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Kabinettswechsel in Ungarn.

In dem Endspiel in der Schachpartie Regierung contra Obstruktion in Ungarn ist Ministerpräsident v. Szell nun doch mattgesetzt worden. Die militärischen Kreise drängen auf die Ausführung der Wehrvorlage, gegen die sich die Obstruktion der ungarischen Opposition richtet. Herr v. Szell hat dieser Obstruktion bisher passiven Widerstand entgegengesetzt: Er erklärte, er wolle zu­sehen, wer es länger aushalte, die Regierung oder die Opposition. Er hat die Rechnung ohne den Wirt, ohne das Kriegsministerium gemacht, das die schnelle Durchführung der Heeresreorganisation-- auch die Verschiebung der Re­Trutierung war eine Folge der passiven Widerstandsmaß­regeln v. Szells fordert. So wird Szell jetzt vor der Opposition die Segel streichen müssen.

Kurze politische Nachrichten.

In der Presse waren dieser Tage Gerüchte über den hevorstehenden Rücktritt des preußischen Justizministers Schönstedt verbreitet. In der Tat bestätigt es sich, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter uns schreibt, daß der Mi­nister nur noch bis zu seinem fünfzigjährigem Dienst­jubiläum am 26. Oktober im Amte bleiben wird.

* Die von einigen Blättern gebrachte Meldung, daß der Oberpräsident von Schleswig- Holstein, Freiherr von Wilmowski für das Oberpräsidium von Schlesien in Aus­icht genommen sei, entbehrt jeder tatsächlichen Grundlage.

König Victor Emanuel von Italien wird auf seiner Pariser Reise von der Königin begleitet werden.

* Zum Präsidenten des russischen Ministerkomitees dürfte an Stelle des dieser Tage verstorbenen Ministers Durnowo der Oberprokureur des heiligen Synods Pobje­bonoßzew ernannt werden. Falls dieser, der längst amis­müde ist, ablehnt, dürfte der Zar den Posten dem Grafen Solski, gegenwärtig Präsident des Departements für Staatswirtschaft des Reichsrats, antragen, der freilich auch schon hochbetagt ist.

In Lodz verursachten am Sonntag einige hundert halbwüchsige jüdische Arbeiter Straßenkundgebungen. Sie wurden von der Polizei zerstreut.

Hof und Gefelll'chaft.

Der Kaiser tritt morgen,( Mittwoch) eine Reise nach Meppen und Hannover an. An der großen Berli ner Ruderregatta bei Grünau nahm das Kaiserpaar mit seinen jüngsten Kindern an Bord der Jacht ,, Alexandria" regen Anteil. Die Kaiserin überreichte den Siegern in den beiden Kaiserrennen- Berliner Ruderklub und Aka­demischer Ruderverrein eigenhändig die vom Kaiser gestifteten Preise

Nab und fern.

£ Zum Gedächtnis Kaiser Friedrichs, dessen Todes­tag gestern zum 15. Male wiederkehrte, erschien gegen halb 9 Uhr vormittags das Kaiserpaar im Mausoleum zu Charlottenburg und legte am Carkophage Kaiser Friedrichs einen Lorbeerkranz mit weißen Nelken und Orchideen nieder. Gegen halb 1 Uhr traf der Kronprinz am Mausoleum ein, wo er von einer Abordnung des Offizierkorps des Regiments Kronprinz erwartet wurde, die einen Kranz aus Lorbeer und Palmwedeln mit weißer Schleife überbrachte. In Begleitung der Abordnung legte der Kronprinz hierauf den Kranz am Earkophage Kaiser Friedrichs nieder. Auch Prinz Friedrich Leopold und verschiedene Offizierkorps sowie Kriegervereine legten Kränze am Grabe nieder.

Leidenstage eines deutschen Kriegsschiffes. In Kiel erregen die Erzählungen der soeben von der ost­amerikanischen Station heimgekehrten Mannschaften des Kreuzers Falke". Im Karaibischen Meer wurde das Schiff ſtark vom gelben Fieber heimgesucht. Der erste Offizier, Kapitänleutnant Lohmann und zwei Mann er­lagen der Seuche. Auf dem Amazonenstrom stürzte ein Zimmermann über Bord und wurde, ehe man ihn retten konnte, vɔn einem Mligator verſchlungen. Stromaufwärts ist der Falke" weiter vorgedrungen als jemals ein anderes deutsches Kriegsschiff.

F Ein Mann als Kinderfrau soll nach Meldungen aus Frankfurt mehrere Jahre in Posen in Stellung gewesen sein. Jeht entpuppte sich die angebliche Frau, die sich Witwe Hedwig Fischer nennt und zur Zeit sich in Spremberg aufhält, als ein Weber Fischer aus Großenhain, der seiner Behauptung nach za dem sonderbaren Schritte gekommen ist ,,, um ein besseres Fort­kommen zu haben". Man sieht, die Konkurrenz, die das weibliche Geschlecht in letzter Zeit dem männlichen auf allen möglichen Gebieten macht, bleibt nicht un­erwidert.

)-( 40 Menschen Opfer eines Hauseinsturzes! In Warschau brach ein großes Haus, das von zahlreichen Mietsparteien bewohnt war, plötzlich zusammen. Wie man annimmt, ſind etwa 40 Perſonen dabei verunglückt. 19 Tote wurden bereits unter den Trümmern hervorgezogen.

* Schweres Unglück der englischen Marine. Auf dem englischen Kreuzer ,, Good Hope", welcher in der Nähe der Meerenge von Gibraltar Uebungen vornahm, explodierte ein Torpedo im Lancierrohre. Dabei wurden vier Matrosen getötet und zwanzig verwundet. Nach Aus­schiffung der Toten und Verwundeten setzte der Kreuzer jeine Uebungen fort. Die Ursache der Explosion iſt un­befannt.

) Die Gefahren der Luftschiffahrt. Ein Ballon, welcher mit den Luftschiffern Latruffe und Chanier und Fräulein Natdin aus Marseille aufstieg, wurde vom Winde nach dem Meere getrieben und ist seitdem ver­schwunden. Man befürchtet, daß seine Insassen um­gekommen sind.

Bunte Chronik. Während eines Umzugs tschechischer Vereine in Prag wurden vier gegenwärtig in Böhmen weilende deutsche Studenten, mehreren Burschenschaften angehörig, von Tschechen angegriffen und mit Stöcken geschlagen.

Der als Teilnehmer an dem Lustmorde, dem die Schülerin Lina Hoffmann in Berlin zum Opfer fiel, in Tangermünde verhaftete Klempnergeselle Karl Liebelt ist wieder in Freiheit gesezt worden.

Der mit der bekannten Betrugsaffaire des Kanonitus Rosenberg betraute Untersuchungsrichter stellte fest, daß der von Beyrut nach Paris transportierte verhaftete Priester mit Rosenberg nicht identisch ist.

Lokales.

Gießen, 16. Junt 1903. *** Fernsprechverkehr. Vom 15. Juni ab ist Gießen zum Sprechverkehr mit Paris zugelassen, und beträgt die Gesprächgebühr 3 Mart.

Der Eisenbahnverein Gießen unternahm am Sonntag mit seinen Familienmitgliedern seinen dies jähren Sommerausflug nach dem herrlich gelegenen Dillen­burg. Zu diesem Zwecke waren von der Bahnverwaltung zwei Extrazüge mit je ungefähr 25 Wagen gestellt worden, wovon der erste Mittags 1 Uhr 10 Min. von hier abfuhr, während der zweite in Stationsentfernung folgte. Beide Rüge, sowohl Locomotiven wie auch Wagen waren sehr stön geschmückt, und gewährte es einen herrlichen Anblick als die Züge aus dem Bahnhofe ausfuhren und die Kinder mit ihren von dem Verein gestifteten fleinen Fähnlein aus dem Fenster grüßend winkten. Nach dem Eintreffen in Dill nburg ging es in geschlossenem Zuge unter Vorantritt der Musik, welche die hiesige Regimentskapelle gestellt hatte, nach dem Festlokale, dem Dillenburger Kurhause. Dort ent­wickelte sich bald ein reges Leben, es wurden Kinderspiele mit Preisverteilung veranstaltet, auch fand sich noch Gelegen­heit zu einem Tänzchen, bis man um 812 Uhr wieder nach Gießen fuhr. Da die Vorstandsmitglieder ihr möglichstes getan hatten, um den Anforderungen aller gerecht zu werden, und auch der Himmel ein freundliches Antlitz zeigte, verlief der Ausflug in ungestörter Freude.

** Postnotiz. Die glatte Abwickelung des Brief­verkehrs wird durch die übergroße Verschiedenheit der Brief­formate, durch den Mangel an Gleichmäßigkeit im Auffleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersichtlichkeit der Aufschrift in lästiger Weise erschwert. Man benuße im eigenen Interesse nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe die gebräuchlichste Form ist 15 cm lang und 12 cm breit flebe die Marte in die rechte obere Eck, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Wer seine Briefumschläge mit einem Vor­druck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die An­gabe der Bestimmungspostanſtalt unten rechts mit vordrucken.

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Jugend war es, die dort eben in bevorzugter Weise auf ihre Rechnung fam. Der Verein hatte sich alle Mühe gegeben um das Sommerfest zu einem recht vergnügten zu gestalten. Recht zahlreich war die Beteiligung seitens der Kinder an den Spielen, die sich von einigen Herren geleitet, in recht amü­santer Weise abwickelten; wenn auch der eine oder andere der Burschen beim Wurstschnappen vorbeischnappte, so kam er doch zu seiner Wurst. Wettlaufen, Sackhüpfen, und Sonstige Kinderspiele wechselten ab. Aber auch die tanzluſtige Damenwelt tam zu ihrem Recht, und die Walzerweisen der Kapelle forderte nicht vergeblich zum Tanz heraus. Auch an sonstiger Kurzweil fehlte es nicht, so daß das Ganze den Anstrich eines rechten kleinen Volksfestes hatte. Bet eintretender Dunkelheit wurde der Park mit Lampions be­leuchtet und eine Fadelpolonaise aufgeführt. Das Re­sultat des stattgefundenen Preisschießens folgt in nächster Nummer.

V Befitwechsel. Der Bautechnifer Peter Grode taufte für 37500 Mt. das Besißtum des Fabrikant Gustav Wiesel Witwe, Ludwigstraße 40.

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* Von der Kracheburg. Den Bewohnern der Kracheburg ist polizeilicherseits die Aufforderung zugegangen, ihre Wohnungen bis zum 15. d. Mts. zu räumen. Ein Teil der Mieter des Hauses hat bereits der Aufforderung entsprochen und steht zu erwarten, daß der Rest der Be­wohner das Haus, welches zur Wohnung des Menschen länost nicht mehr geeignet ist. bis zum Dienstag d. Woche ebenfalls die Kracheburg verläßt, da thnen sonst die zwangs weise Entfernung aus derselben droht.

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Fußball- Wettspiel. Auf dem Trieb kam Sonntag ein Wettspiel zwischen dem Fußballklub von Stegen t./W. und dem hiesigen Fußballklub 1900 zum Austrag. Das Ergebnis war 1: 1 Goals. Das Spiel selbst gestaltete sich zu einem recht interessanten; das erfte Spiel gewann Siegen, während das zweite an Gießen fie. Im allgemeinen zeigte sich Gießen dem Siegener Klub überlegen. Das Retourspiel wird wahr­scheinlich Anfang Juli in Siegen stattfinden.

*** Der Geflügel- und Vogelzucht Verein feierte am Samstag sein 6. Stiftungsfest im Saale von Bichlers Terasse. Die Vereinsmitglieder und geladenen Gäste batten sich zahlreich eingefunden, so daß die Feier, unterstüßt vom Gesangverein Heiter­feit, einen schönen Verlauf nahm und allgemein be­friedigte.

** Die schon oft angestrebte Vereinfachung der Wechsel­formulare ist von einer Weglarer Firma schon seit einigen Jahren durchgeführt und hat keinen Anstard im Verkehr mit der Reichsbant und anderen Geldinstituten gegeben. Der Wechsel hat folgenden Text:

Prima- Wechsel.

Wezlar, den.

an

Herr

Nr.

zahlen Sie gegen diesen Wechsel die Summe von

** Strauß Konzert. Wie nicht anders zu er­warten, war das gestrige Strauß- Konzert sehr gut besucht. Steins Garten repräsentierte sich, wie immer, des Konzerts würdig, für das uns der beaabte Dirigent, der würdige Nach­folger seines Vaters und Dheims, zu Gehör brachte. Vor allem waren es die Walzer- Kompositionen des Wiener Walzerkönigs in denen ja Strauß, Vater und Sohn das Beste uns gegeben haben, was je ein Komponist zu Papier a bracht hat; hier alles anzuführen was das Programm an Schönem und flangvollem gebracht hat, würde über den Rahmen einer Lokalnachricht hinausgehen, dazu würde ein Kunst- oder Konzert- Artikel notwendig sein, um all das zu be­rücksichtigen und in das rechte Licht zu stellen, was Strauß der Jüngere am geftrigen Abend mit seiner Kapelle geboten hat. Der reiche Beifall der ihm aber zu teil murde, dürfte ihn davon überzeugt haben, daß man in Gießen das rechte Ver­ständnis für seine Konzert- Leistungen hat. Nicht unerwähnt wollen wir aber den Konzertmeister lassen, der mit Babenalt das Largo"( Violine und Harfe) von G. F. Händel mit bewundern wertem Geschick zum Vortrag brachte. Heute findet bekanntlich ein zweites Konzert statt, voraussichtlich wird auch dies einen guten Besuch haben, denn Strauß und seine Rapelle hört man zu wenig im Jahr um, wenn man Ge­legenheit dazu hat ein Konzert von Strauß zu versäumen. Auch das heutige Konzert- Programm bringt wiederum ver­K. Laubach, 15. Juni. Gestern Abend erschoß sich im schiedene Walzerkompositionen von Strauß und auch ein Violinsolo des Konzertmeisters Herrn Edstein. Unter Anderen hiesigen Walde der dahier gebürtige Einwohner Goldmann, wird der Künstlerleben"-Walzer von Strauß sen., sowie nachdem er kurz vorher versucht hatte sich von einem daher. Wein, Weib und Gesang", ebenfalls eine Walzer- Kompo- sausenden Zuge überfahren zu lassen, woran er noch recht­fition von Strauk sen. zum Vortrag gelangen, während Straußzeitig gehindert werden konnte. Goldmann soll aus guter jun. mit dem Walzer: Die Schlittschuhläuferin" vertreten Familie stammen, in legter Beit aber sehr leichtsinnig gelebt haben. ist. Auch heute sind die besten und bekanntesten Kompositionen im Programm enthalten. Empfehlend auf das heutige Konzert hinzuweisen dürfte sich erübrigen, da der Name Strauß schon für etwas gutes bürgt und sich selbst empfiehlt.

Jubiläum. Gestern beaing der Oberhessische Geschichts. verein das Jubiläum seiner 25jährigen Gründung. Von den erften Mitgliedern des Vereins sind heute noch 35 Personen am Leben. Es war 1. 32. ein glücklicher Gedante, welcher die Gründer des Vereins leitete in unserer Universitätsstadt eine Stelle zu schaffen, an welcher das Bürgertum gemeinsam mit den Männern der Wissenschaft für die Forschung nach der geschichtlichen Vergangenheit Oberhessens sich beteiligen fonnte. Nur dem Zusammenwirken beider Faktoren ist es zuzuschreiben, deren es möglich war, in den verflossenen 25 Jahren so Bedeutendes zu leisten, wenn es in einer v.rs hältnismäßig furzen spanne Reit gelang, den Boden unserer engeren Umgebung sachgemäß nach den Spuren der Ver­gangenheit zu durchforschen und unzweideutig, in früher nicht g'ahnter Weise u. a. festzustellen, daß in frühistorischer Beit auf dem Trieb, an dessem Fuß sich i ßt die Stadt Gießen ausbreitet, menschliche Wohnstätten sich befunden haben. Die Begründung eines Museums, dessen Vorhandensein, selbst den geringen Mann für die Besichtigkeit der Geschichtsforschung intressiert hat und in welchem die dem Schooße der Erde entnommenen überaus mannigfachen 2 wertvollen Funde der Dffentlichkeit zu gängig gemacht sind, ist ein weiterer Ver­dienst des Vereins. Der erste Vorsitzende des Jubiläums­Kindes war. 8t. Professor Garets später in Königsberg, jetzt in München und zwar dort ebenfalls wieder Vorsitzender des Oberbayerischen Geschichtsvereins. Männer wie Professor Buchner, Dr. Klewih c. haben dem Verein angehört. Der Konservator des Museums Hauptmann a. D. Kramer- Gießen hat eine Geschichte des Oberhessischen Geschichtsvereins ge­schrieben, welche demnächst auf Kosten des Vereins im Druck erscheint.

Das Sommerfest des hess. Fechtverein 8 Waisenschutz( Verband Gießen) welches am Sonntag auf der Schönen Aussicht" gefeiert wurde nahm bei schönem Wetter einen recht animirten Verlauf. Besonders die liebe

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in.

Es wäre wünschenswert, wenn man im geschäftlichen Verkehr allgemein, z. B. auch für Checks, diese Verein­fachung einführen wollte.

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Landwirtschaftliche Bezugs- und Absaz- Genoſſ' nſchaft e. G. Ostheim( bei Buzbach). 15. Juni. Hier wurde eine m. u. H. gebildet.

X Trais Horloff 14. Juni. Heute Abend fand hier eine zahlreich besuchte Versaminlung statt, in der Herr Missionar Breß von Darmstadt einen eingehenden Vortrag über seine Erlebnisse hielt, wobei er unter Anderem auch auf Schichten der Bevölkerung eingerissen sei. E schlug zur das Laster der Trunksucht hindeutete, das zur Zeit in den Bosaunenchor zu gründen, was mit großer Sympathie auf­Pflege der aus der Schule entlassenen Jünglir gen vor, einen genommen wurde. Zur Verschönerung des Abends trug dann der hiesige Gesangverein noch einige Lieder vor. Feuer. In der Nacht auf Montag brach in der Mühle bei Großen- Bused um Mitternacht Feuer aus, welches sich sehr schnell ausbreitete. Die alarmirte Feuerwehr tat ihr möglichstes, doch ist der entstandene Schaden immerhin ziemlich groß. Der Knecht des Müllers rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster sourit sind Menschenopfer nicht zu beklagen.

XHun zen, 16 Juni. Herr Medicinalrat Dr. Rouge dahier feierte gestern setn 50jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde von den hiesigen Vereinen ein Fackel­zug veranstaltet, an den sich ein Commers im Hotel zur Traube anschließt.

K. Hungen ,, 15. Juni. Die Verwaltung der Grube Friedrich bei Hungen beabsichtigt zwecks größerer Kohlen­gewinnung den Schacht I um 17 m tiefer zu bohren, sowie einen neuen Wetterschacht anzulegen. Auch steht in Aussicht, daß eine neue Brikettfabrik gebaut werden soll.

A Frankfurt a. M., 15 Juni. An einem Neubau in der Schumannstraße stürzte heute Mittag ein Gerüst ein und riß 4 Maurer mit in die Tiefe. Der Maurer Dickard aus Vilbel, sowie die Maurer G brüder Müller aus Hornau wurden schwer, der Maurer Derwort aus Vilbel leicht verletzt. A Cronberg i. T., 15. Juni. Hier erschoß sich der 25 Jahre alte Marineoffizier Ludwig Otto Gerhardt aus Neu- Isenburg.

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