bieten fallen wird. Als Grundsatz wird deshalb fünftig gelten, daß die Geschwaderschiffe ihre Einzelübungen und ihre Uebungen in Verbänden vorwiegend in deutschen, die Aufklärungsschiffe mehr in außerdeutschen Gewässern vornehmen. Die aftive Schlachtflotte macht nur eine Auslandsreise; sie wird von sechswöchiger Dauer sein und kurz vor dem Beginn der Herbstübungen enden, so daß einige Schiffe noch docken können. Die Aufklärungsschiffe besuchen dänische und norwegische Gewässer und üben später in der Nordsee; voraussichtlich wird Kopenhagen angelaufen. Die einzelnen Verbände üben gesondert. Nach der Heimkehr gehen die Schiffe ins Winterlager auf der Ost- und Nordseestation.
Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 10. Verhandlungstag.)
Berlin, 6. November.
Es hat den Anschein, als sei nicht nur der Höhepunkt des Prozesses überschritten, sondern als ob die Verhandlungen sich in ganz seichtes Fahrwasser verlieren wollen. Die Zeugenaussagen, auf die von der Verteidigung so starkes Gewicht gelegt wurde, bringen nichts wesentliches zu tage. Der Generalagent List, der bezeugen sollte, daß er ein vom Grafen Sektor Kwilecki unterschriebenes Schriftstück gesehen habe, in dem dem Agenten Hechelsti 30 000 Mart für seine Bemühungen versprochen wurden, weiß nicht das Geringste davon. Die Verteidigung muß es sich denn auch gefallen lassen, daß die Staatsanwaltschaft ihr den Rat erteilt, vorsichtiger mit Behauptung von Tatsachen zu sein, die Zeugen in der öffentlichen Meinung herabzusetzen geeignet sind. Die Verteidigung hebt dagegen hervor, daß die Staatsanwaltschaft allen Ermittelungen der Verteidigung großes Mißtrauen entgegenbringe. Deshalb hielten es die Verteidiger für besser, nicht direkt Erkundigungen einzuziehen. Sie wollten vermeiden, mit irgend einem Zeugen in Berührung zu treten. Schwankende Zeugenaussagen.
einschließlich 5000 M., welche der Berliner Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins dorthin gelangen lassen wird. Diese Gelder sollen dazu beitragen, die jetzt bei Beginn des Winters in verstärktem Maße drohende Not der ärmsten, von den Ueberschwemmungen in ihrem Nahrungszustande geschädigten Kleinbesitzer, Pächter, Inlieger zu lindern.
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Lokales. Gießen, 7. November 1903.
Das Großh. Regierungsblatt enthält einen Nachtrag zum Vorlesungsverzeichnis der Großh. Hessischen Ludwigs Universität zu Gießen, Winterhalbjahr 1903/04.
** Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf die morgige Sonntagsvorstellung hingewiesen, die in Lindners Bluthochzeit" ein hochinteressantes, überaus wirkungsvolles Wrk bringt, dessen poetischer Gehalt dem Herzog von Meiningen seiner Zeit veranlaßte, das Stüd in sein Gastspielrepertoir aufzunehmen. Die sorgfältig vorbereitete Inszenierung leitet Direktor Herm. Steingoetter, die Hauptrollen liegen in guten Händen. Das gesamte Personal ist in dem figurenreichen Stücke beschäftigt.
Der gestern bereits von der Verteidigung ins Werk gesepte Vorstoß gegen den Zeugen Hechelski nimmt seinen Fortgang, liefert aber kein irgendwie nennenswertes Material. Während einige Zeugen den Hechelski wieder als einen Intriganten schildern, der anonyme Hezbriefe geschrieben haben soll, erklären andere ihn für einen strebsamen, fleißigen Mann, den sie eines Betruges nicht für fähig halten. Ebenso problematisch sind im allgemeinen die Angaben über die Frage, ob die alte Andruszewska am 27. Januar in Wroblewo war oder nicht. Die meisten Zeugen, die erst mit Vestimmtheit behauptet haben, daß sie sich dieses Tages erinnerten, schränken jetzt ihre Aussage dahin ein, die Andruszewski sei alle Tage auf dem Gute gewesen, folglich müsse fie auch am 27. Januar anwesend gewesen sein. Einige der Zeugen geben auch auf Befragen des Vorsitzenden zu, daß sie sich geirrt haben können. Selbst der Vogt Josef Kaczmarek, der anfangs mit voller Bestimmtheit erklärte, daß die Andruszewska am 27. Januar nicht verreist gewesen wäre, schränkt schließlich seine Aussage doch etwas ein, indem er borsichtig sagt: Ich habe das so in der Erinnerung." So erinnert er sich denn auch, daß die Andruszewska ihm am 27. Januar, als die Kunde von der Geburt des jungen Grafen eintraf, in der Küche aus Freude ein Extramittagbrot gegeben habe.
Im Anschluß an die Aussage dieses Zeugen kommt es zu einer
blen per Biter 2 1.0.70-0.90, Sad Mr. C.7018-60 fg., D efb. 62-66 efch gefalzen per Sa., Sammelflei
auch 2 Hengste und zwar beim Meggermeister Horst ein. stellen will. Im Laufe des Jahres wurden die Räumlich. feiten des Horst vom Hofstallmeister von Willich besichtigt und da manches nicht nach Wunsch eingerichtet war, Aenderungen vorgeschrieben, die nun ausgeführt worden sind. Die am Donnerstag erfolgte Neubesichtigung ist zur Befriedigung ausgefallen und was ist die Folgebie Pferdezuchtgenossenschaft ist ebenfalls zufrieden und wird vom Antauf eines Hengstes absehen. Mainz, 6 Nov. Die Beiseßung des verstorbenen Bischofs Dr. Heinrich Brück erfolgt nach einem Beschluß des Domkapitels am nächsten Montag, vormittags 9 Uhr, im Dom..
** Die Anlagen musik findet am Sonntag in Gießen in den Oftanlagen mittags 11 Uhr statt. Programm: 1. Ouverture Norma von Bellini. 2. Roſen aus dem Süden, Walzer von Strauß. 3. Glühwürmchen, Jdy von Lincke. 4. Fantasie über Koschats Verlassen bin i" von Reindel.
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** Die Ortstrankenkasse Gießen hält nächsten Freitag abends 9 Uhr im Postkeller eine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen sehr wichtige Buntte, so daß ein sehr zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wie der Arbeitgeber nur am Plaze iſt.
Kontroverse zwischen Vorsitzendem und Verteidiger. Vorsitzender: Wie mir vorhin vom Richtertische gesagt worden, hat, als der leztvernommene Zeuge nach längerer Befragung erklärte, er habe es so in der Erinnerung", Herr Justizrat Wronker die Zwischenbemerkung gemacht:„ So weit bringt man die Zeugen!" Jch Lite um eine Erklärung über diese Bemerkung. Justizra: Wronker: Ob ich das Wort gebraucht habe, weiß ich nicht, ich möchte fast behaupten, daß ich gesagt habe:" So weit kommen die Zeugen!" Ich müßte verlangen, daß derjenige, der von mir eine solche Erklärung gehört haben will, diese Behauptung mir zunächst ins Gesicht sagt. Ein Geschworener erklärt hierzu:
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Die Grünberger Feuerwehr feiert am Sonntag, abends 8 Uhr, im„ Rappen" ihr 30jähriges Stiftungsfest.
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Stadttheater Gießen. Maria Magdalene.
60000-5.50 m., Srentner 16-20 boron 8 Uhr morgen Wochenmarktberleb ht, und während
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Am 31. Efe Margaret felowebel Wilhe Long, b. dahi Ratharine Edir Dr. Franz Phil Braunfels und her Peter Au .bafier.- 28 mna Elisabethe Indicht Beter Dunedborn. Brezina und M
Ein bürgerliches Schauspiel in drei Aufzügen von Friedr. Hebbel. Jede Zeit hat ihre Sünden Den Tagesgrößen, den Geschmackspoeten und Gefälligkeitsliteraten jauchzt man zu, doch mancher Titane geht still und unverstanden seinen dornenvollen Weg und die Nachwelt kann nur noch seinen Werken den gebührenden Plaz anweisen. Aber es tilgt daß sie den Dichtern Kränze windet, deren Kunst ihrer auch jede Zeit einen Teil der eignen Schuld wieder dadurch, rüber zu entscheiden haben, ob diese verspätete Gerechtigkeit Zeit vorauseilte und ein anderes Geschlecht wird dann da mit den selbst begangenen Sünden die Wagschale hält oder nicht.
** Der Gewerbe- Verein Grünberg veranstaltet im Laufe dieses Monats zwei Vorträge; der erste findet Mitte Monats statt und wird vom Großh. Landeswohnungsinspektor Gretschel über„ Zweck und Wesen der gemeinnügigen Bautätigkeit und ihre Bedeutung für das öffentliche Wohl" gehalten; der zweite Vortrag hält am 29. November der Großh. Oberbergrat Prof. Dr. Chelius mit dem Thema„ Der Boden und die Lage Grünbergs und die übrigen hessischen Kur- und Badeorte".
Er habe ganz genau gehört, daß der Justizrat nur gesagt hat: So weit kommt schließlich jeder Zeuge!"- Justizrat Wronker: Jedenfalls war meine Bemerkung nur objektiv gemeint und hatte keinerlei subjektive Spite. Ich bin gewöhnt, die Wahrheit zu sagen. Jeder Gedanke, den Vorsigenden eines Königlich preußischen Schwurgerichts und insbesondere diesen Herrn Vorsitzenden zu kränken, hat mir völlig ferngelegen. Falls ich wirklich etwas Unpassendes gesagt haben sollte, nehme ich es zurück. Erster Staatsanw. Steinbrecht: Nachdem der Herr Justizrat seine Aeußerung zurückgenommen, sehe ich von Stellung eines Antrages ab.
Nicht einwandsfrei.
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Auch Hebbel war ein Berkannter. Seinen Zeitgenossen fehlte für die tiefangelegten Bühnendichtungen, die fast alle den Stempel einer pessimistischen Lebensanschauung tragen, das Verständnis und erst jezt, nachdem der Boden durch Andere wie Ibsen vorbereitet ist, gelangen sie allmählich zur vollen Würdigung. Ein bürgerliches Trauerspiel nennt Hebbel seine Maria Magdalene und als glänzendste Eigen schaft dieser Dichtung darf man wohl die meisterhafte Charakteristik, die in jeder Figur einen scharf umrissenen bürger lichen Tip verkörpert hat, bezeichnen. Aber deren Wiedergabe verlangt eine ausgereifte Künstlerschaft, weshalb man Marie Magdalene auch recht gut als Prüfstein für die Beistungen eines Ensembles betrachten kann und will man das, dann haben unsere Künstler gestern Abend die Probe samt und sonders in allen Ehren bestanden.
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Herr Linzens, Tischlermeister Anton, war eine Leist ung, die sehr hoch zu bewerten ist. Er schien eine Gestalt aus dem Leben auf die Bühne übertragen zu haben, oder sein eigenes Ich zu verkörpern, so natürlich und abgerundet wirkte sein Spiel. Nur die Deutlichkeit der Sprache litt etwas darunter. Direkt neben ihm ist Herr Teleky zu nennen, der als Leonhard ausgezeichnet war. Sich jeder Uebertreibung fern haltend, Iteh er auch der Intriganten. figur rein menschliche Züge und spielte überhaupt gestern Abend besonders die Scene mit dem Sekretär mit ver blüffendem Geschick. Herr Achterberg fesselte als Karl durch sein lebendiges Spiel, Herr Sandorff gab den Sekretär mit edlem Feuer und Frl. Kellermann Antons Frau mit herzlicher Schlichtheit. Den schwersten Stand hatte Frl. Hohl. In der Rolle haben wir vor einigen Jahren Frene Triesch hier gesehen und ihre Klara noch nicht ver gessen fönnen. Doch zeigte sich auch Frl. H. als denkende Künstlerin, die ihrer nicht leichten Aufgabe vollkommen gewachsen war und sie auch in schöner Weise bewältigte.
Dem Arm der Gerechtigkeit suchte sich gestern Morgen wieder der von der Grünberger Gendarmerie ver= folgte Ernst Ranft, über den wir schon gestern einiges mitteilten, zu entziehen. Gerade wie Kneisel auf den Bayrischen Bergen sich seinen Verfolgern versteckt hielt, so macht es jetzt R. Als die Gendarmen am Freitag früh tamen und ihn festnehmen wollten, nahm er Reißaus auf die Dueckbörner Höhe, von wo er alles übersehen konnte. Sobald sich die Gendarmen anschickten die Verfolgung aufzunehmen, lief er wie ein angeschossener Hase davon. So gemeingefährlich dieser Mensch ist, so feige ist er aber auch, sobald es heißt, antreten, ins Kittchen. Seine treue Ehe hälfte steht ihm mit Rat und Tat zur Seite; sie ließ es sich selbst im kritischen Moment der Verfolgung nicht nehmen, ihren Manne in Begleitung ihrer Mutter mit Essen und Trinken auf der Durckbörner Höhe zu versehen; zum Gaudium der zahlreichen Zuschauer. Es ist nur schade, daß die Gemeinden und Behörden so viel Einsehen mit einer solchen Gesellschaft hat. Mit Geld und Kleidern wird solch arbeitsscheues Gesindel unterstüßt, auf Kosten so manches armen ehrlichen Mannes, der seine Steuern und Abgaben entrichtet, damit die Gemeinde Geld hat, dieses Pack durchzuschleppen. Der geeignetste Platz für diese Kadetten wäre das Arbeitshaus oder die Kolonie. Ranft soll 9 sterr Nachmittag bei Reiskirchen verhaftet worden sein. * Ein Zeichen der Zeit. Unsere Jugend das ist allabendlich das meistbesprochene Kapitel an unzähligen Stammtischen. Da ist des Klagens fein Ende über die immer mehr um sich greifende Zuchtlosigkeit des jungen Geschlechts und in der Tat, wenn man so von manchen Streichen hört, die heutzutage vorkommen, dann muß man den Kopf schütteln. So ist in Frankfurt wieder ein Fall vorgekommen, der noch nicht oft dagewesen sein dürfte. Ein Lehrling im zarten Alter von 16 Jahren hat sich mit seiner Geliebten", einem Mägdlein von noch nicht ganz 14 Lenzen, heimlich entfernt und ist nicht aufzufinden. Seit Mittwoch ist das Pärlein flüchtig, die beiderseitigen Eltern in größter Betrübnis zurücklassend.
Sofort hinter diesem Konflikt bricht ein neuer zwischen dem Zeugen Schulfassenrendant Kloskiewicz und dem Distriktskommissar Leitlof aus. Der Rendant, der der Gräfin 5000 Mark geliehen hat, fühlt sich dadurch verlegt, daß der Distriktskommissar früher seine Bekundungen für„ nicht einwandsfrei" erklärt habe. Der Distriktskommissar hält den Zeugen für einen Winkelkonsulenten und dieser sagt: Der Kommissar kommt nur alle Vierteljahr nach Wroblewo, wie der Schah von Persien. In dieser lezten Aeußerung wird eine Beleidigung erkannt und der Rendant in 30 Mart Strafe genommen. Es folgen dann in bunter Reihe Frauen und Männer aus Wroblewo, die alle mit mehr oder weniger Bestimmtheit aussagen, daß die Andruszewska zur kritischen Zeit in Wroblewo anwesend war. Mehrere, die in der Voruntersuchung schwankend waren, haben jetzt die Sicherheit ihres Gedächtnisses wiedergefunden. Welchen geringen Wert die Anklage auf diese Aussagen legt, ersieht man aus den ständigen mahnenden Hinweisen auf die Heiligkeit des Eides. Die eine Zeugin, Franziska Schledozik, wird denn auch überhaupt nicht bereidigt, als dringend der Begünstigung berdächtig. Während sie in der Voruntersuchung ganz anders ausgesagt hat, will sie jetzt ganz genau wissen, daß sie in der fraglichen Zeit die Andruszewskis, mit denen sie Wand an Wand schlief, jeden Morgen sprechen hörte. Nächste Sizung: Montag.
Nab und fern.
Für die Ueberschwemmten. Der Hauptvorstand des Vaterländischen Frauenvereins hat seinen Verbänden in den bon den Ueberschwemmungen betroffenen Provinzen im Verfolg früherer Geldsendungen weitere 84 000 Mark überwiesen. Davon erhalten entsprechend den Vorschlägen einer mit Vertretern der beteiligten Verbände abgehaltenen Konferenz: Schlesien 45 000 M., Posen 21 000 M., Westpreußen 4000 M., Oftbreußen 4000 M., Brandenburg 10 000 m.
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Die anerkennenswerte Regie des Herrn Haag trug nicht zum Wenigsten dazu bei, Hebbels Trauerspiel zu einer in jeder Beziehung gelungenen Wiedergabe zu verhelfen. Haus war wenn sich auch manche Lücke zeigte lich gut besucht.
*** Alten- Buseck, 7. Nov. Die Dr. Mettenheimersche Mineralwasserfabrik, welche zuletzt im Besitz des Herrn H. Völzel war, ist von Herrn Wilhelm Döpp übernommen worden und der Betrieb von Gießen( Sonnenstraße) nach hier verlegt worden.
Büdingen, 6. Nov. In der letzten Sizung hat der Gemeinderat die Kanalisierung der Stadt beschlossen und dazu 150 000 Mt. bewilligt.
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Aus dem Gerichtssaal.
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Ausgeft Beidlägen.
Gießen, 6. Rovember 1908. Techniker Wilhelm von Labinsky zu Friedberg wurde vom dortigen Schöffengericht wegen Ruhestörung zu einer Geldstrafe von 10 Mt. verurteilt, wogegen er und die Staatsanwaltschaft Berufung einlegten. In der heutigen Verhandlung zieht er seine Berufung zurück, was zur Folge hat, daß die Staatsanwaltschaft diesem Beispiel folgt und das bei dem untergerichtlichen Erkenntnis bleibt. Ein Kaufmann ist wegen Unterschlagung angeklagt. Er wird in eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten genommen. Frau Rosa Amend und Frau Marie Fleck dahier, haben sich auf der Bleiche gegenseitig beschimpft, mit Wasser beschüttet und mit Eimer und Gießfanne geschlagen. Vom Schöffengericht wurde Frau Amend zu einer Geldstrafe von 20 Mt. verur teilt, dagegen Frau Fleck, welche sich auf Notwehr berufen hatte, freigesprochen. Aus Aerger darüber schloß sich erstere als Nebenklägerin an und verfolgte Berufung um legt re auch in Strafe zu bringen. Der erwünschte Erfolg blieb aus, denn das untergerichtliche Urteil wurde heute bestätigt. Schreinermeister Wilhelm Barthel von Geiß- Nidda, setzte aus Fahrlässigkeit auf dem Felde einen Getreidehaufen in Brand, sodaß dem Bürgermeister Lind dortselbst ein Schaden von etwa 5 Mt. erwuchs. Wegen fahrlässiger Brandstiftung wird er in eine Geldstrafe von 5 Mt. ge
* Romrod, 5. November. Der bei der jüngst stattgefundenen Messeraffaire verlegte Leop. Fischer ist wieder aus der Klinik in Gießen entlassen. Der Messerheld wanderte am Donnerstag nach Gießen hinter Schloß und Riegel.
Nieder- Ohmen, 6. Nov Ein gefährliches Wasserbad nahm dieser Tage ein unbekannt gebliebener Mann in der Dhm. Demselben war der Hut in das Wasser gefallen. Um diesen zu erhaschen, hatte er sich zu weit vorgebeugt und stürzte ins Wasser. Zum Glück war rasch Hilfe bei der Hand, die den über„ Bord" Gefallenen herauszog.
-n Groß- Felda, 7. Nov. Vor einigen Wochen hat sich hier eine Pferdezucht- Genossenschaft gegründet, welche die Pferdezucht nach badischem Muster fördern und pflegen will. Es sollte zu diesem Zwecke der anzukaufende Hengst in Privatpflege gegeben werden. Nun wird aber allen noch erinnerlich sein, daß der Landespferdezuchtverein
nommen.
Zum Schlusse hat sich der Gärtnerlehrling Wilhelm Ziegler von Steinfurth wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten. Er wußte sich durch Anfertigen eines Schriftstücks etwa 22 Mt. zu verschaffen. Mit Rücksicht auf die Jugend hält das Gericht 5 Tage Gefängnis als angemessene Strafe.
Wetterbericht.
Groß- Fel
( Wetterdienst zu Gießen: Beppler.) Für Samstag und Sonntag ist Fortdauer des fühlen, teils heiteren Wetters zu erwarten. Stellenweise Nachtfrost.
Marktberichte.
3. Hell Ziehung 1 Original Lo
Gießen. 7. Novbr. Auf dem heutigen Wochenmartt fosteten Butter per Bfd. 0.95-1.05 Mit, Sühnereier 2 Stüd 16-18 Pfg., Enteneter St. 8 Bfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg
Da diese pfiehlt es sich zugesichert.
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