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Lokales.

Gießen, 9. November 1903. Schwurgericht. Die Sigungen des Schwur­gert der Proving Oberhessen für das 4. Quartal 1903 werdom Montag, den 7. Dez., vorm. 9 Uhr, im Justiz­gebäude in Gießen unter dem Vorsitze des Großh. Landes­gerrats Herrn Dr. Schäfer zu Gießen ihren Anfang

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vember, nachmittags, fand in Marburg a. Lahn im Saale des Café Quentin ein gut besuchter Vertrauensmänner­tag der Deutschen Reformpartei unter Vorsitz des Herrn Sattlermeisters Maus statt. Demselben wohnte auch der Parteivorsitzende, Herr Landtagsabg. Oswald Bimmer mann- Dresden bei, ferner mehrere Vorstandsmitglieder des Südwestdeutschen Parteiverbandes aus Frankfurt a. M., so­wie Gesinnungsgenossen aus den Nachbarkreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Nach Eröffnung der Ver­Das 25. Jahresfest des Oberhessischen Vereins fammlung durch Herrn Maus gab Herr Abg. Zimmermann Dienstag, den 10. Nov., im oberen Gemeindefaal, Kirch gaben gerade hier im Kreise. Dem mit Beifall aufge­ftron 9, vorm. 102 Uhr: Versammlung des Verbandes nommenen Vortrage folgte eine anregende Aussprache, in der Oberhessischen Erziehungsvereine; nachm. 32 Uhr: der man besonders warm für den Ausbau der Organisation Dnt. Sigung d. J. Mission im Religionsunterricht. eintrat. Es wurde ein antisemitischer Wahlver­und der( Pift Lic. Dieckmann aus Rodheim v. d. H). Festgottes- ein für den Kreis Marburg gebildet, der von Ort zu Ort int reich bei diemit in der Stadtkirche, abends 6 Uhr: Brof. D. Drew3. weitere Vertrauensmänner und Mitglieder gewinnen foll. die Landung End& 81% Uhr: Freie Versammlung in Steins Garten. Dieser Verein gliedert sich dem Südwestdeutschen Verbande Düsseldorf& D& G. twoch, den 11. Nov, berm. 10 Uhr, in dem Konfir- der Reformpartei an, über deſſen Lätigkeit und Biele Bericht ach, Dr. b.% morndensaal der Johanneskirche: Jahresversammlung erstattet wurde und dem sich sofort eine größere Bahl Ge­Borgänge( orgemandacht: Defan Wagner aus Grünberg). Ref. finnungsgenossen direkt anschloß. Zu einem lebhaften eil des Landy fiber, Wie fönnen Autorität und Bietät in unserem Volks- Meinungsaustausch führte die berorstehende Zandtags ig steht. Winchem- Gladbach. S. Mis, un fellien wieberbergeſtellt werden?". ft. Lic. Weber auswahl. Ginen Landrat wie ben bisherigen Abgeordneten

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Stadttheater Gießen. Als 5. Dienstags­bortellung geht morgen Dienstag, den 10. Nov., Comtesse Guder, Schönthan und Koppel- Elfeld, in aquis et gene unit ben Damen Dob), Delberg and gift, fowie dem Herrn Direktor Steingoetter, Haag, Telefy, Tamfe in e Gefängnis Söauptrollen. Der Intendant des Großh. Hoftheaters in in Unterienburg, Exzellenz von Radezky- Milfuliz wird der er Dame. 3 borſtell uug beiwohnen, da er eins unserer ersten Mitglieder der Standes in diesem Stücke zu sehen wünscht.- Die Don Carlos"- fungierten bell Worſtellung, die zur Erinnerung an Schillers Geburtstag

af Dienstag, den 10. Nov., geplant war, ist im Interesse oll in der penemer sorgfältigen Vorbereitung auf Freitag, den 13. Nov., get dortige verrigoben worden und zwar gelangt Schillers Waf als 3. getan, daß die Wolfe vorstellung zur Aufführung. bringen wür

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von Negelein- Marburg fönnen und wollen die Antisemiten bei aller persönlichen Hochachtung nach ihren bisher festge­gehaltenen Grundsäßen nicht unterstüßen, sie haben dies den Konservat ven offen und ehrlich erklärt Auch der Bund Ber Carbwirte interftit, bie Lambratéftarbibatur, nicht. Statt sich aber mit den Anhängern der Reformpartei über einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen und die hier­für gemachten Vorschläge in Betracht zu ziehen, hat der Bund der Landwirte einfach über die Köpfe Andersdenkender hinweg den Bundesdirektor Herrn Dietrich Hahn aufgestellt. Dies Verfahren wurde zum Teil scharf fritisiert, und es gab sich wentg Neigung für diese aufgedrängte Kandidatur auch unter den anwesenden Bauern fund. Um die Stimmenzer­splitterung nicht zu vergrößern, beſchloß der Vertrauens­männertog jedoch, von einer eigenen Kandidatur für den preußischen Landtag diesmal abzusehen und den beiden ge­nannten Kandidaten gegenüber sich neutral zu verhalten. Die Kandidatur des nationalliberalen Professors Lehmann, für den die National- Sozialen sich erklärt haben, kömmt ernsthaft kaum in Frage. Sehr interessant waren die Br chte über die Stimmung der Wählerschaft im Kreise. Von verschiedenen Seiten wurde betont, daß Wähler bereits it schamhaft verschweigen, dem national- sozialen Herrn von Gerlach die Stimme gegeben zu haben. Sein Uebertritt zu der Freifinnigen Vereinigung hat vielen die Augen geöffnet. Die Schuld an dem ungünstigen Wahlausfall trägt die Verwirrung, die durch Dr. Böckel's Verhalten und Hinzögern unter den früher antisemitischen Wählern geschaffen wurde, ehe die verspätete Aufstellung eines Parteikandidaten erfolgen konnte. Der Vertrauens­männertag beschloß, für die nächste Reichstagswahl, tomme sie in fünf Jahren oder früher, einen Kandidaten der Deutschen Reformpartei aufzustellen und proklamierte als solchen Herrn Landtagsabgeordneten Zimmermann- Dresden, der sich unter bestimmten Einschränkungen zur Annahme der Kandidatur bereit erklärte, was großen Jubel hervorrief. Von allen Seiten wurde Treue um Treue, Arbeit um Ar­beit gelobt. Mit einer vertraulichen Besprechung im Neben­faale des Café Quentin schloß der Vertrauensmännertag. Gegen 7 Uhr abends folgte ein gemütliches Beisammensein im Hotel N colei, dem zahlreiche Parteifreunde von nah und fern beiwohnten.

)* Männerturnverein Gießen. Am Samstag fand ir Neuen Saalbau das diesjährige Winterfest statt, das te Dame den men äußerst netten Verlauf nahm. Die turnerischen Vor­darf, oder ob fhrungen zeigten den Verein im besten Lichte. Die mitgeteilt! Leitungen des jüngeren Nachwuchses lassen auch für die an die Frau utunft recht schönes erwarten. Es folgten noch lebende inung gezeitig ilder, Reigen und Marmorgruppen. Allen wurde der bei einer Gej bohlverdiente Beifall zu teil. Der darauffolgende Ball 000 Stimme turde bis zum hellen Morgen ausgedehnt. Gestern fand nals Abschluß nach dem Windhofe" ein Ausflug att, bei dem es zwar urgemütlich, aber so vollgepfropft ging das noch Mancher sogar auf der Heimfahrt von einer Dame ein gewohnheitsmäniges:" Nicht so dicht!"- te Frauen mitt bör en bekam. Von dem Vergnügen werden wohl alle Eilnehmer nur die angenehmsten Erinnerungen mit nach Sause genommen haben.

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In aller Stille und ohne daß Jemand seiner ge­agte, feierte vergangene Woche der auf der Gießener tien brau rei beschäftigte Arbeiter Peter Work den Tag, den. Wie fa er vor 30 Jahren bei genannter Firma als Arbeiter intratt. 30 Jahre, ein halbes Menschenalter, als Arbeiter im ein und derselben Stelle. Wir bringen hiermit unsere Freude und Anerkennung darüber öffentlich zum Ausdruck. * Unfall. Sonntag abend gegen 8 Uhr wur e bei Stellwerk 9 der Gleisanlagen des Gießener Bahnhofs der in den 60er Jahren stehende Feldschütz Volf von Allen­dorf om Kopfe schwer verletzt aufgefunden und in die Chirurgische Klinik verbracht.

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** Mit der Bebauung des Brunnentals in Brünberg soll ein Anfang gemacht werden. Wie wir er­fahrem wird fünftiges Frühjahr neben dem Zimmerplage des Herrn Hans in dem Stahlschen Garten, nach der Brunnen­tilfeite, ein Neubau errichtet werden.

Als Ort der diesjährigen 18 General Ver= sammlung des hessischen Bauern- Vereins wurde Friedberg, als Mittelpunkt der Ortsverbände in der Wetterau, Bestimmt. Die Versammlung ist auf Mittwoch den 18. Bobember in den Drei Schwertern" anberaumt

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** Im Oftober 1904 findet in Frankfurt ein Allg. ongreß des Vereins Reichswohngeset" statt ** Besizwechsel. Herr Einhäuser verkaufte sein am Riegelpfad zu Gießen gelegenes Haus an den Eisenbahn­angestellten Benderod für 17,500 Mart.

Die Firma J. Rosenthal& Cie." von Wetzlar beabsichtigt auf dem Grundstück Flur XXXIII Nr. 44 und 5 der Gemarkung Gießen ein Häute- und Fellager zu er­tighten.

1 Es wurde uns heute Morgen durch die Post von inem Abonnent die Nr. 336 der Staatsbürger Zeitung zu­gesandt, in deren 2. Blatt folgender Artikel steht: Aus de m Wahlkreise Marburg. Sonntag, den 1. No­

** Nachahmenswert. Ein Freund der Jugend hat Gelegentlich der Aufführung von Minna von Barn­helm" in Marburg der dortigen Volksschule hundert Schüler­farten überwiesen, damit auch ärmeren Kindern der Besuch dieses volkstümlichen Schauspieles ermöglicht wurde.

Nu loßt m'r doch mei Rouh,'. Vor einigen Tegen stand da ein Bäuerlein an der Lahn und sah dem Bagger zu, der dort im Betrieb war; vor allem hatte es ihm das Paternosterwerf angetan, wie da ein Eimer an der endlosen Kette nach dem andern aus der Tiefe kam. Nachdem er etwa eine halbe Stunde dem Bagger zuges hen, brach er in die Worte aus: Nu loßt m'r doch mei Rouh, et hu ich schu 80 Schäpper gezohlt, en se sei immer no net all!"

** Leihgestern, 9. Nov. Am legten Samstag feierte der hiesige Gesangverein Liederkranz seinen Jahresabschluß in recht gemütlicher Weise. Die einzelnen Punkte, welche auf der Tages- Ordnung standen, wurden glatt erledigt, z. B. erfolgte die einstimmige Wiederwahl des alten Vor­standes. Der Verein zählt gegenwärtig 114 Mitglieder; ein erfreuliches Zeichen, daß der Gesang hier im Ort gleich wie die Turnerei sehr viel Freunde hat.

Danksagung.

Für die vielen Beweise aufrichtiger und herzlicher Teilnahme während des Krankseins und die überaus zahlreiche Beteiligung an der Begleitung zur letzten Ruhe­stätte unseres geliebten Gatten, Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters

Caspar Völzing

sagen wir hierdurch unseren tiefgefühlten und innigsten Dank. Gross- Felda, den 8. November 1903.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Kinzenbach, 7. Nov. Herr Gastwirt Ludwig Peusch hierselbst fiel gestern in seiner Scheune so unglücklich, daß er sich eine Verlegung des Schlüsselbeins zuzog.

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* Krofdorf, 8 November. Trotz wiederholter Be­fanntmachung in den einzelnen Gemeinden unserer Bürgermeisterei ist nur in Kinzenbach eine ländliche Fortbildungsschule für den Winter zustande gekommen. Im Kreise Wetzlar bestanden im vorigen Winter über­haupt nur 7 ländliche Abendschulen, man sieht auch hier, solange diese Schulen nicht obligatorisch werden, Schule entlassene Jugend will von einer Weiterbildung nichts mehr wissen, sie ist froh, daß sie eben den Schul­staub abschütteln durfte.

** Rodheim a. Bieber, 8. Novbr. Hierselbst war durch Tandrätliche Bekanntmachung vom 20. Auguſt b. Js. auch eine Sammelstelle für die Hochwasser- Ge­schädigten errichtet worden. Im Bezirk Rodhe m, 7 Gemeinden unfallend, find im Ganzen 624 Dack ein­gegangen, wozu Rodheim allein 155 Mr. gesteuert hat. ein sechsjähriger Krabe, Enfel des Bürgermeisters Kröll da hier in pie Stlinit nach Gießen verbracht. Der achtjährige

+ Rohrbach b. Büdingen, 6. Nov. Gestern wurde

Bruder hatte ihm mit einem Beil dicht über dem Handge­lent aus Unvorsichtigkeit einen solchen Hieb verseßt, daß der Junge in Gefahr war, sich zu verbluten. Eine lebenslange Verstümmelung der Hand ist zu erwarten. Friedberg. Am Donnerstag begann am hiesigen Predigerseminar das Wintersemester mit dem Eintritt von fünf neuen Kandidaten. Es besuchen nunmehr 13 Herren die Anstalt. In etwa 14 Tagen wird der neue Professor Herr Wuster von Heilbronn sein Amt antreten. Marburg, 8. Nov. Die Zahl der Studenten an hiesiger Universität beläuft sich nach den gestern zu Ende gegangenen Immatrikulationen auf rund 1120. Bromskirchen( bei Marburg), 8. Nov. Großen Schaden richten in unserer Gegend die Wildschweine an. Man stößt auf Rudel von 20-30 Stüd.

+ Hersfeld, 8 Nov. In der Gemarkung Wölfers­hausen erlegte der Jagdpächter eine Wildkaze. Das Tier wog 10% Pfund und war 1,20 Meter lang.

--Frankfurt a. M., 8. Nov. Hier stürzte sich heute morgen gegen 8 Uhr der auf dem städtischen Hochbauamt angestellte Ingenieur Pfeiffer vom Balkon in den Hof und blieb mit zerschmettertem Schädel todt liegen.

Mainz, 8. Nov. Die Nachricht, daß der Domkapitular Engelhard zum Verweser des Bistums Mainz ernannt wor­den sei, ist unrichtig. Die Wahl findet erst nach der Bei­feßung des verstorbenen Bischofs statt.

Neueste Nachrichten. ( Privattelegramm.)

** Berlin, 9. Nov. Gestern Nachmittag war hier, wie wir einem Teil unserer Leser durch Extra- Blatt bereits be­fannt gegeben, das Gerücht, der Kaiser sei ernstlich erkrankt. Nach eingeholter zuverlässiger Meldung ist der Kaiser am Samstag Abend operiert worden; ein Stimmenlippenpolyp mußte durch operativen Eingriff entfernt werden. Die mikroskopische Untersuchung ergab, daß der Polyp einen gut­artigen Charakter hat. Die beunruhigenden Gerüchte, welche hier tursierten, entbehren also jeder Begründung. Das allge­meine Befinden des Monarchen ist zufriedenstellend.

Briefkasten.

W. B. Grünberg. Es ist keine neue Erscheinung, daß ein Angestellter eines Geschäfts seine ihm im Geschäftsver­fehr zu Ohren gekommene Mitteilungen weiter gibt. Uebrigens standen diese Nachrichten nicht nur in dem ,, G. Anz.", sondern auch im Frff. Gener.- Anz." Wahrscheinlich aus derselben Quelle.

Marktberichte.

** Fruchtpreise am Grünberger Frucht­markt, vom 7. Novbr. Weizen 16,00-00,00, Rorn 13,50 bis Gerste 13,-, Hafer 12,50-00,00, Erbsen 16,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 Mart. Ades per Doppelzentner.

Wetzlar, 7. Nov. Auf dem hiesigen Wochenmarkt fostete das Pfd. Butter 1,05 Mt., Eier 2 Stück 18 und 1 Stück 9 Pfg.

Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 6. Nov. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zenter Mr. 3.10 bis 3.90, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.50.

Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Sokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann,

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P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer,

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