Amerika.
Castro, der Präsident von Veneznela, hat sich schon wieder einen dreisten Gaunerstreich gegen die Gläubiger Venezuelas geleistet. Er hat den Hafen von Tukakas dem internationalen Verkehr geöffnet, um so die Zolleinnahmen bon Porto Cabello zu vermindern, die die Forderungen der europäischen Mächte garantieren. Ein ausgemachter Spitzbube, dieser brave Präsident! Er weiß, daß er einen mächtigen Schuß an der Union hat, deren Freundschaft er sich warm zu halten auch neuerdings eifrig bemüht ist. So hat Venezuela jetzt 15 000 Gewehre und 10 000 000 Patronen eingeführt. Castro bereitet nämlich einen Einfall in Kolumbien vor, falls es zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten wegen der Panama- Angelegenheit zum Kriege tommen sollte.
Heer und flotte.
Die Dienstaltersliste der Offiziere der Feld- und Fußartillerie des deutschen Reichsheeres und der Zeug- und Feuerwerksoffiziere, abgeschlossen den 4. Dezember, ist soeben erschienen. Nach ihr haben Preußen und Württemberg 46 Ar tillerie- Generale. Aus der Feldartillerie hervorgegangen, kommandierten 4 Generalleutnants Divisionen( 1., 5., 18. und 39. Division).
Die Dienstaltersverhältnisse der Feld- und Fußartillerie der preußischen Armee und des 13.( würtembergischen) Armeeforps ergibt folgende Zusammenstellung:
Es sind in ihrem Dienstgrad die ältesten
Obersten Oberstleutn.
Feldartillerie
Fußartillerie
seit 00( Leutn. seit 69/72) 00( 69/72) 70/74) 01( 72/74) 72/79) 97( 73/81) 78/90) 93( 81/90) 90/94) 98( 90/94) 94
Majors
01 97
Hauptleute
10
93
Oberleutn.
Leutnants
98 94
=
In der Feldartillerie sind 14, in der Fußartillerie 4 Obersten in Brigadekommandeur- und 25 Majors der Feldartillerie, 4 der Fußartillerie in RegimentskommandeurStellungen.
Bayern führt bei der Artillerie 3 Generalleutnants und 11 Generalmajors. Zu ihrem Dienstgrade sind befördert die ältesten Obersten seit 00, die Oberstleutnants seit 01, die Majors seit 00. Die ältesten Hauptleute, Oberleutnants und Leutnants der Feldartillerie find 96/97 bezw. 00 und 95, die gleichen Dienstgrade der Fußartillerie 94, 97, 96 ernannt.
In Sachsen ist von 4 Generalen ein Generalleutnant Kommandeur der 24. Division. Es stehen zur Beförderung heran bei der Feld- bezw. Fußartillerie die Obersten von 01, Oberstleutnants von 02, Majors von 98/99 bezw. 99, Hauptleute von 94 bezw. 93, Oberleutnants von 99 bezw. 98, Leutnants von 96.
Die 1. Klasse des Eisernen Kreuzes ist in der deutschen Artillerie verschwunden. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wird immer seltener. Es besigen 38 preußische, 5 bayrische, 3 sächsische Artillerie- Generale, sowie 25 preußische Stabsoffiziere, im ganzen 71 Artillerieoffiziere. In Bayern, Württemberg und Sachsen ist es in der Artillerie nicht mehr vertreten.
Nab und fern.
Die europäische Fahrplankonferenz wurde gestern in Stuttgart durch den Generaldirektor der Württembergischen Staatseisenbahnen, Staatsrat v. Balz, eröffnet. An der Konferenz nahmen zahlreiche Vertreter deutscher und außerdeutscher Verwaltungen teil. Es wurde ein Antrag der Eisenbahndirektion Elberfeld angenommen, zur Sicherung der rechtzeitigen Fertigstellung der Fahrplanarbeiten die Frist für den gegenseitigen Austausch der endgültigen Fahrplan- Entwürfe auf den 5. April und 5. September festzusegen; an diesem Tage müssen die Entwürfe in den Händen der Empfänger sein. Ferner wurde beschlossen, die nächste Fahrplankonferenz am 9. und 10. Juni nächsten Jahres in Kopenhagen stattfinden zu lassen. An die Hauptversammlung schlossen sich eingehende Gruppen- Verhandlungen an.
Geh. Kommerzienrat v. Hansemann †. Der langjährige Direktor und Mitinhaber der Berliner Diskontogesellschaft, Geh. Kommerzienrat Adolf v. Hansemann, ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Hansemann, der aus fleinen Anfängen hervorgegangen ist, hinterläßt ein Vermögen bon 80 Millionen Mark.
Der falsche Freund. Der Berliner Arbeiter Eismann berübte an dem zu Schönerlinde in der Mark beschäftigten Schweizer v. Almen einen Raubmordversuch unter Umständen, die seinen abgefeimten, niederträchtigen Charakter ins grellste Licht seßen. Eismann hatte den Schweizer, bei dem er größere Geldsummen vermutete, unter der Vorspiegelung, er wolle ihm eine bessere Stelle besorgen, die er gleich antreten könne, in die Bucher Forst gelockt und ihm Sort eine Augel in den Rücken geschossen. Auf die Beteuerung des Verwundeten, daß er kein Geld habe, und gegen das Versprechen, den Täter nicht zu verraten, geleitete ihn Eismann bis zum Bucher Bahnhof, von wo v. Allmen nach dem Krankenhause in Bernau fuhr. Der Verbrecher, der noch um 4 Uhr mit den Schweizern auf dem städtischen Gutshof sich gleichmütig unterhalten hatte, ist seitdem spurlos verschwunden.
* Unschuldig zum Tode verurteilt. In Ried( Oesterreich) wurde nach langen Jahren ein verhängnisvoller Justizirrtum entdeckt. Die Frau Therese Giezinger und der Hausierer Hartler wurden 1899 vom Schwurgericht in Ried wegen Raubmordes an einer Händlerin Anna Kranzinger zum Tode verurteilt, trotzdem sie fortgesetzt ihre Unschuld beteuerten. Der Kaiser begnadigte beide zu einer schweren Kerferstrafe von 20 Jahren. Dieser Tage wurde der Mörder der Kranzinger in der Person des Matthias Kaufmann in Mattighofen entdeckt, der auch ein Geständnis ablegte. Die unschuldig verurteilte Giezinger wurde sofort in Freiheit gesezt, Hartler aber ist bereits vor einem Jahre gestorben. Seine letzten Worte waren: Ich bin unschuldig verurteilt worden."
2 Folgenschwerer Dampferzusammenstoß. Wie au Athen gemeldet wird, stießen im Hafen von Ithaka die grie chischen Dampfer„ Pyloros“ und„ Athos" zusammen. Da Vorderteil des Pyloros", auf dem sich die Kajüten befanden, wurde schwer beschädigt und sank unter Wasser. Etwo fünfzig Personen sind ertrunken.
Bunte Chronik. In Barmen wurden auf einem Neubau von einem einstürzenden Dachgiebel und Eisengerüst vier Arbeitet verschüttet. Zwei von ihnen wurden schwer, die beiden anderen leicht verletzt.
Zum Streit der Werzte mit den Krankenkassen wird mit. geteilt, daß zahlreiche neue Konflikte zu erwarten sind, so baß am 1. Januar 1904 voraussichtlich 3000 Aerzte im Kampf um thre Interessen stehen werden. Zur Zeit beträg bie Zahl der Orte, in denen die Aerzte sich im Konflikt mi Prontentaffen befinden, nicht weniger als 200. Bugunsten der Aerzte haben sich bisher erledigt die Differenzen ir Braunschweig, Düsseldorf, Langenbielau, Mühlhausen i. Th., Minden, Rhegot, Saalfeld, Stralsund, Stuttgart.
- Der Lehrer und Kantor Hohenberger in Mistelbach bei Bayreuth erschoß sich, während der Schulinspektor Zeidler seine Klasse revidierte. Die Ursache des Selbstmordes ist noch unbekannt.
Der flüchtige Kassierer der Gemeindesparkasse in Niederplanitz, Colditz, ist in Genua verhaftet worden.
-Auf dem Güterbahnhof der Station Deutz wurden in einem Eisenbahnwaggon fünf Dynamitpatronen aufgefunden. In der Kruppschen Fabrik zu Essen entdeckte man ebenfalls zwischen Kohlen ein Paket Dynamit.
Hessischer Landtag.
Darmstadt, 9. Dezember 1903. Präsident Haas eröffnet die Sigung nach 9 Uhr. Die Beratung der Regierungsvorlage, betr. Staatsvertrag zwischen Hessen und Baden betr. Aufhebung des Kürnbacher Kondominatsverhältnisses, wird fortgesetzt. Abg. Dr. Gutfleisch erstattet Bericht über die gestern eingegangene Petition des Kürnbacher Gemeindevorstandes, die um Ablehnung des Staatsvertrages bittet. Die Petition fönne den Ausschußbericht in nichts entkräften, der Ausschuß beantrage nach wie vor mit 5 gegen 2 Stimmen, den Staatsvertrag zu genehmigen. Abq. Dr. Buff schließt sich nameng seiner Freunde diesen Aufführungen vollinhaltlich an. Abg. Hirschel ist für Vertaaung, um die Verhältnisse durch den Ausschuß prüfen zu lassen. Nachdem noch Abg. Ulrich für den Vertagungsantrag gesprochen, wird die Verhandlung unterbrochen.
Der vom Bureau vorgelegte Entwurf einer Adresse an Se. Kgl. Hoh. den Großherzog wird einstimmig genehmigt und der Kammervorstand beauftragt, die Adresse um 11 Uhr zu überreichen. Die Sizuna wird solange unterbrochen.
Nach der Pause wird die Beratung des Staatsvertrages mit Baden, betr. Kürnbach. fortgefeßt. Es sprechen noch Geh. Staatsrat Arug von Nidda, die Abg. Weidner, Hirschel, Dr. Buff, Berichterstatter Dr. Gutfleisch, worauf der Bertagungsantrag Bähr- Ulrich abgelehnt wird. In der Debatte über den Vertrag selbst sprechen noch die Abg. Bähr, Wolf und Geh. Staatsrat Krug von Nidda, worauf der Staatsvertrag in seinen einzelnen Artikeln gegen 7-9 Stimmen und sodann im ganzen gegen 7 Stimmen angenommen wurde.
Die Regierungsvorlage, betr. Abschluß eines Vertrages, betr. Hagelversicherung mit der Norddeutschen Hagelversicherungsgesellschaft, wird einstimmig angenommen. Die Wahl des Aba. Drb wird einstimmig für gültig erklärt, nachdem der Antrag der Ausschußm' nderheit, der auf Veranstaltung weiterer Erhebungen lautet, nach furzer Debatte mit Majorität abgelehnt worden war. Die Wahl eines Mitgliedes des vierten Ausschusses für den verstorbenen Abg. Haas( Mainz) fällt auf Abg. Adelung, der von 34 abgegebenen Stimmen 33 erhielt. Die Regierungsvorlage, betr. summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Staatsschuldenverwaltung in den Rechnungsjahren 1894/95, 1895/96 und 1896/97, wird für gerechtfertigt erflärt. Ferner werden die Regierungsvorlagen, betr. Annahme eines Hilfslehrers bei der Blindenanstalt in Friedberg und betr. Errichtung einer Parallelklasse an der Präparandenanstalt zu Lich, angenommen. Die nächste Sigung findet Donnerstag, vormittags 9 Uhr, statt.
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Lokales.
Gießen 10. Dezember 1903.
+ Der Großherzog hat am 5. Dezember den durch die Dekanatssynoden auf die Dauer von 5 Jahreu vollzogenen Wahlen des evangelischen Pfarrers Dr. Karl Naumann zu Gießen zum Stellvertreter des Defans des Dekanats Gießen, des evangelischen Pfarrers Valentin Schrimpf zu Bußbach zum Stellvertreter des Defans des Dekanats Friedberg, des evangelischen Pfarrers Wilhelm Volp zu Laubach zum Stellvertreter des Defans des Dekanats Schotten die Bestätigung erteilt.
** Der Großherzog hat den Verzicht des Staatsministers i. P. Wirklichen Geheimrats Dr. Jakob Finger auf die Rechte eines lebenslänglichen Mitglieds der Ersten Kammer der Stände angenommen.
** Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf he morgige Abonnementsvorstellung, die Philippis„ Woh'tan der Menschheit" bringt, hingewiesen. Sonntag, den
d. M., gelangt nachm. 312 Uhr als dritte Fremdenvorstellung Heyse's Maria von Magdala" zur letzten Auffüh un Alle, die das interessante Stück, das allein durch n Ausstattung an Dekoration und Kostümen sehenswert i noch nicht gesehen haben, seien auf dies: leßte Gelegenh aufmerksam gemacht.
** Der Zweiten Kammer der Stände ging ein Gefeßentwurf, den Verkehr mit Fahrrädern und Automobilen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Pläßen betreffend, zu. In den Ruhestand wurde versetzt der Weichensteller Heinrich Schmidt IV. zu Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1904 an.
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*** Auf der Strecke Frankfurt- Marburg un umgekehrt wurden wiederholt Pro bezüge gefahren, es heißt, um zu probieren, ob eine größere Geſchindiglet wie 75 Kilometer per Stunde zu erzielen sei. Die Versuche sollen ergeben haben, daß bis 85 Kilometer erreicht worden sind und zwar bei einer Belastung von 10 Wagen à 4 Achsen.
Landtagsabgeordneter Hirschel hat den Vorsitz im Landesverband der Deutschen Reformpartei für Südwestdeutschland niedergelegt und ist aus dem Verein ausgetreten.
Parlamentarisches. Um der Hess. Landeshypothekenbank die Mündelsicherheit zu verschaff n, haben die Abgg. Möllinger( ntl.) und Genossen bei der Zweiten Rammer einen Initiativantrag eingereicht, die Regierung um ein Gesetz zu ersuchen, nach dem der Staat die Verzinsung der Obligationen und Kommunalschuldenverschreibungen garantiert.
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Dem Heilstättenverein für das Großh. Hessen ist die Genehmigung erteilt worden, in Gießen eine Heilstätte für Lungentrante zu errichten.
* Ein Urteil von allgemeiner Bedeutun hat die Stadt Mainz in einem Prozeß gegen eine Anza Grundeigentümer vor dem Kreisausschuß erftritten handelt sich um die Frage, ob die Anlieger einer eröffneten Straße verpflichtet sind, auch die Kosten für ein in der Straßenflucht stehendes Gebäude, das niedergelegt werden muß, zu bezahlen. Wie das M. Journal mitteilt, hat ber Kreisausschuß diese Frage im Sinne des Antrages de Stadt bejaht.
Vielfach waltet die Ansicht ob, es sei Vorschrift daß der Radfahrer sein aufzugebendes Rad beim Backmeiste am Backwagen hineinbebe; diese Auffassung ist nicht zutreffent Der Führer eines unverpackten einfißigen Zweirades ist nu verpflichtet, das Rad beim Packmeister am Backwagen aul zugeben. Das Ein- und Ausladen ist Pflicht des Pad meisters; der Radler nimmt nur das Rad in Empfang beza gibt es ab.
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*** Viehmarktbericht Gießen. Der geftri Fahrviehmarkt hatte einen Vorrat von ca. 60 Ochsen. Tro der kleinen Auffahrt war der Handel unbelebt, da es a fremden Käufern fehlte und die Nachfrage aus der Umgegend nach Gangvieh unbedeutend blieb. Das Geschäft bewegt sich our unter den Handelsleuten aus der Provinz, die, ba die Tiere billig zu haben waren, Spekulationsfäufe machtert. Von einem regelrechten Marktgeschäft kann diesmal teine Rede sein. Die besten Ochsen gingen per Paar zu 700 bis 800, mittlere Ware zu 600-650 Mt. fort. Da Schweinehandel war ebenfalls gestern flau, trotzdem nur ca 100 Tiere aufgetrieben waren. Die fette Ware, so flagte die Marktbesucher, sei zu billig und so wartet man mi deren Abgabe bis nach Weihnachten in der Hoffnung, dam bessere Preise zu bekommen. Am Markt herrschte nur fe geringe Kaufluft und war ein Geschäft nur zu machen, wen die Tiere sehr billig angeboten wurden. Der Markt blis etwa mit überständig. Am Bahnhof selbst fonnta mehrere Waggon Schweine, die für den Markt bestimm waren, nicht den Anordnungen gegen die Seuche entsprechen erst eine gewisse Zeit unter tierärztlicher Beobachtung a stellt werden müssen. Gehandelt wurden Ferkel 3-6 Wochen alt 25-36 Mt., 3 Monat alte Tiere 40-50 Mt., junge Läufer 60-70 Mt., mittlere Läufer bis 100 Mt. pro Baar. Der nächste Viehmarkt findet statt Dienstag 5. Januar 1904 und zwar nur für diesen einen Tag.
(:) Gelnhausen, 9. Dez. Ein von hier gebürtigs Mädchen verlobte sich mit einem Gärtner des Palmengarters in Frankfurt a. M. und ging mit ihm nach Amerika, m ihm ein reicher Amerikaner, der den Frankfurter Palme garten besucht und ihn dort kennen gelernt hatte, eine St als Gärtner auf seinem Gute gab. Wie sich jetzt heraw gestellt hat, war der Gärtner bereits verheiratet und hat Frankfurt eine Frau und einen 7jährigen Jungen size Dieser Frau hat der Gärtner vorgespiegelt, er werde nach Amerika nachkommen lassen.
// Daubringen, 10. Dez. Die Lumba- Regulierung bi hier vorgenommen wurde, ist fertig gestellt; gestern wurd die Lumda in ihr neues Bett gelettet. Damit ist ein Arbeit vollendet, die nicht nur viel Arbeit, sondern aud hohe Kosten verursacht hat.
]-[ Buzzbach, 9. Dez. Wie das Turnen auch in de ländlichen Kreisen immer mehr in Aufschwung kommt, zeig das benachbarte Solmser Land. Ein blühender Turnverei befindet sich in Braunfels, einem Städtchen von 1500 Gir mohnern; derselbe zählt 189 Mitglieder, darunter eine 2 Mann starte Altersriege, außerdem hat er eine Schüle und eine Frauenabteilung. Weitere Gründungen folgten den letzten Jahren in den kleinen Dörfern Waßenfur Edingen, Niedergirmes, Aßlar und Leun. Ganz besondere Interesse für das Turnen zeigt der Prinz Friedrich vo Solms- Braunfels, der Vormund des minderjährigen Fürstemn Nicht nur besucht er stets die Veranstaltungen des Braum felser Turnvereins, sondern er sorgt auch für die Turnver eine seines Landes durch Anschaffung von Turn- und Spiel geräten. Auch andere Mitglieder des Fürstenhauses zeig durch Ueberweisung von Geschenken ihr Interesse für de Turnen, ein Zeichen dafür, daß dasselbe sich auch allmählig in den hohen und höchsten Kreisen die ihm gebührende Achtung erringt.
§ Frankfurt a. M., 9. Dez. Gestern fand im Haue der Hutfabrik Simon& Co. eine Explosion d Dampftessels statt. Der 26jährige Heizer Fleischer aus Grünberg wurde durch den äusströmenden Dampf schwr verbrüht und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Am Gebäude wurde großer Schaden angerichtet. der Mathildenstraße 42/43 Großfeuer gewütet. Dachstühle sind zertrümmert.
Darmstadt. 9. Dez. In vergangener Nacht hat in
Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht.
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Gießen, den 8. Dezember 1903. Zwei Hirten und ein Landwirt von Heuchelheim hatten Strafbefehle erhalten, weil sie trotz bestehender Boli zeiverordnung die Fasselochsen frei mit der Herde ausgetrie ben hatten. Den Einspruch begründeten die Beschuldigt
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