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gesehen, daß mit Härte und Strenge wenig bei den Hart­köpfigen Buren auszurichten ist, und sie versuchen es dar­um jetzt mit freundlichem Entgegenkommen und Zuge­ständnissen. Nach einer Meldung aus Pretoria hat der Besetzgebende Rat der Transvaalkolonie einstimmig den Antrag angenommen, den Dingaanstag als Burenfeier­tag mit in die Liste der öffentlichen Feiertage aufzu nehmen. Die burischen Mitglieder dankten den übrigen für dieses Entgegenkommen und erklärten, dies werde mehr als alle Reden über eine Aussöhnung zu einer Aus­gleichung der Gegensäte beitragen.

Kurze politische Nachrichten.

* Als Nachfolger des Herrn v. Podbielski wird in politi­schen Berliner Kreisen neuerdings auch Herr v. Kröcher, der Präsident des Abgeordnetenhauses, genannt.

* Als der Chef des Kiewer Gendarmericbezirks General Novitzky eine politisch Verhaftete, die Hebamme Frumkin berhörte, stürzte diese plöglich mit einem in ihrem Gewande verborgen gehaltenen scharf geschliffenen Messer auf ihn los und brachte ihm eine Wunde dicht bei der Halsschlag­ader bei, ohne ihn jedoch ernstlich zu verlegen.

* Die Meldung von einer bevorstehenden Aufrollung der serbischen Thronfolgefrage, sowie von der beabsich= tigten Verleihung von Titeln und Würden an Mitglieder der Familie der Königin, beruht, wie aus Belgrad mitge­teilt wird, auf Erfindung.

* Eine große Anzahl Albanesen griff ein an der Grenze gelegenes Blockhaus der türkischen Militärposten an, tö­tete mehrere Soldaten, zündete das Blockhaus an und flüch­tete mit Familien und Vieh nach Montenegro. Die mon­tenegrinische Regierung bat die Pforte, die Flüchtlinge zu begnadigen und ihnen die Rückkehr in ihre Heimat ge­statten zu wollen. Das kann man von der Türkei denn doch nicht verlangen!

* In Peking entstand in dem an die fremden Gesandt­schaften angrenzenden Gebäude der chinesischen Finanz verwaltung Großfeuer, das die Gesandtschaften ernstlich gefährdete. Nur dem energischen Eingreifen der europäi schen Truppen ist es zu verdanken, daß größeres Unheil berhütet wurde.

Hof und Gesellschaft.

*** Der Kaiser nahm gestern auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam die Besichtigung des Regiments Gar­des- du- Corps und des Leib- Garde- Husaren- Regiments vor. Echon früh um 6 Uhr traf der Monarch zu Pferde vom Neuen Palais auf dem Ererzierplaz ein.

Eine halbe

Stunde später erschien zu Wagen die Kaiserin. Ferner waren anwesend Prinz und Prinzessin Leopold, die Ge­nerale und direkten Vorgesezten der beiden Regimenter, sowie die in Potsdam weilenden fremden Offiziere. Kach der Besichtigung der beiden Regimenter fand eine Ge­fechtsererzieren statt, zu dem noch das Lehr- Infanterie­Bataillon, die Angehörigen der Unteroffizierschule, die Ma­schinengewehr- Abteilung und zwei Batterien Artillerie her­angezogen waren. Hieran schloß sich ein Parademarsch. Der Kaiser setzte sich sodann an die Epiße des Leib­Garde- Husaren- Regiments und führte dasselbe in die Ka­serne zurück. Hier ließ er das Regiment nochmals an sich vorbeidefilieren und nahm sodann an dem Frühstück des Offizierkorps teil.

*** Der König von Dänemark besichtigte in Hanau das Thüringische Ulanen- Regiment Nr. 6, dessen Chef er ist.

Das Rabattfparfyftem.

CB. Bor kurzem ist eine Deputation von mittleren und fleineren Kaufleuten und Gewerbetreibenden bei dem preu. Bischen Handelsminister Möller vorstellig geworden, daß von seiten der Regierung Schritte gegen das Rabatt­sparsystem getan werden, und zwar wurde das Verbot des Rabattsparsystems ohne Einschränkung erbeten. Der Handelsminister entließ die Abordnung mit der Versiche­rung seines Wohlwollens für die Interessen der mittle­ren und kleineren Erwerbsschichten, er sicherte auch ge­naue Erhebung zu und versprach, unter Umständen gesetz­liche Maßregeln anordnen zu wollen.

Das Rabattmarkensystem ist eine moderne Einrichtung, bie von den großen Warenhäusern im Geschäftsleben ein. gebürgert wurde, und besteht darin, daß den Käufern bei Erlegung des Kaufbetrages Kontrollmarken verabfolgi werden, in denen die Höhe des Rabatts verzeichnet ist. Zu einer bestimmten Zeit werden die Sparbeträge dann bon den Kaufgeschäften an das Publikum verabfolgt und die Summe der auf den Kontrollmarken verzeichneten Be­träge wird gegen Rückgabe der Karten ausgezahlt. Ori­

verschleierte Prets ermäßigungen, die nur benfentgen Mäu­fern zu Gute kommen, die sich tatsächlich die sogenannten Rabattmarken aushändigen lassen. In Wirklichkeit aber unterläßt ein großer Teil der Kundschaft diese Forderung, so daß die nicht zur Auszahlung kommenden Beträge einen besonderen Zufallsgewinn für die Geschäfte darstellen. Wenn das Rabattsystem lediglich eine Bonifikation für das barzahlende Publikum sein soll, dann dürfte sich der Ra­battsay allerdings kaum über die Höhe von 112 Pro­zent erheben, und darauf zielen auch die Bestrebungen der mittleren und kleineren Kaufleute ab. Es liegt die­ser Berechnung die Beobachtung zu Grunde, daß das Warenlager durchschnittlich in einem normalen Geschäft nach einem Vierteljahr seine Bestände erneuert, und daß demgemäß der Rabattsaz 14 des normalen Zinsfußes für das Betriebskapital nicht überschreiten soll.

Ob es aber möglich sein wird, gesetzliche Bestimmungen hierüber der Art, oder gar, wie die Deputation es ver­langte, ein völliges Verbot der Rabattmarken, herbeizu­führen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls aber wird, wie man hört, im nächsten preußischen Landtage diese Frage eingehend zur Erörterung kommen.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Das Urteil im Gnesener Geheimbundsprozeß fiel gegen die beiden Führer der Verbindung, Schwemin und Powicki, auf sechs Wochen Gefängnis aus. Weiter wurden Grzesiewicz und Danilewski zu je drei Wochen, Grodzki zu zwei Wochen, elf Angeklagte zu einer Woche bis einem Tag Gefängnis verurteilt. Drei Angeklagte erhielten einen Verweis, fünf wurden freigesprochen.

Kleine Gerichts- Chronit. Der des wiederholten Kir. chendiebstahls angeklagte Kirchendiener Gottlieb Frize in Stegliz wurde als geistesschwach außer Anklage gestellt.

- In Posen wurde der Ulan Jarozewski wegen Unge. horsams und Achtungsverletzung zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Nab und fern.

£ Das deutsche Erste Geschwader hat seine diesjährige mehrwöchige Uebungsfahrt glücklich beendet und ist wohl­behalten nach Kiel zurückgekehrt. Dem Einlaufen in den Hafen ging noch ein größeres Manöver vorauf, das sich gegen das kriegsmäßig besetzte östliche Hafenufer rich­tete. Die Linienschiffe eröffneten auf reichlich 8000 Me­ter das Feuer auf das Fort Laboe, formierten sich in Kiellinie und forcierten mit Volldampf den Eingang zur Außenföhrde. Nachdem das Geschwader unter ständigem Feuern der Geschüße das Fort Labve und das Fort Stosch zum Schweigen gebracht hatte, erzwang es sich auch den Eingang zum inneren Hafen bei Friedrichsort.

Aus der päpstlichen Nobelgarde ausgestoßen wurde der Graf Antonio Pietromarchi. Wie erinnerlich, meldeten wir schon vor etwa 8 Tagen, daß der Graf eine Woche strengen Arrest erhalten hatte, weil er, statt seinen Dienst zu tun, in Gesellschaft des amerikanischen Geſandten eine Automobilfahrt nach Civitavecchia unternommen hatte. In der Zwischenzeit sind dann weitere Vergehen an den Tag gekommen, die der Graf sich gegen die Dis­ziplin des päpstlichen Elitekorps zuschulden hat kommen lassen. Am meisten wurde ihm verübelt, daß er zwei Da­men der römischen sogenannten weißen" Aristokratie, die zum italienischen Königshause hält, in seiner Dienstwoh­nung zum Tee geladen hatte. Auf Antrag des Neffen des Papstes, Grafen Pecci, des neuen Kommandanten der Nobelgarde, wurde eine Verfahren gegen Graf Pietro­marchi eröffnet, das mit dessen Ausstoßung aus dem Korps endete.

Lokales.

Gießen, den 11. Juni 1903. *** Generalfeldmarschall Graf von Wal­dersee trifft in seiner Eigenschaft als Armee- Inspekteur am 17. Junt zur Besichtigung des 116. Inf. Regt. in Gießen ein und wird im Hotel Großherzog von Hessen absteigen. Die Besichtigung wird zwei Tage, 17. und 18. Juni, dauern und zwar werden am 17. Juni zwet, und am 18. Juni ein Bataillon inspiziert. An die Besichtigung der Bataillone schließen sich Felddienstübungen auf dem Trieb". Er wird von den beiden Adjutanten der Armee- Inspektion, Major von Waldersee und Oberleutnant ron der Planib, sowie von den Korps- Kommandeur von Lindequist, den Di­visions- und Brigade- Kommandeur begleitet sein.

(:) Ueber einen rätselhaften Fund zerbricht man sich in Dänemark den Kopf. Am Strande bei Esbjerg wurde ein herrenloses Motorboot aufgefunden. Namenplatte ind Heimatsbezeichnung waren daraus entfernt, der Benzin­motor gewaltsam beschädigt. Das Boot ist anscheinend englischer Herkunft. Die Insassen sind wahrscheinlich an Land geschwommen und geflüchtet. Vielleicht hängt dieſer rätselhafte Fund mit einer Diebesaffäre zusammen, die vor acht Tagen etwa, Londoner Zeitungen berichteten. Ein dortiger berüchtigter Dieb war, nachdem er einen großen Einbruchsdiebstahl begangen hatte, auf einem Mo­torboot, dessen er sich bemächtigte, von der Themse aus in die offene See geflüchtet. Es ist nicht so unwahrschein­lich, daß er an der dänischen Küste gelandet ist.

FG. Die deutsche Südpolarcypcdition wird voraus­sichtlich in drei Wochen nach Deutschland zurückkehren. Die Gauß" liegt z. 3t. in Simonstown, wo sie die nötigen Ausbesserungen der durch die Südpolarkampagne verur­sachten Schäden vornimmt. Das neue Land, das die Ex­pedition entdeckt hat, hat den Namen Kaiser Wilhelm II.­

ginaliter iſt dieſes Syſtem auch nicht von den Warenhur Schiffskatastrophe bei Marſeille wird gemeldet,

häusern geschaffen, sondern von den Konsumvereinen, die ja bekanntlich den Zwischenhandel ausschalten und auf Rechnung und zum Gewinn für die Kundschaft die Kauf­geschäfte vermitteln. Hier sind die Kontrollmarken nichts anderes als die Anweisung auf die Gewinnausschüttung im Verhältnis der Beteiligung an dem Geschäftsverkehr ber betreffenden Unternehmungen.

Gegen das Sparsystem an sich läßt sich ja allerdings nichts einwenden, wenn es etwa den Zweck haben soll, dem barzahlenden Käufer auch den Genuß des durch die Barzahlung entstehenden höheren Gewinnes zuzuwenden. In den Warenhäusern verkehrt nur barzahlendes Publi­fum. Das gibt dieſen ohnehin schon eine große Ueber­legenheit gegen die mittleren und kleineren Geschäfte, die zur Aufrechterhaltung ihrer Kundschaft immer noch auf Kreditgewährung angewiesen sind. Weiterhin haben diese großen Kaufmannsgeschäfte dadurch einen Vorsprung vor der kleineren Konkurrenz, daß sie mit Hilfe ihrer größeren Kapitalkraft sich bei den Einkäufen durch Ausnutzung der Konjunktur Geschäftsvorteile schaffen können; ebenso bringt ihnen der raschere Umsaß geringere Zinsverluste, die bei den kleineren Geschäften leicht durch ein Liegen­bleiben der Waren entstehen. So haben die größeren Ge­schäfte, insbesondere die Warenhäuser, bei der Preiskalku­lation einen großen Vorsprung, der sich dadurch äußert, daß sie höhere Prozentsäze an Rabatt gewähren kön­nen. Sie haben auf diese Weise für ihre Waren nominell die gleichen Preise wie die anderen Geschäfte, kommen aber ihren Käufern durch Auszahlung von höheren Prozenten weiter entgegen, als die anderen Geschäfte dies vermögen. Auf diese Weise sind die Rabattsäße nichts anderes als

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* Der Großherzog hat dem Kasernenwärter Michael Diehm bei der Garnisonverwaltung Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für lang­jährige treue Dienste" am Bande des Verdienſtordens Phi­lipps des Großmütigen verliehen.

daß die Verhaftung der Kapitäne beider zusammengesto­Benen Schiffe bevorsteht. Ein großes Schiffsunglück wird aus Rostow a. Don gemeldet. Als der Dampfer ,, Moskwa" nach einer Vergnügungsfahrt auf dem Don in Asow lan­den wollte, drängte die Menge auf die Schiffsbrücke und diese brach durch. Die Zahl der Opfer soll groß sein.

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*** Einen längeren Urlaub hat der Verwalter des Gießener Provinzial- Arresthauses, Schäfer gestern zwecks Herstellung seiner Gesundheit angetreten. Mit Wahrnehmung seiner Dienstverrichtungen ist Gerichtsaccessist Keller in Gießen beauftragt worden.

Bunte Chronik. In einer stark besuchten, im Archi­tektenhause zu Berlin abgehaltenen Versammlung wurde Die Gründung einer ,, Deutschen homöopathischen Liga" beschlossen. Der Liga traten sofort circa 1400 Mitglie­Der bei.

- Das Bremer Quarantäneamt hat wegen Pestgefahr Die gesundheitspolizeiliche Kontrolle der von der West­tüste Südamerikas kommenden Schiffe angeordnet.

- Die Daimlersche Motorwagenfabrik in Cannstadt ist vollständig niedergebrannt.

Im Expeditionsraume der Breslauer Spritfabrik, Aktiengesellschaft, explodierte ein großer eiserner Behäl­ter; vier Personen wurden schwer verletzt.

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× An der Fertigstellung der Sielbauarbeiten an der Wieseckbrücke in der Bahnhofstraße wird wieder eifrig gearbeitet, sodas an dieser Stelle in einigen Tagen die Ar­beit zum Abschluß gebracht sein wird; auch hat man mit der Pflasterung der Böschung zum Schuße des Siels unter dem Eisenbahnviadukt begonnen.

A Das 21jährige Mädchen, welches sich Ecke Wallthor­straße und Braugasse aus dem Fenster auf die Straße stürzte, soll seinen Verlegungen bereits erlegen sein.

Schwere Unwetter sind über die Ortschaften Schönau, Holzmülheim, Tondorf, Malberg und Longscheid im Eifel­gebirge niedergegangen. Viel Vieh wurde vom Bliz er­schlagen oder von den Fluten fortgeschwemmt. Das Ge­treide auf den Feldern ist vernichtet. Viele Häuser drohen einzustürzen.

*** Lollar, 10. Junt. Die Anregung des Gauber­treters He I m-Gießen am letzten Sonntag in seiner Rede auf dem Feſtplage der Gautuenfahrt nach hter: ,, es mögen sich Männer neben dem Turnverein recht bald finden, die eine Geldsammlung zur Erbauung einer Turnhalle ins Leben rufen, damit der Turnverein, wel­cher auf dem besten Wege ist, turnerisch vorwärts zu kommen, das ganze Jahr hindurch, also auch im Win­ter seine Mitglieder turnen lassen fann," ist bereits auf auten Boden gefallen. Herr Fabrikant Weinrich in Herfurt ein Lollarer Kind und Bruder des hier wohnbaften Gastwirts Weinrich hat dem Turnverein 500 Mart für besagten Zweck übergeben lassen. Der edleSpender ist ein Mitbegründer des hiesigen Turnvereins. Möge das gute Beispiel recht bald Nachahmung finden.

-Der Musiker Hahn in Heinrichsbrunn bei Neiße schof aus Eifersucht auf die Tochter seines Kapellmeisters und verletzte sie schwer. Dann gab er mehrere Schüsse auf sich selbst ab. Am Aufkommen beider wird gezweifelt.

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*** Kirtorf.( Eisenbahnprojekte) Das Mar­burger Eisenbahntomitee und die verschiedenen Komitees, welche sich bereits in einigen Ortschaften zum Zwecke der Fortführung der nunmehr begonnenen Eisenbahn Mar­burg Dreihausen in der Richtung nach Nordec Londorf, sowie Wittelsberg Schweing

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berg Alsfeld gebildet baben, hielten am 2. Juni im Fronhof zu Marburg eine Gesamtsizuna ab, welche außerordent­lich stark besucht war. Eine ganze Anzahl Städte und Drt­schaften hatten Deputationen entfandt. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache seitens des Herrn Fabrikanten Schäfer gab Herr Seebinger einen ausführlichen Bericht über den ganzen Stand der Marburger Bahnfragen bezw. der Vorge­schichte derselben. Er griff dabei, so schreibt die Alsf. 8tg.", auf die früheren Projekte zurück und führte aus, daß es schon lange ein Wunsch gewesen sei, die Schweinsberger und Alsfelder Gegend der hiesigen näher zu bringen. Durch die Erbauung der Ohmtalbahn sei das Projekt wieder etwas in die Ferne gerückt worden, um jeßt, nachdem man sich in erster Linie für eine Anstrebung der Weiterführung der Bahn Marburg- Dreihausen nach Nordeck bis Londorf fürzlich erklärt, wieder als weiteres anzuftrebendes Biel fräftig in die Hand genommen zu werdenentschloß.! Der Redner wies nun in eingehender Weise auf die Schwierigkeiten hin, welche sich vielleicht entgegenstellen würden, verband aber zugleich damit die Hoffnung, daß sich bei planvollem Vorgehen jedenfalls doch etwas zum Segen der beteiligten Gemeinden erreichen lasse. Eisenbahnen hätten ja immer eine lange Vorgeschichte, so werde es wohl auch hier sein. Man möge ein engeres Komitee bilden, welches die Sache in die Hand nehme. An der sich anschließenden Diskussion beteiligten sich eine ganze Anzahl Versammlungsteilnehmer. Herr Bürgermeister Grau­Ebsdorf wies in längerer Rede darauf hin, wie sehr man im Ebsdorfer Grund sich auf die Bahn freue. Auch die Grünberger Gegend, die früher viel nach Marburg geneigt, würde dann wieder für diese gewonnen. Herr Lather- Kirtorf führte aus, daß man sich im Gleen­tal ebenfalls sehr viel von der Bahn verspreche. Herr Stern Norded meinte, daß man das neue Projekt doch nicht dem nach Nordeck vorziehen möge. Ihm wurde be­deutet, daß diese Linte ja in erster Linie ausgebaut werden soll, das sei ja in der letzten Sigung befchlossen worden. Herr Wallah- Alsfeld war der Ansicht, daß Marburg gut 2 Bahnprojekte verfolgen könne, in Alsfeld habe man sogar vier. Die Alsfelder freuten sich auf eine Bahnver­bindung mit Marburg, er könne alle Unterstüßung von dort versprechen. Nachdem verschiedene Redner sich in ähnlicher Weise ausgesprochen hatten abs eine furze Debatte zwischen den Vertretern von Amönebur 1, Schweinsberg und Niederklein darüber, welche Richtung die Bahn im Kreis Kirchhain nehmen soll. Seitens des Herrn Rektors Schröder aus Am öneburg wurde nämlich der Wunsch ausgesprochen, daß die Bahn anstatt Schweinsberg doch besser Amöneburg berühre. Von anderer Seite wurde dem jedoch widersprochen. schiedene Redner erwähnten dann immer wieder die Linie Dreihausen- Nordeck, worauf Herr Seebinger feststellte, daß dies ja garnicht mehr in Betracht käme, denn diese Linie solle ja laut Beschluß in erster Linie zum Ausbau empfohlen werden. Der Redner gab auch seiner Freude darüber Ausdruck, daß eine Anzahl Herren aus Kirchhain er­

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