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zusammengeschlossen haben, um Salvador zu bekriegen. Allzu bunt werden es die Leutchen nicht treiben können, da die Yankees nur auf die Gelegenheit warten, ein paar Kriegsschiffe gefechtsklar vor die mittelamerikanische Küste zu legen. Auch das europäische Konzert würde kaum ruhig zusehen.

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*

Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser hat gestern Abend Rominten verlassen und über Cadinen, Elbing- Marienburg die Reise nach Hu­bertusstock angetreten. An den letzten Jagdtagen war der Kaiser von besonderem Glücke begünstigt. Er brachte im Revier Warnen vier Hirsche zur Strecke, und zwar einen Achtzehnender, ztvei Sechzehnender und einen Vierzehnender, während er am Tage zuvor drei kapitale Hirsche erlegte. Der nach Rominten als Gast geladene Fürst zu Eulenburg­Hartefeld erkrankte dort. Der Kaiser ließ ihn in seinem eigenen Salonwagen nach Löwenberg befördern.

Prinz Ruprecht von Bayern hat nunmehr nach erfolgter Verabschiedung von dem 5. Infanterieregi­ment seine bisherige Residenz Bamberg verlassen und ist von dort nach München zurückgekehrt. Nach kurzem Aufent­halte in der bayerischen Hauptstadt begab sich Prinz Rupprecht, einer Jagdeinladung des Herzogs Karl Theodor in Bayern folgend, nach Bad Kreuth bei Tegernsee. Dort gedenkt der Prinz während der Anwesenheit des deutschen Kronprinzen und des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen 311 verweilen.

Der ehemalige Präsident des Oranjestaates, Steijn, traf gestern von Bad Reichenhall aus in Mün­chen ein. Der Präsident, der noch schwerleidend ist, begibt sich heute zum Präsidenten Krüger in Hilversum.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Terlindens Revision verworfen. Das Reichsgericht ver­warf die Revision des früheren Fabrikdirektors Terlinden aus Oberhausen und seines Buchhalters Kosbadt, die vom Schwurgericht in Duisburg am 9. Juli verurteilt worden

waren.

§ Der Fall des Unteroffiziers Breidenbach, der, wie er­innerlich, wegen Soldatenmißhandlungen in 1500 Einzel­fällen angeklagt war und vom Berliner Oberkriegsgericht zu 8 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt wurde, wird die Militärgerichte noch weiter beschäftigen. Der Verteidiger Breidenbachs hat für seinen Klienten beim Reichsmilitär­gericht Berufung gegen das Urteil des Oberkriegsgerichts ein­gelegt mit der Begründung, daß die vom Gerichtshofe dieser Instanz angenommenen Einzelfälle nur als die Fortsetzung einer Handlung zu betrachten seien. Schließt sich das Reichs­militärgericht dieser Anschauung an, so würde die Strafe, welche Breidenbach dann trifft, eine ungleich leichtere sein.

Nab und fern.

Vermischtes.

[ Der neue Melac.] Ein drastischer Heidelberger Stu­dentenscherz, der sich gegen den geplanten Umbau des alt­berühmten Schlosses durch den Architekten Schäfer richtet. Am kurzen Buckel, der vom Beginn des alten Burgwegs als Treppengang aufs Schloß führt, steht ungefähr am Fuße des alten Theaterturms eine auch vom Stückgarten aus sichtbare Tafel mit den Worten, die an die Zerstörung des Schlosses durch die Franzosen erinnern:

T Altenburgische Landesstiftung. Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg hat die Bestimmung getroffen, daß die ihm anläßlich seines 50jährigen Regierungsjubiläums vom Lande geschenkte Summe von 203 000 Mark dazu Ver wendung finden soll, zur Versorgung alter und der Fürsorge bedürftiger Landesangehöriger eine neue Anstalt zu erbauen, welche für eine größere Anzahl von Pfleglingen Unterkunft bieten kann.

Du alte Burg fannst ruhig sein, Kein Melac zieht bei dir mehr ein, Ganz Deutschland

Coll dein Hüter sein!"

Eines Morgens lasen nun die erstaunten Besucher des Schlosses die Worte:

,, Du alte Burg kannst ruhig sein,

Kein Schäfer zieht bei dir mehr ein, Ganz Deutschland

Soll dein Hüter sein!

Der Name Melac war mit Papier überklebt und auf dieses war der Name Schäfer geschrieben worden. Witte­rungs- und andere Einflüsse beseitigten bald den nicht üblen parodistischen Scherz, der eben nur ein Scherz war, weil dem Anschein nach das Heidelberger Schloß doch umgebaut wird.

Ein österreichischer Erzherzog beim Baden ausgeplün dert. Dem Bruder des Kaisers Franz Josef, Erzherzog Ludwig Viktor, der zur Kur in Abbazia weilt, wurden, wäh rend er badete, aus seiner Stabine die sämtlichen Schmuck­sachen gestohlen. Von den Dieben fand man trotz sofortiger eingehender Recherchen keine Spur. Zwei goldene Uhren, eine goldene Kette, ein Goldbracelet, ein Petschaft und andere fleinere Wertsachen, darunter mehrere Andenken an des Erz­herzogs Mutter, die Erzherzogin Sophie, und an seinen Bruder, den Kaiser Mar von Merito, im ganzen 12 000 Kronen wert, fielen den Dieben zur Beute.

[ Die Regimentstochter.] Aus Petersburg wird be­richtet: Jm Sanatorium Halila verstarb am 26. September die Tochter" des Ssemenowski- Leib- Garde- Regiments, Jewgenia Pawlowna Redanski. Sie wurde während des russisch- türkischen Krieges( 1878) als Säugling von einem Soldaten des Ssemenowschen Regiments auf dem Balkan im Gebüsch gefunden. Das kleine Türkenmädchen wurde bom Regiment adoptiert und erzogen. Dann heiratete Jew­genia den Offizier Redanski. Das nordische Klima bekam ihr aber wahrscheinlich nicht. Sie wurde brustkrank in Halila" untergebracht. Im verflossenen Sommer, als das 25jährige Jubiläum des russisch- türkischen Krieges gefeiert wurde, ent­sandte das Regiment durch eine Deputation seiner Tochter einen Blumenstrauß. Jewgenia Pawlowna wurde in Sta­raja Russa, dem Dienstort ihres Gatten, beerdigt; das Regi­ment hatte eine Deputation hingeschickt. Der Seelenmesse für die verstorbene Regimentstochter in der Regimentskirche wohnten alle Offiziere mit dem Regimentskommandeur an der Spipe, bei; auch die Kriegskameraden" der Regiments­tochter, die Obersten Koslow und Min und Feldwebel Jwlew, waren zugegen.

Der Fähnrich Hüffener ist von Kiel zur Verbüßung seiner Festungshaft nach Magdeburg übergeführt worden. In Begleitung eines Oberleutnants verließ er, sein Gepäck in einer gelben Handtasche mit sich tragend, ohne Aufseher das Gerichtsgebäude und bestieg eine Droschke, die auf der Fahrt nach dem Bahnhof die verkehrsreichen Straßen mied und die stillen Wege aufsuchte. Der Leutnant, der für sich und seinen Gefangenen die Fahrscheine besaß, stieg unerkannt mit Hüssener in den Personenzug. Jede Demonstration wurde glücklich vermieden.

& Diebstahl in der Peterskirche. Aus Rom wird gemeldet: Aus der Peterskirche sind 15 Kelche von großem Wert( auch in fünstlerischer Beziehung) verschwunden, darunter ein Becher, den der Senat von Rom vor 1870 der Kirche ge­geschenkt hatte. Von den Dieben fehlt jede Spur.

* Die Liebestragödie in Hamburg hat nunmehr ihre Auf­Flärung gefunden. Der angebliche Student Hans Schlicht aus Triest alias R. Kugelmann- Magdeburg, der sich, wie wir meldeten, in einem dortigen Hotel eine Revolverfugeí durch die Brust jagte und bald darauf an den Verletzungen im Krankenhause verstarb, ist jetzt durch seine Braut als der Geschäftsreisende Otto Teichmann aus Dresden rekognosziert worden. Die junge Dame, welche ihre eigenen Selbstmord­pläne schließlich wieder aufgegeben hatte, verweigerte jedoch bezüglich des Motivs jede Auskunft.

[ Staatsgefährliches Zeitungspapier.] Wie die rus. fische Knute in Finland herrscht, geht aus folgender Meldung finländischer Blätter hervor: Die Exporteure in Schweden

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sind von ihren Geschäftsfreunden in Finland ersucht worm Geheimen F den, bei der Versendung von Waren nach Finland keine auf Nachsuchen

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Geheimen Kirch Jam Mitglied be malige Dauer er Der Gr Men Lehrer H Fonfiftorialrat u and den Profeff

Zeitungen oder anderes Druckpapier als Emballage zu be nußen, da alles Druckpapier in Finland der Censur unter. liege. Es könnte also hinsichtlich der Weiterbeförderung der Waren eine nicht unerhebliche Verzögerung eintreten, da jedes einzelne Stück erst der Zensur vorgelegt werden müßte. [ Den Motorrollschuh] stellt ein englisches Sportblatt in nahe Aussicht. Der großstädtische Geschäftsmann werde fünftighin diese Beförderungsart allen übrigen vorziehen. Man brauche nur zwei Rollschuhe, die mit kleinen Elektro­motoren versehen sind, unter die Füße zu schnallen, und dann auf einen kleinen Knopf zu drücken, um mit jeder ge­wünschten Geschwindigkeit durch die Straßen ſauſen zu können. Ein Tempo von zehn bis fünfzehn Meilen in der Stunde wird versprochen. Natürlich sind auch mancherleit Schwierigkeiten vorhanden, die erst überwunden werden müssen, ehe die neue Erfindung sich vollkommen Bahn brechen kann. Die erste besteht darin, daß sich die notwendigen Accumulatoren nicht leicht werden unterbringen lassen. Eine andere ist, daß es nicht so ganz leicht sein dürfte, zwei Motore zu konstruieren, die genau mit derselben Geschwindigkeit arbeiten. Man muß daher befürchten, daß manchmal das eine Bein sich schneller vorwärts bewegen werde, als das andere. Und drittens wird es notwendig sein, besondere Straßen für solche Rollschuhläufer zu bauen, da sonst die Zahl der Unglücksfälle bedeutend zunehmen dürfte.

[ Ein tragikomischer Irrtum des brasilianischen Justiz­ministers] hat zu beunruhigenden Gerüchten über Sklaverei in Amazonas und Entrüstungsschreien der Zeitungen Anlaß gegeben. Dem Justizminister war eine Zeitung in die Hände gefallen, am 15. August dieses Jahres gedruckt, in der die Passagierliste des Dampfers Inca" enthalten war. Darin stand zu lesen, daß auf dem Inca" drei Leute transportiert worden waren, die als Sklaven bezeichnet wurden. Der Minister traute seinen Augen nicht, aber die Tatsache ließ sich nicht ableugnen der unglückliche Sklaventransport stand wirklich in der am 15. August 1903 veröffentlichten Schiffsliste. Sofort veranlaßte der entrüstete Minister die nötigen Schritte, um diesem schrecklichen Hohn auf die moderne Kultur entgegenzutreten. Großer Entrüstungsrummel int ganzen Lande. Es wäre aber besser gewesen, wenn der Minister sich die Zeitung etwas näher angesehen hätte, dann hätte er sich nicht blamiert. Es war eine Jubiläumsaus­gabe, und die verhängnisvolle Passagierliste war 30 Jahre alt.

Einer weitverzweigten Falschmünzerbande ist man in Sizilien auf die Spur gekommen. In Palermo gelang es der Polizei, zwölf Männer zu verhaften, die sich in einem Hause eine vollständige, aufs sorgfältigste ausgestattete Werf statt zur Herstellung falscher Münzen eingerichtet hatten. Es sind Mitglieder einer großen Gesellschaft, die über ganz Sizilien verbreitet ist.

Bunte Chronik. Der erste Bürgermeister von Eisenach) Dr. v. Jewson ist auf Beschluß des weimarischen Staats­ministeriums wegen Verfehlungen im Amte seines Amtes entsetzt worden.

In Sollstädt bei Bleicherode verunglückten infolge eines zu spät losgegangenen Schusses im Schacht 13 Berg­leute; einer von ihnen wurde schwer verletzt.

Der flüchtige Direktor Brinkmann vom Hannoverschen Hypothekenverein ist in Holland ergriffen und in das Ge­richtsgefängnis zu Hannover eingeliefert worden.

Das größte Schlachtschiff der österreichischen Flotte wurde in Triest bom Stapel gelassen und erhielt den Namen Erz­herzog Carl". Die Taufe vollzog die Erzherzogin Marie.

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Das Neuefte aus den Witzblättern. Gelungener Einwurf. Die Fleischerinnung in X. will sich an einem Festzug beteiligen. Vorsitzender: Ich schlage vor, daß vormeg das geschmückte Mastschwein geführt wird, dann komme ich als Präsident, dann das prämiierte Rind. vieh, und daran schließt sich die Innung!" Stimme aus der Versammlung: Das geht nicht, das ist viel zu wenig Abwechselung!"

EN" Der Sturmgeselle Sokrates", Sudermanns neuestes Stück, hat auf der Bühne des Berliner Leſſing­theaters seine erste Aufführung erlebt. Wie die Heimat" und Johannisfeuer" spielt der neueſte Sudermann" in der ostpreußischen Heimat des Dichters und wurzelt in Jugenderinnerungen. Die Sturmgesellen" sind alte acht­undvierziger Demokraten, die ihr Revolutionspielen und ihren staatsgefährlichen" Geheimbund in die moderne Zeit mit hinübergeschleppt haben. Im Mittelpunkt dieser Gruppe von Freiheitsträumern, denen es nach der Fiktion Sudermanns noch immer nicht aufdämmern will, daß die Ideale der Gegenwart nach dem großen Jahre 1870 anders aussehen und aussehen müssen, als die unklaren Wallun­gen der 48er Zeit, steht der Zahnarzt Hartmeyer oder mit seinem Geheimnamen als Sturmgeselle: Sokrates. Seine beiden Söhne repräsentieren die Spaltung des modernen Geistes, die deutschtümliche Forschheit und den sozialen Re­formdrang. Neben Hartmeyer Stellt sich der Rabbiner Marcuse, der gleichfalls einen Sohn hat, der das gebildete Judentum der Neuzeit verkörpert. Der Ausgleich zwischen den Idealen der alten 48er und dem neuen Wesen wird ebenso gewaltsam wie unwahrscheinlich dadurch herbei­geführt, daß Hartmeyers einer Sohn den Leibhund eines durch das kleine ostpreußische Städtchen reisenden Fürsten furiert und Hartmeyer senior dafür vom Landrat einen Orden bekommt. Das Ganze steht, abgesehen von einigen gut abgeguckten, lebensvollen Szenen aus dem ostpreu­ßischen Kleinstadtleben auf dem Standpunkt einer burlesken Farce.

Kindliche Logik. Bei Müllers ist der Tischler im Haus beschäftigt, da fragt Klein Hanna: Mutter, warum wird der Mann Tischler genannt?" Mutter: Weil er Tische anfertigt." Klein- Hanna: Ach so, dann machen wohl die Bettler die Betten?"

Fachsprache. Kunde: Ein prächtiges Mädel!" Junger Vater( Schlächtermeister, stolz): Will ich meinen; wie die Kleine auf die Welt kam, hatte sie auch schon zehn Pfund Schlachtgewicht!"

Sein Horror. Sohn( aus der Schule kommend): ,, Vater, heute hat der Lehrer gesagt, es gibt Menschen, die Feuer essen. Ist das denn möglich?" Vater: Gewiß, mein Sohn, es soll ja auch Menschen geben, welche Wasser trinken." ( Lust. Welt.)

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Angewandter Fachausdruck. Im Sanatorium haben Sie sich ganz des Alkohols enthalten müssen, Herr Kapitän?" Freilich' s war das reinste- Trockendock!" Weit hergeholt. Er: Ich komme eben vom Junggesellen­flub, aber da gefällt's mir nicht mehr!"- Sie: Soll das vielleicht ein Heiratsantrag sein?" Entschuldigung. Ihr Brief ist aber mit sehr blasser " Ja, er enthält auch eine Schreckens­( Dorfbarbier.)

Tinte geschrieben!" botschaft!"

Kunft und Wissenschaft.

Buft. Ringsha Cichott n, W. Cefterling Nibb

OR. Herr v. Poffart und die Berliner Wagner- Feier. Der Münchener Hoftheaterintendant v. Possart läßt eine Er­flärung veröffentlichen, daß er nicht an den Berliner Wagner­festlichkeiten teilgenommen habe, wie das Wolffsche Tele­graphenbureau verbreitet hat. Das offiziöse Bureau ließ Herrn v. Possart sogar einen Toast auf den Kommerzientat Leichner ausbringen. Herr v. Possart hatte schon vor acht Wochen erklärt, daß er jede Teilnahme an der Feier ablehnte.

[ Wie Unser Frik" Kaiser wurde.] In den soeben erschienenen Memoiren des bekannten früheren Pariser Times"-Korrespondenten v. Blowitz wird auch die Szene geschildert, welche sich in der vom kranken Kronprinzen Friedrich Wilhelm bewohnten Villa in San Remo bei der Ankunft der Nachricht vom Tode Wilhelms I. abgespielt haben soll. Herr v. Blowitz erzählt: Die Mitglieder des Haushaltes hatten sich dort alle versammelt und standen in einem Halbkreise, als sich plötzlich die Tür öffnete und der Kaiser erschien. Er war wieder schön geworden wie in den glänzenden Tagen seiner Jugend. Sein Bart, von einigen wenigen Silberstreifen durchzogen, erglänzte im hellen Lichte des Armleuchters. Schlank und wohlgebaut über­ragte er die ganze Gesellschaft. Mit festem Schritte ging er direkt auf einen kleinen Tisch in der Mitte des Empfangs­zimmers und schrieb denn die Kanüle im Halse hinderte ihn am Sprechen einige Zeilen, die er unterzeichnete. Ein Offizier las das Schriftstück laut vor. Es war die Ankündigung des Todes von Kaiser Wilhelm I. und seiner eigenen Thronbesteigung als Friedrich III. Der Kaiser schritt dann auf die Kaiserin zu, machte eine tiefe, ehrfurchts­volle Verbeugung, womit er auszudrücken wünschte, daß er dem tapferen Verhalten seiner Frau volle Anerkennung zollte, und legte ihr mit einer ernſten und zärtlichen Be­wegung das Band des Schwarzen Adlerordens um den Hals. Die Kaiserin, mit Tränen in den Augen, warf sich in die Arme Friedrichs III., und während sie sich umarmten, ließen sie schließlich ihrem Schluchzen, das sie so lange und so heroisch zurückgehalten, freien Lauf.

Der Landwirt.

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sl Gin Apparat zur schnellen Bestimmung gesunder und franker Milch wurde, wie aus Wien gemeldet wird, von dem Assistent an der Wiener landwirtschaftlich- chemischen Ver­suchsstation, Marimilian Ripper, konstruiert. Das Prinzip, nach dem bei dem neuen Apparat die Bestimmung, vorge­nommen wird, ist physikalisch. Durch das Milchserum Molte werden Strahlen geschickt. Je nachdem, wie weit die Strahlen von ihrer ursprünglichen Richtung von dem Milchserum abgelenkt werden, stammt die Milch von einem gefunden oder kranken Tiere. Bei der großen Bedeutung, die die Milchfrage heutzutage in dem sanitären und wirt schaftlichen Leben besitzt, kann diese Erfindung, die es auch dem Laien zu bestimmen ermöglicht, ob die Milch genießbar oder ungenießbar ist, gewiß als eine wichtige bezeichnet werden.

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rb Agavenhecken als Feuerschutz für Waldungen. Als einzig wirksames Mittel gegen Waldbrände wird neuerdings die Umgebung der einzelnen Waldparzellen mit Hecken ge­wisser Pflanzenarten empfohlen, die in lebendem Zustand als unverbrennbar gelten fönnen. Vor etwa vier Jahren machte man auf die indische Feige oder Feigendistel auf­merksam, die, in Amerika heimisch, schon früh nach dem nörd­lichen Afrika und südlichen Europa herübergebracht wurde und jetzt in diesen Gegenden in verwildertem Zustand ver­breitet ist. Diese Pflanze ist außerordentlich reich an Wassergehalt und fängt daher nicht Feuer. Eine Hecke dieser Kakteen würde also bei genügender Breite einem Waldbrand Halt zu bieten vermögen. Die Feigendistel hat aber die nach­teilige Eigenschaft, nur in heißem Klima fortzukommen und daher über gewisse Zonen hinaus nicht verwendbar zu sein. In der merikanischen Agave hat man eine Pflanze kennen gelernt, die den Anforderungen an einen natürlichen Feuerschutz für Wälder besser entspricht. Sie kommt in allen Breiten fort, widersteht selbst strengen Wintern, wächst rasch, vermehrt sich stark und bildet so in wenigen Jahren eine Hecke, die wegen ihrer Undurchdringlichkeit auch als natürliches Wildgatter zu betrachten wäre. Ein Brand wird von einer solchen Barriere der merikanischen Agave auf der Stelle angehalten. Die Versuche, die in den dürren Waldgegenden Frankreichs, in den Landes und im Esterel, ferner in den Pyrenäen, in Algier und Tunis mit An­pflanzungen der merikanischen Agave gemacht sind, haben alle auf diese Pflanze gesetzten Hoffnungen bestätigt. Ueber­dies könnte das Gewächs auch noch industrielle Ausnutzung finden als Gespinstfaser u. dergl.

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