Ausgabe 
20.5.1903 Erstes Blatt
 
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Don Quixotes Nachkommen.

- Zu den neuesten spanischen Unruhen.

Durch das spanische Land zittert eine heftige Erregung Nachdem in Barcelona, Salamanka und Jojin infolge der bekannten Studentenaufstände viel unschuldiges Blut ge flossen war, schien es, als ob Ruhe eintreten wollte. Jezi aber ſchüren umſtürzlerische Elemente das unter der Aſche weiterglimmende Feuer zu neuer Flamme an. Die Gen­darmen, deren Kugeln bei den letzten Unruhen in die meu. ternde Volksmenge schlugen, sind nach Meldungen aus den oben genannten Städten ihres Lebens nicht mehr sicher. Sie können sich nur in Zivilkleidung auf die Straße wa gen, Wirte und Geschäftsleute dürfen ihnen nichts ver­kaufen, wenn sie sich nicht furchtbarer Rache ausseßen wollen. Die Bewegung pflanzt sich wie eine Lawine durch alle größeren Städte fort, und es scheint, als ob ganį Spanien schweren Stunden entgegengeht. Die Regierung aber sieht dem allen mit kühler Ruhe zu, die denjenigen, der mit dem spanischen Volkscharakter nicht vertraut ist, wunder nimmt. Aber sie hat recht, wie man aus folgen. den fachkundigen Ausführungen unseres MW.- Mitarbei ters erkennen wird:

Man ist nur zu geneigt so schreibt er- Epa nien als den Herenkessel anzusehen, in dem es ewig gärt und brodelt, als das klassische Land des Aufruhrs, in welchem die allgemeine Unzufriedenheit alle Augen­blicke zu hellen Flammen der Empörung auflodert. Und als lezten Grund für dieses unergründliche Meutern zieht der ausländische Zuschauer meist den spanischen Nationalcharakter heran, die angeborene Unruhe und Un stetigkeit, die auch dem Gallier eigen ist, sein leiden. schaftliches Aufwallen, seinen Hang zur Veränderung. Man geht aber mit dieser Beurteilung gänzlich fehl. Was auf den Franzosen wirklich zutrifft, das findet auf den Spanier gar keine Anwendung. Es kann nichts Harm­loseres und Kindlicheres geben, als das spanische Na­turell. Das ist ein Urteil, das jeder fällt, der einmal längere Zeit in Spanien geweilt hat. Wer aber ist leichter zu unterdrücken und in Unterdrückung zu hal ten als ein Kind? Und welcher Empörer gegen die Autorität ist leichter in Botmäßigkeit zurückzubringen als Kind?

Der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Erklä rung ist die Tatsache, daß die Revolten in Spanien, s schnell sie aufflammen, eben so schnell auch immer wieder erlöschen, und dem Volk noch niemals ein gün­stiges Resultat, einen dauernden Vorteil eingebracht haben. Wir alle kennen das Märchen von Eindbad dem Seefahrer, und sein Abenteuer mit dem entseßlichen Meer­greis, dem tückischen Alten, der seinem unglücklichen Opfer, das ihr mitleidsvoll aufgenommen hatte, aus Nacken und Schulter springt und es spornt und reitet und zwingt wie einen gehorsamen Gaul. Den Meergeist wieder los zu werden, ist schwer, dem tatkräftigen Sind­bad gelingt es nur, indem er voll List ihn betrunken macht, abschleudert und dann totschlägt.

Das arme, spanische Bolk hat nun eine ganze Legion solcher Meergreife mit sich herumzuschleppen, und die es am meisten bedrücken, sind die Regierung und das Mi­litär. Es erträgt seine hungrigen Tyrannen für gewöhn­lich mit Engels geduld und macht kaum je einen Ver­such, den Reiter abzuschleudern. Nur wirft es sich oft in Verzweiflung auf den Boden hin und verweigert dem Beiniger weitere Dienste. Welch klägliche Verblendung. M3 ob der Meergreis durch solch naive Demonſtratio­nen sich imponieren oder gar abschütteln ließe! Er jetzt dem gequälten Lasttier die Fersen in die Weichen und peinigt es solange, bis das Opfer wieder aufspringt und in sein Schicksal sich ergibt.

Solche Empörungen verlaufen in Spanien daher meist sehr schnell und für gewöhnlich auch sehr unblutig. Wenn wirklich einmal Blut dabei fließt, so ist dies meistens nicht die Schuld des Volkes. Zum Beispiel: Die Regierung verlangt Steuern, mehr Steuern, als der aus­gesogene Bürger zahlen kann. Nun greift der letztere zu dem schon so oft vergeblich versuchten Auskunfts­mittel: er stellt die Arbeit ein, die Kaufleute schließen thre Läden, die Cafés und Theater machen zu, ur­plötzlich steht das ganze Uhrwerk des öffentlichen Lebens still. Das geht so ein paar Tage fort; es finden auch Ansammlungen auf den Straßen statt, Rotten von halb­wüchsigen Burschen und zornige Weiber werfen mit Stei­nen nach den Schuhleuten und der Gendarmerie, zer­trümmern auch wohl einmal sämtliche Scheiben der Gas­laternen, stürmen vielleicht sogar, wo die gewaffnete Macht nicht gleich zur Hand ist, ein Rathaus und prügeln den Alfaden windelweich. Schließlich aber werden sie aus­einandergetrieben und in ihre Mauselöcher zurückge­jagt. Die öffentliche Ruhe tritt wieder ein, alles geht wieder seinen gewohnten Gang. Dann wird die ganze Sache gewaltig aufgebauscht, im Auslande glaubt man, ganz Spanien stehe in Flammen und wun. bert sich dann nicht wenig, wenn nach ein paar Tagen ber ganze Lärm verstummt ist!

Warum nun verlaufen in Spanien alle diese Auf­regungen und Unternehmungen so schnell, wie man zu sagen pflegt, im Sande? Es fehlt dem Spanier nicht an Mut und Kampfesfreude, die hat er in so hohem Maße, wie der Held des Cervantes, Don Quixote de la Mancha Aber war nicht auch Don Quixote ein großes närrisches Kind? War das nicht auch der weisheitstriefende Sancho Pansa, der die behäbig lebensfrohe Seite des spanischen Tharatters neben der stolz idealen des dürren Ritters so treffend darstellt?

Aus Don Quixoten und Sancho Pansas ſeßt sich noch heute das gesamte spanische Volk zusammen: idealistische Schwärmer die einen, über deren Narrheiten wir abivech­selnd weinen und lachen müssen, realistische Fettlinge die andern, lebensfrohe Gesellen, die dem Weinschlauch huldi­gen, die Weiber vergöttern und in Gesang und Saiten­piel ihr Leben vertändeln und vertänzeln; die man dar­um aber nicht weniger lieben muß als den Poeten, der den ernsten Anforderungen des Lebens nicht gewachsen ist, der sich Rosen ins Haar flicht und zärtliche Lieder girrt und in ein arkadisches Schäferdasein gehört, nicht in den Kampf der Wirklichkeit.

Nab und fern.

Die deutsche Städte- Ausstellung in Tresden öffnet ihre Pforten dem Publikum. Sie ist beschickt von 128 Städten, von den Großstädten herunter bis zu solchen bon mehr als 25,000 Einwohnern. Doch sind auch ganz fleine städtische Gemeinwesen zugelassen, wenn sie etwas besonderes auszustellen haben. Ihr Zweck ist, die Ent­wicklung der großen Stadtgemeinden in den letzten Jahr­zehnten zu veranschaulichen und ein umfassendes Bild des deutschen Städtewesens zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu geben. In Modellen, Plänen und Bildern sieht man dort die Kanalisations-, die sanitären, Beleuchtungs- und Wohnungseinrichtungen unserer modernen Städte, ihre Museen, Schul- und anderen Bildungsanstalten, Waisen-, Armen- und Krankenpflege u. s. w. Die großartige Aus­ſtellung wird auf sozialpolitischem Gebiet sicher viel An­regung und Segen bringen.

Kaiserlicher Kleinkinder- Kaffeeklatsch" in Kurzel. Eine Massenbewirtung von Schulkindern durch die Kaise­cin fand wiederum anläßlich des Aufenthaltes des Kai­jerpaares in den Reichslanden statt. Zu diesem Behuse hatten sich auf Einladung der Kaiserin 230 Kinder in dem Gemeindehause zu Kurzel eingefunden, um sich an der kai­serlichen Spende, bestehend aus Kuchen und Schokolade, gütlich zu tun. Als die Kaiserin bald darauf mit kleinem Gefolge den Festraum betrat, trugen fünf Mädchen einen sinnigen Willkommengruß vor und überreichten Blumen­Sträuße. Die hohe Frau verweilte etwa eine Viertelstunde im Kreise der fröhlichen Kinderschar und trat sodann unter den Hochrufen der Anwesenden mit ihrer Begleitung die Rückfahrt nach Schloß Urville an.

(!) Ein General als Landbürgermeister. Der General­major a. D. Stuckrad in Düsseldorf ist vom Oberpräsiden­ten der Rheinprovinz mit der kommissarischen Verwaltung der Landbürgermeisterei zu Kempfeld im Hochwald( Kreis Bernkastel) betraut worden. Es dürfte dies das erste Mal sein, daß sich ein General um die Stelle eines Land­bürgermeisters beworben und diese auch erhalten hat.

Mordanfall auf einen deutschen Offizier in China. Auf den Dolmetscher Leutnant Paul Heine von der deutschen Besaßung in Schanghaitwan in China, Sohn des Pfarrers Heine in Oschersleben, ist einer telegraphi­schen Meldung zufolge ein Mordanfall verübt worden. Ein junger Chinese feuerte auf den Offizier ein Gewehr ab und schoß ihm die Kugel am linken Ohr in den Nacken. Das Geschoß trat auf der rechten Seite wieder heraus. Die Verwundung ist glücklicherweise keine lebensgefährliche; der Heilungsprozeß nimmt einen normalen Verlauf. Der Offizier gehörte früher dem Infanterieregiment Nr. 74 an. Dem Vernehmen nach ist das Motiv zu der ruchlosen Tat des sofort verhafteten Mordbuben im allgemeinen Rassenhaß zu suchen.

)( Der Prügelpädagoge Dippold wahnsinnig. Wie verlautet, soll der Hauslehrer stud. jur. Andreas Dip­pold aus Drosendorf, der, wie erinnerlich, den einen der ihm anvertrauten Söhne des Bankdirektors Koch aus Ber­lin totgeprügelt hatte, dem Irrenhause überwiesen wer­den. Er soll bei seiner rohen Tat nicht zurechnungsfähig gewesen sein. Die Hauptverhandlung gegen Dippold wird wohl erst im Herbst d. J. vor dem Bayreuther Schwurge­richt stattfinden können, da die Voruntersuchung ein sehr umfangreiches Material zusammenbrachte, das durch die Untersuchungsbehörden in Drosendorf, dem Schauplaß der furchtbaren Tat, ferner in Berlin, Ballenstedt und Bozen durch zahlreiche Zeugenvernehmungen zusammengetragen werden mußte.

:::[ Zeitungsjungen als Musiker.] Ein eigenartiger Musitwettkampf soll auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 stattfinden. Es soll nämlich ein Wettbewerb von Mu­sikkapellen der Zeitungsjungen veranstaltet werden. Be­kanntlich spielen die Zeitung jungen in Amerika beim Vertriebe der Zeitungen, welche wenig feste Abonnenten haben, eine große Rolle. In den letzten Jahren haben verschiedene Besizer großer Zeitungsunternehmungen aus den Zeitungsjungen uniformierte Musikkapellen gebildet, welche sich in einzelnen Städten durch fleißiges leben so weit emporgebracht haben, daß sie unter großem Beifall öffentliche Konzerte geben konnten. Der Heraus­geber des ,, Mineapolis- Journals", einer der großen und angesehenen amerikanischen Zeitungen, will nun einen musikalischen Wettstreit dieser Zeitungsjungenkapellen auf der Weltausstellung zu stande bringen.

** Gegen die ,, Maibotaniker" wird amtlich mobil gemacht. Es ist bekanntlich schon recht oft und recht viel darüber gefragt worden, daß namentlich im Monat Mai, der Zeit der Erschließung des Blumenflors, von Erwachsenen und Kindern die Wiesen und offene Gärten betreten werden, um unbefugt einen Beutezug zu gun­ſten einer Blumensammlung oder der eigenen plößlichen Laune zu unternehmen. Von den Kreis- und Gemeinde­vorständen wird nun allgemein auf Paragraph 368 des Strafgesetzbuches hingewiesen, nach welchem die wilden Maibotaniker mit Geldstrafe bis zu 60 Mt. oder Haft bis zu 14 Tagen belegt werden.

Bunte Chronik. Am 31. d. Mts., dem 25. Jahres­tage des Unterganges des Panzers Großer Kurfürſt, beabsichtigen die Londoner deutschen Reservesffiziere, einen Kranz am Denkmal in Folkestone niederzulegen. - Der Kunsthistoriker und frühere Direktor des bay­rischen Nationalmuseums Dr. J. H. v. Hefner- Altened ist in München im Alter von 92 Jahren gestorben.

- Korvettenkapitän Starke wurde zum Vorsitzenden der Hauptverhandlung im Prozeß Hüssener bestimmt.

Bei dem Eisenbahnunglück auf der Station Schön­born wurden insgesamt 25 Personen verlegt. Eine Frau Klein ist ihren Wunden bereits erlegen.

In Noskowo, Kreis Schroda, erkrankte eine Ar­beiterfamilie infolge von Pilzvergiftung. Die Frau und drei Kinder starben, der Mann und zwei andere Kin­der sind schwer frank.

-Als des Raubmordes an der Witwe Lurk in Trier dringend verdächtig sind der Reisende Josef Gottesleben aus Köln und der Hausknecht Jakob Wollmer ermittelt worden.

-Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist das Dors Jelissawetinskoje im Gouvernement Stavropol gänzlich niedergebrannt. 3000 Menschen sind obdachlos.

Giessener Cagesneuigkeiten.

Gießen, 20. Mai 1903. ** Der Großherzog hat den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Otto Brun und den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Ober­hessen Friedrich Koch zu Landgerichtsräten bei diesen Ge­richten ernannt.

*** Zur Wahlbewegung. Sicherem Vernehmen nach werden die National- Sozialen im Vereine mit den Links­

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luffes vom 20. Seplipenstaedt& Co 15. Besuch des F haftsbetriebe im

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liberalen für den Wahlkreis Friedberg- Büdingen liche Ueberr eine Kandidatur aufstellen. Der Name des Kandidaten wird diejenigen Prüf

in fürzester Zeit bekannt gegeben werden.

* Die hessischen Lehrerbildungsanstalten weisen zur Zeit eine selten hohe Frequenz auf. Insbesondere

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war der Zudrang zu den Aufnahmeprüfungen in den Prä- sellen ftüdeu

parandenanstalten sehr groß. In Lich wurden 60 3öglinge, in Lindenfels 40, in Wöllstein 38 aufgenommen. Das Schullehrer- Seminar in Bensheim hat mit 113 3öglingen feine bis jetzt höchste Schülerzahl erreicht. Der in Hessen

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bestehende Lehrermangel dürfte demnach in absehbarer Zeit Boche fein 83. Le

beseitigt sein.

* Die dieser Tage in Arolsen abgehaltene 10. Hauptver­sammlung des DetaillistenverbandesinKurhessen und Waldeck beschloß, eine aus 3 Mitgliedern bestehende Abordnung an den Eisenbahnminister nach Berlin zu ent­senden, welche gegen die weitere Errichtung von Beamten­fonsumvereine, insonderheit gegen den geplanten Bau einer Konsumbäckerei der Beamten der Kgl. Eisenbahndirektion Kassel Protest erheben soll. Der Beitritt zum Bunde der Kaufleute wurde vorläufig abgelehnt. Als Ort der nächſt­jährigen Generalversammlung wurde Bebra gewählt.

u. Soziale Reform. Es gehen uns darüber fol­gende Zeilen mit der Bitte um Aufnahme zu. Im hiesigen Landtage wurde schon betont, daß die soziale Reform zu weit ginge und oft das Gegenteil bewirke, von dem was es soll. Dazu hier ein Beispiel. Der Erlaß über das Kellner­wesen ist ganz gewiß eines von diesen. Der Schreiber dieses hatte schon öfters Gelegenheit wie sich Kellner, welche ihren freien Erholungstag hatten, sich dermaßen bezechten, daß sie ihrer Sinne nicht mehr mächtig waren. Was ein solcher Angestellte an dem folgenden Tag für das Geschäft taugt, wird sich wohl ein jeder denken können. Damit nicht ge= nug, die Gelder, welche in 14 Tagen verdient worden sind, gehen auf diese Weise wieder auf einmal weg, und wäre es besser er bliebe in seinem Berufe, seiner Gesundheit diene das weit mehr.

Aus dem Großherzogtum Hessen wird uns geschrieben: Den Vereinsvorständen der Kriegskameradschaft ,, Hassia" ist ein Rundschreiben des Präsidiums betreffs der bevorstehenden Reichstagswahlen zugegangen. Es wird darin auf die Pflicht der Mitglieder der militärischen Vereine hingewiesen, bet dieser Gelegenheit das oft wiederholte Gelöbnis der Treue gegen Kaiser und Reich zu erfüllen.

** Der Oberhessische Obstbaumverein, der letzthin seine Hauptversammlung hatte, erzielte im lezten Jahre sehr gute Erfolge. Aus seinem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Zahl der Mitglieder auf rund 4700 gestiegen ist, wovon auf die Kreise: Alsfeld 369, Büdingen 970, Friedberg 1580, Gießen 957, Lauterbach 420 und Schotten 405 entfall n. Versuchsgärten bestehen in Büdingen, Alsfeld und Friedberg; die Anlage von Musterpflanzungen ist ins Auge gefaßt. Der Baumbestand in Oberhessen hat sich wieder wesentlich gebessert, bezogen wurden 3000 Bäume und weit über 30000 Edelreiser. Die Obstausstellung zu Buzbach war von 95 Ausstellern beschickt. Der Obstbau Hessens steht wohl an der Spize Deutschlands, was ja die Ausstellung in Stettin gezeigt hat, woselbst Hessen den Kaiserpreis, eine goldene Medaille, einen Potal im Werte von 1000 Mt., drei Geld­preise und etwa 16 Diplome erhielt. Hessen hatte die Hälfte der Ausstellung ein.

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** Die 4. Wagenklasse im Reichseisenbahnverkehr. Die Eisenbahndirektion Mainz giebt bekannt: Voraussichtlich wird vom 2. Juni d. Js. ab aus betriebstechnischen Rücksichten im Nachbarverkehr mit den Reichseisenbahnen die vierte Wagentlasse in den direkten Zügen durchgeführt. Die Wagen vierter Klasse werden nicht allein dem direkten, sondern aus dem örtlichen Verkehr der betreffenden Züge auf den Reichs­eisenbahnen dienen, und zwar unter Erhebung des Sates von 2 Pf. für das Personenkilometer.

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** Ein Nachspiel wird der Todessturz des Ingenieur Paul Albert, der vorige Woche Freitag in der Frühe von Nieder- Ingelheim mit seinem Automobil verunglückte, noch haben. Der Nh. B." teilt mit, daß der Verunglückte neben Bargeld noch franz. Banknoten in seinem Besitz gehabt haben soll und diese sind verschwunden. Die Staatsanwalt­schaft hat die Untersuchung eingeleitet.

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Die Tagesordnung für die nächste Sigung der Stadt­verordneten- Versammlung am Freitag, den 22. Mai, nach­mittags 3 Uhr ist folgende: 1. Mitteilung betreffend Besuch Seiner Königlichen Hoheit des Großherzog.- 2. Bau­gesuch des Jakob Hartmann II. von Heuchelheim für die Kreisstraße Gießen- Heuchelheim. 3. Baugesuch des Lud­wig Müller für die Bahnhofstraße 61; hier: Dispens.- 4. Gesuch des Wilhelm Möser II. um Erlaubnis zur Ueber­bauung des Stadtgrabens. 5. Erbauung einer fatholischen Kirche; hier: Straßenfostenbeitrag. 6. Verpachtung eines Kieslagerplay& am alten Viehmarkt an Konrad Rübsamen. 7. Gesuch des H. Hettler um Erlaubnis zur Benugung des Bürgersteigs in der Frankfurt rstraße bezw. Südanlage. 8 Ni derlegung der dem Konrad Rübsamen gehörigen Feld­scheuer in der Schwarzlach. 9. Entleerung der Schmuz wassersammelgrube bei der Provinzialfiechenansta't- 10. Die Bürgersteige in der Landgrafenstraße; hier: Vergebung der Klinkerlieferung. 11. Herstellung eines Bürgersteigs in der Ostanlage vor den Häusern N. 20 und 22 am Schoor­weg. 12. Verlegung des Stadtringgrabens vor der Stein­

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