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13.6.1903 Erstes Blatt
 
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Warum wollen wir Handwerker

nicht den Herrn Köhler- Langsdorf, sondern den von den vereinigten liberalen Parteien vorgeschlagenen

Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt

wählen?

Herr Dekonomierat Schlenke hat in Nr. 132 des ,, G. A." vom 9. Juni d. Js. als Mitglied des Bundes der Landwirte gesprochen und ist für die Kandidatur Köhler- Langsdorf eingetreten. Was Herr Schlenke zur Unterstüßung seines Kandidaten aufgeführt hat, ist mehr oder weniger die bekannte Tonleiter der Hoch- Agrarier, die jede andere Auffassung der Interessen des Gemeinwesens als nicht existenzfähig ansicht. Die von Herrn Schlenke beliebte Phrase: ,, Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Megger selber", findet seinen Gleichklang in der Gesinnung seines Kandidaten Köhle: s gegenüber der Handwerker und anderer Berufsstände, welche derselbe am 4. Oftbr. 1901 im ,, Gießener Anzeiger" durch folgenden Ausspruch zum Ausdruck brachte: ,, Der Handwerkerstand sei zu geistig beschränkt u. s. w. f.

Handwerker! Aus dieser kurzen Darlegung erhellt zur Genüge, daß wir den Anführungen des Herrn Schlenke für seinen Kandidaten keinerlei Beachtung schenken dürfen; im Gegenteil, mit aller Macht dahin wirken müssen, daß ein Kandidat wie Köhler- Langsdorf durch unsere eigene Schuld nicht etwa Reichstagsabgeordneter würde, denn Kögler Langsdorf hat uns und vielen anderen Berufsständen bisher so gut wie garnicht genügt. selbst seinem eignen Berufsstande dem Bauernstande hat er keinen be­

sonderen Nußen gebracht.

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Wer gehört enger zusammen, als der Handwerker und der Bauer, denn beide ziehen an einem Strang; beide werden vornehmlich durch die Begehrlichkeiten der Hoch- Agrarier, in deren Horn Herr Köhler bewußt oder unbewußt bläst, in hohem Maße benachteiligt.

Deshalb, Handwerker und Bauern in Stadt und Land, tretet ein für die Wahl des einzig richtigen Kandidaten

Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt

welcher durch sein bisheriges Handeln gezeigt hat, daß er alle an ihn heran.retenden Verhältnisse nicht blos in wohlwollender, sondern vor allem in vorurteilsloser Weise zu erledigen bestrebt ist, der für jede ge= meinnützige Angelegenheit, insbesondere aber für uns Handwerker eintritt, wie es wohl selten je­mand thut; der stets in Wort und Tat jeden Augenblick bereit ist, beratend und helfend für uns einzu­springen. Darum nochmals: fort mit Köhler- Langsdorf und seinem Musterökonom und tretet ,, Alle" ein für den Kandidaten

Herrn kommerzienrat Heyligenstaedt.

Viele Handwerker aus Stadt und Land,

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