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[ Der reiche Arme.] In Altona stürzte der alte Sprach­Lehrer Professor" Beliz, ein Sonderling und eine stadt­bellesonate Persönlichkeit, auf der Straße vom Schlage ge­troffen tot zu Boden. Professor" Beliz, wie er allgemein bien notleidender Schriftsteller", war gefürchtet, weil enr: fich überall bei Theater, Konzerten u. dergl. Freifarten

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je Cheswift scorette. Selbst in den heißesten Sommertagen trug er

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ma Belz. Er rauchte gern, faufte sich aber keine Bigarren, ondern befriedigte sein Rauchbedürfnis, indem er auf der Eraße u. 1. w. Zigarrenstummel sammelte. Er lebte fast mar bon trockenen Semmeln, und so kam es, daß er allge­

Waldenburg in fiür sehr arm und hilfsbedürftig galt. Noch im vorigen

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chre fand er auf Kosten der Armenanstalt längere Zeit Aufnahme im Allgemeinen Krankenhause. Um so größer war das Erstaunen, als heute bei der Nachlaßaufnahme aan allen möglichen Stellen in der Wohnung ein Vermögen hon über 20 000 Mark in Gold und Kassenscheinen aufge­funden wurde. Lachende Erben.

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0[ Papst Pius modellmüde.] In den letzten Wochen fiind im Vatikan hunderte Gesuche von Malern und Bild­Bauern eingelaufen, in denen an Papst Pius die Bitte ge­ichtet wird, zu einem Gemälde oder einer Büste eine Sigung au gewähren. Der Papst hat nun den Auftrag gegeben, sämtliche Gesuche abschlägig zu beantworten, da er in der istem Zeit nicht gesonnen ist, einem Künstler Modell zu

riben.

Gün gewissenhafter Beuge. Stoffel: Die Sadh' ist so g'wesen: Der Schreiner hat den Hirschwirt einen erlogenen Spizbuben g'heißen; da hat der Hirschwirt einen Brügel genommen und hat den Schreiner hinten' nauf hauen, das' s patscht hat. Ob er ihn aber' troffen hat, Hann ich nit sagen, ich hab' g'rad g'schnupft.

Er kennt seinen Sohn. A.: Ihr Sohn sieht To bloß aus, der ist wohl ein rechter Stubenhocker?" 8: a ein Bierstubenhocker."

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Ein Biedermann. Wirt: Warum kriecht denn Ber Kerl da schon immer unter dem Tisch herum?" Kell­mer: Er hat ein Zehnmarkstück verloren." Wirt: Schmeißen Sie ihn heraus, ehe er's wiedergefunden hat!" Der Musikfein d. Die kleine Kommerzienrats­Hotter hat sich aber schnell verloben können. Wahrschein­id, weil sie so viel Geld hat." Oder weil sie nicht Kla­coier spielen fann!" ( Luſt. Welt.)

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 12. Dezember 1903. Die Anfrage der Abgg. Hauck u. Gen., die Hütekinder Logelsberg betreffend, wird von Staatsminister Rothe bahin beantwortet, daß das Verdingen von Hütefindern nur in Ameise Lauterbach in größerem Umfang üblich sei. Die haupteten Mißstände seien lange nicht in dem Maße vor­Bandan, wie angenommen werde. Die noch vorhandenen ßägde würden durch bezügliche Bestimmungen im neuen eloftrafgesetz und durch die beabsichtigten Meliorationen im Bogelsberg noch weiter beseitigt. Auf Antrag des Abg. Weidner wird Drucklegung der Anwort und alsdann De prechung beschlossen.

Der Vorstellung des Algemeinen deutschen Vereins für Ghulgesundheitspflege, betreff nd Anstellung von Schulärzten Third erledigt erklärt.

Die dringliche Anfrage des Abg. Berhold, Enteignungsver: fahren bei dem Bahnhofsbau in Bischofsheim betreffend, wird him beantwortet, daß die Verhältnisse jest geregelt seien. Der Petition des Zugführers Port zu Gießen, ander­melte Feststellung seines Besoldungsdienstalters betr ,. soll Fine Folge gegeben werden.

Auch den Vorstellungen der Großherzoglich hessischen Dom anialforftwarte und der staatlich bestätigten Kommunal­firftmoarte, Erhöhung ihres einkommens betr, wird feine folge gegeben.

Der Antrag des Abg. Wolf weitere Erwerbungen von Bei mbaudomänen betr., ruft eine längere Erörterung hervor, in ber allseitig anerkannt wird, daß die bis jetzt vorhandenen Domänen den gehegten Erwartungen entsprochen haben. Der Antrag wird in der Fassung des Ausschusses ange­

I lommen.

Hierauf tritt Vertagung auf Dienstag, 15. Dez., vormit­1g 10 Uhr ein.

Lokales.

Gießen, 14. Dezember 1903.

X Der Großherzog empfing u. a. am 12. Dez. " In Oberamtsrichter Frey von Lauterbach.

***

Großherzogs Geburtstagsspende. Ramche, die ein warmes Herz für unseren Großherzog haben und ihre Hand stets auftaten, wenn es galt, einem edlen Zoad zu dienen, haben bei der jezigen Sammlung gesagt, Ms Geld fönnte für ein Kinderhospital oder dergleichen beffer verwendet werden. Darüber läßt sich gewiß reden, bir möchten uns aber doch den Einwand gestatten, daß man bei einer Gabe, die erfreuen soll, in erster Linie doch be­nidsichtigen muß, was den Empfänger am meisten beglückt. Daß dieß bei der Wahl, die man hier getroffen hat, unbe­dingt der Fall ist, glauben wir ganz sicher behaupten zu dürfen. Unser Großherzog ist unablässig bestrebt, das Kunst­gewerbe in Hessen zu fördern und auf diesem Gebiete dem Lambe eine erste Stellung zu erobern, wie sie bisher z. B. Bayern hatte. Eine Menge Dinge, die früher aus Bayern auf den Markt tamen und alles das, was z. B. besonders jahuraus, jahrein aus England bezogen wurde, alles dies soll mann in Butunft ebenso schön, ja fünstlerisch viel wertvoller und das ist die Hauptsache, viel billiger in Hessen herstellen. In dem Ernst des Lebens unseres Großherzogs bildet die Loffung dieser Aufgabe und diese fünstlerischen Bestrebungen feine liebste Beschäftigung und findet er auch darin erholende, ligtvolle Stunden gerade in der jeßigen, ernsten Beit. Unser Bußherzog brachte erst fürzlich erhebliche persönliche Opfer,

die größere Gewerbetreibende in Hessen sehr zu schäzen wissen. Fernstehende haben aber heute schon das Gefühl der Genugtuung und des Stolzes, wenn sie fast in allen größeren Städten des deutschen Reiches, ja selbst in Eng land in gewerblichen Ausstellungen oder an den Schaufenstern der Geschäfte Gegenstände finden, die Hessen ihre künstlerische Entstehung verdanken. Es ist beabsichtigt, im nächsten Jahre in St. Louis( Amerifa) eine größere hessische tunstgewerb liche Ausstellung zu veranstalten, wozu Se. Königl. Hoheit schon ganz bedeutende Kräfte gewonnen hat, da begründete Aussicht vorhanden ist, bei unsern deutschen Landsleuten in Amerita dem Kunstgewerbe nicht unwesentliche Absaßgebiete zu erschließen. Ein solches großangelegtes Wert, wie es unser Großherzog begonnen hat, bedarf selbstredend aber auch barer Mittel, wenigstens im Anfang und glauben wir, daß es nicht unbescheiden flingt, wenn an alle Einwohner Hessens die Bitte ergeht:" Gebe jeder nach seinen Kräften, aber gebe Jeder etwas."

** Tausend Mart hat der verstorbene Rentner Schreiber Gießen dem Deutsch österreichischen Alpen­verein Sektion Gießen", dessen langjähriges treues und eifriges Mitglied er war, vermacht, daran aber die Bedingung geknüpft, daß der Betrag nur in Gießen oder in deren Umgebung Verwendung finden soll und zwar ist die ausdrückliche Genehmigung des Verschönerungsvereins Gießen erforderlich, über die Art, wo und wie das Geld verwendet wird.

** Ehrender Auftrag. Der Meggermeister Fr. Schreiner in Gießen, welcher schon im vergangenen Jahre zur Hofjagd nach Lezlingen die Frankfurter Würft­chen zu liefern hatte, erhielt auch jest wieder von der faiserlichen Hoffüche in Berlin" einen Auftrag auf Frankfurter Würstchen für die Hofjagd Göhrde, welche am 18. d. M. stattfindet. Zweifellos bedeutet die Uebertragung der Lieferung an einen Gießener Meister, daß die Wurstfabrikation in unserer Stadt Vorzügliches leistet.

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** Silberner Sonntag. Am gestrigen Sonntag war die Landfundschaft überaus zahlreich in unsere Stadt gekommen um Weihnachts Einkäufe zu machen. In der Neustadt, der Marktstraße, dem Marktplak, der Schulstraße, Mäusburg und Kreuzplaz sowie in der oberen Bahnhofstraße war am Nachmittag ein Gewühl von Menschen, daß es, nicht zum Vorwärtskommen war. Die Geschäfte hatten recht hübsch zu tun, doch klagen die Geschäftsleute, daß bei dem milden Wetter viele Artikel, die besonders ins Geld laufen, und mit denen die Läger gefüllt sind, nicht verkauft werden. Am Seltersweg bewegte sich mehr die Stadtfundschaft auf und ab, um die Echaufenster zu betrachten. Die Gießener lieben es nicht am Sonntag ihre Einfäufe zu machen und bevorzugen hierzu mit Recht die Wochentage, an denen mai mit mehr Ruhe seine Auswahl in den Läden treffen kann.

* Redaktions- Schmetterling. In der Zeit geirrt hat sich ein schöner Falter der uns heute morgen freundlichst überbracht wurde. In der behaglichen Wärme unferes Redaktions- Kontors surrt das Tierchen am Fenster und Blüten und Sonnenschein wird es nicht sehen, das Leben ist zu kurz um schön zu sein.

** 8wanzigpfennigstücke aus Nickel. Die Frist, innerhalb welcher die Zwanzigpfennigftücke aus Nickel bei den Reichs- und Landestassen in Zahlung oder zur Um­wechslung angenommen werden, endigt mit dem 31. De­zember 1903.

*

* Sortenanbauversuch mit Hafer. Auf dem Sommer mit 8 verschiedenen Haferforten vergleichen de An­Versuchsfelde der landw. Winterschule Alsfeld sind im letzten bauversuche durchgeführt worden, deren Ergebnisse für die praktische Landwirtschaft unseres Gebietes von Wert bei der Auswahl von Hafer sorten sein dürften. Das Versuchsfeld, in der Nähe von Alsfeld gelegen, ca. 300 Meter über dem Meere, hat einen milden, tiefgründigen Lehmboden und war seither in herkömlicher Weise von dem Vorbefizer ohne Aufwendung größerer Mengen fünftlicher Düngemittel be­wirtschaftet worden. Vorfrucht waren Hackfrüchte; die Be­schaffenheit der einzelnen Parzellen, 4 ar groß, war gleich­mäßig, so daß keine Sorte in den Wachstumsbedingungen einen Vorsprung hatte. Die Saatfrucht wurde von den Original- Büchtern bezogen. Die Saat konnte wegen der nassen Witterung im Frühjahre erst am 5. Mai vor­genommen werden. Die Ernte war spät und wurde am 4. September für sämmtliche Sorten gleichmäßig an demselben Tage aus eführt. An fünftlichen Düngemitteln erhielt jede Parzelle von 4 ar vor der Saat 8 Klg. Super­phosphat und 5,6 lg. 40proz. Kalifalz, entsprechend einer Düngung pro Morgen von 1 Bentner Superphosphat und 35 Alg. 40proz. Kalisalz. Um 25. Mai erhielt jede Parzelle von 4 ar 4 Alg. Chilifalp ter, entsprechend 25 Alg. pro Morgen. Die sämtlichen Sorten litten etwas vom Rosten, und ebenso waren dieselben durch häufige Das Ernte, Niederschläge und Stürme teilweise gelagert. Das Ernte, bezw. Druschresultat ist nun folgendes: Es brachten auf den Morgen( 1/4 ha) berechnet: 1. Leutewiger Gelbhafer 17,07 Alg. und 21,19 3tr. 16,69 23,88 2. Strubes Schlanstedter 3. Beseler 3 16,63 21,50 16,06 15,81

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4. Kirsche's Ertragsreichster 5. Befeler 2

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6. Heines Ertragsreichster 7. Beseler 1 8. Ligowo- Hafer Obgleich also hier unsere besten Sorten unter gleichen Wachstumsbedingungen unter sich konkurierten, zeigt sich zwischen der besten und schlechtesten Sorte eine Ertrags­differenz an Körnern von ca. 4 Ztr. pro Morgen. Nach den diesjährigen Versuchsergebnissen wären für unsere Gegend demnach: Leutewißer Gelbhafer, Strubes Schlan­stedter und Beseler 3 die besten Haferforten, die sich auch ziemlich gleichständen und den Landwirten empfohlen werden könnten. Der Versuch soll 1904, womöglich mit den gleichen Sorten, wiederholt werden.

A Weglar, 12. Dez. Auf dem hiesigen Wochenmarkt fostete das Pfd. Butter 1,25 Mt., Eier 1 Stüd 9 Bfg.

Kirchhain, 12. Dez. Die hi sige ko.nhausger offent schaft hat auf nächsten Mittwoch eine V.rsammlung einbe rufen, in welcher u. a. auch eine Vergrößerung der jegt ge­schaffenen Kornhausanlage beschlossen werden soll.

Provinzial- Ausschuß- Sißung.

Wie wir bereits berichteten fand heute eine öffentliche Sigung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Overhessen statt. Den ersten Bunft der Tagesordnung betraf den Leichen­beschauer in der Gemeinde Azenhain im Kreise Alsfeld. Der Sachverhalt ist folgender: Nachdem der frühere Leichen­beschauer Johannes Seng II. zu Azenhain verstorben war, wurde Johannes Hahn von da als Leichenbeschauer seitens der Gemeinde Azenhain in Vorschlag gebracht und unterm 4. Dezember 1882 als solcher verpflichtet. Hahn besist in Azenhain ein Gut, das er bis zum Tode seiner Ehefrau ordnungsmäßig bewirtschaftete. Seit dieser Zeit hat er je­doch sehr nachgelassen und fast vollständig aufgehört, in ber Landwirtschaft tätig zu sein. Wenn er schon bei Lebzeiten seiner Ehefrau dem Alkohol gerne zugesprochen hat, so tut er es jetzt, nachdem die Aufsicht, die seine Frau über ihn geführt hatte, weggefallen ist, in erhöhtem Maße. Der Drtsarmenverband Azenhain sah sich daher veranlaßt beim Großh. Amtsgericht Grünberg Antrag auf Entmündigung des p. Hahn zu stellen, welchem auch unterm 16. Juli d. J. stattgegeben und die Entmündigung ausgesprochen wurde. Darauf verfügte das Kreisamt Alsfeld, daß p. Hahn einst. weilen vom Dienst zu dispensieren sei und beantragte unterm 4. September d. J. bei dem Provinzial- Ausschuß in Gemäß­heit des§ 53 der Gewerbeordnung die Zurücknahme der Bestallung des Johannes Hahn. Aus dem Beschluß des Amtsgerichts Grünberg, durch welchen Hahn wegen Trunk­sucht entmündigt worden sei, erhelle, daß dem Beställten jetzt diejenigen Eigenschaften fehlten, welche bei der Bestallung borausgesetzt werden mußten. Nachdem der in der heutigen Verhandlung vernommene Bürgermeister der Gemeinde Azen­hain bestätigte, daß die vorgetragenen Verhältnisse noch be­ständen, erkannte der Provinzial- Ausschuß nach geheimer Beratung zu Recht, daß die dem Johannes Hahn erteilte Bestallung als Leichenbeschauer zurückgenommen wird. Die Kosten des Verfahrens hat p. Hahn zu tragen.

Sodann wird das Urteil in Sachen Verteilung des Rapitalvermögens der Hohenmart- Forsttasse verkündigt, dahin­gehend, daß unter Aufhebung des Urteils des Kreisaus­schusses des Kretses Friedberg vom 5. Februar 1903 den von den Ortsverständen Dortelweil und Nieder- Erlenbach gestellten Anträgen auf Verteilung des Ueberschusses der Hohenmarktasse stattzugeben sei. Die baren Auslagen des Verfahrens fallen den Gemeinden Dortelweil und Nieder­Erlenbach zur Last.

Aus dem Gerichts[ aal.

Straffammer.

Gießen, den 11. Dezember 1903. Der frühere Wirt Reinhold Choschid von Gießen hat bei seinem Wegzug eine Anzahl ordnungsmäßig gepfändete Gegenstände mitgenommen. Das hiesige Schöffengericht ver­urteilte ihn dieserhalb zu 3 Tagen Gefängnis. Die von der Staatsanwaltschaft und von dem Angeklagten eingelegte Berufung wird heute zurückgewiesen und das untergerichtliche Erkenntnis bestätigt. Die Schüler Philipp Konrad Busch, Philipp Heinrich Petrie, Valentin Kohlas und der Maurer­lehrling Karl Busch, alle von Groß- Karben sind wegen Diebstahls bezw. Hehlerei angeklagt. Die Verhandlung er­giebt, daß dem Besizer der Bismarckquelle dortselbst eine Anzahl Stanioltapfeln im Werte von 40 Mt. und sonstige Gegenstände aus einer Bretterhütte gestohlen worden sind. Drei der Angeklagte sind geftändig, Sachen entwendet zu haben und werden zum gerichtlichen Verweis verurteilt; Karl Busch dagegen wird freigesprochen. Der Technifer Philipp Damm III. von Reis firchen wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen Körperverlegung zu 10 Mt. Geld­strafe verurteilt. Auf seine Berufung wird er heute freige­sprochen, da die Beweise nicht ausreichend sind. Maurer Karl Martin von Romrod stach nach einem Wirtshausstreit dem Handelsmann Leopold Fischer dortselbst ein Meffer in den Unterleib, sodaß dieser zurzeit noch bett­lägerig ist. Mit Rücksicht darauf, daß Lebensgefahr bestand, welche jedoch gehoben zu sein scheint, erkennt die Kammer auf 2 Jahr 6 Monate Gefängnis, worauf 2 Monate Unter­suchungshaft in Aufrechnung gebracht werden. Rum Schluffe werden die geschiedene Ehefrau Marie Peter, geb. Klippert und der Landwirt Georg Fint von Diclamen, von der gegen sie erhobenen Anklage des Ehebruchs, mangels Beweis freigesprochen.

Der

Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Läders, Futtermittelgroß­handlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Im Laufe di: ser Berichtswoche hat sich die hiesige Börse für Baumwollfaatmehl und Kleie weiter befestigt; bei allen anderen Futtermitteln hat sich jedoch wenig geändert.

Tendenz: schwankend.

Reisfuttermehl 24-28 Prog. Feit und Protein Mr. 4.00-4.15 pr. 50 Kilo ab Samb trg, Mt. 4.25-4.40 ab Hamburg, ohne Ge­haltsgarantie Mt. 3,30-3,90 ab Hamburg Reisfleie 2.00-3.00, Weizenkleie, grobe 4.20-4.50, Roggentleie 4.10-4 50, Gerftefleie 4.60-5.25, Eidnußtleie( gemahlene Erdnusschalen) 1.85-2.25, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Broz. 5.90-6.20, 53-58 Proz. 6.00-7.15, Baumwollfaatfuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.10-6.40, 58-62 Proz. 6.25-6.60, Cocusnußkuchen und Mehl 8-34 Proz. Fett und Protein 5.25 6.CO, Palmtern­fuchen und-Mehl 22-26 Broz. 5.00-5.25, Hapsfuchen und-Meht

38-44 Bro. 4.40-4.75, Leintuchen und-Mehl 38-42 Broz. 5.85 bis 6.50, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Broz. 5,75-6.00, e- trocknete Schlempe 33-45 Pro 5.20--5.50, Getrocknete Treber 24-30 Proj. 490-5.20, Malzteime t. 450-4.80 alles pro 50 Kilo ab Hamburg.

Berantwortlich: für den politischen und Inferatenteil: Albin Klein; für das Lokale, ben Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Städtisches Schlachthaus. Heute Fafelochsfleisch 48 Pig. Morgen weinefleisch 30 Pis.