Ausgabe 
13.6.1903 Erstes Blatt
 
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Lokales.

Gießen, den 13. Juni 1903.

** Die Burg in den Gießen oder, wie das Bauwerk allgemein genannt wird, das alte Schloß wird nun wie man uns von bestunterrichteter Seite mitteilt, hinter­einander, auch der innere Ausbau des Tübbingers- Flügels, der als Absteigequartier für den Landesherrn bestimmt ist, fertiggestellt. Ein Industrieller unserer Stadt hat nämlich dem Oberbürgermeister Mecum für diesen Zweck die hierzu erforderliche Summe von 30 000 Mt. ausgehändigt, so daß die opulent angelegten Entwürfe der dereinstigen inneren Gemächer für die Großherzogliche Wohnung so ausgeführt werden können, wie dieselben vom Architekten Hofmann in Aussicht genommen sind.

wärtig schon stehenden Bauteile der neuen tath. Kirche verraten edle rheinische Gothik und die Disposition des hohen Chores ein Meisterwert von Raumenthaltung. Wie wir weiter erfahren, werden die noch freiliegenden Neben­baupläge bald verschwinden und moderne Wohnhäuser zum Himmel ragen. Hoffen wir, daß deren Baustil mit dem der neuen Kirche harmoniert.

Die Ortsgruppe des Hessischen Waisen­schußes hat morgen ihr Sommerfest auf der Schönen Aussicht". In recht ungezwungener Weise tönnen Familien und junge Leute einer angenehmen Unterhaltung dort nach gehen, da das Festkomitee und der Vorstand ein abwechs­lungsreiches Programm aufgestellt haben. Wetter nötig. Für einen zahlreichen Besuch spricht schon Nur ist gutes der Zweck des Festes: Verteilung des Ueberschusses an Halbwaise.

Aufgebotene.

10. Juni. Max Belteson, Fabritbesizer in Dresden, motivheizer dahier mit Marie Schättler dahier. Karl mit Hedwig Oppenheimer dahier. Johannes Möller, Loko­Christian Philipp Winter, Schlosser in Nidda, mit Lina Elisabeth Brückel dahter. 11. Juni Robert Emil Cremer, Johann Friedrich Wilhelm Mettenheimer, Apotheker in Gaswerkmeister dahier, mit Klara Frieda Kreißig dahier. Bilbel mit Wilhelmine Auguste Lina Elli Mettenheimer da­hier. Friedrich Aulenbacher, Schneider dahier, mit Louiſe Schmidt dahier.

k Am Donnerstag feierte die tathol. Gemeinde Gießen mit dem Frohnleichnamsfeste die Grundstein- Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. legung einer neuen Pfarrkirche, da die bestehende zu flein geworden ist. Nach feierlichst gehaltenem Leviten­amt zog die Gemeinde unter Vortritt der Geistlichkeit zum Kirchenbauplaze, woselbst die kirchliche Weihe des Grund­steins, der Fundamente und stehenden Wände vorgenommen wurde. Herr Dekan Bayer hob in der Festrede hervor, daß die kath. Gemeinde zu Gießen 1790 gegründet und 1840 zum ersten Kirchbau geschritten set, in deren Halle noch heute die Gemeinde ihre Heimat habe. Die vorgelesene Grundsteinlegungsurkunde gedachte in ihrem Inhalt sämt­licher Behörden, des Baumeisters, der Bauleiter und der Handwerksmeister. Sodann wurde die Bleirolle mit der Pergamenturkunde dem Grundsteine einverleibt und ver­mauert. Am Nachmittag hatte die Gemeinde einen recht schön verlaufenen Ausflug zum Schiffenberge. Die gegen

Eheschließungen.

burg, Kreis Alsfeld, mit Anna Marie Bertha Heppner da­6. Juni. Ludwig Reinhardt, Mühlenbesizer in Bern­hter. Heinrich Becker, Knecht dahier, mit Margarethe Kröll

Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nr. 135 des Gießener Anzeigers" am 12. Juni 1903 schreibt irgend einer,

dem ich, scheint's schwer im Magen liege:

,, Doch der Platz der Giessener Abgeordneten im Reichstagshause ist seit zebn Jabren unbesett. Auch führt derselbe vorher aus, daß ich seit 10 Jahren den Reichstag kaum besucht habe. Ich bitte Sie nun, geehrter Herr Redakteur, der Wahrheit die Ehre zu geben und Ihren irregeführten Lesern das Folgende mitzuteilen:

Bürgergesellschaft

Gießen.

feſtgejezte Partle findet

Die auf Sonntag, den 14. d. 8 Tage später

statt.

bahier. Heinrich Kimbel, Bezirksfeldwebel in Wiesbabe Adolph, Sergeant in Buzbach, mit Anna Bergen dah mit Elise Habermehl in Wiesbaden. 10. Juni. Johann Johann Heinrich Pfeffer, Taglöhner dahier, mit Elisab Triller dahier. 12. Juni. Albert Loew, Kaufmann in G feld mit Bertha Meyerhoff_dahier. Geborene.

ein Sohn, Wilhelm Heinrich. 2. Juni. Dem Kanfman 31. Mai. Dem Backsteinmacher Johannes Appel I Adolf Rizzolli eine Tochter. Dem Taglöhner Jean Schmi ein Sohn, Karl Eduard. 6. Juni. Dem Hilfsmonter Heinrich Huhn eine Tochter, Karola Gertrude. 7. Jur 9. Juni. Dem Weißbindermeister Wilhelm Emil Eul Dem Tabakspinner Hugo Thielmann eine Tochter, Mari eine Tochter. 10. Juni. Dem Brauereibesizer Adolf Denning hoff ein Sohn, Karl Adolf.

Gestorbene.

5. Juni. Friedrich Müll, Taglöhner daher, 53 Jah Falkeustein, 83 Jahre 4 Monate alt, Privatin dahier. 10 Monate alt. 7. Juni. Rosalie Silberst in, geboren dahier. Elisabethe Kaiser, 16 Jahre 2 Monate alt, Tag Juni. Minna Kohlermann geborene Strauch 45 Jahre 1 löhnerin dahier.

11

Che

Monate alt, Ehefrau des Küfermeisters Ludwig Kohlerman und uns genau

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

1. nach Trinitatis, Sonntag den 15. Juni. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

auszuüben habe

ben, in's Gedg einen Absc meinen und giebt. 1. nid

Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Der Vorftand. Matthääsgemeinde. Bugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus ba

Auf Grund meiner, ſeit 1. Februar 1884 forgfältig geführten Tagebücher Kohlen

stelle ich fest, daß ich zwecks Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen, an den folgenden Tagen in Berlin war:

1893: 3., 4., 5. und 6. Juli; 15., 16., 17., 18. und 19. November; 5., 6., 7., 8., 9., 15., 16. und 17. Dezember.

1894: 23., 24., 25., 26. und 27. Januar; 13., 14., 15., 16., 17., 18. und 28. Februar; 1., 2., 3., 4., 10., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 17. und 18. März; 4., 5., 6. und 7. Dezember.

1895: 8., 9., 10., 11. und 12. Januar; 6., 7., 8. und 9. Februar; 14., 15., 16., 27., 28., 29., 30. uud 31. März; 7., 8., 9., 10., 11. und 12. Mai; 18. Juni; 3., 4. und 5. Dezember.

1896 15., 16., 17., 18., 19. und 20. Januar; 9, 10. und 11. Dezember;

[ am 14. April starb mein Vater, meine Wahl wurde faffiert, weil ich postage

wurde.] 1897: 18., 19., 20. und 21. Mai;[ verhindert durch Arbeiten im Finanz­ausschuß zu Darmstadt und Bürgermeisterwahl.] 1898: 22., 23., 24., 25., 26. und 27. März; 6., 7., 8. und 9. Dezember. 1899: 27., 28. und 29. Februar; 1., 2., 13., 14., 15., 16. und 17. März. 1900: 8., 9., 10. und 11. Februar, 18., 19., 20., 21., 22., 23. und 24. Mat. 1901: 6., 7., 8., 9., 12., 13. und 14. Dezember. 1902: 12., 13., 14. und 15. Dezember.

[ 1793]

Alles ohne Diäten.

Langsdorf, den 13. Junt 1903.

Hochachtungsvoll

bon ben beften Bechen,

ukkohlen, Anthracit, prima rheinische Briketts und Boks

ben billigsten Breisen.

pro Centner geschnitten M. 1.20 Prima Tannen- Brennholz gehadt 1.80 febes Duantum fret ans Saus liefert

B

Vormittags 9.30 Uhr Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Nachmittags 2.30 Rinderkirche für die Marcusgemeinde

Bfarrassistent Vogt.

In der Johanneskirche.

Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Nanmann. Johannesgemeinde.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Rinderkirche für die Lukasge meinde. Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 13. Juni.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen heit zur heil. Beichte. Sonntag, den 14. Juni.( 2. Sonntag nach Pfingsten.)

And. Euler. Bormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte

die Ervedition der" Grünberger Sin zehnjähriges Zugpferd steht zu verkaufen, wo sagt Beitung".

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um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe.

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Darum Vorurteil,

Ein Meggerlehrling Namittags um 21 Uhr: Fest- Andacht mit Segen. sofort gesucht. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 22 Expedition dieſes Blattes. Wo, sagt die Tüchtiges Mädchen

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Schmidt,

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Monat

Schöne Aussicht."

Wähler, Kameraden u. Landwirte.

Von einem Herrn Schlenke, Landwirt a. D., wird Euch zum Reichstage die Kandidatur Köhler empfohlen. Wie kann es dieser Herr wagen, uns einen Kandidaten zu empfehlen. Wisset Ihr nicht, wie derselbe die Landwehr und Reserve als Reserve- Offizier kommandirt hat? Denkt Ihr noch an die Kraftausdrücke? Wenn man sich dies alles in das Gedächtnis ruft, muß man sich unwillkürlich sagen:

Herr Schlenke

Schlenke kann

kann uns keinen Kandidaten empfehlen

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und wenn er trotzdem einen vorschlägt, so kann der Betreffende nicht derjenige sein, der unsere Interessen vertritt, da Herr Schlenke mit seiner Empfehlung der Behandl eigene Interessen zu verfolgen scheint.

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Gebt ihm am Wahltage die richtige Antwort, indem Ihr einen Mann wählt, der nicht einseitige Interessen vertritt, sondern fest gewillt ist, Industrie und Landwirtschaft wie Handwerk nach bestem Wissen und Gewissen zu vertreten nach dem Wahlspruch des Herrn Köhler: Einem Jeden das Seine. Was Herraucht ja n Köhler aber nicht vertritt. Der einzig richtige Mann ist unserer Ueberzeugung nach darum nur

Herr

Heyligenstaedt,

der den vorgenannten Wahlspruch des Herrn Köhler getreu befolgt.

Auch ein Landwirt, im Einverständnis Bieler.

werksmeis

Legten St

prach man

ann ichot Broßindu Gießener

[ 1791]