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Gießen
teilung trat in ganz beträchtlicher Stärte auf und rief in feiner schmucken Turnertracht den besten Eindruck hervor. Herrn Mülln- Weglar, der Turnwart des Weglarer Turnvereins, war es trotz der vielen Arbeit, die ihm das Turn
Garbenteich, 6. Juli. Gestern feierte der Gesangverein ,, Liederblüte" sein 5jähr. Stiftungsfest verbunden mit der Weihe einer Fahne. Es hatte sich eine große Anzahl Vereine eingefunden, unter anderen aus Gr.- Linden,
d- Nauheim fest gebracht, gelungen, seine Damen- Abteilung gut zu schulen; Wagenborn- Steinberg, Leihgestern, Kl.- Linden und viele Binding seine Mühe ist nicht umsonst gewesen, die Damen machten andere, so daß das Fest einen recht annimierten Verlauf
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ihm alle Ehre und gingen aus dem Kampfgericht auch mit einem Preise davon. Die Gießener Damen waren weniger zahlreich, doch ließen auch ihre Uebungen sich gut an und reichlich war der Beifall, den das Publikum ihnen zollte. Abends nahm nach einer Ansprache der Gauturnwart, Herr Will die
Breisverteilung
bor. Es erhielten die nachfolgenden Vereine den Eichenkranz: 1. Preis Gießen T.-V. mit 35,53 Punkten. Buzbach 35,08 Lich
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Mit einem Gut Heil" wurde den Vereinen die Urfunde und der Kranz überreicht. Hierauf trat Herr Habicht von Schliß auf und hielt eine den Gauturnwart, Herrn Will- Wetzlar, und den Gauvertreter, Herrn Helm- Gießen, haft in der ehrende Ansprache und brachte ein„ Gut Heil" aus. Die Zeit war merklich vorgeschritten als an den Höhen des Kalsmut das
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Brillant- Feuerwerk aufblizte und aller Augen zu den Berghang lenkte. Hellauf leuchteten die Raketen am Himmel und wurden in wißigen Worten von den Anwesenden in ihrer Steigkraft gewertet. Dieses Feuerwerk verdient einen besonderen Dank an den Festausschuß, denn es bildete eine sehr angenehme Abwechslung im Programm. Ein Fackelreigen, ausgeführt unter der Leitung des Turnwarts Mülln, schloß sich dem Feuerwerk würdig an. Mit je zwei Fadeln führten die Turner, ähnlich dem Keulenschwingen, Uebungen aus, die allgemeines Gefallen fanden. Mit Bhramiden, die bengalisch beleuchtet wurden, hatte das offizielle Programm für den Sonntag sein Ende erreicht, doch das Fest selbst noch nicht, denn eifrig wurde auf den Tanzpläßen den Damen gehuldigt. Heute, Montag, ist der zweite Tag des Festes, an dem die Einzelwetturnen stattfinden. Wir wünschen dem heutigen Tag denselben Verlauf wie dem gestrigen, denn dann ist er gut., Gut Heil!"
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Reinhardshain, den 4. Juli 1903. Gestern zogen schwere Gewitter über unser Dorf. Der Blitz schlug an einem Bau des Johs. Müller 4 und zersplitterte einen Eckposten. Der zweite Schlag ging in einen Birnbaum des Gastwirts Karl Roth. Der Baum war hell und hatte etwas gezündet. Es waren mehrere Leute zur Stelle und mußten den Baum sofort umhauen.
*** Darmstadt, 5. Jult. Das Zarenpaar trifft Anfangs September zu längerem Besuche auf Schloß Wolfsgarten ein.
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* Marburg, 5. Juli. In Verbindung mit dem fünfzehnjährigen Stiftungsfest des Athleten- Klubs Marburg fand geftern, heute und morgen hier der fünfte hessische AthletenVerbands- Wettstreit statt. Das Fest trug den Charakter eines größeren Volksfestes. Die Stadt war geschmückt. Es waren folgende Vereine eingetroffen: aus Kassel Kraft- u. Sport- Verein"," Roland"," Hercules" und" Adler"; aus Melsungen Germania"; aus Gießen Stemm- u. RingKlub"; aus Weßlar Stemm- und Rinklub Etche"; aus Eschwege Athleten- Klub„ Kraft Heil"; aus Hersfeld die Athleten- Klubs" Roland" und„ Einigkeit". Nach einer auf dem Festplatz abgehaltenen Kampfrichter- Sizung begannen die Wettkämpfe zunächst bestehend in Stemmen, die bis gegen 1 Uhr dauerten. Der Festzug nahm Aufstellung um 3 Uhr und nahm seinen Weg durch die Hauptstraßen bis zum stplay. Außer den Athleten- Vereinen beteiligten sich noch zahlreiche andere hiesige Vereine an dem Festzug. Nachdem hierauf die Wettkämpfe fortgesetzt worden waren, wurde Abends gegen 11 Uhr das Ergebnis der Preisverteilung verfündigt. Es erhielten unter anderen Preise: Josef Stein, Gießen, Ernst Valentin, Gießen, Heinrich Höhmann, Gießen, Simon Gießen, Ludwig Süß, Gießen, Wilhelm Weigel, Ludwig Sommerlad Gießen, Ludwig Valentin, Gießen, Emil Gießen, Lorenz, Gießen und Weisbeck, Gießen.
*** Aus Rheinhessen, 5. Juli. Bei dem herrlichen Wetter haben die Weinreben jezt vollständig verblüht. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, steht ein ganzer
Herbst in Aussicht.
Aus dem Gerichtssaal.
Straffammer.
Gießen, den 4. Juli 1903. Das am leßten Samstag ausgesetzte Urteil in der Privattlagesache Pfannenstiel gegen Schultheiß, lautet auf Berufungszurückweisung. Feldschütz Philipp Jung von Mädchen im Felde begangenen Sittlichkeitsverbrechen zu Klein- Linden wird wegen eines an einem 11jährigen 1 Jahr und 3 Monaten Buchthaus verurteilt; auch werden
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ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt. Wegen einfachen Bankerots wird der Kaufmann Christian Scheer von Angersbach in eine Geldstrafe von 50 Mt. genommen. Heinrich Fey von Schenklengsfeld erhält wegen einer zum Nachteil des Wirts Peter Wöll in Grebenhain verübten 8echprellerei 3 Monat Gefängnis und wegen Bettelns 2 Wochen Haft. Der vielfach vorbestrafte Jakob Brauer von Marburg nahm in Rebgeshain wo er bettelte, einen Chorrock nebst Barett mit. Da er einsah, daß sich die Sachen nicht leicht verwerten lassen, ließ er sie in einem Straßengraben wo er nächtigte, liegen. Wegen Diebstahls Wegen einer zum Nacherhält er 5 Monate Gefängnis.
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ch- Rodheim a. Bieber. Nach den vielen heißen Sommertagen der abgelaufenen Woche ging am Freitag Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr ein mächtiges Gewitter über unser Dorf. Ein Blißstrahl traf das Fabritgebäude der Firma Noll, welches zur Zeit nicht im Betrieb war. Aber wie leicht hätte ein großes Unglückteil des Wirts Hofmann in Oppershofen verübten entſtehen können wenn man bedenkt, daß in fener Bechprellerei, bekommt der Knecht Georg Failing aug Cigarrenfabrik täglich weit über 100 Menschen beschäftigt Waldgions 4 Monate Gefängnis. Der in Diensten des sind und die Mobilarstücke aus überaus trocknen Holzge- Sparkassenrechners Georg Meisti zu Ulrichst ein stehende räten bestehen! Das Gewitter war von einen heftigen Rechnungsgehilfe Moritz Faaz von Schotten wird wegen fruchtbaren Regen begleitet, der wohl eine volle Stunde Unterschlagung, Betrug und Urkundenfälschung in eine anhielt und unsern Feld rn sehr zu statten kam. 4monatige Gefängnisstrafe genommen, wobei 14 Tage Haft in Aufrechnung fommen. Den Schluß bildet die Beleidigungsflagefache gegen Bürgermeister Heinrich Frank von Radmühl, welcher wegen eines im Lauterbacher Anzeiger erschienenen Artikels durch welchen sich der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Muth von Salz beleidigt fühlte, angeklagt war. Nachdem das Schöffengericht den Angeklagten freigesprochen hatte, verfolgter Staatsanwaltschaft und Nebenläger Berufung. Wie früher nimmt auch heute das Gericht an, daß dem Angeklagten, welcher der Verfasser des fragl. weist die Berufung zurück.
z- Vezzberg. Auf unserer Bergeshöhe feierte am gestrigen Sonntag, vom herrlichsten Wetter begünstigt, dem Gauturn, der jüngere der beiden hiesigen Gesangvereine„ Eintracht" und hieß die das Feſt ſeiner Fahnenweihe und war dasselbe von treue Freund außerhalb ziemlich stark besucht. Der Festplatz war am Abhange des Berges hinter dem alten Hof" gewählt Stadt herzlich und gegen die Unbilden der heißen Sonnenstrahlen Beglar für die vt. Die Bede vortrefflich geſchüßt. Unser Vereins- und Festwirt 6 Schirmherrn Becker ist wohl reichlich auf seine Rechnung gekommen dner trat der und Gedeihen.
lationalhymne und wünschen wir dem jungen Verein ein weiteres Blühen Artikels ist, der Schuß des§ 193 zur Seite stehe und
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Bekanntmachung.
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Anmeldungen hierzu haben bis zum 1. August I. Js.) bet dem Armenamt Neuen- Bäue 43 zu erfolgen. Gießen, 2. Juli 1903.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Curschmann.
Bekanntmachung.
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In der Zeit vom 27. Juni bis 4. Juli 1903 wurden gefunden: 1 Ning, 1 Dolch mit Futteral, 1 Lesebuch, 1 Kindermüze und 1 Auffteckfamm, berloren: 4 Portemonnaies mit Inhalt und 2 Gießfannen. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen
1, bie ebenfalls tände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend
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Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler.
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Für Weinbezug!
Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, 100 Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten 12 Flaschen an
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von
P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh.
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Für Bäcker!
Brotpreis- Formulare hält stets am Lager
die Expedition.
Rheinreise einer bejahrten Frau aus dem Vogelsberg.
Eine Alte, die schon über sechzig Lenze,
Die wollt noch einmal sehn den schönen Rhein, Sie wollt auch einmal sehn die fernen Lieben Mit ihnen eing'e Stunden fröhlich sein.
Sie hats erreicht, sie hat den Strom gesehen, Die Berge dort, wo wächst der edle Wein, Die Burgen wo die alten Ritter wohnten Wie mag das schöner für die Jugend sein!
Sie hat gelauscht auf seiner Wellen Rauschen Sich selbst geschaufelt auf der Frauenlob, Sie hat den goldnen Rebensaft gefoſtet Der hoch sie über Alltagswerk erhob.
Sie hat geschaut das Denkmal deutscher Größe Das hoch vom Berg die deutschen Gauen grüßt, Sie hat geschaut auf schwindelnd hoher Warte Wie sich die Nahe in den Rhein ergießt.
Doch schöner wars, daß Alle sie gefunden Die sie geliebt von ihrer Kindheit ar, Daß sie sich All am Rebensaft noch labten Vom Jüngsten bis zum Alten hoch hinan.
Die Enkeltochter, die sie hinbegleitet Die wird noch manchmal ziehen an den Rhein, Wird Deutschlands schönsten Strom noch oft bewundern Und dort mit den Gespielen fröhlich sein.
So mag die Alte nun in ihren Bergen weilen Bis abgerufen wird für sie der letzte Zug, Mag sich in die Erinnerung noch lang versenken, In die Bilder, die sie sich vom Rheine schuf.
Litterarisches.
Justus von Liebig. Sein Leben und Wirken. Von Dr. Adolf Kohut" betilelt sich ein mit zahlreichen authentischen Illustrationen geschmücktes umpfangreiches Wert, welches demnächst im Verlage von Emil Roth in Gießen erscheint. Der als Biograph und populär- wissenschaftlicher Schriftsteller rühmlichst bekannte Verfasser bietet uns hier zum ersten Male eine auf den besten und zuverlässigsten Quellen beruhende, aber auch viel Neues und Interessantes enthaltende, erschöpfende biographisch fritische Arbeit über den größten Chemiker des 19. Jahrhunderts. Das Werk Preis br. ca. 4 Mart, geb. 5 Mart) ist nicht blos für den Fachgelehrten, sondern auch für den Laten bestimmt.
Briefkasten.
Fl., Neuenbäue. Wir danken Ihnen für die Aufmert
ſamkeit und sind Ihnen sehr verbunden, wenn Sie auch in
Ihrem gesch. Freundes- und Befanntenfreisen darauf hinwirken, daß man sich bei Einkäufen c. auf die ,, Neueste Nachrichten" beziehen wolle. Frl. Gruß.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. tönnen eingestellt werden:
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2 Rüfergesellen, 4 Möbelschreiner, 2 Drechsler, 1 Schneid 2 jüngere Pferdefnechte, müller, 5 Lackierer,( ausw.), 4 Pferdeknechte, 1 Kutscher, 1 Hausbursche, 10 fräftige Arbeiter, 29 Dienstmädchen, 2 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 4 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Waschfrau, 1 Buzfrau, 1 Weißzeugbeschließerin, 1 Flickerin, 1 landwirtschaftliche Magd. Lehrlinge: 1 Rellner.
Es suchen Arbeit:
10 Lauffrauen, 3 Laufmädchen, 3 Waschfrauen, 1 Wäscheoder Plättmädchen, 1 Wäschebeschließerin, 2 Weißnäherinnen, 2 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 5 Pferdefnechte für Landwirtschaft, 1 Gartenarbeiter, 1 Erdarbeiter, 4 Pferdeknechte, 1 Kutscher, 10 Hausburschen, 2 Taglöhner, 2 Bureaudiener, 2 Diener, 1 Kinderwärterin, 2 Schlosser, 1 Metalldreher, 1 Installateur, 1 Spengler und Installateur, 2 Schreiner, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 2 Weißbinder, 1 Schuhmacher.
Lehrlinge: 1 Schreiber.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873)
für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
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