Einzelbild herunterladen

266.

nementyrets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfs, In aus gebracht 60 Bfg, burch die Poft bezogen biertel fährlich Mr. 1.50.

mabeilagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) Oneffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Immenban, fotote bie Gießener Celfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitage.

Donnerstag, den 12. November 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Jasertionsprei 8. Die einfpaltige Betitgeile für Gießen tote ganz Oberbeffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfc. forft 16 Pfg.; Reklamen die Betitgeile 30 resp. 40 Big.

Postzeitungsliste No. 3969.

Rebattion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchlah At, 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.

Bekanntmachung.

Aus den Zinsen der Stiftung der Elisabethe Schmidt fimb Galben von je 17 Mt. an vier bedürftige, unbescholtene lebige Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre und neun arm Witwen aus Gießen zu verteilen. Meldungen sind unter Beifügung der erforderlichen Nachweise bis zum 100 Dezember I. Js. auf dem Armenamt, Neuen Bue 43, anzubringen. Gießen 10. November 1903.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmann.

Bekanntmachung.

Aus der Minna Keil- Voat- Stiftung sind für das Fothr 1903 drei Gaben von je 70 Mt. an drei in Gießen wanbalte, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder deren Witwen, evangelischer Konfeffion, zu vergeben. Be­werbungen haben bis fängstens 30. November d. Js. beim stätischen Armenamt, Neuenbäue 43, zu geschehen. Nur selbstständige Handwerker oder deren Witwen tönen berücksichtigt werden.

Gießen, den 9. November 1903.

Großh. Bürgermeisteret Gießen. Curschmann.

Bekanntmachung.

Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Ehe­Teate zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen und zwar: 171 Mt. 43 Pfg. an zehn in Gießen geborene würdige Arme und

34 Mt. 29 Pfg. an fünf würdige Witwen zu gleichen Teilen zu vergeben.

Ummeldungen hierzu haben bis zum 10. f. Mts. auf dom Bureau des städtischen Armenamts, Neuen Bäue 43, zu erfolgen.

Gießen, den 10. November 1903.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmann.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird ddie Wettergasse von heute an bis auf weiteres für dden Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Bießen, den 10. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler.

Neue Wetterwolken in China.

Die neuesten Nachrichten aus China lauten keineswegs erfreulich. Es hat den Anschein, als bereite sich in China en neuer Boreranfstand vor, und zugleich wird von einer etten Zuspigung der Beziehungen zwischen Rußland und Japan berichtet.

Einstweilen ist es unmöglich, den Wert oder Unwert user Meldungen zu prüfen; erwähnt sei nur, daß die Meldung von dem neuen Boreraufstand, der im Yangtse­zum Ausbruch kommen soll, aus russischer Quelle stammt, oweniger verdächtig ist, als die andere, die das Neu­eriche Bureau in die Welt sendet. Indessen auch die russische Meldung läßt zwischen den Zeilen durchblicken, daß die Spannung mit Japan keineswegs völlig behoben und daß die Kriegspartei in Japan eifrig am Werke ist. Die japa­Lische Presse, heißt es in der aus Port Arthur kommenden Deldung, hetze zum Kriege. Dagegen bewahre das Kabi­nett won Tokio seine Besonnenheit, doch habe der japanische Brennierminister Katsura selbst die Lage als sehr fri­isch" bezeichnet.

Rußland scheint dem japanischen Kabinett diese besonnene Saltung erleichtern zu wollen. Nach einer Meldung aus Tientsin sind die russischen Truppen aus Korea zurückgezogen orden. Damit fällt eines der Hauptmomente für die Er­Eegung der öffentlichen Meinung in Japan fort. Es handelt Fit bei den weiteren Differenzen lediglich um die japa­nischen Forderungen in der man dschurischen Frage; Sier aber werden die Japaner wohl nicht nur einen, sondern mehrere Pflöcke zurücksteden müssen. Denn an ein Nach­geben in der Mandschureifrage denkt Rußland unter feinen Umständen. Die Regierung des Zaren wird es darauf an­Emrnen lassen, ob die Japaner sich wegen der Mandschurei an dem ragenden Berge der russischen Macht die Hälse Grechen wollen oder nicht. Wenn die Japaner halbwegs Elug sind, so verschließen sie den englischen Kriegshetern hr Dhr und verzichten auf das undankbare Geschäft, sich mit Bem russischen Bären auf einen Ringkampf einzulassen.

Gute Nachrichten aus Südwestafrika!

Unsere Zweifel an der Verläßlichkeit der britischen Mel­dungen über die Niedermeßelung der Deutschen in Warmbad durch die aufrührerischen Bondelzwart haben sich erfreulicherweise vollauf bestätigt: Von der Megelei in Warmbad ist kein Wort wahr! Wir geben nach stehend die neuesten amtlichen deutschen Nachrichten:

Eine gestern( Mittwoch) in Berlin eingegangene tele graphische Meldung des kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch- Südwest- Afrika besagt: Hauptmann v. Koppr hat am 1. November mit einer kleinen Abteilung Warmbad erreicht und die Stationsvorräte intaft vorgefunden. Der neue Sammelplatz des Feindes ist unbekannt. Schwierige Wasser- und Weide verhältnisse machen größere Operationen auf dem Schau plaße der Unruhen gegenwärtig unmöglich. Die Ver bindung mit Warmbad ist durch Witboi Patrouillen hergestellt.

Die Depesche spricht zwar nicht ausdrücklich von der Un bersehrtheit der Weißen in Warmbad, nichts destoweniger darf sie als sichere Bürgschaft dafür gelten, daß den Weißen, ins­besondere den Deutschen, kein Haar gekrümmt worden ist. Das besonders zu erwähnen, lag für Hauptmann v. Koppy tein Anlaß vor: er kennt den Inhalt der britischen Tartaren­meldung nicht und kann also auch nicht auf den Gedanken kommen, sie ausdrücklich zu widerlegen. Ferner aber be­stätigt auch seine Meldung, daß die Stationsvorräte unver­sehrt seien, die Tatsache, daß die Weißen am Leben sind. Wäre die Station, wie die britischen Zügenblätter meldeten, eingeäschert worden, so könnten die Stationsvorräte nicht borhanden sein. Daß sie es sind, beweist also die Erhaltung des Stationsgebäudes. Dieses besteht aber aus einem, mil einer Mauer umgebenen, viereckigen, steinernen Kastell, das sich leicht verteidigen läßt und in dessen Innern die Euro päer leicht sichere Zuflucht finden konnten, wenn sie sie überhaupt suchten.

Es war also gottlob wieder einmal nichts mit der britischen Schwarzmalerei. Inzwischen ist die Besatzung von Warmbad nicht nur durch die Truppe v. Koppys, son­dern auch durch 150 Reiter unter Führung des Bezirksamt­manns v. Burgsdorff verstärkt worden, während Haupt­mann v. Fiedler mit weiteren 180 Reitern und 4 Ge schützen von Windhuk her in Anmarsch ist. Es ist also für die Sicherheit der deutschen Station nichts mehr zu befürch ten, zumal da nach weiteren amtlichen Nachrichten sich die benachbarten Negerstämme durchaus loyal verhalten.

Die Politik.

Kürzlich ging die Nachricht durch die Presse, daß zwischen Regierung und preußischen Landtagsmehrheit Kom. promißverhandlungen über den Mittellandkanal gepflogen würden. Ueber den Inhalt dieser Verhandlungen wurden mancherlei Dinge verbreitet, die samt und sonders unzu­treffend waren. Jezt sickert wieder die Nachricht durch, das Kompromiß sei auf der Grundlage abgeschlossen, daß der Mehrheit für ihre Zustimmung zu dem Kanalprojekt die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den deutschen Strömen von der Regierung zugestanden werden soll. Diese Frage sei gegenwärtig Gegenstand eifriger Beratungen in mehreren preußischen Ministerien. Diese ganze Nachricht, die geeignet ist, in Handels- und Schiffahrtskreisen große Beunruhigung hervorzurufen, ist, wie uns versichert wird, durchweg erfunden. Schon deshalb wird an eine solche Maßregel nicht gedacht, weil ein derartiges Vorgehen Preußens eine Aenderung der Reichsverfassung, deren Ar­tikel 54 die Abgabenfreiheit der deutschen Ströme feſtſetzt, nötig machen würde. Und zu einer Aenderung der Reichs­verfassung um einer preußischen Angelegenheit willen den Anstoß zu geben lehnt die preußische Regierung rundweg ab.

Gleich nach dem Zusammentritt des neuen Reichstags wird im Hause eine Interpellation über das Zeugniszwangs­verfahren gegen Redakteure eingebracht werden. Hoffent­lich wird ihre Folge sein, daß dem unhaltbaren Zustande endlich ein Ende gemacht wird. Wie unser CB.- Mitarbeiter an unterrichteter Stelle erfährt, ist der Reichskanzler zu einer derartigen Aenderung der Gesetzgebung bereit.

Angesichts der Klagen über die Belastung der preu­kischen Amtsvorsteher hat der Minister des Innern einen Grlaß an die Regierungspräsidenten der sieben östlichen Provinzen gerichtet, in dem die Klagen als berechtigt an­erkannt und Vorschläge gemacht werden, wie dieser Ueber­lastung der Amtsvorsteher zu begegnen sei.

* Bei den Unterredungen, die der Eisenbahnminister Budde während seiner letzten Besichtigungsreisen im Osten mit den Arbeiterausschüssen der Eisenbahnwerkstätten hatte, lehnte der Minister es ab, irgendwo eine allgemeine Lohnaufbesserung zuzusagen. Weiter ließ der Minister keinen Zweifel darüber, daß jeder Arbeiter entlassen werden würde, der agitatorisch für die Sozialdemokratie wirke.

Der Widerstand, den Graf Tiszas Plan, für die österreichische und die ungarische Armee ein gemeinsames Wappen einzuführen, bei allen ungarischen Parteien ge­funden hat, hat den Ministerpräsidenten veranlaßt, von der Idee abzustehen. Wie verlautet, trägt sich der Minister­präsident mit dem Gedanken an eine Auflösung des ungarischen Abgeordnetenhauses.

Desterreich- Ungarn und Rußland haben die Pforte zu sofortiger, unveränderter Annahme der Mürzsteger Re­formfordernngen aufgefordert. Die Antwort der Pforte er­folgte sofort, was sie enthält, ist zur Zeit noch unbekannt.

O Die französische Regierung setzt den Kampf gegen die geistlichen Orden mit unverminderter Hartnäckigkeit fort. Ein vom Präsidenten Loubet unterzeichnetes Dekret des Marineministers verfügt die Entfernung der Nonnen aus den Marinespitälern. In dem Bericht des Marineministers, in welchem diese Entfernung begründet wird, ist ausgeführt, daß die Nonnen entgegen den Bestimmungen die Leitung der Vorratsmagazine an sich gerissen, sich jeder Kontrolle entzogen und arge Mißbräuche begangen hätten.

zu großen Lärmszenen kam es gestern in der spanischen Deputiertenkammer, als der Ministerpräsident Villa­berde angesichts der Vorgänge bei den Wahlen erklärte, die Republikaner und Obstruktionisten trügen die Verant­wortung dafür. Monarchisten und Republikaner schleuderten einander Beleidigungen zu. Zwischen zwei Abgeordneten fam es sogar zu Täflichkeiten. Nach dem Skandal ließ der republikanische Führer Salmeron den Ministerpräsidenten Villaverde fordern. Villaverde erklärte, er könne als Minister das Duell nicht annehmen, er wolle Salmeron Rede stehen, sobald er nicht mehr im Amte sei. Dieser Moment dürfte bald eintreten. In Santander ist die Ruhe wieder hergestellt.

A einige weitere nordamerikanische Kriegsschiffe sind vor Panama eingetroffen, um die Kolumbier an einem Angriff auf den Isthmus zu verhindern. Deutsche Schiffe gehen nach neueren Meldungen nicht nach Pa­nama in See.

Mit einer völligen Niederlage der Regierung von Santo Domingo hat die Revolution in dem Negerfreistaat geendet: Nach dreitägigem Kampfe um die Hauptstadt hat die Partei des Rebellenführers Jimenez' den Sieg errungen. Der unterlegene Präsident General Wos y Gil, der erst im April d. Is. nach einer Revolution zum Präsidenten ge­wählt war, soll sich nach dem deutschen Konsulat begeben haben. Die Stimmung sowohl der jegt ans Ruder gelang­ten, wie die der unterlegenen Partei gegenüber Amerika ist wegen dessen Einmischung in die Revolution feindlich.

**

Hof und Gesellschaft.

Das letzte Bulletin über den Gesundheits­zustand des Kaisers fonstatiert, daß die Wunde von gutem Aussehen ist und sich zu verkleinern beginnt. Der Kaiser erledigt in gewohnter Weise die Regierungsangelegen­heiten.

**

Der deutsche Kronprinz wird am 14. d. Mts. einer Einladung des Amtsrats v. Dieke in Barby zur Jagd folgen.

Eine Wendung im Prozefs Kwilecki.

Die gerichtlicherseits eingesetzte Kommission, der die Frage der wissenschaftlichen und ästhetischen Prüfung der von der Verteidigung behaupteten Familienähnlichkeit oblag, hat gestern( Mittwoch) getagt und ist zu dem Resultat ge­kommen, daß die Aehnlichkeit zwischen dem kleinen Grafen" und der angeklagten Gräfin Kwilecki unleugbar in prägnan­tester Weise besteht. Im Gegensatz dazu ließ sich nicht die geringste Aehnlichkeit zwischen dem Sohn der Bahnwärtersfrau Meyer und dem kleinen Grafen

finden.

Diese Feststellung ist natürlich für den weiteren Verlauf des Prozesses von großer Tragweite und wird von der Ver­teidigung als wichtiges Beweismoment benutzt werden. Das ausführliche Ergebnis der Untersuchung, die während der gestrigen Prozeßpause von den Gerichtsärzten Störmer und Straßmann, sowie dem Porträtmaler Vogel im Beisein der Vertreter der Anklagebehörde und der Verteidigung unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand, wird zwar erst in der morgen( Freitag) stattfindenden Sigung mitgeteilt wer den, jedoch sind wir in der Lage, das Wesentlichste daraus schon heute mitzuteilen. Eine genaue Vergleichung der Körperformen und der Gesichtszüge der angeblichen Brüder, des 1895 geborenen unehelichen Sohnes der jetzigen Bahn. wärtersfrau Meher und des jungen Grafen Stanislaus Amilecki, ergab ganz beträchtliche Unterschiede in Größe und Gestaltung. Von irgend einer verwandtschaftlichen Aehnlich. feit fann weder nach medizinischen noch nach ästhetischen Be griffen die Rede sein. Dagegen fand man bei der an­geklagten Gräfin und dem Majoratserben nicht nur den allgemein in der wileckischen Familie herkömmlichen

Frau Grie

Don fechs

monaten

edwar die

mahlin zu reichen hat.

geftelt,

binnen welcher er

Hand vor dem Altar als seiner

Ge­Der 3 Sung­

und fagte

auf der Insel frei bewegen und hat nur an

Während dieser Frist fann er sich jedem Abend

arthirfiers in molch mit der fintenden Sonne in das Haus des Richters von

chem ihm feine Wohnung angewiesen wird,

brigen

Euch getroffen." Archibald drückte ihre Hand an seine Lippen. fich ab und ging ſtolz erhobenen Hauptes durch die Gruppen angeklagt, nicht meine Schuld ist es, daß so hartes Urteil bittend, it tranenben Augen in den " Burnt mir nicht, Lord Archibald; nicht ich habe Euch Er wandte

itive und berous

spannung

Der weiterhin

δα und meinen Tee fochen könnte. fich anschrein paar ritte, was ganz ungefährte. noche am Sundebitathen Beg bedeutend abtiffen, fagte man mir, daß ich meinen eine Erhöhung finden, auf Der ich ein Feuer anzünden Allers wenn ich den Sumpf durch­Ich würde auch hier und

Beit zu verlieren, wenn ich noch votings hätte ich nicht viel

Anbruch der Nacht hin­

untethettich,

als die bereits the m

fam flimmerte and grolite. baren auftralifden Giemitter mit nft i einer schnell aufsteigenden Zsoltenwand verschwand. gewölbe sich ausspannenden Dunstbogen, in dem es gar felt­Betten tebende Ich kannte diesen bie: jarvenen, über das ganze Himmels. fid) plöglich verfinsterte und hinter Das war eines jener furcht­