Aktienfchwindel.
Von unserem Börsenmitarbeiter wird uns geschrie zen: Wenn man jezt, nachdem man sich des Tags über an Kursen, Aktien, Obligationen und ähnlichen Dinger Nerven und Körperkraft zerrüttet hat, zum wohlverdien ten Abendschoppen geht, dann muß man überall die Er örterungen über den Prozeß der Pommernbank, übe Kurse, Obligationen und ähnliche Dinge anhören, wie went bas Bankkontor noch nicht Schicht gemacht hätte. Es is schrecklich. Viel schrecklicher aber ist noch die immer wie berkehrende Behauptung, daß nur unsere Zeit solche Er scheinungen der Sittenverderbnis hervorgebracht habe während die frühere Zeit nichts davon wußte. Das ist in bes, wie jeder Kenner der Bankverhältnisse weiß, eir großer Irrtum. Mit der Aktie wurde auch der Aktien schwindel geboren, und die Aktiengesellschaften sind an Ende des 16. bezw. zu Anfang des 17. Jahrhunderts be reits entstanden. Sie waren ursprünglich Handelsgesell schaften, die für Ostindien gegründet waren und erhielter bie in England heute noch vielfach üblichen Handels und Monopolvorrechte von der britischen Regierung. J iener Zeit entstanden die Fabeln von dem Gold- uni Juwelenreichtum Asiens, wie sie jezt mit wechselnden Schauplaz wiederkehren. Von 1694 bis 96 herrschte infolg einer fünstlichen Hochtonjunktur eine solche Spekulations but in England, daß die kurse eine fast märchenhaft pöhe erreichten. Im Jahre 1696 folgte dieser tropischer Hochtonjunktur ein beispielloser Zusammenbruch, dem in Jahre 1715 ein zweiter folgte.
Fast genau um die gleiche Zeit war Frankreich in Banne eines Spekulationsfiebers, das uns heute mit Rück jicht auf die naive Art, wie das Publikum sein Geld lo wurde, geradezu lächerlich erscheint. Denn es bestander Damals Aktiengesellschaften zur Schweinemästung, zur Ein fuhr von spanischen Eselshengsten, sogar eine Gesellschaf zur Entdeckung des Perpetuum mobile". Vor etwa 200 Jahren war in Europa ein Kapital von zehn Milliarder Mark in Attiengesellschaften angelegt. Was das bedeutet mag man daraus ermessen, daß damals nur etwa 2 Mil liarden gemünztes Geld in Europa umlief. Demgemäß muß damals das immobile Vermögen stark in den Taume ber wilden Spekulation hineingerissen worden sein; di Wirkung dieser ungesunden Zustände hat sich zum Teil be ben verschiedenen inneren Unruhen und Volkserhebun gen in England und Frankreich offenbart.
Die ,, gute alte Zeit" war also nicht in geringsten besser als die unsrige; aber je näher wir der Neuzeis tommen, je mehr die Volksbildung steigt und demgemäß auch alle Vorgänge des öffentlichen Lebens mehr untei bie Lupe genommen werden, als früher, umso deutliche wird auch das Wesen des Schwindels erkannt.
Dieser selbst aber wird nicht auszurotten sein, solange neben dem Ehrenmann der Gauner lebt. Wir dürfen schon zufrieden sein, daß Deutschland troß der bedauerlichen Vorgänge der letzten Jahre nicht so viel Schwin. del aufweist, wie z. B. Frankreich. Alles, was an Schmut und Verderbnis hier emporgeworfen worden ist, reicht doch nicht an den Panamaschwindel heran. Aehnliche französische Schwindelunternehmungen gab es aber schon vor dem Panamaschwindel. 1855& B. wurde mit 20 Millionen Kapital eine Gesellschaft zur Verschmelzung bon Amerika und Afrika gegründet, eine Gesellschaft, die Aktien in Nennwert von sage und schreibe- einer Mark ausgab. Auch eine Art Trebertrocknung, d. h. einen Konzern von Schwindelgründungen hat Frankreich schon bor fünfzig Jahren gehabt. 1858 fanden in Paris große Bankschwindelprozesse statt, bei denen unter anderem erwiesen wurde, daß die Aktien auf einer Tenne mit einem ordinären Besen durcheinander gefegt wurden, damit sie das Aussehen eines längeren Gebrauchs erhielten.
Im allgemeinen kann man dem nicht bankmäßig geschulten Publikum nur raten, keine Papiere von un fertigen Gesellschaften zu kaufen. Von dem Strousberg schen Krach bis zum Kasseler Treberskandal können wir stets das Eine beobachten, daß die neu zu gründenden Unternehmungen mit großem Apparat in verlockenden Farben geschildert werden. Je höher bei Neugründun gen die Gewinnversprechungen sind, um so verdächtiger ist das Papier. Aber auch ohne beabsichtigten Schwindel bringt der Erwerb unfertiger Gesellschaften Gefahren, weil nach einer Haussespekulation, d. h. nach einem Hoch treiben der Preise die Baissiers ihre Gegenminen legen, um die Papiere billig in ihre Hände zu bekommen und dann zu hohen Preisen wieder loszuschlagen. Wer in ber Zeit des Kursniederganges verkauft, erleidet unter allen Umständen Vermögensverluste. Je mehr sich das große Publikum dem Spekulationskauf fernhält, um s sicherer ist sein Vermögen.
Vermischtes.
[ Die beiden Kaiser.] In Kopenhagen bringen die Beitungen noch immer allerlei Anekdoten von unserem Kaiser, wissen sie doch, daß er bei seinem Besuch sich die Sympathien der ihm früher so feindlichen dänischen Haupttadt im Fluge erobert hat. Manche dieser Geschichten fallen nicht einmal in die Kaisertage selbst, sondern stam men von den Nordlandsfahrten. Sehr hübsch ist die fol gende von den beiden Kaisern". Kaiser Wilhelm, ein wachhabender Offizier" und der norwegische Lotse Nordhuus befanden sich auf der Kommandobrücke der Hohenjollern", als diese ein recht beschwerliches Fahrwasser passierte. Der Lotse gab ein Kommando zum Steuerruder, das aber nicht sogleich ausgeführt wurde, was dem Of fizier zu dem Ruf Anlaß bot:„ Aber Kaiser, Sie steuern doch recht abscheulich!" Kaiser Wilhelm wandte sich um und sah sich seinen Offizier etwas verblüfft an. Dieser derstand den fragenden Blick seines Herrn gleich und wart sich der Zweideutigkeit seiner Worte bewußt; er beeilt sich daher, dem Kaiser flehenden Blickes zu melden: ,, Ma jestät, ich meinte natürlich den Mann am Steuerruder." , Den Steuermann?" fragte der Kaiser. Jawohl, der Mann heißt Kaiser," war die Antwort. Kaiser Wilhelm lachte herzlich und ging sofort von der Kommandobrücke herunter, um seinen Kavalieren das heitere Erlebnis zu erzählen.
22[ Prinz und Jodey.] Mit König Eduard von England als Sportsman" beschäftigt sich ein französisches Blati und erzählt bei dieser Gelegenheit folgende als wahr ver bürgte Anekdote: Als das dem König yon England( der
damals noch Prinz von Wales war) gehorende Rennpfert Florizel II. in Ascot von Omnium II. geschlagen wurde, be fand sich der Sohn des Emirs von Afghanistan, der dem Rennen beigewohnt hatte, in höchster Aufregung. So wai es ihm ganz unerklärlich, daß ein irgendwer in Englant es hatte wagen können, dem Thronerben den Preis strei tig zu machen. Das Mindeste, was er erwarten zu dürfer glaubte, war, daß der Prinz den kühnen Jockey sofort hinrichten lassen würde; nur über die Art der Todes. strafe, welche ein so unverschämter Verächter der könig lichen Majestät verdiente, war er mit sich selbst noch nich einig. Als der Prinz aus dem Morgenlande aber sah, daf jein Kollege aus dem Abendlande dem siegreichen Joder nicht nur die Hand reichte, sondern ihm obendrein nod einen Scheck über 50 Pfund Sterling in die Hand drückte glaubte er in die Erde sinken zu müssen. Fast zornig tra er an den Prinzen von Wales heran und sagte:„ Jhi habt hier aber auch nicht für einen Heller Eigenliebe, sons hätte dieser Mann dort jezt schon gerädert sein müssen!
(!)[ Eine Humbertsache im Altertum.] Als Herr Lou bet vor einigen Tagen auf den Trümmern von Karthage stand, ahnte er wohl nicht, daß er sich an einem Ort befand, an welchem einst eine ,, Humbertsache" wuchs unt blühte. Es war zur Zeit des Kaisers Nero. Es handelte jich damals aber nicht um einen Geldschrank, sondern um einen Keller. Ein Karthager, Cesellius Bassus, tam nad Rom ,,, kaufte" sich eine Audienz beim Kaiser und erzählti ihm, daß er( Bassus) auf seinem Felde einen ungeheuer tiefen Keller entdeckt habe, der ungemünztes Gold in schwe rer Menge enthalte. Diese Reichtümer seien wahrschein lich in grauer Vorzeit von der Königin Dido dort versteck worden. Ohne erst lange zu prüfen, ob die Erzählung des Karthagers Glauben verdiente, begann Nero ins Blau hinein zu spekulieren und verleitete auch andere Leute dazu ihr Geld herzugeben. Diese wahnsinnige Spekulation wurd eine der Ursachen der überhandnehmenden Armut des Volkes. Der Mann, der diese seltsame Geschichte erzählt, ist kein anderer als Tacitus. Die Geschichte beweist wieder einmal, daß es unter der Sonne nichts Neues gibt.
(?)[ Der Holzhäher im Briefkasten.] Eine wunder same Geschichte erzählt ein amerikanisches Blatt: In Springfield, Ohio, tamen aus einem altmodischen Brief kasten an der Landstraße seit mehreren Wochen die Brief sachen regelmäßig abhanden. Der Postmeister in Neir Carlisle, zu dessen Bezirk der betreffende Briefkasten ge hört, wurde aufgefordert, eine Untersuchung anzustellen. Es ergab sich zunächst, daß die vernichteten Briefe aus einem gepflügten Felde weit verstreut lagen, und bei nä herer Untersuchung entdeckte man, daß ein blauer Holzhäher der Postdieb war. Der Häher hatte in dem Brieffasten sein Nest gebaut und betrachtete das Hineinstecken von Briefen als einen ungerechtfertigten Eingriff in seine wohlerworbenen Rehte; so oft daher ein Brief hineingeworfen wurde, wars er ihn entrüstet wieder hinaus. Da die Postverwaltung sich mit dem Häher nicht in Rechtsstrei tigkeiten einlassen wollte, beschloß sie, nachzugeben und durch Anschaffung eines neuen Briefkastens weiteren Besigtitelkonflikten vorzubeugen.
)-([ Schülerausstand.] Vicchundert Schüler einer großen Schule in Hoboken bei Newyork sino in den Ausstand getreten, weil der Schulrat beschlossen hat, in Zukunft die Osterferien aufzuheben. Fast 5000 Schüler, die anderen Schulen angehören, wollen gleichfalls die ,, Arbeit niederlegen". Ein sehr drolliger Zwischenfall ereignete sich in der Nähe der Schule, wo die Ausständigen sich versammelt hatten, um über die Lage zu beraten. Der Schulleiter hatte sie entdeckt und stürzte sich auf sie wie ein Habicht; nach allen Richtungen liefen sie davon, nur ein junges Bürschlein von 13 Jahren, das gerade von einer Tonne herab eine gewaltige Rede gegen die Unterdrücker losließ, wurde von dem Schultyrannen ergriffen und im Triumph nach dem Klassenzimmer geschleppt. Ein anderer Schulausstand kam etwa um dieselbe Zeit in Madison( Wiscon sin) zum Ausbruch. Dort setzten 150 Schüler ihr Leben für einen freien Nachmittag ein, den sie sich erkämpfen wollten. Als die Schulleitung diesen freien Nachmittag ablehnte, wurde der Ausstand proklamiert und vor Zuzug gewarnt, so daß die Schule ihre Pforten schließen mußte. Eine gefahrdrohende Wendung nahm die Sache, als sich fünfzig höhere Töchter mit den Ausständischen solidarisch erklärten. Das machte einen so großartigen Eindruck, daß die Schulleitung sich für besiegt erklärte. Es tam ein Vertrag zustande, nach welchem der verlangte freie Nachmittag vom 11. Mai ab gewährt werden soll. Die Ausständigen erklärten sich mit diesem Kompromiß einverstanden und kehrten in die verlassenen Schulräume zurüd.
Ein schwerer" Diebstahl wurde in der französtschen Festung La Rochelle ausgeführt. Dort verschwanden am hellen Tage von den Wällen zwei Belagerungsmörser, ohne daß die Aufseher und Soldaten etwas davon merkten. Bisher haben die Nachforschungen der Militär- und Zivilbehörden noch kein Resultat ergeben.
(-) Ein furchtbarer Bergsturz hat die kanadische Minenstadt Frank zum großen Teil in Trümmer gelegt. Um ein Uhr morgens sausten mit donnerartigem Getöse viele Millionen Tonnen Felsblöcke und Geröll von dem Gipfel des die Ansiedelung überragenden Turtleberges ins Tal. Einzelne Gebäude wurden hundert Fuß tief begraben. Das ganze Land rings um den Turtleberg ist auf eine Entfernung von etwa zwanzig Meilen verwüstet. Zuerst nahm die entsetzte Einwohnerschaft an, daß es sich um einen Vulkanausbruch handle. In wilder Panik rannte alles auf die Straße, doch gelang es einem großen Teil der Bevölkerung nicht, den verderbenbringenden Gesteinmassen zu entrinnen. Nach einer offiziellen Darstellung des kanadischen Premierministers im Unterhaus sind 87 Menschenleben zu beklagen, die dem Steinregen zum Opfer fielen. Außerdem kamen noch zwei Bergleute um, die in den Minen mit 15 Gefährten verschüttet waren.
□ Die Ubergabe des Weltausstellungsgebäudes in St. Louis an die Ausstellungsbehörden hat gestern in festlicher Form stattgefunden. Dem Festakte wohnte Präsident Roosevelt bei, ferner der frühere Präsident Cleveland, Mitglieder beider Häuser des Kongresses, die fremden Ausstellungskommissare und das diplomatische Korps, sowie eine etwa 60 000 Köpfe zählende Zuschauermenge. Präsident Roosevelt wies in längerer Rede auf die gewaltige materielle Entwicklung des vor 100 Jahren fäuflich erworbenen Westgebietes hin und ermahnte die Zuhörer, über die materiellen Bestrebungen nicht die kulturellen zu vergessen. Cleveland hielt ebenfalls eine Ansprache.
(!) Die Noonfeier in Gumbinnen fand mit dem gestri. gen Tage ihren Abschluß. Die Offiziere des Füsilierregi. ments Graf v. Roon versammelten sich mit ihren schwe dischen und deutschen Gästen zu einem Abschiedsfrühſtüd im Kasino. Abends fand im ,, Gesellschaftshause" seitens der Unteroffiziere des Füsilierregiments ein Schautur. nen, mit sich daran schließenden Theateraufführungen und Konzert statt. Das Fest führte zu innigen kameradschaft. lichen Kundgebungen zwischen den deutschen und den schwe dischen Offizieren. An den König von Schweden und Nor wegen wurde ein Huldigungstelegramm gesandt, woraus folgende Antwort einlief: Meinen aufrichtigſten Dant für das heutige Telegramm aussprechend, sende ich Ihnen allen meine herzlichsten Wünsche für das Wohlergehen des Regiments. Ostar." Das preußische Kriegsmini sterium feierte das Andenken des großen Organisators burch ein Festmahl im Berliner Kaiserhof, bei dem der Kriegsminister v. Goßler die Bedeutung Roons in län. gerer Rede würdigte.
2 Hüsseners Vorleben. Die Nachforschungen nach dem Vorleben des verhafteten Fähnrichs z. S. Hüssener sol. len, wie aus Essen gemeldet wird, folgendes Ergebnis gehabt haben. Zunächst hat Hüssener vor längerer Zeit einer Dienstmagd aus Unvorsichtigkeit ein Auge ausge schossen. Als ferner seine Eltern im Essener Hof" in Essen die Silberhochzeit feierten, benahm sich der Sohn derart ungebührlich, daß sein Vater sich gezwungen jah, ihm den weiteren Aufenthalt im Hotel zu verbieten. Hüsse. ner ging hierauf nach der elterlichen Wohnung zurüd, wo er aus Wut über den erhaltenen väterlichen Verweis in verschiedenen Zimmern wie ein Vandale hauste. Sein Br tragen auf der Oberrealschule war ein derartiges, daß er entlassen werden sollte; der Vater kam jedoch der Ent lassung zuvor, indem er seinen Sohn einfach von der Anstalt abmeldete. Endlich ist ermittelt worden, daß der junge Fähnrich in brutaler Weise in den Straßen Eſſens mehrere Soldaten angerempelt hat, die ihn angeblich nicht borschriftsmäßig gegrüßt haben sollen.
V[ Der deutsche Kronprinz als Wettläufer. Von dem Aufenthalt der beiden ältesten kaiserlichen Prinzen im altberühmten Delphi in Griechenland wird noch folgende hübsche Episode nachträglich bekannt. In Delphi hatten sich viele Tausende von Bewohnern Am phissas und der Umgegend versammelt. Die Prinzen be suchten alle Klassischen Stätten und wohnten dann in dem alten Stadion von Delphi förperlichen Weitspielen und Ringkämpfen bei. An dem Wettlauf beteiligten sich jogar die Prinzen selbst, und der Kronprinz fam unter jubelndem Beifall der Menge allen weitaus voraus ale erster am Ziel an, wofür er als üblichen Kampfpreis einen Lorbeerkranz erhielt.
Das Beste aus den Witblättern. Indirekte Kur ,, Na, Sie sind ja, scheint's, wieder ganz wohl? Haben Sie meine Pillen alle Tage genommen?" ,, Ja, g'nommen hab' i's' schon aber wissen S, Herr Doktor, dös war a so: Mei' schwarze Henn' is ma über d' Echachtel' tomma und hat die Pill'n g'fressen! Nacha hab' i' d' Henn' s'schlacht und' gessen und so bin i' wieder g'sund ' wor'n!"
- Aus einem Zeitungsbericht. Gestern reiste unser Mitbürger Fürchtegott Treuherz plößlich und un wartet nach einem bisher noch unbekannten Ziele ab. Mit ihm verliert unsere städtische Sparkasse einen lang. jährigen, pflichteifrigen Beamten und 80 000 kronen. ( Fl. BI.)
- 3 ä h. Gast: ,, Kellner, ein Messer!"- Kellner: ,, Eie haben ja eins!"- Gast: Ja, aber das steckt im Fleisch und ich krieg' es nicht mehr heraus.
-Was noch fehlt. ,, Man hat es heutzutage eigent lich doch recht weit gebracht! Man schießt ohne Rauch, fährt ohne Pferde und telegraphiert ohne Draht- es fehlt nur noch eins."- ,, und das wäre?"--Mitgift ohne Frau!" ( Megg.H. BL.)
Lokales.
Gedenktafel für den 6. Mai.
1622. Tilly ſiegt bei Wimpfen am Neckar.- 1757. Sieg Friedrichs des Großen bei Prag. Schwerin f.1786. Der Schriftsteller Ludwig Börne*.- 1796. Der Schriftsteller von Knigge t. 2859. Alexander von Hum boldt in Berlin †.- 1882. Wilhelm, deutscher Kronpring *.- 1902. Der amerikanische Schriftsteller Bret Harte f. ** Die Fenster auf! Dem Lüften der Wohnräume wohnt zweifellos im Frühjahre und im Sommer erhöhte Bedeutung für die Gesundheitspflege inne. Nach dem phy sikalischen Geseze findet der Luftwechsel umso rascher und gründlicher statt, je größer der Temperaturunterschied zwi schen innen und außen ist. Wenn es draußen falt ist, ist baher ein geheizter Raum bedeutend schneller wieder mit reiner Luft gefüllt, als im Sommer, da die Gradanzahl im Freien und im Zimmer sich ungefähr gleichen dürften. Deshalb genügt um diese Jahreszeit auch ein stunden langes Offenhalten der Fenster zur Lufterneuerung nicht. Um im Sommer wirklich verhältnismäßig reine Luft in den Wohnräumen zu haben, bedarf es der Veranstaltung von Zug. Gegenzug, das ist Luftbewegung von entgegengeset ten Seiten, bewirkt dann diese erhöhte atmosphärische Bewegung, die den Luftwechsel verursacht, und der im Winter durch den Unterschied im Gewichte zwischen falter und warmer Luft stattfindet. Freilich ist auch frische Luft niemals ganz rein. Sie ist vielmehr stets mit größeren oder kleineren Mengen Staub vermischt. Um das allzu starke Eindringen von Staub in die Wohnungen zu ver hüten, empfiehlt es sich, auch das Lüften in den ersten Morgenstunden vorzunehmen und damit nicht etwa bi in den Nachmittag hinein oder gar bis abends zu warten Am frühen Morgen sind naturgemäß die auf der Erdober fläche lagernden Staubschichten durch den Straßenverkeh noch nicht in Bewegung gebracht, der Sauerstoff der Luft ist um diese Zeit noch unverbraucht, und insbesonders in der Nähe von Gärten noch stark ozonhaltig die Pflan zen strömen in der Frühe den meisten Sauerstoff aus, ber dann von Menschen und Tieren aufgeatmet wird Eigenschaften, die im Laufe des Tages natürlich durch al lerlei Einflüsse start beeinträchtigt werden. Ein weitver breitetes Vorurteil ist, daß die Luft kalt sein müsse, um gesund zu sein. Das ist nicht der Fall, nur möglichst frisch und rein muß sie sein; man vermeide daher nach Tun lichkeit das Rauchen und das Aufstellen von duftenden Pflanzen in den Wohnräumen. Des Nachts dürfen auch teine scheinbar harmlosen Blattpflanzen im Schlafzimmer stehen.
1903
Fami
Mittwoch den 6. Mat
Mi. 105.
sicht zuſammenichiatrant
Sie Mepfel franzförmig
AM HÄUSLICHEN
die
ein gutes, einfaches Abendessen. Man zerteilt
faturit vor dem Auftragen mit einem scharfen Messer
in dicke Stücke, die man in der Mitte der Schüssel wieder
DON


