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sprechen, die weite Kreise des deutschen Volkes aus Anlaß der Erkrankung des Kaisers ergriffen hat, sowie von der freudigen Benugtuung, als bekannt wurde, daß die Krankheit nicht ernst und die Heilung bald zu erwarten sei. Der Kaiser hat diese Rundgebung huldvollst aufgenommen. In Verfolg dessen hat der Monarch wohl/ Stunden lang sowohl über seine Krank­heit wie auch über andere interessante und gelehrte Gegen­stände gesprochen. Die Reichstagspräsidenten hatten den Ein­druck, daß der Kaiser die alte Frische vollkom men wieder erlangt habe. Seine Stimme war wieder vollkommen klar; nur wenn man mit einer ge­vissen Voreingenommenheit heranging, fonnte man noch einen leisen Schleier auf der Stimme durchhören. Der Kaiser, so schloß Graf Ballestrem, war bei guter Stimmung und hat sich, wie gesagt, huldreichst mit uns unterhalten. Die Befriedigung des Hauses über die Mitteilungen des greisen Präsidenten drückte sich in lebhaftem Beifall aus. Hierauf wird die erste Lesung des Etats und der lex Stengel fortgesetzt und als Erster spricht

Abg. Bebel gegen den Reichskanzler.

Spuren von Stößen oder Schlägen geachtet, und wo solche zu bemerken sind, werden die Mannschaften zur wahrheits­getreuen Angabe der Ursache derselben aufgefordert. Ferner werden den Hauptleuten öftere unerwartete Revisionen der Mannschaftsstuben, der Instruktionsstunden u. s. w. anbe­

fohlen.

Schiffsumtaufe. Das alte Panzerschiff Preußen" ist in aller Stille in Saturn" umgetauft worden, nachdem mit dem Stapellauf des Flottenflaggschiffes Preußen" am 30. Oktober zwei Kriegsschiffe mit dem Namen Preußen" in der Marine vorhanden waren.

Aus dem Gerichtssaal.

der nächste Hydrant ein Kilometer entfernt war. Die Mann schaften der Feerwehr des 4. bayrischen Infanterie- Regiment welche zuerst auf der Brandstätte erschienen war, holten m Lebensgefahr die Petroleumfässer aus dem brennema Schuppen. Um 9 Uhr vormittags war das helle Feuer ut löscht. Menschen sind nicht verlegt worden, der sachliche den wird auf 2 Millionen Mark geschätzt.

§ Soldatenmißhandlungen in 1000 Fällen. Vor dem Metzer Kriegsgericht begann gestern( Montag) die Verhand­lung gegen den Leutnant Schilling vom Infanterieregiment Nr. 98 wegen Mißhandlung Untergebener in etwa 1000 Fällen. Für die ganze Tauer der Verhandlung, zu der 87 Zeugen geladen sind, und die deshalb in dem Saale des hiesigen Schwurgerichts stattfindet, wurde auf Antrag des Vertreters der Anklage die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Einen eigenartigen Beitrag zu dem Kapitel Soldatenmiß­handlungen lieferte eine Sigung des Oberfriegsgerichts in Breslau. Der Verteidiger eines jetzt zur Reserve entlassenen Unteroffiziers Geisler vom Schlesischen Leibk rassierregi­ment( welcher einen im Dienst etwas schwerfälligen Soldaten des öfteren mißhandelt hatte, so daß der Mann schließlich desertierte) führte aus, der inzwischen aus dem Dienst ge­schiedene Wachtmeister Peucker habe instruktionsgemäß den im Stall versammelten Unteroffizieren die königliche Order vorgelesen, welche sich entschieden gegen die Mißhandlung der Soldaten kehrt und dieselbe streng verbietet; als die Ver­lesung beendet, habe der Wachtmeister aber aus eigener Machtvollkommenheit das den kaiserlichen Intentionen direkt widersprechende Resumee daran angeknüpft: Haut ſie- aber unter vier Augen!" Tatsächlich hätten denn auch andere Unteroffiziere sich ebenfalls Mißhandlungen zu schulden kom­men lassen, insbesondere aber auch der Wachtmeister. Das Oberkriegsgericht verurteilte den p. Geisler wegen Mißhand­lung in acht und vorschriftswidriger Behandlung Unter­gebener in vier Fällen zu drei Wochen gelinden Arrests.

Die Rede, die Graf Bülow am Donnerstag hielt, habe nicht das geringste Verständnis bekundet für die sozialdemo kratische Weltanschauung( Gelächter rechts), ihm sei alles Die ein Mühlrad im Kopfe herumgegangen.( Erneutes Ge lächter.) Ebenso hat mich der Kriegsminister v. Einem nicht im mindesten sachlich widerlegt. Ich habe in keiner Seise behauptet, daß die Mißstände, die ich anführte, sich auf das ganze Offizierkorps erstreckten. Ich erkenne auch den guten Willen der obersten Heeresverwaltung an, den Weißhandlun gen abzuhelfen, ebenso den guten Willen des obersten Kriegs. herrn. Aber gerade, wenn troß dieses guten Willens solche Mißstände nicht aufhören, so werden wir doch das Recht haben, zu sagen, daß der Weg, den man eingeschlagen, um die Mißstände zu beseitigen, nicht der richtige ſein kann. Graf Bülow habe gefragt, wer denn im Zukunftsstaat das Auswärtige Amt leiten werde. Ich antworte ihm: Um un gelegte Gier fümmere ich mich nicht. Wer weiß, vielleichi werden sogar einzelne Geheimräte von ihm dabei sein ( Große Heiterfeit.) Der Kanzler fragt uns nach dem Aus sehen unseres Zukunfts Programm Glaubt etwa der Reichskanzler, sich mit uns verständigen zu können?( Graf Bülow schüttelt verneinend mit dem Kopfe, was stürmische Heiterkeit des Hauses hervorruft.) Also nein! Nun, dann weiß ich nicht, weshalb er uns überhaupt solche Frage vorlegt. Uns fragt der Kanzler nach dem Pro­gramm unseres Zukunftsstaates, er aber konnte am Donners­tag auf meine Frage nach dem Stand der Handelsverträge im Gegenwartsstaat feine Antwort geben. Und wenn ich ihn etwa fragen wollte: Herr Reichskanzler, was gedenken Sie in zwei Jahren als Kanzler zu tun, da würde er mir gewiß antworten: Herr Bebel, ich glaube, Sie sind reif für Dalldorf.( Heiterkeit.) Ich bin zu höflich, dem Herrn Reichskanzler auf seine Frage nach dem Zukunftsstaats- Pro­gramm eine ähnliche Antwort zu geben. Graf Bülow fragte auch nach unserem positiven Tun. Nun, es gab eine Zeit, wo wir der Regierung zur Seite standen. Ich erinnere an den russischen Handelsvertrag!( Rufe rechts: Sehr wahr!) War das unsererseits damals fein positives Tun? Redner geht dann noch ein auf Crimmitschau, um gegenüber dem sächsischen Bevollmächtigten Fischer nochmals die musterhafte Haltung der dortigen Ausgesperrten zu betonen. Mit den Worten: Unser die Zukunft, unser die Welt trotz alledem!" schließt Bebel seine 2½stündige Rede.

Die Antwort des Reichskanzlers.

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Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich in da Nähe von Cordoba in Spanien. Infolge eines Damn rutsches entgleiste ein vollbesezter Personenzug. 14 Passage wurden dabei getötet, zahlreiche andere erlitten schwere e letzungen.

Ein weiterer Unfall wird aus Frederiksborg gemelde Dort stießen zwei Personenzüge zusaminen. Dabei wurde ein Passagier schwer, sechs leicht verletzt.

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Wahnsinnstat einer Mutter. In der Turmstraße Berlin spielte sich eine furchtbare Tragödie ab. Die Frau des Schneiders Lindemann erschlug in einem Wahnsinm anfall ihre beiden Knaben Bruno und Wolter im Alter von 5 und 7 Jahren mit einem Beil. Als der Chemann dazu fam, war die Unglückliche gerade dabei, das Hirn des einen Knaben aus der zerschmetterten Schale zu lösen. Als st ihren Mann sah, ergriff sie die Flucht und eilte dem nahen Spreearm zu, um sich ins Wasser zu stürzen. Doch wurde sie noch im letzten Augenblick ergriffen und in eine Feren anstalt gebracht.

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Die Ueberführung des Er- Fähnrichs Hüssener nad Ehrenbreitstein hat zu allerhand Gerüchten Veranlassung geben. Die einen sagen, seine Versegung" von Magdeburg dorthin sei ein Schritt zur Begnadigung, während ander ihn vom Magdeburger Publikumm bedroht glaubten. Keine beiden Meinungen ist richtig. Die Magdeburger Festungs- Zitadelle ist nur für solche Gefangene bestimmt, di im Offizierrange stehen. Da Hüssener auf Befehl des ober sten Kriegsherrn seine Charge verloren hat, war ein Umzug somit von selbst geboten. Das Publikum konnte ihm aber so lange er in Magdeburg saß, nicht gefährlich werden, deur er durfte auch nicht eine Minute aus der Zitadelle heraus Die Kommandantur wie die Festungsverwaltung erhielter fortwährend Drohbriefe, worin dem Hüssener allerlei, ange droht wurde für den Fall, daß er einmal außerhalb der Zia delle gesehen würde.

§ Das Urteil gegen die Defrandanten der Prager St. Wenzel- Vorschußkasse lautet für die Hauptschuldigen, dem frü­heren Monsignore Drozd und dem Direktor Kohut, auf je sieben Jahre schweren verschärften Kerker und Schadenersak. Dre Kassenverwalter Hereck erhielt zwei Jahre, der Rechnungs­führer Pekelaender dreizehn Monate schweren Kerker. Die Revisoren Bily und Grünwald wurden freigesprochen. Die Angeklagten behaupten sämtlich, vermögenslos zu sein und nicht zu wissen, wo die 8 Millionen Defizit hingewandert sind. Ein in London wohnhafter Prager hat aber in einem an das Gericht gerichteten Brief eine Mitteilung gemacht, die vielleicht zur Auffindung der Summe führt. Dieser Herr traf vor einigen Jahren in Köln mit einem Geistlichen zusammen, der sich ihm auf der Reise nach London als Signor Rozzi aus Rom vorstellte. Als sie gemeinsam die Tresors der Bank von England besichtigten, erzählte Signor Rozzi, er verwalte ein großes Vermögen, das er in England sicher anzulegen ge­denke. Darauf begaben sie sich zu der Firma Burdett- Kurts die ihnen erklärte, die fremde Valuta auszuwechseln und diese dann in den sogennannten Securities" unter einem Losungs­worte niederzulegen. Signor Rozzi gab den Schlüssel dem Institut zur Verwahrung und wechselte an dem gleichen Tage 30 000 Pfund Sterling aus. Vor zwei Jahren, bei einem Be­such in der Heimat, sah der Prager auf der Karlsbrücke ein Gesicht, das ihm bekannt vorkant. Gleich fiel ihm auch der Name ein. Er bekam jedoch auf seinen Ruf Rozzi" keine Antwort. Auf seine Erfundigung, wer der Geistliche sei, wurde ihm der Name des Pater Drozd genannt, der als Direktor der St. Wenzel- Vorschußtasse eine in Prag sehr be­kannte Persönlichkeit war.

Graf Bülow erhebt sich sofort zur Erwiderung. Meine Darlegungen von neulich müssen doch einen starken Eindruck auf Herrn Bebel gemacht haben, da er sich so lange mit ihnen beschäftigen mußte. Je erregter Herr Bebel gesprochen, desto ruhiger werde ich sein. Wenn er gesagt hat, die Sozial­demokratie habe die Mißstände in der Armee nicht verall­gemeinert, so hat mich diese seine Behauptung wegen ihrer Kühnheit am meisten überrascht. Er und seine Presse haben allerdings verallgemeinert. Und wenn Herr Bebel gesagt hat, wo werde mehr geschimpft, als auf den Kasernenhöfen? so könnte ich ihm einen Ort nennen( stürmische Heiter­keit), und ich könnte ihm sogar einen Herrn nennen( erneute stürmische Heiterkeit). Aber ich werde das nicht tun! Noch schärfer als am Donnerstag geht heute Graf Bülow mit der Sozialdemokratie ins Gericht. Er konstatiert, daß Bebel auch heute auf die Frage nach dem Aussehen des Zu­tunftsstaates die Antwort schuldig geblieben sei. Der sozial­demokratische Staat wäre ein großes Zuchthaus, in welchem niemandem freie Wahl der Arbeitsstätte zusteht. Laut und bernehmlich betonte der Reichskanzler folgenden Satz: Ich erkläre, daß Beamte nicht Sozialdemokraten sein dürfen. Sie brechen den Eid der Treue, den sie geleistet; das werden wir nicht dulden. Ihre positiven Leistungen wo sind sie? Ich jehe in Ihrer Bewegung nur den Mangel aller Eigenschaften, die wir als gute Deutsche kennen. Ich sehe nur geist- und fruchtloses agitatorisches Schüren. Ich sehe in Ihren Reihen feine Spur von wahrer Freiheit, sondern die ärgste Heuchelei. Auf Ehre und Gewissen erkläre ich, daß ich lieber von einem ehrwürdigen Monarchen, als von Demagogen regiert sein will, die nur von Ehrgeiz und Machtdünkel geleitet sind. Ich glaube nicht, daß die Sozialdemokraten triumphieren werden; ich vertraue auf den gesunden Sinn des deutschen Volkes und auf die Vaterlandsliebe der bürgerlichen Parteien. Sollte es dennoch anders kommen, dann wird der Triumh nur ein kurzer sein und die Voraussage des englischen Philo­sophen Spencer in Erfüllung gehen, daß die Bewegung ledig­lich vernichten wird, was wir moderne Barbaren" geschaffen haben. Lauter Beifall begleitete die kraftvollen Ausführungen des Reichskanzlers. Nach einer fürzeren Erwiderung des Kriegsministers von Einem und einer ebenfalls kurz gehal­tenen Rede des Abg. Stöcker, die sich im wesentlichen gegen die Sozialdemokratie richtet, vertagt sich das Haus.

Deer und flotte.

Die nächstjährigen Kaisermanöver sollen zwischen dem 2. und 9. Armeekorps stattfinden, die je um eine Division verstärkt werden sollen. Wie es heißt, soll auch die Garde­Division an den Manövern teilnehmen. Wie in diesem Jahre jollen auch im nächsten Jahre bei einigen Armeekorps Re­Jerbe- Infanterieregimenter errichtet werden.

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Kirchhofsschändungen kaum glaublicher Art sind, au dem Patria Real- Friedhof zu Mandua entdeckt worden. Einverständnis mit dem Totengräber hat dort eine organi ierte Räuberbande alle metallenen Gegenstände weggeschlepp und verkauft. Die Pantheons bekannter Familien sind zer stört und marmorne Sargplatten an Kolonialwarenhändle und Fleischerläden der Nachbarschaft veräußert, die jezt Ch waren darauf feilbieten Die eisernen Tore eines der Pan theons eignete sich bezeichnenderweise ein Geistlicher für ſein neuerbautes Landhaus an. Zwischen den Gräbern weideten die Kühe eines Milchhändler; auch wurde dort eine ausge dehnte Kaninchenzucht betrieben. die es dem Wächter und seinen Kumpanen gestattete, gelegentlich kleine Treibjagden auf dem Kirchhof zu veranstalten. Auch sind Leichname ver schwunden, die wahrscheinlich zu Studienzwecken verkauft worden sind.

§ Die Teeprobe. Vor dem County- Gericht in Southwark fällte ein Richter unter dem heiteren Beifall des Publikums ein salomonisches Urteil. Eine Teefirma hatte gegn eine Kleiderfirma auf Zahlung von 500 Viertelpfundpaketen Tee geflagt. Das Kleidergeschäft pflegte diesen Tee den Kunden als Geschenk mitzugeben, schickte aber in diesem Falle die beor­derte Sendung zurück mit der Behauptung, die Ernte von 1903 sei offenbar bedeutend schlechter als die des Vorjahres. Der Richter hörte Kläger und Beklagten an und ließ sodann alle, einschließlich der Zeugen, aus dem Gerichtssaal weg­führen. Darauf befahl er, daß unter seiner Aussicht und vor den Augen des Gerichtshofes von jeder Sorte Tee eine gleich starke Probe gemacht werde und ließ die nötigen Tassen be­schaffen. Die Zeugen und die Prozessierenden wurden darauf einzeln vorgerufen und freundlichst eingeladen, zwei Tassen Tee zu trinken. Unter schallender Heiterkeit des Publikums erklärte nicht nur der Besitzer des Kleidergeschäftes, sondern auch sein Manager und der von ihm geladene Sachverständige auf das bestimmteste, daß der Tee des Jahres 1903 bei weitem der beste sei. Man kann sich denken, daß die Gesichter der drei Herren nicht gerade sehr intelligent aussahen, als ihnen der Richter erklärte, daß der von ihnen so sehr bevorzugte Tee gerade der wegen seiner angeblichen Mangelhaftigkeit zurück­gewiesene sei, und daß er natürlich nicht umhin könne, nun für den Kläger zu entscheiden, in der festen Ueberzeugung, daß die Herren sich jezt freuen würden, einen so vorzüglichen Tee gekauft zu haben.

Zur Verhütung von Soldatenmishandlungen ist kürzlich feitens der Kommandantur des preußischen Gardekorps an alle Regimenter desselben ein Befehl erlassen worden, in welchem die Hauptleute angewiesen werden, in öfteren Zeit­räumen genaue förperliche Untersuchungen der Mannschaften pornehmen zu lassen, ohne daß lettere hiervon vorher in Renntnis aefekt werden. Hierbei wird insbesondere auf

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[ Der Sattel des Herzogs von Sachsen- Meiningen.] Wie erinnerlich, wurde vor kurzem in Orlon( Luxemburg) in dem Nachlasse eines Schlächtermeisters ein aus dem Feld zug 1870/71 stammender Sattel aufgefunden, in deſſen Taschen 85 000 Francs in Tausenderscheinen enthalten waren. Jetzt wird bekannt, daß der Herzog von Sachsen- Meiningen den Sattel als sein Eigentum reklamiert und bereits die nötigen Schritte bei der luremburgischen Regierung einge leitet hat. Der Sattel war ihm während des Krieges ar unerklärliche Weise abhanden gekommen. Die seiner Zi nach dem Verbleib des kostbaren Reitutensils angestellin Nachforschungen bei den Zivil- und Militärbehörden blieben ohne Erfolg.

Tödlicher Unfall einer österreichischen Erzherzogin? Die neunzehnjährige Erzherzogin Klothilde, die Tochter des Erzherzogs Josef, ist plötzlich gestorben. In Wien geht das Gerücht, sie sei auf der Jagd verunglückt.

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[ Der Burengeneral Ben Viljoen,] der so tapfer gegri die Engländer männlichen Geschlechts zu kämpfen wußte, i wie aus London berichtet wird, von einer Engländerin m spielender Leichtigkeit eingefangen worden. Die Dame heiß Miß May Belfort, und ist eine Sängerin, die in den Lor doner Musikhallen auftritt. Sie gab strahlend die Richti keit des Gerüchtes zu, erklärte jedoch, daß eigentlich die A sicht vorgelegen habe, die Verlobung noch zu verschweiger Die beiden glücklichen Leute wollen Ende Februar heirate Miß Belfort wird demnächst sechs Wochen lang im Palag Theater auftreten.

Brandkatastrophen. An Bord des Dampfers Orion" aus Bergen brach, als er sich zwischen Makur und Syltefjord befand, Jeuer aus, das das Schiff nach vergeblichen Ver suchen, es an Land zu setzen, vollständig zerstörte. 26 Per­sonen von der Mannschaft und den an Bord befindlichen Passa gieren konnten sich in den Booten retten, während 6 Personen in den Flammen umkamen. Von den geretteten Personen ha ben drei schwere Brandwunden erlitten. In dem Zoll­schuppen des Mezzer Bahnhofes brach gestern früh kurz nach 3 Uhr Großfeuer aus, dem eine sehr bedeutende Delladung, mehrere Waggons amerikanischens Specks sowie andere Güter reichliche Nahrung boten. Außer den Feuerwehren von Mek und des Vorortes Sablon waren auch drei militärische Feuer­wehren bei der Rettung gefährdeter Güter und Löschung des Brandes tätia. Diese aeſtaltete sich besonders schwieria, weil

Maxim Gorki und Bebel. Der Führer der deutsche Sozialdemokraten hat ein eigenartiges Geschenk erhalten: ein aus einem Mammutzahn geschnitztes Tintenfaß. Der Geb ist der russische Dichter Marim Gorki, der für Bebel seit jeh große Sympathien empfindet. Gorki hat das Tintenfaẞ 1. 3 von einem sibirischen Sträfling als Geschenk erhalten.

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berordne Dezember, Ausgabe de 1902/03.

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[ Raum ist in der kleinsten Hütte.] Einen gewaltige Schreck bekam in Großenhain an einem der letzten Morge eine Gärtners Ehefrau. Sie wunderte sich, daß der sozit frühzeitig auf dem Posten zu findende Hoshund nicht a der Hütte kam, als sie ihn rief. Um zu sehen, warum de leise winselnde Hund nicht herauskäme, griff die Frau in Duster des Morgens in die Hütte. Der Gegenstand, de sie erst erfaßte, war ein Hut, und beim zweiten Hinei greifen wurde ihre Hand von einer harten Männerhar festgehalten und ihr ein fröhliches Guten Morgen!" zug rufen. Der Schreck! Natürlich blieb die Frau nicht rubit vielmehr alarmierte sie Mann und Knechte, welche verein bald der mysteriösen Sache auf den Grund gingen. Je stellte sich's heraus, daß ein obdachloser Handwerksbursd die Gesellschaft des Hundes gesucht, um sich zu wärmen und nicht in der kalten Nacht im Freien kampieren zu müsser Obwohl erst fnurrend, so hatte sich der Hund doch in die Sachlage gefügt, und er muß während dieser Nacht ganz bedenklich an die Wand gequetscht worden sein, denn es ging ziemlich eng her; aber es bestätigte sich auch hier die schöne Wahrheit: Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glückli liebend Paar! Niemand konnte sich der Komik der Situa tion entziehen, als der Fechtbruder seinem Schlafgemade entstieg: man ließ ihn laufen, und der Mann, froh, so lei ten Kaufes davonzukommen, trollte halbwegs vergnügt ver dannen.

[ Gerechte Eutrüstung.] Im Wolgar, einer in Nischmi- Nowgorod erscheinenden Tageszeitung, war unländl

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