Ausgabe 
15.4.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

abgesette

f bon

CII.

cher

lung.

Underberg

Boonekamp

mit Rüche pr. April A Näheres Walliho n Laden. 3- Bimmerwohnung in mit allem Zubeh

zu bermieten. el, Bahnhofftr. 10.

3.Bimmerwohnung tenanteil per Mona

vermieten. Schöne Aussat n mit Bett zu berm Mataaffe 11.

ges möbliertes Zimmer

Neubau mitten de lig zu vermieten. in der Erp. d. Bl. ör möbl. Zimmer

Rr. 87

Zweites Blatt.

bonnementepreis: in Gießen, abgeholt monatli 50 Big., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Boft bezogen viertel­fährlich Mr. 1.50.

Bratiebellagen: Oberbeffische Familienzeitan,( täglich) Cherbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- us Fortenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage

Mittwoch, den 15. April 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Infertioneret& Die einfaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen. Die Kreise Wetlar und Marburg 10 fg fenfi 13 Big: Steklamen die Petitzelle 30 resp. 40 fe

Poftjeltungsliste No. 3869.

Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 98. Fernsprechenschinh r, 368.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeifung)

für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Strafen oder Beffern?

In Berlin wurde ein zwölf.ähriger Knabe zu einer befängnisstrafe von vier Jahren verurteilt, weil er sei hem Stiefvater dessen ganze Ersparnisse gestohlen hatte nb bann, um seine Täterschaft zu verdeden, seinen Eltern bie Wohnung über dem stops angezündet hatte, damit he burch Ersticken ums Leben fämen. Der Junge hatte ich abends mit seinen besten Sachen ins Bett gelegt, ab gewartet, bis feine Eltern schliefen, und dann aus der komode die Barschaft seines Stiefvaters im Betrage von 100 Mark entwendet. Darauf steckte er den Vorhang in Brand, der sich vor der Schlasstubentür seiner Eltern be­fand, und verließ leise die Wohnung. Er hatte die Ab­icht sich zu seinem Bruder, der irgendwo im Mecklen but gischen Hütejunge ist, zu begeben und mit diesem den Raub zu teilen. Ohne mit der Wimper zu zucken, gab er u, baß er beabsichtigt hatte, seinen Stiefvater und seine Mutter zu töten. Der Staatsanwalt beantragte gegen den jugendlichen Verbrecher zehn Jahre, um die menschliche besellschaft möglichst lange vor dessen bösen Trieben zu chizen. Der Gerichtshof erkannte aber nur auf vier, und der Vorsitzende sprach die Hoffnung aus, daß der Ange. Magte später in die Fürsorge- Erziehung kommen werde. Bu diesem Urteil schreibt uns unser Berliner C. B.- Mit­

arbeiter:

Das Urteil des Gerichtshoses ist hart, sehr hart, nach wei Richtungen hin: erstens gegen den 12jährigen Ver­bredper, den es strafen, und zweitens gegen die mensch­liche Gesellschaft, die es schüßen will. Schon im Gerichts­saal wurden unter dem zahlreichen Publikum, das den Fall mit großem Interesse versolgte, dahin zielende Stim­men laut. Nicht daß sich jemand gefunden hätte, der nicht ebenso wie die Richter und der Staatsanwalt voller Abscheu auf die ruchlose Tat blidte, aber nicht ebenso be­urteilte man den Charakter des Täters. Während nach der Meinung des Staatsanwaltes der Zwölfjährige mög­lich ft lange von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen bleiben sollte, meinte man, daß es besser gewesen wäre, den Versuch zu machen, ob sich nicht doch aus dem ver­wahelosten Jungen ein tüchtiges Glied ehen dieser Gesell­schaft erziehen lasse. Nicht später solle die Zwangser­iehung einsehen, sondern gleich. Davon hätte der Junge nicht minder Vorteil als die Gesellschaft. Endzweck der Strafe sei schließlich die Besserung, das hätte man nicht außer Augen lassen sollen. Habe der Bestrafte aber erst einmal Gefängnisluft gekostet, so sei es viel schwerer, ihn auf den rechten Weg zurückzufuhren. Und jetzt war es noch Zeit. Mag man sagen, was man will, von der Ver­ranbplay 14, 3 St. tott heit und Berrohtheit des unseligen Knaben, auch in schön möblierte Zima: einen scheinbar so harten Herzen gibt es noch weiche, zu­ober ohne Pension: fängliche Stellen; das zeigte sich, als der Richter ihn ragte, ob er denn nicht daran gedacht hätte, daß er auch Bismarditrake 17. eine Schwester hätte ums Leben bringen können, die sich nfach und mehrere fh nur zufällig außerhalb des Hauses befunden habe. Seine immer, Mittelpunkt b: Nutr vort lautete: Wäre sie dagewesen, hätte ich es nicht getan." Also ist der Charakter des Kleinen doch noch nicht ort zu vermieten Marktplaß Nr. 5, Länglich der Liebe abgestorben. Ebenso spricht dafür der neinandergehende ſa Bug, daß er mit dem Raube zu seinem Bruder will, um irte Zimmer für 1 od: mit ihm zu teilen. Um die schrecklichen Verirrungen dieses mabengemüts verstehen zu können, ist es auch nicht un­per sofort zu verin. 15 Walltborstraße 15. gebracht, an die Möglichkeit zu denken, daß unverstän lige oder gehässige Menschen die Kindesseele von früh an Bbl. Zimmer mit giftigen Ausreizungen gegen den Stiefvater verhett haben, wie es nur zu oft und leicht geschieht. Schwere Strafe mußte die verbrecherische Tat nach sich ziehen, das it sücher, schon um dem Täter die Ungeheuerlichkeit scharf bor Augen zu führen. Es mußte ihm aber auch die Mög­

ieten.

zu vermieten.

Afterweg 59, II. chmöbl. Zimmer hermel, Bahnhof..

liertes Zimmerlichkeit offen gelassen werden, sie nicht nur zu fühnen,

sondern sich auch zu bessern. Man hätte ihm die Strafe Kirchplay 6. tündigen müssen, zugleich aber die Mitteilung machen

ohne Pension

חן

det 1868,

gen.

pollen, daß er vorläufig in Zwangserziehung genommen bürde, und daß, wenn er sich dort gut führe, er hoffen sume, sich den Erlaß der Strafe zu verdienen. Dann fitte man der Gerechtigkeit genug getan gehabt und zu­leich gebessert.

Nab und fern.

Ein General als Lebensretter. Eine mutige Tal tollbrachte der Kommandeur des 17. Armeekorps, Ge er al von Braunschweig. Auf einem Spaziergange be jegmete ihm ein Gespann, dessen Pferde scheu ge borden waren. Der Wagen war schon zum Teil zer ümmert, und die Insassen schwebten in höchster Be bensgefahr, da sie im nächsten Moment an einen Baum her Stein geschleudert werden konnten. Ohne sich zu besinnen, warf sich der General den rasenden Tierer mtgegen, brachte sie zum Stehen und verhütete durch eine Geistesgegenwart und unerschrockenheit großes Inbeil.

(!) Biernot in der Mark Brandenburg. Im Ober armimer Kreise wird das Bier teurer. 19 Brauereier nachen bekannt, daß sie vom 1. April ab infolge an au ernder Steigerung der Rohstoffe und Produktionsun often" die Preise für obergährige Biere im literweisen

Berkauf ohne Zugabe festseßen wie folgt: Malzbier pro Liter 15 Pfg., Weiß- und Bitterbier 13 Pfg., Braun­bier 10 Pfg.

£ Das Massengrab der Gleiwiter Dyfer. Aus Ober­schlesien wird gemeldet: Die 21 Opfer des Unglüds auf Königin Louise- Grube sind gestern beerdigt worden. Die Beteiligung an der Trauerfeier war eine gewaltige. Die Regierungs- und Zivilbehörde hatten Vertreter ent­sandt. Der Betrieb auf Königin- Louise- Grube ruhte voll­ständig, um allen Berufsgenossen der Dahingeschiedenen Gelegenheit zu geben, ihren Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. In einem Zimmer des Knappschaftslaza­retts lagen die 21 Toten aufgebahrt. Der Raum war durch reichen Pflanzen- und Palmenschmuck und Er­richtung eines Altars zu einer würdigen Totenhalle hergerichtet. Hier wurde die ergreifende Trauerfeier ge­halten. Erschütternde Szenen des Jammers spielten sich an den Särgen der Dahingeschiedenen ab. Aus einer Familie des Bergarbeiters Emuda hatte der Tod Va­ter und Sohn nebeneinander gebettet. Dann setzte sich der endlos lange Zug unter Vorantritt der Musikchöre der verschiedenen Hüttenkapellen in Bewegung, Geistlichkeit an der Spize. 14 der Opfer nahm der katholische Friedhof in Zaborze in einem Massengrabe auf. Je einer der Toten wird in Antonienhütte, Bielscho­wiß und Deutsch- Zernitz begraben, während auf Wunsch ihrer Angehörigen fünf weitere nach auswärts in ih­rer Heimat ihre lezte Ruhe finden.

die

::: Ein pflichtvergessener Posten. In der Kaserne des Pionierbataillons Nr. 1 in Kalthof bei Königsberg kamen seit einiger Zeit Diebstähle vor, ohne daß die Täter ermittelt werden konnten. Jetzt ist es endlich gelungen, die Epißzbuben abzufassen, und zwar bei einem Einbruch in die Kantine. Es sind Leute der zweiten Kom­pagnie, die auf Wache waren, und der Posten vorm Gewehr machte den Anführer. Natürlich wurden die Täter sofort verhaftet und haben schwere Strafe wegen Wachtvergehens und Einbruchsdienbstahls zu gewärtigen.

Durch böse Zung n in den Tod getrieben wurde die 18 Jahre alte Emma B. aus Reinicken­dorf. Man hatte ihren Eltern hinterbracht, daß ihr Ge­liebter, der 25jährige Schlosser M., mit anderen Mäd­chen verkehre. Emma sollte daher ihre Beziehungen zu ihm abbrechen und verließ infolgedessen die elterliche Wohnung, um sich im Spandauer Schiffahrtsfanal zu ertränken. M. wurde durch den Tod seiner Geliebten irrsinnig. Eine ähnliche Tragödie wird aus Laon gemeldet. Vor einigen Tagen stürzte sich dort eine junge Frau mit ihrem acht Monate alten Kinde in einen Gießbaß. Von ,, guten" Nachbarn wurde nun das Ge­rücht ausgestreut, daß an dieser Verzweiflungstat der Gatte und dessen Mutter schuld seien. Das Gerücht ver­breitete sich immer mehr und regte die beiden Betrof­fenen dermaßen auf, daß sie sich das Leben nahmen.

) Einen neuen Frauenberuf hat die Pester Polizei entdeckt. Es gelang ihr nämlich, eine aus drei Frauen­zimmern bestehende Einbrecherbande auf frischer Tat festzunehmen. Als die Diebesbande, der außer den drei Weibern noch ein berüchtigter Strolch angehört, gerade in ein Haus eingedrungen war, um dort mehrere Woh­nungen zu plündern, schloß ein Detektiv das Tor, um die Diebe in der Falle zu fangen; es wäre iht hier­bei jedoch beinahe schlecht ergangen, denn die kräftigen Frauenzimmer stürzten sich wie rasend auf ihn. Bald aber kamen dem Bedrängten drei Konstabler zu Hilfe, denen es erst nach hartem Kampf gelang, die Ein­brecher festzunehmen.

)[ Der Eisenbahnzug auf dem Eise.] Ein Zug der neuen sibirischen Bahn hat kürzlich den 1 Kilometer breiten Fluß Nonni, da die Brücke eingestürzt war, auf dem Eise überschritten, auf das die Geleise ver­legt wurden. Die weiße Decke federte zwar unter dem ungeheuren Druck, aber sie hielt aus. Die Tragfähigkeit des Eises ist nicht mehr so erstaunlich, wenn man weiß, daß es auf den sibirischen Flüssen bis zu drei, ja selbst vier Meter dick werden kann.

(?)[ Eine Gesellschafterin gesucht.] Unter dieser Spiz­marte erschien jüngst in einem größeren englischen Blatte folgende Anzeige: Gesucht von einer der Pflege be­dürftigen Dame eine Gesellschafterin, die sich nüßlich zu machen versteht. Sie muß häuslich, liebenswürdig, an zeitiges Aufstehen gewöhnt, hübsch und eine gute Pflegerin sein. Temperenzlerin vorgezogen. Kein Gehalt, aber behagliches Heim. Einige Tage später erhielt die Dame durch die Packetpost einen Korb mit dem Vermerk: Nicht stürzen! zugestellt. Als der Korb geöffnet wurde, fand sich darin eine gefleckte Katze vor. Um ihren Echwanz hatte sie das folgende Schreiben befestigt: Ma­dame! Unter Bezugnahme auf Ihre Anzeige freue ich mich, Ihnen zu einer sehr nüßlichen Gesellschafterin verhelfen zu können, die bestimmt allen Ihren An­forderungen entsprechen wird. Sie ist stets häuslich, steht sehr zeitig auf, ist sehr liebenswürdig und hübsch. Da sie bereits Mutter mehrerer Familien ist, besigt sie große Erfahrungen als Pflegerin und ist dabei voll­

ständige Abstinenzlerin. Auf Gehalt erhebt sie keinen Anspruch und verlangt nichts mehr als ein behagliches Heim.

[ Amerikanischer Fußball".] Die ,, Chicago Tribune" bringt folgenden bezeichnenden Wis: Die elf Gegner haben verzweifelt um die Meisterschaft gestritten. Aber das Spiel war vorbei. Merkwürdigerweise ist niemand ohnmächtig vom Kampfplaz getragen worden. Es kamen feine Beinbrüche vor. Kein Spieler wurde kampsunfähig gemacht. Keiner zeigte Spuren auch nur der kleinsten Berlegung... Es ist prächtig," sagten die Zuschauer, aber es ist kein Fußball..."

XX[ Osterlilien in den Vereinigten Staaten.] Die Osterfeier kann sich der Amerikaner nicht anders denken, als von einer wahren Verschwendung von Oster­lilien begleitet, die von Bermuda in kolossalen Mengen eingeführt werden. Der jährliche Export von Oster­lilienzwiebeln von dort nach den Staaten betrug in den letzten fünf Jahren 2500 000 bis 3 000 000, und da jede Zwiebel im Durchschnitt sechs Blüten trägt, braucht Amerifa 15 000 000 bis 18 000 000 Osterlilien jährlich zur Ausschmückung. Davon werden 60 Proz. während der Osterwoche gebraucht.

(?)[ Ein Niesenwasserfall.] Während des kommenden Sommers wird die Eisenbahnlinie vom Kap nach Kairo", die sich schon 100 englische Meilen nördlich von Buluways erstreckt, die großen Viktoriafälle am Sambesi in der Mitte von Rhodesia erreichen. Die Fälle sind etwa eine englische Meile breit, das Wasser jällt 400 Fuß hinab, und wenn der Fluß voll ist, wird bie dort verschwendete Naturkraft auf 35 000 000 Pferde­träfte geschäßt, das ist etwa die fünffache Kraft des Niagarafalles. Fünf große Rauchsäulen steigen aus dem Abgrund, in den das Wasser fällt, empor; sie sind hoch, daß sie in einer Entfernung von zehn Meilen sichtbar sind, wie man das Tosen des Falls auch ebens>- weit hört.

Bunte Chronit. Prinzessin Luise von Toskana soll ihre Entbindung auf dem Schlosse Brandeis an der Elbe erwarten; das Kind wird ihr nach der Geburt abgenommen werden, und sie selbst soll im adligen Damenstist am Hradschin ihre weiteren Lebenstage ver­bringen.

Wie aus Stargard berichtet wird, hat der Bahnwär ter Hartfiel eingestanden, daß er den Tod seiner Frau und sieben Kinder, die bei einem Brande ums Leben ka men, selbst verschuldet habe. Der Verbrecher ist an­scheinend vor Gewissensbissen halb wahnsinnig geworden.

In dem Nürnberger Vorort Bleiwershof wurde die 76jährige Händlerin Babette Bock in ihrer Wohnung erschlagen aufgefunden; die Leiche war furchtbar ver­stümmelt, das Sparkassenbuch der Ermordeten geraubt. Von dem Täter fehlt noch jede Spur.

- Der Burenoberst Schiel, der bekanntlich fürzlich in Wien schwer erkrankte, ist soweit wiederhergestellt, daß er aus dem Sophien- Hospital entlassen werden

konnte.

-

Von einem bedauerlichen Mißgeschick wurde eine Dame in Klausthal betroffen. Sie hatte sich eine ganz geringe Verlegung an einem Finger der rechten Hand zugezogen. Durch das Tragen gefärbter Handschuhe ent stand eine Blutvergiftung, die zunächst die Amputation bes betreffenden Fingers und schließlich des ganzen Un­terarmes nötig machte.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Ein Schmuggler wider Willen. Ein ganz raffinierter Schmuggel ist dieser Tage vor dem Schöffengericht in Waldshut( Baden) zur Verhandlung gekommen. Ein Wirt von Hohenthengen hatte regelmäßig einen Geistlichen an der Bahn abzuholen. Der Wirt oder sein Knecht, wenn dieser den Geistlichen fahren mußte, schmuggelten nun Zucker in der Weise ein, daß sie denselben unter dem Wagensiz, auf welchem nach Ankunft des Zuges der Geist­liche Plaz nahm, unterbrachten. An der Zollstation nahm man mit Rücksicht auf die Wohlbeleibtheit des geistlichen Herrn, der natürlich völlig gutgläubig war, von einer Durchsuchung des Wagens, welche das Aussteigen des Pfarrers zur Vorausseßung gehabt hätte, Abstand. Da die nachgewiesene Menge des eingeschmuggelten Zuckers 200 Stilo betrug, lautete der Strasbescheid der Zollbehörde bei dem Zollsaß von 40 Mark für 100 kilo auf viermal 80 Mark gleich 320 Mart und Nachzahlung des Hinterzoge­nen Zolles. Von dem Schöffengericht wurde der Antrag auf gerichtliche Entscheidung zurückgewiesen.

Kleine Gerichts- Chronik. Das Dortmunder Land­gericht eröffnete das Hauptverfahren gegen einen Kaplan aus Fröndenberg und die Frau eines Sanitätsrates aus Düsseldorf wegen Entführung von Minderjährigen in ein belgisches Kloster.

Der 21jährige Lustmörder Grabsch in Leipzig, der im Sommer das Schulmädchen Anna Klein erdrosselte und zerstückelt in eine iste packte, wurde für irrsinnig er­flärt.