Ausgabe 
18.7.1903 Erstes Blatt
 
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Die Krenzotter im Blashorn. Eine gefährliche Ueber. raschung wurde einem Musiker in dem ostpreußischen Dorse Hirschberg zu teil. Dort fand ein Konzert statt. Als beim ersten Stück der Tubabläser sein Instrument an die Lippen seven wollte, zingelte eine Schlange aus dem Mundstück hervor. Die Musiker hatten auf ihrem Hinwege im Walde Raft gehalten, und so ist wohl die Schlange in das Justru ment hineingeraten. Sie konnte, ohne Schaden anzurichten, getötet werden.

Ein Opfer des Spiritismus wurde in Berlin die Frau eines Bortiers namens Jankowsky. Durch Teilnahme an spiritistischen Sitzungen, denen sie ohne Wissen ihres Man nes beiwohnte, wurde sie tieffimmig und sab fortgesetzt Geister, sogar die ihrer noch lebenden Brüder. Um die arme Frau von ihrem Wahn zu heilen, ließ man ihre Brüder nach Berlin kommen. Als die Kranke sie aber sab, verfiel sie in Tobsucht, indem sie fortwährend rief: Ihr seid ja tot, was wollt ihr hier?" Die Unglückliche mußte nach einer Anstalt gebracht werden.

Ihr 71jähriges Ghejubiläum können am 27. d. Mts. die Kapitän Arnoldschen Eheleute in Neßmerfiel( Ostfries­( and) feiern. Dem Jubelpaare verlich der Staiser im vorigen Jahre anfäßlich der 70jährigen Sochzeitsfeier die bisber nur wenige Mal zur Berleibung gelangte Ehe- Jubiläums­medaille mit der Babl 70. Der Jubelgreis ist 97, seine Gattin 89 Jahre alt; beide sind noch ungemein rüstig und Icbensfroh.

Die Dexe"! zu Wasserburg im Elsaß erhängte sich ein Bauer aus einem Anlaß, der aus dem finstersten Mittel­alter zu stammen scheint: Seine Frau war von einem weisen Mann für eine Here erklärt worden, die den Bauern das Vieh verbert haben sollte. Die abergläubischen Leute mieden mun ängstlich jeden Verkehr mit der Familie der Here", und der Mann nahm sich, als er den Grund von diesem Verhalten erfuhr, die Schande" so zu Herzen, daß er es vorzog, aus dem Leben zu scheiden. Die Angelegenheit dürfte noch ein Nachspiel vor Gericht haben.

Lokales.

Gießen, den 18. Juli. Versetzt wurde zum 1. Bat. Inf. Regt. Hessen­Homberg Nr. 166 der Bahlmeister Sage vom 3. Bat. des Inf. Regt. Kaiser Wilhelm- Gießen.

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Die Gießener Gemälde- und funstgewerbliche Ausstellung im Turmhaus am Brand wird morgen ge­schlossen.

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* Von der Universität. Die venia legendi für das Fach der 8oologie wurde dem Assistenten am zoologischen Institut, Dr. J. Groß aus Riga erteilt.

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Ginquartierung. Ein Offizier und 22 Mann des Thüringischen Ulanen- Regiments Nr. 6 aus Hanau mit 26 Pferden wurden in Gießen zur weiteren Ausbildung im Aufklärungsdienst einquartiert.

* Uebungen im militärischen Brückenbau machten Mannschaften des Gießener Regiments oberhalb des Rüb­Sam'schen Kieslagerplages über die Woog. Es wurde sowohl eine feste, auf Blöcken ruhende, sowie eine leichte auf Fässern lagernde Brücke fonstruiert.

** Hess. Thür. Staats- Lotterie. Die Lose der 4. Klasse zu der am 28. Juli stattfindenden Biehung sind bei den Kollektören schnellstens in Empfang zu nehmen; bekanntlich finden in diesem Monat 2 Biehungen statt.

** Logierbesuch. Als der Deutschen hohe Tugend rühm schon Tacitus ihre Gaftlichkeit, und auch heutzutage nod wird sie, soweit die deutsche Zunge klingt, in Ehren ge halten. Nur, daß heute der Streis, in dem die Gastfreund schaft ausgeübt wird, enger ist als einst, wo ein jeder es für eine heilige Pflicht hielt, dem Fremden, der rasten wollte, gastlich Tor und Haus zu öffnen. Heut empfangen wir bei uns nur Freunde und Bekannte zum" Logier. besuch", wie man mit einem recht unschönen seunstausdruc für eine schöne Sitte zu sagen pflegt. Und jetzt gerade, in der schönen Jahreszeit, ist die Hochsaison des Logierbesuchs, sei es, daß man solchen empfängt oder selbst zum Besuch. ausfliegt. Eine jede wackere Hausfrau rechnet es sich nur zur Ehre an, ihrem Besuch seinen Aufenthalt unter ihrem Dach möglichst angenehm zu machen und verfällt dabei häufig in den Fehler, durch das Zuviel des Guten ihren Gast förmlich zu erdrücken. Der Gast merkt, daß er als Fremder behandelt wird, dem man eine Ertrawurst zu braten" für nötig hält, er fürchtet, das Budget der Fa milie zu beschweren und fühlt sich schließlich ungemütlich. Die größte Ehre und Wertschätzung, die man einem Gaste angedeihen lassen kann, ist es, wenn man ihm zeigt, daß man ihn ganz als Hausgenossen, als zur Familie gehörig. betrachtet, und daß sein Erscheinen das Räderwerk des täg lichen Lebens nicht im geringsten aus dem Taft gebracht jat. Dann wird sich der Gast heimisch und wohl fühlen. Selbstverständlich muß auch er den nötigen feinen Herzens aft besitzen, um das Zusammenleben zu einem ersprieß­lichen zu gestalten. Auch er muß sich als Glied der Ja milie dem herrschenden System unterordnen und nicht etwa besondere Rücksichten verlangen. Sollte ihm diese oder jene Speise nicht schmecken, so darf er es sich nicht merken lassen, ebenso darf er nicht verlangen, daß seinetwegen die ge wohnten Mahlzeiten der Familie verschoben werden, weil er es vielleicht zu Hause anders gewohnt ist, und er muß jich pünktlich zu ihnen einstellen. Gegenseitige Rücksichten ist die erste Bedingung für ein gutes Einvernehmen zwischen Gästen und Wirten. Der Gast darf nicht glauben, daß der Wirt, selbst wenn er ein naher Verwandter ist, mur für ihn da ist, und ebenso darf der Wirt den Gast nicht fortwäh rend mit Beschlag belegen und so dessen persönliche Freiheit in empfindlicher Weise beschrinken. Ein Muster für das richtige Verhältnis zwischen Birt und Gast bildet die eng Itsche Gastfreundschaft. Der Engländer macht seinen Be such mit der Zeit der täglichen Mahlzeiten und des ge selligen Beisanımenseins bekannt und läßt ihm für die Zwischenzeit alle Freiheit, erwartet aber auch, daß der Gast diese nicht mißbraucht und seinen Wirt auf sich warten läßt. Nur wer seinen Egoismus schweigen zu lassen ver steht, besitzt die Sunst, ein angenehmer Wirt und lieber Gast zu sein. Der lettere darf außerdem die goldene Regel nicht vergessen, daß man seinen Besuch nie zu lange aus. behnen foll. Die zu lange Amve enheit eines Gastes, und mag er noch so beliebt sein, wird' chließlich in jedem Haus. jalt als Störung empfunden und die Hausfrau atmet er eichtert auf, wenn der Besuch endlich abreist. Die Ab­eise eines Gastes soll aber Bedauern erwecken.

) Der verbotene Mäßigkeitsverein. Wie ein fiskalisches Schildbürgerstücklein nimmt sich die folgende Nachricht aus Rolozsvar in Ungarn aus. In einem der umliegenden Dörfer war der Geistliche seit Monaten emsig bemüht, der immer mehr um sich greifenden Trunksucht zu steuern. Schließlich gelang es ihm auch, sich Gehör zu schaffen, beute den einen, morgen den anderen zu nüchternem Lebenswandel zu befehren, und jüngst wollte er nun zur größeren Ver­breitung seiner Lehren einen Mäßigkeitsverein gründen. Die Statuten dieses Vereins aber wurden vom Minister des Innern nicht genehmigt, und zwar aus dem gewiß plausiblen, wenn auch vielleicht ethisch anfechtbaren Grunde: daß die Gründung eines Vereins, dessen Bestrebungen eine Vermin­derung der ärarischen Einnahmen zur Folge hätten, nicht gestattet werden könne.

Der Doppelgänger des Toten. In dem Dörschen Bar­dello bei der italienischen Stadt Varese wurde ein Hausierer namens Zanni verhaftet, der es verstanden hatte, sich unter der Maske eines totgeglaubten Soldaten, der den unglück. lichen afrikanischen Feldzug mitgemacht hatte, in dessen Ja milie einzuschleichen. Auf dem Meierhof der Familie Barassi erschien ein Mann, anscheinend taubstumm, der ihr schriftlich mitteilte, er sei ihr Stousin Giuseppe Barassi, der als Ber­fagliere im Jahre 1896 nach Afrifa geschickt worden war. Man hatte ihn nach der denkwürdigen Schlacht von Abba Garima zu den Toten gerechnet, indes hätte er sich flüchten Fönnen, freilich), un bald darauf einigen mörderischen Gallas in die Hände zu fallen, die ihm in grausamer Weise die Zunge aus dem Munde schnitten und ihn dann seinem Schicksal überließen. Unter unsäglichen Entbehrungen habe er mehr als drei Jahre in den afrikanischen Wäldern gelebt, wo er schwer erkrankte und das Gehör verlor. Endlich sei es ihm gelungen, die Meeresfüfte zu erreichen und auf einem kleinen italienischen Handelsschiff in die Heimat zurückzukehren. Der Schwindler verstand es. sogar seine eigenen Schwestern und Brüder zu täuschen, ja selbst seine frühere Braut erkannte ihn wieder. Zanni, der drei Tage lang im Dorf gefeiert wurde, bat bereits seinen Betrua einaeftanden.

A Aus den Ueberschwemmungsgebieten wird ein weiteres bedenkliches Steigen von Warthe und Weichsel gemeldet. Nach dem Orte Orzechowo bei Wreschen mußte ein Hilfs­fommando von 150 Wann mittels Grtrazuges zur Hilfe­leistung gesandt werden. In Posen beträgt der Wasserstand 2,10 Weter; auch dort sind große Ueberschwemmungen zu erwarten. Der Bahnverkehr in Polen ist infolge Hochwassers teilweise unterbrochen. In Lodz herrscht Kohlennot, so daß die dortige Nähgarn- Manufaktur den Betrieb eingestellt bat; andere Fabriken werden voraussichtlich folgen. Man hofft, daß die Störung bis Montag beseitigt sein wird. Der Minister des Innern, Freiherr von Hammerstein, Ober präsidialrat Dr. Michaelis und der Regierungspräsident on Oppeln, Holt, sind in Neiße eingetroffen, um die Hoch­wasserschäden in den Kreisen Weiße und Neustadt zu be ichtigen.

Die Krenzotter im Blashorn. Eine gefährliche Ueber­raschung wurde einem Musiker in dem ostpreußischen Dorfe Hirschberg zu teil. Dort fand ein Konzert statt. Als bein ersten Stück der Tubabläser sein Instrument an die Lippen setzen wollte, zingelte eine Schlange aus dem Mundstück hervor. Die Musiker batten auf ibrem Hinwege im Walde Raft gehalten, und so ist wohl die Schlange in das Instru ment bineingeraten. Sie konnte, ohne Schaden anzurichten, getötet werden.

** Ableistung der Militärdienstpflicht in deutschen Kolo nicen. Infolge zahlreicher Anträge und Anfragen wird in Bezug auf Ableistung der Militärdienstpflicht in deutschen Kolonieen militäramtlich darauf hingewiesen, daß dies ledig lich nur bei der deutschen Schutztruppe in Südwestafrifo und bei den Truppen im Gouvernement Riautschau gescheher fann. Eine Dienstleistung bei den übrigen Schuttrupper ist vollständig ausgeschlossen. Zugelassen zur Dienstleistung werden nur Ein- und Dreijährig Freiwillige. Die Roster für die Sinreise hat jeder selbst zu tragen, da die Einrich tung im allgemeinen nur für solche Deutsche bestimmt ist, die in Afrika resp. in Ostasien ihren dauernden Wohnsit haben. Nach abgeleisteter Dienstpflicht kann sich der Ve treffende auf Wunsch einem Ablösungstransport anschließen, indessen gibt es von Afrifa zurück eine derartige Einrich tung nicht. Unter gleichen Bedingungen können auch Mann. schaften des Beurlaubtenstandes dort die vorgeschriebenen llebungen ableisten. Bezügliche Anträge sind dem zustän digen Bezirkskommando möglichst früh einzureichen; bei ver späteter Meldung können Sie Anträge abgewiesen werden. Einstellungen erfolgen in der Regel nur am 1. April und 1. Oktober.

Gin Automobilunfall der italienischen Königin hai dieser eine Verrenkung des Fußgelenks eingetragen. Sic machte mit dem Könige eine Fahrt im Part von Racconigi Plötzlich verlor der König die Herrschaft über das Gefährt, bas wie rasend davonstürmite. König und Königin mußten hinausspringen. Der König kam ohne Verletzung davon. Das Befinden der Königin gibt zu Befürchtungen feinen An. laß. Die Königin Mutter Margherita hatte übrigens zu gleicher Zeit das Unglück, auf einer Automobilfahrt bei Vicenza die Kutsche eines Landarztes umzuwerfen. Doch wurde niemand verletzt.

Bunte Chronik. Das erste deutsche Invalidenheim einer Landesversicherungsanstalt wurde in Lübeck eingeweiht. - In einer Fabrik photographischer Bedarfsartikel zu Elberfeld wurde durch Explosion von Blitzlichtpulver ein Ar beiter getötet und großer Materialschaden angerichtet.

- In Berlin wurde von einer abends in einer Miets wohnung zugezogenen Frauensperson ein Kind geboren und erdrosselt. Die Unbekannte ist unbehelligt entkommen.

** Das Präsidium des Landesverbandes der Krieger­tameradschaft Hassia" ließ die Gräber der Ge fallenen von 1866 in Aschaffenburg, Frohnhofen und Lau­bach auch in diesem Jahr zum 37. Geburtstage schmücken.

In Kremmen gab der Zimmermann Schluſin auf seine Nichte, die seine Werbung abwies, drei Revolverschüsse at und verletzte sie tötlich. Sch. wurde verhaftet.

** Schüßenfest. In der gestrigen Hauptversamm­lung des Schützenvereins wurde die Besetzung des Festzuges wie folgt durchs Loos bestimmt: Radfahrerverein, Freiw. Gail'sche Feuerwehr, Bürgergesellschaft, Männergesangverein, Liederkranz, Gernhardt'scher Bither- und Mandolinenchor, Harmonie, Concordia, Gemütlichkeit, Maschinenbauer- Gesang. verein, Kutscherverein, Turnerschaft, Artillerievereine, Stemm­und Ringklub, Schüßenverein und Städtische Feuerwehr. Fast 2/3 der hiesigen Geselligkeits-, Feuer-, Gesang, Ruder- und Radfahrer- Vereine haben ihre Teilnahme am heute abend stattfindenden Festtommers zugesagt, während die Beteiligung am Festzug diverser Vereine am Sonntag wegen anderweitiger Verpflichtungen nach außen, sich versagen mußten.- Die Mitglieder des Schützenvereins versammeln sich Sonntag nachmittag 2 Uhr im Café Royal Seltersweg zur Abholung der Fahne. Wir wollen wünschen, daß das 1898er Schüßen­wetter sich dieses Mal nicht wiederholen möge.

- Während der Einweihung der norwegischen Ofoten bahn in Dijermulen brach eine Landungsbrücke zusammen und 100 Menschen stürzten ins Wasser. Viele von ihnen trugen erhebliche Verletzungen davon.

- In Paris wurden zwei Amerikaner verhaftet, die ir dem großen Erbschaftsstreit der Familien Fair und Van derbilt als Zeugen falsche Aussagen gemacht haben sollen

-Im russischen Dorfe Potrowskoi, Gouvernement Sa mara, zerstörte ein Großfeuer 500 Häuser und alle Korn speicher. Fünf Menschen sind umgekommen.

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** Radrennen. Am 26. Juli findet an der Hardt ein großes internationales Radrennen statt, bei dem der große Preis von Gießen zum Austrag kommen wird. Das Rennen ist offen für Berufs- und Amateur­fahrer. Es haben sich bereits zahlreiche Rennfahrer ge­melbet, unter anderen Räser, Grizmann, Möder- Berlin; Lier, Schmidter- Köln; Gräf- Frankfurt, Lasall- Paris; Ebert­Leipzig, Werner, Lutter- Magdeburg 2c. Ein Besuch dieses interessanten Rennens dürfte sich sehr empfehlen. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat in der heutigen Nummer.

RO. Eine chinesische Schauspieltournee durch Europa. Die Lorbeeren, die die japanische Truppe von Sada Yacco in Europa gepflückt hat, Tassen augenscheinlich die chinesischen Schauspieler nicht schlafen. Wie aus Paris gemeldet wird, will eine Schauspieltruppe, die ausschließlich aus Schau­spielern und Schauspielerinnen des Himmlischen Reiches 311­sammengesetzt ist, eine Tournee durch Europa unter­nehmen. Die aus 15 Mitgliedern bestehende Gesellschaft ist bereits in Petersburg angekommen, von wo sie sich nach Wien, von da nach Berlin und schließlich nach Paris be geben wird.

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][ Auf dem deutschen Turnfest in Nürnberg werden vom Gau Hessen drei Musterriegen gestellt, und zwar eine Gauriege am Barren, geleitet von Herrn Gauturn­wart Will- Wetzlar, welcher auch zugleich als Kampfrichter auf dem dortigen Fest tätig ist. Die zweite Riege stellt der Turn­verein Buzbach am Pferd unter der Leitung des Prof. Wamser. Der Turnverein Gießen schickt eine Barrenriege, die von dem Turnwart Müller- Gießen geleitet wird. Außer­dem werden sich vier Turner aus dem Gau an dem Einzel­wetturnen beteiligen. Für den Mittelrheinkreis findet das Einzelwetturnen Montag, das Musterriegenturnen Dienstag Vormittag statt. Vom Weßlarer Turnverein wurde dessen 1. Turnwart, Herr Gustav Mülln, als Teilnehmer nach Nürnberg gesandt. Zur Gaumusterriege nach Nürnberg stellten folgende Vereine Wetturner: T.-V. Bußbach 2 Turner ( Krämmer und Lippert), T.-V. Gießen 4 Turner( Müller, Berghof, Noll, Bepler und Schmidt), T.-V. Marburg 2 Turner( Röeßing und Fischer).

OF. Der chinesische Past eines deutschen Gelehrten ist gegenwärtig im Berliner Museum für Völkerfunde ausgestellt. Er lautet auf den Namen des Professors Grunwald, der eine Reise nach den versunkenen Kulturstätten im chinesischen Turkestan vollendet hat. Von den dortigen Behörden ist auch die Urkunde ausgefertigt. Sie gleicht in Größe und Material einer Papierserviette. Das Formular ist in blauen Bettern vorgedruckt. Den Rand des Formulars bilden Druck­leiften von gleicher Farbe, die so ausgeführt sind, daß sie den Umriß eines Hauses darzustellen scheinen. Der Text, so. wohl im vorgedruckten Formular wie in den Eintragungen, ist aweisprachig, rechts chinesisch, und links mandschurisch. Im Giebel des Hauses steht in den entsprechenden Schrift. zeichen dieser beiden Idiome das Wort: Chih- Chao", d. h. Baß.

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** Vom Lande wird uns mitgeteilt: Die Kornernte hat bereits am gestrigen Tage vereinzelt ihren Anfang genommen. Da aber der heutige Tag mit einem ziemlich starken Regen einsetzte, so wurde die begonnene Ar­beit wieder unterbrochen. Der Regen tam übrigens unseren Feldern sehr zu statten, besonders den Hackfrüchten, welche in ihrer Entwickelung bereits sehr beeinträchtigt wurden; die überaus große Hiße hat nicht allein das Korn zur Reife gebracht, sondern auch die Sommerfrucht, namentlich die Gerste, fängt mächtig an zu bleichen.

** Nachstehende Geschäftskarte, die an Orginalität wohl seines gleichen sucht, übersendet uns zur Veröffentlichung ein Freund unserer Zeitung.

Georg Meyer*)

Direktor d. Berliner Original- Meierei u. Dorfschänke GEMEINDEVORSTAND UND NACHTWÄCHTER

des nach Berlin verlegten Dorfes Ober- Hastenichgesehn. Ehrenmitglied des Vereins ehemaliger Säuglinge. Inhaber hoher Orden, sowie der I.-IV. Classe der Kgl. Preuss. Staatslotterie und vieler ähnlicher Wertpapiere. Kgl. Sächs. Staatsuntertan u. Mitglied des gr. Deutschen Reichs Tnhaber des Celepbon Anschlusses Amt 1,$ 25.

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* Meyer m. d. weichen ey u. Halsweite 40, dies wolle man beachten, um Verwechselungen zu vermeiden.

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*** Telegraphieren und Telephonieren. Auf dem Postamt in Wildungen wurden Versuche gemacht, ob man mit ein und derselben Verbindung gleichzeitig tele­graphieren und telephonieren könne und es hat sich ge­zeigt, daß dies ohne jede Störung möglich ist. Man fanu

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