Deutscher Reichstag.
237. Sigung.
Die Betroleumfrage.
CB. Berlin, 14. Januar. Um Bundesratstische war heute wiederum der Staatssekretär Graf Posadowsky und Unterstaatssekretär b. Fischer erschienen, für turze Zeit hospitierte auch der preußische Handelsminister Möller. Auf der Tagesordnung stand ein Thema, für das sich jede Hausfrau interessieren dürfte, die Frage einer staffelmäßigen Verzollung des Betroleums. Raffiniertes Del soll nach dieser Resolution höher verzollt werden, als ungereinigte Ware. Abg. Wurm von der Sozialdemokratie sprach sich dagegen aus, weil dadurch der Preis für Petroleum unnötig erhöht werde, währeno Frhr. v. Heyl der Ansicht ist, daß durch einen gestaffelten Boll die deutsche Industrie für eine Delraffinerie gewonnen werde, wodurch das Monopol Rockefellers gebrochen und etwa 40 000 Personen Arbeit finden würden. Der Unterstaatssekretär b. Fischer teilte mit, daß die Regierung immer noch ihre früheren Bedenken gegen die Resolution habe. Der freis. Abg. Frese war gegen die Resolution, weil schließlich auch die Delreinigungsindustrie, die großgezogen werde, unter Rockefellerschem Einfluß stehen werde, was der Abg. Dr. Baasche( nat. lib.) für teinen Ablehnungsgrund hielt. Die weitere Diskussion verlor sich in eine rein private Auseinandersegung zwischen den Abgg. Graf Kaniz, Gothein, Dr. Paasche, die nichts neues mehr brachte, trobem die genannten Abgeordneten zu einer Replik und Duplit das Wort ergriffen. Nach einer furzen Bemerkung des Abg. Dr. Müller- Sagan( freis. Volkspartei) wurde die Resolution mit 152 gegen 70 Stimmen angenommen.
Es folgte die Beratung der Resolutionen der Abgeerdneten v. Heyl und Stod. Die Resolution Hehl verlangt von der Regierung die Kündigung der Meistbegünstigungsflausel gegenüber allen den Ländern, die in Bollbehandlung deutscher Waren nicht Reziprozität gewähren. Die Resolution Stock verlangt die Lösung der Berträge nur gegenüber solchen, bei denen die Meistbegünstigung zu Deutschlands Nachteil ausgeschlagen sei. Nach der Begründung der Resolution durch die Antragsteller spricht sich Graf Posadomsky gegen eine prinzipielle Stellungnahme der Regierung in der Meistbegünstigungsfrage aus. Nur darauf wolle er hinweisen, baß es ein Irrtum sei, wenn man annehme, Amerika sei im vollen Besitz der Meistbegünstigung. Darauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag Mittag 1 Uhr.
Preussischer Landtag.
2. Sigung.
Herrenhaus.
CB. Berlin, 14. Januar. Das Haus ist besucht, als Fürst zu Wied die Sizung mt 42 Uhr eröffnet. Sie ist kurz, denn sie dauert laum eine halbe Stunde. Vor Eintritt in die Tagesordwang regte der Frhr. v. Manteuffel an, die Büste bes verstorbenen früheren Herrenhauspräsidenten Fürften Otto zu Stolberg- Wernigerode im Saale aufaustellen. Der Präsident erklärte, der Anregung Folge zu geben. Tarauf folgten geschäftliche Mitteilungen und Angaben über die Aenderungen in der Zusammenseßung des Hauses. Nachdem der Präsident die Ermächtigung erbeten und erhalten hatte, dem Kaiser zum Geburtstage die Glückwünsche des Hauses darzubringen, folgte die Bereidigung der neu eingetretenen Mitglieder Herzog Karl v. Croy- Dülmen, Prinz v. Pleß und Graf Wladimir Storzewski- Radomice. Um 2 4 Uhr vertagte sick; das Haus. Wann die nächste Sizung stattfindet, ist noch unbestimmt.
Haus der Abgeordneten.
- Das Finanzjahr.
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2. Sigung. CB. Berlin, 14. Januar. Die heutige Sigung begann mit der Präsidentenwahl; das alte Präsidium, bestehend aus den Abgg. v. Kröcher, Frhr. v. Heereman und Dr. Krause wurde wiedergewählt. Dann überreichte der Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben den Etat mit der üblichen kritischen Rede. Anfangs malte er etwas Grau in Grau. Das schlechte Geschäftsjahr, das namentlich in dem Rückgang der Eisenbahneinnahmen zum Ausdruck komme, habe völlig seine Erwartungen bestätigt. Schuld daran fei die mangelnde Kapitalkraft und der amerikanische Wettbewerb auf dem Eisenmarkte, der unsere Arbeitsfraft lähme. Gleichwohl aber finde noch ein starker Abfluß von Arbeitern nach den Industriegebieten statt, so daß die Landwirtschaft nach wie vor ein Kind der Sorge für die Regierung bleibe. Troßdem der Einnahmeüberschuß beim Eisenbahnetat um 47 Millionen Mark hinter dem Vorjahre zurückgeblieben sei und sonach die Finanzverhältnisse durchaus nicht zum Besten stehen, meldeten sich beim Reichsschazzamte die verschiedenartigsten Behörden und jedes ministerielle Ressort kämpfe, wie eine Löwin für ihr Junges, für seine Anforderungen. Mit großem Beifall wurde alsdann die Anerkennung aufgenommen, die er der weisen Finanzpolitik seines Amtsborgängers von Miquel zollte. Bis jetzt seien 771 Millionen Mark Schulden getilgt und auch im letzten Jahve habe die Schuldentilgung nicht gestockt. Es seien 178 Millionen auch in diesem Jahre zur Schuldentilgung bestimmt. Von großer Bedeutung sei es, daß die Wohmungsfürsorge nicht ins Stocken geraten und daß auch für das Deutschtum im Osten die Fürsorge nicht erlahmen soll. Zum Schluß sprach er sich für eine Reichsfinanzreform aus und betonte nachdrücklich die kulturelle Tendenz dieses Etats, indem er darauf hinwies, daß 40 Millionen Mark für Schulzwecke namentlich zur Erhöhung der Lehrergehälter vorgesehen sind. Hierauf vertagte sich das Haus bis Montag 11 Uhr.
Die Politik.
Eine Eisenbahn über die Anden! Nach Meldungen aus Valparaiso zieht der chilenische Kongreß den Bau einer Eisenbahn über die Anden ernstlich in Erwägung. Der Auchuß empfiehlt die Gewährung einer Zinsgarantie von 5 Prozent auf 1500000 Bfund Sterling. Der Vertrag für den Bahnbau, welcher öffent lich vergeben werden soll, soll der Regierung das Recht des Ankaufs der vollendeten Bahn vorbehalten. Ueber die Trace der Bahn ist noc nichts bekannt; hoffentlich geht es mit ihr wie mit dem Panamatanal.
Mr. Joe Chamberlain und die führenden Persönlichkeiten der südafrikanischen Minenindustrie sind zu einem Uebereinkommen bezüglich der Regelung der fi nanziellen Angelegenheiten gekommen. Der Beitrag Transvaals zu den Kriegskosten soll 30 Millionen Pfund Sterling( 600 Mill. Mark) betragen. Außerdem soll eine Garantie für eine Reichsanleihe von 30 Millionen Pfund gegeben werden, welche für öffentliche Arbeiten in Transvaal und der Oranjetolonie bestimmt sind. Woher aus dem ausgesogenen und verwüsteten Transvaal die 600 Millionen Mark von den Buren aufgetrieben oder auch nur verzinst werden sollen, ist das Geheimnis Chamberlains.
Kurze politische Nachrichten.
* Berlin, 14. Januar.( Hofbericht.) Der Kaiser hatte heute Vormittag eine Unterredung mit dem Reichstanzler in dessen Palais. Der Kronprinz, der morgen die Reise nach Petersburg antritt, ist heute hier angekommen. Er wird, ehe er nach Beendigung seiner Universitätsstudien zur Dienstleistung beim 1. GardeRegiment zu Fuß nach Potsdam zurückkehrt, noch eine Orientreise unternehmen. Diese soll an angs März beginnen und sich über Konstantinopel bis nach Jerusa lem erstreden. Die Rückreise soll über Egypten und Italien gemacht werden. Die Dauer der Reise ist auf sieben bis acht Wochen berechnet.
* Die Hauptdaten aus dem an anderer Stelle besprochenen preußischen Etat für 1903 seien hier mitge teilt: Die ordentlichen Einnahmen sind auf 2602 205 930 Mart, die ordentlichen Ausgaben auf 2516 369 633 m., die außerordentlichen auf 158536 279 ME., zusammen auf 2 674 905 930 k., mithin die Ausgaben um 72 700 000 Mark höher als die Einnahmen veranschlagt.
* Die Nachrichten aus Fez lauten zur Abwechselung wieder einmal beruhigend. Die Meldung von einer Niederlage und Flucht des Sultans wird bestritten. Was ist Wahrheit?
* Um der Kohlennot in Amerika zu steuern, soll demnächst der amerikanischen Voltsvertretung ein Gesetz, betr. die zollfreie Einfuhr von Kohlen nach der Union, vorgelegt werden.
Der Lonyayfche Ebezwift.
Eine überraschende Meldung kam dieser Tage über Wien aus Mentone: Graf Elemer Lonyay, der Gemahl der früheren österreichischen Kronprinzessin Stefanie, sollte seine Gattin nach einem voraufgegangenen heftigen Streit verlassen haben und, ohne sein Reiseziel zu verraten, plötzlich in die weite Welt gegangen sein. Diese Meldung ist allerdings sofort widerrufen worden und allem Anschein nach ist anzunehmen, daß Graf Lonyah sich noch in Rap cartin ei Mentone mit seiner Gattin zusammen aufhält. Dagegen bringt man seinen Versicherungen verschiedenen Journalisten gegenüber, zwischen ihm und seiner Gemahlin habe stets das beste Verhältnis geherrscht, in eingeweihten Wiener und Budapester Kreisen wenig Glauben entgegen.
Schon vor zirka sechs Wochen tauchte die Nachricht auf, daß Graf Elemer Lonyay beabsichtige, sich von seiner Gattin zu trennen. Zwischen dem gräflichen Paare waren bereits ein Jahr nach der Verehelichung Zwistigkeiten ausgebrochen, die bei dem reizbaren Charakter der Gräfin die Kluft zwischen den Ehegatten stets erweiterten. Einen großen Teil des Jahres lebte das Paar nicht beisammen und nur bei den Hochzeitsfeierlichkeiten der Tochter der Gräfin Lonyah, der Fürstin Elisabeth Windischgräß, und später für einige Tage in Budapest wurde das gräfliche Paar wieder beisammen gesehen. In der letzten Zeit war auch davon die Rede, daß Graf Elemer Lonyay das Palais seines verstorbenen Ontels, des geweſenen ungarischen Finanzministers Grafen Melchior Lonyay, in Budapest fäuflich an sich gebracht habe, um einen Teil des Jahres dort zu verbringen. Gräfin Stefanie Lonyay soll mit diesem Entschlusse nicht einverstanden gewesen sein und dem Grafen einen dauernden Aufenthalt in London vorgeschlagen haben.
Vor zirka einem Jahre pachtete Gräsin Lɔnyay das Schloß des Grafen Dr. Wenzel Kaunit in Austerlitz, doch der Aufenthalt daselbst war nur auf wenige Tage beschränkt. Gräfin Lonyay weilte zur Herstellung ihrer Gesundheit in den letzten Monaten im Süden, insbesondere auch in Nizza und Cannes. In Nizza erhielt die Gräsin den Besuch des Grafen Elemer Lonhay, und dort scheint der Zwist zwischen dem gräflichen Paare zum Ausbruch gelangt sein. Wie versichert wird, kam es zu einer übecaus peinlichen Szene. Gaf Louyay soll seine Gattin mit Vorwürfen überschüttet und ihr vorgeworfen haben, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen seine ehemalige tiefe Liebe zu ihr erstickt sei.
Als Grund des Zwistes, der bereits dreimal zu vorübergehenden Trennungen des gräflichen Paares geführt haben soll, wird angegeben, daß die Grä, in auf ihren Reisen stets einen Auswand und Lurus trieb, der mit den Vermögensverhältnissen des Paares in feinem Einklang stand. Die Gräsin tauste um hohe Eummen auf ihren Reisen teure Gegenstände und war auch sonst nicht zu bewegen, von ihren sehr fostspieligen Passionen zu lassen. Den Hauptgrund der Differenzen bildete jedoch der Umstand, daß Gräfin Lonyay nie vergaß, daß sie einst Kronprinzessin war, und sich in die geänderte Stellung als Gräfin nicht recht hineinfinden konnte. Die Verstoßung von Seite ihres Vaters verstimmte die Gräfin sehr, und jeit der Szene an dem Totenbette ihrer Mutter, der Königin Henriette, war die Gräfin gegen die Außenwelt ganz verschlossen. Sie trat trotzdem auch ihrem Gatten gegenüber stets so selbstbewußt und als eine dem Stande nach höhere Person auf, daß dieser ihr wiederholt Vors stellungen erhob und sie auf ihre jeßige Stellung gebührend aufmerksam machte. Die Gräfin war jedoch nicht geneigt, sich zu fügen, und so war die nur mühsam aufrecht erhaltene geistige Harmonie völlig zerstört. Wohl wurde wiederholt versucht, den Zwist beizulegen. Die Verwandten der Gräfin, die sie oft- jedoch stets ohne ihren Gemahl besuchte, suchten auf die Gräfin einzuwirken und ließen ihr moralische und materielle Hilfe zuteil werden. Auch diesmal scheint 28 noch einmal gelungen zu sein, das drohende Gespenst der Trennung zu beschwören. Weder in Budapest noch in Wien glaubt man mehr, daß eine Scheidung jezt erfolgen werde. Daß aber bei den obwaltenden Verhältnissen sehr leicht wieder ein neuer Riß in das eheliche
Leben des gräflichen Paares treten und daß dieser schließlich einmal unüberbrückbar werden kann, wird allgemein befürchtet und betrauert.
Nab und fern.
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)-( Aenderung der preußischen Klassenlotterie. Der Spielplan der preußischen Klassenlotterie wird abgeändert. Es hat sich nämlich das Bedürfnis herausgestellt, den Spielplan, insbesondere bezüglich der mittleren Gewinne günstiger zu gestalten und zu diesem Zwecke unter Herabsetzung ves vos prises für jede Klasse eine fünfte Klasse einzuführen, die Zahl der Einsatzgewinne und damit der Freilose herabzusehen und die Zahl der Stammloje entsprechend zu vermehren. Hierdurch wird das Spielkapital jeder Lotterie von 22 545 500 mt. auf rund 33 950 000 MÉ. erhöht. Die hieraus sich ergebende Mehreinnahme des Staates von etwa 300 000 mark soll aber den Spielern in Form einer Prämie wieder zu gute tommen.
Kleinhandel mit B trägt der Refurren gebühr wurde aba Gießen um Erla in Lollar wurde Furrenten in de Ro * Wie verlo bas der Alcestraß feitigen Wiefcufer und Gartenanlage,
Nachflänge zur Süsseldorfer Ausstellung. Bekanntlich bildete einen der Hauptanziehungspunkte auf der Düsseldorfer Ausstellung das Nubierdorf Kairo, in welchem die braunen Gesellen aus Afrika die Besucher durch Erlangung von Backschisch" zu brandschazen pflegten. Nach Schluß der Ausstelluno sind in mehreren Fällen deutsche Mädchen mit diesen Burschen nach Afrika durchgegangen. Der deutsche Konsul in Alexandrien hat bei ihrer Ankunft im dortigen Hafen interveniert und sich mit der Düsseldorfer Behörde wegen der Rückbeförderung der Mädchen in Verbindung gesetzt.
Jack der Aufschliter in Altona. In Altona treibt in den letzten Tagen ein gefährlicher Messerheld sein Unwesen. Er verlegte nachts die 30 jährige Choristin Seebold vor ihrer Wohnung in der Lübecker Straße und bald darauf ein junges Mädchen vor dem deu schen Schauspielhaus durch Stilettstiche in den Unterleib. Der Täler ist flüchtig. Man bringt die Tat wohl nicht mit Unrecht mit dem letzten Lustmorde an einer Prostituierten in Zusammenhang.
|::| Menschliche Hyänen. Aus Temesvar wird gemeldet: In der nahen Gemeinde Paracz betrieben vier Bauernburschen systematisch Leichenschändung, indem sie frische Gräber öffneten, Kleider und Wertsachen der Toten raubten und verkauften. Die Spuren ihres verbrecherischen Treibens wußten sie geschickt zu verdecken. Nur ein Zufall führte die Entdeckung und Verhaftung der Täter herbei.
Bunte Chronit. Aus Budapest wird telegraphiert: Prinz Friedrich Liechtenstein, der einer Jagd bei seinem Schwiegervater, dem Grafen Aponyi, beiwohnte, hatte das Unglück, einem Frster beide Augen auszuschießen. Es ist keine Hoffnung vorhanden, den Förster am Leben zu erhalten.
Zu Pats in Ungarn ermordete der reiche Landwirt Stefan Horvath seine Frau und Schwiegermutter. Der Grund zu der unseligen Tat ist unbekannt.
In Kassel drang der Roßschlächter Odenbach in die Wohnung seiner seit einigen Tagen von ihm getrennt lebenden Ehefrau ein. Nach Weigerung der Frau, in die gemeinschaftliche Wohnung zurückzukehren, schoß Odenbach und traf die Frau in den Kopf, die tötlich verletzt ins Landkrankenhaus gebracht wurde. Der Mörder wurde verhaftet.
Vermischtes.
Reiber zu Baum fann als im Site begrüft werden. entlang ziehenden, und Lonyftraße wi teilen gehören. hauptet werden, portr ff ich zu Baus Man niment an, in fleinerem Umfan
[ Der Pflege des Reitsports durch europäische Herrscher] widmet der„ Sport" einen längeren Artikel. Danach ist der begeistertste Anhänger der edlen Reitkunst unter ihnen der Kaiser Franz Josef von Desterreich. Noch heute sitzt er trotz des hohen Alters frisch zu Pferde und läßt es mit Vorliebe scharfe Gangarten g hen. Noch zu Beginn der achtziger Jahre war der Kaiser ein eifriger Parforcereiter, und es gab kein Hindernis, das nicht genommen wurde. Unser Kaiser ist ebenfalls ein vorzüglicher Reiter und sißt oft stundenlang ohne Ermüdung im Sattel. Der Bar ist dagegen kein passionierter Reiter; es kommt höchst selten vor, daß man ihn zu Pferde sieht, und Jagden reitet er überhaupt nicht mit. Unter den Königen ist Alfons von Spanien ein vorzüglicher Reiter, er reitet sehr viel über Tags, aber nie ein und dasselbe Pferd, denn er liebt es, sehr oft zu wechseln. Sehr gerne reitet auch König Viktor Ema nuel, aber seine Gemahlin tut es ihm da zuvor. Streift: sie doch schon von Kindesbeinen an immer hoch zu Roß in den Bergen Montenegros herum und an Schneid kommt der Königin Elena keine zweite gleich. Der Kö nig von Portugal war ein ganz hervorragender Reiter, aber sein Körpergewicht nahm derart zu, daß er heut nur mehr ganz besonders starte Pferde reiten kann. Der König von England ist ein mäßiger Reiter und liebt auch die nationalen Fuchsjagden nicht. Er ritt sehr we nige solcher Jagden mit, die allerdings auch das Anstrengendste sind, das man sich denken kann. Sein Lieblingsreitpferd war ein arabischer Pony. Eine vorzüg liche Reiterin ist Königin Alexandra.
[ Bum Gebrauch der neuen Rechtschreibung] gibt der Verfasser der in den bayrischen Schulen eingeführten ,, Sprachübungen", Lehrer Franz Dittmar, in folgenden Zeilen eine hübsche Versregel:
In Tal, Tat, Ton, in Tor, Tür, Tran Ist's h für immer abgetan, Die Tränen weint man ohne h; Der Thron" steht unerschüttert da. Man trennt, es ist ein seltsam Ding, Nun Hat- ke, schwit- zen, En- gerling. Fremdwörter schreib nach deutscher Art, Wenn sie nicht fremde Form gewahrt, Zum Beispiel: Bluse, Gips, Pomade, Auch Kofs, Liför und Schokolade, Dagegen Chaise, Tour, Logis, Café, Journal und Jalousie! Nach Vorschrift seht man nun die Zeichen Wie Punfte, Strichpunkt und dergleichen. Das Komma wird ,, Beistrich" genannt Und fünftig sparsam angewandt. Schreibt man ein Wort bald groß, bald klein, Bescheiden klein wird's beste sein.
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Theute mittag gegen einem Kellerloche de meg Auf weiche
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