark. Außerdem gab er noch zweien der Mithelfer je einen Wechsel über 200 000 Mart, im ganzen also eine runde Million. Der Heiratsplan zerschlug sich. Graf Larisch ging nach Amerika und heiratete dort eine immens reiche Dame. Plötzlich erhielt er von einer amerikanischen Bank die Auf­forderung, einen Wechsel über 200 000 Mark einzulösen, der ihr von Rosenstiel zur Einziehung übergeben war. Graf Larisch weigerte sich, und nun kam die Angelegenheit zur Kenntnis des Staatsanwalts und hatte die vorliegende An­flage zur Folge.

Aus italienischer Quelle wird gemeldet, daß der Papst Merry del Val ein Schreiben zugehen ließ, in dem er ihn zum Staatssekretär ernannte. In dem am 9. No­bember tagenden Konsistorium soll Merry del Val zum Kardinal ernannt werden. Damit wäre denn der Se­kretär des Konklaves, dessen Kardinalsernennung und Be­rufung zum Nachfolger Rampollas unmittelbar nach der Papstwahl erwartet wurde, endlich an sein Ziel gelangt. Es ging unter Papst Pius immer noch schneller wie damals unter Leo XIII., der den Konklavesekretär beträchtlich längere Zeit auf die gewohnheitsmäßige Ernennung warten ließ.

Ueber Wien wird gemeldet, daß Graf Lambsdorff nächster Tage nach Paris kommen wird, um mit Delcassé zu fonferieren. Dieser Besuch wird vermutlich mancherlei Kom­binationen heraufbeschwören. Wahrscheinlich handelt es sich um Erörterungen in der Balkanfrage.

O Der Riesenstreik in Frankreich erhält sich in altem Um­fange. Die Tertilarbeiter in Armentieres haben sich für eine Fortsetzung des Ausstandes ausgesprochen, und auch die Kohlenverlader in Dünkirchen vertreten denselben Stand­punkt. Ob freilich die Hartnäckigkeit durch einen Sieg be­lohnt wird, ist doch noch sehr die Frage.

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Herr bei einer Berliner Firma eine Partie Bigarren und sandte sogleich mit der Bestellung einen Scheck auf den Betrag nach Berlin. Nach fünf Tagen erhielt der Besteller die Ant­wort. Die Berliner Firma schrieb ihm, daß die bestellte Sorte Zigarren inzwischen billiger geworden sei und dak ihm, als Besteller einer größeren Partie, ein Rabatt gewährt werde. Aus diesem Grunde schickte die Firma gleichzeitig mit der Zigarrensendung auch einen Teil der eingeschickten Geld. summe zurück. So handeln die deutschen Kaufleute!" ruft der Gewährsmann der Nowosti" aus. Darum ist es be greiflich, warum sie nach und nach den Welthandel in ihre Hände bekommen und selbst die Engländer aus dem nahen und fernen Orient verdrängen. Der Grundsatz des deutschen Handels ist Gewissenhaftigkeit und ein mäßiger Gewinn, d. h. gerade das Gegenteil von den Grundsäßen des russischen Handels. Hätte man einem rusischen Kaufmann das Geld so geschickt, wie der russische Herr es nach Berlin schickte- würde der Kaufmann wohl einen Teil dieses Geldes zurück. gezahlt haben? Ganz sicher nicht!! Er würde vielmehr eine Rechnung aufgestellt haben, nach der der Käufer bei ihm trotz­dem bei ihm in der Schuld stehen würde...."

Zu der Verhaftung des Leutnants Bilse vom For­bacher Trainbataillon wegen des von ihm verfaßten Romans ,, Aus einer kleinen Garnison" wird weiter gemeldet, daß das dem Autor zur Last gelegte Verschulden vor allem darin be­stehen soll, daß er der bestehenden allgemeinen Bestimmung zuwider gehandelt hat, nach welcher aktive Militärs die be­absichtigte Herausgabe von für die Deffentlichkeit bestimmten selbständigen Druckschriften bei ihren Vorgesetzten anzu­melden haben. Es würde sich demnach im vorliegenden Falle zunächst um Ungehorsam in dienstlichen Angelegenheiten handeln. Ob und inwieweit noch andere Strafdelikte, wie Beleidigung von Vorgesezten, Veröffentlichung von Dienſt­geheimnissen 2c., vorliegen, dürfte die weitere Untersuchung ergeben. Die Festnahme des Beschuldigten, der im Militär­gefängnis zu Metz interniert ist, soll wegen vorliegenden Fluchtverdachts erfolgt sein; ein Haftentlassungsantrag ist von ihm bisher nicht gestellt worden. Inzwischen ist der Verkauf des Romans in den Buchhandlungen polizeilich in­hibiert worden; in einzelnen Orten, wie z. B. in Mezz, ist jedoch die Gesamtauflage des Werkes inzwischen bereits bollständig vergriffen.

Aus Anlaß eines konkreten Falles aus letzter Zeit, wo der Führer des englischen Dampfers Afghanistan" den Schiffbrüchigen des französischen Dampfers Admiral Gueydon" Aufnahme und Unterstützung verweigert hat, propagiert die französische Presse eine internationale gesetz­liche Regelung, die solche unmenschliche Verweigerung von Hülfeleistung auf See unter strenge Strafe stellt. Bis heute liegen die Dinge nämlich so, daß gegen einen Kapitän, der sich auf solche Weise gegen alle Gebote der Moral vergeht, rechtlich leider gar nichts zu machen ist. Wir Deutsche dür­fen mit Stolz von unseren Seeleuten sagen, daß ein Fall wie der des englischen Kapitäns bei uns so gut wie aus­geschlossen ist.

Während Frankreich das Protektorat über Wadai end­gültig an sich gerissen hat, trägt sich Italien mit der Ab­sicht, demnächst das Sultanat von Obbia einzukassieren. We­nigstens soll der italienische Generalkonsul in Zansibar genau untersuchen, ob sich die Vermutungen bestätigen, daß dieser fleine Sultan den Mad Mullah unterstützt hat. Sollte das der Fall sein, will man kurzen Prozeß machen. Uns kann das letztere ziemlich gleichgültig sein. Die Uebernahme des Protektorats über Wadai durch Frankreich dagegen hat starke Bedeutung für uns, da dieses Sultanat dicht neben unserer Interessensphäre liegt.

In letter Zeit aufgetauchte Gerüchte von Kriegs­rüstungen zwischen San Salvador und Guatemala entbehren nach Regierungsnachrichten aus San Salvador jeder Be gründung. Die Angst vor den Yankees scheint da in letzter Minute noch als Heilmittel gewirkt zu haben.

[ Noble" Gäste des Herrn Loubet.] Ein Pariser Blatt erzählt, daß jeder Pariser für recht viel Geld und einige gute Worte Eintrittskarten zu der zu Ehren des italienischen Königspaares veranstalteten Galavorstellung erlangen konnte. Von den Gästen des Herrn Loubet hätten eine ganze Anzahl mit den ihnen zugesandten Eintrittskarten einen schwung­haften Handel getrieben, nicht direkt, denn das wäre nicht fein gewesen, aber durch Vermittelung geschickter Händler! Für 800 bis 900 Francs habe man sich einen Logen- oder Orchesterplatz leisten können. Ein Händler habe für einen Balfonsiz 5000 Francs verlangt! Solche Schachergeschäfte mit Eintrittskarten zu Galavorstellungen sollen übrigens, wie der Gil Blas" behauptet, nichts seltenes sein. Die höchsten Preise habe man bezahlt, als das russische Kaiser­paar in Paris war, wogegen anläßlich der zu Ehren Eduards VII. veranstalteten Galavorstellung die Plätze ver­hältnismäßig billig für 300 bis 400 Francs zu haben waren. Die sogenannte schöne Otero" brauchte also damals gar nicht so viel anzulegen, um sich einen Platz zu erhandeln. Sie hat ihr Geld allerdings umsonst ausgegeben, denn sie wurde, wie man sich erinnern dürfte, höflich, aber sicher aus dem Theater entfernt.

Aufruhr im Zentralgefängnis zu Halle. Nächtlicher­weile entsprangen aus dem Provinz- Zentralgefängnis zu Halle acht Gefangene, nachdem sie die Aufseher überrumpelt hatten. Sie ermordeten den einen, namens Walter, und berwundeten zwei andere lebensgefährlich. Sieben von den Ausbrechern wurden durch eine Abteilung Kriminalbeamte und Militär in der Dölauer Heide bei Halle wieder aufge­griffen, wobei ein Gefangener durch einen Schuß ins Bein berletzt wurde; den achter Gefangenen fand man in einem Kohlenkeller

Es hat sich herausgestellt, daß es sich bei dem an: geblichen Attentat gegen die englische Gesandtschaft in Peking lediglich um einen Diebstahl von Artilleriematerial und nicht um eine politische Aktion gehandelt hat. Die Diebe schleppten die Ausrüstung eines Geschützes und andere Gegenstände aus dem Lagerraume fort. Als ihnen aber der Weitertransport zu viel Mühe verursachte, brachten sie einen Teil des Gestohlenen draußen zur Explosion und machten sich dann aus dem Staube. Es war also mit anderen Worten viel Geschrei und wenig Wolle.

Ausfuhr von Amurfischen nach Deutschland. Das Bei­spiel der Amerikaner, die den kanadischen Lachs im gefrorenen Zustande nach England und Deutschland senden, wird jetzt bon den Russen nachgeahmt. Nach einer Meldung aus Ni­kolajewsk an der Amurmündung lief dort von den Nadezki­schen Fischereien der speziell zum Zweck der Fischausfuhr er­baute und mit Kühlvorrichtungen versehene Dampfer Bianka" mit einer Ladung gefrorener Fische( Oncor­hynchus keta), die zur Verbreitung auf den europäischen Märkten bestimmt sind, nach Hamburg aus. Man verspricht sich von dem neuen Ausfuhrunternehmen große Erfolge für die Ausbeutung des Fischreichtums des Amur.

Ein australisches Blatt läßt sich aus Suva, der Haupt Stadt der Fidschi- Inseln, mitteilen, daß Deutschland Tonga und England Teile der Salomonsgruppe annektiert. Do die Salomonsinseln schon längst zwischen Deutschland und England geteilt sind, Longa aber England gehört, so scheint es sich dabei keineswegs um eine Annektierung, sondern bielmehr um einen Austausch zu handeln. Hoffentlich sind wir dabei nicht zu kurz gekommen.

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[ Ein Horoskop des Königs von Serbien.] Ein russi­sches Blatt hat irgendwo eine Art Horoskop des neuen Königs von Serbien gefunden. Im Jahre 1868 wurde die Bevölkerung einer serbischen Ortschaft durch das Erscheinen eines Bauersmannes in Aufregung versezt. Er eilte wie ein Wahnsinniger durch die Straßen und rief laut: Man mordet den Fürsten!" Kurze Zeit nach diesem Vorfall wurde der Fürst Michael Obrenowitsch ermordet. Man ließ darauf den Bauersmann nach Belgrad kommen und fand heraus, daß er nicht nur den Tod des Fürsten vorhergesehen hatte, sondern auch eine ganze Anzahl anderer Ereignisse, die später ein­traten. Die Angaben des Bauern wurden schriftlich fest­gehalten und lauteten ungefähr folgendermaßen: Ich sehe einen Fürsten, der König sein wird, aber er wird schlecht regieren und eine Ehe schließen, die unglücklich sein wird ( Milan). Ich sehe dann einen Sohn, der, noch ein Kind fast, den Thron besteigt und der später mit seiner Frau er­mordet wird.( Alexander und Draga.) Ihm folgt ein König aus einer anderen Dynastie; aber auch er wird eines gewaltsamen Todes sterben.( Peter I.) Dann werden Fremdlinge das Land heimsuchen, und so große Leiden wer­den das serbische Volk treffen, daß die Lebenden auf den Gräbern der Toten weinen und wünschen werden, daß sie gleichfalls unter der eiskalten Erde begraben sein möchten. Aber ein Held wird aus dem Volfe hervorgehen, die Fremden verjagen, und von neuem werden die Lebenden zu den Gräbern der Toten pilgern, aber diesmal nicht in Kummer, sondern mit Freude im Herzen. Und sie werden zu den Toten sagen: Stehet auf und sehet, wie glücklich eure Enkel sind!" Hoffentlich ist Peter I. von Serbien nicht aber­gläubisch, sonst könnte ihm die wahrscheinlich ad hoc" fabrizierte Prophezeiung des serbischen Bauern schwere Stunden bereiten.

* Die seltsame Berliner Entführungsgeschichte, die sich zwischen der 16ährigen Marie G. und mehreren Herren einer Jagdgesellschaft abspielte, hat insofern eine Aufklärung erfahren, als die beteiligten Jäger alsbald bekannt geworden sind. Das der Schule kaum entwachsene Kind wurde von einem Herrn nach Berlin von dem Jagdausflug mit zurück­genommen. Dann erbot sich der Herr, das Mädchen so lange unterzubringen, bis es eine Stellung gefunden haben würde. Als der Herr später in die Wohnung zurückkehrte, war das Kind nicht mehr dort. Bei den Eltern ist Marie G. bisher nicht wieder aufgetaucht, dagegen hat die Mutter von ihr mehrere Briefe erhalten, die die Unterschrift ,, Deine ungeratene Tochter" tragen und die Annahme rechtfertigen, daß sich Marie G. von Berlin nach Stettin begeben hat.

Neuerdings wird aus Ostasien gemeldet, daß durch die äußerst forrekte Haltung der Politik des Statthalters Alerejes jede Gefahr eines Krieges zwischen Rußland und Sapan beseitigt erscheine, wobei die Mandschurei natür­lich unter russischer Verwaltung verbleibt. Na also! Die Mandschurei ist und bleibt die conditio sine qua non. Den Spaß hätte Japan billiger haben können. Vorläufig bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Nachricht bestätigt.

Deer und flotte.

Lothringen den Lothringern. Die lothringischen Infan­terieregimenter, die bisher ihren Ersatz größtenteils aus Rheinland- Westfalen bezogen, stellen in diesem Herbste zum ersten Male lothringische Landesfinder ein, die bisher noch nach Norden geschickt" wurden, wie man dort sagt. Deni Vernehmen nach sollen auf das Regiment etwa 500 Mann aus Lothringen nach Metz gezogen sein, für die nun wieder ebensoviel Rheinländer und Westfalen in der Heimat bleiben.

Aus dem Gerichtsfaal.

Mißglücktes Attentat. Gegen den Polizeichef von Barce­lona wurde ein verbrecherischer Anschlag ins Werk gesetzt, der aber glücklicherweise sein eigentliches Ziel verfehlte. Auf der Treppe des Hauses, in welchem der Polizeichef wohnt, er­plodierte ein mit Sprengstoff gefüllter Behälter; es wurde jedoch niemand verletzt, dagegen wurde großer Material­schaden angerichtet.

§ Ein großer Wucherprozeß, der manche interessante Ent. hüllungen über die Lebewelt der Reichshauptstadt bringen dürfte, hat in Berlin seinen Anfang genommen. Im

* Die verschwundene Aerztin Hickman tot aufgefunden. In einem Gebüsch des Londoner Richmond- Parkes fanden spielende Knaben eine stark verweste und von Ratten an­gefressene Frauenleiche. Eine bei der Toten aufgefundene Medaille und ein Ambulanzkreuz lassen keinen Zweifel, daß man es mit der Leiche der im August d. J. spurlos ver­schwundenen Aerztin Miß Hickman zu tun hat. Der Fall erregte 1. 3. in London großes Aufsehen.

Bunte Chronik. Wegen der Demonstrationen russischer Studenten gegen den Rektor Fialek wurde die Universität in Lemberg geschlossen.

Die Drahtseilbahn von Kaltern zum Mendelpaß wurde dem Verkehr übergeben.

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** Sprechen Sie noch? Mancher Fernsprechteilnehmer wird schon in einem telephonischen Gespräche dadurch un­angenehm gestört worden sein, daß das Amt mit der Frage dazwischentrat: Sprechen Sie noch?" Rückfragen, Wieder­holungen, unter Umständen auch Mißverständnisse, sind die Folgen des unnötigen Dazwischentretens des Amtes. Han­delt es sich um Gespräche, die besonders bezahlt werden und die nach drei Minuten beendet sein müssen, so geht ein Teil dieser Zeit verloren, die Gebühr aber wird voll er­hoben. Die Frage ist gänzlich überflüssig, wenn die Unter­haltung gerade im Gange ist, denn der Beamte hört doch, wenn er sich einschaltet, das Gespräch und braucht es sich nicht erst bestätigen zu lassen. Mit Genugtuung dürfte es daher begrüßt werden, daß die Postverwaltung das gerügte Verfahren als unzulässig anerkannt und eine entsprechende Verfügung an alle Oberpostdirektionen erlassen hat. Da­nach darf das Fernsprechamt in eine telephonische Verbin­dung erst dann mit der Frage, ob noch gesprochen werde, eintreten, wenn es eine Unterhaltung nicht mehr wahr. nimmt.

Die Jagdbeute des Kaisers. Gelegentlich seines acht­tägigen Aufenthaltes auf Jagdschloß Hubertusstock in der Schorfheide hat der Kaiser, wie uns gemeldet wird, ins­gesamt dreiunddreißig starke Hirsche erlegt, unter denen sich ein prächtiger Zweiundzwanzigender befand. In Rominten wurden bekanntlich bei einem Aufenthalte von gleicher Dauer im ganzen nur sechzehn Hirsche durch den kaiserlichen Jagd­herrn zur Strecke gebracht. Prinz Adalbert von Preußen hat in der Schorfheide ebenfalls mit gutem Erfolge ge­pürscht; er erlegte insgesamt dreizehn Schaufler.

[ Ein russisches Lob der deutschen Kaufleute.] Der Gewissenhaftigkeit deutscher Kaufleute stellt ein Leser der Nowosti" ein ehrendes Zeugnis aus, indem er folgenden Fall erzählt: Nach einer Breisliste bestellte sich ein russischer

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Albanesische Blutrache.] Auf dem Dampfer des öster­reichischen Lloyd Selene" spielte sich eine Tragödie wild­romantischer Natur ab. Als der aus Korfu kommende Dampfer vor Dulcigno anferte, schifften sich vier angeblich nach Antivari reisende Albanesen ein. Sie wußten, daß an Bord sich ein nach Antivari heimreisender angesehener Monte­negriner befinde. In Korfu war auch der Leichnam des verstorbenen montenegrinischen Geschäftsträgers in Kon­stantinopel, Bafic, eingeschifft worden. Nun ereignete sich die blutige Szene. Die an Bord befindlichen Offiziere, mehrere Leute der Bemannung und etwa dreißig Passagiere sahen zu, wie die montenegrinische Fahne und ein Kreuz auf die Bahre Bakic' niedergelegt wurden. Plößlich erblickte der Montenegriner die vier Albanesen, welche ihn drohend ansahen. Zwischen ihnen bestand Blutrache. Der Monte­negriner begriff, was ihm bevorstand, wartete den Angriff nicht ab, sondern zog einen Revolver hervor und schoß drei­mal. Ein Albanese stürzte. Als der Montenegriner die Waffe gegen die übrigen richten wollte, versetzte ihm einer seiner Widersacher von rückwärts einen Stochieb auf den Kopf. Alle Albanesen feuerten Pistolenschüsse auf ihn ab, bis er tot war. Der tote Montenegriner und der schwer­verwundete Albanese wurden in Dulcigno ausgeschifft, die übrigen drei Albanesen vom Kapitän der Polizei aus­geliefert.

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