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Büdingen, 8. Dez. Fürst Bruno zu Ysenburg und Sübingen in Büdingen erlegte im Revier Kinderbügen seinen 600. Hirsch, einen tapitalen Schaufler.
§ Wächtersbach, 8. Dez. Die Vermählung des Erbprimzen Ferdinand Maximilian zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach, Leutnant im Kürrassierregiment Nr. 7, mit der Reichsgräfin Margitta von Dönhoff- Quittainen findet am 26. Dezember statt.
+ Marburg, 8. Dez. Die 90jährige Jubiläumsfeier des Jägerbataillons wurde vom gesamten Bataillon Offiziere sowohl als Mannschaften in schönster Weise am Samstag Abend im großen Saale des Museums fest lich begangen. Auf das an die Königin- Mutter Margareta bon: Italien vom Offizierkorps abgesandte Huldigungstelegramm lief ein Antworttelegramm ein, in welchem die Königin dankte und die besten Glückwünsche für das Battaillon aussprach. Auch der Kaiser antwortete auf das an ihn gesandte Huldigungstelegramm, das der ehemalige furhessische Offizier, der jetzige preußische Generalmajor Sarder, unterzeichnete, mit einem Telegramm.
Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht.
Gießen, den 9. Dezember 1903. Gestern hatte sich der in seiner Jugend schon ein Mal wegen Körperverlegang vorbestrafte 23 Jahre alte Knecht Gustav Ferdinand Klostermann von Jakobshagen in Ostpreußen, zuletzt in Grünberg( Oberhessen) bedienstet gewesen, wegen der von ihm am Abend des 9. November dafelbst begangenen Bluttat, bei welcher sein Landsmann, der Krecht Kemba sein Leben verfor, vor den G schworenen zu beantworten. Der Angeklagte will in Notwehr gehandelt haben, er erklärt, Kemba habe ihn an dem Abend vor der Toft auf offener Straße, wo er mit seinem Mädchen plaudernd geftanden, einen Stromer, einen Berliner Walzbruder genamnt, er habe ihm zugerufen:„ Du frazzt ja doch keinem die Augen aus". Diese Beschimpfungen seien mehrfach gegen ihn gefallen und da sei er auf den Gegner, der in Bugleitung von noch 3 oder 4 Burschen gewes n, zugetreten unbb habe diesen gefragt, was er eigentlich von ihm wolle. Im gleichen Moment sei auch sein Gegner auf ihn zuar
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treten und habe 2 Schläge nach ihm geführt und ihm dabei am Kopf schwer verletzt. Der Angeklagte will erst ror dem zweiten Schlage nach dem Messer gegriffen haben, mit dem er dem Kemba einen Stich an den Kopf versezte, die Schläfen durchstach und mit der Spiße des Messers die Schädeldecke durchbrach. Der verletzte ist wenige Augenblicke, nachdem er die Verlegung erhalten, auf offener Straße verstorben. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte, wie dieser angegeben, ohne jede Veranlassung an jenem Abend von Kemba beschimpft wurde. Es wird festgestellt, daß der Lettere im Gegensatz zum Angeklagten ein recht unfriedfertiger Mensch gewesen ist. Die Zeugen der unmittelbaren Tat erklären, nur gesehen zu haben, daß Kemba ein Mal zum Schlage ausgeholt, vorher habe er aber in die Tasche gegriffen. Beide, Kemba und Klostermann hätten im gleichen Moment aufeinander eingeschlagen und jeder habe nur einen Schlag geführt. Keiner der zahlreich vernommenen Zeugen hat wahrgenommen, womit Kemba eigentlich zugeschlagen hat. Eine Beugin will in ihrer Wohnung gehört haben, wie an jenem Abend, furz vorher, che sie aus dem Fenster sah, um wahrzunehmen, daß ein Mensch( Kemba) verletzt war, ein Stein auf das Pflaster flog und dann auch im Weiterrollen ein Geräusch verursachte. Was es damit für eine Bewandnis hatte, ob etwa Kemba damit geschlagen oder mit demselben geworfen, kann allerdings die Zeugin nicht sagen. Dem Angeklagten wird im Allgemeinen das Beugnis eines friedfertigen, ruhigen Menschen gegeben, der auch nach der Bekundung seines Arbeitgebers ein tüchtiger, fleißiger Mensch ist. Der getödete Knecht Kemba wird von mehreren Zeugen als ein Mensch hingestellt, der weniger friedlich mar, auch wird aftenmäßig fonstatiert, daß derselbe zwar noch unbestraft war, aber von mehreren Staatsanwälten wegen Verdacht des Diebstahls gesucht wurde. Die Geschworenen bejahen die wegen Körperverlegung mit tödtlichem Erfolge gestellte Schuldfrage, billigten dem Angeklagten aber mildernde Umstände zu. Dem Antrag des Staatsanwalts gemäß sprach der Gerichtshof eine Gefängnisstrafe von 2 Jahre gegen den Angeklagten aus. Als besonders erschwerendes Moment, welches bei der Strafzumessung zu berücksichtigen gewesen, hat der Gerichtshof den Gebrauch des Messers erflärt. Hierzu komme, daß der Angeklagte bereits wegen Körperverleßung vorbestraft sei. Strafmildernd hat der Gerichtshof berücksichtigt, daß der getödtete Kemba den angeflagten allerdings gereizt und ohne Grund schwer beschimpft hat.
Wetterbericht.
( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.)
Verlauf der Witterung von Montag bis Dienstag.
Der Kern des nördlich Irland aufgetauchten TIEF's hat sich nordwärts verlagert, also von uns entfernt. Teiltiefs sind auf seiner Sübseite noch entwickelt. Dieselben verursachen über unser Gebiet ziehend bei einer Windrichtung von Südost nach Süd geringe Niederschläge, meist in Form von Schnee. Das TIEF scheint der Hauptsache nach nordwärts abzuziehen, das HOCH bedeckt den Osten Europas. Daher für Mittwoch und Donnerstag: Fortdauer der trüben Witterung, geringe Niederschläge in Form von Schnee, feine nennenswerte Temperaturänderung, untertags Tauwetter.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2.
Es können eingestellt werden: Erdarbeiter nach ausw., 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Möbel1 landwirtsch. Knecht, 1 landwirtsch. Magd, 10-15 schreiner, 1 Schuhmacher, 2 Schneider, 1 Friseur, 1 Auslaufer, 15-20 Postaushelfer für den 19.- 24. Dezember 1903 und 1. und 2. Januar 1904, 1 Stallbursche, 1 Köchin, 10 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw. Es suchen Arbeit:
1 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Mälzer, 1 Mezger, 1 Schuhmacher, 1 Einfassierer, 1 Portier oder Diener, 1 Kutscher, 1 Fehrbursche, 1 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 8 Hausburschen, 2 Bureaugehilfen.
Sah' cin Knab' das Röschen steh'n, on, Röschen war am Waschen, Wusch die Wäsche
Kommt mit vollen Taschen.
Lief er schnell, ihr zuzusehen, Knabe sprach:„ Lieb' Röschen da! Hab ich's gut getroffen? Bring ein Pädchen„ Eurefa" Und ein Küsschen darf ich ja- Für die Müh erhoffen?" Welch ein froh Gesichtchen macht- Da die kleine Here:" Haft das Beste mir erdacht.- Weil„ Eureka" Du gebracht,- Kriegst pro Päckchen sechse!!"
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