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Belgrader Nachklänge.

Nach immer fordert die Offiziersverschwörung von Belgrad neue Opfer: In Schabatz wurde der Major Niko­litsch erschossen, der den bekannten Alavantitsch, der vor einigen Monaten zu Gunsten der Karageorgiewitsch einen Putsch versuchte, erschoß. Nikolitsch war damals vom Kö­nig Alexander dekoriert und befördert worden. Jetzt ist er das Opfer eines Meuchelmordes geworden. Es ver­lautet, daß Soldaten die Täter waren.

Je mehr Einzelheiten über das Drama in die Def= fentlichkeit gelangen, in desto widerwärtigerem Lichte er­scheinen die beteiligten Offiziere. Jest steht, daß jene 16 Offiziere, die in den Konak drangen, vollständig trunken waren. Es macht deshalb guten Eindruck, daß Peter Ka­rageorgiewitsch vor allem die Entfernung dieser Offiziere aus Belgrad wünscht. Infolgedessen werden bereits ein­schneidende Veränderungen in den höheren Armeestellen angekündigt. Die Versehung des sechsten Infanterieregi­ments, dessen aktive Teilnahme die Ausführung der Ver­schwörung ermöglichte, ist beschlossene Sache. Daß die Ver­schwörer bestraft werden, scheint ausgeschlossen. Es be­stätigt sich, daß die Spupschtina beschlossen hat, allen Teil­nehmern am Staatsstreich Straflosigkeit zu gewähren. Da andererseits die Nationalversammlung ein Dankesvotum an die Armee genehmigt hat, ist König Peter der Ansicht, daß er sich nicht mit den Ereignissen zu befassen habe, die seiner Proklamation zum König vorangingen.

Einige Nachträge zu dem Belgrader Drama mögen hier noch Platz finden. Wie jetzt bekannt wird, bestanden gegen das Königspaar dreimal Attentatspläne. Der erste sollte unmittelbar nach der Abreise des Grafen Lambs­dorff von Nisch ausgeführt werden, unterblieb aber aus unbekannten Gründen. Das zweite Mal sollte anläßlich eines Sängerfestes am 10. Januar der Plan zur Ausfüh= rung gelangen und das Königspaar beim Besuch im Zir­kus erschossen werden. Dieser Plan wurde jedoch fallen gelassen, da man fürchtete, daß auch Leute im Publi­fum getroffen werden und eine Panik entstehen könnte. Der dritte Plan endlich gelangte zur Ausführung.

Es wird jezt ferner bekannt, daß der Metropolit von Belgrad die Abhaltung eines Seelenamtes für König Alexander, das dessen nächste Umgebung verlangte, ver­weigerte. Es war seine Anordnung, nach der bloß je zwei Geistliche hinter den Särgen des Königspaares schrit­ten, und zwar war keiner darunter von höherer Weihe. Es handelt sich um denselben Metropoliten, der Alexander taufte, salbte und traute.

Die Meldung, Königin Natalie habe sich an den öster­reichisch- ungarischen Gesandten in Belgrad, Dumba, mit dem Ersuchen gewandt, er möge die serbische Regierung um Ausfolgung der Leiche des Königs Alexander bitten, ist un­richtig, dagegen verlautet, Königin Natalie habe einen Bel­grader Advokaten beauftragt, Ansprüche auf den Nach­laß Alexanders gerichtlich geltend zu machen. Wie es heißt, wurde im Schreibtische Alexanders auch eine De­pesche vorgefunden, die sich als die letzte Nachricht der Kö­nigin Natalie an ihren Sohn darstellt. Die Depesche lau­tet: Solange Draga Maschin den Thron Serbiens be­sudelt, habe ich keinen Sohn.- Natalie."

Vom Zaren, vom Kaiser Franz Josef und vom Für­ſten Nikita von Montenegro, denen König Peter seine Wahl zum König angezeigt hat, hat er Glückwunschtelegramme erhalten. Das Telegramm des Kaisers von Desterreich enthält eine scharfe Verurteilung der Belgrader Mord­tat und ist merklich kühler gehalten als die der beiden anderen Herrscher.

Als Kuriosum sei noch mitgeteilt, daß außer den Ka­rageorgiewitsch noch eine andere serbische Familie An­spruch auf den Thron hat. In Brooklyn lebt ein Wein­händler Luigi Bonaparte Cociancich, der direkter Nach­tomme des Generals Cociancich ist, des Vetters eines serbischen Königs aus dem 14. Jahrhundert. Der Gene­ral wurde wegen einer Verschwörung gegen das Leben des Sultans enthauptet und seine Erben zur Flucht aus Ser­bien gezwungen. Der gegenwärtig lebende Herr Cocian­cich hat übrigens nicht die geringste Neigung, seinen ein­träglichen Weinhandel mit dem unruhigen Posten eines serbischen Königs zu vertauschen.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein gepfändetes Madonnenbild. Ein interessanter Prozeß gelangte in Rom zur Entscheidung. Der Bildhauer Carnevali hatte vor zehn oder mehr Jahren für die dem Staate gehörige Kirche der Madonna della Vittoria eine Jungfrau vom Berge Karmel" modelliert, für die er 12,000 Lire erhalten sollte. Der Staat leistete aber nur Teilzahlungen, die bis jetzt den Betrag von 5600 Lire er­reicht haben. Schließlich wurde dem Künstler die Ge­schichte zu langweilig, und er verklagte das Kultusministe­rium und in zweiter Linie den Generaldirektor der Alter­tümer, Grafen Spada, auf Zahlung des Restgeldes oder Herausgabe der Madonna. Das Gericht wies die Klage gegen das Ministerium zurück, stellte aber dem Bildhauer anheim, die Jungfrau vom Berge Karmel" pfänden zu lassen( was inzwischen auch geschehen ist), und verurteilte ben Grafen Spada zur Zahlung einer noch festzusetzen­ben Entschädigungssumme und der Kosten.

Nab und fern.

) Die Kieler Woche wird diesmal glänzend verlaufen. Zu der internen Regatta des kaiserlichen Yachtklubs haben sich 115 Kriegsschiffboote gemeldet, für die viela Ehrenpreise gestiftet sind. Im Hafen liegen bereits ein: stattliche Zahl von Eegel- und Dampfyachten versammelt. Unter den letzteren fallen besonders die der bekannten Millionäre Pierpont Morgan, Vanderbilt und Armour durch ihre Eleganz auf.

$ Wassersnot in Marienwerder. Infolge andauernder wolkenbruchartiger Regengüsse ist ein großer Teil der Stadt Marienwerder unter Wasser gesetzt. In der Stadt drohen mehrere Häuser einzustürzen, die Schulen sind geschlossen. Ein Kommando der Unteroffizierschule und bie Feuerwehr leisten bei den Rettungsarbeiten Hilfe. Die Behörden haben telegraphisch um Entsendung einer Kompagnie Pioniere gebeten. Die Bahnverbindungen sind bielfach unterbrochen.

: Eine ergreifende Familientragödie wird aus Ober­Schlesien gemeldet. Bei Goslawiz stürzte das dreijährige Kind eines Ziegeleiarbeiters beim Spielen in ein durch Ausschachten von Lehm entstandenes, mit Wasser ge­

fülltes tiefes Loch und ging sofort unter. Die von den Spielgefährten herbeigerufene Mutter sprang dem Kinde nach, kam aber ebenfalls nicht wieder zum Vorschein. Atemlos stürzte nun der Ehemann herbei, um seine Lieben zu retten, aber auch er mußte bei dem Versuche sein Leben lassen. Ein anderes Kind der Familie war vor Jahresfrist in demselben gefährlichen Tümpel ertrunken.

Eva Humbert in Deutschland. Die Tochter der berüchtigten Millionenschwindlerin Madame Humbert, die erst zwanzigjährige Eva, befindet sich gegenwärtig in Deutschland zum Besuch bei einer befreundeten Familie. Ihre frühere deutsche Lehrerin hat sie zu sich ins schöne Wesertal eingeladen. Bekanntlich ist Evas völlige Un­schuld an den Schwindeleien ihrer Mutter glänzend er­wiesen worden. Nach einer Mitteilung aus ihrem jezigen Aufenthalt macht sie einen sehr vorteilhaften, edel weiblichen Eindruck, doch werden die schönen Züge des blassen Antliges begreiflicherweise von dem Ausdruck eines ſtillen Seelenteidens überschattet.

Die Liquidation der Erbschaft der verstorbenen Kö­nigin von Belgien ist in eine Phase getreten, die die endgiltige Abwickelung der Angelegenheit bedeutend ver­zögern dürfte. Die Gläubiger der Königin, darunter iner der bekannten Juweliere von Paris, haben sämmtlich einen Gerichtsbeschluß erwirkt, der den rechtsmäßigen Erben- den Prinzessinnen Louise, Stephanie und Clementine- die Erbschaftsteilung untersagt, bevor nicht eine ordnungsmäßige Echuldenregulierung statt­Jefunden hat. Zunächst soll durch gerichtliche Sach­verständige eine neue Vermögensaufnahme bewirkt verden. Graf Lonyay, der Gatte der ehemaligen Kron­prinzessin von Oesterreich, soll so schreibt die Etoile belge ,, durch ein unerklärliches und nicht sehr rühmens­vertes Verhalten" die unerquicklichen Verhältnisse her­oorgerufen haben.

Das deutsche Lied in Amerika. In Baltimore feierte der nordöstliche Sängerbund der Deutschen Amerikas ein großes Cangesfest. Bei dem Hauptkonzert, das 6000 Sänger vor etwa 15000 Zuhörern gaben, waren unter anderen der Präsident Roosevelt, der z. Zt. in Amerika weilende preußische Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben und der deutsche Gesandte Speck v. Sternburg zugegen. Präsident Roosevelt hielt eine Rede, in der er die Deutsch­Amerikaner pries, die alle kämpfe des amerikanischen Volkes mitgefochten hätten und zu den wertvollsten Elementen des amerikanischen Volk s gehörten. Der deutsche Gesang erfülle eine Kulturmission, und seine fernere Ausbreitung sei dringend wünschenswert. Der deutsche Gesandte v. Sternburg sprach mit Genugtuung aus, daß er sich freue, Landsleute begrüßen zu können, die so viel zum Ruhme des herrlichen Landes beitragen

Amerikanische Jugend von heute. Sechs Schüler des Knabengymnasiums zu Liberty in Massachusetts wurden jüngst Knall und Fall aus der Schule hinaus­geworfen, und an demselben Tage mußten sechs Schülerinnen des Mädcheninternats von Liberty der Schule Valet sagen und in die Arme der sie ,, sehnsüchtig" erwartenden Eltern zurückkehren. Die beiden Vorfälle ereigneten sich nicht etwa blos zufällig zu derselben Zeit; sie standen vielmehr in engster Beziehung zu einander. In einer linden Frühlingsnacht, als alle Lichter ausgelöscht waren, öffnete sich im Internat plötzlich ein Fenster, und eine Anzahl runder weicher Mädchen­arme gab sich Mühe, am Fensterkreuz eine Strickleiter zu befestigen. Nachdem das Werk wohl gelungen war, stiegen sechs reizende junge Fräuleinchen vorsichtig in den Garten hinunter, wo sie von sechs lang aufge= schossenen Jünglingen stürmisch begrüßt und umarmt wurden. Man unternahm dann eine gemeinsame Spazierfahrt, und es war schon lange nach Mitternacht, als die jungen Damen, von ihren Rittern begleitet, den Heimweg antraten. Wie sie aus dem Internat her­untergekommen, wollten sie auch wieder hinaufkommen, aber, o weh! es erwies sich, daß der Aufstieg per Etrickleiter schwerer war als der Abstieg. Nachdem sie eine Stunde lang vergebliche Versuche gemacht hatten, wieder in ihre Schlafkämmerchen zu gelangen, mußten sich die lieben Mädchen entschließen, die Glocke zu ziehen. Die Internatsvorsteherin zeigte wenig Verständnis für Lenznachtsträume, und der prosaische Abschluß des romantischen Abenteuers war die Ausweisung aus dem Paradiese.

OE. Eine Fata morgana photographiert. Einen äu­ßerst interessanten Erfolg hatte dieser Tage der Führer des Ballons ,, Aeolus" vom Dresdner Verein für Luft­schiffahrt, Mar Becker. Gelegentlich eines Aufstieges ge­lang es dem Aeronauten, in beträchtlicher Höhe eine Spie­gelung des Ballons, also eine sogenannte Fata morgana, in trefflich gelungener Weise zu photographieren. Die Aufnahme fiel so scharf aus, daß die im Korbe ſizen­den Luftschiffer auf dem Bilde ganz deutlich zu erkennen sind. Eine derartig vollkommene Reproduktion einer Bal­lonluftspiegelung ist unseres Wissens bisher noch nicht

gewonnen worden.

Bunte Chrouit. Gegen 2000 ehemalige Jäger und Schüßen der deutschen Armee hielten unter Vorsitz des kommandierenden Generals des 19. Armeekorps b. Treitschke in Leipzig einen gemeinsamen Kommers ab. Beim Orte Malmeneich( Hessen- Nassau) rannte ein mit fünf Personen besettes Automobil gegen eine Telegraphenstange. Die Insassen stürzten heraus. Vier von ihnen sind leicht verletzt. Der Chauffeur Oskar Haut aus Berlin erlitt so schwere Verlegungen, daß er innerhalb einer Stunde starb.

- Zur Kieler Woche wird ein dänisches Geschwader, bestehend aus mehreren Panzern und Torpedoboten, in Kiel eintreffen.

- In Hannover wurde die unverehelichte 28 jährige Zuise Brunschau von einem Schlosser Schrader aus Telle durch Messerstiche getötet. Der Täter wurde verhaftet.

-In Kühnhaide bei Chemnitz wurde die 20jährige Toch­ter des Gutsbesigers Keller von dem Sohn eines anderen Grundeigentümers Namens Bach erschossen. Ter Mörder beging darauf Selbstmord. Das Motiv war verschmähte Liebe.

- Die vermißten Marseiller Luf schiffer Latruffe and Chamier sind von dem französischen Postdampfer ,, Yarra" auf hoher See aufgenommen worden. Fräulein Natdin hatte die Fahrt nicht mitgemacht, sondern den Ballon kurz vor dem Aufstieg verlassen.

In Dortmund kam es anläßlich der Wahl zu Ruhs störungen. Die Polizei mußte mit blanker Waffe ein schreiten. Mehrere Personen wurden erheblich verletzt eine Anzahl Personen ist verhaftet werden.

In Buschhausen bei Duisburg erschoß ein Berg mann seine Braut und deren Vater und verlegte di Mutter schwer. Der Mörder wurde sofort verhaftet Die Ursache der Tat ist darin zu suchen, daß die Efter des Mädchens ihre Einwilligung zur Eheschließung ber sagten.

- Der Hamburger Dampfer ,, Rubens", Kapitän Klin ist in der Nordsee gesunken. Der Kapitän, der erste Struct mann und sechs Mann der Besaßung ertranken.

Vermilchtes.

(")[ Eine verunglückte Empfehlung] seiner Wäschear tikel leistet sich ein Fabrikant in einem süddeutschen Blatte. Dort steht zu lesen: Schlecht ſizende Hemden auch solche, die nicht von mir geliefert sind, werden promp und billig durch mich umgeändert H. Bayer, Hemden fabrik." Das Inserat wird wenig Käufer für neue Hem den anlocken.

A[ Gegen den Aberglauben von der Unglückszahl 13] machen jetzt die Pariser Front. Dort kommen jeßt klein Breloques in den Handel, die in einem Glasmedaillon die Zahl 13 bergen und ostentativ von den Gegnern diese weitverbreiteten Aberglaubens getragen werden, der aud in Deutschland noch immer grassiert. Gibt es doch in zahlreichen deutschen Hotels bekanntlich kein Zimmer mi der Nr. 13, weil die Gäste sich sträuben, in einem solchen ,, unheilbringenden" Zimmer zu logieren.

)([ Wenn die Kellner streiken.] Aus Chicago wird ge meldet, daß daselbst Hunderte von Kellnern und anderen Angestellten in den größeren und besseren Hotels und Re ſtaurants streiken, weil sie höhere Löhne und kürzere Ar beitszeit beanspruchen. Eine ganze Reihe von großen Re ſtaurants iſt geſchlossen, und in den meisten Restaurants können die Gäste keine Mahlzeiten mehr bekommen. In dem Grand Pacific Hotel warteten die Angestellten, bis sämtliche Gäste, etwa 250, sich zum Diner niedergesezt hat ten, und dann marschierten sämtliche Kellner, Köche, Por tiers, Kammermädchen u. s. w. feierlich durch den Speise saal zum Tore hinaus und überließen die hungrigen Gäste ihrem Schicksal. Diese wußten sich aber bald zu hel fen, indem eine Anzahl von jüngeren Damen und Herren die Aufwartung übernahm und das sertige Diner servierte Auch sonst haben die Gäste in anderen Hotels zur Selbst hilfe gegriffen, da die Forderungen der Angestellten all gemein als durchaus übertrieben betrachtet werden.

)-([ Ein originelles Testament.] In Coronado Beach, Kalifornien, starb kürzlich ein exzentrischer Schiffskapi tän Namens Norton, der sein 1,000,000 Dollars betragen des Vermögen der Baptistengemeinde seiner Vaterstadt Louisville in Kentucky hinterließ, trotzdem er selbst ein Freidenker war. Das Testament des Kapitäns ist sehr ori­ginell abgefaßt: es beginnt mit einer Reihe von Shake speare- und Byronzitaten über Leben und Tod und geht dann auf allerlei Bestimmungen betreffs des Begräbnis ses über. Ein Sonderzug von Pullmanwagen soll die Leiche von Louisville nach Cincinnati überführen; der Speisewagen des Zuges soll mit Speisen und Getränken reichlich versehen sein, damit die Freunde des Verstor benen unterwegs nicht zu hungern und zu durften brau chen, und bei der Verbrennung der Leiche in Cincinnati ſoll ein Orchester ein fideles Musikprogramm zum besten ge ben. Selbst dieses Programm ist in dem Testament vor handen und dabei ausdrücklich bemerkt, daß in den Zwi schenpausen die Freunde des Verstorbenen die Musiker auffordern sollen ,,, auf eine glückliche Reise" des Verſtor benen ein Glas zu le ren.

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Kurzes Allerlei. Eine Rosenausstellung findet am 26. Juni in Sangerhausen statt. An 15,000 Edelrosen und an 500 Wildrosensorten sollen gezeigt werden. An die Aus­stellung schließt sich ein Kongreß des Vereins deutscher Ro­senfreunde vom 3. bis 5. Juli an.

Nach Genfer Blättern beabsichtigen französische Kapi talisten, eine Gesellschaft mit dem Siz in Genf zu grün den, um Auffahrten zum Montblanc mittelst zweier Fessel­ballons zu betreiben. Eine Hin- und Rückfahrt würde 25 Frcs. kosten.

Das Beste aus den Wigblättern. Gemütlich. ,, Is dös a' gemütlicher Mann, unser neuer Herr Lehrer wie sich der mit uns g'meine' Leut' abgibt!"- ,, So!. Hat er gewiß mit Euch Karten g'spielt?"- ,, Dös nöt, mitg'rauft hat er am Sonntag!""

- Ein rücksichtsloser Gatte. Siehst du, Else, jetzt bist du doch die lange Fahrt rückwärts gefahren!" ,, Aber, Edgar, es ist recht rücksichtslos von dir, daß du mich erst jetzt darauf aufmerksam machst! Du weißt doch, daß ich das Rückwärtsfahren absolut nicht vertragen

tann!"

- Verschnappt. ,, Dein Mann ist wohl recht knau serig? Na, ich sage dir, mein letztes Kleid habe ich tragen müssen bis es bezahlt war!"

- Stoßseufzer. Rätin( zur Frau eines berühmten Verteidigers): ,, Dein Mann geht wohl ganz in seinem Be rufe auf?" Ach ja, es ist schrecklich, bei dem fängt der Mensch erst beim Mörder an!"

- Der kranke Trinker. Arzt: Die Arznei ist sehr bitter! Trinken Sie darauf einen Schluck Wasser!" Patient: ,, Herr Doctor, da trinke ich das Wasser lieber zu­erst!" ( Fl. Bl.)

- Ein Pfiffifus. Frau: Hörst, Mann, du wirst so lange fortsaufen, bis es zum Aufhören zu spät ist! - Mann: ,, nein, ich hab den Doktor gefragt, als ich meiner Leber wegen bei ihm war, ob es bei mir nicht schon zu spät zur Umkehr sei, und er sagte mir: Zu spät ist es nie!"

Großmut. Automobilist( der einen Herrn in hel­lem Anzuge überfahren hat): Benzinflasche gefällig?" Das Stadtkind in der Sommerfrische ,, Die Eier sind aber recht klein, Herr Wirt, die haben Sie wohl zu früh aus dem Nest genommen?"

Der Münchner am Meeresstrande. ,, Is ja a Menge Zeug, aber halt doch nur Wasser!" Boshafte Kritik. Arzt: Das heutige Mittags­mahl hat meine junge Frau selbst bereitet, wie fandest du es denn?"- Freund: Höre einmal, bei deiner gro­ßen Praxis hast du es doch eigentlich nicht nötig, von deiner jungen Frau deine Freunde zu Patienten tochen zu lassen."

( Megg. H. Bl.)

IV.

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