der anderen ist eine Rückfahrkarte nach Edinburg in Schott land gefunden worden. Der Munizipalrat beschloß, die Opfer auf Kosten der Stadt Paris beerdigen zu lassen. Präsident Loubet richtete an die Stadtvertretung eine Telegramm, worin er der Erschütterung und Teilnahme Ausdruck gibt, die er an der Trauer der Bevölkerung von Paris nimmt. Die Fahne auf dem Rathause weht auf Halbmaſt. Die Metropolitain war das populärste Fahrmittel, gewissermaßen der Stolz von Paris geworden, und nun erfennt man plöglich seine Gefährlichkeit. Von allen Seiten wird gefordert, daß die Wagen aus weniger entzündbarem Material gebaut, daß die elektrischen Drähte isoliert, und daß in den Gewölben Zuftöffnungen geschaffen werden. Die Aktien der Metropolitain sind an der Börse um 51 Francs gefallen.
Auf dem Bahnhofe Place Ternes der Stadthahn ereig nete sich ein ähnlicher Unfall, wie der in Menilmontant aber ohne ernste Folgen. Auf dem Motorwagen entstand ein Brand, der zwar alsbald gelöscht wurde, aber doch Anlaß zu einer Benik unter den Fahrgästen gab. Zwei Damen sprangen aus dem Wagen und erlitten dabei leichte Verlegungen.
König Eduard von England hat anläßlich des Unglücks auf der Stadtbahn an den Präsidenten Loubet ein Beileibstelegramm gerichtet. Mehrere Pariser Blätter erfahren aus Rom, daß der Papst dem französischen Botschafter seine Teilnahme habe übermitteln lassen. Für die zumeist be dürftigen Hinterbliebenen der Verunglückten ist vom „ Figaro" und anderen Blättern eine Sammlung eröffnet worden.
Der Abftinenten- Kongrefs.
- Eine ,, nüchterne" Betrachtung.-
des deutschen Kaisers. Die Kosten wurden der Staatstaffe auferlegt.
§ Im Humbertprozeß kündigte der Anwalt Thereses, Labori, an, er werde den Gerichten beweisen, daß einige Monate vor der Verhaftung der Humberts in Madrid der frühere französische Botschafter am spanischen Hofe, Patenotre, der behauptet, von der Anwesenheit der Humberts nichts gewußt zu haben, beinahe die Marie Daurinac geheiratet hätte. Selbst wenn Labori instande sein sollte, diese seine sensationelle Behauptung zu beweisen, so ändert das an der Schuldfrage an und für sich natürlich nicht das geringste. Er will damit dartun, daß die Behörden die Abreise der Angeschuldigten durch Untätigkeit begünstigt haben. Frederic Humbert wie Therese richten heftige Angriffe gegen den Justizminiſter Vallé, dessen Erscheinen als Zeuge sie fordern. Therese wiederholt nochmals, sie werde beweisen, daß die Crawfords, die nur einen anderen Namen trügen, eriſtierten, ebenso wie das Schloß Marcotte, das sie angeblich geerbt hat, das aber nicht auszufinden ist. Sie bertröstet den Präsidenten, der von ihr nun endlich die versprochenen Aufklärungen verlangt, bis nach vollendetem Zeugenverhör. Der Schriftsachverständige Legrand bekundet, daß die dem Notar nach Bayonne gesandten Vollmachten der Crawfords die allerdings verstellte Handschrift Romain Daurignacs tragen. Polizeikommissar Hennion erzählt ausführlich die bekannten Vorgänge bei der Verhaftung der Humberts in Madrid.
Man schreibt uns aus Berlin: Auf dem soeben been deten Abstinenten- Kongreß predigte der bekannte Alkohol gegner Professor Dr. Forel aus Zürich dem Volke die Notwendigkeit einer völlig abstinenten Lebensweise. Insbesondere suchte er mit der Schilderung eines Experimentes die un günstige Wirkung des Alkohols auf den in der Entwicke lung begriffenen aber noch nicht zum Leben erwachten Menschen( Embryo) nachzuweisen, ein Experiment, das für die Gefährlichkeit des Alkohols eigentlich doch sehr wenig beweist. Zwei Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, Simon Rabenstein und der praktische Arzt Dr. Juliusburger, faßten die Frage von der sozialpolitischen Seite an und predigten namentlich den Arbeiterklassen Enthaltsamkeit. Insbesondere waren sie in der Forderung einig, daß Versammlungen, in denen wichtige Beschlüsse über Ar beiterinteressen gefaßt werden sollen, ohne Alkoholgenuß stattfinden sollten, und sie richteten eine dahinzielende Aufforderung an die sozialdemokratische Partei.
Nab und fern.
Epidemieen. Nach amtlicher Mitteilung sind in der Woche vom 2.- 8. August in Brauschweig 127 Typhus- Erfranfungen angemeldet. Ueber die Anmeldungen in der laufenden Woche liegen noch keine Ziffern vor, doch sind auch einzelne neue Erkrankungen wieder vorgekommen. In mehreren Ortschaften des Kreises Plimowitschi im russischen Governement Mogilew ist eine Ruhrepidemie aufgetreten. Jur vorigen Monat sind bereits 110 Todesfälle vorgekommen. Erdbeben in Griechenland. In ganz Griechenland fan. den mehr oder minder heftige Erdstöße statt. Die schlimmsten Folgen hatte das Naturereignis auf der Insel Kithera, wo durch drei starke Stöße die Dörfer fast vollständig zerstört wurden. Verluste an Menschenleben sind nicht gemeldet. Bei Neapel dauern die Erdbeben weiter an, Die Wellenbewegung zieht sich den ganzen Golf bis Sorrent entlang. In Neapel selbst und den umliegenden Ortschaften herrschte zeitweise große Panik.
Die Jahrhundertfeier in Wismar am 19. August, durch die die 1803 erfolgte Einverleibung der ehemals schwedischen Stadt in deutsches Gebiet festlich begangen werden soll, wird sich nach folgendem Programm vollziehen: Gottesdienst, Parade, Fahrt in See, Festzug, Festessen und Einweihung des Gedenksteines. Daran teilnehmen werden die nachstehenden Fürstlichkeiten: Der Großherzog Friedrich Franz IV. bon Mecklenburg- Schwerin, die Herzöge Johann Albrecht, Paul Friedrich, Adolf Friedrich und Paul, sowie der Prinzgemahl Heinrich der Niederlande. Außerdem wird neben dem mecklenburgischen Ministerpräsidenten auch der schwedische Staatsminister von Langerheim anwesend sein.
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Edison nicht erblindet. Die Bergmann- Elektrizitätswerke in Berlin veröffentlichen folgende Erklärung: Vor einigen Tagen erschien in der Tagespresse eine Notiz über Edisons Erblindung durch Röntgenstrahlen. Da wir mit Herrn Edison in sehr naher Beziehung stehen, haben wir uns über die Meldung an maßgebender Stelle erfundigt, und es wurde uns die Mitteilung, daß die Nachricht völlig unbegründet und von einer drei Jahre alten, damals auch sehr aufgebauschten Meldung herrühren dürfte.
Leopold Wölfling als Schweizer Villenbesizer. Der frühere österreichische Erzherzog Leopold, jetzt einfach Leopold Wölfling, hat behufs dauernder Niederlassung die Villa Keiser in St. Karl bei Zug für 100 000 Francs gekauft und gedenkt nach Ablauf der Naturalisationsfrist das Zuger Bürgerrecht zu erwerben.
Einstweilen ist das Echo jener Aufforderung in der sozialdemokratischen Presse tein besonders günstiges, und zwar vor allen Dingen deshalb, weil diese Aufforderung der Arbeiterschaft den Stempel einer gewissen Alkoholſuchi und physischen und psychischen Verseuchung aufdrücke, vor allem aber auch deshalb, weil die Forderung der Abstinenten zu weit geht. Tatsächlich sind ja alle Volksschichten und Berufsklassen darin einig, daß der übermäßige Alko holgenuß gesundheitsschädlich und nervenzerrüttend ist und daß ihm entgegengesteuert werden muß. In mäßigen Quantitäten genossen aber ist der Alkohol nicht selten ein gesundheitsförderndes Mittel. Die Physiologie hat nachgewiesen, daß der vorsichtige Alkoholgenuß den Verbrauch an Muskelsubstanz mäßigt und daher bei angestrengter Arbeit das Bedürfnis nach Ersaz mildert. Professor Moleschott sagte deshalb seiner Zeit, als das Branntweinverbo! eingeführt werden sollte, es ist grausam, den Taglöhner, der sich im Schweiße seines Angesichts sein spärliches Mahl verdient, des Mittels zu berauben, durch welches dürftige Nahrung lange vorhält". Demnach ist mäßiger Alkoholgenuß ein Mittel, um mit einer an blutbildenden Stoffen ärmeren Nahrungsmenge auszukommen.
Seemannssolidarität. Die Matrosen des in Halifay ankernden deutschen Kreuzers„ Vineta" vereinigten sich mit den dortigen englischen Soldaten und Marinemannschaften, um gemeinsam in der Zitadelle eine Vorstellung zu Gunsten des kürzlich gegründeten Soldaten- und Seemannsheims zu beranſtalten.
Bunte Chronit. In Oran wurden drei deutsche Fremdenlegionäre, Ratt, Boll und Allmann, erschossen, die wegen Ermordung einer alten Krämerfrau in Saida zum Tode verurteilt waren.
In Kalk bei Cöln feuerte der an Epilepsie leidende 30jährige Sohn des Direktors der Bardenhäuerschen Brauerei auf seinen Vater zwei Schüsse ab, die diesen lebensgefährlich verletzten. Dann tötete er sich selbst durch einen Schuß in den Mund.
* Ein Ueberfall auf italienische Arbeiter in Mainz. An einer Baustelle in der Rheinallee zu Mainz wurden italienische Arbeiter von deutschen Maurern überfallen. Die Angreifer waren mit Kuteln und Revolvern bewaffnet und jagten die Italiener nach kurzer Gegenwehr in wilder Flucht vor sich her. Verschiedene Italiener wurden gefährlich verwundet, am schwersten der Polier, der ins Rochushospital gebracht werden mußte.
In der Wandsbecker Husarenkaserne erschoß sich der Wachtmeister Biermann vom 15. Regiment. Gegen B., der im zwölften Dienstjahr stand, schwebte eine Untersuchung wegen Sittlichkeitsverbrechen, die er an Untergebenen verübt haben soll.
Vermischtes.
[ Ein tenres Erinnerungszeichen] wurde auf Befehl des Kaisers dem Korvettenfapitän a. D. Rosenstock v. Rhöned in Philippsthal in der Rhön durch den Staatssekretär des Reichsmarineamts, Vizeadmiral von Tirpit, zugestellt. Mittels ehrenvollen Anschreibens erhielt der Korvettenkapitän den Säbel seines Sohnes, des früheren Kommandanten des bei Cuxhaven untergegangenen Torpedobootes S 42" zugesandt, der bei den jüngst vorgenommenen Hebungsbersuchen des Torpedobootes durch einen Taucher gefunden und zu Tage gefördert worden war.
* Gefährliche Schießübungen. Während der Schießübungen eines englischen Geschwaders bei Algesiras schlug ein Geschoß neben dem Gebäude der Rettungsgesellschaft ein. Der spanische Konsul in Gibraltar richtete an die Behörden eine Beschwerde, auf die ihm befriedigende Erklärungen zuteil wurden. Ein gefährliches Abenteuer hatte der ungarische Dampfer Franz Deaf" in der Nähe der rumänischen Donaustation Tziglina bei Galak zu bestehen. Blötzlich ſauste ein Hagel von Geschossen über das Verdeck des Schiffes, auf dem viele Paffagiere sich befanden. Eine zweite, eine dritte Salve prasselt über die Köpfe der Erschrockenen hinweg, glücklichermeise ohne jemand zu verletzen. Mehrere Geschosse bohrten sich aber in die Decke des Salons 1. Klasse ein. Die nach erfolgter Anzeige des Kapitäns ingeleitete Untersuchung hat erwiesen, daß die Kugeln von den Mannlichergewehren der rumänischen Marinesoldaten herrührten, welche in der Nähe des Ufers Schießübungen mit scharfen Patronen veranstalteten, wobei abirrende Geschosse das vorüberfahrende Schiff gefährdeten. Das rumänische Marinekommando trifft insoweit ein Verschulden, als die Uebungen ganz ohne Sicherheitsporkehrungen allzu nahe am Ufer stattfanden und die vorbeifahrenden Schiffe nicht gewarnt wurden.
Wie in allen Fragen, so schadet auch in der Alkohol. frage der Fanatismus und der Radikalismus, die Ueber treibung, die den Widerstand weckt und die Leidenschaftlich. keit, die nicht mehr die richtigen Grenzen zu unterscheiden vermag. Die Abſtinenten müßten sich außer einem alkoholnüchternen Magen auch ein nüchternes Urteil bewahren. Es wäre vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus nicht einmal wünschenswert, wenn die extreme alkoholfeindliche Richtung zum Durchbruch käme, denn dadurch würden ganze Industriezweige, Bierbrauereien und Branntweinbrennereien und die hierfür produktive Landwirtschaft veröden und der Weinbau zu Grunde gehen, aber auch die deutsche Geselligkeit würde leiden. Trotz aller Statistiken über den Alkoholkonsum ist es ein unwahres Märchen, daß Deutschland dem Mkoholismus verfallen und daher in einem geistigen, seelischen und körperlichen Niedergang begriffen ist. Man sei doch auch nicht undankbar! Wer ist es denn, der wieder zur geistigen Befreiung und inneren Erhebung der arbeitenden Menschheit beiträgt? Sind nicht die vielen Biergärten, die in jeder Großstadt und deren Umgebung sich finden, mit ihren Konzerten und Theatervorstellungen ein Ausgleich für den Alkoholgenuß? Und ist denn nicht überhaupt die Hälfte der Menschheit frei von jeglicher Neigung hierzu? Die Frauenwelt weist nur sehr bereinzelt alkoholsüchtige Exemplare auf. Wir lassen uns also unter keinen Umständen einreden, daß eine latente Alkoholgefahr und ein Symptom der Decadance vorliegt, ohne aber etwa die Notwendigkeit und den Wert der auf eine Verhütung der Trunksucht hinzielenden Bestrebungen zu verkennen. Aber diese sind zu kompliziert, um sie mit einem Worte zu charakterisieren. Ein Hauptschutzmittel aber ist eine geeignete Jugenderziehung. Systematische Anleitung der Jünglinge zur Pflege des Körpers durch Turnen und eine Geistesgymnastif in den Fortbildungsschulen, Gründung von Volks- und Lehrlingsheimen nebst Bibliotheken, Borträgen und Naturgenuß. Den Mädchen aber muß ein häuslicher Sinn eingepflanzt werden, damit sie in ihrem späteren Beruf als Hausfrauen dem Gatten das Heim und die Familie angenehm machen fönnen. Daß der Embryo nicht an Alkoholvergiftung stirbt, dafür sorgt die Natur, eine geordnete Erziehung zum ordnungsgemäßen Leben schützt auch den erwachsenen Menschen gegen eine Alkoholberseuchung.
Hus dem Gerichtsfaal.
[ Ein nobler Hausherr.] Einem Hausbesizer in Obersendling bei München hatte eine Anzahl seiner Mieter, deren Geschäftsstellen und Bureaus im Innern der Stadt liegen, so daß sie die Trambahn benüßen müssen. rit Rücksicht auf die Erhöhung der Streckenkartenpreise gekündigt, um in die Stadt zu ziehen. Sie nahmen aber die Kü igung zu rück, da sich der Hausherr erbot, den halben Preis der Streckenfarten aus seiner Tasche zu bezahlen.
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[ Ein Poftfuriofum,] das noch die Gerichte beschäftigen wird, trug sich dieser Tage auf einem Postamt in Cöln ( Rhein) zu. Der Inhaber eines optischen Geschäftes zahlte eine größere Summe ein, wobei sich ein unbeschädigter österreichischer Taler vom Jahre 1860 befand. Man erflärte das Geldstück für verfallen und konfisziert, da es außer Kurs sei. Der Optikus verlangte die Zurückgabe und wollte anderes Geld dafür geben. Er wurde jedoch abgewiesen, dagegen wurde ihm eine Mark für den Silberwert des öfterreichischen Talers geboten. Der Einzahler wies diese Großmut von der Hand, da schon jeder Silberschmied mehr dafür gebe, worauf kurzer Hand der Beamte den Taler zerschnitt und die beiden Hälften an den Eigentümer zurückgab. Dieser hat nunmehr einen Rechtsanwalt beauftragt, den Fiskus auf Herausgabe eines anderen österreichischen Talers zu verklagen.
A Das Ende eines Blutsangers. In dem ungarischen Ort Medgyesgyhaza wurde mitten auf dem Marktplaß ein reicher Wucherer, Leopold Ujhelyi, von einem Landwirt namens Johann Marek durch einen Revolverschuß tot zu Boden gestreckt. Der Mörder stellte sich freiwillig dem Gericht und wurde nach kurzem Verhör auf freiem Fuß belassen. Marek, ein braver, arbeitsamer Mann, war durch die Hartherzigkeit Ujhelyis oder, wie ihn der Volksmund nannte, des Nabobs von Vasarhely, zur Verzweiflung getrieben worden. Mißwachs hatte ihn gezwungen, die ,, Hilfe" des Wucherers in Anspruch zu nehmen. Dieser hatte es aber darauf abgelegt, ihn von Haus und Hof zu vertreiben, und wollte ihm jezt die diesjährige reiche Ernte, von der Marek die Erlösung aus seiner Notlage hoffte, für ein Schandgeld versteigern lassen. Vergebens flehte Marek um kurze Geduld, der Nabob blieb ungerührt und unerbittlich, ja verhöhnte den Aermsten noch. Zorn und Erbitterung drückten nun Marek die totbringende Waffe in die Hand. Der Name des„ Nabobs von Vasarhely" wurde vielfach in Verbindung mit einem Prozeß genannt, der wegen Verleitung zu falscher Zeugenaussage gegen ihn eingeleitet worden war. Damals wurde Ujhelyi zu einem Jahre Gefängnis verurteilt, gegen Erlag einer Raution von 20 000 Gulden aber auf freien Fuß belassen. Er versuchte erst eine Revision des Prozesses zu erzielen, flüchtete dann nach Amerika. Der Gedanke, die Kaution zu verlieren, trieb ihn jedoch wieder zurück und er büßte schließlich die Strafe ab.
§ Das Urteil im Leipziger Tolstoiprozeß lautete auf Einiehung und Unbrauchbarmachung der russischen Ausgabe der Schrift Tolstois Du sollit nicht töten" wegen Beleidigung
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[ Auch eine vom schwachen Geschlecht.] Dieser Tage reifte von Thorn nach Elbing eine Dame, die überall begreifliches Aufsehen erregte, denn ihr Gewicht betrug- 380 Pfd. In Marienburg war ihr der gewöhnliche Durchgang an der Bahnsteigsperre zu eng, so daß sie auf einem anderen Wege in den Eisenbahnwagen gelangen mußte. Auch hier war das Einsteigen mit Schwierigkeiten verknüpft. Diese Dame bil. det gewissermaßen ein Seitenstück zu dem bekannten Restaura teur Herrn Hans Fromm zu Willenberg in Ostpr., der allerdings 502 Pfund wiegt. Der Herr könnte einen gewöhn lichen Personenwagen zur Eisenbahnfahrt gar nicht benutzen. [ Automobil- Lotsen] sollen auf den schweizerischen Alpenstraßen eingeführt werden. An den gefährlichen Straßenstellen werden Posten errichtet, von wo aus der Lotse die Führung des Vehikels übernimmt.
Berheerender Orkan auf Martinique. Die durch den Ausbruch des Mont Pelée so arg verwüstete Insel Martinique ist schon wieder von einem furchtbaren Naurereignis heimgesucht worden. Ein über den westindischen Archipel dahinsausender Orkan hat einen großen Teil der auf den alten Trümmerstätten neu aufgebauten Dörfer wieder zerstört und viele Menschenleben vernichtet. 5000 Obdachlose sind der größten Not ausgesetzt.
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[ Der Abonnent vor der Himmelstür.] Eine englische Kirchliche Wochenschrift, das„ Wallasey Parish Magazine", scheint von vielen ihrer Leser mit dem Abonnementsgeld im Stiche gelassen worden sein. In der letzten Nunmer findet sich nämlich folgende zarte Erinnerung in Gestalt eines , Post mortem Dialogs" an der Himmelspforte. Petrus: Wer bist Du?" Applikant:„ Ein Einwohner von Wallasey." Petrus:„ Warst Du ein Abonnent des Parish Magazine"?" Applikant: Ja." Petrus:„ Hast Du auch Dein Abonnementsgeld bezahlt?" Applifant:„ Das habe ich vergessen." Petrus:
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*[ Ein sonderbares Pistolenduell hat in Paris stattgefunden. Zwei Kaufmannslehrlinge hatten beschlossen, um ihre Geliebte im Zimmer des einen mit der Pistole in der Hand zu kämpfen. Sie knallten auch richtig los und vorbei. Im nächsten Moment stürzte der Zimmernachbar schimpfend und fluchend herein, läßt sich aber nach kurzen Wortwechsel begütigen und bestimmen, das Amt eines Unparteiischen zu übernehmen. Neuer Kugelwechsel, diesmal mit Erfolg: der Unparteiische hat einen Schuß in der linken Wade ſizen, zum Glück nicht gefährlich. Inzwischen war die Polizei benachrichtigt worden, die die beiden Kampfhähne zur Wache sistierte, während der unglückselige Unparteiische ins Krankenhaus gebracht wurde. [ Ein Dorado auf dem Grunde des Tiber.] Wenn man den soeben erfolgten Veröffentlichungen eines italienischen Gelehrten, des Professors Nispi- Landi, Glauben schenken darf, ist der„ gelbe" Tiber ein Fluß, dessen Bett mit reinem Gold ausgefüllt au sein scheint. Der italienische Gelehrte
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