Professor Dobrosaw Rusitsch und zum Justizminister der bis. herige Sektionschef Jowanowitsch. Im übrigen bleiben die bisherigen Minister im Amt bis zur nächsten Krise, die nicht lange auf sich warten lassen wird. Schließlich noch eine interessante Nachricht: Russische Geheimpolizisten haben entdeckt, daß die Mörder des Königs Alerander in ständiger geheimer Verbindung mit unzufriedenen bulgarischen Offizieren standen, die dem Fürsten Ferdinand ein gleiches Schicksal wie Merander bereiten wollten.
Deutsch- russische Handelsvertragsverhandlungen.
Das erste Stadium der zur Zeit in St. Petersburg ge führten Verhandlungen über die Erneuerung des deutsch russischen Handelsvertrages wird am 28. August enden. Dei russische Finanzminister Witte geht dann auf Urlaub und bleibt bis Mitte Oktober der russischen Hauptstadt fern. Wäh rend seiner Abwesenheit finden keine Verhandlungen statt, und die deutschen Delegierten begeben sich deshalb Ende August nach Deutschland zurück. Wahrscheinlich werden die Verhandlungen im Oktober wieder in Petersburg geführl werden.
Kurze politische Nachrichten.
* Die Herbstübungsflotte ist am Sonnabend früh unter dem Oberbefehl des Admirals v. Koester in See gegangen.
* Das bayerische Ministerium des Innern hat angesichts der Wahrscheinlichkeit, daß die in den Zeitungen erschei nenden Angebote von Darlehen vielfach nur die betrügerische Erlangung von Vorschüssen u. s. w. bezwecken, die Kreisregierungen aufgefordert, Maßnahmen gegen derartige unlautere Geschäfte vorzuschlagen.
* Der preußische Justizminister hat jetzt neue Vorschriften über die Fesselung von Gefangenen erlassen. Ihr wesentlicher Kern ist, daß die Fesselung der von einem Termin abgeführten Gefangenen nur auf unmittelbare Anordnung des Vorsitzenden des betreffenden Gerichtshofes geschehen darf.
* Die Nachricht, Kultusminister Dr. Studt sei zum Oberpräsidenten von Schlesien ausersehen, trifft nicht zu.
* Der evangelische Feldprobst der Armee, Oberkonsistorial. rat D. Richter, hat den Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz" erhalten.
In Belfort wurde ein angeblicher Spion namens Iffenecher verhaftet.
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Der Papst hat am Sonnabend u. a. die Gesandten Preußens und Bayerns im Vatikan in feierlicher Audienz empfangen, um ihre Beglaubigungsschreiben entgegenzunehmen.
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durchzufassen, mit Thereses ewigem Versprechen: Morgen, morgen, nur nicht heute, werde ich alles sagen. Jeder soll bezahlt werden, die Erbschaft eristiert!"" So bezahlen Sie doch!" meint er schmunzelnd. Und nun packt Therese ihr „ großes Geheimnis" aus, das ihr den Mund vorläufig noch verschließt, bis... ja den Zeitpunkt, wenn sie es wirklich verraten wird, nennt sie nicht, oder ändert ihn doch alle Augenblicke. Morgen, übermorgen, wenn alle Zeugen vernommen sind, wenn die Jury sich zurückzieht, dann wird sie siegreich hervortreten und den Namen der erstaunten Welt zurufen. Denn, so wunderbar die Sache klingen mag: die Crawfords eristieren, aber unter anderem Namen. Bis zum 7. Mai dieses Jahres kannte Therese selbst nicht das„ furchtbare" Geheimnis, was auf ihrem Leben lastet, und hätte man sie damals gefragt, wer weiß, wie alles gekommen wäre. Aber jetzt ist ihr der Mund gebunden, sie muß sich erst mit ihrer Tochter besprechen. Ihr Anwalt Labori aber weiß das ganze schwere Geheimnis.
Von amtlicher österreichischer Seite wird jetzt bestätigt, daß Oesterreich- Ungarn tatsächlich gegen die Wahl des früheren Kardinalstaatssekretärs Rampolla zum Papst sein Veto eingelegt hat.
* Der Zar begibt sich Mitte Oktober über Wien nach Rom In Wien wird er dem Kaiser Franz Josef einen Besuch ab statten. Vorher, am 24. September, wird der Zar mit seiner Familie in Darmstadt zu längerem Aufenthalt eintreffen.
Im Berghanagebiet in Turkestan hat sich die mohame danische Bevölkerung wieder einmal erhoben, um das russische Joch abzuschütteln. Es wird von blutigen Zusammenstößen mit den Grenztruppen berichtet.
Hof und Gesellschaft.
Da täuscht sich Therese allerdings in ihrem Verteidiger. Er weiß es nämlich durchaus nicht. In einem Interview ließ er ziemlich deutlich durchblicken, daß er auf das ganze sogenannte große Geheimnis keinen Pfifferling gebe. Er lachte nur, als man ihn fragte, ob ihm denn nicht Therese ihr Geheimnis anvertraut habe, und was er dazu meine. Thereses Geheimnis ist eben wie ihr ganzes bisheriges Leben ein großer ,, Bluff", ein Schwindel ohnegleichen. Zwei Versionen gibt es, die Kundige der zu erwartenden Endenthüllung geben. Nach der einen beabsichtigt Therese einen schon längst abgebrauchten Trik, den sie zur Krediterweckung gebraucht hat, neu zu beleben. Sie will sich auf Grund neuer Tatsachen" mit unumistößlicher Gewißheit als eine natürliche Tochter des verstorbenen Millionärs Lebaudy ausgeben, der ihr die legendären Millionen vermacht hat. Die andere Version ist wohl durch die Andeutung Thereses, sie müsse sich erst mit ihrer Tochter besprechen, deren Gefühle sie möglichst schonen wolle, hervorgerufen. Danach soll Therese, trotzdem sie selbst im Prozeß erklärte, sie habe außer ihrem Mann nie jemand anders bestrickt, doch ein recht reelles Verhältnis mit.... nun eben mit dem einen Crawford, ier nicht Crawford heißt, gehabt haben. Das Pfand dieser heimlichen Beziehungen sei Eva und diese die Erbin der Millionenschar.
*** Das Kaiserpaar hat Wildpark verlassen und sich nach Wilhelmshöhe begeben, wo es bis zum 29. d. Mts. berbleibt. Am 26. d. Mts. vormittags wird in Kassel die Parade über das 11. Armeekorps und nachmittags eine gröBere Paradetafel stattfinden. Am 27. d. Mts. findet die große Tafel für die Stände statt. Vor seiner Abreise empfing der Kaiser den Besuch des neuernannten preußischen Kriegsministers b. Einem.
Der„ grofsen" Therese
,, grofses" Geheimnis.
Paris, 15. August.
D- Bug fuhr in eine große Schafherde, die gerade bei einen Uebergange über die Bahngeleise getrieben wurde: hierbei wurden 68 getötet. Die Schuld an dem Unfalle ist der Un borsichtigkeit des Schäfers beizumessen. Die getöteten Tiere gehörten zum Teil dem Schäfer, zum Teil verschiedenen Besitzern aus dem nahegelegenen Sülfeld. Glücklicherweise famen die zahlreichen Passagiere und das Zugpersonal mil dem bloßen Schrecken davon.
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Dragas Jacht. Der Rechtsanwalt der Geschwister Lunjevica, Dr. Zivojin Velickovic, hat beim Belgrader Ge richt nicht nur auf das Privateigentum der verstorbenen Königin Erbanspruch erhoben, sondern auch auf die Jacht, welche die Königin vor ca. einem Jahre von den Bürgern der Stadt Belgrad als Geschenk erhalten hat und die den Namen„ Draga" trug.
Ganz plausibel, aber auch dadurch ist die Frage nicht gelöst. Wo sind diese Millionen, weshalb versteckt man sie so ängstlich? Heraus damit! Aber damit wird es wohl auch nach Beendigung des Zeugenverhörs lange Weile haben, wenn auch bereits einige Blätter allen Ernstes zu behaupten beginnen, Therese würde endlich das Geld doch noch herbeischaffen. Die Hartnäckigkeit, mit der sie bei ihrer Behauptung bleibt, verfehlt also schließlich nicht, ihren Eindruck zu machen. Warum sollte sie auch nicht Glauben finden? Hat sie doch oft genug unter schwierigeren Umständen und mit weniger packenden Mitteln sich Vertrauen zu erwerben gewußt. Einem Geldgeber genügt es nach seiner eigenen Aussage, daß man ihm im Arbeitskabinett eine ganze Reihe von Scheeren zeigte, mit denen die Kupons von den Rententiteln geschnitten würden, um sein schönes Geld herzugeben. Wie viel liehen sie ihr?" fragte der Präsident.
,, 300 000 Francs." Und wie viel ist sie ihnen noch schuldig?"- ,, 300 000 Francs und die Zinsen." Ja, Therese kennt ihre Leute.
Schwere Manöverunfälle werden aus Württemberg gemeldet. Beim Rückmarsch von einer Felddienstübung bei Ludwigsburg, der bei tropischer Hize stattfand, erfolgten bei der 51. Infanteriebrigade( 119. und 125. Regiment) Massenerkrankungen. Die Zahl der Militärärzte erwies sich als unzureichend, doch leistete die Landbevölkerung tatkräftige Hilfe. Ueber die Zahl der Erkrankten, von denen ein großer Teil ins Lazarett geschafft werden mußte, gehen die Angaben weit auseinander. Während private Berichte von 89 Fällen sprechen, gibt die Militärverwaltung nur 30 an. Das Generalkommando bereitet einen amtlichen Bericht vor.
Uebrigens kann man ihr trotz allem eine gewisse Sympathie nicht versagen. Mannhaft versucht ste, die ganze Wucht der Anklage auf sich zu konzentrieren, während ihr Mann und ihr Bruder sich weibisch hinter ihre Schürze perkriechen und sie stets als die allein Verantwortliche vor. schieben. Ist das die aufopfernde Natur des Weibes, die ihre Familie verteidigt, oder auch nur ein schlauer Trik, darauf angelegt, das weiche Herz der Geschworenen zu rüh ren? Jedenfalls wird ihr dieser Umstand mehr nüßen als ihr großes Geheimnis".
Die Humberts und ihre Richter haben heut Ruhetag: Mariä Himmelfahrt unterbricht die langen, ermüdenden Sigungen, die bisher das sei von vornherein gesagt nichts ergeben haben, was man nicht schon längst gewußt hat. Einzelne bunte Läppchen sind zu dem närrischen Aufputz des wunderlichsten aller Schelmenprozesse, die die Welt je gesehen, hinzugekommen, das ist alles. Das Wesentliche des Bildes hat sich nicht geändert. Kann denn auch bei dieser Art, die Verhandlungen zu leiten, wie es der Vorsitzende Bonnet tut, etwas Ersprießliches erreicht werden? Das ist kein Verhör, das mit den Angeklagten angestellt wird, sondern eine gemütliche Plauderei, untermischt mit sarkastischen, treffenden Bemerkungen, die der Präsident einstreut, gewürzt mit echt Pariser Humor- aber genügt das, um die Schuld oder Unschuld eines Angeklagten zu beweisen? Man kann es dem der Regierung abgünstigen Teil der Pariser Presse durchaus nicht verdenken, wenn er mehr oder minder unverblümt andeutet, daß es dem Präsidenten gar nicht in den Sinn komme, der verworrenen Angelegenheit bis auf den tiefsten Grund zu dringen. Im Gegenteil, habe er seine guten Gründe, sich an der Oberfläche zu halten, um nicht einen schrecklichen Skandal heraufzubeschwören. Vielleicht tut man damit Herrn Bonnet bitteres Unrecht, sicher ist aber, daß er durch seine phlegmatische Verhandlngsleitung der guten Therese jeden Augenblick Gelegenheit gibt, mit den possierlichsten Seitensprüngen aus der Bahn zu brechen. Finde er doch manchmal überhaupt kein Mittel, ihren sich wie ein Sturzbach überSprudelnden Redeschwall einzudämmen. Ruhig muß er es anhören, wie sie die folgende Philippika ihm ins Gesicht schleudert: Seit 15 Monaten schlafe ich nicht länger als cine Stunde und stehe aufrecht ans Gitter meiner Zelle gelehnt. Alle Lebenden werden hier verschwinden. Ich werde sie vernichten in der mir passenden Stunde, und wenn Sie alle Zengen, die hier zum Verhör gelangen werden, vernommen haben werden, werden Sie die Rolle der französischen Justiz und des dermaligen Justizministers Ballé kennen gelernt haben. Ich werde es aller Welt entgelten.. Und als sie dann nach einer vollen viertel Stunde den Präsidenten glücklich zu Worte kommen läßt, verspricht sie ihm großartig, von jetzt an seinem Verhör gehorsam zu folgen wenn es ihr paßt. Manchmal macht Herr Bonnet ja wirklich einen scheinbaren Anlauf, seine Gegnerin auf den Punkt festzulegen, auf den es ja einzig und allein ankommt. Wo ist das Schloß Marcotte?" fragt er ,,, wo sind die Crawfords, wo die Millionen?" Und immer wieder begnügt er sich, statt energisch
Hus dem Gerichtsfaal.
Die Pommernbank- Direktoren. Kommerzienrat Schuly von der verkrachten Pommernbank hat sich nach England begeben. Er hat der Berliner Staatsanwaltschaft hiervon Anzeige erstattet und seine Adresse mitgeteilt. Er will sofort zurückkehren, wenn die Behörde seiner benötigt. In England trifft er mit seiner Gattin zusammen, die sich der Leistung des Offenbarungseides durch ihre Abreise von Berlin entzogen hat. Direktor Romeick weilt in Wilmersdorf und ist mit der Vorbereitung für den weiteren Prozeßgang beschäftigt.
§ Ungeforderte Mitteilung von Wohnungsmängeln. Eine interessante Frage wird das Berliner Amtsgericht beschäfti gen. Ein Hauswirt in Moabit hat einen Mieter, dem die Wohnung zum Oktober gekündigt worden ist, auf Schaden. ersag verklagt, weil der Mieter die Mietslustigen ungefragi auf Mängel aufmerksam macht, so aß sich die Wohnung nicht vermieten läßt. Der Wirt steht auf dem Standpunkt, daß solche Belehrungen, weil sie nicht erfordert wurden, un zulässig sind. Man darf gespannt sein, wie sich dazu das Gericht stellen wird.
Nab und Fern.
Eine Tragödie, die in ihren Einzelheiten ebenso son derbar wie schrecklich ist, wird aus Liverpool gemeldet. Dort fiel es Nachbarn auf, daß das alte Ehepaar Shortis, das ein kleines Häuschen für sich bewohnte, sich seit einer Reihe von Tagen nicht blicken ließ. Man pochte heftig an die Haustür
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alles still. Endlich öffnete man gewaltsam. Ein schrecklicher Anblick bot sich den Eintretenden: Am Fuß der Treppe lag der alte Shortis und über ihm die schon in Verwesung übergegangene Leiche seiner Frau. Aus den verwirrten Angaben des alten Mannes ging hervor, daß seine Frau, wäh. rend sie sich ihm voran in das in der Mansarde belegene Schlafzimmer begeben wollte, die Treppe herab und mit voller Wucht auf ihn gestürzt war. Er war unter ihr liegen geblieben und konnte infolge seiner großen förperlichen Schwäche sich nicht erheben. Seine schwachen Hilferufe verhallten un. gehört. So lag er mehrere Tage lang mit der Leiche seiner Frau, die sich im Sturze das Genick gebrochen hatte, über lich hilflos und verlassen da.
* Parole ,, Prinz Heinrich!" Eine bemerkenswerte Ehrung für den Prinz- Admiral Heinrich von Preußen, hat auf besondere Veranlassung des Kaisers am Freitag stattgefunden. Bekanntlich vollendete Prinz Heinrich an diesem Tage sein 41. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß lautete für sämtliche Garnisonen, einschließlich der Hafenſtandorte die Parole: „ Heinrich, Prinz von Preußen!" Beiläufig bemerkt, hatten zu Ehren des prinzlichen Geburtstagskindes in Kiel und Wilhelmshaven die fiskalischen und zahlreiche Privatgebäude geflaggt.
Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich kurz hinter der Station Großlichterfelde- Süd der Berlin- Anhalter Bahn. Ein von Berlin abgelassener Personenzug stieß mit einem Schnellzug aus München zusammen. Die Lokomotiven und die beiden ersten Wagen des Personenzuges wurden beschädigt, von den Insassen des Personenzugs wurden drei Personen schwer, 5 leicht verlegt.
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** Für die Manöverzeit. Aus Anlaß der bevorstehenden großen Herbstübungen sind die Orts- und Gemeindevor teher angewiesen worden, in Bekanntmachungen dafür zu orgen, daß die vom Militär vorzugsweise zu schonenden Rändereien durch mit Stroh umwundene Kreuze an einer Stange zu bezeichnen sind. Auch sind die Einwohner darauf ufmerksam zu machen, daß das Vieh während der Weide zuverlässige Beaufsichtigung erhält. Die Kosten für das ventuelle Einfangen von Vieh, welches, durch das Militär schen geworden, davongelaufen ist, hat der Eigentümer ſelbſt zu tragen, ebenso das Entgelt für Flurschäden, welche die Durchgänger auf ihrer Flucht verursacht haben sollten. Stellen m Gelände, deren Betreten für Mann und Pferd gefährlichk st, sind durch schwarze Flaggen deutlich kenntlich zu machen, 3. B. Moorbruch, nasse Wiesen, Kies- und Lehmlöcher. Wer Diese Vorsichtsmaßregeln außer acht läßt, kann gewärtig sein, Daß ihn die Militärbehörde für dadurch entstandene Schäden haftbar macht.
Der Zusammenstoß wurde, wie jetzt bekannt wird, durch grobe Fahrlässigkeit des Münchener Zugführers herbei. geführt. Der von Berlin kommende Zug mußte infolge eines Brückenbaus auf eine kurze Strecke das linke, für die entgegengesette Fahrtrichtung bestimmte Gleis benußen. Mit Rücksicht hierauf besteht die dienstliche Vorschrift, daß vor dem Passieren der kritischen Stelle gehalten werden muß. Gegen diese klare Vorschrift hat der Lokomotivführer des Münchener Schnellzuges gefehlt. Er fuhr, trotzdem der Führer des Berliner Zuges das Haltesignal gab, mit voller Gewalt aus die Maschine des Personenzuges auf. Der Zusammenpral war denn auch, troßdem der Berliner Zugführer sofort Gegendampf gab, furchtbar. Der erste Wagen 3. Klasse des Personenzuges wurde fächerartig zusammengedrückt. Der Münchener Zugführer wurde sofort verhaftet.
Zwischen den Stationen Fallersleben und Isenbüttel hätte es durch Fahrlässigkeit ebenfalls zu einem großen Eisen. bahnunglück kommen können. Ein von Berlin fommender
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Schulferien- Statistik. Von verschiedenen Schulinspek Honen ist angeordnet worden, daß seitens der Lehrer eine Aufstellung darüber anzufertigen ist, wieviel Schüler verreist varen, ob an die See, ins Gebirge, oder aufs Land und inwieweit die Reise auf das Befinden des Schülers eingewirk! jat, unter Berücksichtigung dessen, ob die Schüler an Körperjewicht zugenommen haben. Bei diesen Ermittlungen scheint es sich um eine allgemeine Statistik zu handeln, da sowohl im Osten als auch im Westen des Reiches die gleiche Aufforderung an die Lehrer gestellt worden ist.
** Zum Schug der Brieftauben hat der Verband deutscher Brieftauben- Liebhaber- Vereine für das laufende Jahr Prä nien im Gesamtbetrage von 3000 Mark für das Abschießen nd Fangen von Wanderfalken, Hühnerhabichten und Sper berweibchen ausgesetzt. Diese Summe gelangt Anfang De zember zur Verteilung, und zwar 2400 Mark nach dem Verhältnis der eingelieferten Fänge, während 600 Mark zu Sonderprämien an die höchstbeteiligten Schüßen verwendet werden. Außerdem wird für jedes Paar Wanderfalfenfänge ine Zusatzprämie von 1 Mark vorabgezahlt.
Bunte Chronik. Die in den Posener Ueberschwemmungs jebieten infolge des Hochwassers vorgekommenen Krankheits älle sind, wie amtlicherseits konstatiert wird, nicht Typhus ondern ein leichtes Schlammfieber.
betr.. Leute, wel Straße Wortwed entfernt worden feitig auf der der Regel Schlin Wie uns furz Gestochene feine ben 30er Jahr
- Aus den Alpen kommen schon wieder zwei Nachrichter > on tötlichen Abstürzen. Bei Engelberg fiel sich beim Edel veißpflücken ein junger Mann namens Kuster zu Tode uni im Säutis wurde ein zwanzigjähriges Fräulein Klaege jerschmettert aufgefunden.
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CB. Fünf Millionen für das Aufführungsrecht des Parsifal" bietet jetzt der Operndirektor Couried aus Newyork Frau Cosima Wagner an. Bekanntlich haben deutsche Bühnenwerke in Amerika keinen Urheberschutz und so will jetzt Dr. Couried auch ohne Erlaubnis der Familie Wagner den„ Parsifal" in Newyork zur Aufführung bringen. Er wurde deshalb in deutschen Blättern heftig angegriffen, veil man einem ausdrücklichen Wunsch des Bayreuther Meisters zufolge, seinen„ Parsifal" nur im Bayreuther Festspielhaus spielt. Direktor Couried erklärt nun auf diese Angriffe folgendes:" Ich erkläre hiermit öffentlich, daß ich bereit vin, Frau Wagner sofort den Betrag von 5 Millionen Mark zu erlegen, falls sie mir das Aufführungsrecht für Parsifal" für die in Europa geschüßten Staaten überläßt. Nun, ich weiß ia. daß dies ausgeschlossen ist, erkläre aber nochmals, daß ich mich beim Worte nehmen lasse." Ob's virklich Ernst ist?
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